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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Der Treppengott
Eingestellt am 24. 01. 2004 15:45


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majissa
Autor mit eigener TV-Show
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Jedes kretische Haus weist eine mehr oder minder funktionstĂŒchtige Treppe auf. Selbst die Ă€ußeren Treppen, die am Haus oder um das Haus herumfĂŒhren, halten enormes Gewicht aus und bröckeln nur leicht, wenn man etwas schneller geht oder die Stufen hinaufspringt. Im Inneren finden sich meist Wendeltreppen, die von der untersten Etage bis in das Dachgeschoss fĂŒhren, aber von Stockwerk zu Stockwerk so schmal werden, dass man gezwungen ist, seitlich hinaufzusteigen. Es gibt auch Treppen, die aus feinstem Holz gearbeitet sind und in abenteuerlichen Windungen und Knicken durch die gesamte Wohnung fĂŒhren, bevor sie die erste Steigung nach oben machen. Giorgis‘ Treppe ins Schlafzimmer mĂŒndet knapp unter der Deckenbeleuchtung in eine Art HĂ€ngebrĂŒcke, aus der mehrere Planken herausgebrochen sind.

”Ihr mĂŒsst wissen, Kinder...“ erklĂ€rte er, als wir die einzigartige Konstruktion begutachteten, „...dass ich keine Frau mehr habe, die mir die Nacht zum Abenteuer macht. DafĂŒr gibt’s nun meine BrĂŒcke, die insgesamt 15 Meter misst und geradewegs ins Bett fĂŒhrt. Es ist jedesmal spannend. Komme ich unbeschadet rĂŒber oder breche ich mir die Knochen? Ich weiß das nie. Manchmal schalte ich vorher das Licht aus und klettere ĂŒber das morsche Holz. Dann macht es plötzlich ”Knack” und mein rechtes Bein sackt ein. Mit dem linken klammere ich mich an der SeilfĂŒhrung fest, die ich vorsorglich an mehreren Stellen angesĂ€gt habe, um die Sache aufregender zu gestalten, und meinen Zahn grabe ich in die erstbeste Planke, die ich zu fassen kriege. Wenn das Ganze dann wie wild zu wackeln beginnt, könnte ich vor Freude platzen.”
”Aber das ist doch gefĂ€hrlich!” rief ich und machte mir ernstliche Sorgen um Giorgis‘ Wohlergehen.
”Bah! Im Vergleich zu 30 abenteuerlichen Ehejahren ist diese BrĂŒcke ein harmloser Zeitvertreib, wenn du verstehst, was ich meine!” antwortete Giorgi und grinste sein Ein-Zahn-LĂ€cheln.

Wo auch immer wir hinkamen, um die absonderlichsten Treppen zu bestaunen, fragten wir nach ihrem Erbauer.
”Ist doch klar, wer das war: Der Mastoras (Meister) aus Ano Viannos“, erhielten wir zur Antwort.
”Der muss gut sein!” sagte mein Mann.

Unser HĂ€uschen liegt zehn Minuten von Ano Viannos entfernt. Die Außentreppe haben wir verbreitert und verstĂ€rkt, weil die Schmerzensschreie der StĂŒrzenden die Nachmittagsruhe der Schlafenden empfindlich gestört haben muss. Unser Haus wurde von innen nach außen und von unten nach oben gestĂŒlpt, um es unseren WĂŒnschen anzupassen. Es ist noch nicht bezugsfertig.

Nach etlichen Jahren der Sanierung fiel uns ein enormes Defizit auf: Die Innentreppe fehlte. Noch heute kann ich nicht fassen, dass mir das nicht frĂŒher auffiel. Es war einfach nicht möglich, vom Wohn- ins Schlafzimmer zu gelangen, ohne ĂŒber die Außentreppe zu steigen, die Terrasse zu ĂŒberqueren und die AußentĂŒr des oberen Stockwerkes zu öffnen.

Wir brauchten dringend eine geschmackvolle, unseren individuellen BedĂŒrfnissen angepasste, Innentreppe. Und wer könnte fĂŒr die ErfĂŒllung unseres besonderen Wunsches besser geeignet sein als der Meister aus Viannos! Endlich hatten wir einen Grund, diesen außerordentlichen Menschen aufzusuchen, von dem alle sagten, er arbeite mit Leidenschaft und kenne das Wort „unmöglich“ nicht.

Bereits am nĂ€chsten Tag setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Ano Viannos. Wir fragten uns zur Schreinerei durch und standen schließlich vor der weit geöffneten EingangstĂŒr, die uns einen Blick in das Innere gestattete, aus dem der anheimelnde Geruch von neuem, alten und behandeltem Holz strömte. Der Meister höchstpersönlich stand ĂŒber und ĂŒber mit HolzspĂ€nen bedeckt an einer Werkbank und strich prĂŒfend ĂŒber eine Latte.

