Der Ton aus alten Zeiten klingt wie Hohn
Und schmeichelt Déjà-vus aus Deiner Zunge.
Du ahnst, der Krebs zerhustet Deine Lunge:
Der Atem pfeift verdächtig lange schon.
Du redest Dich in falsche Emotion
Und hast Dir den Humor so abgezwungen!
Gelehrsamkeit tönt leer, wie ausgewrungen:
Die Sätze quietschen unter der Torsion,
Der Du sie unterworfen hast in Wut,
Enttäuschung und dem Zorn des nie Geehrten.
Verbergen willst Du sie und klingst nach Stahl,
Der, ausgehärtet, in der heißen Glut
Zum Schwert geschmiedet, bisher Unversehrten
Ins Ohr getrieben wird zu schlimmster Qual.
Lieber Walther!
Daß wir beide Sonettliebhaber sind ist klar...trotz des langen Weges, hin zum geglückten Sonett.
und deshalb im Sinne einer Tenzone (und mehr zum Spaß ein Antwortsonettchen (Ich stelle es noch im Board ein)machst Du mit?
So nette Kleingefäße für Gedanken...
Der Ton aus alten Zeiten wirkt wie Mohn.
Erjambt erlallt befremdliches Gedusel.
Aus Mythenwelten aufgestockter Grusel
ergreift nur noch Gelehrte in Pension.
Noch immer sitzt Francesco auf dem Thron,
beblättert mit Gewürz! Metaphernfusel
ergießt sich in Gelehrsamkeitsgewusel.
Die Kunst zu lieben ist erstarrt im Klon.
So nette Kleingefäße für Gedanken...
Was soll denn das Geschrei von Redekunst!?
Kein Gott braucht solche Reimeranken!
Der Spott ist schnell und wird von dem gegrunzt,
der kaum ein Herz je angerührt mit Worten.
Die Liebe liebt - und öffnet neue Pforten.
Sei gegrüßt und vielleicht erheitert
gitano
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Ich aber trank, gebannt und gleichsam wie im Wahn aus Ihren Augen wie ein Himmel im Orkan...die Süsse, die entzückt, die Lust, die Tod bereitet(Charles Baudelaire)
quote:Da will mich wohl der alte Fluch ergreifen:
Es wird nicht rund, was sich nicht rundet, und
Es wird gesund nicht, was erkrankt. Der Schund,
Genau der, welcher, ließe man es schleifen,
Rasch um sich griffe, ließe man ihn reifen,
Ist es, dem es zu wehren gälte. Grund,
Sich zu ereifern, man tut’s lautstark kund,
Nach allen Regeln höchster Kunst zu keifen!
Das ist der Fluch, den ich hier jetzt verfluche:
Er schleicht sich ein, er macht sich breit, kennt keine,
Ich wiederhole, keine Gnade mit den Texten!
Ob ich mich nochmal am Sonett versuche?
Ach, geht mir weg und lasst mich doch alleine,
Mit diesem ganzen Formkram, dem verhexten!
Lb. gitano, werter Sonettmeister, sei gegrüßt!
W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"
quote:Da will mich wohl der alte Fluch ergreifen:
Es wird nicht rund, was sich nicht rundet, und
Es wird gesund nicht, was erkrankt. Der Schund,
Genau der, welcher, ließe man es schleifen,
Rasch um sich griffe, ließe man ihn reifen,
Ist es, dem es zu wehren gälte. Grund,
Sich zu ereifern, man tut’s lautstark kund,
Nach allen Regeln höchster Kunst zu keifen!
Das ist der Fluch, den ich hier jetzt verfluche:
Er schleicht sich ein, er macht sich breit, kennt keine,
Ich wiederhole, Gnade mit den Texten!
Ob ich mich nochmal am Sonett versuche?
Ach, geht mir weg und lasst mich doch alleine,
Mit diesem ganzen Formkram, dem verhexten!
Erneut will ich für Dich das Wort ergreifen
auch gern beim Eukalyptuslutschen und
mytholisiere meinen rauhen Schlund
bis alle Viren resümieren: Kneifen!
bevor die Backen Siegeslieder pfeifen!
Der Kampf ist sinnlos gegen dieses Pfund!
Das atemkühle Öl salbt mich zum Bund
der Rache nimmt, die Viren abzustreifen.
Der Sieg, in schleimbefreiten Nebenhöhlen
erstarkt die Freude, auch mal laut zu gröhlen:
Ich halte Dir erfrischt die Bündnistreue!
so nette Form, an der ich mich erfreue!
Wohin? Wenn nicht zum Klang in Deinem Herzen!
So laß mich Dir verliebt in Terzen scherzen!
Vielen Dank Walther! Für den tollen Spaß!
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Ich aber trank, gebannt und gleichsam wie im Wahn aus Ihren Augen wie ein Himmel im Orkan...die Süsse, die entzückt, die Lust, die Tod bereitet(Charles Baudelaire)
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