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  • Anne Sanders: Sommer in St. Ives

    Von donkelmann | 28.Juni 2016

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    „Her name was Lola, she was a showgirl.“ Diesen Spruch hat Lola, die Protagonistin dieses Romans, schön öfters gehört. Aber aus dem Mund von Chase Bellamy klingt er doch etwas anders.

    Sommer, Sonne, Strand und Meer, dazu Meeresrauschen, Möwengeschrei, kieloben liegende Boote und eine Bildergalerie neben der anderen. Wenn dies auch etwas nach Klischee klingen mag, so ist das vielleicht nur in dieser Rezension so, denn in dem Roman beschreibt die Münchner Autorin sehr fein und mit viel Liebe zum Detail die Straßenzüge von St. Ives, die Landschaft von Cornwall und das Leben in diesem Landstrich. Bei den Lesern passende Bilder im Kopf hervorzurufen (Ich muss rot sein wie ein italienischer Kleinwagen.), fällt ihr leicht. Einfach zurücklehnen und die Bilder genießen, sollte zumindest beim Hörbuch gut funktionieren. Beim Lesen schweift man schnell vom Text ab und verliert sich in der cornischen Region.

    Worum geht es in diesem Roman? Vor einem Jahr ist Großvater verstorben. Großmutter Elvira hat die Tochter Samantha samt Schwiegersohn Ben und den Enkelkindern Lynda, Lola und Luca an den Ort eingeladen, der für ihr eigenes Leben so prägend war. Noch im Flugzeug gehen alle davon aus, dass es sich um ein kleines Cottage handeln wird, in dem sie sich die nächsten sechs Wochen vergnügen dürfen, obwohl manchen von ihnen die Arbeit im Nacken sitzt. Doch dann werden sie bei ihrer Ankunft von einem großen Herrenhaus auf den Höhen überrascht. Die Großmutter erwartet sie schon, denn sie war wegen irgendwelcher Vorbereitungen eine Woche früher nach Cornwall gereist.

    Am ersten Tag wundert sich die Familie, dass sich Großmutter für den ganzen Tag über verabschiedet und erst am Abend wieder alle treffen werde. Noch dazu in einem Pub unten im Ort zu einem Konzert. Nun gut, alle wissen, dass Großmutter hin und wieder ein Klassikkonzert besucht. Um so überraschter sind sie, als sich herausstellt, dass es sich um ein Rockkonzert handelt. Die Familie versteht die Großmutter nicht mehr. Als nach dem Konzert der Gitarrist und Frontmann Sam Watson auf den Tisch der Familie zukommt, kommt es noch dicker …

    Anne Sanders hat diesen Roman im Sprachspiel eines Tagebuches angelegt. Die sechsundzwanzigjährige Protagonistin Lola plaudert und plätschert ihre Erlebnisse so locker, als würde sie sie ihrem Tagebuch anvertrauen. Manchmal etwas zu locker, denn die Figuren sagen nichts, vielmehr quietschen, krächzen, schreien, quieken, quäken, brummeln und murmeln sie. Murmeln vor allem. Der Spannung und guten Laune beim Lesen kommt das aber nicht in die Quere. Auch der reichlich enthaltene Konfliktstoff, den die Familienmitglieder mit sich herumtragen, lässt keine wirklich düstere Stimmung aufkommen. Das gelegentlich schlechte Wetter in St. Ives sorgt ebenso wenig für Unbehagen, verbergen sich darin doch so manch spaßige Überraschungen.

    Sander erzählt auf geschickte Weise gleich zwei Liebesgeschichten, die der Protagonistin Lola und die ihrer Großmutter Elvira. Sie erzählt von schwierigen Verhältnissen, welches die Frauen dieses Romans mit ihren Müttern hatten, und stellt dar, dass jede Generation mit ähnlichen Problemen zu tun hat und doch jeder seinen eigenen Weg gehen muss. Während die Hauptgeschichte von Lola selbst in der ersten Person erzählt wird, so erschließt sich die Geschichte der Großmutter über Rückblenden, die in der dritten Person erzählt werden. Stück für Stück setzt sich ein riesiges Familienpuzzle zusammen.

    Ein rundum lesenswerter Roman für viel Sonne und Wärme im Herzen, der sich nach der letzten Seite nur schwer zuschlagen lässt.

