Welche Rolle spielt eine falsch schlechte Bewertung eines Werkes? (Ich meine hier nicht die Zahl, sondern ich meine die verbale Bewertung.)
Oft sind sich viele einig und bestaunen ein Werk. Dann kommt jemand und sagt, das sei alles Quatsch. Und er gibt einen Kommentar, mit dem man nicht einverstanden ist.
Oder alle sagen, ein Werk sei schlecht, und einer meldet sich und sagt, es sei gut.
Welche Rolle spielt eine derartige Opposition für die Diskussion, insbesondere, wenn sie den meisten als unberechtigt erscheint?
(Ähnliches spielt an vielen Orten eine Rolle, beispielsweise bei einer Gegenmeinung im Verfassungsgericht).
"Falsch" sei hier die Einschätzung der Meinung des Disputanten durch die Mehrheitsmeinung.
Er selbst hält es für korrekt.
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Copy-Left, samisdada
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Bernd
Foren-Redakteur Routinierter Autor
Registriert: Aug 2000
Der Widerspruch zwingt oft zu tieferer Analyse oder bricht Gruppenzwänge auf, selbst wenn er selbst fehlerhaft ist.
Deshalb unter anderem ist eine abweichende Meinung wichtig und oft (an anderen Stellen) sogar lebensrettend.
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Copy-Left, samisdada
Ich finde es bei diesem Thema wichtig, als Kritisierter sich nicht darum zu kümmern, ob die Gegenmeinung ein Einzelfall oder eine Mehrheitsmeinung ist.
Viel mehr sollte man die Meinung an sich analysieren:
Wer ist der Kritiker?
Allein dieser Aspekt beleuchtet in tieferem Sinne auch die Kritik und setzt sie in einen Kontext.
Wie treffend ist die Kritik?
Verbessert sie den Text oder verändert sie ihn nur.
Ist die Kritik nicht persönlich, hat der Kritiker als Leser ja ein Problem mit entsprechender Stelle. Der Versuch, diese Stelle auch aus anderer Sicht zu betrachten, kann oder soll dazu führen, die Stärke bzw. Schwäche der Stelle zu erkennen und eine Verbesserung durchzuführen. Dabei muss nicht einmal der jeweilige Vorschlag übernommen werden. Besser ist es oft, einen eigenen Verbesserungsvorschlag zu erarbeiten und diesen in den Text einzupflegen.
Soweit meine Ideen zum Thema.
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Der ErnstFall Michael Schmidt
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Rechtschreibfetischistin Hobbydichter
Registriert: Aug 2009
Eine Bewertung kann doch nie im Leben falsch sein, denn jede Bewertung ist subjektiv, egal ob sie das Werk als gut oder schlecht einstuft. Auf dem Hintergrund unserer Erfahrungen bewerten wir Texte. Oftmals sagt die Bewertung mehr über den Kritiker aus als über den Text selbst.
Was allerdings in vielen Foren immer wieder der Fall ist, ist, daß Werke hochgejubelt werden, obwohl sie das nicht wert sind. Wenn dann jemand, der wirklich Ahnung hat, kommt und meint, das Werk wäre schlecht, ist nicht seine Meinung "falsch", sondern die der (unwissenden oder absichtlich unkritischen) Mehrheit. Immer unter der Voraussetzung, daß es so etwas wie "falsch" überhaupt gibt. Aber es gibt natürlich schon gewisse handwerkliche Kriterien.
Und ein "Toll, das hast du gut gemacht" oder "Gefällt mir" bringt niemanden weiter. Eine fundierte Kritik schon.
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Bernd
Foren-Redakteur Routinierter Autor
Registriert: Aug 2000
quote:Mir ist es wichtig, meinen persönlichen Eindruck zu einem Werk Ausdruck zu geben. Wenn ein Text mich beeindruckt und ich keinerlei Kritik anzuführen habe, schreibe ich eben nur, dass er mir gefällt und bewerte ihn dementsprechend. Was soll daran schlecht sein?
Dafür ist ja auch die Unterscheidung "Konstruktive Vorschläge oder eine tiefere Analyse" und "Spontane Leseeindrücke oder freie Textassoziationen". Ich denke ebenfalls nicht, dass es schlecht ist.
Man kann dann aussuchen, ob man alles lesen will.
Allerdings habe ich den Eindruck, dass "Konstruktive Vorschläge oder eine tiefere Analyse" von einigen sehr eng gesehen wird. So ist der Beitrag von Estrella hier durchaus eine "tiefere" Analyse.
quote:Wie schnell wäre das Gepostete verschwunden, wenn nur noch die „Kritiker-Könner“ zu Worte kommen dürften.
Bis auf wenige Ausnahmen, die von Redakteuren entfernt werden (müssen) oder von den Autoren selbst entfernt werden, verschwindet das Gepostete nicht.
Ich habe selbst noch eigene und andere Gedichte vom Beginn des "neuen" Leselupenforums im Jahr 2000 wiedergefunden, sowohl eigene als auch fremde.
Aber egal, ob es "Kritiker-Könner" sind oder nicht, (fast) jede Kritik hilft.
Ausnahmen sind Beleidigungen und persönliche Angriffe, die mit dem Thema nichts zu tun haben.
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Copy-Left, samisdada
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