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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Der Bunker
Eingestellt am 03. 12. 2002 17:24


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Rolf-Peter Wille
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Der Bunker

(├╝ber das schwere Erdbeben in Taiwan, September 1999)


┬ę Rolf-Peter Wille


Till Eulenspiegel, der Schalk meiner Heimat, ist aufgestanden und fortgegangen. Versonnen sa├č er viele Jahre, verschmitzt l├Ąchelnd, versunken im Anblick seiner Eulen und Meerkatzen. Wie oft mu├č ich vor├╝bergegangen sein, achtlos, an dem Brunnen auf dem B├Ąckerklint. Bis ich einst auf eine Photographie aus dem Jahre 1944 stie├č. Der mittelalterliche Narr l├Ąchelt dort sein ├╝berlegenes L├Ącheln vor dem Hintergrund eines schwarz gebackenen B├Ąckerklints. Nach einem Bombenangriff auf die Altstadt waren alle H├Ąuser vernichtet und nur der Schelm hatte ├╝berlebt. Seine Lebenskunst hatte auch noch den trauten Kreis der Eulen und Meerkatzen charmant beh├╝tet.

Auf einem Gang durch Braunschweig, j├╝ngst, stie├č ich just auf den Till Eulenspiegel. Ich mu├čte lange hinsehen, bevor ich ihn wiedererkannte. Nichts ├ťberlegenes mehr hat sein nunmehr verlegenes L├Ącheln vor dem "Neu-Braunschweigischen" Hintergrund. ├ťberdauert hat er die Bombenangriffe, aber vergangen ist er an der Sterilit├Ąt der modernen Altstadt.

Nicht leicht ist es, in Braunschweig Spuren der Vergangenheit zu erfahren. Man kann sie sehen; doch sp├╝rt man sie? Die Tr├╝mmerbahn: Wir haben sie nicht mehr erlebt. Vereinzelte Bombenkrater im Wald. Wir haben dort Pilze gesucht. Der Bunker auf dem Nu├čberg. Jetzt hat er sich verkleidet, verharmlost: eine ├╝berwachsene Aussichtsterasse. Fr├╝her stand er noch nackt und drohend, ein hohl gespaltener Backenzahn in einem sonst zahnlosen Mund. Als Kind lief ich 10 Kilometer des nachts, um den Bunker mit meinen H├Ąnden zu ber├╝hren. Warum mu├čte ich die Wunde meiner Eltern mit den H├Ąnden ber├╝hren?

Es verfolgt mich des nachts im Traum eine Katastrophe - eine Katastrophe, die ich selbst nie erlebt habe: In einem riesigen Gesch├Ąft verliere ich mich. Pl├Âtzlich huscht ein Stocken durch die Bewegung der Menschen. Man dr├Ąngt nach vorn, schweigend, angezogen von irgendetwas, das meinem Blick entzogen ist. Mein Blick erstarrt durch das Fenster: Die Stadt brennt. Erwachend, noch im Angstschwei├č, erkenne ich den Traum als ein Omen. Ich hatte einen Alptraum erwartet, da wir heute in das Erdbebengebiet fahren.

Das Erdbeben. Man spricht nur noch ├╝ber das Erdbeben. Das psychologische Echo der Nachbeben: Finstere Geschichten kriechen wie giftige W├╝rmer in unser Unterbewu├čtsein. Musiker haben sich unter ihrem Fl├╝gel versteckt und sind dort erschlagen worden. Andere sind zerquetscht worden auf der Flucht im Treppenhaus, und ihre Leichen sind jetzt treppenf├Ârmig. Viele Helfer, Soldaten und Freiwillige, ben├Âtigen eine psychiatrische Behandlung. Einer hat sich umgebracht. Bereits zur Legende geworden ist das massive Beben, das uns nur die M├Âbel zerschlagen hat in Taipei doch St├Ądte und Landschaften Zentraltaiwans verw├╝stete. Unser Konzert ist in Tungshih. Ein Feriengebiet in der N├Ąhe Taichungs. Wir kennen das. Aber ein anderer, ein schlimmer Tourismus bl├╝ht als Unkraut im Schatten der gefallenen H├Ąuser. Ein perverser Katastrophentourismus. Klimatisierte Busse mit Gaffern kommen aus Nord und S├╝d. Das Erdbebengebiet ist ein gro├čer Zoo, ein Naturpark. Man kann gut eine Zigarette rauchen neben eingest├╝rzten Hochh├Ąusern.