    Sanders, Anne
    Sommer in St. Ives
    Blanvalret Verlag, München
    ISBN 9783764505462

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2016
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Belletristik |

    Christa Bernuth: Die Nacht in dir

    Von hera | 24.Juni 2016

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    Der Junge ist vom Glockenturm gesprungen. Es scheint ein Selbstmord zu sein. Doch im Landschulheim wird viel vertuscht. Darauf wird Kommissarin Sina Rastegar auf mysteriöse Art und Weise aufmerksam gemacht. Und auch ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass noch viel mehr nicht stimmt. Doch sind ihr die Hände gebunden, weil es keine Beweise für einen Mord an dem Schüler gibt.

    Lukas Salfeld, ein verurteilter Mörder, hat seine Strafe abgesessen. Seine Schuld, auch wenn es Tod auf Verlangen war, bleibt bestehen. Er ist weiter in psychologischer Behandlung und wird von der Polizei überwascht. Sina Rastegar überzeugt sich immer wieder selbst von seinem Zustand. Sie glaubt, er habe sich im Griff. Salfeld könnte die Polizei außerdem zu seinem Sohn Leander führen, der ein gesuchter Serienmörder ist.

    Rastegar weiß, dass Salfeld sich wegen seiner Veranlagung gut in einen raffinierten Mörder hineinversetzen kann. Und so schleust sie ihn als Hausmeister in das Nobelinternat mit dem Glockenturm ein. Doch was dann zusammenkommt, war nicht zu erwarten. Es entwickelt sich ein kompliziertes Spiel, bei dem ein raffinierter Mörder seine blutigen Fantasien verwirklicht.

    Der Thriller ist von einer unheilvollen Stimmung durchzogen, schließlich treibt ein skrupelloser Mörder sein Unwesen. Mit Sina Rastegar und Lukas Salfeld entsteht ein sehr zweifelhaftes Ermittlerteam. Dass ein verurteilter Mörder einer Polizistin zuarbeitet ist doch sehr ungewöhnlich und ich habe von Anfang an nicht daran geglaubt, dass dies gutgehen kann.

    Die Autorin schreibt ausgesprochen gut und sehr lebendig. Aber ihre detailreichen Schilderungen der Morde gingen mir etwas zu weit. Man wird zum Glück schnell durch eine spannende Ermittlungsarbeit abgelenkt. Das Buch ist schon ein bisschen anders als „Das Falsche in mir“. Hier ging es erstmals um Lukas Salfeld. Diesmal ist die Handlung sehr viel emotionaler und gefühlsmäßig sehr viel derber. Sinar Rastegar wird beruflich und privat dargestellt. Man hat als Leser die Empfindung, direkt Anteil zu haben. Das ist makaber, aber es hat auch seinen Reiz. So wird man hingelenkt bis zum unglaublichen Ende des Buches.

    Rezension von Heike Rau

    Christa Bernuth
    Die Nacht in dir
    Thriller
    416 Seiten, Klappenbroschur
    Deutscher Taschenbuch Verlag
    ISBN-10: 3423261072
    ISBN-13: 978-3423261074
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Krimi und Thriller |

    Robin Black: Porträt einer Ehe

    Von Claudine Borries | 20.Juni 2016

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    Nichts eignet sich so sehr zum Thema eines Romans wie das Porträt einer Ehe.
    Sind es doch die immer gleichen Ereignisse, die uns Menschen während eines langen Lebens bewegen.

    In diesem Roman finden sich zwei Künstler zusammen, die auf lange gemeinsam verbrachte Jahre zurückblicken. Sie sind aus Philadelphia aufs Land gezogen. Owen ist Schriftsteller, und Augusta, genannt Gus, malt. Kinder wollten sie zuerst nie, und als sie daran dachten, bekamen sie keine mehr.

    Gus hatte noch in Philadelphia eine heiße Affäre mit Bill, dem Vater einer ihrer Malschülerinnen. Sie hat sich Owen offenbart, weil sie nicht mit einer Lüge leben wollte. Die Wunde bei ihrem Mann sitzt tief, und beide haben allerhand zu tun, um diesen gravierenden Zwischenfall und Vertrauensbruch zu verwinden.

    Nun leben sie ein zurückgezogenes Leben auf dem Land. In einem alten Farmhaus haben sie sich eingerichtet. Sie sind nicht gläubig und leben gegen den Mainstream. Doch gewisse Formen geben Halt, und so haben sie sich eigene Rituale zugelegt: wo sie wann, wie und was z.B. feiern werden.

