Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5284
Themen:   87786
Momentan online:
447 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > ErzÀhlungen
Mit Balkon
Eingestellt am 19. 12. 2008 17:27


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 767
Kommentare: 4439
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Gestern Morgen lief er mit ausgebreiteten Armen auf mich zu und drĂŒckte mich sehr fest an sich. Zu fest fĂŒr noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden. LĂ€nger kannten wir uns nicht. Außerdem war ich vorgestern gar nicht mit ihm sondern mit Sascha verabredet. Sascha war jĂŒnger als ich und kam öfter nicht. Vorgestern auch nicht.
Hans, er war wesentlich Ă€lter als ich,lud mich zu einem Bier ein. SpĂ€ter zu weiteren. Nach Mitternacht brachte er mich nach Hause. Bis vor meine WohnungstĂŒr. Keine Umarmung. Nicht einmal die Hand gab er mir.
Gestern Mittag trafen wir uns am Busbahnhof wieder. ZufĂ€llig, wie er behauptete. Eigentlich warte er auf seine neue LebensgefĂ€hrtin. Allerdings warte er schon ĂŒber eine Stunde.
NatĂŒrlich wusste er, dass ich Sascha zur Rede stellen wollte. Nicht einmal angerufen hatte der mich gestern. Und bei Sascha meldete sich den ganzen Abend nur die Mailbox. Der Bus in die Nordstadt fĂ€hrt ab Busbahnhof und Sascha wohnt dort. Sascha lacht immer. Selbst als ich ihn vor zwei Jahren fĂŒr zwei Auslandssemester in Boston verließ.

