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  • Ulrike Renk: Das Lied der Störche – Die Ostpreußen Saga, Band 1

    Von hera | 21.November 2017

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    Frederike von Weidenfels stammt aus der ersten Ehe ihrer Mutter, die nun in dritter Ehe mit Erik von Fennhusen verheiratet ist. Die Familie kommt auf Gut Fennhusen zusammen. Weitere Kinder werden geboren. Frederike fühlt sich auf dem Gut sehr wohl, auch wenn sie in der Erbfolge weit hinter ihren Geschwistern steht. Sie genießt die Freiheiten, die ihr hier gewährt werden. Erik behandelt Frederike, als wäre sie seine eigene Tochter. Ab einem gewissen Alter macht Frederike sich Sorgen um ihre Zukunft, auch wenn Ihr Stiefvater ihr versichert, dass sie immer eine Heimat auf Gut Fennhusen haben wird. Frederike bekommt eine gute Ausbildung, die ihr weiterhelfen kann. Aber sie weiß, dass man von ihr erwartet, bald zu heiraten. Sie ist mittlerweile in der Lage ein Gut hauswirtschaftlich zu führen. Ax von Stieglitz ist ein reicher Gutsbesitzer und zudem ein Freund der Familie. Frederike mag ihn schon lange, doch er ist viel älter als sie. Die Mutter redet Frederike sehr eindringlich zu. Doch die junge Frau mag sich nicht verschachern lassen. Die Frage ist nur, ob sie eine Wahl hat.

    Mir gefällt, dass das Buch eine eher ruhigere Lektüre ist. Ich habe es sehr gern gelesen und die Entwicklung der der Familie mit großem Interesse verfolgt. Frederike ist die Hauptperson. Sie ist eine sehr sympathische Person und entwickelt sich im Buch vom Kind zur jungen Frau. Man folgt ihr gerne auf ihrem Lebensweg. Die in den 20er Jahren beginnende Geschichte zeigt das Leben auf einem reichen Gutshof im Wandel der Zeit. Viele geschichtliche Aspekte werden verdeutlich.
    Die Ostpreußen Saga beruht auf wahren Hintergründen, welche die Autorin im Anhang zeigt. Sie hat daraus mit viel Fantasie eine Geschichte entwickelt, die sich tatsächlich so ähnlich abgespielt haben könnte.
    Allerdings fehlen Höhepunkte. Es verläuft doch alles in recht beschaulichen Bahnen. Ich denke aber, das wird im zweiten Band „Die Jahre der Schwalben“ etwas anders. Zumindest lässt das Ende dies vermuten.

    Rezension von Heike Rau

    Ulrike Renk
    Das Lied der Störche – Die Ostpreußen Saga, Band 1
    512 Seiten, broschiert
    Aufbau Taschenbuch
    ISBN-10: 3746632463
    ISBN-13: 978-3746632469
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Historischer Roman |

    Roland Liebscher-Bracht und Dr. med. Petra Bracht: Die Arthrose-Lüge: Warum die meisten Menschen völlig umsonst leiden – und was Sie dagegen tun können

    Von hera | 16.November 2017

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    Arthrose ist eine weit verbreitete Gelenkkrankheit. Nach vielen Jahren mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und der täglichen Einnahme starker Schmerzmittel, scheint irgendwann der einzige Ausweg ein künstliches Gelenk zu sein. Denn der Gelenkverschleiß wird als Ursache für die Schmerzen angesehen. Geht es nach Liebscher & Bracht muss es soweit nicht kommen. Die Ursachen für die Schmerzen liegen nach ihren Erfahrungen meist nicht im Gelenk, sondern im umliegenden Gewebe. Diese Spannungsschmerzen sind demnach selbst antrainiert. Aus dieser Erkenntnis heraus haben Liebscher & Bracht ein Regenerationsprogramm entwickelt, das im Buch vorgestellt wird.

    Der Titel des Buches ist überaus provokativ. Es ist schon erstaunlich, dass die Schulmedizin noch nicht drauf gekommen ist, was wirklich hinter den Arthroseschmerzen steckt. Ich frage mich also, welche genialen Fachleute hinter diesem Programm, das schon nach kurzer Zeit zur Schmerzfreiheit führen soll, stecken. Dr. med. Petra Bracht ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Roland Liebscher-Bracht begann bereits als Kind mit asiatischen Kampf- und Bewegungskünsten und studierte später Maschinenbau. Er hat sich weitreichende Kenntnisse zum Thema angeeignet, ist aber weder Arzt noch Physiotherapeut.