    Doch in die selbst gewählte Stille und kontemplative Ruhe bricht eines Tages eine Nachbarin ein. Auch sie ist Malerin und sucht Ruhe und Alleinsein nach einer langjährigen desaströsen Ehe. Alison hat eine Tochter, die erwachsen geworden ist und das Elternhaus verlassen hat.

    Alison und Gus, die beiden Malerinnen, freunden sich an, und man ist gespannt, wie sich das Dreiergrüppchen mit Owen dazwischen arrangieren wird. Wie zu vermuten ist, kann das nicht lange gut gehen.

    Warum ist diese Geschichte so reizvoll für den Leser?

    Nun, es ist das geruhsame Landleben und die prickelnde Versuchung neuer Gemeinsamkeiten, die mit Alison in das Leben von Owen und Gus getreten ist. Einmal trifft man sich zu einem Glas Wein, dann wieder ist es ein Abendessen, das man mit einander verbringt. Die Frauen beginnen, sich kleine Geheimnisse aus ihrem Eheleben mitzuteilen, was am Ende nicht zum Guten gereicht.
    Mit ihren diffizilen Querverbindungen unter den verschiedenen Protagonisten steigert Robin Black die Geschichte zu einer Erzählung, die mit einem unerwarteten Ende aufwartet.
    Das psychologische Feingefühl der Autorin lässt uns glauben, dass genau solche Ereignisse im wirklichen Leben und quer durch alle Schichten passieren könnten. Da vermischen sich Missverständnisse mit Lug und Betrug und Eifersucht mit Versuchung. Robin Black gewährt uns Einblicke in die sensibelsten Empfindungen ihrer Protagonisten.

    Die Erzählung verläuft zunächst in einem ruhigen Strom von Beschaulichkeit und Einkehr, um dann an Fahrt aufzunehmen. Genauso aber spielt das Leben: unerwartete Wendungen passieren ohne unser Zutun, und alle guten Vorhaben mögen zunichtewerden, wenn der Zufall als Schicksal in Erscheinung tritt. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte mit nicht zuletzt kriminellem Einschlag ist Robin Black mit diesem Roman gelungen.

    Robin Black
    Porträt einer Ehe
    320 Seiten, gebunden
    Luchterhand Literaturverlag, Mai 2016
    ISBN-10: 3630873227
    ISBN-13: 978-3630873220
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    Sacha Batthyany: Und was hat das alles mit mir zu tun?

    Von Claudine Borries | 17.Juni 2016

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    Sacha Batthyany kommt eines Tages darauf, seiner Familiengeschichte nachzugehen, die in ihrer Entstehungsgeschichte viele Jahrhunderte zurückreicht und dramatische Züge während des dritten Reichs annahm.

    Er entstammt einer angesehenen österreich-ungarischen Adelsfamilie, die einige hervorragende Persönlichkeiten und Staatsämtern hervorgebracht hat.

    Nicht diese aber interessieren den Autor vordergründig. Er kommt eines Tages darauf, dass eine Großtante die Gräfin Margit Thyssen-Bornemisza war. Sie hatte den Bruder des Großvaters von Sacha geheiratet. Im Gegensatz zu den Batthyanys war sie sagenumwoben reich und ermöglichte ihrem verarmten ungarischen adeligen Mann nach dem Zweiten Weltkrieg ein komfortables Leben.

    Eines Tages erfährt Sacha, dass sie an einem Judenmassaker kurz vor dem Ende des Krieges in dem kleinen Ort Rechnitz in Burgendland beteiligt gewesen sein soll. Eine Nachfahrin dieser getöteten Juden ist Agnes, die Sacha in Buenos Aires aufsucht. Hier beginnt eine Geschichte, die die weitverzweigten Familienereignisse zum Leben erweckt und den Autor auf eine weite Reise in die Vergangenheit führt.

    Die Erinnerungen setzen sich aus den verschiedensten Begegnungen und Gesprächen zusammen. Nachforschungen und Reisen in die entferntesten Ecken der Welt ermöglichen die Rekonstruktion des Verbrechens an den Juden im Jahr 1945.

    Man liest sich ein in die Konstruktion eines tagebuchartigen Schreibens, in der dieser oder jener fiktiv oder direkt zu Worte kommt. Wie so vielen Nachfahren der Kriegsgeneration ergeht es auch dem Autor: man spricht nicht über die Zeit und über die Verbrechen, durch die das Nazireich zu unrühmlicher Bekanntheit gelangt ist. Man kommt der Wahrheit nur durch beharrliche Nachforschungen auf die Spur.