Hans hielt mich lange fest. Zu lange. Er roch nach warmem SpĂ€tsommerabend. Dabei weiß ich gar nicht, wie warme SpĂ€tsommerabende wirklich riechen. Plötzlich ließ er mich los und lud mich zum Kaffee ein. Ich zögerte und wusste lĂ€ngst, dass ich mitgehen wĂŒrde.
Wir setzten uns auf eine Polstereckbank in einer kaum beleuchteten Ecke der altdeutsch eingerichteten Busbahnhofskneipe und plauderten ĂŒber UnverfĂ€ngliches. ZunĂ€chst. Dann ließ er lĂ€ngere GesprĂ€chspausen entstehen und ich sah mich gezwungen, sie mit Worten zu fĂŒllen. Zwischen den Pausen war er bemĂŒht, im freundlichen Predigerton Geistreiches von sich zu geben.
„Wahrheiten
,“ sagte er, „sind unmodern. Selbst um letzte Wahrheiten reden sie herum!“
Er fuhr sich nach jeder seiner Weisheiten mit beiden HĂ€nden durch die grauen Haare, die fĂŒr sein Alter ungewöhnlich dicht waren.
„Selbst wenn einer todkrank oder uralt ist, versuchen sie, ihm einzureden, er habe noch Jahre zu leben. Können Wahrheiten einfach nicht mehr wahr sein lassen.“ Er stöhnte leise.
Nach einer besonders langen Pause begann er mit abfĂ€lliger Stimme von einer Frau zu erzĂ€hlen, neben deren Auto er so nah geparkt hatte, dass er sich genötigt sah, sie zu fragen, ob der Abstand zwischen den beiden Autos noch reiche, um bequem in ihren Wagen einzusteigen. Voller EntrĂŒstung habe die Frau, die etwa so alt wie er gewesen sei, den Bauch eingezogen, vorsichtig die AutotĂŒr geöffnet, aus- und wieder eingeatmet und triumphierend behauptet, in den letzten Monaten fĂŒnf Kilo abgenommen zu haben. Ob er das denn nicht sehe.
Doch, doch, allerdings sei er schon ein wenig kurzsichtig.
Gerade in den letzten Monaten, erzĂ€hlte er mir nach einer Pause weiter, schaue er stĂ€ndig Frauen - jungen Frauen - hinterher und stelle sich vor, mit ihnen zusammenzuleben. Am liebsten wĂŒrde er sie sich einverleiben, um deren Energie in sich aufzusaugen. NatĂŒrlich habe das Kannibalisches, obwohl es ihm reiche, allein ihre Seelen zu vereinnahmen.
Er schĂŒttelte den Kopf und redete leise weiter. Am sonderbarsten werde er, wenn er in der Nacht zuvor schlecht geschlafen habe. Und er schlafe seit Jahren in beinahe jeder Nacht nicht gerade gut.
Übrigens, wenn eine gewisse Sorte alter MĂ€nner meinen, auf plumpe Art zudringlich werden zu mĂŒssen, finde er das abscheulich. Dennoch legte er behutsam seine Hand auf die meine und begann sie zu streicheln. Ich ließ es geschehen. Aber er hörte schnell wieder auf und redete weiter.
„Wissen Sie, heute Nacht wurde ich gegen zwei Uhr wach. Gedanken nachtfalterten in meinem Kopf. Ich fror und stellte mir vor, eine Höhle in ein Steilufer hoch ĂŒber dem Meer zu graben. Im Schoß der Erde fĂŒhle ich mich am sichersten.“
Meine Augen begannen unwillkĂŒrlich feucht zu werden. Aus Verlegenheit griff ich nach der leeren Kaffeetasse, tat, als wĂŒrde ich ein SchlĂŒckchen trinken.
Als ich aufblickte, starrte er mir in den Pulli-Ausschnitt. Ertappt lĂ€chelte er und erzĂ€hlte hastig, er sei auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Einer mit Balkon. Auf Balkons fĂŒhle er sich wie ein kleines Kind, das von seiner Mutter getragen werde.“
Ich lachte. „Sie könnten mein Vater sein, aber ich wĂŒrde nie auf die Idee kommen, mich von ihnen tragen zu lassen.“
Bedauernd zuckte er mit den Schultern und griff sich stöhnend oberhalb der Taille in den RĂŒcken. „Könnte Sie auch gar nicht mehr tragen! Übrigens neulich habe ich im Museum in einer Vitrine einen nackten kleinen schwarzen Engel aus Porzellan gesehen. Der war höchsten zwanzig Zentimeter groß, hatte den schlanken, wohlgeformten Körper einer Frau und stieß mit der rechten Hand einen goldenen Spieß in den RĂŒcken eines nackten Mannes, wie ein Erzengel, der einem Drachen den Todesstoß versetzt.“
Ich versuchte zu lĂ€cheln. „Wenn ich an Engel denke, sehe ich vor mir immer diese Marmor-Putten mit Baby-Speck-Falten und Mini-Penis, Engelchen, wie sie auf AltĂ€ren von Barockkirchen herumschwirren.“
„Wahrscheinlich haben sich an denen pĂ€dophile Barockbildhauer ausgetobt. Und manchem katholischen Priester hat deren Anblick bei seinen frommen Übungen geheime Lust bereitet.“
Er grinste. „Wie alt sind Sie eigentlich?“
„FĂŒnfundzwanzig!“
„Und Ihr Name?“
„Anna!“
„Das war doch die Mutter der Gottesmutter Maria. Die Oma von Jesus.“
Ich zuckte mit den Schultern. Bereits in der Schule war Religion nicht mein Fach gewesen.
„Und Sie, wie heißen Sie?“
„Hans Hanstedt!“ Er sprach langsam, als mĂŒsste er sich erinnern. „Ja, Hans Hanstedt.“
„Ich bin fĂŒnfundsechzig. Im Krieg geboren. Am besten wurde man damals gar nicht geboren oder kam gleich im Soldatenalter zur Welt. Der FĂŒhrer brauchte Soldaten. Meine Mutter baute in unterirdischen Fabrikanlagen Granaten zusammen, wĂ€hrend mein Vater in Russland angeblich deutsche Frauen und Kinder verteidigen musste. Heute verteidigen sie auch wieder Deutschland am Hindukusch.“
Er stieß mit beiden Ellenbogen gleichzeitig auf den Tisch, nahm den Kopf zwischen die HĂ€nde, hielt sich die Ohren zu, schloss die Augen, öffnete sie wieder und lĂ€chelte. „FĂŒr meine Mutter, hat sie mir erzĂ€hlt, war ich, als mein Vater im Krieg war, ihr Kopfkissen. Sie nahm mich als ich nicht mehr ganz so klein war, mit in ihr Bett und legte ihren Kopf auf meine Brust. Nur so konnte sie einschlafen. Jedenfalls behauptete sie das.“
Erneut wurden meine Augen feucht. Er rutschte neben mich auf die Bank, roch nach SpĂ€tsommerabend, rĂ€usperte sich und fragte leise, ob er seinen Kopf auf meine Schulter legen dĂŒrfe.
UnwillkĂŒrlich rutschte ich ein StĂŒck von ihm weg und dann wieder zurĂŒck.
„Nur meinen Kopf?! Meine Frau hat mich frĂŒher im Bett immer aufgefordert, ich sollte mich doch einmal richtig auf sie legen. Konnte ich nicht. Schließlich lief sie mir weg. Vor acht Jahren. Nach ĂŒber fĂŒnfunddreißig Jahren. Hat nur einen Zettel hinterlassen. Habe dich nie gespĂŒrt, stand darauf.“
Vorsichtig schob ich den Alten ein wenig von mir weg und stand auf. „Ich fahre jetzt zu meinem Freund!“ sagte ich und wunderte mich ĂŒber meinen harten Tonfall.
Er nickte. „Den Kaffee zahle ich! Und ich wĂŒrde mich freuen, wenn wir uns morgen hier wieder treffen!“
„Von mir aus! Gegen Mittag?“
„Morgen gegen Mittag!“
Sascha traf ich nicht an. Als ich auf der RĂŒckfahrt am Busbahnhof umsteigen musste, ging ich noch einmal kurz in die Kneipe. Hans Hanstedt war nicht mehr da. Der Kellner winkte mir mit einem Zettel. „Von dem Grauhaarigen! Soll Ihnen den eigentlich erst morgen geben.“
„Könnte dich belasten! Hans.“ Stand in fĂŒr mich unerwartet krakeliger Schrift auf dem Zettel.
Der Kellner sah mich neugierig an.
„Wissen Sie, wo ich den Alten finden kann?“
„Nein. Habe ihn, soweit ich mich erinnern kann, erst zweimal hier gesehen. Mit Ihnen.“