”Dort ist er also!” flĂŒsterte mein Mann ehrfĂŒrchtig und glotzte neugierig wie eine Eule in die Schreinerei.
„Er sieht aus wie ein Christstollen“, raunte ich.
„Nein! Das sind nur die SĂ€gespĂ€ne. Sieh nur! Er geht völlig in seiner Arbeit auf.“
”Nun mach keinen Messias aus ihm!” antwortete ich unwirsch, wobei mir augenblicklich die tiefere Bedeutung meiner Worte bewußt wurde:
”Oh, Gott, der war ja auch Zimmermann!”

Wir traten ein. Der Meister sah von seiner Werkbank auf und reichte meinem Mann die Hand, oder das, was von seiner Hand ĂŒbriggeblieben war. Mir verwehrte er Daumen und Ringfinger. Stattdessen nickte er mir knapp zu. Er trug eine feine silberne Brille und einen Bleistift hinter’m Ohr. Im hinteren Halbdunkel der Schreinerei arbeiteten zwei Lehrlinge, deren Gliedmaßen noch komplett waren.
”Was kann ich fĂŒr Sie tun?” fragte der Meister und trat ein paar Schritte ins Licht.
Ein langes Kiefernbrett ließ ihn straucheln. Er hob es vorsichtig vom Boden auf und suchte vergebens nach einem Abstellplatz. Wortlos drĂŒckte er es mir in die HĂ€nde.

”Treppe innen wollen. Diese wollen“, sagte mein Mann, dessen Griechischkenntnisse sich auf ein Minimum belaufen. Er kramte einen kleinen Zeitungsausschnitt aus seiner Hosentasche hervor.
”Hier!” fuhr er fort und wies auf die abgebildete Zeichnung. ”Das sein Wunsch. Glaube, einfach sein. Nix Problem?”
”Hm, so soll sie also aussehen?” fragte der Meister und drehte und wendete das Papier in seinen HĂ€nden.
Es gab nicht viel zu drehen, denn auch auf dem Kopf stehend verÀnderte sie ihr Aussehen nicht gravierend. Es sollte eine schlichte und wegen der niedrigen Zimmerhöhe etwas steile Treppe mit Podest werden.
”Ja!” antwortete ich. ”Genau so!”
Der Meister ignorierte mich und wandte sich an meinen Mann:
”Kein Problem, was fĂŒr ein Holz soll es denn sein?”
”Wir wollen ein schönes stabiles Holz. Auf keinen Fall Kiefer! Können Sie uns etwas zeigen?” fragte ich. Meine Worte prallten ab.
”Schöne Holz, stabilo, nix Kiefer, du haben Ikona?“ wiederholte mein Mann, woraufhin der Meister beflissen in der hintersten Ecke der Schreinerei verschwand und bereits nach einer halben Stunde mit einem kleinen Katalog zurĂŒckkehrte.
Er machte meinen Mann bedeutsam mal auf dieses, mal auf jenes Modell aufmerksam. Jeder meiner Versuche, ein Auge auf das Heftchen zu werfen, scheiterte, weil der Meister es mit schnellen, ruckartigen Bewegungen immer wieder meinen Blicken entzog.
”Das ist ja albern!” rief ich zu meinem Mann hinĂŒber, den der Treppengott in eine andere Ecke der Schreinerei zog, um nicht lĂ€nger von mir belĂ€stigt zu werden.
Ich wurde ungeduldig.
”Der ist absolut frauenfeindlich, dabei habe ich ihm ĂŒberhaupt nichts getan. Er kennt mich doch gar nicht! Wer will hier was von wem? Kaufe ich oder er?” schimpfte ich.
WĂŒtend ließ ich das Kiefernbrett fallen und bewegte mich durch einen Haufen SĂ€gespĂ€ne auf meinen Mann zu, der bereits Holzart und Preis aushandelte. Aufmerksam folgte der Mastoras seinen Ausschweifungen, die sich in etwa so anhörten:
”Du machen Treppe, ich sehen, dann du zahlen – finito!”
Der Meister kratzte sich verstĂ€ndnislos am Hinterkopf. Trotzig wiederholte ich fĂŒr ihn das Ganze noch einmal langsam in perfektem Griechisch und erhielt zur Antwort nur das abfĂ€llige Zungenschnalzen, das alle Kreter beherrschen. Es bedeutet ”Nein” oder ”du kannst mich mal” und wird immer von einem arroganten Kopfnicken begleitet.
”Ich bins leid! Was soll das hier sein? Die Kaaba zu Mekka? Ich gehe!” rief ich und verschwand nach draußen.
Nach zwei Stunden hatte ich mich soweit abgeregt, dass ich ohne Hysterie sprechen konnte.
”Die Treppe wird in drei Monaten fertig und eingebaut sein!” teilte mein Mann mir mit. Von da ab wurde der Mastoras totgeschwiegen.