    Im Buch wir ein neues Erklärungsmodell für Arthrose und den damit verbundenen Schmerz aufgezeigt. An den Theorieteil schließt sich dann die Behandlungsmethode an. Im Focus steht nicht das Gelenk selbst, sondern das umliegende Gewebe. Auch an der eigenen Einstellung zum Schmerz und an der Ernährung wird gearbeitet. Anleitungen zur Faszien-Rollenmassage und zu Dehnübungen folgen.

    Im Buch wird nicht nur erklärt, es wird auch sehr offensiv für die Behandlungsmethode geworben. Damit hat man alles gleich alles beieinander und weiß, wo man das speziellen Faszien-Rollmassage-Set, die Übungsschlaufe, das Übungsvideo und die Premium Nahrungsergänzungsmittel bestellen kann. Natürlich erfährt man auch, wie man einen ausgebildeten Therapeuten finden kann. So funktionieren Marketing-Strategien nun einmal! Mich stört diese immer wiederkehrende Form der Werbung in einem Buch doch sehr.

    Ich kann das Erklärungsmodell von Liebscher & Bracht durchaus nachvollziehen. Die Entstehung von Arthrose und Schmerzen wird sehr gut erklärt. Die Gegenüberstellung von eigenen Erkenntnissen und den Erkenntnissen der Schulmedizin ist gut dargestellt. Das daraus entstandene Therapieprogramm überzeugt mich. Und wie die Autoren selbst sagen, sollte man es ausprobieren! Ein künstliches Gelenk muss wirklich die letzte Option sein.

    Rezension von Heike Rau

    Roland Liebscher-Bracht und Dr. med. Petra Bracht
    Die Arthrose-Lüge: Warum die meisten Menschen völlig umsonst leiden – und was Sie dagegen tun können – Mit dem sensationellen Selbsthilfe-Programm
    280 Seiten, Klappenbroschur
    Goldmann Verlag
    ISBN-10: 3442222257
    ISBN-13: 978-3442222254
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Gesundheit, Ratgeber |

    Stéphane Reynaud: 1 Topf und fertig! – schnell, einfach, köstlich

    Von hera | 7.November 2017

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    Mit nur einem Kopf zu kochen, ist sehr bequem, zumal die meisten Rezepte auch weniger Aufwand erfordern. Bei vielen Gerichten im Buch reicht ein Topf dann aber doch nicht aus. Wenn ich beispielsweise ein Biergulasch zubereite, ein Frikassee oder den Weißkohl mit Räucherspeck brauche ich noch eine Beilage wie Reis, Nudeln oder Kartoffeln dazu. Ein weiterer Topf wird nur dann nicht benötigt, wenn Baguette dazu serviert wird.

    Nicht erwartet habe ich auch Dips zu Rohkost, für die ich keinen Topf brauche, oder eine Gemüsetarte, die auf einem Blech gebacken wird. Die Käserezepte passen ebenfalls nicht ins Konzept, auch wenn sie eine schöne Zugabe sind.

    Im Buch sind vor allem Rezepte zu Eintöpfen und Schmorgerichten. Dazu zählen „Kalbfleisch mit Rübchen & Spargel“, „Lachs mit Gemüse & Oliven“, „Meeresfrüchteeintopf“. Interessant ist sicher das „Milchkalb im Heubett“ mit Bio-Heu aus dem Tierhandel. Im Buch gibt es eine schöne Variante Milchreis, aber auch „Buntes Fruchtkompott“ und „Pflaumen in Gewürzwein“.

    Die Gerichte sind sehr abwechslungsreich und enthalten sehr oft Fleisch oder Fisch. Für die Schmorgerichte wird grundsätzlich ein Backofen benötigt. Und für viele Gerichte muss noch, wie schon erwähnt, eine Beilage zubereitet werden. Die Rezeptanleitungen sind meist sehr kurz gehalten. Der Aufwand hält sich also in Grenzen. Zu jedem Rezept gibt es ein ganzseitiges Foto. Hier wird meist das Gericht roh oder fertig im Topf gezeigt. Das sieht sehr appetitlich aus.