    Teilweise spricht Sacha bei seinem Psychoanalytiker über seine Empfindungen, Erinnerungen und Wahrnehmungen. Dadurch bekommt der Bericht ungewöhnliche Tiefe und zeigt selbstkritische Reflexionen. Den Leitfaden zu seinen Nachforschungen aber bildet das Tagebuch seiner Großmutter.

    Es macht ein wenig Mühe, den einzelnen Strängen der Erzählung zu folgen. Den Verbrechen der Nazis sind auf vielfältigen Wegen viele Menschen als Täter oder Opfer erlegen. Dem weitverzweigten Gebilde aus Schuld und Sühne zu folgen, ist die Aufgabe, vor dem man bei der Lektüre dieser Zeilen steht.

    Familiengeschichten können spannender sein als ein Roman. Sacha Bhattyanys Geschichte ist so eine Geschichte: warmherzig, wahrhaftig, schrecklich, menschlich und unglaublich!

    Sacha Batthyany

    Und was hat das alles mit mir zu tun?
    256 Seiten, gebunden
    Kiepenheuer&Witsch, Februar 2016
    ISBN-10: 3462048317
    ISBN-13: 978-3462048315
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    Peter Prange: Der letzte Harem

    Von donkelmann | 16.Juni 2016

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    Die Idee zu diesem Roman hatte der Schriftsteller während einer Reise nach Istanbul. Oberflächlich erlebt der Leser eine Geschichte wie ein Märchen aus 1001er Nacht. Es ist orientalisch, es ist exotisch. Die Farben, die Gerüche, die Klänge, das bunte Leben im damaligen Konstantinopel entstehen vor dem inneren Auge beim Lesen. Auf einer nächsten Ebene geht es in diesem Roman um die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Türkei, die damals ein Verbündeter Deutschland war. Doch schnell spürt der Leser die Brisanz für das Hier und Jetzt. Lebten damals Christen, Moslems und Juden nebeneinander genauso wie Europäer, Syrer, Armenier und Kurden. So lassen uns die Nachrichten in den Medien glauben machen, dass ein solches Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen in der heutigen Zeit sehr schwierig ist. So stellt der Roman die Frage, warum das multikulturelle Zusammenleben in Deutschland immer noch als Gefahr denn als gesellschaftliche Bereicherung gesehen wird.

    Jedoch sollte dieses Thema den Leser nicht davon abhalten, die abenteuerliche Geschichte von den beiden Freundinnen Elisa und Fatma zu lesen. Denn wie bei Peter Prange üblich, wird alles in eine spannende und unterhaltende Geschichte eingepackt.

    Als die beiden Mädchen zehn Jahre alt sind, werden die Christin Elisa und die Muslima Fatma nach der Zerstörung ihres Dorfes entführt. Sie kommen in den Palast des herrschenden Sultans. Elisa wird als Sklavin für die niederen Arbeiten im Harem eingeteilt. Nicht nur, weil sie Christin ist, sondern auch ihre weniger eleganten Gesichtszüge sind Ursache dafür. Ganz anders hingegen ihre Freundin Fatma, die nun nach mehreren Jahren im Harem Fatima genannt wird. Sie ist eine Schönheit, auch wenn nicht jeder dieses ebenmäßige Gesicht voller Anmut aufgrund des Schleiers zu sehen bekommt. Fatima schafft es, zu den Favoritinnen des Sultans aufzusteigen. Beinahe wird sie sogar eine Ehefrau des Herrschers. Wenn da nicht die Unruhen im Lande wären, und eine Widersacherin, die dem Sultan bereits einen Thronfolger geboren hat. Gerade als Fatima ihm einen zweiten Sohn schenkt und ihre Widersacherin scharfe Geschütze auffährt, wird der Sultan entmachtet und in die Verbannung geschickt. Nun wird es gefährlich für Fatima, ihren Sohn Merut und der Freundin Elisa.

    Neben der Spannung in der Geschichte schafft es der Autor mit bildreicher Sprache (den Märchen aus 1001er Nacht entsprechend) das bunte Leben des Orients nachzuzeichnen. Intrigen, Verrat und Gemetzel lassen den Leser mit den Protagonisten mitfiebern, Sympathien und Antipathien für die Figuren stellen sich schnell ein. Gut und Böse lassen sich trotzdem nicht so schnell auseinander halten. Ganz nebenbei erfährt der Leser auf diese Weise um die politischen Zustände in der Türkei kurz vor dem ersten Weltkrieg. Für so manchen Leser mag sich ein „Aha“ einstellen. Das ist sehr gut vermitteltes Allgemeinwissen ohne einen weithin sichtbar erhobenen Zeigefinger. Leseempfehlung erster Güte!

