Manuskript einreichen - Was erwartet ein Verlag?

Was Sie bei der Verlagsbewerbung beherzigen sollten!?


Der eigene Roman ist fertig. Nun möchten Sie sicherlich einen Verlag anschreiben und das Manuskript einreichen. Doch was verlangt ein Buchverlag bei der Einsendung? Verlage erwarten von einem Autor im Regelfall Anschreiben, Textprobe und Exposé. Häufig wird noch eine Kurzvita gewünscht. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die einzelnen Unterlagen aussehen müssen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.


Das eigene Buch ist fertig. Sicherlich wollen Sie so schnell wie möglich das Manuskript einreichen. Vor dem Versenden gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Denn, wenn Sie einfach das gesamte Manuskript an einen Verlag oder eine Literaturagentur schicken, erhalten Sie ganz sicher eine Absage. Buchverlage verlangen nur in ganz seltenen Fällen den ganzen Roman, sondern im Regelfall eine Leseprobe. Neben einer Probe Ihres Werkes wünschen Verlage weitere Unterlagen. Hierzu gehören Anschreiben und Exposé. Autoren sollen dazu häufig eine Kurzvita beilegen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Unterlagen Verlage oder Literaturagenturen beim Manuskript einreichen wünschen und wie diese konkret aussehen sollten. Es lassen sich hier nur allgemeine Aussagen machen. Beachten Sie, dass jeder Buchverlag etwas abweichende Vorstellung an eine Einsendung hat. Bevor Sie Ihr Manuskript losschicken, informieren Sie sich auf der Verlagsseite, was konkret verlangt wird. Wie lang sollen Leseprobe und Exposé sein? Wird ausdrücklich ein Kurzvita verlangt? Wenn Sie die Homepage eines Verlags besuchen, achten Sie auch darauf, welche Genres überhaupt gewünscht werden. Schicken Sie einen Thriller an einen Kinderbuchverlag, bringt es auch nichts, wenn Ihre Unterlagen tiptop sind.

1. Anschreiben

Das Anschreiben an einen Buchverlag sollte eine Seite umfassen und ist mit einer Bewerbung vergleichbar. Sehen Sie es so, Sie bewerben sich beim Verlag als Autor. Formulieren Sie in dem einseitigen Schreiben genau, was Sie wollen, stellen Sie sich und das Manuskript vor. Es ist sinnvoll, im Anschreiben zu erwähnen, weshalb Sie sich gerade für diesen Verlag entschieden haben und warum Ihr Manuskript ins Programm passt. Die genannte Punkten sollten kurz ausfallen.

Das Anschreiben sollte keine Fehler bei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung enthalten. Bevor Sie das Manuskript einreichen, informieren Sie sich über den zuständigen Lektor. Diese Information erhalten Sie über die Homepage des Verlages oder können es telefonisch erfragen. Steht die richtige Anrede in Ihrem Brief, ist dies ein kleiner Pluspunkt. Vermeiden Sie es, Standardanschreiben zu verschicken. Im Internet finden sich viele Vorlagen, die Sie in dieser Form übernehmen können. Lektoren erhalten täglich viele Manuskripte und erkennen Musteranschreiben schnell. Wollen Sie den Eindruck erwecken, dass Sie beim Manuskript einreichen nicht ein Anschreiben selbst formulieren können? Wohl eher nicht.

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2. Leseprobe

Nur die wenigsten Verlage verlangen das gesamte Manuskript. Im Regelfall wird eine Leseprobe von 5 bis 10 Seiten des Romananfangs gewünscht. Informieren Sie sich im Vorfeld auf der Verlagsseite, wie umfangreich die Leseprobe beim Manuskript einreichen sein soll. Die Vorstellungen sind unterschiedlich. Hat der Buchverlag Interesse an Ihrem Roman, fordert er häufig das ganze Manuskript an. Reichen 5 bis 10 Seiten aus, um sich einen Eindruck vom ganzen Werk zu machen? Lektoren merken bereits auf den ersten Seiten, ob ein Buch Potential hat oder nicht. Erzählerische Mängel, die sich auf den ersten Seiten zeigen, finden sich auch im gesamten Roman.