    Insgesamt gefällt mir das Buch ausgesprochen gut, auch wenn es dem Titel nicht ganz entspricht. Ein gutes Schmorgericht ist immer ein Genuss und kann auch als Sonntagsbraten oder wenn Gäste das sind serviert werden. Dazu kommen die vielen kleinen Rezepte, die sich auch gut als Vorspeise eignen. Wer möchte, kann ein komplettes Menü zusammenstellen. Es bleibt ja etwas Zeit, während das Hauptgericht im Ofen schmort.

    Rezension von Heike Rau

    Stéphane Reynaud
    1 Topf und fertig! – schnell, einfach, köstlich
    Fotos von Marie Pierre Morel
    312 Seiten, gebunden
    Dorling Kindersley Verlag
    ISBN-10: 3831033609
    ISBN-13: 978-3831033607
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Kochbuch |

    Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif: Hier wächst nichts – Notizen aus unseren Gärten

    Von hera | 3.November 2017

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    Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif sind Gartengestalter. Sie wissen um die Freuden, Sorgen und Nöte der Gartenbesitzer. Was die Sorgen und Nöte betrifft, dürfte es diese nicht geben, wenn man die Vielzahl an Gartenratgebern, Gartenzeitschriften und Garten-Fernsehsendungen bedenkt, die für einen schönen Garten werben, der fast keine Arbeit macht und nur Vergnügen ist. Wer gerne mal über den Gartenzaun anderer schaut und in die hinteren Ecken seines eigenen Gartens weiß, dass das nicht ganz der Realität entspricht.

    In „Hier wächst nichts“ werden entsprechende Themen auf satirische Art und Weise betrachtet. Man sieht das schon am Titelbild, das aufzeigt, welche Probleme im realen Gartenleben existieren. Wie ein gepflegter Rasen zu erreichen ist, nämlich gar nicht, wird natürlich erwähnt. Auch die Sache mit dem angeblich perfekten Komposthaufen, der feine Erde produziert, wird nicht ausgespart.

    Natürlich gibt es auch Themen, die sich jenseits des Gartens abspielen. Ein schönes Beispiel ist das Straßenbegleitgrün. Der Blick für wahrhaft gelungene Arrangements wird geschärft. Auch Zwischenmenschliches spielt eine Rolle: zwischen Ehepartnern, Eltern und Kindern und Auftraggeber und Gartengestalter.

    „Hier wächst nichts“ ist, wie ich finde, ein sehr übertriebener Titel. Jeder weiß, dass immer irgendetwas wächst. Giersch zum Beispiel!

    Hingewiesen werden soll auch noch auf die Bilder im Buch. Solche sind in keinen Gartenratgeber zu finden! In Wort und Bild beschrieben werden auch innovative Neuzüchtungen wie die „Venusfliegenfalle „Vegan Star“ und die gewaltfreie „Pyracantha Softdorn“ mit biegsamen Dornen, die sich bei Berührung auch noch bereitwillig zurückziehen.

    Und wer jetzt immer noch überlegt, ob er sich das unterhaltsame Buch zulegen sollte oder nicht, den möchte ich darauf hinweisen, dass es leicht verdaulich ist. Es ist glutenfrei und enthält wertvollen ungesättigten Humor aus zertifiziertem Raubbau. Das ist auf dem Buchrücken nachzulesen und deshalb nicht anzuzweifeln!

    Rezension von Heike Rau

    Jörg Pfenningschmidt und Jonas Reif
    Hier wächst nichts – Notizen aus unseren Gärten
    192 Seiten, gebunden
    Verlag Eugen Ulmer
    ISBN-10: 3818600007
    ISBN-13: 978-3818600006
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    Elena Lappin: In welcher Sprache träume ich?

    Von Claudine Borries | 3.November 2017

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    Wächst ein Mensch in unterschiedlichen Ländern, Orten und Sprachstationen auf, kann man möglicherweise nicht mehr festmachen, welches die (Mutter)- Sprache oder der Ort der Verwurzelung ist.