"Die Opfer brauchen Geld. Sie brauchen keine Touristen. Sie brauchen keine Gaffer aus Kaohsiung oder Taipei, Schaulustige, die sich an ihrem Ungl├╝ck weiden." So erz├Ąhlte man uns. W├╝rden diese Opfer klassische Musik genie├čen? Die ergreifende Szene aus einem deutschen Kriegsfilm spielt vor meinem inneren Auge: Ein Soldat, Pianist, wahrscheinlich, in einem fr├╝heren Leben, steht vor dem Hintergrund einer ausgebombten Stadt. Kein Till Eulenspiegel hat ├╝berlebt, jedoch - romantischer - ein halb versch├╝tteter Fl├╝gel in den Tr├╝mmern eines zerfetzten Hauses. Der Soldat wischt den Schutt von der Tastatur, setzt sich vor den Fl├╝gel mit verdreckter Uniform und verkl├Ąrtem Gesicht, und es erklingt, in falschem Tempo, das Andante con moto aus der Appassionata. Dies ist ein Schwarz-Wei├č Film. Die Kameraden des Pianisten erscheinen, ebenfalls verdreckt und verkl├Ąrt. ├ťberlebende des Bombenangriffes entschl├╝pfen dem dunklen Chaos. Man lauscht and├Ąchtig. Man weint.

Wird sich diese Szene in Tungshih wiederholen? Werden uns die sanften Schwingungen der Muse wie ein Wiegenlied dem wilden Beben der Natur entheben? Wir haben bereits in einem Park gespielt. Wir spielten auf einer Gesch├Ąftsstra├če in Taipei, neben einem Verkehrsstau. Wir gaben ein Konzert auf dem Mount Morrison vor zwei verkohlten Baumriesen, den sogenannten "Lovers' Trees". Doch vor umgest├╝rzten H├Ąusern sind wir niemals aufgetreten. "W├╝rdet Ihr mich begleiten zu einem Park Konzert f├╝r Erdbebenopfer?" So hatte es harmlos im E-mail eines Freundes, Geiger und - immerhin - erster Preistr├Ąger des Queen Elisabeth Wettbewerbes, gestanden.

Zwei Wochen sp├Ąter sind wir in Tungshih. Ich stehe unter einem Vollmond auf einem verdreckten Flu├čufer. Im Hintergrund, von massiver Hand verschoben, erscheint die Silhouette einer verbogenen Stadt. H├Ąuser h├Ąngen, der Schwerkraft trotzend, schief am verschmutzten Himmel. Ein geputzter Mac Donald Schnellimbi├č scheint nicht in diese Kulisse zu passen und ist vielleicht nur, achtlos, von einem spielenden Kind dort abgestellt worden. Vor mir, umrahmt von Containerwagen und "Portable Toilets", die Freilichtb├╝hne. Eine provisorische Sch├╝tzenfestbude, kitschig angemalt und angestrahlt. Die Luft, die auf dieser B├╝hne steht, ist geschw├Ąngert von Abgasen, Motorger├Ąuschen, brennenden R├Ąucherst├Ąbchen, Trillerpfeifen, Zigarettenrauch und ratternden Hubschraubern. Ziellos, wie aufgeschreckte Ameisen, und ├╝ber die wackelnde B├╝hne flitzen die M├Ąnner der Fernseh Crew und rennen alles um, Stative, verlorene K├╝nstler und sich selbst. Mi├čhandelte Lautsprecher heulen auf und kreischen in wildem Protest. Illuminiert ist diese gespenstische Szene von einer Lasershow.

