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Leselupe.de > Erz├Ąhlungen
Freunde
Eingestellt am 28. 02. 2006 16:07


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kellerkurz
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2006

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Vor dem Haus werden Autot├╝ren zugeschlagen. Es ist noch fr├╝h an einem wundersch├Ânen Maimorgen. Da sind sie alle: die Mama, ihre drei T├Âchter, ihr kugelrunder Ehemann und ein hoch aufgeschossener Junge, der mir als Neffe vorgestellt wird. Dahinter stehen der alte Mercedes und der kleine weisse Lie-ferwagen mit den eingebauten Sitzen. Freudige Begr├╝ssung. Man hat sich seit letztem Herbst nicht gesehen.
-Haben Sie die Farbe, fragte der Mann, die Pinsel, die Drahtb├╝rsten,einen Steg, eine Leiter?
-Das Material liegt seit Wochen bereit. Die Arbeit kann sofort beginnen.
Mama und ihre Familie geh├Âren zum fahrenden Volk. Ich kenne sie seit vielen Jahren. Zweimal im Jahr kommen sie hier vorbei. Sie verkaufen Weidenk├Ârbe f├╝r jeden Zweck: Aepfel, Kleinholz, sch├Âne Gebilde zur Dekoration. Man kann auch mal was Spezielles bestellen: Korbst├╝hle,Deckelk├Ârbe f├╝r die schmutzige W├Ąsche,Katzenk├Ârbe... Die Lieferfrist ist ein halbes Jahr, die Arbeit tadellos. Im letzten Oktober sagten Mama und ihr Mann zu mir:
- Sie d├╝rfen den Gartenzaun nicht so rosten lassen. Kaufen Sie das Material, wir besorgen im Fr├╝hjahr das Malen.
Ein Preis wurde abgemacht. Heute kann es also los gehen. Man kratzt und b├╝rstet mit viel Energie. Die Kinder singen dazu. Es ist heiss; zum Gl├╝ck habe ich viel Mineralwasser und literweise Fruchts├Ąfte vorgesehen. Die Malerarbeit wird zu einem kleinen Fest.
Da taucht pl├Âtzlich ein Streifenwagen mit zwei Polizisten auf. Mama wird vom Steg herunter geholt, muss alle ihre Papiere zeigen. Die zwei M├Ąnner durchsuchen die Autos. Mir geht die Galle ├╝ber.
-Was tun Sie da? Sie haben kein Recht ...
-Nat├╝rlich haben wir das Recht. Sie wissen ja gar nicht, mit wem Sie es zu tun haben.
-Das sind meine Freunde; ich kenne sie seit vielen Jahren.
-So, so, wissen Sie denn wo sie wohnen? Kennen Sie ihre Namen? Also nicht!Und das sollten Ihre Freunde sein? Dass ich nicht lache!
Nun gen├╝gt es aber. Ich sehe dem Polizisten direkt in die Augen.
-Ich kenne viele Leute beim Namen, aber nicht alle sind meine Freunde, Herr Berger!
Er sieht mich erstaunt an, dann erinnert er sich. Ich bin doch eins von jenen Frauenzimmern, die unten auf der Landstrasse f├╝r die Planung einer Umfahrung des Dorfes friedlich manifestierten, und die er nicht eben sanft von der Strasse weg gezerrt hatte. Ver├Ąrgert schl├Ągt er sein Notizbuch zu.
-Alles in Ordnung, ruft er seinem Kollegen zu. Dieser gibt Mama die Papiere zur├╝ck, dann fahren sie weg. Die Kinder singen nicht mehr. Gegen Abend stehen wir vor dem frisch gemalten Gartenzaun. Wie sch├Ân gl├Ąnzt er doch in der Sonne. Mama, als Verwalterin der Familienkasse, hat den Lohn entgegen genommen. Am n├Ąchsten Tag werden sie alle in den S├╝den fahren. Sie legt mir zum Abschied den Arm um die Schultern.
-Machen Sie sich keine Sorgen um uns. An Polizeikontrollen wie die von heute sind wir uns gew├Âhnt.Wir stehlen nichts, wir handeln nicht mit Drogen. Unsere Papiere sind immer in Ordnung. Aber das will niemand wirklich glauben.
Ich dr├╝cke einen Kuss auf ihre runde, vom Schweiss klebrige Wange, und warte bis alle eingestiegen sind. Die Kinder winken: auf Wiedersehn im Herbst!
Ich aber m├Âchte wissen, welcher Esel aus dem Dorf die Polizei gerufen hat.





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Inu
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Hallo kellerkurz

Eine wahre Geschichte aus dem Alltag, ein Anschreiben gegen allgemeine Vorurteile. Alles ist atmosph├Ąrisch beschrieben und unaufgeregt erz├Ąhlt. Eine gute Geschichte. Ich finde nichts zu bem├Ąkeln.

Nur eine Kleinigkeit, die dem Wert des Textes keinen Abbruch tut, mich als Leser aber leicht irritiert Manchmal vergisst Du hinter Komma oder Punkt die Leerstelle.

Liebe Gr├╝├če
Inu

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Inu
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nochmal ich

kellerkurz, tu noch was f├╝rs ├Ąu├čere Bild. Warum schreibst Du nicht den Titel oben dr├╝ber und machst hin und wieder einen neuen Abschnitt. Das reizt dann mehr zum Lesen.


Inu

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kellerkurz
Autorenanw├Ąrter
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Freunde

Hallo, Inu,
vielen Dank f├╝r Deine freundliche Mitteilung. Du hast recht, die Darstellung l├Ąsst viel zu w├╝nschen ├╝brig. Dies war auch mein erster Versuch, eine meiner Geschichten im Internet zu ver├Âffentlichen. Ich war so aufgeregt, dass ich meine Vers├Ąumnisse nicht mehr sah. Auch habe ich festgestellt, dass ich viele Mechanismen meines Komputers ├╝berhaupt nicht kenne. Ich habe also viel Arbeit vor mir. Wenn mir jemand ein gutes Buch ├╝bers Internet empfehlen k├Ânnte, w├Ąre ich sehr dankbar.
Ich w├╝nsche Dir eine gute Woche.
Liebe Gr├╝sse
kellerkurz

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rilesi
Guest
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kellerkurz

hallo Gertrud

mir gefiel dein text gut, ich fand ihn spannend zum lesen, mit wichtigen fragen eingebaut, die zum nachdenken anregen

ich freue mich auf weitere texte von dir

liebe gr├╝sse, rilesi

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taxidriver
Hobbydichter
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hallo kellerkurz...
die geschichte gef├Ąllt mir...
was mich irritiert hat ist die w├Ârtliche rede...
k├Ânnte man die nicht in "g├Ąnsef├╝├čchen" setzen??...
und ich konnte nicht herausfinden wer was gesagt hat...

gru├č taxidriver

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