Bald ging das GerĂŒcht um, der Schreiner habe bei der komplizierten Treppenkonstruktion fĂŒr Deutsche einen weiteren Finger verloren. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen.

Eines Tages war es soweit: ”Der Mastoras kommt heute mit der Treppe zum Haus. Wenn wir wollen, können wir sie uns vorher in der Werkstatt ansehen”, sagte mein Mann und schubste mich ins Auto, ohne eine Antwort abzuwarten.
”Gut, wenn du neugierig bist, sollst du sie sehen, aber ich bleibe draußen!” sagte ich auf der Fahrt nach Ano Viannos.

Von der Straße aus hatte ich einen recht guten Blick auf unsere nagelneue Treppe, die an einer Mauer im Innern der Schreinerei lehnte. Davon abgesehen, dass sie aus Kiefernholz gearbeitet war, fiel mir auf, dass noch etwas nicht stimmte: Sie hatte viel zu viele Stufen und das Podest fehlte.
”Halt! Nicht bezahlen!” schrie ich in die halbdunkle Werkstatt. ”Etwas ist falsch an der Treppe! Außerdem fehlt das Podest!”
Der Meister kam und schlug mir die TĂŒr vor der Nase zu. SpĂ€ter trat mein Mann freudestrahlend und um 4000,- DM Ă€rmer auf die Straße.
”Ist die Treppe nicht wunderschön?” rief er und schubste mich ins Auto.
”Das Podest fehlt und sie hat mindestens 30 Stufen zuviel”, antwortete ich zornig.
”Ach, was, du ĂŒbertreibst. Lieber zuviel als zu wenig und das Podest baut er bestimmt nachtrĂ€glich an. Heute nachmittag kommt er zum Haus. Dann kann ich das Thema anschneiden, wenn du magst, obwohl ich der Meinung bin, dass sie auch ohne Podest wirkt”, sagte mein Mann und warf mir einen nervösen Seitenblick zu. SpĂ€ter auf der RĂŒckfahrt bemerkte ich, dass sein rechtes Augenlid flackerte und zuckte. Mit schweißnassen HĂ€nden klammerte er sich an das Lenkrad. Ich konnte es nicht glauben: Mein Mann fĂŒrchtete den Mastoras.

Am Nachmittag stand ich auf der Straße vor unserem Haus. Versonnen betrachtete ich die Bougainvillea, die sich ĂŒppig und blĂŒhend um unsere Fenster und TĂŒren wand, streichelte den Wein, der planmĂ€ĂŸig auf der linken HĂ€userwand Richtung Terrasse wuchs. Die Äste des OrangenbĂ€umchens streckten sich neugierig ins Schlafzimmerfenster. Bald brauche ich nur noch vom Bett aus zur Seite greifen, um mir Orangen vom Strauch zu pflĂŒcken, dachte ich froh.

Eine MatschfontĂ€ne, die sich ĂŒber mein Gesicht und mein DekolletĂ©e ergoss, riss mich aus den TrĂ€umereien. Der Meister war gekommen und hatte seinen Lieferwagen mit 60 Sachen durch die einzige PfĂŒtze gejagt, die im Umkreis von fĂŒnf Kilometern existierte. Er grinste zufrieden hinter dem Steuer und nickte mir knapp zu. Zusammen mit seinen Lehrlingen hob er die Treppe aus dem Wagen und schleppte sie ins Haus. Ein Blick auf die leere Ladefront des Lieferwagens bestĂ€tigte meine Vermutung, dass es nie ein Podest geben wĂŒrde. Nach zwei Stunden war der Einbau getĂ€tigt und der Meister verschwunden.
”Na, wie findest du sie?” fragte mein Mann, tĂ€tschelte die Stufen und bewunderte die Holzarbeit.
”Sie stimmt hinten und vorne nicht!” antwortete ich. „Es ist eine HĂŒhnerleiter, eine Stiege, schau doch richtig hin! Sie hat viel zu viele Stufen!”
„Geh‘ mal hinauf! Du wirst sehen, sie ist perfekt.“
Schnell kam ich hinauf, aber der Abstieg dauerte eine Viertelstunde.
„Von wegen perfekt! Die Stufen bieten nicht mal Platz fĂŒr die Ferse! Da kommt kein Schwein runter!“ rief ich entsetzt aus.
”Dann geh auf Zehenspitzen!” antwortete mein Mann. Er gestand sich die Niederlage nicht ein, sprang selbst die Stufen hinauf und rutschte sie Ă€ngstlich auf dem Hintern hinunter.
”Siehst du, es geht doch!” begeisterte er sich, als es ihm beim fĂŒnften Versuch nach einer knappen halben Stunde gelungen war, rĂŒckwĂ€rts und auf Zehenspitzen hinabzuklettern.
”Ja, klar geht’s, wenn du dir Klebstoff auf die HĂ€nde schmierst, damit du wenigstens an der Wand Halt findest.“ Ich seufzte. „Gib’s doch zu! Die Treppe ist eine Katastrophe. Soll ich mich von oben runterfallen lassen? Ich bin weder TausendfĂŒĂŸler noch SpitzentĂ€nzerin. Selbst Wildziegen, die ĂŒberall hinkommen, hĂ€tten hier ihre Schwierigkeiten.“
”Wir könnten ein GelĂ€nder anbringen”, schlug mein Mann vor.
”Wir haben sie bereits mit GelĂ€nder in Auftrag gegeben, wenn ich dich daran erinnern darf”, erwiderte ich giftig.
”Wir mĂŒssen mit dem Meister reden. Er hat das Podest vergessen, das GelĂ€nder ignoriert und ist bei den Stufen zur Höchstform aufgelaufen. So geht es nicht. Schließlich haben wir bezahlt.”

