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Leselupe.de > Humor und Satire
Protokoll einer Misshandlung
Eingestellt am 14. 02. 2010 20:09


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anbas
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Protokoll einer Misshandlung

6:30 Uhr
Wir stehen gemeinsam auf. Es ist nicht unsere Zeit - da sind wir uns einig. Bis zum Verlassen der Wohnung beschĂ€ftigt sich jeder mit seinem Kram. Die MĂŒdigkeit ist zu groß, um mehr als das Nötigste miteinander zu besprechen. Wie jeden Morgen, fĂ€ngt mein inneres Kind zu trödeln an. Ich lasse ihm die Zeit, die es braucht.

8:30 Uhr
Wir kommen im BĂŒro an. Ich mache mir einen Kaffee. Das Kind ist mies drauf. WĂŒrde gerne etwas am Computer spielen. Aber da ist zu viel Arbeit, die erledigt werden muss. Ich erklĂ€re es dem Kind, doch das hört nur mit halbem Ohr zu. Ich ahne Böses.

9:12 Uhr
Das Kind hat mich nun schon wiederholt gefragt, wie lange ich denn heute noch arbeiten muss. Nach dem sechsten Mal habe ich aufgehört zu antworten.

9:57 Uhr
Das Kind spielt mit mir "Ich sehe was, was du nicht siehst". Es sind immer Sachen, die draußen zu finden sind. Dort ist herrliches Wetter und ich muss arbeiten. Ich sage dem Kind, es soll endlich still sein.

10:35 Uhr
Das kleine Monster will immer noch spielen. Zwischen zwei Telefonaten erklÀre ich ihm in schÀrfsten Tönen, dass ich wirklich keine Zeit habe.

10:41 Uhr
Dieses Monsterkind lÀsst nicht locker. Ich ignoriere es.

10:52 Uhr
Mein Gott, dieses Kind! Es wird jetzt richtig quengelig. Ich sage ihm noch einmal sehr deutlich, dass ich keine Zeit habe und dass es mir mĂ€chtig auf den Zeiger geht. Es schmollt. Ich spĂŒre es genau. Diese NervensĂ€ge!

11:02 Uhr
Das Gör meldet sich schon wieder zu Wort. Ich atme tief durch und konzentriere mich auf die Abrechnungen. Aber es lÀsst nicht locker. Mein Blick wird starr. Vor meinem inneren Auge werden Messer gewetzt.

11:16 Uhr
Das Gör mault und fÀngt an Blödsinn zu machen. Ich schnauze eine Kollegin an, die mich etwas fragen will. Entschuldige mich sofort. Drohe dem Kind mit Stubenarrest.

11:28 Uhr
Der Balg nervt mich mit dummen Fragen, quasselt stĂ€ndig auf mich ein - auch, wenn ich gerade telefoniere. Ich brĂŒlle wĂŒtend auf. Mein Chef schaut irritiert ins BĂŒro. Meinen Beteuerungen, es sei alles in Ordnung, scheint er nicht wirklich Glauben zu schenken. SpĂŒre, dass mein Kiefergelenk total verspannt ist.

11:31 Uhr
Jetzt fĂ€ngt dieser Balg auch noch an zu heulen. Ich habe Kopfschmerzen. Merke, dass ich Fehler gemacht habe und die HĂ€lfte meiner Arbeit fĂŒr den Reißwolf ist. Kann mich nur mĂŒhsam beherrschen, dem Balg keine zu Scheuern.

11:47 Uhr
Das Aas schreit und stampft mit den FĂŒĂŸen. Ich raste aus, schlage wild um mich, trete den Papierkorb durchs BĂŒro. Mir ist ĂŒbel, mein Kopf scheint zu explodieren.

11:55 Uhr
Mein Chef schickt mich nach Hause. Er meint, ich brĂ€uchte nicht so schnell wiederzukommen. Das MiststĂŒck von Kind singt wĂ€hrend des gesamten Heimwegs "HĂ€nschen klein ging allein". - Zu Hause werde ich es mit Bier vergiften.

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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