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  • Lara Schmitt: Easy Watercolor – Dein 30-Tage Workshop – Schritt für Schritt zu deinen ersten Bildern

    Von hera | 5.Dezember 2019

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    Wer mit der Aquarellmalerei anfangen möchte, braucht Projekte, die nicht zu anspruchsvoll sind. Es müssen sich schnell erste Erfolge einstellen. Ich denke, mit dem vorliegenden Buch ist das möglich.

    Zunächst geht es um die verwendete Ausstattung wie Farben, Pinsel und Papiere. Die Autorin benennt hochwertige Produkte von guter Qualität, mit denen das Arbeiten Freude macht. In den Grundlagen geht es um das Vermischen der Farben und um die besonders wichtigen Maltechniken. Viel an Theorie muss man jedoch nicht lesen. Nach einigen Seiten folgt Level 1 mit den Grundlagenübungen. „Diamant aus Linien“ ist das erste Projekt und hier kann man lernen, mit dem Pinsel umzugehen und verschiedenen Strichstärken auszuprobieren und zu üben. In weiteren Projekten kann beispielsweise die Nass-in-Nass-Technik nachvollzogen werden. Danach folgt schon Feinarbeit. Man erfährt, wie Blattformen gemalt werden und wie der Pinsel zu führen ist. Der „Geometrischen Hintergrund“ ist mein Favorit. Hier kann man kreativ werden, indem man die Raster selbst bestimmt und eine eigene Farbauswahl trifft. Auch Anfänger können hier wirklich schöne Effekte erzielen.

    Der Schwierigkeitsgrad wird nach und nach gesteigert bis das Buch dann in Level 2 und schließlich in Level 3 übergeht. Anschließend erfolgt noch ein „Exkurs Lettering“ als Zugabe.

    Ich sehe das Buch nicht unbedingt als 30-Tage Workshop. Wer Zeit hat, kann es natürlich auf diese Weise nutzen. Aber man kann genauso nach Lust und Laune Projekte umsetzen. Nur die Reihenfolge sollte man beachten, die ist wichtig, denn es ist ein aufbauender Kurs.

    Der Autorin gelingt es gut, zu motivieren, Basiswissen zu vermitteln und die Anwendung zu erklären! Die Projekte sind gut ausgewählt und es ist für jeden etwas dabei. Blumen, Landschaften, Tiere und Früchte und weitere Motive sorgen für Spaß und Abwechslung. Es gibt viel Anschauungsmaterial, das zum Verständnis beiträgt. Für mich ist das Buch sehr inspirierend!

    Rezension von Heike Rau

    Lara Schmitt
    Easy Watercolor – Dein 30-Tage Workshop – Schritt für Schritt zu deinen ersten Bildern
    128 Seiten, gebunden
    Edition Michael Fischer / EMF Verlag
    ISBN-10: 3960935250
    ISBN-13: 978-3960935254
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    ... | Kommentare deaktiviert für Lara Schmitt: Easy Watercolor – Dein 30-Tage Workshop – Schritt für Schritt zu deinen ersten Bildern | Kategorie Hobby und Freizeit |

    Ruth Ware: Der Tod der Mrs Westaway

    Von hera | 2.Dezember 2019

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    Seit dem Tod ihrer Mutter muss sich Harriet Westaway allein durchschlagen. Sie hält sich mit Kartenlesen über Wasser, einem Job, den ihre Mutter vorher gemacht hatte. Viel verdient sich nicht und so gerät sie mit der Miete in Rückstand. Ein dubioser Kredithai versucht, ihre Schulden einzutreiben.

    Dann kommt der Brief eines Anwalts aus Cornwall. Offenbar hat ihre Großmutter sie in ihrem Testament bedacht. Doch ist Hals Großmutter schon viele Jahre tot. Verwechslung hin oder her, Hal braucht Geld, warum also nicht das Erbe antreten? Sie schlüpft mit gemischten Gefühlen in die Rolle der Erbin und bezahlt mit ihrem letzten Geld ein Zugticket nach Cornwall.