Erst nach einer Woche und nur unter Androhung der Scheidung gelang es mir, meinen Mann nach Ano Viannos zu zwingen. Die Schreinerei war verschlossen.
”Na bitte! Er riecht den Braten, aber ich werde hier vor seinem Holztempel warten”, sagte ich und setzte mich entschlossen auf die TĂŒrschwelle.

Die Sonne kroch ĂŒber die HĂ€userfront der gegenĂŒberliegenden Straßenseite und brannte mir gnadenlos auf den Kopf. Mein Mann war seit einer Stunde ĂŒberfĂ€llig. Mit dem Vorhaben, mal eben schnell Zigaretten zu besorgen, war er in eine der oberen kleinen Gassen entwichen, in der sich zwar kein Kiosk, aber Leftheris‘ Andenkenladen befand, in dem er gerne hockte und Kaffee trank.

Der Meister kam nicht. Irgendwann schlief ich ein. Als ich aufwachte, war es spĂ€ter Nachmittag. Um mich herum lagen Geldscheine. Auch einige MĂŒnzen entdeckte ich, die wegen der Hitze teilweise mit dem Boden verschmolzen waren. Man hatte mich fĂŒr eine Bettlerin gehalten! Der beißende Uringestank auf meiner Hose kĂŒndete vom neu erworbenen Platz auf der Markierungsliste irgendeines pinkelwĂŒtigen Straßenköters. ”Das wird er mir bĂŒĂŸen, dieser HolzwĂŒstling!” dachte ich, stand auf und sammelte das Geld ein.

”Was machst du denn hier? Es ist doch viel zu heiß”, sagte jemand hinter mir. Es war Leftheris‘ Frau.
Sie musterte mich von oben bis unten und rĂŒmpfte die Nase, als sie den hellen Fleck auf meiner Hose entdeckte. Ich erklĂ€rte ihr den Grund meiner Belagerung vor der Schreinerei und fragte sie, ob sie meinen Mann gesehen habe.
”Oh, ja, der ist zusammen mit Leftheris im GeschĂ€ft. Sie trinken Wein und hören Musik; scheinen viel Spaß zu haben. Und noch was: Ich an eurer Stelle wĂŒrde die Sache mit der Treppe einfach vergessen. Der Meister ist ein Eigenbrötler. Dem musst du jede Stufe einzeln erklĂ€ren. Ansonsten beginnt er, zu improvisieren und dabei kommen die verrĂŒcktesten Dinge heraus. Es hat keinen Sinn, sich bei ihm zu beschweren. Er hĂ€lt sich fĂŒr einen großen KĂŒnstler, und du weißt ja, wie ungemĂŒtlich die werden können, wenn man ihre Werke kritisiert!” erklĂ€rte Maria.
”Ist er schon mal ungemĂŒtlich geworden?” fragte ich, neugierig geworden.
”Na ja, sieh dich doch hier mal um”, flĂŒsterte sie und blickte sich verstohlen nach allen Seiten um.
”Dir werden die vielen VerstĂŒmmelten doch aufgefallen sein. Ganz zu schweigen von den VerĂ€tzten. Ich sage dir, so ein Eimerchen Holzbeize kann die Haut schon ganz schön zurichten.”
„Was? Du willst du nicht andeuten, der Mastoras...?“ Maria winkte Ă€ngstlich ab und entfernte sich eilig.

