Wo ich herkomme, löffelt man seine Suppe schweigend, man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne, es ist mehr ein Brummen und Ächzen, das man dem Geklapper der Löffel beimischt, hinzufügt, im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sondern ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache.
Wo ich herstamme, löffelt ein jeder seine Suppe für sich. Jeder schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind, gekaut und geschluckt und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als stünde es so geschrieben.
Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz sei. Jeder sitzt an seinem Tisch und jeder isst die Suppe, wie sie kommt. Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und sucht das monotone Malmen der Kiefer zu überwinden.
Er setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, im selben Moment angewidert vom Klang, der entsteht.
freut mich, dass es dich anspricht.
Dein Einwand ist angekommen, stimme dir zu, vielen Dank für die Anregung, allerdings überzeugt mich das Ende des Textes - in die Gegenwart gesetzt - noch nicht so ganz und ich will noch etwas nacharbeiten, ehe ich ändere.
lg wüstenrose
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wüstenrose Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2010
die Überarbeitung gefällt mir noch besser. Ein gedankenschwerer kleiner Plot, den ich inhaltlich glauben kann.
Ein paar Vorschläge noch. Vielleicht passt was davon:
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Wo ich herkomme, löffelt man seine Suppe schweigend, man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne, es ist mehr ein Brummen und Ächzen, das man dem Geklapper der Löffel beimischt, hinzufügt, im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sonderneher ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache. ("Cut"= Neuer Zeilenanfang)
Wo ich herstamme, löffelt ein jeder seine Suppe für sich. Jeder schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind Komma gekaut und geschluckt und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als stünde es so geschrieben. "Cut"
Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz ist sei. Jeder sitzt an seinem Tisch und jeder isst die Suppe, wie sie kommt. Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und versucht das monotone Malmen der Kiefer zu überwinden. Er setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, im selben Moment angewidert vom Klang, der entsteht.
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LG KaGeb
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wüstenrose Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2010
danke für deine Beschäftigung mit diesem Dings da,
habe teilweise deine Vorschläge übernommen.
Absätze kamen mir zunächst nicht in den Sinn, vielleicht weil ich das Ganze - analog zum Inhalt - als eine Art unverdaulichen Textklumpen empfand. Die Absätze verleihen aber doch etwas Struktur und Orientierung, was dem Text gut tut.
Insgesamt verstehe ich deine Vorschläge so, dass du dem Text etwas mehr Stringenz / Flüssigkeit verleihen möchtest. Darüber habe ich nachdedacht, aber für mich transportiert der Text auch so eine Art "archaischen Geist", deshalb vielleicht die leicht gewundene+widerspenstige Sprache.
lg wüstenrose
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Heidrun D.
Guest
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Lieber Kurt,
du hast einen unglaublich bedrückenden Text geschrieben, der direkt ins Herz trifft, jedenfalls in meines.
Einige Zeit meines Lebens verbrachte ich in Niedersachsen (Kreis Peine, sprich Paaine), wo ich ganz ähnliche Empfindungen entwickelte. - Die Landschaft prägt halt ihre Charaktere.
Mit dir bin ich der Meinung, dass der Text nicht viel Unterteilung verträgt - bis auf eine:
quote:Wo ich herkomme, löffelt man seine Suppe schweigend, man spricht vielleicht, aber nicht im eigentlichen Sinne, es ist mehr ein Brummen und Ächzen, das man dem Geklapper der Löffel beimischt, hinzufügt, im Grunde genommen ist es gar kein Sprechen, sondern ein fortgesetztes Schweigen und Herumstochern im klumpigen Brei unserer Sprache.
Wo ich herstamme, löffelt ein jeder seine Suppe für sich. Jeder schluckt Brocken, die gar nicht geeignet sind, gekaut und geschluckt und verdaut zu werden, die aber doch da sind, als stünde es so geschrieben.
Wo ich herkomme, fragt keiner, ob am Nebentisch Platz sei. Jeder sitzt an seinem Tisch und jeder isst die Suppe, wie sie kommt. Will einer was sagen, so reckt er beherzt den Hals und sucht das monotone Malmen der Kiefer zu überwinden.
Er setzt an, schiebt das Wort von einem Mundwinkel in den anderen, schluckt es hinunter mit Wurst und Kohl oder spuckt es aus, im selben Moment angewidert vom Klang, der entsteht.
Dir einen herzlichen Gruß und, falls der Text autobiographische Züge trägt, einen baldigen Umzug.
Heidrun
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wüstenrose Häufig gelesener Autor
Registriert: Jan 2010
Liebe Heidrun,
danke für deinen Kommentar,
interessant, an welcher Stelle du unterteilt hast. Fand das auf Anhieb passend und hab's übernommen. Die Stelle wird dadurch weniger schnell überlesen und nochmals beleuchtet:
vielleicht ein Tiger, der zum Sprung ansetzt; ein Sich-dagegen-stemmen, ein Aufbegehren; die Hand an der Türklinke
--- und dann biegt der Text auf die Zielgerade ein.
Ein älterer Text von mir, den ich aus der Schublade geholt habe und den ich in der Tat als ziemlich bedrückend empfinde, so dass ich ihn auch gerne wieder in die Schubldade stecke und mich meinem lieblich dampfenden Sonntags-Kaffee zuwende.
Übringens: Wo ich herkomme, lebe ich heute nicht mehr und das ist auch gut so. Was geblieben ist: Es gibt auch heute noch Tage, da erscheint es mir schwieriger ein Wort über die Lippen zu bringen als zu Fuß von Rheine nach Peine zu gehen.
liebe Grüße wüstenrose
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