    Prange, Peter
    Der letzte Harem
    Droemer Verlag, München
    ISBN 9783426196571
    © Detlef Knut, Düsseldorf 2016
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    Debbie Macomber: Winterglück

    Von donkelmann | 15.Juni 2016

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    Die an der Ostküste und in Florida lebende Schrifstellerin Debbie Macomber hat mit „Winterglück“ (Originaltitel: „The Inn at Rose Harbour“) einen weiteren schönen Wohlfühlroman vorgestellt. Die Protagonistin Jo Marie Rose hat ihren Mann Paul in Afghanistan verloren. Ein kleines Erbe und der Verkauf, des mit Paul erworbenen Hauses reichen, damit sie einen neuen Anfang wagen kann. Sie zieht in den beschaulichen Küstenort Cedar Cove und wagt sich an die Eröffnung eines Bed & Breakfasts, welches sie Rose Harbour Inn nennt. Bald schon kommen die ersten Gäste, Abby Kincaide und Joshua Weaver. Schnell merkt Jo Marie, dass beide Gäste nicht ganz freiwillig in Cedar Cove sind. Sie tragen schwer an ihrem Gepäck und ihnen steht ein turbulentes Wochenende bevor. Wird alles gut gehen?

    Macomber hat diesen Roman als Episodenroman angelegt. Die Gäste der Pension kennen sich nicht und jeder hat eine andere Last zu tragen, mit der sie in den kleinen Ort gekommen sind. Drumherum wird die Geschichte von Jo Marie erzählt. Somit erfährt der Leser drei unterschiedliche Geschichten in diesem Roman. In jeder dieser Geschichten stellt sich die Frage, wie sie wohl ausgehen mag. Damit wird der Leser mit drei sehr unterschiedlichen Protagonisten konfrontiert. Jede Geschichte wird aus einer anderen Perspektive erzählt. Während die von Jo Marie in der ersten Person aus der Sicht von ihr selbst erzählt wird, werden die anderen beiden Geschichten von einer dritten Person erzählt. Nicht von Jo Marie, denn sie ist nicht in allen Momenten anwesend.
    Nicht besonders schön fand ich die ständigen Wiederholungen im Text. Die Schriftstellerin scheint ihren Lesern nicht zuzutrauen, dass sie sich an eine Tatsache auch nach 50 oder 200 noch erinnern können. Wenn eine Figur einmal als böswillig beschrieben wird, dann muss dieses nicht alle zwanziug Seiten wiederholt werden.

    Ein schöner Roman zum Entspannen, den man einfach so weglesen kann, ohne sich viel Gedanken um das Weltgeschehen machen zu müssen. Liebhaber von Nora Roberts werden auch diesen Roman mögen.

    In derselben Reihe:
    – Frühlingsnächte
    – Sommersterne
    – Herbstleuchten

    Macomber, Debbie
    Winterglück
    Aus dem Amerikanischen von Nina Bader
    Blanvalet Verlag, München
    ISBN 9783734102493

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2016
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    Hans-Ulrich Treichel: Tagesanbruch

    Von Claudine Borries | 13.Juni 2016

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    In der neuesten Erzählung von Hans-Ulrich Treichel erfahren wir ein Stück Nachkriegsgeschichte. Ihn treiben die Ereignisse der Jahre nach 1945 in seinen Werken immer wieder um. Hier wurde über so Vieles geschwiegen! Nach dem Zweiten Weltkrieg warf man sich auf die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, um wieder zu einem würdigen Leben zurückzufinden und ging über die Vergangenheit hinweg.

    Hans-Ulrich Treichel beschreibt in einer Momentaufnahme das Leben einer Mutter, die in einer einsamen Nacht gegen Morgen mit ihrem erwachsenen toten Sohn auf dem Schoss dasitzt und sich ihres vergangenen Lebens erinnert. Sie will erst gegen Morgen den Arzt und das Beerdigungsinstitut anrufen, denn jetzt soll sie niemand in ihren Abschiedsgedanken stören.

    Der Autor beschreibt feinfühlig beobachtend die zwitschernden Vögel im Morgengrauen, die das Heraufdämmern des Morgens ankündigen. Anhand der Schritte der tunesischen Nachbarin, die über ihr wohnt, bemerkt die Mutter, wie sich da oben das Familienleben abspielt.