Damit war das Thema Treppe bis auf Weiteres verschoben. Am Abend suchte ich Giorgi in seinem Haus auf und versuchte, ihn betrunken zu machen. Mir war da ein Verdacht gekommen.
”Sag mal, wolltest du wirklich, dass deine Treppe direkt unter der Schlafzimmerlampe endet?”
Giorgi rÀusperte sich unbehaglich.
”Und was hat es mit dieser BrĂŒcke auf sich?“ fuhr ich fort. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie geplant war, oder?” Wieder nur ein RĂ€uspern.
”Hast du selbst die BrĂŒcke angenagelt, weil du sonst hĂ€ttest hinunterspringen mĂŒssen? Sprich bitte offen mit mir! Wir sind doch Freunde, oder? Wir haben den Meister beauftragt, und er hat uns eine verdammte HĂŒhnerstiege gezimmert, auf der kein Mensch gehen kann.“
”Psst, Kind, nicht so laut!” mahnte Giorgi, erhob sich und zog die Gardinen vor dem KĂŒchenfenster zu. Dann kam er zurĂŒck, blieb stehen und stĂŒtzte seine Arme auf die Tischplatte. ”Du weißt gar nicht, was fĂŒr Folgen deine unbedachte Äußerung haben kann”, sagte er. Zur Warnung hob er den Zeigefinger, hielt ihn mir vor’s Gesicht und bohrte ihn dann zur BestĂ€rkung seiner Worte in mein Schulterblatt.
Ich verlor die Geduld.
”Also, gut, Giorgi. Was kann so schlimm sein? Womit haben wir es hier zu tun? Mit der Holzmafia, einem außerirdischen Zimmermann, der auf seinem Planeten Scheiße baute und nach Kreta strafversetzt wurde? Ist er nur ein armer Irrer, der ein ganzes Dorf in Atem hĂ€lt? Hat die orthodoxe Kirche damit zu tun? LĂ€ĂŸt er jeden Bauauftrag heimlich vom Metropoliten in Konstantinopel absegnen?“
Giorgi ließ sich auf seinen Stuhl sinken.
”Eine Frage, Kind, weißt du, was auf dem Epitaph unseres großen Schriftstellers Kazantzakis geschrieben steht?”
”NatĂŒrlich. Die Quintessenz seiner Forschungen: "Ich erhoffe nichts, ich fĂŒrchte nichts, ich bin frei!
”Na also, da hast du schon die Antwort. Der Meister lebt und arbeitet nach diesen drei Lebensweisheiten. Er baut frei nach seinen Vorstellungen, erhofft kein gutes Ergebnis, und sobald er Beschwerden hört, weist er darauf hin, dass er nichts, aber auch gar nichts zu befĂŒrchten hat. Verstehst du, so einfach ist das.”
”Nein, wie könnte ich? Wenn ich etwas in Auftrag gebe und dafĂŒr bezahle, erwarte ich korrekte Arbeit. So lĂ€ufts nun mal. Wieso lasst ihr euch von diesem Holzwurm auf der Nase herumtanzen? Wenn ich nur an die arme Giannikopoulos denke, deren Treppe sich im Zickzack durch alle fĂŒnf RĂ€ume windet, bevor sie richtig ansteigt. Da wird mir ja schlecht!”
”Na, hör mal!“ warf Giorgi ungehalten ein. „Was beschwerst du dich? Ihr habt ja noch GlĂŒck gehabt! Schau dir nur die Treppe der alten Fragonikolakis an. Die Frau ist 85 und muß nach jeder dritten Stufe einen Klimmzug machen, weil der Meister dort ein Loch gelassen hat. Und weißt du, was sie tut? Sie trainiert! Ha! HĂ€ngt sich an ihre HoftĂŒr und macht tĂ€glich 150 KlimmzĂŒge. NatĂŒrlich erst, wenn alle anderen ihren Mittagsschlaf halten. Sie schĂ€mt sich, die Gute; ist immerhin Witwe und keine Barrenturnerin!”
”Aber das ist trotzdem nicht zumutbar“, wandte ich ein.
”Soll ich dir sagen, was wirklich an die Grenze des Zumutbaren stĂ¶ĂŸt? Wer das schlechteste Los von uns allen gezogen hat?” Giorgi geriet zunehmend in Erregung.
”Ja, komm, sag es mir!” forderte ich ihn nicht weniger hitzig auf. Seine aberwitzigen Beschreibungen faszinierten mich.
”Nikos!” sagte Giorgi und steckte sich umstĂ€ndlich eine Zigarette an.
”FĂŒr seine Wendeltreppe hat er sieben Millionen Drachmen hingeblĂ€ttert. Sie ist ein Wunderwerk, versteh mich nicht falsch! Von Stockwerk zu Stockwerk fĂŒhrt sie durch sein riesiges Anwesen.
„Nun mach aber mal einen Punkt! Das kann ich von einer Treppe ja auch erwarten, Giorgi.“
Er winkte unwirsch ab. „Unterbrich‘ mich jetzt nicht! Der Meister hat monatelang daran gearbeitet. Feinstes Holz, echte Mooreiche, excellente Verarbeitung, nur...und jetzt halt dich fest!...die Stufen sind allesamt senkrecht angebracht, wenn du verstehst, was ich meine. Nikos hat die grĂ¶ĂŸte und teuerste Rutsche Europas im Haus. Seine Enkel wird der jedenfalls nicht mehr los. Die reiben die Stufen mit Möbelpolitur ein und rutschen...”
”Halt...!“ unterbrach ich. „...und wie kommt er hinauf?
”Mit einer KletterausrĂŒstung”, sagte Giorgi, zuckte gleichmĂŒtig die Schultern und nahm einen tiefen Zug von der Zigarette.
”Ich verstehe die Kreter nicht”, seufzte ich.
”Da gibt es nichts zu verstehen. Wir ehren Kazantzakis und halten zusammen. So einfach ist das. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich bin mĂŒde und habe noch einen langen Weg ins Bett vor mir, wie du dir denken kannst“, lachte Giorgi, klopfte mir aufmunternd auf die Schulter und ließ mich nachdenklich am KĂŒchentisch zurĂŒck.

