Top 20 Frühlingsgedichte - lang & kurz

Frühlingsgedichte öffnen besonders im März, April und Mai jeden Jahres die Herzen der Menschen. Stöbern Sie hier in den schönsten Frühlingssprüchen der Leselupe - für Kinder, Erwachsene und Senioren. Kurz und lang. Lustig und klassisch.

1
Ein letzter Winter – noch
Ein letzter Winter – noch (meinem Vater gewidmet) Wird dies der letzte Winter sein, Dein letzter Schnee auf kahlen Zweigen? Ich wünsche mir, der Frühling tanzt Mit dir noch manchen Reigen. Wird dies das letzte Treffen sein, Ein letztes Auseinandergehen? Ich wünsche mir, wir können...
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2
Entzünde die Äquinoktien
Duet Entzünde die Äquinoktien Voltigeur ich schreie dir mit Weh von gebrochenen, stimmigen Nächten das Auge und das Ohr der Nacht sind eine blaue Herzüberschwemmung ich bin in der Melodie deiner Seele, in meiner Entfernung in deinem Herz der müden Winde Aufregung... Meyvan die k...
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3
Nachgedacht
Wir saßen in der Baumkrone als sich ein Uhu zu uns gesellte. Er uhute seine Weisen und der nächtliche Wind sang sein Lied dazu. Ihr kennt das...ist einer dieser Momente, wo du im Film abschalten würdest, wo du nur darauf wartest, dass ein stilles Reh vorbeihuscht, plötzlich stehenbleibt und dic...
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4
semper idem
Ich warte auf die Müllabfuhr, die Tonne quillt fast über, ich bin ´ne wahre Frohnatur, der Sommer geht vorüber. Nun wird es Herbst, er dauert an, am Himmel ziehn die Geier, ich warte auf den Weihnachtsmann und drehe an der Leier. Ich warte auf den Hauptgewinn und auf den Stromablese...
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5
Schmorbraten
Schmorbraten Der Frühling naht und die Hormone, die steigen, weil seit Jahren ohne Ehefrau ich leben muss, die alte machte viel Verdruss. Der Drang zum Weibe steigt seit Wochen, vielleicht, so hoff' ich, kann das Kochen die Blonde vom Büro erweichen, mit Essen lässt sich viel erreichen....
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6
13. Februar
Ganz leise Kaum zu hören Kurz bevor Asphalt Von Brücken tropfen wird Hängt über Dächern Schwarze Maskerade Sirenen heulen Dann die Kinder Und ahnen nicht Ahnen nicht Was es bedeutet Wenn ein Christbaum fällt Der Alte Das eine Bein Dem Vaterland geschuldet Sitzt am Ter...
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7
zu mir
auf meinem weg lag eine blume rosenrot jedes blütenblatt ein kleid aus tausend träumen jeder dorn ein kleiner unbewusster tod wie jahreszeiten kam und ging das leben als ich dich sah spielte der herbst dir seine melodie und winter ließ mich frieren durch und durch es war...
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8
Lied im Februar
Wenn es mein letzter Frühling wäre: zu den Pappelkindern ginge ich, an den Weiher. Noch einmal streichelte ich sie. Und ihren Duft, der den Morgen weckte, die Amseln und mich. Auf Handgelenken trüg`ich ihn in Erinnerung. Wenn es mein letzter Sommer wäre: in den Süden zöge ich mit ih...
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9
talwärts
wer will nicht gelegentlich ein baum sein sich selbst schatten spenden verzweigt und verästelt lebensstürmen trotzen jahrhunderte bemoost überdauern und mit efeu berankt nistplätze anbieten am liebsten wär ich auf einem hügel solitär an dem sich wilde pferde scheuern nur kein mischw...
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10
Die Alb am Horizont
Die Alb am Horizont Am Ende hat der Wunsch doch abgenommen, Die Welt, sich selbst, in Gänze zu verstehn. Sie ist nicht wirklich frei zu übersehn: Schon dort, die Alb am Horizont, verschwommen, Die Nebel liegen schwer. Wie war’s hier schön! Die Freude weicht der Angst, und ganz beklo...
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11
Faust (1, 2)
Eine Komödie von [url="http://www.wille.blogspot.com"]Rolf-Peter Wille[/url] in 22 Szenen (Szenen 1-2) I Computerzimmer: Bücherregale. Schreibtisch. Klavier Faust. (geht auf und ab seine eigenen Verse deklamierend) "Ach, mit Wonne durch die Auen, [ 2]Durch die Lü...
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Der Jungbrunnen
Der Jungbrunnen (oder: Der Greis und die Poesie) [ 4]von [URL=http://www.wille.blogspot.com]Rolf-Peter Wille[/URL] Entrückt des Todes trüben Mythen [ 2] entstrauchelte ein Greis der Gruft, [ 2] liebwandelte im Frühling wieder. Verzückt nun streicheln Blicke Blüten, [ ...
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von Hand und zu Fuß
von Hand und zu Fuß Bin den ganzen Sommer entlang gerannt auf Straßen aus Glas so schwarz geschwiegen wie der opiatische Klang von Vinyl Verschob Kulissen hinter ein paar guten Mimen im bösen Spiel Spuckte ein Stückchen Herz in die Hände vorübergehend applaudierend Bin ...
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Klee
Klee Dem Himmel rinnt Grauen die Tage hinab, das Gras gräbt sich Wurzeln, der Winter weht Koffer hinab in den Süden, mein Magen schlägt aus, gleich den Schritten die scheu den deinen nachfolgen. Du hältst noch kurz inne, dann lässt du dich fallen. Die Winde der Nacht fahren in...
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Bilder einer Traumbeseelten
Bilder einer Traumbeseelten Müht euch aus dem Tale, Winde, Pustet Träume in die Nacht, Die der Mond, ach mir dem Kinde, Zärtlich auf den Mund gelacht. Eilt ihr Vögel, mit dem Pickel, Korn und Ähre leuchten gold, Packt den Hagel fest am Wickel, Zockt er mit des Sommers Sold. Kämme ...
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Die Moritat von der Schnecke und dem Gänseblümchen
Die Moritat von der Schnecke und dem Gänseblümchen Auf Nahrungssuche schleicht die Schnecke verstohlen um die Kompost-Ecke und sieht, wie dort im warmen Mist schon jetzt ein Gänseblümchen sprießt, obwohl man sonst und überall erblickt noch stets Schneeflockenfall. Nicht ...
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Das Staunen
Das Staunen Und doch: es bleibt wohl immer da, das leise Staunen, Wenn endlich Frühling kommt und Jugend bringt, das Leben, Wenn alle Pflanzen sich und Tiere Mühe geben, Verrückt die wilden Wetter spielen ihre Launen. Und was auch wird: unbändig ist das leise Beben, Wenn schließlich...
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eingenistet
Jetzt röhrt der Hirsch wieder an deutschen Wänden, verbannt ist rotes Mohnfeld in Acryl, vor Fenstern rüscht sich bieder weißer Tüll und es plüscht braun unter des Fleglers Lenden. Man wohnt jetzt wieder rustikal in Eiche und Wände färbt man schlamm oder oliv, die Waldtapete hebt das...
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Spaziergang an träumerischen Tagen
Wenn mein Blick spazieren geht in deinen Augen - erwacht der Frühling in mir. ...
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20
Wie die Februarsonne
Wie die Februarsonne du schaust wie die Februarsonne dein Gesicht ist ausgeschöpft, wie geplünderte Städte einst verwelkten Rosen im Glanz deiner Augen deine Lippen sangen Lieder der Hoffnung die Flut deiner Augen sammelten Mondlicht ich küsste dein Lächeln wie die Ähre doch ...
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Wenn die Lyrik die Sprache der Blumen spricht...

