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Leselupe.de > Ungereimtes
gib mir zu denken
Eingestellt am 19. 05. 2012 19:44


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Walther
???
Registriert: Sep 2004

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gib mir zu denken dass ich
nicht vergesse woher wir
treiben

sandburgen sind sicher das
meer leckt jetzt meine finger
wund

die strähne die ich dir aus
dem gesicht streich ist sie
grau

dir will ich gefäß sein dich
auffangen damit du trinken
kannst

das salz der erde trocknet
in salinen schenkst mir dein
herz

deine lider sind meine lieder
ein sandkorn rührt zu tränen
liebste

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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equinox
Guest
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Lieber Walther,

so wie Du in Deinem Gedicht, war es mir in Käpt´n ein Bedürfnis, die Liebe spiegeln zu lassen.

quote:
Neues Leben kann nur durch gegenseitiges Verschenken der Herzen entstehen

schade nur, wenn nur einer das Gefäß ist.

Wie ich geseheh habe wurde an dem Vers gekrittelt, darum mein Vorschlag (da Du nichts dagegen hast):

quote:
Du könntest Gefäß durch Füllhorn tauschen
dann

würde es auch besser zu der ganzen Meer - Szene passen.

Ansonsten mal wieder schön geschrieben


Trunkende Grüße

equinox

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Walther
???
Registriert: Sep 2004

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Lb. equinox,

das Wort "Füllhorn" paßt nicht ganz zum Bild. Ein Füllhorn Hier klicken ist bereits gefüllt mit "Glück" etc. u.a. Es entstammt der griechischen Mythologie.

Hier ist das Gefäß der Liebe aus dem Christentum gemeint: Hier klicken Das ist zwar ein ähnliches Bild, aber eben doch nicht das, was ich formulierte.

Vielen Dank für Deinen und Deine Überlegungen, die sehr nachdenkenswert sind.

LG W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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equinox
Guest
Registriert: Not Yet

Naja, gedacht an die Doppeldeutigkeit von bereits voll und bereit zu füllen...
ich finde es ja auch schön so wie es ist...meiner Meinung nach braucht es keine Verbesserung...aber nun gut...ich bin eh Dein Fan und von daher...VOREINGENOMMEN

LG equinox

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Eberhard Schikora
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Ja, lieber Walther , ich gebe Dir zu denken (trotz der vielen positiven Wertungen).
Ich habe mich an den Zeilenumbrüchen gestoßen. Mir ist zwar nicht entgangen, dass Du absichtlich jede dritte Zeile mit nur einem Wort besetzt, aber ich kann mich mit dieser Darstellung nicht anfreunden:

Mein Gegenentwurf:

gib mir zu denken
das ich nicht vergesse
woher wir treiben

sandburgen sind sicher
das meer leckt jetzt
meine finger wund

die strähne die ich dir
aus dem gesicht streich
ist grau

dir will ich gefäß sein
dich auffangen
damit du trinken kannst

das salz der Erde
trocknet in salinen
schenk mir dein herz
[damit ich nicht auch eintrockne]

deine lider sind meine lieder
ein sandkorn rührt zu tränen
liebste

Dass Du dem Gedicht keine Überschrift gegeben hast, ist wohl mit der ersten Gedichtzeile begründet.

So weit die Einlassungen eines Traditionalisten (siehe mein Profil), der sich mit verrätselnden Lyrikern generell schwer tut. Mein Hauptfehler: Ich bin wohl zu leicht verständlich .

Lieben Gruß
Eberhard

__________________
schi

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Walther
???
Registriert: Sep 2004

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Lb. revilo,

nochmals besten Dank. In der anderen Sache melde ich mich diese Woche per Email.

LG W.

Lb. equinox,

danke für Deine freundlichen Worte. Jeder von uns hat AutorInnen, die er/sie gerne liest und kommentiert.

LG W.

Lb. Eberhard,

der Satz eines Vers libre ist genauso wichtig wie die Worte/Wörter. Beides bildet, wenn er gelingt, eine sich verstärkende Einheit.

Ich bin selbst in der traditionellen Formen zuhause, erlaube mir aber, gelegentlich die Grenzen zu überschreiten. Diesen Versuch gestatte ich mir, da ich hoffe, inzwischen eine solide handwerkliche Grundlage erworben zu haben. Formenlyrik herkömmlicher Art ist nicht so leicht, wie sie aussieht, besonders, wenn die Sprache "fließen" soll in der Form, so als müsse sie genau so dastehen. Das ist die wahre Kunst, und alles, was leicht ist, ist das Gegenteil von leicht.

Ich verlange und erwarte nicht, daß mein Vers libre den Lesern zusagt. Es freut mich sehr, wenn er es tut. Hier scheint das gelungen zu sein. Davor waren ein halbes Dutzend kaum beachtet. Und das neue Gedicht ist es ebenfalls nicht. Man sieht also die Gratwanderung.

In S1 ist das "das" wie von mir geschrieben ein "dass". In S3 steht eine Frage, die Du in eine Aussage verwandelt hast. Die Frage hatte einen Grund. Auch S5 enthält eine Frage, die Du zur Aussage umgebogen hast.

Wie Du siehst, sind die Worte und Wörter mit Bedacht gesetzt. Sie haben, nach langem Bearbeiten, ihren festen Platz in Rhythmik, im Sinnzusammenhang, in der Sprachmelodie.

Danke für Deine Mühe bei der Bearbeitung.

LG W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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