Browsed by
Autor: donkelmann

Die Teufelsbande

Die Teufelsbande

Der Autorin Rosi Nieder aus der Südeifel ist ihr zweiter Streich rund um die sympathische Detektivzweckgemeinschaft Lena Schreiner und Franz Meier gelungen. Beide werden bei einem Wein- und Gourmetfestival zusammen mit den anderen Gästen von maskierten Männern in schwarzer Motorradkleidung überfallen. Sie haben Glück im Unglück, denn wegen der zuvor bezahlten Eintrittskarten hatten sie nicht viel Bargeld dabei. Bei den anderen Gästen wird die Bande, die schon seit geraumer Zeit auf den Wohnmobilplätzen der Moselregion für Angst und Schrecken sorgt, fündiger. Das kann die ehemalige Pfarrhaushälterin Lena nicht auf sich beruhen lassen. Zusammen mit ihrem Bekannten, den kürzlich verwitweten Franz, nimmt sie die Witterung auf und beginnt, parallel zur Kriminalpolizei zu ermitteln.

Obwohl der Leser von vornherein aufgeklärt wird und er beide Seiten, Täter und Ermittler, kennen lernen darf, ist es der Autorin gelungen, ihn mit Spannung bei der Stange zu halten. Plötzliche Wendungen im Geschehen sorgen dafür, dass er wissen möchte, wie die Detektive die Täter ermitteln, und ob sie tatsächlich der Kripo immer eine Nase voraus sind. Lena, die moderne Miss Marple aus der Eifel, welche nicht gerne Anglizismen benutzt, wird als eine lebensfrohe, mit Spürnase ausgestattete, sympathische Person beschrieben. In dem Krimi sind aber nicht nur die Handlung und Figuren interessant, sondern auch das Milieu der Wohnmobilisten wird authentisch und unterhaltsam von Rosi Nieder beschrieben, die selbst als Wohnmobilreisende beste Erfahrungen damit hat. Ihr insgesamt dritter Roman lässt die Spannung bis zum Erscheinen des nächsten beim Leser anwachsen.

Nieder, Rosi
Die Teufelsbande – Das Eifel-Mosel-Duo klärt den zweiten Fall
ISBN: 978-3-89801-038-2, 9,90€
Rhein-Mosel-Verlag, Alf

Bestellen

Dem Stalker auf der Spur

Dem Stalker auf der Spur

Dem Stalker auf der Spur (Das Eifel-Mosel-Duo in Aktion)

Weil ihr Freund während des Zusammenlebens Züge und Verhaltensmuster an den Tag legte, die Martina, eine junge Mutter mit einem Kind, vorher nicht von ihm kannte, blieb eine Trennung unausweichlich. Ihr Freund jedoch sieht das ganz anders und beginnt, Martina permanent zu belästigen. Doch diese Bedrohung wird so massiv, dass sich Martina hilfesuchend an ihren Vater Franz wendet. Er tut sein Bestes, um seiner Tochter zu helfen, jedoch scheint auch er in manchen Momenten recht hilflos. Bis er dann rein zufällig auf Lena trifft, eine rüstige und resolute Rentnerin, die jahrelang die Haushälterin eines Pfarrers war. Ob Franz will oder nicht, Lena will ihm und seiner Tochter helfen. Da kann Franz auch nicht mehr viel ausrichten, denn was sich Lena in den Kopf gesetzt hat, das ist schon beinahe Gesetz. Trotz ihrer Hilfe ist Martina plötzlich verschwunden. Nun beginnt eine spannende Suche nach Martina und die Jagd nach dem Entführer.

Das Buch ist spannend, amüsant und interessant. Obwohl das Detektivpärchen keine alleinige Erfindung der Autorin Rosi Nieder ist, eine ähnliche Konstellation gab es schon bei Agatha Christie, sind beide doch ganz neue Charaktere. Die Autorin hat ihnen Eigenschaften verpasst, die sie liebenswert erscheinen lassen. Sowohl das Granteln des einen als auch die unaufhörliche Wissbegierde der anderen lassen eine Athmosphäre aufkommen, die jedem bekannt vorkommt. Neben den Personen, mit denen sich viele Leser identifizieren können, abgesehen vielleicht vom Stalker, liest sich die Story flüssig und lässt einen nicht zur Ruhe kommen bis man schließlich das Ende kennt und weiß, wie die Geschichte ausgeht. Denn davon könnte sich der Leser im Laufe der Geschichte durchaus verschiedene Varianten vorstellen. Ich empfehle das Buch gerne und finde, dass es noch spannender und gelungener als „Silvesterknaller“ derselben Autorin ist. Und dass es sich um ein Buch handelt, welches sich auf einen Leserkreis in der Eifel-Mosel-Region konzentriert, ist meines Erachtens tiefgestapelt. Natürlich wird der Trierer einige Schauplätze wiedererkennen, was ein Hamburger vielleicht nicht behaupten kann (zumindest wenn er noch nicht in Trier war). Aber so was tut einem Krimi doch keinen Abbruch.