Nach einer Viertelstunde legte sich der LĂ€rm in der oberen Etage. Ich trank meinen letzten Schluck Wein, stand auf und schloß leise die TĂŒr hinter mir. Und ich verstehe sie trotzdem nicht, die Kreter, dachte ich auf dem Heimweg, aber ihre SolidaritĂ€t ist unvergleichlich.

Eine prachtvolle Steintreppe löste die unsĂ€gliche HĂŒhnerleiter ab, deren Holzstufen sich in diesem Winter in den Kaminen meiner Nachbarn zum ersten und letzten Mal nĂŒtzlich machen werden.

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Mazirian
???
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schöne Geschichte

Hallo Majissa,

*seufz*, bis auf die kupierte Bougainvillea und ein fehlendes "und" ("...reiben die Stufen mit Möbelpolitur ein UND rutschen.") hab ich nicht mal Tipp- oder FlĂŒchtigkeitsfehler gefunden. Geschweige denn Stil- oder Dramaturgiefehler. Ich weiß nur, dass ich lange nicht mehr so gelacht hab.
Meine Lieblingsstelle:
"Oh Gott, der war ja auch Zimmermann!" Hm, und weil er keine gescheiten Treppen machen konnte, wurde er dann Messias? Die Bibel verschweigt das ja gnÀdig...
Im Ernst, ich war stĂ€ndig am LĂ€cheln und Grinsen und hatte trotzdem nie das GefĂŒhl, dass hier sehr bemĂŒht ein Gag auf den anderen getĂŒrmt wird. Das ist schon echt gut gemacht. *mich respektvoll verneig*
Auf jeden Fall gehört es "...zum Besten, was die LL zu bieten hat..." Volle Punktzahl.
Hoffen wir, dass du beim nĂ€chsten Mal auf Kreta kein Eimerchen Beize ĂŒber den Kittel kriegst und mit allen zehn Fingern wieder nach Hause kommst.

lieben Gruß

Achim
__________________
Es ist alles schon gesagt worden - nur noch nicht von jedem (Karl Valentin)

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majissa
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spÀte Genugtuung

Lieber Achim,

ich erröte ob deines Lobes und dieser peinlichen Blumensache. Dabei war ich so ĂŒberzeugt von der Schreibweise. Bougainvillea klingt natĂŒrlich richtig geschrieben gleich vornehmer. Das fehlende „und“ ist mir Dorn im Auge und wird gleich nachgetragen. Danke fĂŒr dein Adlerauge.

Aus der Messiasgeschichte könnte man noch einiges herausholen, entfuhr es mir spontan, als ich deinem skurrilen Gedankengang folgte und mir einen frustierten Zimmermann vorstellte, der das Handtuch schmiss und sich fortan aufs Menschenfischen beschrÀnkte. Du hast ja Ideen! (Hier sollte ein Smileyfresschen hin, es kam aber nur ein Viereck!)

Der unsĂ€gliche Schreiner ist ĂŒbrigens echt und seine Stiege bereits verfeuert. Es ist mir eine spĂ€te Genugtuung, ihn hier ebenfalls zu verfeuern. Schön, dass ich dich zum Lachen bringen konnte.

Lieben Gruß
Majissa

P.S. Schönes Hemd ĂŒbrigens!

