Hallo Walther,
Wanderdünen sind ein gutes Bild für die Vergänglichkeit.
Bei "Schmelze wird Schnee" könnte ich mir die Umkehrung naheliegender vorstellen.
Den Schlussvers finde ich entbehrlich, da er dem Entgegenwerfen der Körner den Höhepunkt verwässert.
Gern gelesen!
LG
Manfred
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ENachtigall
Foren-Redakteur ???
Registriert: Nov 2005
"um zu enden" widerspricht hier dem beschriebenen Wesen des Wandersandes. Enden will hier nur das Gedicht; der Wandersand kommt IMMER nur mehr oder weniger kurz zur Ruhe. Daher würde ich diese Wortwahl vermeiden.
Ansonsten ein fein nachgezeichneter Weg eines beeindruckenden Materials!
einwandfrei, und hut ab für dieses hohe sprachliches niveau, lyrisch durch und durch: und du steigerst dich tatsächlich, aber das hatte ich dir ja schon versichert, da eindeutiges potential in allen deinen bisherigen texten zu sehen sind. aber hier kann ich sogar den alten benn hören, nämlich: "statische gedichte", in der wort um wort sich etwas rankt, wie efeu, den leser in den text mit aufnimmt. dein gedicht klingt wie eine etüde von chopin, durchgehend mit einem lebendigen atem aufgefüllt, schön und intensiv, denn du erweiterst den boden der belebten "dinge", sand, ufer, burgen, brückenpfeiler, die zu sehen sind, indem du nur knapp und bemessen, dezent, fast zart huschend, ein "jemand" implizierst, der hier für uns wahrnimmt, der zu uns spricht: Drüber mäandert/Ein Leben...
damit werden wir eingeflochten in den fortlauf deines gedichtes, denn das subjekt leben, das sind wir ja tatsächlich: Gespült gefühlt/Über Steine und durch Schluchten, geschieht mit uns etwas, wir können uns nicht dagegen wehren, erneuerungen finden statt, horizonte und perspektiven wechseln, alles in einem melodischen fluss aneinandergereiht, ein gefühlstumult geradezu, der für mich spürbar ist, aufgewühlt von abschied, ende, erleichterung, aber auch ungewissheit, ein aufatmen und gegenatmen, landen wir, landet das leben irgendwo, im nirgendwo, Um auszuruhn/An Sonnenstränden/An flachen Küsten oder steilen/Oder auf dem tiefsten Grund...
das Zitat "endlich wieder ein echtes gedicht ..." ist das schönste Kompliment, das man einem Autor machen kann. Daher bin ich auch etwas sprachlos (was bei mir eigentlich ein nicht vorgesehener Zustand ist).
Daß dieser Ausspruch ausgerechnet bei einem meiner eher seltenen, umgereimten Gedichten erfolgt, erschüttert fast mein Selbstbild. Irgendwie dachte ich mich noch Lichtjahre von einem solchen Text entfernt; wahrscheinlicher ist aber wohl, daß ich einfach einmal einen richtig guten Text hinbekommen zu haben scheine.
Angeregt wurde ich durch ein Gedicht Hilde Domins mit dem Titel "Treulose Kahnfahrt". In der letzten Strophe wird das Wort "Sand" als Gründung für den Kiel des Lebensbootes evoziert. Aus dem Bild entstand dann die Variation über den Sand, den wir hier lesen.
Lieben Dank für die Ermutigung. Ich hoffe, es bleibt nicht bei einer Eintagsfliege.
Bester Gruß W.
PS.: Und wenn jetzt noch eifrig positiv abgestimmt wird, kann evtl. dieses Werk noch einen Outliner verhindern.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"
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