    Das Erbe besteht zu ihrer Überraschung aus einem riesigen Anwesen mit einem alten Herrenhaus. Trespassen House ist finster, trostlos und geheimnisvoll. Die ebenfalls angereiste Familie der Verstorbenen nimmt sie überraschend herzlich auf. Nur die alte Haushälterin entpuppt sich als böse Person. Sie quartiert Hal in einem Dachbodenzimmer, mit Gittern vor den Fenstern und Riegeln an der Außenseite der Tür, ein.

    Man verfolgt mit Spannung, wie Hal ihren Versuch, sich ein Erbe zu erschleichen, gestaltet. Gleichzeitig geht die Autorin in der Geschichte zurück in die Vergangenheit. Es ist die Zeit, in der Hals Mutter schwanger war. Man ahnt bald, dass die Wahrheit sich ganz anders gestalten könnte als angenommen. Es gibt ein Familiengeheimnis, dessen Hintergründe im Dunkeln bleiben sollen.

    Die Stimmung kippt zusehends. Man wird in den Bann unheimlicher Begebenheiten gezogen. Hal versucht nach einiger Zeit, aus der Geschichte herauszukommen, doch eine Flucht wird ihr nichts nützen, denn die Vergangenheit von Trespassen House ist verbunden mit ihrem Schicksal. Sie muss sich Klarheit verschaffen!

    Die Autorin schreibt in einem beeindruckend leichtgängigen Stil. Das Buch unterhält perfekt, zumal es sehr spannend ist und von einer Atmosphäre getragen wird, die Gänsehaut verursacht und gleichzeitig Neugier an der dramatischen Familiengeschichte weckt. Das Ende ist kaum vorhersehbar und demzufolge ausgesprochen überraschend.

    Rezension von Heike Rau

    Ruth Ware
    Der Tod der Mrs Westaway
    Deutsch von Stefanie Ochel
    416 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423262400
    ISBN-13: 978-3423262408
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    ... | Kommentare deaktiviert für Ruth Ware: Der Tod der Mrs Westaway | Kategorie Krimi und Thriller |

    Annie Ernaux: Eine Frau

    Von Claudine Borries | 1.Dezember 2019

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    Annie Ernaux hat bereits in drei früheren Büchern Episoden aus ihrem Leben erzählt.
    Ihre emotionale, visuelle und intellektuelle Wahrnehmung über Tage und Jahre oder Beziehungen ihres Lebens sind tief berührend und erschütternd.

    Hier geht es um ihre Mutter, nach deren Tod sie diese Erinnerungen verfasste.
    Aus ärmsten Verhältnissen stammend ist das Leben ihrer Mutter vom Kampf um Arbeit und gesellschaftlichem Ansehen hart gezeichnet.
    Ihre zweite Tochter nach dem Tod einer ersten soll es einmal besser haben. Wir wissen aus Ernaux’ anderen Büchern, dass dieses Mädchen Annie begabt war und den Aufstieg ins bürgerliche Milieu geschafft hat. In den assoziativ verfassten Erinnerungen der Autorin wird man unmittelbar konfrontiert mit gesellschaftlichen Gegensätzen zwischen arm und reich, zwischen gebildeten Bürgern und denen, die sich des Geldmangels wegen um derlei Bildung nie kümmern konnten. Mühsam ist der Weg zum aufstrebendem Bürger, wenn der Alltag alle Kräfte verzehrt, so dass kein Moment der Muße, des Genusses und der Kontemplation möglich ist. Annies Mutter ging es nach außen hin um gutes Ansehen, um den Erhalt von Würde und Anstand.
    Annie entfernte sich aus dieser Welt; zuerst in einem Job als Betreuerin in einem Kinderferienlager, dann durch den Besuch weiterführender Schulen bis zur Universität.
    Sie heiratet einen Mann aus gut bürgerlichem Milieu und bekommt zwei Kinder.