    So erging es Elena Lappin. Geboren wurde sie 1954 in Moskau. Mit 4 Jahren zog sie mit ihrer ledigen Mutter zum zukünftigen Mann der Mutter nach Prag. Von dort wechselte die Familie 1970 nach Deutschland. Später folgten Kanada, USA und Israel. Jetzt lebt die Schriftstellerin mit ihrer Familie in London. Ihre Mutter studierte Geographie, der Vater ist Schriftsteller und Übersetzer literarischer Werke.

    In Moskau lebten die Großeltern und Urgroßeltern von Elena. Ihre junge Mutter erscheint selbstständig und selbstbewusst. Als sie zu ihrem künftigen Mann nach Prag zieht, nimmt er das Kind als eigenes an. Sie bilden nun eine kleine, glückliche Familie. Ihr leiblicher „Vater“ ist Amerikaner, doch diese Verbindung war nicht von Bestand. Spät erst erfährt Elena, dass sie einen anderen Vater hat als den von ihr sehr geliebten bisherigen. Ihre Eltern bekamen 1960 noch einen gemeinsamen Sohn, der als Schriftsteller Maxim Biller bekannt ist.

    In Elenas Familie gab es viele Merkwürdigkeiten, und es ist gar nicht so schnell zu verstehen, wer da alles mit wem verheiratet war und wann und woher man eigentlich kam.

    Die zahlreihen Länderwechsel spiegeln die Geschichte der russischen und sowjetischen Ära wieder. Juden wurden wie immer und überall als Außenseiter betrachtet. In Moskau herrschte die Nach-Stalinära, und in Prag ereignete sich 1968 der so genannte Prager Frühling. Der Aufstand wurde bekanntlich von russischen Truppen niedergeschlagen.

    Infolge der vielfältigen politischen Bedrohungen zog die Familie 1969 nach Hamburg.

    Zu Russisch und Tschechisch wurde nun Deutsch zur Heimatsprache. Doch war Deutschland Heimat für die entwurzelte Familie?

    Temporeich, sprühend vor Neugierde und Lebenslust bewegt sich Elena Lappin durch die Stationen ihres Lebens. Sie trifft überall Menschen, zu denen sie sich hingezogen fühlt und schließt schnell gute Freundschaften. Nach Hamburg bricht sie zum eigenen Leben nach Israel auf, wo sie ihren Mann kennenlernt. Sie heiraten und bekommen Kinder. Einmal leben sie in Tel Aviv, dann wieder in Kanada, erneut in Haifa, dann USA und zuletzt England. Nicht alle Sprachen können den Kindern nach den vielen Wohnortwechseln erhalten bleiben.

    Die Verständigung mit den russischen Verwandten bleibt auf der Strecke.

    Elena Lappin wird eine selbstständige, agile und leidenschaftliche Literaturliebhaberin.

    Sie schreibt, dichtet und arbeitet als Journalistin.

    Die Biographie richtet den Fokus zum Ende hin immer mehr auf Sprachen und Dichtung. Wo findet man sich zu Hause? Wo lebt man am liebsten? Welche Rolle spielen Sprachen für das eigene Leben und Gedeihen?

    Die Familie ist wichtig, und für ihre Biographie interessiert sich Elena immer mehr für die weitverzweigten Familienbindungen, die nach Russland und Amerika weisen. Der leibliche Vater tritt in Erscheinung, und wieder tun sich neue Familienzweige auf.

    Die Suche nach Familie und Zugehörigkeit bestimmen richtungsweisend die Erzählung und lassen ahnen, wie sehr Familie zum Bestimmungsort der eigenen Identität wird.

    Die Lebenserinnerungen sind lebendig, warmherzig und mit Herzblut geschrieben.

    Hier gibt es kein kleinliches Miteinander. Die Verbindungen und der Umgang untereinander lassen auf einen gebildeten, liberalen und wohlwollenden Geist schließen. Zeigen sie doch ein weltoffenes und tolerantes Familienklima. Dass die Wanderungen der Familie auch politisch mit verursacht sind, ist exemplarisch für das traurige Schicksal unser aller geschichtlichen Vergangenheit.

    Man liest diese Lebenserinnerungen als Zeitdokument mit hohem Interesse.