Heute Morgen ging ich sofort in die Busbahnhofskneipe.
„Er war gestern Abend noch einmal hier! Mit einer Ă€lteren Frau.“ Der Kellner lĂ€chelte verlegen.
„Haben ziemlich viel getrunken, die Beiden. Betrunken waren sie aber nicht. Als er die Kneipe verließ, riss er sich von der Frau los und rannte ĂŒber die Fahrbahn. Wurde vom Bus angefahren. War nicht so schlimm. Dennoch haben sie ihn mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren. Die Frau fuhr mit.

Ich nahm den Bus zum Krankenhaus.
„Den haben wir gerade wieder entlassen. Wir haben ihn grĂŒndlich geröngt und eine Nacht hier behalten. Hatte keine inneren Verletzungen. Eine Ă€ltere Frau hat ihn abgeholt. Sie hatte ihn auch am Unfallabend ins Krankenhaus begleitet. Sind Sie seine Tochter? Ich darf nur Angehörigen Auskunft geben.“
„Nein, nur eine Bekannte. Leider!“
Die Krankenschwester zuckte mit den Schultern. „ Er hat mir gesagt, er wĂŒrde heute seine neue Wohnung beziehen. Er habe endlich eine mit Balkon gefunden.“



__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Version vom 19. 12. 2008 17:27
Version vom 20. 12. 2008 18:17
Version vom 22. 12. 2008 17:13
Version vom 29. 12. 2008 14:06

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

lieber @karl,

so was wie das hier nennt man freundlich "routiniert geschrieben". ich hab's bis zu ende gelesen, weil mir die anmutung, ein vierzig jahre Ă€lterer könnte die gefĂŒhle und das denken eines jungen mĂ€dchens beschreiben, gefallen hat.

