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Leselupe.de > Kindergeschichten
Weihnachten mit PC-Geistern
Eingestellt am 16. 11. 2009 13:26


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domino
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2009

Werke: 79
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Weihnachten mit PC-Geistern


Lena ist überglücklich. Ihr großer und einziger Weihnachtswunsch ist erfüllt worden: Unterm Tannenbaum stand gestern ein Computer!
Wenn ihre Mutter wüsste, welche Abenteuer sie in diesem Jahr bei Mia, ihrer besten Freundin und schon länger PC-Besitzerin, mit PC-Geistern, kurz PCGs, erlebt hat....
Jetzt ist der erste Feiertag, 14.30 Uhr. Lenas Mutter ist zu einem langen Spaziergang mit ihrer Freundin Manuela aufgebrochen, und Lena rutscht auf ihrem Schreibtischstuhl herum und wartet auf Mia. Sie hat den PC hochgefahren, und während er summende und gnurrende Geräusche von sich gibt, wandern ihre Gedanken zu Mac, dem witzigen PCG im Schulcomputer, und Bill, Mias ängstlichem Geist. Wie wird ihrer wohl sein?
Da ertönt ein Ping, und drei Punkte hüpfen durchs Bild und sitzen gleich darauf winzig klein auf dem O.
„Fröhliche Weihnachten, Lena!“, rufen sie und winken.
„Gleichfalls ihr drei! Toll dass ihr da seid!“
„Vergrößer uns doch erst mal!“ Mac wedelt heftig mit den Armen.
„Gut festhalten, ich drücke die Tasten!“ und schon setzt Lena ihre Finger gleichzeitig auf Strg, Pfeil nach oben und > < . Ruckzuck sitzen drei Gestalten vor ihr auf dem Schreibtisch: die lebensgroße Mia und zwei graue, tischtennisballgroße Fellknäule mit Armen und Beinen und lachenden Gesichtern: Mac und Bill.
Die Mädchen klatschen fröhlich ihre Hände aneinander; dann hält Lena ihre Handflächen den PCGs entgegen und sie hüpfen rauf. Zur Begrüßung kriegt sie von jedem einen lieben Fußtritt in die Hand, und sie streichelt mit einem Finger durch ihr Fell.
„Na, wieder Lust auf Abenteuer?“, fragt Mac lachend.
„Wenn wir in zwei Stunden eines hinkriegen...“, grinst Lena.
„Ach ne, ich hab jetzt gar keine Lust darauf!“, ruft Bill und Mia nickt.
„War auch nicht ernst gemeint“, versichert Lena. „Aber ich würde gern meinen PCG kennen lernen. Habt ihr den schon gesehen?“
„Nein, aber wir sind ja auch nur durchgesaust.“
„Dann steigen wir doch jetzt alle ein!“ Und ohne auf Antwort zu warten, setzt Lena Bill und Mac auf die Tastatur. Die Kinder setzen sich auf den Schreibtisch, alle fassen sich an und – ganz wichtig: ein PCG stellt einen Fuß aufs O. Dann kommt der Tastentrick: Strg, Pfeil nach unten und > <, und in wahrsinniger Geschwindigkeit sind alle vier winzig klein.
„Dieses Kribbeln im Bauch!“ Mia schüttelt sich. Dann springen sie zwischen die Tasten, laufen bis zum Kabelanschluss und rutschen durchs Kabel in den PC.
Alles ist dunkel und still.
„Hallo, fröhliche Weihachten! Freundlicher Besu-uch!“
Nichts. Sie gucken sich an. Plötzlich flammt Licht auf. Die vier zucken zusammen. Glockentöne erklingen und ein PCG mit Weihnachtsmannmütze schwebt an einem rot-goldenen Band von der Decke. „Fröhliche Weihnachten!“, ruft er, „hier kommt Willi, frisch vom Weihnachtsmann!“
Mit den letzten Worten ist er seinen Besuchern vor die Füße gesprungen.
Lena, Mia und Bill sind vor Staunen sprachlos, aber Mac grinst schon und verkündet: „Dann bist du ja ein Weihnachtswilli!“
Darüber müssen alle lachen.
„Nehmt Platz in meiner Weihnachtshütte!“ Willi lässt sich schon auf den Boden fallen. „Wer seid ihr eigentlich? Weihnachtsengel?“
„Nein, nein!“, ruft Lena, „wir sind zwei PCGs und zwei Kinder.“
„Kinder?! Im PC?! Das hat mir der Weihnachtsmann verschwiegen!“
„Sollte wohl ´ne Weihnachtsüberraschung sein“, lacht Lena und setzt fort: „Wir beide, Willi, du und ich, wir sind jetzt Computerpartner, denn ich habe diesen PC zu Weihnachten bekommen - und du gehörst doch dazu, oder?“
„Ja, eigentlich schon, aber ich hab Umtauschrecht!“ Fröhlich zwinkert er ihr zu. Lena zwinkert zurück, und sie stupsen ihre Finger aneinander.
Als Willi dann von den Abenteuern mit Würmern, Viren und Betrügern hört, stellt er fest: „Bei euch bin ich richtig! Dank an den Weihnachtsmann!“
Da erhebt sich Mac und verkündet:
„Willi mag gern Abenteuer,
das ist uns allen sehr geheuer!“
Alle lachen.
„An Macs Sprüche musst du dich gewöhnen“, meint Bill.
„Du könntest auch schon gleich ein Abenteuer erleben. Hast du Lust?“, fragt Mac.
„Na klar! Und wie?“
„Wir beide steigen mit Lena aus und erleben Weihnachten im Wohnzimmer. Lena hat da so eine tolle Pullikapuze, eine wunderbare Abenteuerstation!“
„Oh, ja, das wäre toll!“, ruft Lena.
„Okay, ich bin dabei, muss aber vorher noch ein paar Bits zu mir nehmen.“ Willi sucht in einem Regal. „Ich hab doch so leckere vom Weihnachtsmann – ja! Da sind sie ja: Bits von Keksrezepten. Wunderbar! Will noch jemand?“
Bill und Mac lassen sich nicht lange bitten, aber Lena und Mia wollen lieber echte Kekse essen.
Dann müssen Mia und Bill nach Hause sausen, und Willi erlebt seine erste Vergrößerung. „Nicht schlecht! – Oh, Lena! Du bist ja riesig!“ Sie lacht, dann bringt sie den PC auf Stand-by und hält beiden ihre Hände hin. „Hallo, Willi, du hast ja genauso ein schönes Fell wie Mac und Bill. Ich freu mich, dass du in meinem Computer wohnst.“