Wie sollte die Leseprobe Ihres Romans formal aussehen? Es empfiehlt sich, mit der sogenannten Normseite zu arbeiten. Eine solche Seite enthält 30 Zeilen und 250 bis 300 Wörter . Wie Sie eine Normseite erstellen, erfahren Sie in Punkt 5. Es ist dazu sinnvoll, in einer Kopfzeile den Titel des Werkes und Ihren Namen einzufügen. Hier sollten Sie sich spätestens vom Arbeitstitel des Romans verabschieden und sich für den endgültigen Buchtitel entscheiden.

3. Exposé

Die Inhaltsangabe ist für viele Autoren der schwierigste Teil. Was genau ist ein Exposé? Es handelt sich um eine Inhaltsangabe eines literarischen Werkes, es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es enthält Informationen zu den Hauptfiguren und gibt die Grundideen des Romans wieder. Im Exposé verraten Sie das Ende Ihres Romans, der Lektor gewinnt so einen guten Gesamteindruck über Ihr Buch. Die Inhaltsangabe ermöglicht dem Verlag eine schnelle Einschätzung, wie gut Ihr Buch in das Programm passt.

Verlage erwarten eine Inhaltszusammenfassung auf 2 bis 3 Seiten. Auch hier macht es Sinn, mit der Normseite zu arbeiten. Zumindest sollten Sie beim Manuskript einreichen beim Exposé nicht tricksen. Es fällt dem Lektor auf, wenn Sie eine kleinere Schriftart oder ein größeres Seitenformat wählen, um eine umfangreiche Inhaltsangabe auf die gewünschten 2 bis 3 Seiten zu bringen. Doch wie schafft man es, einen Roman von 500 Seiten so knapp zusammenzufassen. Häufig sind mehrere Fassungen notwendig, bis ein Exposé die gewünschte Länge hat. Schreiben Sie eine erste Version, kürzen Sie im mehreren Schritten den Inhalten immer weiter, bis er die erforderliche Länge hat. Das Schreiben eines Exposés gehört zu den komplexeren Themen, alles Wissenswerte zur Inhaltsangabe eines Romans erfahren Sie auf unserer Partnerseite.

4. Kurzvita

Einige Verlage wünschen beim Manuskript einreichen auch eine Kurzvita. Für viele Autoren stellt sich die Frage, wie eine solche Vita aussehen soll. Es gibt keine einheitlichen Vorgaben. Aus der Praxis ist jedoch bekannt, was Lektoren erwarten. Eine Kurzvita wird als Fließtext (also nicht tabellarisch) und in der dritten Person geschrieben. Die Vita an den Verlag ist knapp und soll maximal 500 Zeichen umfassen. Ein Beispiel für die ersten Sätze einer Kurzvita: "Martin Mustermann, Jahrgang 1990, hat Germanistik und Soziologie in Hamburg studiert. Heute lebt er in Bremen und arbeitet als freier Journalist."

Was gehört alles in eine Kurzvita? Neben Name, Ausbildung und Beruf sollen alle Informationen rein, die für einen Verlag interessant sein könnten. Hierzu gehören zum Beispiel Mitgliedschaften in einer Literaturgruppe, Veröffentlichungen und gewonnene Literaturbewerbe. Doch was machen Sie, wenn Sie keine Preise oder Veröffentlichungen vorweisen können? Gerade Debütautoren dürften es hier schwer haben. Vielleicht haben Sie spezielle oder ausgefallene Hobbys, die für einen Verlag von Interesse sind. Ein Buchverlag möchte auch wissen, wie er einen Autor vermarkten kann. Sie können sich beim Manuskript einreichen auch für eine knappe Kurzvita entscheiden. Wenn Leseprobe und Exposé überzeugen, spielt der genaue Inhalt der Autorenvita keine so große Rolle.

Die Normseite

Es kann sinnvoll sein, bei Leseprobe und Exposé mit der Normseite zu arbeiten. Verlage wünschen nicht ausdrücklich die Normseite. Es hinterlässt jedoch einen guten Eindruck, wenn Sie mit diesem Standardformat arbeiten. Was verbirgt sich hinter der Normseite? Diese Seite hat 250-300 Wörter und 1.800 Zeichen bei 30 Zeilen. Wenn Sie ein Manuskript einreichen, worin die Romanseiten stark von der Standardseite abweichen, ist dies ein kleiner Minuspunkt auf dem Weg zur Veröffentlichung im Verlag. Eine Normseite sieht wie folgt aus.