"Wir brauchen kein Laser." knurre ich. "Dies ist klassische Musik!"

"Es macht nichts. Sie werden Licht haben. Nur ein wenig Laser. Ein ganz klein wenig."

Ich habe die Politiker vergessen. B├╝rgermeister und Vizepr├Ąsidenten sind zur Show geladen. Und was w├Ąre schon ein Vizepr├Ąsident ohne Laser. Deprimiert schleichen wir in unser Zelt. Dies ist ein Zelt f├╝r Erdbebenopfer, eingerichtet als K├╝nstlerzimmer. Es riecht nach Gras hier. Die Abgase sind drau├čen geblieben, und wir bekommen Fishburger und Mac Chicken. Das Wasser haben wir selbst mitgebracht, denn es gibt keines mehr in Tungshih.

Und dann erscheint ein Gespenst. Fahl, kalt und mit zitternden Fingern. Das Gespenst der Nervosit├Ąt: Unser Konzert soll direkt im Fernsehen ├╝bertragen werden. Laser, Politiker und klassische Musik sollen Tungshih in das Bewu├čtsein der Bev├Âlkerung senden. Wenn mein Finger die Tastatur ber├╝hrt, genau in diesem Moment, werden alle meine Freunde diesen zitternden Finger sehen. Sie werden nicht die Abgase riechen, sie werden nicht die Trillerpfeifen und Hubschrauber h├Âren. Nein. Meine guten Freunde werden nur stolpernde Finger vor gefallenen H├Ąusern sehen, und sie werden ihre pers├Ânlichen R├╝ckschl├╝sse daraus ziehen. Ist es schlimmer, von einem Erdbeben ├╝berrascht zu werden oder eine zerbrechliche Mozartsonate vor gaffenden Filmkameras zu spielen? Wenige Sekunden vor meinem Auftritt wei├č ich die Antwort.

Doch nehme ich mich, wie gew├Âhnlich, zu wichtig. Ich begleite ja nur meinen Freund, und der hat seine ber├╝hmte Geige aus dem Besitz von Hubay nach Tungshih gebracht. Jener Hubay, der 1937 in Budapest starb. Ich werde meine Finger verstecken hinter dieser Geige, denn wer will sie schon sehen, meine Finger aus dem Besitz von Wei Le-Fu. Aber meine Hoffnung ist unbegr├╝ndet. Geduckt, am linken Bein des Fl├╝gels kauert bereits, wie eine lauernde Mur├Ąne, der Kameramann, um nach den armen Fischchen, meinen Fingern, zu schnappen. Wei├č sie nicht, diese Mur├Ąne, da├č es gef├Ąhrlich ist, unter einem Fl├╝gel zu kauern? Vielleicht wird es ein Nachbeben geben w├Ąhrend unseres Auftritts.

Wir spielen kalt und professionell nur f├╝r uns allein. Keine Stille gibt es, in die wir den Klang projizieren k├Ânnen. Wir sp├╝ren keine Aufnahmebereitschaft eines gespannten Publikums. Ein Insekt klettert ├╝ber die Noten. Eine Trillerpfeife. Kaum Applaus. Dann ist es vorbei. Nachdem ich die B├╝hne verlassen habe, mische ich mich unter das Publikum, w├Ąhrend meine Freunde auf der B├╝hne im Angstschwei├č erbeben. Fast alle Einwohner der Stadt sind hier. Sie sitzen auf Klappst├╝hlen oder auf dem Erdboden, stehen herum oder gehen auf und ab. In der Hand halten sie ein Kerzenlicht. Auch haben sie winzig kleine Taschenlampen, mit denen sie hin und wieder einen verstohlenen Blick auf das Programm werfen. Viele verfolgen das Geschehen auf der B├╝hne. Andere starren auf die Fernsehschirme. Andere starren apathisch ins Leere. Sie schenken keine Beachtung dem Ausl├Ąnder, der im Smoking unter ihnen steht.

