Liebe Gurlia, liebe Kaloppi, lieber Diopis, lieber Malkur, liebe Anst, lieber Calwei,
ich wünsche Euch viel Spaß auf der Erde. Bitte gebt Acht, die Erdlinge dürfen nicht merken, dass Ihr ihre Körperausscheidungen mögt. Hier kommt es oft zu Missverständnissen, weil die Erdlinge glauben, dass Ihr Euch mit ihnen vervielfältigen wollt.
Den Geruch von Exkrementen finden sie sehr abstoßend. Bitte achtet auch darauf, dass Ihr keine Exkremente bei Euch tragt.
Es wäre schön, wenn Ihr diesmal einige Erkenntnisse über die Menschen sammeln könnt und nicht wieder, wie beim letzten Mal, in der Kanalisation versackt. Die Kloaken sind voller Waschmittel und Seifenlaugen, diese machen Euch nur Kopfschmerzen. Und schleppt bloß keine Pflanzen ein. Hier auf Bohtron ist der Sauerstoffgehalt eh schon zu hoch. Es ist ein Irrglaube, dass Ihr diese süßen kleinen Pflänzchen, die nicht weglaufen können, vor ihrem brutalen Schicksal bewahren müsst.
Calwei wird das viele Kohlendioxid auf der Erde sicherlich gut tun; er kränkelt ja so häufig. Und Diopis soll öfters mal die Gestalt wechseln, nicht immer Schwarz, in den meisten Ländern kommt man mit Weiß besser durch.
Vorsicht, die Menschen haben einen Gott, der durchaus in der Lage ist in das Erdgeschehen einzugreifen. Unser Gott ist zwar größer als ihrer, aber ich möchte nicht, dass Ihr einen interplanetaren Götterstreit verursacht. Bei Start und Landung verursacht Ihr oft einen Tsunami. Lasst die geschickte Anst ans Steuer!
Ich beneide Euch ja schon. Als ich vor 500 Jahren das erste Mal auf der Erde war, mussten wir feststellen, dass der größte Teil der Erde mit Salzwasser vergiftet ist. Die derart paradiesischen Nahrungsverhältnisse auf den Landmassen haben wir erst später entdeckt. Kaum zu glauben, dass im Salzwasser Leben existieren kann. Diese Erkenntnis hat unsere Medizin sehr weiter gebracht.
Bitte bringt Euren lieben Großvater ein totes Menschenbaby mit. Aber wenn es nicht geht, freut er sich auch über ein Stinktier oder einen Affen. Und vergesst nicht, die Fäkalien nach Spezies zu ordnen. Wäre doch schade um die teure Fracht. Ihr wisst ja, für mich haufenweise Hühnerkot!
Viele Grüße
Vom Planten Bohtron
Aus der schönen Galaxis Lexoval
Von Euren Vater
Toskon Bussiban (Entdecker der Erde)
*n.E. = nach Erdentdeckung
Diesen Brief haben wir aus dem Weltall abgefangen. Es ist also wahr! Außerirdische sind direkt unter uns. Wenn Sie sachdienliche Hinweise haben, dann melden Sie sich bitte bei mir. Ich nehme jeden Bericht auf. Waren sie schon mal auf einer öffentlichen Toilette, und nach dem Benutzen wählte ein wartender Passant genau dieselbe Toilettenbox? Haben Sie schon mal Personen beobachtet, die Hundekot aufsammeln? Entdecken Sie nachts dunkle Gestalten auf den Feldern, nachdem der Bauer Gülle ausgefahren hat? Das alles sind Hinweise auf Außerirdische.
Ganz witzlos fand ich den Text nicht, aber "Fortpflanzung" und Interesse an "Sch…"… sorry: "Kot" haben nun mal wirklich nichts miteinander zu tun. Nur wenige Menschen würden, wenn ihm jemand beim Sch… die Hand untern Hintern hält, Lust auf Sex bekommen. Es gibt sowas auch, aber sicher nicht in dem Maße, das so eine Warnung rechtfertigen würde. (Eine andere Warnung wäre wichtiger: "Tut sowas nicht, sonst werdet ihr eingesperrt!") Auch die Einbettung funktioniert (über den Anrede-Kuddelmuddel hinaus) nicht: "Ich lese Ihnen/euch einen Brief vor" findet in einem Gespräch statt – ein paar Leute treffen sich irgendwo - während der Ausklang eher ein Aufruf in der Zeitung oder im Fernsehen ("XY ungelöst"?) ist. (PS: Die Aliens schreiben Briefe "auf Irdisch"?)