    Elena Lappin
    In welcher Sprache träume ich?
    352 Seiten, gebunden
    Kiepenheuer&Witsch, September 2017
    ISBN-10: 3462050451
    ISBN-13: 978-3462050455
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    Jens Henrik Jensen: Oxen – Das erste Opfer

    Von hera | 31.Oktober 2017

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    Niels Oxen ist ein ehemaliger Elitesoldat, der für seine besondere Tapferkeit viele hochrangige Auszeichnungen erhalten hat. Aber diese Zeit ist vorbei. Nach dem Militärdienst ist er traumatisiert und schafft es kaum, wieder Fuß zu fassen. Mit seinem Hund Mr. White zieht er in den Wald, um endlich Ruhe zu finden.

    Der Plan geht allerdings nicht auf. Ein nächtlicher Streifzug zum Schloss Nørlund wird ihm zum Verhängnis. Der ehemalige dänische Botschafter Hans-Otto Corfitzen ist hier durch Folter zu Tode gekommen. Sein Hund, was zunächst unbedeutend erscheint, wurde erhängt. Kommissar Grube ermittelt. Auch der Inlandsgeheimdienst mit Axel Mossman rückt an. Oxen wird nicht direkt verdächtigt, aber er wird gebeten, sich inoffiziell an der Klärung des Falls zu beteiligen. Er ist der richtige dafür, denn hier wird jemand gebraucht, der nicht davor zurückschreckt, sich außerhalb des Gesetzes zu bewegen. Als Oxen seinen Hund erhängt auffindet, erklärt er sich einverstanden. Er geht damit ein hohes Risiko ein. Tatsächlich bleibt es nicht bei dem einem Todesopfer.

    Der Autor schreibt flüssig und legt von Anfang an ein ordentliches Tempo vor. Der Thriller ist undurchsichtig, aber die Vorkommnisse treiben die Spannung auf die Spitze. Oxen zeigt sich nicht als Superheld, aber seine Fähigkeiten sind natürlich von Vorteil. Schließlich kristallisiert sich ein mögliches politisches Motiv für die Morde heraus. Doch es ist schwer, Beweise zu finden. Sie zu sichern, ist noch viel schwieriger. Ein unvorstellbar heftiges Machtspiel entwickelt sich. Es ist schon interessant, wie Zusammenarbeit geheuchelt wird, während der eine den anderen belügt, hintergeht und überwacht. Und jeder glaubt, er ist der Schlauste. Zusammen mit der Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck, deren Loyalität sich schlecht einschätzen lässt, kommt Oxen schließlich einem Geheimbund auf die Spur, der scheinbar über Leichen geht.

    Der Thriller ist ausgesprochen interessant und überaus fesselnd! „Oxen – Das erste Opfer“ ist der Auftakt einer Trilogie. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

    Rezension von Heike Rau

    Jens Henrik Jensen
    Oxen – Das erste Opfer
    Aus dem Dänischen von Frederike Buchinger
    464 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423261587
    ISBN-13: 978-3423261586
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    Annie Ernaux: Die Jahre

    Von Claudine Borries | 25.Oktober 2017

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    Die 1940 geborene Annie Ernaux erzählt in ihrer hier vorliegenden Biographie „Die Jahre“ zunächst ausführlich über ihre Kindheit und Jugend in Frankreich in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Lebenserinnerungen reichen weit bis zum Ende des Jahrhunderts und darüber hinaus.

    Sie schreibt ihre Biographie nicht in der Ichform, sondern verfremdet. Von „dem Mädchen“ oder „der Frau“ ist die Rede. Es geht um Bilder in Worten, in denen sie ein Gesellschaftsbild über ein halbes Jahrhundert vor uns ausbreitet.

