Die 7 Todsünden beim Self-Publishing!

Es ist heute einfach, ein eBook oder auch ein Print-Buch im Self-Publishing zu veröffentlichen. Zahlreiche Anbieter wie Amazon und Kobo ermöglichen eine Veröffentlichung von elektronischer Literatur ohne große Qualitätskontrolle. Andere Anbieter ermöglichen Selfpublishing auch für Print-Bücher. Die Honorare beim Selfpublishing sind im Vergleich zum klassischen Verlag oft so hoch, dass sich viele Autoren am liebsten nur um das Verkaufen der eigenen Literatur kümmern. Hohe Verkaufszahlen und eine Vielzahl an Lesern spielen häufig eine größere Rolle als die Qualität des eigenen Textes.

Gerade, weil der Markt für Self-Publishing beständig wächst, möchte man die entsprechenden Online-Shops möglichst schnell mit vielen eBooks beliefern. Dabei ist ein elektronisches Buch nicht ein Light-Produkt des Literaturmarkts, welches weniger Sorgfalt und Zeit als ein klassisches Buch erfordert. Wir haben für Sie die „Sieben Todsünden beim Self-Publishing“ zusammengestellt, die Sie vermeiden sollten, wenn Sie Ihren Lesern gute Literatur bieten wollen.

1. Lektorat für Selfpublisher? Nur der Inhalt zählt

Nicht nur der Inhalt zählt. Auch ein eBook / Buch eines Selfpublishers sollte ein Lektorat oder zumindest ein Korrektorat erfahren. Dabei muss es nicht unbedingt ein professionelles Lektorat sein. Geben Sie Ihr Buch einem Bekannten oder Verwandten, der sich mit Rechtschreibung und Zeichensetzung auskennt. Wenn diese Person noch auf Stilistik und logische Fehler im Handlungsaufbau Ihrer Geschichte achtet, ist es umso besser. Sollte Sie eine solche Person nicht in Ihrem Bekanntenkreis finden, ist ein professionelles Korrektorat oder Lektorat auch beim Self-Publishing zu überlegen. Denn, wenn der Leser gleich auf den ersten Seiten über mehrere Fehler stolpert, vergeht schnell die Lust am weiteren Lesen.

Selfpublishing Duden

Einer unserer Tipps: Der Duden gehört auch beim Self-Publishing dazu, Bildquelle: Regina Kaute, pixelio.de

Bevor Sie Ihr Buch zum Lektorat in andere Hände geben, sollten Sie selbst versuchen, möglichst viele Fehler in Ihrem Text zu finden. Ein Lektor kümmert sich um den letzten Feinschliff und hat nicht die Aufgabe, tausende Rechtschreibfehler zu korrigieren. Informieren Sie sich gerne auch im Lektorat der Leselupe über kostenpflichtige und kostenlose Möglichkeiten eines Lektorats.

2. Werbung ist beim Self-Publishing alles

Sobald das eBook online oder das Buch verfügbar ist, beginnt die Vermarktung in allen denkbaren Literaturforen und sozialen Netzwerken. Der Selfpublisher nutzt jede Möglichkeit, um auf sein neustes Werk hinzuweisen. Häufig erfolgt eine einmalige Anmeldung in einem Autorenforum. In seinem einzigen Beitrag weist man auf seinen neusten Fantasy-Roman hin, unabhängig davon, ob sich das Literaturforum mit dem entsprechenden Genre beschäftigt oder nicht.

Selfpublishing Marketing

Mit dem Marketing sollte man es auch als Selbstverleger nicht übertreiben: Gerd Altmann, pixelio.de

Selbstverständlich muss man sich als Selfpublisher um die Vermarktung des eigenen Buches kümmern, jedoch sollte man hier immer das richtige Maß bewahren. Werben Sie für Ihre Veröffentlichung nur in Literaturforen, wo Sie etabliert sind und man Sie kennt. Einzige Beiträge in fremden Autorenforen sind lästig und bringen kaum zusätzliche Leser.

3. Die Rezension als Freundschaftsdienst

Bekannte und Verwandte sind häufig die ersten Ansprechpartner und Käufer, wenn man ein Buch im Self-Publishing veröffentlicht hat. Wenn diese Ihr Werk schon nicht kaufen, können sie zumindest eine positive Rezension für Ihr Buch schreiben. Diese fällt dann entsprechend allgemein aus, weil man das Buch nicht gelesen hat. Potentiellen Käufern Ihrer Literatur fallen gefakte Kurzrezensionen in diesem Stil schnell auf: „Könnte das Buch beim Lesen nicht mehr aus der Hand legen. Ein wirklich gutes Buch.“

Denken Sie daran, dass nicht jeder dazu geeignet ist, eine Rezension zu schreiben. Fordern Sie zum Beispiel keine Freunde zur Buchkritik auf, welche im Regelfall keine Bücher lesen, sondern die Freizeit vor dem Fernseher oder Computer verbringen. Gefakte Kurzrezensionen werfen ein schlechtes Bild auf Selfpublisher. Dazu dienen diese potentiellen Lesern auch nicht als Kaufentscheidung, weil diese Kritiken zu kurz und allgemein sind.