# Broschiert: 222 Seiten
# Verlag: Rhein-Mosel-Verlag; Auflage: 1 (Januar 2007)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3898010341
# ISBN-13: 978-3898010344
# Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,4 x 1,6 cm Bestellen

Der Grenz-Gänger

Der Grenz-Gänger

Deutsch-deutsche Begegnungen der alltäglichen Art, eingefangen an der ehemaligen Grenze der beiden einstmals getrennten deutschen Staaten.

Mit seinem Spürsinn für die vielen kleinen Details begab sich der Autor auf die Wanderschaft, um die Menschen hüben wie drüben auf thüringer, bayerischer oder hessischer Seite nach ihren Sorgen und Nöten gleichermaßen wie nach ihren Freuden und Erfolgen zu befragen. In seiner ihm typischen Art bleibt er nicht unparteiisch nebenbei stehen, sondern lässt seine Gefühle und Gedanken in die Gespräche und in das Buch einfließen. Der Stil der Berichterstattung hält den Leser bei der Stange. Man ist gespannt, wem der Autor noch begegnet und welche Ansichten über das Zusammenleben der in unterschiedlichen Gesellschaften aufgewachsenen Menschen noch mitgeteilt werden. Interessant war für mich die Tatsache, dass sich in den fünfzehn Jahren nach der Einheit diese eher auseinander divergiert hat als es zu Beginn der Fall war. Immer wieder kehrt in abgewandelter Version der Satz zurück: Damals, gleich nach der Wende konnte man mit Ossis/ Wessis noch reden. Ein Satz, der links wie rechts des ehemaligen Grenzstreifens ausgesprochen wird. Darinnen sind sich beide Seiten völlig einig.

Die deutsch-deutsche Befindlichkeit nach fünfzehn Jahren Einheit ist aber nur ein Aspekt, der das Buch lesenswert macht. Ein anderer, ebenso interessanter, ist das Leben in einer Region, die zur Zeit der Grenze einen ganz besonderen Menschenschlag hervorbrachte. Auf beiden Seiten lebte man am Rand des Landes. Ob es sich dabei auf thüringer Seite um die für nicht alle DDR-Bürger zugängliche Sperrzone handelte oder auf bayerisch-hessicher Seite um den etwa 50 Kilometer breiten Streifen des Zonenrandgebietes. Auf beiden Seiten gab es jahrzehntelang keinen Durchgangsverkehr. Für die Menschen in diesen Regionen war die Grenzöffnung ein besonderer Umbruch in ihrem Leben, mehr als im Leben anderer Deutscher. Wie sie dies heute betrachten und verarbeitet haben, ist vom Autor aufschlussreich und amüsant beschrieben worden und mindestens genauso unterhaltsam wie das ständige Ost-West-Geplänkel.

Der Grenz-Gänger
Landolf Scherzer
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe – 394 Seiten – Aufbau-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Auflage: 3., Aufl.
ISBN: 335102603X
Bestellen

Silvesterknaller

Silvesterknaller

Rosi Nieder kombiniert in akribischer und fantasievoller Detailtreue die Porträts dreier Frauen, die seit der Kindheit Freundinnen sind, und den Ausbruch eines Vulkans in der Eifel.

Die Frauen, deren Wege seit der Schulzeit unterschiedlich verliefen, die sich zeitweise auch aus den Augen verloren hatten, werden in gedanklichen Rückblenden und gegenseitigen Eingeständnissen genauestens unter die Lupe genommen. Erst in einer Notsituation erkennen sie, was all die Jahre zwischen ihnen gestanden hatte. Heimlicher Neid war nicht ganz unbeteiligt, der aber selbst in der Schulzeit nie ausgesprochen wurde.

Sehr fantasievoll angelegt ist die Notsituation, hervorgerufen durch einen Vulkanausbruch. Während der Silvesterparty in einer Hütte in der Eifel werden die Explosionen zunächst als Silvesterknallerei abgetan, bis plötzlich die Erkenntnis gewonnen wird, dass es sich um einen Vulkan handelt, der diese Böller absetzt.

Das Geschehen wird geprägt von der Flucht und Rettung der Partygäste, die nicht ohne Dramatik verläuft.

Die Autorin hat ihre Fantasie mit dem Vulkanausbruch dadurch unterstrichen, dass sie die Handlung und das Geschehen in die Zeit 2010/2011 verlegte. Selbst von Experten wurde bereits bestätigt, dass es bei einem tatsächlichen Vulkanausbruch so aussehen könnte. Die Schilderung der Landschaft scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Ebenso wenig das Leben und die Gewohnheiten in den Eifeldörfern vor wenigen Jahrzehnten.
Ein rundum schöner Roman mit Liebe, Spannung und Abenteuer, der nicht nur den einen Eifelanern ans Herz zu legen ist. In einer filmischen Fassung könnte er vielen Ansprüchen gerecht werden.

Silvesterknaller
Rosi Nieder
Sprache: Deutsch
Broschiert – 200 Seiten – Rhein-Mosel-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Auflage: 1
ISBN: 3898010252
Bestellen