Es erklingt das Wiegenlied von Richard Strauss. Himmlische Tr├Âstungen aus der Feder eines Komponisten, der sich dem Teufel verschrieben hatte. Aber hat er nicht auch den Till Eulenspiegel vertont, jener Strauss, als er sich noch nicht dem Teufel verschrieben hatte? Wie oft hat meine Mutter ihn mir vorgespielt auf dem alten Grammophonspieler? Er reitet ├╝ber den Marktplatz, wo die Weiber irdenes Geschirr feilhalten. Die Hufe seines Esels machen Scherben aus ihrer bunten T├Âpferware. Geschrei. Durcheinander. Till empfiehlt sich mit einer Grimasse. Eine Ahnung: Vielleicht war es der Till Eulenspiegel, der - nachdem er sich vom langweiligen B├Ąckerklint verabschiedet hat - ├╝ber Tungshih geritten ist, auf seinem Esel. Doch den Mac Donald h├Ątte er nicht heil gelassen.

Die Kulisse zeigt den Vollmond ├╝ber einem schiefen Haus, und ich denke an ein Symbol aus meiner Braunschweigischen Kindheit. Ich entziehe mich dem Publikum und stehe bald auf der erh├Âhten Stra├če. Von hier aus ├╝berblicke ich das Flu├čufer, die Schaub├╝hne, illuminiert, und apathisch das Publikum. Kein Laut von der Musik dringt zu mir. Dunkelheit verh├╝llt die skeletierte Stadt, ihre verzerrten Stra├čen und verbogenen H├Ąuser. Wie Larven mu├č aus dieser zermarterten Schw├Ąrze unser Publikum gekrochen sein. Auch in jener Nacht der Agonie flohen die ├ťberlebenden zum Flu├čufer, erz├Ąhlte man uns. Das Flu├čufer wimmelte von Menschen wie eine Gesch├Ąftsstra├če in Taipei, erz├Ąhlte man uns.

Ich dringe nun ein in die schwarze Vergangenheit. Ich n├Ąhere mich der Ruine. Verlorene Passanten und Motorr├Ąder passieren sie in der Dunkelheit, und sie drehen sich nicht um. Nur ein fl├╝chtiger Schein, vom entfernten Mac Donald, hat sich in diese ├╝ble Stra├če verirrt. Er w├╝rde gern zur├╝ckschimmern zu einem Chicken Nugget in Barbecue So├če, der verlorene Schein, wenn er nicht fahl an dem schiefen Haus kleben w├╝rde. Wie ein Riese aus der Vergangenheit reckt sich die Ruine ├╝ber mich und bedroht mich mit ihren ausgeh├Âhlten Fenstern. Diese schwarzen H├Âhlen sind es, die im wilden Anfall heftigen Schwindels ihren zermalmenden Schutt auf die Stra├če gespieen haben. Auf eine Stra├če, die sich aufb├Ąumte im Schmerz wie ein verwundeter Stier. Zerborstene M├Âbel sch├Ąmen sich nicht ihrer Eingeweide und der verwaisten Schreie, die ihre ehemaligen Besitzer auf der Flucht dort zur├╝ckgelassen haben. Die zerquetschten Kakerlaken zweier Autowracks sind eingekeilt zwischen den Fronten, H├Ąuserwand und Stra├če. Im Schutt stehe ich in meinem Smoking, und je l├Ąnger ich stehe, desto mehr werde ich ein Teil des Schutts.

Nun wei├č ich, warum ich in Tungshih bin. Den Bunker wollte ich ber├╝hren, des nachts.






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Zefira
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Lieber Rolf-Peter,

auch Du hast etwas vom Till - mit dem Smoking zwischen den Tr├╝mmern...
Irgend jemand hier hat ohne weiteren Kommentar die 10 gedr├╝ckt.
Ich tue desgleichen.
Mir fehlen die Worte.