Unausgegoren ist der Absatz mit dem Gott. Dass unser Got ins ERDgeschehen eingreifen kann, hat was mit einem Götterkrieg zu tun? Abgesehen davon: Die Menschen haben nicht EINEN Gott …
Etwas Literatur-Theorie: Der Text IST komisch, weil er allgemeine Werte/Ansichten auf den Kopf stellt und das nicht als "wissenschaftliche These" sondern als lockere Unterhaltung in einem Stil, der als solcher (andere) allgemeine Werte und Ansichten (z. B. Mitbringsel, Rettungs-Wahn) zu 10 % bedient. Die Kombination (Absurdes ganz menschlich-alltäglich zu offerieren) ist immer komisch.
Etwas SF-Theorie: Dass Außerirdische nicht wie Menschen aussehen, ja außeririsches Leben nicht mal nach den selben Grundregeln funktionieren muss (neulich sah ich einen Beitrag über Wasserstoffperoxid-Lösung statt Wasser als Lebensgrundlage), ist naheliegend. Aber nebenher gibt es noch die Logik. Welche VIER Formen könnten das sein? Wie sollte eine Welt mit nur Produzenten und Konsumenten nach zehn (oder weniger) Generationen aussehen? (Übrigens ist deine diesbezügliche Einteilung sehr schmalgleisig und auch noch geradezu falsch vereinfachend zusortiert.) Was sollten Wesen, deren Biochemie so ganz anders ist als irdische, mit irdischen Exkrementen (und zwar offenbar jeder Art) anfangen, die z. B. in den Rest-Zellen das "hochgiftige" Salz-Wasser haben? Warum sollten sich überhaupt Exkrement-Fresser zu intelligenten Wesen entwickelt haben, was sollte da wohl der evolutionäre Anreiz gewesen sein? Oder: Was sollte bei Leuten, die Pflanzen nicht kennen, einen "Schutzinstinkt für Pflanzen" auslösen? Welche "brutale Schicksal" übrigens? Wenn die Aliens CO2 aufnehmen (O2 "Gift" für sie ist) – was genau schwebt dir denn da für eine Lebensenergiegewinnung vor (die auch noch die Zufuhr zusätzlicher (schon mal aus CO2 aufgebauter) organischer Stoffe verlangt? Oder das mit dem Tsunami: Tsunamies gibts im Meer, die Alien landen also da (in dem für sie absolut tödlichen Medium?) und kommen dann wie an Land?
quote: Pflanzen bauen Kohlendioxid ab? Nein, ist nicht wahr;
… eh … nicht nur (wobei Abbau tatsächlich nicht stimmt), das stimmt, aber was hat das mit den fäkalophilen Aliens zu tun?
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)
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FrankK Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2006
Das überrascht mich einigermaßen. Nur unter der Prämisse "Satire" hätte ich diesen Zeilen ein wenig abgewinnen können.
Als Sozialkritisches oder Umweltkritisches Werk (... die Menschen scheißen ihren Planeten zu ...) wirkt es ziemlich dürftig, da Du selbst das Augenmerk immer wieder auf eine extraterristrische Präsenz richtest.
quote:Wir haben hier auf der Erde drei verschiedene Lebensformen: die Produzenten, die Konsumenten und die Reduzenten (auf Deutsch: Pflanzen, Tiere und Bakterien).
Das ist ein sehr stark (zu stark?) vereinfachtes Modell.
quote:Unsere Vorstellung, dass Außerirdische zwei Augen, zwei Beine, Mund und Nase haben, ist völlig absurd. Außerirdisches Leben ist in jeder Form anders geartet als unseres.
Ähh ... ja?
Entschuldige, aber Du selbst hast die humanoide Form für Deine Aliens gewählt.
