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Marc war ein begeisterter Sportler, deshalb war seine Entscheidung ein Sportstudium zu absolvieren keine Überraschung für seine Freunde. Nun lagen die abschließenden Prüfungen vor ihm, er wollte ins Lehramt, denn es schien ihm sinnvoll, jungen Menschen die Begeisterung für den Sport nahe zu bringen. Blöderweise ereilte ihn just am Tag der Langlaufdisziplin, als er morgens eine Socke unter dem Bett hervorkramte, ein Ziehen im Rücken, ungefähr im Lendenwirbelbereich.
Nach kurzen Missfallensäußerungen und vorsichtigen Bewegungen stellte er fest, dass er nicht allzu sehr in seinen Leistungen eingeschränkt sein würde und packte sorgsam seine Tasche, nicht ohne die sagenumwobene Salbe mit dem Bienengift einzustecken. Diese Salbe hatte ihm und seinen Studienkollegen schon so manches mal gute Dienste geleistet.
Zuversichtlich betrat er die Sportstätte, begrüßte die Freunde, wie auch die Dozenten und begab sich in die Umkleide, um sich für die Strecke von 3000 m vorzubereiten. Kurz bevor er den Raum verließ, entschied er sich, den Lendenwirbelbereich mit der Salbe einzucremen, die ja bekanntlich wärmen und somit Probleme wohl fern halten würde.
So präpariert trabte er leichtfüßig zur Aufwärmrunde, die er ohne Probleme hinter sich brachte.
Der Start gelang erfreulich gut und das Wissen um sein Können trug ihn zuversichtlich voran. Bei ungefähr 1000 Metern schien ihm eine gewisse Wärme nicht nur am Rücken sondern auch ein wenig tiefer eher etwas störend. Bei 1500 Metern wurde ihm plötzlich bewusst, einen riesengroßen Fehler begangen zu haben. Er schwitzte und das gehörig und der Schweiß rann über den Rücken, über den Lendenbereich und nahm dort Teile der aufgetragenen Salbe mit sich, um sie treffsicher in die Falte zwischen seinen Pobacken zu verteilen. Dort, gut durch die Bewegungen der beiden Rundungen einmassiert, begann das Bienengift seine Wirkung konsequent zu entfalten. Hautteile, die nie Sonne und Wind ausgesetzt werden, sehr empfindliche Hautpartien wurden nun gnadenlos mit Bienengift getränktem Schweiß massiert. Bei 2000 Metern begann er sein Tempo zu steigern, obwohl Sportkollegen ihm Zeichen gaben, nicht zu früh zu forcieren. Er lief, er lief und am Rand der Bahn wechselte Kopfschütteln zu Erstaunen. Das war der Tag von Marc K.!
Die letzten 500 Meter waren für ihn der pure Albtraum, für die anderen ein wahres Mirakel. Er überquerte die Ziellinie mit der Zeit von 7.55.24, eine Leistung mit der er in den 50er Jahren um den Weltrekord mitgelaufen wäre! Marc interessierte dies alles nicht, er rannte, rannte um sein Leben, bis er sich im angrenzenden Schwimmbecken zum völligen Unverständnis aller ins Wasser stürzte, nur um es mit einem Aufschrei wieder zu verlassen. Sein Po brannte wie das Höllenfeuer persönlich und so lief er unvermindert schnell zur Umkleide, wo er zu seiner Erleichterung seinen Freund und Sportkollegen Gregor antraf.
In kurzen Worten erklärte Marc ihm das Debakel, sein schmerzverzerrtes Gesicht sprach Bände. Gregor um Ernst bemüht, erklärte, dass diese Salbe nur mit Creme zu entfernen sei und schon riss sich Marc die Hosen herunter, reichte seinem Freund die Körperlotion und eine Packung Papiertücher, streckte ihm den Hintern entgegen und presste zwischen den Zähnen hervor: Mach es weg!
Der sportliche Leiter betrat die Umkleide um Marc zu gratulieren, vernahm grunzende Laute, sah, zuckte schockiert zusammen, drehte sich um und verließ den Kopf schüttelnd die Lokalität.
06. August 2010
MarenS
Version vom 06. 08. 2010 12:22
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