    Der Kontakt zu den Eltern bleibt erhalten. Als der Vater stirbt, kümmert sich Annie um die Mutter. Diese hat einen starken Charakter und feste Prinzipien in ihrer Lebensführung.
    Es geht in dem schmalen Büchlein nur um die Mutter. Annie Ernaux versteht wie durch ein Brennglas ihre objektive Berichterstattung von ihren eigenen Gefühlen zu trennen. Doch spürt man sehr wohl, dass sie nicht ohne innere Teilnahme ist.
    Mutter und Tochter sind so verschieden! Annie Ernaux schwankt zwischen beobachtender Anhänglichkeit, Rebellion und Verständnis.
    Tief anrührend beschreibt sie das Alter und die Demenz der Mutter. Erst spät erkennt Annie Ernaux, wie sehr sie sich getäuscht hat, und wie sehr sie mit ihrer Mutter im Innersten doch verbunden war!
    Ihr Tod lässt sie gewahr werden, dass ihre Brücke zur Kindheit Vergangenheit ist.
    Man liest das schmale Büchlein in wenigen Stunden und bleibt von so viel Offenheit der Autorin ein wenig sprachlos. Die Verbindung von sezierend- klarer Einsicht und innerer Beteiligung ist frappierend. Alle vier biographischen Essays, und so möchte ich ihre Bekenntnisse bezeichnen, sind eindrucksvoll und einmalig in Sprache, Duktus und Wiedergabe von Erlebten.
    Sehr lesenswert!

    Annie Ernaux
    Eine Frau
    88 Seiten, gebunden
    Suhrkamp Verlag, Oktober 2019
    ISBN-10: 351822512X
    ISBN-13: 978-3518225127
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    ... | Kommentare deaktiviert für Annie Ernaux: Eine Frau | Kategorie Biografie, Essay |

    Ellen Berg: Der ist für die Tonne – (K)ein Männer-Roman

    Von hera | 25.November 2019

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    Hannah ist ein professioneller Coach fürs Ausmisten. In dieser Funktion soll sie dem neuen Freund ihrer Freundin Tess auf die Beine helfen. Er wohnt in einer zugemüllten Villa und sein Kleiderstil lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Pascal mag eigenwillig sein, doch Hannah gefällt er irgendwie. Er hat so einen grantigen Charme. Das ist ein Widerspruch, der sie reizt. Aber das spielt keine Rolle. Wirklich nicht! Keinesfalls! Hannah hat sich im Griff! Sie würde nie ihre Freundin hintergehen.

    Als sie eine Leiche auf Pascals Dachboden findet, beginnt das Chaos. Fast wird Hannah verhaftet, doch Pascal gelingt es, das mit einer haarsträubenden Lügengeschichte zu vermeiden. Er drängt sie in eine Rolle, die sie nie spielen wollte. Das hat Folgen und verursacht ein emotionales Chaos, zumal die Polizei bald aus gutem Grund eine Theorie entwickelt, die beiden gefährlich werden könnte.

    Die Freundschaft zwischen Hannah und Tess kippelt, zumal auch Pascal einige Änderungswünsche seine neue Freundin betreffend hat. Wie soll Hannah sich da länger raushalten? Wie soll sie wieder Ordnung in ihrem Leben schaffen? Vielleicht kann Ex-Ehemann Dennis dabei helfen, der ihr ohne hin neuerlich wieder Avancen macht.