    Mit treffend und sprachgewaltig formulierten Sätzen, prägnant und genau, fängt sie die Atmosphäre einer ganzen Generation ein. In Frankreich sieht das genauso aus wie in Deutschland. Man spielt in der Kindheit die gleichen Kinderspiele wie Ringlein du musst wandern, Plumpsack oder Hinkelkästchen. Man hatte wenig zu essen, und es gab Läuse und zahlreiche andere mehr oder weniger dramatische Kinderkrankheiten. Fernsehen gab es noch nicht, aber die Erwachsenen sprachen viel von der Vergangenheit. „In den Erzählungen der Vergangenheit gab es nichts als Hunger und Krieg.“ (S. 23)

    Man benutzte Plumpsklos und erfreute sich an den kleinen Dingen des Alltags. „Man lebte in der Nähe der Scheiße. Und machte Witze darüber.“ (S. 39) Man hörte Schlager und wünschte sich als Kind, nur schnell erwachsen werden zu können. „Wenn jemand starb, konnte uns das nichts anhaben“ (S.33) Im Flüsterton nur wurde über Dinge gesprochen, von denen die Erwachsenen nichts wissen durften.

    Die katholische Kirche spielt eine zentrale Rolle, und dass „Lehrer und andere Gebildete nicht an Gott glaubten, war eine Anomalie.“ (S.46)

    Später folgen die Studienjahre, Sex und andere Fragen, die die Autorin und ihre Altersgenossen von den Themen der Elternhäuser entfernen. Die Suche nach der eigenen Identität spielt eine raumgreifende Rolle. Sartre, Camus und Simone de Beauvoir begeistern die intellektuelle Jugend.

    Weiter geht es durch die Jahre des Wandels in der Moral und mit der Rebellion der 68ziger.

    Man studiert, bekommt Kinder, Ehe und Scheidungen schließen sich an.

    Die Erzählung folgt dem Lauf der Jahre mit den eigenen Veränderungen und der neuen Rolle zwischen Eltern und Kindern. Freiheit und Gleichheit werden gelebt. Das Alter oder der Tod betrifft die „Älteren“ nicht aber einen selber.  Leider lässt sich auf Dauer nicht leugnen, dass das Älterwerden in mentaler und physischer Hinsicht ein unaufhaltbarer Prozess ist, der niemanden verschont! Auch das wird vermerkt.

    Geschichtliche Veränderungen und Ereignisse bringen neue Kriege und Unruheherde in die Welt.

    In distanziertem Stil wird ein Zeitkolorit entworfen, das seinesgleichen sucht: treffend und genau, witzig und humorvoll werden die Lebensabschnitte abgehandelt.

    Die verfremdete Form, mit der die Autorin über ihre Vergangenheit berichtet, gibt dem Ganzen eine Allgemeingültigkeit, die ihre Aufzeichnungen wirklich denkwürdig machen.

    Wer in dieser Zeit Kind und Heranwachsender war, wer die Jahre bis zur Jahrtausendwende erlebt hat, wird alles genauso beschrieben finden, wie es war.

    Der Bericht rührt an die eigenen Gefühle und Erinnerungen. Damit bietet er einen Wiedererkennungswert, der anrührend ist. Der letzte Satz lautet “Etwas von der Zeit retten, in der man nie wieder sein wird“. Das ist es!

    Annie Ernaux lebt in Frankreich und ist vielfach ausgezeichnet.

    Annie Ernaux
    Die Jahre
    255 Seiten, gebunden
    Suhrkamp Verlag, Auflage 2, September 2017
    ISBN-10: 3518225022
    ISBN-13: 978-3518225028
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    Kay-Henner Menge: Kochen mit dem Spiralschneider – Kay-Henner Menge Kochen mit dem Spiralschneider – Leicht, bunt & gesund – frische Rezepte für Gemüsenudeln

    Von hera | 23.Oktober 2017

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    Bis jetzt ist der Trend mit den Gemüsenudeln an mir vorübergegangen. Es wird also Zeit! Die Box ist sehr praktisch. Sie enthält einen Spiralschneider und ein Buch mit Rezepten.

    Zunächst wollte ich natürlich wissen, ob der Spiralschneider gut funktioniert. Es soll ja so einfach wie Bleistiftspitzen sein. Es gibt zwei Schneider, für eine dünne und eine etwas dickere Breite der Gemüsenudeln. Ich habe Möhren, Zucchini, Gurke und Pastinake ausprobiert. Man muss ein bisschen gucken, welche Dicke das Gemüse hat. Sieht man sich den Spiralschneider an, lässt sich das aber gut abschätzen. Für Gurke und Zucchini habe ich sehr viel Fingerspitzengefühl gebraucht. Möhre geht mit etwas Kraftaufwand sehr gut. Die Pastinake ist aufgrund ihrer harten Fasern schwieriger. Leider bleibt viel übrig vom Gemüse, auch wenn der Fingerschutz verwendet wird. Zu beachten ist noch, dass die Gemüsenudeln, die ja eher flach wie Bandnudeln sind, nicht zu lange gekocht werden. Sie zerfallen sonst schnell in kleine Stücke.