  • Seitenränder: 2,19 cm (oben), 1,78 cm (unten), 3,17 cm (links) und 2,54 cm (rechts)
  • 60 Zeichen pro Zeile und 30 Zeilen pro Seite (so kommst Du auf etwa 1.800 Zeichen pro Seite bzw. rund 250 Wörter pro Seite)
  • Schriftgröße 12 und 24 pt Zeilenabstand
  • Schriftart: Mit Serifen (z.B. Times New Roman, Courier New) zur besseren Lesbarkeit
  • Flattersatz, linksbündig
  • Seitenzählung

Haben Sie Ihren Roman nicht mit der Normseite geschrieben, macht es zumindest Sinn, Leseprobe und Exposé für den Verlag entsprechend zu formatieren. Eine kostenlose Formatvorlage können Sie direkt bei uns herunterladen. In kurzer Zeit erstellen Sie die gewünschten Seiten im richtigen Format. Die Normseite beim Manuskript einreichen ist keine Pflicht, Seiten in dieser Formatierung hinterlassen beim Lektor einen guten Eindruck.

6. Fazit:

Wenn Sie Ihr Manuskript einreichen, erwarten die meisten Verlage folgende Unterlagen bei der Einsendung: Anschreiben, Leseprobe und Exposé. Einige Buchverlage wünschen noch eine Kurzvita vom Autor. Wollen Sie einen guten Eindruck beim Lektor hinterlassen, nutzen Sie für Leseprobe und Exposé die Normseite, so verschaffen Sie sich einen kleinen Pluspunkt.

  • Anschreiben: Das Anschreiben an einen Verlag ist mit einer Bewerbung vergleichbar. Sie bewerben sich um einen Job als Autor. Das Schreiben sollte maximal eine Seite umfassen und im Idealfall an den zuständigen Lektor adressiert sein. Im Anschreiben formulieren Sie Ihre Wünsche an den Verlag, stellen sich und Ihr Manuskript kurz vor. Erläutern Sie auch, warum der Roman ins Programm passt. Vermeiden Sie Musteranschreiben, dies fällt dem Lektor auf.
  • Leseprobe: Eine Leseprobe umfasst im Regelfall 5 bis 10 Seiten. Wenn Sie das Manuskript einreichen, legen Sie den Anfang Ihres Romans als Textprobe bei. Lektoren erkennen anhand von wenigen Seiten, ob ein Roman Potential zu einer Veröffentlichung hat. Erzählerische Mängel auf den ersten Seiten, finden sich im Regelfall in ganzen Roman. Hat der Verlag Interesse an Ihrem Buch, fordert er den Rest des Manuskripts an.
  • Exposé: Das Exposé ist die Inhaltsangabe eines Romans. Auf zwei bis drei Seiten stellen Sie die Grundidee Ihres Buches vor und geben den groben Handlungsverlauf mit Ende wieder. Weiterhin enthält das Exposé Informationen zu den Hauptcharakteren. Der Lektor kann sich so einen groben Überblick über Ihr Werk verschaffen und schnell einschätzen, ob Ihr Roman ins Verlagsprogramm passt.
  • Kurzvita: Wenn Sie ein Manuskript einreichen, müssen Sie in einigen Fällen auch eine Kurzvita vorlegen. Die Autorenvita ist ein Fließtext, wird in der dritten Person geschrieben und sollte maximal 500 Zeichen enthalten. In die Kurzvita gehört Name, Ausbildung, Beruf und alle für einen Verlag relevanten Angaben. Haben Sie bereits ein Buch veröffentlicht, sind Sie Mitglied einer Literaturgruppe oder haben einen literarischen Preis gewonnen? Dann führen Sie dies in der Vita auf.
  • Normseite: Verlage arbeiten mit der Normseite. Eine solche Seite umfasst 250 bis 300 Wörter (etwa 1800 Zeichen) und 30 Zeilen. Sie müssen beim Einsenden des Manuskripts nicht zwangsläufig die Normseite nutzen. Es macht jedoch einen guten Eindruck auf den Lektor, wenn Ihre Unterlagen korrekt formatiert sind. Es empfiehlt sich zumindest Leseprobe und Exposé als Normseite zu formatieren.
Es lassen sich nur allgemeine Aussagen dazu machen, wie Anschreiben, Leseprobe, Exposé und Kurzvita aussehen sollen. Jeder Buchverlag hat etwas andere Vorstellungen. Bevor Sie Ihr Manuskript einreichen, besuchen Sie in jeden Fall die Homepages des Verlages und informieren sich darüber, was beim Einsenden gewünscht wird.


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