    Der Roman unterhält sehr gut. Auch wenn die Handlung chaotisch ist, so ist sie doch witzig und spannend. Hannah liefert sich die eine oder andere amüsante Diskussion mit Pascal und man lacht darüber, wie schlagfertig beide sind und wie sie sich immer mehr im Gefühlschaos verstricken.
    Sämtliche Charaktere haben ihre Eigenheiten und sind teilweise äußerst speziell. Die Autorin bringt viel Wortwitz, Zweideutigkeiten und flotte Sprüche im Buch mit ein, untermalt mit einigen psychologisch wertvollen Lebensweisheiten. Sie schreibt in einem lockeren und leicht zu lesendem Stil.
    Klar, werden hier Klischees bedient und die Handlung wirkt einigermaßen überzogen, aber man wird wunderbar abgelenkt und es macht Spaß, dem Krimi zu folgen, auch wenn der Mordfall immer mal wieder etwas in den Hintergrund gerät!

    Rezension von Heike Rau

    Ellen Berg
    Der ist für die Tonne – (K)ein Männer-Roman
    320 Seiten, broschiert
    Aufbau Taschenbuch
    ISBN-10: 3746635861
    ISBN-13: 978-3746635866
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    ... | Kommentare deaktiviert für Ellen Berg: Der ist für die Tonne – (K)ein Männer-Roman | Kategorie Krimi und Thriller |

    Peter Schneider: Vivaldi und seine Töchter

    Von Claudine Borries | 23.November 2019

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    Eingerahmt von der Freundschaft zu dem außergewöhnlichen Kameramann Michael Ballhaus erzählt uns Peter Schneider die Geschichte von Antonio Vivaldi.
    Angeregt durch seinen Freund hat er sich auf die Spuren dieses hoch geschätzten und beliebten Komponisten begeben, um sich mit seiner Zeit, seiner Musik und seinem Leben auseinanderzusetzen.

    P. Schneider eröffnet uns das Panorama Venedigs zum Ende des 17. und Beginn des 18. Jahrhunderts.

    Antonio Vivaldi (1678 -1741) war Zeitgenosse Johann Sebastian Bach. Seiner roten Haare wegen wurde er „prete rosso“ genannt, denn er war Priester der römisch-katholischen Kirche. Er war einer der meist gehörten Komponisten, Violinisten und Musiker des Barock zu seiner Zeit in Italien.

    In Venedig, dieser wunderschönen Stadt, lebte er und wurde von seiner Mutter schon in jungen Jahren zum Priester ausersehen. Die Eltern waren arm und hatten viele Kinder. Das Priestertum versprach regelmäßige Einkünfte, mit denen Antonio Vivaldi seine Familie unterstützen konnte.

    Doch früh schon liebte er die Musik und geriet als Lehrer an ein Waisenhaus. Die Schüler, in der Mehrzahl Mädchen, wurden von ihm in Musik unterrichtet. Er gab jeder/ jedem ein Instrument. Aus diesen zahlreichen Musikanten bildete er das erste Frauenorchester Europas. Hier konnte er seine vielseitigen Kompositionen zur Aufführung bringen. Natürlich musste und wollte er sein Priesteramt ruhen lassen, was nicht immer zur Zufriedenheit der hohen Geistlichkeit geschah.

    In Venedig bildete das bunte Treiben in den Gassen, die Gondolieri und die Kirchen mit ihren geistlichen Oberhäuptern in der Beschreibung des Autors ein eindrucksvolles Bild, das man lebhaft vor Augen zu haben meint.

    In intensiven Forschungen führt uns Peter Schneider das Leben Vivaldis teilweise fiktiv und teilweise historisch vor.

    Die Armut, die Musik und das Geld sind die Triebfedern von Vivaldis Handeln. Er schäumt über vor musikalischer Begeisterung, und komponiert ein Konzert und eine Oper nach der anderen. Das Ränkespiel um Posten, Ansehen und immer wieder die Geistlichkeit mit ihrer weitreichenden gebieterischen Macht bestimmten in großen Teilen das Leben der Armen und Abhängigen. Sich zwischen diesen Mächten, unter ihrer Korruption und dekadenten Lebensweise einen Weg zu bahnen, der ihn komponieren, musizieren und überleben lässt, ist das Wunder, das Vivaldi fertigbringt. Er wird berühmt, reist durch Europa und genießt hohes Ansehen.