Lieben Gru├č,
Zefira

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Arno1808
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Der Bunker

Hallo Rolf-Peter,

ich habe die Geschichte nun zwei Mal hintereinander gelesen, und es werden noch einige Male folgen.

Eine faszinierende, wirklich gro├če Erz├Ąhlung, f├╝r die mir die m├Âglichen 10 Punkte eigentlich zu wenig sind.

Danke Dir daf├╝r!

Gru├č

Arno

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Rolf-Peter Wille
???
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Liebe Zefira,

herzlichen Dank fuer Kommentar und Punkte!

Das Erdbeben war ein traumatisches Erlebnis, damals, hat mich jedoch literarisch inspiriert. (Trotzdem verzichte ich gerne auf ein weiteres...)

Liebe Gruesse,
Rolf-Peter

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Rolf-Peter Wille
???
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Hallo Arno,

auch Dir herzlichen Dank fuer Punkte und Kommentar!

Gruss,
Rolf-Peter

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Parsifal
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Rolf-Peter,

Deine Erz├Ąhlung habe ich gespeichert, und diese Ehre ist bisher noch keiner Geschichte widerfahren!

Aber eine Anmerkung zu Richard Strauss, ÔÇ×der sich dem Teufel verschrieben hatteÔÇť, mu├č ich doch machen. Strauss war Pr├Ąsident der Reichsmusikkammer, weil er glaubte, durch seinen Einflu├č das Schlimmste verh├╝ten zu k├Ânnen. Seine Schwiegertochter war J├╝din, und er mu├čte vorsichtig taktieren. Als jedoch vor der Urauff├╝hrung der ÔÇ×Schweigsamen FrauÔÇť der Name des (j├╝dischen) Librettisten Stefan Zweig nicht auf Plakat und Theaterzettel stand, bekam Strauss einen Tobsuchtsanfall und k├╝ndigte seine Abreise aus Dresden an. Die Nazis f├╝rchteten den Eklat und lenkten ein. An Stefan Zweig schrieb er: ÔÇ×Ich componiere keine getarnten Opern... Vom Zweig erfundene Texte componiere ich nur inter dem Titel: Zweig.ÔÇť Der Brief wurde abgefangen und landete auf Hitlers Schreibtisch. Kurz darauf legte Strauss sein Amt nieder. Er hatte sich genau so wenig ÔÇ×dem Teufel verschriebenÔÇť wie Furtw├Ąngler, der im Streit um Hindemith seine ├ämter demonstrativ niederlegte.

Liebe Gr├╝├če
Parsifal

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Rolf-Peter Wille
???
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Lieber Parsifal,

vielen Dank fuer's Lesen, die Ehre und den interessanten Kommentar ueber Strauss. Ich habe daraufhin noch einmal das Kapitel ueber Strauss gelesen in Michael Kater's "The Twisted Muse". Du hast recht. Strauss ist weniger belastet als man annimmt. Er scheint allerdings sein Amt als Praesident der Reichsmusikkammer 1933 zunaechst mit "hohen Erwartungen" angenommen zu haben. Sein Glaube, "das Schlimmste verhueten zu koennen", ist ihm erst etwas spaeter bewusst geworden, nachdem ihn die Teufel (besonders Rosenberg) vergrault hatten. Als Pianist interessieren mich natuerlich besonders die Faelle von Cortot, Elly Ney und Gieseking. Neulich sollte eine neugegruendete Musikschule in Hannover "Gieseking Schule" genannt werden, aber es ist natuerlich abgelehnt worden. Ich frage mich, wie sehr er impliziert war. Michael Kater gibt so gut wie keine Auskunft darueber (nur Artur Rubinstein gibt ein recht negatives Bild von ihm in seinen Memoiren).

Liebe Gruesse,
Rolf-Peter

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