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Leselupe.de > ErzÀhlungen
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Eingestellt am 22. 10. 2010 13:48


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Zwillingsjungfrau
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Registriert: Feb 2003

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Auf der RĂŒckreise von einem Besuch bei Freunden bekam Ingrid Hunger. Kurz entschlossen fuhr sie von der Autobahn ab und suchte im nĂ€chsten Ort nach einem Gasthof.

Die RĂ€ume der Gastwirtschaft „Beim Ochsen“ wirkten gemĂŒtlich. Auf den Einzeltischen standen kleine Vasen mit Gartenblumen. An einem Tisch saß ein Ă€lteres Ehepaar. Ingrid wĂ€hlte den Nebentisch. So konnte sie beim Blick aus dem Fenster ihr Auto beobachten, gleichzeitig aber auch das Geschehen im Lokal verfolgen.

Der Kellner kam aus der KĂŒche und gab sowohl Ingrid wie dem Ă€lteren Ehepaar eine Speisekarte. Dann nahm er die GetrĂ€nkebestellung auf. Sehr schnell war er mit einer erfrischenden Apfelschorle zurĂŒck. Danach wandte er sich an das Ehepaar, welches er scheinbar gut kannte.

„Na Karl, was soll es denn heute sein? Darf ich dir was empfehlen? Ich habe heute gebratenen LeberkĂ€se, den ihr so gern esst. Oder habt ihr Appetit auf Königsberger Klopse? Zum LeberkĂ€se kannst du dir ein GemĂŒse aussuchen, zu den Königsberger Klopsen mache ich euch einen großen Teller Salat.“

Karl schaute seine Frau an, die nickte nur. „Bring mir einen Teller HĂŒhnersuppe und eine Portion LeberkĂ€se. Ein großes Bier darfst du mir auch zapfen.“ Der Kellner nickte und verschwand. Ingrid wunderte sich ein wenig. Franz hatte fĂŒr sich bestellt, fĂŒr seine Frau aber nicht? Die Ärmste. Vielleicht war ihr Geld knapp. Das wollte Ingrid, ohne neugierig zu sein, nun doch genauer wissen. So wandte sie sich an den Nachbartisch und sprach die alte Dame an.

„Haben Sie denn keinen Hunger? Darf ich Ihnen vielleicht etwas bestellen? Worauf haben Sie Appetit?“ „Das ist lieb von Ihnen“ antwortete die Frau. „Mein Mann gibt mir von seinem Essen ab, wir teilen alles.“

Damit musste Ingrid sich zufrieden geben. Vielleicht erbat Karl ja einen zweiten Teller. Doch nichts geschah. Karl aß erst die Suppe. Einige Löffel voll ließ er nach. Seiner Frau schob er den Teller mit der Suppe aber nicht rĂŒber. Mit großem Appetit verspeiste er dann die saftigen Scheiben LeberkĂ€se, die dazu gereichten Bratkartoffeln und auch von dem Rosenkohl langte er krĂ€ftig zu. Seine Frau sah ihm beim Essen zu.

Ingrid tat das Muttchen richtig leid. „Soll ich Ihnen auch eine Portion LeberkĂ€se bestellen?“ fragte Ingrid nochmals. Wieder schĂŒttelte die alte Frau den Kopf. „Nein, ich sagte es doch schon. Mein Mann und ich teilen wirklich alles. Jetzt warte ich, bis mein Mann mit dem Essen fertig ist. Dann gibt er mir seine ZĂ€hne.“


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Verantwortlich ist man nicht nur fĂŒr das, was man tut, sondern auch fĂŒr das, was man nicht tut.
Laotse

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