    In einem langen Monolog nimmt sie nun Abschied von ihrem Kind und von ihrem bisherigen Leben.

    Sie ist eine ruhige und einfache Frau aus dem Volk. Irgendwo im Osten ist sie unter zahlreichen Geschwistern aufgewachsen. Ihre Herkunft aus einer einfachen Bauernfamilie hat sie früh die Härte des Lebens mit immerwährender Arbeit gelehrt.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg lebt sie mit einem kriegsversehrten Mann und Sohn ein ebenfalls von harter Arbeit geprägtes Leben.

    Das Ehepaar betreibt ein Textilgeschäft und schlägt sich mühsam durch. Der Sohn sollte es einmal besser haben. Für ihn schaffte man ein Klavier an, das jedoch nie genutzt wurde.

    Sie erzählt aus der Fülle ihrer Eindrücke über die Vergangenheit, spricht über ihr karges Leben und die kleinen Veränderungen, die in ihrem Leben eine Rolle gespielt haben. Es gab gravierende Ereignisse, als sie mit ihrem Mann auf der Flucht vor den Russen gen Westen floh. Bedrückend erlebt sie ihr lebenslanges Schweigen, dass zwischen ihrem Mann und ihr daraufhin herrschte. “Man muss es aufschreiben“, beteuert sie ein ums andere Mal, um es endlich aus dem Kopf zu haben.

    Die Geschichte beschränkt sich auf die Gedanken der Frau. Vom Sohn ist nur wenig die Rede. Er war akademischer Rat, doch die Mutter weiß nicht recht, wie sie diesen Beruf einzuordnen hat. Eine gewisse Fremdheit schimmert durch ihr Erinnern.

    Die Sprache ist dem naiven Lebensbild der Protagonistin angepasst. Knappe, kurze Sätze geben einen Eindruck wieder von dieser einfachen Frau, die durchaus nachdenkliche Fragen an das Schicksal stellt. Sie ist nicht abgestumpft aber doch von melancholischer Wesensart. Sie hat alles immer stillschweigend hingenommen.

    Hans-Ulrich Treichel versteht sich darauf, mit wenigen Worten Wesentliches zu vermitteln. Seine Sprache entspricht dem Lebensgefühl einer schlichten, alten Frau, deren eigenes Leben sich dem Ende zuneigt.

    Man lässt sich von ihrem Schicksal anrühren, denn das stumme Dasein konnte dieser schlichten Frau nicht die Freude an der Natur mit ihrem Jahreslauf nehmen. Und Hans-Ulrich Treichel beweist einmal wieder sein schriftstellerisches Talent!

    Hans-Ulrich Treichel
    Tagesanbruch
    86 Seiten, gebunden
    Suhrkamp Verlag, Mai 2016
    ISBN-10: 3518425250
    ISBN-13: 978-3518425251
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    Nic Pizzolatto: Galveston

    Von donkelmann | 3.Juni 2016

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    Es ist der Debütroman des Autors der amerikanischen Serie „True Detectives“, der eine spannende Geschichte aus dem Milieu der Verbrechen schildert und dennoch kein Kriminalroman ist. Im Mittelpunkt steht der Geldeintreiber und Killer Roy Cady, wegen seiner hünenhaften Erscheinung Big Country genannt. An dem Tage, als er von seinem Arzt erfährt, dass er wegen Lungenkrebs bald sterben wird, wird er von seinem Chef zu einem Auftrag geschickt, soll dieses Mal aber keine Schießeisen mitnehmen. Als er mit seinem Kollegen Angelo dort eintrifft, wo sie das Geld einkassieren sollen, treffen sie den Mann tot an. Im selben Moment werden sie beide angegriffen, es wird auf sie geschossen. Während Angelo tödlich verletzt wird, erledigt Big Country die unbekannten Gegner, wird selbst verletzt und trifft in dem Chaos auf eine junge Frau, die vor lauter Angst nur so schlottert. Big Country vermutet, dass er selbst in eine Falle gelockt wurde und nimmt sich in der ersten Reaktion der jungen Frau mit Namen Raquel, genannt Rocky, an. Die erkennt ihre Chance, zusammen mit ihrem „Retter“ aus ihrem beschissenen Verhältnissen zu fliehen. Alle Versuche Roy Cadys, Rocky wieder loszuwerden, scheitern. Sie hängt sich wie eine Klette an ihn, erzählt ihm eine neue rührselige Geschichte nach der anderen. Weil Big Country weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, zählt für ihn nur eines: Rocky und sich außer Reichweite seines Chefs zu bringen und sich dann an diesem zu rächen. Denn nur der kann ihn in die Falle gelockt haben.