Da hört sie, wie die Tür aufgeschlossen wird. „Oh, schnell in meine Kapuze, meine Mutter kommt!“ Und schon öffnet ihre Mutter ihre Zimmertür: „Hallo, Lena, ich bin wieder da! Und Manuela freut sich schon auf Tee und Kekse mit uns.“
„Hallo, Mama, und fröhliche Weihnachten, Manuela.“
„Fröhliche Weihnachten, Lena. Warst du zufrieden mit dem Weihnachtsmann?“
„Ja, super! Besser hätte es nicht sein können.“

Schließlich sitzen sie am Teetisch, Kerzen brennen und leise Musik spielt im Hintergrund. Mac und Willi haben sich in der Kapuze hochgearbeitet und lugen über den Rand. „Das habt ihr schon öfter gemacht, Mac?“, wispert Willi. „Ja, klar, Radtouren haben wir schon mitgemacht, am Südstrand waren wir und in Jever im Schloss.“ „Ist das denn nicht gefährlich?“ „Och, ja, ein bisschen, aber -.“
„Ist der Sender nicht richtig eingestellt? Ich höre immer Nebengeräusche.“ Lenas Mutter geht zum Radio. Lena fasst mit einer Hand zur Kapuze und zieht ein wenig dran. Ihr Grinsen kann sie kaum unterdrücken.
„Hast du deinen Hamster in der Kapuze?“, fragt Manuela.
„Ne, ich hab gar keinen. Das sind meine PC-Geister.“
„So, so.“ Die Erwachsenen lächeln sich an.
„Wie schmecken dir denn die Kekse, Manuela?“, fragt Lena. „Die hab ich mit Mama gebacken.“
„Ganz toll. Ich kann das leider nicht.“
„Noch ´ne Tasse Tee?“ Lenas Mutter hat schon die Kanne in der Hand.
„Moment, gleich, mir ist nur was runtergefallen.“ Lena ist kaum zu verstehen, weil sie mit dem Kopf schon unterhalb der Tischplatte hängt.
„He, dir ist ein PC-Geist aus der Kapuze gefallen!“, ruft Manuela und lacht.
Lena schießt hoch. Rums! „Au!“ Sie reibt sich den Hinterkopf und verzieht ihr Gesicht. Da fällt ihr Blick auf ihren Teller. Oh! Ein Keks hat eine neue Verzierung bekommen! Mitten drauf sitzt – Mac! Er guckt etwas verwundert. Zum Glück ist er Abenteuer gewohnt und weiß, wann er sich lieber nicht rühren sollte.
„Der sieht ja niedlich aus! Hast du den von Mia?“
„Nein, aus der Schule. Er heißt Mac.“ Und dann nimmt sie ihn vorsichtig von ihrem Teller und streichelt ihn. „Ich bring ihn jetzt mal wieder in meinen PC, ich bin gleich wieder da“, sagt sie und saust aus dem Zimmer.
„Die Lena ist richtig süß“, meint Manuela.
„Ja, das ist sie. Manchmal hat sie aber ein bisschen viel Fantasie.“
„Ach, wir waren doch auch mal Kinder.“

Lena hat sorgfältig die Tür zu ihrem Zimmer geschlossen. Dann holt sie die Geister aus der Kapuze. „Mac, alles klar?“
„Ja, ja, keine Sorge. Ein Fall auf den Teller
ist nur etwas schneller!“
Lena schmunzelt. Dann drückt sie die Entertaste und bewegt die Maus. Der PC fährt hoch, und schon ist das Startbild zu sehen.
„Ich bin auch okay!“, ruft Willi. „Spannend war das! Aber jetzt möchte ich in meinen PC.“
Mac sieht ihn an. „Du, Willi, was hältst du davon, wenn ich bei dir bleibe? In der Schule ist jetzt ja doch nichts los.“
„Tolle Idee, dann kannst du mir alle Abenteuer genau erzählen!“
Die beiden PCGs knuffen sich in die Seite.
„Dann verkleiner ich euch jetzt, und morgen melde ich mich wieder – einverstanden?“
„Super“, sagt Mac. Dann grinst er sie an. „Und als erstes werden Willi und ich fallen üben! Wer weiß, was du noch mit uns vorhast...“
„Vielleicht einen Flug vom Drei-Meter-Brett in der Schwimmhalle?“, schlägt Lena vor.
Da lachen alle, stupsen ihre Hände aneinander und freuen sich schon auf das nächste Treffen.

Nachdem ihre PCGs im Computer verschwunden sind, geht Lena fröhlich pfeifend ins Wohnzimmer zurück. Nun wir sie die Erwachsenen bei Memory aber ganz alt aussehen lassen!

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antje

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