Und warum sollte es auf anderen Welten nicht eine ähnliche Entwicklung des intelligenten Lebens gegeben haben?
quote:Lieber Frank, möchtest Du gerne Sex mit einer Pflanze haben ...
Frei nach dem Motto:
Gurken sind die besseren Liebhaber, weil Gurken länger hart bleiben?
Nein, das war nicht meine Intention. Aber mit
quote:Hier kommt es oft zu Missverständnissen, weil die Erdlinge glauben, dass Ihr Euch mit ihnen vervielfältigen wollt.
weckst Du eine Neugier beim Leser, die Du anschließend nicht zu befriedigen bereit oder in der Lage bist.
Übrigens, rein Chemisch betrachtet:
Menschen verbrauchen keinen Sauerstoff und Pflanzen verbrauchen kein Kohlendioxid.
Tut mir leid, aber ich kann in dem Text noch immer nichts finden, was sich einigermaßen ernst nehmen ließe.
Vielleicht versuchst Du noch einmal, es mir zu erklären?
Viele Grüße
Frank
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Leben und leben lassen.
Es ist eben so, dass unser Geschlechtsorgan ein Ausscheidungsorgan ist, oder zumindest sehr eng verbunden mit diesem ist. Ich finde es schon logisch, dass die verschiedenartigen Reaktionen auf Annäherung, von Außerirdischen so interpretiert werden.
Einbettung:
Die Kritik nehme ich als Leseeindruck an. Der Text ist sehr kurz und bietet nicht viele Erklärungen. Schade, dass das nicht so gut angekommen ist.
Götter:
Auch Außerirdische können einen Glauben haben, oder wissen sie sogar mehr als wir? Aber wenn das nicht rüberkommt, dann würde ich das eher weglassen, als das ich es aufarbeite (Stichwort unausgegoren).
Salzwasser:
Giftig ist doch nicht das Wasser(o2) sondern die Kochsalzlösung, also das Salz im Wasser. Salz verhindert doch die Aufnahme von Wasser, was sehr bedrohlich ist, basiert das Leben doch auf den Stoffwechsel mit Wasser. Schon mal was vom Toten Meer gehört?
Gase:
Es ist Ansichtssache, ob Pflanzen nun Kohlendioxid abbauen oder verbrauchen; genauso wie wir Sauerstoff abbauen oder verbrauchen. Ich wollte damit sagen, dass es sich hier nur um Umwandlungsprodukte handelt. Man kann Kot trocken und dann verbrennen. Es geht dabei keine Masse verloren (E=mc*2). Kohlendioxid und Asche haben zusammen nachher die gleiche Masse, es ist Energie entstanden und die Produkte sind Grundstoffe für den biochemischen Stoffwechselprozess von Pflanzen.
Ich kann diese Kritik nicht hinnehmen, wenn man sagt: die Aussagen sind in den Bereich Komik einzuordnen.
Form der Außerirdischen:
In meinem Werk können Außerirdische verschiedene Gestalten annehmen (Frank). Das ist etwas phantastisch. Es gibt aber in vielen Geschichten diese Abstraktion. Und ich denke, sie bildet einen guten Rahmen, um außerirdisches Leben zu verstehen.
Allgemein (insbesondere für Frank)
Wir glauben zurzeit, dass der Weltraum unendlich groß ist. Das bedeutet auch, dass Zufälle sich unendlich oft wiederholen. Da hat Frank schon Recht, dass es auch gleiche Lebensformen gibt. Allerdings gibt es auch Murphis Gesetzt; Murphis Gesetzt sagt, dass alles was passieren kann auch passieren wird. Es kann durchaus sein, dass Stoffwechselungsprozesse bei andern Lebensformengemeinschaften anders sind. Auch eine Lebensform mit einem in sich gekehrten abgeschlossenen Kreislauf ist vorstellbar.
Dass wir hier drei Lebensformen haben, ist nicht stark vereinfacht sondern grundlegend( Frank). Warum sich nun intelligentes Leben bildet weiß ich nicht, aber hier hat es sich auch gebildet(Jon).
Intelligentes Leben kann natürlich jede Entfernung überwinden, wenn es die Kontrolle über Raumkrümmung und Wurmlöschern hat.
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