    Am Ende seines Weges aber ist er alt, arm und aus dem Land seiner Väter verstrieben. In Wien, seinem letzten Fluchtort, bekommt er wie so viele Musiker vor und nach ihm ein Armenbegräbnis.

    Das Buch nennt sich zwar Roman, gleicht aber in weiten Teilen einer historischen Biographie. Zahlreiche regierende Häupter sind genannt, Komponisten und ihre musikalischen Entwicklungen werden erläutert, Finanzgebaren und Lebensweisen aufgeführt, so dass man sich in die Zeit zurückversetzen kann, um sich eine Vorstellung zu machen, wie Leben damals war.

    Dass Vivaldi erst etwa Mitte des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt wurde, hat der Musikwelt neue Türen zur Barockmusik geöffnet.

    Peter Schneider gebührt Anerkennung für diese so gut recherchierten Erinnerungen an einen Mann, der mit seinem vielseitigen Werk der Musikwelt zur Freude gereicht!

    Peter Schneider
    Vivaldi und seine Töchter
    288 Seiten, gebunden
    Kiepenheuer & Witsch, November 2019
    ISBN-10: 3462052292
    ISBN-13: 978-3462052299
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    Sasa Stanisic: Herkunft

    Von Claudine Borries | 23.November 2019

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    Wie erinnert man sich seiner Herkunft?

    Herkunft ist ein Hörbuch von höchst bemerkenswerter Eigendynamik.
    Der Autor Sasa Stanisic stammt aus einem Land, das einmal ein Land, dann zwei dann viele waren. Ursprünglich hieß es Jugoslawien, das dann in so viele verschiedene Länder zerfiel.
    In den Erinnerungen von Sasa Stasinic verwischen sich allerdings seine Herkunftsorte zu Serbien, Bosnien oder zuvor eben unter Tito Jugoslawien. Religionen sind ihm ganz fremd, und naiv macht er die muslimische Mutter daran fest, dass sie kein Schweinefleisch isst, quasi als eine Form der Diät.
    Stanisic’s Großmutter kommt zunächst häufig zu Wort; doch alle Erinnerungen sind assoziativ, kreisen um Sommer, Winter, Vögel, Schlangen und das Gefühl von Heimat.
    Auf die Frage „wo komme ich her“ gibt es nur die Antwort “von hier, du kommst von hier.“
    Auch Gebäude geben die Herkunft an.Hier es gibt die Bessergestellten und dort die Ärmeren.

    Stanisic liest seine Geschichten selber mit einem angenehmen, etwas rauchig oder beinahe heiser klingenden Tonfall. Fast hat man den Eindruck, seine Gedanken entstehen im Moment des Sprechens. Akzente entstehen in kurzen Sätzen, wechseln Zeit und Ort, einmal 1992, das Fluchtdatum, dann wieder 2018 in der Gegenwart.

    Sasa Stanisic ist ein Wortakrobat und ein Trapezkünstler der Sprache. Voller Lebensfreude, z.T. auch melancholisch, dann wieder amüsiert und hingerissen klingen seine Worte und er landet bei Eichendorf, dem wehmütig- sehnsüchtigen Lyriker. Stasinic zuzuhören erzeugt Glücksgefühle, denn es gibt keine fortlaufende Handlung. Man lässt sich auf den Klang seiner Aussprache und seines Singsangs mit seinen momentanen Eingaben ein; er scheut sich nicht in Ansätzen Lieder zu singen.