    Im Buch sind vegetarische Gerichte und solche mit Fleisch, Fisch & Co. versammelt, aber auch Snacks und Salate. Zu finden sind klassische und fantasievolle Rezepte, darunter Zughetti mit „Tomaten und Basilikum-Pistazien-Pesto“, „Italienische Gemüsesuppe mit Parmesanknusper“, „Kabeljau auf Möhren-Pastinaken-Nudeln“, „Asiatische Rettichnudelsuppe mit Brokkoli & Hackbällchen“, „Griechischer Gurkennudelsalat“ und „Eingelegtes Gemüse auf Viererlei Art“.

    Insgesamt sorgt das Kochbuch für viel Abwechslung beim Essen. Wer Kohlenhydrate sparen will, hat die Möglichkeit dazu. Herkömmliche Nudeln können ganz einfach durch Gemüsenudeln ganz oder teilweise ersetzt werden.

    Die Rezeptanleitungen sind sehr übersichtlich gestaltet und gut nachvollziehbar. Es gibt sehr viele ansprechende Fotos, sodass man eine gute Vorstellung vom jeweiligen Gericht bekommt. Insgesamt gibt es über 30 Rezepte. Das ist eine überschaubare Anzahl, die auch Kochanfänger nicht überfordert. Davon abgesehen, ist die Box mit Kochbuch und Spiralschneider auch ein schönes Geschenk.

    Rezension von Heike Rau

    Kay-Henner Menge
    Kochen mit dem Spiralschneider
    Leicht, bunt & gesund – frische Rezepte für Gemüsenudeln
    Box mit Buch (64 Seiten, broschiert) und Spiralschneider
    Südwest Verlag
    ISBN-10: 3517096415
    ISBN-13: 978-3517096414
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    Gesa Schwartz: Scherben der Dunkelheit

    Von hera | 20.Oktober 2017

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    Anouk ist 16 Jahre alt, als sie das erste Mal alleine Urlaub machen möchte. Sie wird das Haus ihrer Tante hüten, die in einigen Tagen mit ihrer Tochter verreist. Das kleine Dorf, das viele ruhige Stunden verspricht, liegt in der Bretagne. Spannung kommt auf, als der Dark Circus in der Stadt haltmacht. Es ist ein geheimnisvoller Zirkus. Die Darbietungen sind voller Magie und unglaublich fesselnd.

    Hier offenbart sich für Anouk eine andere Welt, die sie gefangen nimmt. Es gibt kein Entrinnen. Nichts ist hier real. Alles verschwimmt. Für Anouk hat der Dark Circus keine Zukunft. Sie will, genau wie andere Artisten auch, keine Gefangene sein, die der realen Welt den Rücken kehrt.

    Doch der, der hier das Sagen hat, ist mächtig. Der böse Clown Masrador hat einen Fluch verhängt, der keine Flucht möglich macht, außer man bricht diesen. Gemeinsam mit dem mysteriösen Zauberer Rhasgar, dem Herrn der Spielgel, lotet Anouk die Möglichkeiten aus. Dabei verliebt sie sich in ihn. Doch Rhasgar, der die Beschützerrolle übernimmt, gibt sich unnahbar.

    Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil. Ihre Sprache ist gewaltig bildhaft. Man wird förmlich hineingerissen in die Handlung, die von Anfang an von Dunkelheit, Magie und Fantasie bestimmt wird. Einer wirklich unglaublichen Fantasie, die sich in jedem Wort widerspiegelt. Es ist fast ein bisschen zu viel! Die Autorin lässt ihren Lesern keine Zeit zum entspannten Luftholen.

    Die Figuren wirken sehr lebendig und auch unheimlich wirklich. Ihre Vorstellungen in der Manege sind unglaublich faszinierend. So etwas hat man noch nicht gesehen! Doch hinter allem steckt auch die Macht Masradors.