    Pizzolatto hat diesen Roman aus der typischen Ich-Perspektive eines Privatdetektivs erzählt. Zwar ist der Protagonist kein solcher, aber er ist ähnlich heruntergekommen, fühlt sich ähnlich schlecht, sehnt sich nach einer Familie und hat den Rest durch die Todesnachricht seines Arztes und den Anschlag auf ihn bekommen. Er ist ein Verlierertyp durch und durch (In Hollywood wäre aus meiner Sicht Tommy Lee Jones der geeignete Schauspieler, aber ich habe ja keinen Einfluss auf ein Casting.), der aus seinem Leben erzählt. Das ist stimmig und überzeugt. Die ungewöhnliche Figur des Protagonisten hat darüber hinaus ihren besonderen Reiz und bricht jedes Klischee. Aber auch Rocky, die als freche Rotznase in die Szenerie einsteigt, wird wachsen und versuchen, ihrer Verliererrolle zu entkommen.

    Die raffinierte Montage der Geschichte, die Ende der 1980er Jahre beginnt und zwölf Jahre später endet, schafft einen besonderen Spannungsbogen. Die Frage, ob man einen Killer mögen kann, stellt sich gar nicht. Ein sehr zu empfehlender Roman.

    Pizzolatto, Nic
    Galveston
    Aus dem Amerikanischen von Gunter Blank
    blanvalet Verlag, München
    ISBN 9783734101816

    © Detlef Knut, Düsseldorf 2016
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    Veronique Bizot: Menschenseele

    Von Claudine Borries | 2.Juni 2016

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    Veronique Bizot ist eine sehr begabte Erzählerin. Schon mit ihrem Roman „Die Krönung“ versetzte sie sich ganz in die Seele eines alten Kauzes.
    Nun sind es ihrer mehrere, denen sie die Aufmerksamkeit schenkt.

    In einem abgelegenen Landstrich in den französischen Bergen lebt der Theaterschriftsteller Adrien Fouks, der keine Post beantwortet, seine Bewunderer vergrault und immer nur seine Ruhe haben will. Zu ihm passen zwei namenlose Brüder, von denen der Ältere nach einem Familienunglück, das nur er und sein kleiner Bruder überlebt haben, auf den zurückgebliebenen jüngeren Bruder aufpasst. Ersterer übersetzt Texte ins Italienische. Sie leben ein paar Kilometer entfernt von Fouks auf ihrem Familienhof, der vor Jahren abgebrannt und nicht wieder restauriert worden ist. Zuletzt gibt es noch Montoya, der auf dem Hof eines Malers lebt, den dieser vor einiger Zeit an ihn verkauft hat.

    Hier nun also treffen die vier Kauze gelegentlich zusammen. Veronique Bizot versteht es trefflich, mit ungeschminkten Worten die Charaktere rund um die Einsiedelei zu beschreiben. Man fühlt sich unweigerlich als Zuschauer, der den vier Protagonisten über die Schulter schaut. Der jüngere der beiden Brüder fungiert als Icherzähler. Er scheint viel aufgeweckter zu sein, als sein Bruder glaubt. Unter der Anleitung des Theaterschriftstellers liest er in dessen Bibliothek anregende Bücher, die ihm die Augen für die Welt zu öffnen scheinen.

    Es gibt keine Rede oder Gegenrede; vielmehr spielen sich die Szenen in der indirekten Erzähl- oder Redeweise ab, was der Geschichte keinen Abbruch tut. Die kauzige Mentalität aller vier Figuren findet beredt Ausdruck in dem, was über sie erzählt wird.

    Insgesamt aber  bleibt die Geschichte ein wenig rätselhaft. Das eintönige Leben der vier Männer, eine Reise nach Turin und gelegentlich Begegnungen der vier Männer reichen am Ende nicht aus, das anhaltende Interesse des Lesers zu gewinnen. Poetisch gekonnt, inhaltlich durchaus anerkennenswert, ist man zuletzt etwas überfordert, zu erfassen, was die Autorin uns mit ihrer Geschichte sagen will. Kauzigkeit als Lebenzweck? Glücklosigkeit als Lebensziel? Nur der jüngere der beiden Brüder bleibt am Ende übrig, um das Erbe der Verstorbenen und des kranken Theaterschriftstellers zu verwalten.