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Daniel Mylow
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Hallo Majissa,
wunderbare Geschichte- allerdings fand ich sie gar nicht so lustig wie mein Vorredner, fĂŒr mich hatte sie auch eine leise Melancholie und zugleich etwas Absurdes. Jedenfalls sehr schön, keine Kritik, Höchstwertung! herzliche GrĂŒĂŸe Daniel

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majissa
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Hallo Daniel,

erstaunlich, dass dir eine Melancholie, zu der ich durchaus neige, zwischen den Zeilen auffiel. Ich danke dir herzlich fĂŒrs Lesen und Loben.

Lieben Gruß
Majissa

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JoshHalick
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Liebe Majissa,

ich habe deine Geschichte verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schlecht bewertet, warum, das will ich dir erklĂ€ren:
Ich sagte dir einmal, dass ich niemals bei einer Kritik lĂŒgen wĂŒrde und deshalb gebe ich ehrlich zu, das mich die Geschichte bereits nach drei-vier AbsĂ€tzen langweilte.
Zum einen lag das an der Vorhersehbarkeit des Geschehens. Und auch die Gags, ja, waren leider allesamt sehr berechenbar, teilweise ĂŒberzogen.
Was den Humor einer Geschichte anbelangt, habe ich da meine ganz eigene Theorie, mittels der ich dir erklĂ€ren kann, warum ich dir fĂŒr diesen Text, lediglich fĂŒr Form und Stil ein Lob zu kommen lassen kann, wĂ€hrend der Unterhaltungswert fĂŒr mich fast bei Null liegt.
Ich weiß, ich bin heute sehr direkt.
Also, pass auf. Ich erinnere mich noch sehr gut an deine Geschichte mit dem Ziegenbock. Der Titel ist mir entfallen aber den Inhalt habe ich genau vor Augen. In dieser Geschichte, hĂ€tten einige deiner Witze, die du hier verwendet hast eventuell göttlich funktioniert. Diese Geschichte besaß damals eine sehr schöne AbsurditĂ€t, unabhĂ€ngig davon wie realitĂ€tsnah sie war. Der Mond, das stinkende Vieh, die Ratten ...usw. Ja, die AtmosphĂ€re war ganz zauberhaft obskur. Sie spielte sich auf einer ganz anderen Ebene ab, wie die Witze dieses Textes hier. Gerade das wĂ€re eventuell reizvoll gewesen. Oder sagen wir es anders, eine Geschichte wie die von damals hĂ€tte die hier vorkommenden teils plumpen (ohne das Wort negativ zu behĂ€ngen), schon zehnmal gesehen und gehörten Witze retten können. Sie wĂ€ren sozusagen ihr Gegengewicht gewesen.
Hier nun, beschriebst du eine relativ eintönige Begebenheit, der ich aber durchaus auch die volle Punktzahl zugestanden hĂ€tte, wenn ich nicht glaubte, hier wolle jemand eine eigentlich bereits fĂŒr sich sprechende Handlung, ein wenig aufpeppen und ihr mit Gewalt eine Art der Unterhaltsamkeit abgewinnen, fĂŒr die sie nicht geschaffen ist. Das heißt im Gegensatz zu der Ziegenbock Geschichte, spielt diese hier von vornherein auf einer sehr... hm... eindimensionalen Ebene (was ebenfalls nichts Negatives bedeutet)... ja, sie spielt auf der selben Ebene wie ihre Witze und das finde ich fatal, denn so fehlt der nötige Kontrast, durch den ein Witz erst wirklich sichtbar wird.
Kurz und knapp, dies wĂ€re eine schöne, informative und lesenswerte ErzĂ€hlung, wenn der Autor nicht um jeden Preis versuchen wĂŒrde ihr Humor zu unterstellen.
Das klingt jetzt natĂŒrlich sehr gemein aber ich denke du wirst verstehen wie ich es meine und ich brauche nicht zu erwĂ€hnen dass ich nur meine persönlichen EindrĂŒcke darlege.
Abgesehen davon das du meinen Humor nicht getroffen hast, was nur ein minderschweres Verbrechen darstellt, ist mir noch etwas aufgefallen. Ich habe keinen Moment lang daran gezweifelt, dass diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit aufbaut. In wieweit das nun zutrifft, spielt keine Rolle, klingen tut fast jedes Wort sehr realitĂ€tsnah wiedergegeben und gerade das ist es, was mich zusĂ€tzlich störte. Besonders den Dialogen verlieh diese Tatsache, so seltsam es auch klingen mag, UnglaubwĂŒrdigkeit. Das liegt meines Erachtens daran, das den mĂŒndlichen Dialogen meist die PrĂ€zision fehlt. Was ich dir in einer Geschichte sagen will, schaffe ich meist in einem Satz unterzubringen, bei einer richtigen Unterhaltung aber benötigt es dann zwei oder drei, weil ich mir natĂŒrlich nicht jeden Satz den ich ausspreche vorher so zurechtlege das er immer alles beinhaltet was ich zu sagen habe. Jetzt kann man natĂŒrlich sagen, was macht es schon? Mein Dialog soll schließlich natĂŒrlich klingen und nicht wie eine Matheaufgabe zu der, der andere Part nur noch die Lösung liefern muß. Die Überlegung ist meiner Meinung nach aber vollkommen falsch. Es versteht sich von selbst, dass die geschriebene NatĂŒrlichkeit, nicht gleichzusetzen ist mit der Gelebten. Ich denke, die Geschriebene ist eine perfektionierte NatĂŒrlichkeit. Sie besitzt eine klare Struktur und vermittelt alles Wissenswerte, ĂŒber den Charakter des Sprechenden und die Bedeutung seiner Worte sehr zĂŒgig und ohne zu langweilen. Aber verstehe mich nicht falsch, derartige Unterhaltungen gibt es durchaus auch im wahren Leben, nur nicht in Situationen wie diesen hier:

” ”Na, wie findest du sie?” fragte mein Mann, tĂ€tschelte die Stufen und bewunderte die Holzarbeit.
Sie stimmt hinten und vorne nicht!” antwortete ich. „Es ist eine HĂŒhnerleiter, eine Stiege, schau doch richtig hin! Sie hat viel zu viele Stufen!”
„Geh‘ mal hinauf! Du wirst sehen, sie ist perfekt.“
Ich kam glĂŒcklich hinauf. Der Abstieg dauerte eine Viertelstunde.
„Von wegen perfekt! Die Stufen bieten nicht mal Platz fĂŒr die Ferse! Da kommt kein Schwein runter!“ rief ich entsetzt aus.
”Dann geh auf Zehenspitzen!” antwortete mein Mann. Er gestand sich die Niederlage nicht ein, sprang selbst die Stufen hinauf und rutschte sie Ă€ngstlich auf dem Hintern hinunter.
”Siehst du, es geht doch!” begeisterte er sich, als es ihm beim fĂŒnften Versuch nach einer knappen halben Stunde gelungen war, rĂŒckwĂ€rts und auf Zehenspitzen hinabzuklettern.
”Ja, klar geht’s, wenn du dir Klebstoff auf die HĂ€nde schmierst, damit du wenigstens an der Wand Halt findest.“ Ich seufzte. „Gib’s doch zu! Die Treppe ist eine Katastrophe. Soll ich mich von oben runterfallen lassen? Ich bin weder TausendfĂŒĂŸler noch SpitzentĂ€nzerin. Selbst Wildziegen, die ĂŒberall hinkommen, hĂ€tten hier ihre Schwierigkeiten.“
”Wir könnten ein GelĂ€nder anbringen”, schlug mein Mann vor.
”Wir haben sie bereits mit GelĂ€nder in Auftrag gegeben, wenn ich dich daran erinnern darf”, erwiderte ich giftig.
”Wir mĂŒssen mit dem Meister reden. Er hat das Podest vergessen, das GelĂ€nder ignoriert und ist bei den Stufen zur Höchstform aufgelaufen. So geht es nicht. Schließlich haben wir bezahlt.”



Diese Unterhaltung, beginnt sehr schön und glaubwĂŒrdig, sie besitzt eine Dynamik die den Leser vorantreibt. Das aber Ă€ndert sich zu dem Zeitpunkt, da die ErzĂ€hlerin beginnt von Klebstoff und Wildziegen zu sprechen. Ab da an, klingt es gekĂŒnstelt. Denn gerade hier, wo es fehl am Platze ist, versuchst du die oben genannte PrĂ€zision des geschriebenen Dialogs anzubringen. Sie steht fĂŒr mich aber in keinem VerhĂ€ltnis zu der Haltung der Charaktere, und zur Situation.
Na ja, ich hĂ€tte auch noch allerhand zum Handlungsablauf zu sagen, der im gleichen Maße zu viel unnĂŒtze LebensnĂ€he besitzt, die die Geschichte leicht langatmig wirken lĂ€sst, aber dazu schweige ich.

Eines aber muß ich dir noch sagen, liebe Majissa. Sicherlich scheint meine Kritik schwer verstĂ€ndlich wenn man deinen Text mit anderen Machwerken der Leselupe vergleicht. Im Vergleich dazu hat er den Nobelpreis verdient, das gebe ich zu. Aber ich habe hier all die Texte die ich bereits von der kenne als Maßstab gewĂ€hlt. Meine Kritik fiel dementsprechend also noch mĂ€keliger aus als sonst.

Beste GrĂŒĂŸe
Josh





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Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. - Plato -

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