walfische wie ich kennen sich da nĂ€mlich so gut wie gar nicht aus; ihr leben lang standen und stehen sie ziemlich ratlos vor dem s. o.. gewiss, bis zu einem bestimmten maß vermag auch ein leviathan die sprache und die mimik einer prinzessin zu deuten; eine vollstĂ€ndige und vor allem simultane ĂŒbersetzung in die eigene aber gelingt ihm nie.

ob ein mĂ€dchen wirklich so denkt, wenn sich ein alter lurch heran macht und ein paar sprĂŒche dabeihat, von seinen gebresten, vom krieg und von muttern, weiß ich also nicht so genau. ich halte aber es fĂŒr wenig wahrscheinlich, weil meiner erfahrung nach das abtörnendste, mit dem man einem mĂ€del gleich zu beginn ĂŒberhaupt kommen kann (ganz egal, wie alt man ist), der verweis auf die eigene mutti ist. die mĂ€delz machen dann immer gleich alle schotten dicht, bei dem gejammer - weil sie's sind, die ihr köpfchen anlehnen wollen, und nicht umgekehrt.

was dich, lieber @karl, dazu gebracht hat, uns diese geschichte so zu erzĂ€hlen, versteh ich also nicht recht; dein lyrich lĂ€sst mich rĂ€tseln - vor allem, warum in aller welt es den sĂŒĂŸen sascha zugunsten eines langweiligen spĂ€tsommer-balkonabends sausen lĂ€sst. dieses abschlussbild ist ein bisschen arg grotesk, finde ich.

ich glaube, wenn wir unser wunschdenken allzu offensichtlich auf s. os. ĂŒbertragen, erleiden wir nicht nur im leben, sondern auch im literarischen mehr oder weniger schiffbruch: weder die s. os. noch die leser kauften's uns ab - die sind doch nicht blöd...

nichts fĂŒr ungut und liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin

Bearbeiten/Löschen    


Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 767
Kommentare: 4439
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Bluefin,
seit vielen Jahren arbeite ich im psychotherapeutischen Bereich. Und die Menschen werden immer mehr, deren Eltern nicht mehr bereit sind, die Elternrolle zu ĂŒbernehmen. Ja, sie parentifizieren (zu Eltern machen) ihre Kinder. Und genau solche jungen Frauen, fahren hĂ€ufig auf Vaterfiguren ab, die eigentlich selbst Kinder geblieben sind. Sie entwickeln gleichzeitig Kinder- und ElterngefĂŒhle.
Das ist die Psychologie, die hinter der ErzÀhlung steckt.
Also jene junge Frau ist nicht die emanzipiert abgebrĂŒhte, an die du beim Lesen der ErzĂ€hlung möglicher Weise gedacht hast.
Herzliche GrĂŒĂŸe
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen    


FrankK
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2006

Werke: 23
Kommentare: 1808
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um FrankK eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Karl

Eine nette Geschichte, ich empfinde sie als gut und flĂŒssig geschrieben. Der Titel lĂ€sst zunĂ€chst was anderes vermuten, vor allem nach seinem Ausblick in den Ausschnitt ihres Pullis.
Hat mir insgesamt gut gefallen bis auf drei winzige Kleinigkeiten:

quote:
Außerdem war ich vorgestern gar nicht mit ihm sondern mit Sascha verabredet. Sascha war jĂŒnger als ich und kam öfter nicht. Gestern auch nicht.

Sollte es nicht eher "Vorgestern auch nicht." lauten?

quote:
„Ich bin neunundsechzig.“ Im Krieg geboren. Am besten wurde man damals gar nicht geboren oder kam gleich im Soldatenalter zur Welt. Der FĂŒhrer brauchte Soldaten. Meine Mutter baute in unterirdischen Fabrikanlagen Granaten zusammen, wĂ€hrend mein Vater in Russland angeblich deutsche Frauen und Kinder verteidigen musste. Heute verteidigen sie auch wieder Deutschland am Hindukusch.“

Die abschließenden AnfĂŒhrungszeichen nach "neunundsechzig" sind zuviel.