    Die Charaktere wirken versponnen in ihr jeweiliges Geschick. Der jüngere der beiden Brüder bleibt als einziger neugierig auf die Welt und staunt über so manche Ereignisse und Erfahrungen in seinem fortschreitenden Leben.

    Im Gegensatz zu der Novelle „Die Krönung“ fehlt dieser Geschichte ein wenig der Humor und die Selbstironie.
    Dennoch ist die literarische Qualität in Wort und Schrift unbestreitbar. Es wird ein Buch für die Liebhaber kauzigen Lebensglücks sein!

    Veronique Bizot
    Menschenseele
    146 Seiten, gebunden
    Steidl, Mai 2016
    ISBN-10: 3958291368
    ISBN-13: 978-3958291362
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    Rebecca West: Die Rückkehr

    Von Claudine Borries | 31.Mai 2016

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    In einem Landgut südlich von London warten im Jahr 1916 Kitty und Jenny Baldry sehnsüchtig auf Bettys Mann Chris, der im ersten Weltkrieg in Frankreich an der Front kämpft.

    Sie bekommen einen sonderbaren Besuch von einer ärmlich aussehenden Frau, die ihnen mitteilt, dass Chris verletzt sei und bald zurückkehren wird. Doch mit seinen Verletzungen habe es eine besondere Bewandtnis: er habe sein Gedächtnis verloren und lebe sein Leben, als sei er noch zwanzig Jahre alt. Er habe sich an sie, Margaret, gewandt, weil sie vor 15 Jahren eine innige Liebe verbunden hätten.

    In malerischen und poetischen Sentenzen wird das hübsche Haus, die Farbenpracht überall und das weite Land beschrieben. Jenny ist die Cousine von Chris. Die beiden Frauen sind sehr beunruhigt, als Chris endlich zu Hause ankommt. Er ist in der Tat verworren; er erkennt seine Frau nicht, wohl aber seine Cousine Jenny. 15 Jahre seines Lebens scheinen wie ausgelöscht. Er sehnt sich nur nach seiner Liebe von einst!

    Die Geschichte ergeht sich in merkwürdigen Windungen. Immer wieder wird die malerische Natur mit den wechselnden Lichtreflexen der Jahreszeiten heraufbeschworen und das sehr hübsche Anwesen, das von den zwei wartenden Frauen fein herausgeputzt worden ist. Es scheint wie eine heile Welt in einer doch in Wahrheit kaputten.

    Der Kern der Geschichte dreht sich darum, wie ein Mensch in eine partielle Amnesie verfallen kann, um die Schrecken des Ersten Weltkriegs mit seinen grausamen Grabenkriegen in Frankreich zu vergessen. Chris’ Frau und Jenny starten vielerlei Versuche, ihren Mann und Cousin mit Hilfe verschiedener Ärzte aus seinem Kriegstrauma zu holen. Schließlich holt Jenny die frühe Liebe von Chris, eben jene Margaret, zum Haus der Baldrys. Nach 15 Jahren ist sie eine verbrauchte Frau, doch Chris sieht in ihr nur die Geliebte jener Jahre, als er zwanzig war.

    Rebecca West wählt eine subtile und ästhetische Sprache, mit der sie den Leser bestrickt. In zarten Tönen widmet sie ich den Gefühlen der verschiedenen Protagonisten und erstellt das Bild einer fernen Welt. Die heile Welt des englischen Landadels steht der armseligen und bedürftigen Welt der Arbeiterklasse gegenüber.

    Leicht mysteriös steuert der Roman auf ein Ende zu, das tiefenpsychologische Kenntnisse erkennen lässt. Diese verbinden den Roman hoch aktuell mit einer Gegenwart, in der Kriege in zahlreichen Ländern die Bewohner in die Flucht treiben, vielerlei Traumata für die betroffenen Menschen mit sich bringen und sie zur Heimatlosigkeit verdammen.

    Das dünne Bändchen von knapp 157 Seiten liest sich vermeintlich schnell ist aber doch so gehaltvoll, dass man sich Zeit dafür nehmen sollte. Es ist ein anspruchsvolles literarisches kleines Werk.

    Der Roman von Rebecca West ist in England 1918 zum ersten Mal erschienen.
    Sie gilt als einzige weibliche Autorin, die über den Ersten Weltkrieg geschrieben hat.

    Rebecca West
    Die Rückkehr
    160 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft, Mai 2016
    ISBN-10: 3423280808
    ISBN-13: 978-3423280808
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