Kennt nicht jeder das euphorische, kribbelnde Gefühl, das uns ergreift, wenn sich nach einem langen, harten und kalten Winter zum ersten Mal die wärmenden Finger der Sonne durch die grauen Wolken schieben? Natürlich, wenn der Frühling anbricht, erwacht die ganze Welt: Blumen blühen in den prächtigsten Farben, summende Bienen schwirren durch die Luft, Igel erwachen aus dem Winterschlaf... Allein dank der Vorstellung gerät man direkt ins Schwärmen. Diese fast überschäumende Freude hat sich im Laufe der Existenz der literarischen Künste in unendlich vielen verschiedenen Frühlingsgedichten manifestiert, wobei zwar jedes einzelne Frühlingsgedicht auf seine ganz eigene Weise spricht, aber im Kern alle die gleiche Botschaft tragen: Frühling, sei uns willkommen!

Das pure Leben zwischen den Zeilen

Beinahe jeder große Schriftsteller, der sich der Dichtkunst widmete, hat irgendwann im Laufe seiner Karriere ein Frühlingsgedicht oder sogar mehrere verfasst - das beste Beispiel wäre der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der Texte wie `Mit einem gemalten Band` schrieb. Thematisch mögen solche Frühlingsgedichte zwar alle die gleiche Jahreszeit und ihre Eigenschaften behandeln, aber die Vielfalt der bisher entstandenen Verse und Sprüchlein beweist, dass unglaublich großes sprachliches Potenzial in diesem Leitgedanken steckt: Da ist die Rede von den unterschiedlichsten Blumenarten, Spaziergängen zwischen blühenden Kirschbäumen, zwitschernden Vögeln oder auch den letzten Resten des schmelzenden Schnees; flotte kleine Frühlingssprüche bringen den Leser mal verträumt, mal heiter, mal eher zotig dazu, Mütze und Handschuhe zurück in den Schrank zu verbannen, während längere und klassischere Gedichte Frühling wie eine Duftspur aus Vergissmeinnicht ins Haus zaubern. Was macht man also, wenn man in den letzten Monaten schon viel zu viele Schneemännern gebaut hat, die trockene Heizungsluft einfach nicht mehr riechen kann und allein bei dem Gedanken an vereiste Straßen verzweifeln könnte? Was tut man, um etwas von dem frischen, blühenden Leben, das die Zeit im März, April und Mai zu einer der schönsten Etappen des Jahres macht, kosten zu können, obwohl das Thermometer noch immer eisig unter null Grad Celsius pendelt? Frühlingsgedichte lesen natürlich!

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