quote:
„FĂŒr meine Mutter war ich damals, als mein Vater im Krieg war, Kopfkissen. Sie nahm mich mit in ihr Bett und legte ihren Kopf auf meine Brust. So konnte sie am besten einschlafen. Jedenfalls behauptete sie das.“

Dies liest sich nicht so ganz schlĂŒssig. Wenn ich zurĂŒckrechne, war Hans 1939 geboren, bis Kriegsende gerade 6 Jahre alt. Ein SĂ€ugling als Kopfkissen passt nicht, sowas macht keine Mutter. An die gesamte Geschichte dĂŒrfte er sich selbst auch kaum noch erinnern, er kennt dies nur aus den ErzĂ€hlungen seiner Mutter.
Der Satz "Jedenfalls behauptete sie das." bezieht sich in dieser Konstellation wohl auch nur auf "So konnte sie am besten einschlafen." Leichter verstĂ€ndlich (fĂŒr mich) wĂ€re es in etwa in dieser Art:
"Meine Mutter erzÀhlte mir immer, dass ich damals, als mein Vater im Krieg war, ihr Kopfkissen gewesen sei."
Nur als Beispiel.

Das war’s auch schon.

Das Hans so redselig dargestellt ist, erscheint mir nicht sehr verwunderlich. Seit acht Jahren von seiner Frau getrennt, "plappert" er wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ĂŒber Gott und die Welt. Es muss einfach aus ihm heraus.
Bestenfalls noch erstaunlich, dass er Anna nicht mit "Du" anspricht, aber vielleicht ist er ja auch noch ein "Kavalier alter Schule".
Annas Verhalten gegenĂŒber Sascha, von dem man nicht viel mehr erfĂ€hrt, als dass er UnzuverlĂ€ssig und ein LĂŒgner ist, ist doch auch leicht nachvollziehbar. Ob sie dafĂŒr in Hans unbedingt eine Art "Vaterfigur" sehen muss, erscheint mir irrelevant und fĂŒr die Geschichte nicht notwendig.
Ein gut und gefĂŒhlvoll gezeichnetes Bild, diese Begegnung zwischen den Beiden.


Viele GrĂŒĂŸe
Frank

__________________
Leben und leben lassen.

Bearbeiten/Löschen    


Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 767
Kommentare: 4439
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Frank,
danke fĂŒr deine weitgehend positive Kritik und deine Hinweise, die mich selbstverstĂ€ndlich zu den notwendigen Korrekturen veranlassen.
Das mit der Vaterfigur wĂŒrde ich allerdings gern belassen, da man jungen Frauen, die sich auf Ă€ltere MĂ€nner einlassen, gern einen Vaterkomplex nachsagt. Hans ist aber eher ein alt gewordener kleiner Junge, der irgendwo heimlich immer noch hofft, dass Mama ihm Verantwortung abnimmt, die von ihm als Erwachsener erwartet wird.
Herzliche GrĂŒĂŸe
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen    


bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

lieber @karl,

den reklamierten psychotherapeutischen ansatz in allen (un)ehren - das lyrich kommt mir nicht so beschrieben vor, als hĂ€tte es einen spĂ€tsommerlichen balkon in der gerontopsychatrie nötig, wohl aber ihr das verfallsdatum weit ĂŒberschreitender adonis.

gewiss, es mag ein paar junge mĂ€dchen geben, die so fehlgesteuert sind, dass sie auf ihre großvĂ€ter abfahren. sicher wolltest du aber durch deine replik nicht zum ausdruck bringen, es sei aufgabe eines "therapeuten", die armen wĂŒrstchen zu sich ins bett zu kriegen.

ich bleibe dabei: die geschichte "stinkt" ein bisschen; wer genau hinschnuppert, riecht's und und kann nicht ergriffen sein, sondern ist betroffen (um dieses schauerlichste aller worte wieder mal auszuspeien).

nicht böse sein, bitte: es geht um literatur, nicht um weltanschauung.

liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin

Bearbeiten/Löschen    


8 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  ErzĂ€hlungen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Leselupe-Bücher





Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!