das Wort "Füllhorn" paßt nicht ganz zum Bild. Ein Füllhorn Hier klicken ist bereits gefüllt mit "Glück" etc. u.a. Es entstammt der griechischen Mythologie.
Hier ist das Gefäß der Liebe aus dem Christentum gemeint: Hier klicken Das ist zwar ein ähnliches Bild, aber eben doch nicht das, was ich formulierte.
Vielen Dank für Deinen und Deine Überlegungen, die sehr nachdenkenswert sind.
Naja, gedacht an die Doppeldeutigkeit von bereits voll und bereit zu füllen...
ich finde es ja auch schön so wie es ist...meiner Meinung nach braucht es keine Verbesserung...aber nun gut...ich bin eh Dein Fan und von daher...VOREINGENOMMEN
Ja, lieber Walther , ich gebe Dir zu denken (trotz der vielen positiven Wertungen).
Ich habe mich an den Zeilenumbrüchen gestoßen. Mir ist zwar nicht entgangen, dass Du absichtlich jede dritte Zeile mit nur einem Wort besetzt, aber ich kann mich mit dieser Darstellung nicht anfreunden:
Mein Gegenentwurf:
gib mir zu denken
das ich nicht vergesse
woher wir treiben
sandburgen sind sicher
das meer leckt jetzt
meine finger wund
die strähne die ich dir
aus dem gesicht streich
ist grau
dir will ich gefäß sein
dich auffangen
damit du trinken kannst
das salz der Erde
trocknet in salinen
schenk mir dein herz
[damit ich nicht auch eintrockne]
deine lider sind meine lieder
ein sandkorn rührt zu tränen
liebste
Dass Du dem Gedicht keine Überschrift gegeben hast, ist wohl mit der ersten Gedichtzeile begründet.
So weit die Einlassungen eines Traditionalisten (siehe mein Profil), der sich mit verrätselnden Lyrikern generell schwer tut. Mein Hauptfehler: Ich bin wohl zu leicht verständlich .
nochmals besten Dank. In der anderen Sache melde ich mich diese Woche per Email.
LG W.
Lb. equinox,
danke für Deine freundlichen Worte. Jeder von uns hat AutorInnen, die er/sie gerne liest und kommentiert.
LG W.
Lb. Eberhard,
der Satz eines Vers libre ist genauso wichtig wie die Worte/Wörter. Beides bildet, wenn er gelingt, eine sich verstärkende Einheit.
Ich bin selbst in der traditionellen Formen zuhause, erlaube mir aber, gelegentlich die Grenzen zu überschreiten. Diesen Versuch gestatte ich mir, da ich hoffe, inzwischen eine solide handwerkliche Grundlage erworben zu haben. Formenlyrik herkömmlicher Art ist nicht so leicht, wie sie aussieht, besonders, wenn die Sprache "fließen" soll in der Form, so als müsse sie genau so dastehen. Das ist die wahre Kunst, und alles, was leicht ist, ist das Gegenteil von leicht.
Ich verlange und erwarte nicht, daß mein Vers libre den Lesern zusagt. Es freut mich sehr, wenn er es tut. Hier scheint das gelungen zu sein. Davor waren ein halbes Dutzend kaum beachtet. Und das neue Gedicht ist es ebenfalls nicht. Man sieht also die Gratwanderung.
In S1 ist das "das" wie von mir geschrieben ein "dass". In S3 steht eine Frage, die Du in eine Aussage verwandelt hast. Die Frage hatte einen Grund. Auch S5 enthält eine Frage, die Du zur Aussage umgebogen hast.
Wie Du siehst, sind die Worte und Wörter mit Bedacht gesetzt. Sie haben, nach langem Bearbeiten, ihren festen Platz in Rhythmik, im Sinnzusammenhang, in der Sprachmelodie.