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Leselupe.de > Kindergeschichten
Karlchen kommt zur Hasenschule
Eingestellt am 20. 06. 2010 11:20


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domino
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Registriert: Jun 2009

Werke: 23
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Karlchen kommt zur Hasenschule

Karlchen ist ja soo aufgeregt! Er sitzt mit einer Menge kleiner brauner Hasen auf einer von Büschen umstandenen Wiese. Alle haben Körbchen bei sich.
Karlchen wendet seinen Kopf hin und her. Seine Schnurrhaare zittern, seine Nase bewegt sich ständig und die Ohren tanzen auf seinem Kopf, als wenn sie sich losreißen wollten. Und jetzt fällt ihm auch noch sein Körbchen mit Möhren aus den Pfoten!
„Da haben wir den Salat!“, sagt ein größerer Hase.
„Nein, nein, Möhren!“, ruft Karlchen.
Der große lacht und hilft ihm beim Aufsammeln. „Ich heiße Peter“, stellt er sich vor.
„Ich bin Karlchen. Bist du auch neu hier?“ Karlchen ist froh, mit jemandem reden zu können, denn Kurti war ganz schnell verschwunden, und er hatte sich nicht getraut, einen von den anderen Hasen anzusprechen..
Peter schüttelt den Kopf. „Ich soll hier ein bisschen helfen - .“
„Liebe Hasenkinder!“, ertönt auf einmal eine Stimme bei einem besonders großen Busch. „Kommt bitte alle dichter zu mir. Ich bin kein Fuchs, also keine Angst.“
Einige lachen, und langsam hoppeln die Hasenkinder nach zu dem großen Hasen.
„Wir möchten euch in der Hasenschule begrüßen. Ich bin Meister Löwenzahn, und ich freue mich, dass ihr gekommen seid. So, nun setzt euch schön hin und spitzt die Ohren. Die größeren Hasen haben nämlich für euch ein Lied eingeübt.“
Er tritt zurück und sieben Hasen hoppeln nach vorne. „Da ist Kurti“, flüstert Karlchen Peter zu. „Kurti ist mein Bruder. Kennst du ihn?“
„Na klar! Das ist ein lustiger Vogel.“
„Wieso Vogel? Er kann doch gar nicht fliegen!“
Aber jetzt geht das Lied los und Karlchen bekommt keine Antwort.
„Kommt ein Hase gelaufen,
setzt sich nieder ins Gras,
knabbert Kräuter und Möhren -
das macht ihm Spaß!“
Karlchen singt mit. „Ich kann das schon von Kurti!“ Vor Stolz werden seine Ohrenspitzen rot.
Nun kommt Meister Löwenzahn wieder nach vorne. Er hebt eine Pfote und es wird ganz leise. „Wer von euch hat schon mal mit einem Igel zu tun gehabt?“, fragt er.
Die kleinen Hasen schütteln die Köpfe.
„Niemand? Da habt ihr Glück gehabt!“ Meister Löwenzahn macht eine bedeutungsvolle Miene. „Mit Igeln ist nicht gut Kirschen essen – das lasst euch gesagt sein.“
„Ich will sowieso keine Kirschen essen“, flüstert Karlchen zu Peter, „die Steine da drin tun mir an den Zähnen weh.“
Aber Meister Löwenzahn spricht schon weiter. „Die Großen spielen euch jetzt die Geschichte ‚Hase und Igel’ vor, und wenn ihr gut aufpasst, wisst ihr, warum ihr um Igel einen weiten Bogen machen solltet.“
Karlchen ist ganz gespannt. „Kurti hat mir gar nichts davon erzählt“, raunt er Peter zu.
„Sollte wohl `ne Überraschung werden“, meint der. „Guck, es geht los.“
Da stehen schon ein Igel (natürlich kein echter!) und ein Hase (der ist echt). „Das ist ja Kurti! Der Hase da!“ Karlchen stupst Peter an und seine Pfote wedelt ungefähr in die Richtung.