    Wie kann ein solches Buch enden? Es gibt eine überraschende Wende, so viel kann ich sagen. Vorhersehbar war ein Ende in dieser Form für mich aber nicht. Es wirkt nicht ganz stimmig und zu abstrakt.

    Rezension von Heike Rau

    Gesa Schwartz
    Scherben der Dunkelheit
    592 Seiten, gebunden
    cbt, München
    ISBN-10: 3570164853
    ISBN-13: 978-3570164853
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    John Williams: Nichts als die Nacht

    Von Claudine Borries | 17.Oktober 2017

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    John Williams gewann mit seinem 1967 geschriebenen Roman „Stoner“ in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als er neu entdeckt wurde, Ruhm, Ehre und eine Fangemeinde.

    Jetzt ist im dtv Verlag sein Debütroman „Nichts als die Nacht“ erschienen. Es handelt sich um eine Novelle, die geheimnisvoll und düster die Geschichte von Arthur Maxley erzählt. Er lebt in San Francisco, und die Straßen und Bars der Stadt bieten den Rahmen der Erzählung. Die Ereignisse umfassen nur eine Nacht.

    Der junge Mann wird getrieben von Dämonen. Er wird überschwemmt von Erinnerungen, fast immer bedrohlich, unterbrochen von zarten und liebevollen Erinnerungen an eine entrückte Mutter, in deren Armen er Sicherheit und Geborgenheit fand. In früherer Zeit ist etwas geschehen, das, angedeutet und flüchtig nur, gleichzeitig allgegenwärtig zu sein scheint.

    Die Mutter ist tot, der Vater entschwunden. Max hat schwerste Zeiten hinter sich, in denen er in wilden Ängsten und Visionen schwebt. Überwältigt von Gefühlen gibt der Protagonist zu verstehen, wie ihn die Welt außerhalb seines Zimmers ängstigt und, ja auch anekelt. Er gibt sich seinen Träumen hin, erkennt den Himmel und die Sterne und lebt in tiefer Einsamkeit.

    Eingelullt von seinen unwirklichen Visionen geht er durch Himmel und Hölle. Den Himmel verkörpert die tote Mutter, die Hölle besteht in der Gegenwart, in der er als Müßiggänger seinen nebulösen Vorstellungen erliegt. Hat die Mutter auf den Vater geschossen und sich selbst gleich danach umgebracht? Wo ist der entschwundene Vater?

    Ein Treffen mit ihm verläuft kühl und ohne gegenseitiges Verständnis. Der Vater bleibt innerlich und äußerlich fern.

    Fast alle Erfahrungen seines vergangenen Lebens erscheinen nebulös und diffus. Eine unruhige Sehnsucht nach Liebe und Sex bricht sich Bahn, und man weiß nicht, ob er träumt oder wacht. Er erlebt gequält und nur halb wach die Begegnung mit einem Freudenmädchen. Das Abenteuer endet tragisch.

    William Stoner hat diese Novelle verfasst, als er 1940 mit 22 Jahren im zweiten Weltkrieg mit einem Flugzeug in Burma abgestürzt war. Er lag lange im Lazarett und hat in seinen dunklen Träumen versucht, sich mit dem allgegenwärtigen Tod auseinanderzusetzen.

    Das Ergebnis ist dieses Erstlingswerk, das er lange bei keinem Verlag unterbringen konnte. Es zeugt bereits jetzt von seiner sensiblen Beobachtungsgabe und dem psychologischen Feingefühl seines späteren Romans “ Stoner“. Die poetische Kraft der Sprache und das fast surreal anmutende Geschehen bieten einen Einblick in seine Begabung. Misstrauen und verhaltene Melancholie im Wechsel mit Lust und Leidenschaft prägen dieses Werk, das in seiner Düsternis einmalig ist. Hier gibt es keine Hoffnung auf ein besseres Leben oder Erlösung aus der Einsamkeit. Man ist betroffen von dieser melancholischen und tief empfundenen Gefühlswelt.

    1994 ist John William gestorben. Er war Lektor und Universitätsdozent. Seine Werke kamen erst posthum zu Ehren.

    John Williams
    Nichts als die Nacht
    160 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft, September 2017
    ISBN-10: 3423281294
    ISBN-13: 978-3423281294
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