4. Kritik unerwünscht. Der Selfpublisher hat immer recht

Niemand freut sich beim Self-Publishing über eine negative Rezension. Schnell fühlt man sich persönlich angegriffen und möchte die ungerechtfertigte Kritik zurückweisen. Zahlreiche Online-Shops ermöglichen in ihren Foren eine Erwiderung auf Buchrezension. Schnell kann die „Richtigstellung“ einer negativen Rezension zur einer persönlichen Diskussion mit dem Kritiker führen, die auf andere Leser im Forum peinlich wirkt.

Auch negative Rezensionen gehören zum Alltag eines Schriftstellers. Besonders, wenn Kritik gerechtfertigt ist, sollte man diese ernst nehmen und auch einmal eine Nacht darüber schlafen. Gerade beim Self-Publishing von eBooks hat man Möglichkeit, ganz leicht sein Werk in einer überarbeiteten Auflage in die Online-Shops zu bringen. Nehmen Sie Kritik ernst und überarbeiten Sie bei Bedarf Ihr Werk für den Leser.

5. Nur auf die Länge kommt es an

Viele Menschen kaufen gerne dicke Bücher. Hier erhält man schließlich mehr Lesestoff für sein Geld. Dies gilt auch für eBooks im Self-Publishing. Doch was tun, wenn das eigene Werk nicht die gewünschte Länge hat. Hier kann die Formatierung wahre Wunder bewirken. Mit einer größeren Schrift, mehreren Absätzen und Zeilenumbrüchen kann man einen echten Wälzer als eBook veröffentlichen. Natürlich merkt der Leser auf seinem eBook-Reader schnell, wie es um die wahre Länge des Romans bestellt ist. Ärger ist für den Selfpublisher vorprogrammiert.

Selfpublishing ebook

Es muss kein dicker Wälzer sein, Bildquelle: Christa Nöhren, pixelio.de

Wenn Sie ein kürzeres eBook veröffentlichen, ist dies auch kein Problem. Verkaufen Sie Ihr Werk einfach zu einem angemessenen Preis. Auch beim Schreiben von elektronischer Literatur können Sie sich an der klassischen Normseite (herunterladen) orientieren. So erlebt der Leser später keine bösen Überraschungen.

6. Preissenkungen bei eBooks für kurze Zeit

Bei eBooks ist man nicht an die Buchpreisbindung gebunden, solang man das eigene Werk in allen Online-Shops zum gleichen Preis verkauft. Dies verführt beim Self-Publishing zur einer Preissenkung für kurze Zeit. Ein günstiger Preis ist immer ein probates Mittel, um neue Leser zu gewinnen. Dazu ist das Internet voller Schnäppchenjäger.

Es spricht nichts dagegen, den Preis für Ihr eBook für kurze Zeit zu senken. Jedoch sollte dies für einen bestimmten Zeitraum mit klarem Endtermin erfolgen. Eine Preissenkung beim Self-Publishing über Monate wirkt unglaubwürdig. Anschließende Aktionen wie „Wegen großer Nachfrage verlängert“ fallen dazu negativ auf. Zahlreiche Aktionen im Handel werden heute aufgrund „Großer Nachfrage“ verlängert, was zwangsläufig zu einer Übersättigung bei den Kunden führt.

7. Alles ist anders und trotzdem gleich

Es gibt eine große Anzahl von Vielschreibern bei Selfpublishern. Das Schreiben eines eBook nimmt dort wenig Zeit in Anspruch und schon kann man mit dem nächsten Werk beginnen. Dabei ist die Zahl der eigenen Ideen begrenzt. Jedoch, wann man bei Handlungsverläufen und Charakteren ein wenig variiert, wächst die Zahl der Geschichten ins unermessliche.

Passen Sie auf, dass Sie nicht zum Karl May der Selfpublisher werden. Der sächsische Autor ist bekannt für seine immer gleichen Handlungsverläufe in seinen zahlreichen Romanen. Ohne die geschriebene Texte noch einmal zu lesen, schickte May sein Manuskript sofort an seinen Verleger. Doch ein klassisches Buch wie auch eBook im Self-Publishing braucht seine Zeit und sollte nicht zur Massenware werden.

1. Teil: Mein Buch als Selfpublisher veröffentlichen? Die wichtigsten Self-Publishing-Anbieter im Überblick
2. Teil: Die 7 Todsünden beim Self-Publishing - Was Sie nicht tun sollten!

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