Der Igel – natürlich kein echter, sondern ein Hase mit einem stacheligen Umhang - will mit Kurti einen Wettlauf machen. „So ein blöder Igel!“ Karlchen tippt sich an die Stirn. „Wir Hasen sind doch superschnell!“
Das denkt sich auch Kurti und bewegt eine Pfote wie einen Scheibenwischer vor seinem Kopf hin und her. Der Igel tut so, als wenn er das nicht sieht, und der Wettlauf fängt an. Kurti rast los, wie von einem Fuchs gejagt. Der Igel geht ein paar Schritte und duckt sich dann hinter ein Grasbüschel. Aber als Kurti am Ziel ankommt, ist der Igel schon da!
Karlchen guckt Peter verblüfft an. Peter grinst, aber er sagt nichts.
Der zweite Lauf startet. Und wieder ist der Igel vor Kurti am Ziel!
Karlchen hat genau hingesehen. Der Igel ist gar nicht gelaufen! Wie kann das angehen?
Beim dritten Lauf passt Karlchen noch besser auf. Er kriegt ganz große Augen. „Da sind ja zwei Igel! So ein gemeiner Trick!“ Er hopst aufgeregt hin und her. „Kurti, pass auf!“, ruft er ganz laut, „da ist noch ein Igel!“
Aber Kurti scheint ihn nicht zu hören. Er läuft ein viertes Mal und ein fünftes Mal, und immer wieder ist der Igel schon vor ihm da. Alle kleinen Hasen sind richtig wütend, und als Kurti am Ende völlig erledigt ins Gras fällt, stürmen sie auf das Spielfeld und wollen die Igel verprügeln.
Zum Glück ist Meister Löwenzahn da. Er stellt sich vor die „Igel“, die sich schnell wieder in Hasen verwandeln, und ruft: „Applaus für die Schauspieler!“ Und da trommeln alle Hasen – erleichtert, dass es nur ein Spiel war - mit ihren Hinterpfoten auf den Boden.
„Die Igel können ihre Kirschen alleine essen!“, ruft Karlchen. Meister Löwenzahn schmunzelt und sagt: „Ich glaube, ihr habt alle verstanden.“
„Lass dich nicht mit Igeln ein, es könnte leicht dein Ende sein!“, ruft ein Hase, und alle lachen.
„Und jetzt machen wir Frühstückspause!“, ruft Meister Löwenzahn. „Wir haben Möhrenburger, Möhrendöner und Möhrenspieße für euch vorbereitet. Lasst es euch schmecken!“
Karlchen schnappt sich einen Möhrendöner und beißt krachend hinein. „Toll, die Schule ist ja prima“, sagt er zu Peter.
„Warte nur, bis du Möhrenrechnen und Wurzelziehen lernen musst“, seufzt der.
Karlchen und die anderen kleinen Hasen machen an diesem ersten Schultag noch Wettrennen und Hochspringen. Die größeren Hasen helfen ihnen dabei, und Peter zeigt Karlchen einen Trick.
Beim Spielen in der Pause steht er auf einmal einem niedlichen Hasenmädchen gegenüber. Sie heißt Emmi, und Karlchen findet sie einfach süß. Sie tauschen ihre mitgebrachten Möhren und gucken sich beim Knabbern immer wieder an. Beim Singen setzten sie sich zusammen.
Leider ist die Schule bald zu Ende. Emmi und Karlchen stupsen ihre rechten Pfoten aneinander, und Emmi flüstert: „Bis morgen, Karlchen.“
Karlchens Ohren werden bis in die Spitzen rot. Er räuspert sich und kann grade noch „Bis morgen“ sagen, da ist Emmi schon weggehoppelt. Aber sie dreht sich noch einmal um, und Karlchen blickt ihr nach, bis sie hinter einem Busch verschwunden ist.
In dem Moment kriegt er einen Pfotenschlag auf den Rücken und fällt auf die Nase. „He, Karlchen, siehst du ein Gespenst?“
„Kurti!“ Karlchen reibt sich die Nase. Dann springt er auf und flitzt los. „Krieg mich doch, ich bin ein Igel!“

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