Ich habe im Laufe der ehrenamtlichen Lektorentätigkeit für die LL sehr viele total nette Mails bekommen. Bei den meisten passt alles und ich freue mich über den Kontakt.
Aber manchmal wundere ich mich schon über die Leute!
Da gibt es Mails ohne Betreff, die ich erst aus dem Spamordner fischen muss.
Und dann hatte ich es auch schon öfter, dass jemand geschrieben hat, als würde er einen Auftrag an einen Maschine geben. So ungefähr: "Ich habe da einen Text zum Lektorieren." Keine Anrede, keinen Gruß, kein Name darunter.
Die meisten User schreiben ja fast zu höflich mit einem "Sehr geehrte Frau Horvath", was nun wirklich nicht sein muss (aber auch nicht verkehrt ist), aber ein "Hallo Nina" sollte doch wohl drin sein, oder? Immerhin habe ich das Gefühl, dass die Lektorenseite doch übersichtlich hergibt, an wen man da schreibt!
Neulich habe ich ein Mail bekommen, wo im Body gar nichts stand. Nur eben der Anhang und der Betreff "Lektorat". Was auch nicht gerade besonders vielsagend ist. Ich lektoriere immerhin inzwischen für zwei Verlage, verspreche auch manchmal wen in einem Forum, was zu übernehmen und bekomme auch immer wieder Lektorate von eigenen Geschichten, wenn diese veröffentlicht werden sollen.
Also was ich mir in Hinkunft wünsche:
Mails, mit aussagekräftigem Betreff, mit einem Mindestmaß an Höflichkeit (z.B. mit einem "Hallo" am Anfang) und einem Begleittext, in dem kurz und formlos geschrieben wird, woher derjenige meine Mailadresse hat und was er von mir möchte.
Die Geschichte kann ruhig schon mal angehängt sein. (Wie die einzelnen Lektoren das wollen, steht in deren Profil, manche möchte das ja nicht.)
Nun meine Frage an die anderen Lektoren: Was wünscht ihr euch beim Erstkontakt?
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jon
Foren-Redakteur Autor mit eigener TV-Show
Lektor
Registriert: Nov 2000
So eine Mail mit "Betreff: Lektorat" und dann nichts drin außer einem Word-Dokument, das sich noch nicht mal öffnen ließ, hatte ich auch grade …
Ich erwarte schon ein paar Zeilen, sehr gern mit Anrede, denen ich Entnehmen kann, was der Absender möchte, was für eine Art Text es ist und wie lang der Text / die Textprobe etwa ist. Angenehm empfinde ich, wenn jemand fragt, ob ich grade Zeit fürs Lektorieren habe, allerdings habe ich auch kein Problem damit Leuten, die davon ausgehen, das ginge so nebenbei, mitzuteilen, dass sie sich etwas gedulden müssen oder es besser gleich an anderer Stelle versuchen sollen.
Was mich ein bisschen ärgert, ist, dass vor allem bei Textproben aus Romanen dann oft mehr Seiten kommen, als avisiert waren – meine Zusage richtet sich ja auch danach, ob die Zeit, die ich habe, nach meiner Erfahrung für einen 30-Seiter oder nur eine 5-Seiten-Story reicht. Zumal sich die Arbeit ja auch noch als umfangreicher als gedacht erweisen kann, wenn der Text recht viele zu "bemeckernde" Details enthält …
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)
Umgekehrt finde ich es aber auch gut, wenn Lektoren, die keine Zeit haben, auch mal wieder ihr Profil editieren. Dann sparen sich die Leute dann das Anschreiben.
Aber ansonsten sind wir auch einer Meinung, was das Anschreiben betrifft. Von mir aus kann es ruhig formlos sein, aber es sollte halt herauskommen, was derjenige überhaupt will. Und ein "Hallo+Name" am Anfang und "LG+Name" am Schluss oder so was in der Art dürfte auch bei Teenagern durchaus im Bereich der normalen Umgangsformen beim Nachrichten verfassen liegen. (Ich habe aber an und für sich die Erfahrung gemacht, dass Höflichkeit keine Altersfrage ist.)
Manche Leute bedenken überhaupt nicht, wie viele Mails da in einem Postfach zusammenlaufen und dass man auch nicht unbedingt raten will, was man da tun soll.
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die Angelegenheit mit dem "Test" habe ich soeben verursacht.
Zum Thema:
Nina, wenn jemand um Hilfe bittet, kannst du bereits bei einer Anfrage herauslesen oder herauserkennen, ob du dich auf eine regelrechte Zeitverschwendung einlässt.
"Ich hätte da mal was zu lektorieren."
Wenn du so etwas liest, brauchst du gar nicht zu antworten.
Es ist so, dass der Erstkontakt mit Lektoren nicht überfallmäßig oder gar lässig ablaufen darf. Das heißt nicht, dass ein verschüchterter Bettelbrief herauskommen soll, sondern eine nüchterne und sachliche Anfrage. Die Regeln des Anstandes sollten selbstverständlich sein.
Es verhält sich doch so, dass Lektoren der Leselupe, die ihre zumeist kostenlosen Dienste abieten, selbst Autoren sind und schreiben. Sie wollen Schreibblockaden überbrücken. Wer da als Autor glaubt, dass Nina, Jon oder ich Lektorierungsmaschinen sind und dies sinngemäß auch so rüberbringt, der hat dann eben abgegessen.
Das Beispiel, welches Jon kurz erläutert hatte, ist typisch negativ und kommt nicht selten vor. Eine nichtssagende eMail mit einem Datei-Anhang, der sich nicht öffnen lässt ... Was soll denn das. Da hatte vermutlich ein Hahn gekräht. Hier wäre es unsinnig, nachzufragen, um was es denn eigentlich geht.
Ich sehe schon, wir sind alle bisher in etwa einer Meinung gewesen. Klar, Bettelbrief braucht es keiner zu sein und auch nicht übertrieben höflich (duzen darf durchaus sein, nachdem wir ja bei der Leselupe selbst auch alle per Du sind), aber eben den normalen Umgangsformen folgend.
Man sagt ja in der "realen Welt" auch nicht: "Ich habe da was für Dich zu tun" oder drückt jemandem gar wortlos etwas in die Hand, sondern so was in der Art von: "Hallo, würdest Du bitte ..."
Aber ich achte an und für sich schon drauf, dass ich überall antworte. Sonst bin ich auch nicht recht viel besser als die Menschen, über die ich mich beschwere. Ich weise aber dann schon drauf hin, was mich an der Kommunikation gestört hat bzw. wenn aus meinem Profil herauszulesen war, dass ich einen Text in der Art eben nicht mache. Oder nicht in der Art, wie der sich das wünscht. (Ich biete z.B. keine Textanalyse von halbgaren Texten mit ignorieren der Tippfehler.)