    Heidelberg ist die Station seiner Bildung und Ausbildung. Wie er diese Stadt beschreibt kommt einem vertonten Gemälde gleich.
    Die Herkunft ist das Leitmotiv und sicher sind seine Erinnerungen tiefenscharf. Doch geht es auch um das Fremdsein, eine Identität des Wanderers zwischen dem Herkunftsland und dem jetzigen Wohnort Deutschland. Und Herkunft findet immer wieder auch seinen Platz bei der Großmutter. Er beschreibt sie als festen Hort in seiner Erinnerung bis hin zu Gegenwart: sie wird liebevoll und skurril skizziert, und man spürt eine stille Zärtlichkeit.

    Nachdem ich zunächst ein wenig skeptisch war, mich auf die assoziative Melodie des Hörens einzulassen, geriet ich mehr und mehr in den Sog dieses lebendig pulsierenden Sprachgesangs. Zuletzt hat es mich vollkommen mitgerissen!

    Man sollte das Buch in seiner wunderschönen Prosa lesen oder besser noch hören!

    Sasa Stanisic
    Herkunft
    368 Seiten, gebunden
    Audible Hörbuch
    Der Hörverlag
    ISBN-10: 3630874738
    ISBN-13: 978-3630874739
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    Charles J. Shields: Der Mann, der den perfekten Roman schrieb

    Von Claudine Borries | 23.November 2019

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    „John Williams, der den Roman „Stoner“ schrieb, wurde erst lange nach seinem Tod berühmt und gilt heute als Ikone in der amerikanischen Literatur“. So lautet es auf dem Klappentext. Und in der Tat ist der Roman „Stoner“ ein unerhörtes Leseerlebnis.

    Charles Shields hat sich auf Spurensuche begeben und eine wunderbare Biographie dieses Ausnahmetalentes geschrieben.

    In vielen Details, mit klugen Gedanken arbeitet er heraus, wie sehr John Williams’ Leben dem seines Romanhelden „Stoner“ glich.

    Aus einfachen Verhältnissen stammend arbeitete Williams sich in zahlreichen Nebenjobs hoch, so dass er schon in jungen Jahren einen kleinen Verlag leitete. Bis dahin arbeitete er als Regisseur kleinerer Theater, war Radiomoderator, kämpfte in Zweiten Weltkrieg in der amerikanischen Luftwaffe, war schon mit 24 Jahren zum zweiten Mal verheiratete und so fort. Er lebte in verschiedenen mittelwestlichen Staaten der USA und kam viel herum. Doch dann begann er ein Literaturstudium, und er begann zu schreiben.
    In der vorliegenden Biographie beschwört Shields die literarischen und verlegerischen Größen der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Westen und Süden Amerikas herauf. John Williams geriet unweigerlich in diese Kreise und nahm bald einen festen Platz unter ihnen ein.

    Die Vielzahl der Namen von Professoren, Schriftstellern, Verlegern u.a. sind für den Leser nicht immer leicht zu behalten. Charles Shields’ Arbeit ist detailreich, genau und gleicht fast einer literarisch wissenschaftlichen Arbeit. Unter den äußeren Daten spürt man sehr genau, wo „Stoner“ biographische Züge seines Erfinders trägt. Wie „Stoner“ kam Williams aus einfachen Verhältnissen. Ein gemeinsames Merkmal scheint auch die Einsamkeit zu sein, unter der beide litten, auch wenn John Williams äußerlich einen großen Bekannten- und Berufskreis hatte. Wie sein Protagonist ist Williams besessen von seiner schriftstellerischen Arbeit und hat wenig Zeit für sein Privatleben. Kein Wunder, dass er vier Ehen hinter sich hat!

    Shields versäumt nicht, auf die landschaftlichen Schönheiten der Aufenthalte von John und seiner vierten Frau hinzuweisen. Denver, Key West, Missouri, Boston und wie die Orte alle heißen, an denen John Williams lebte und arbeitete. Sie werden äußerst malerisch beschrieben. Wildes, schönes Amerika!

    In dem ausführlichen Lebenslauf von Williams gab es Höhen und Tiefen, es gab viel Alkohol, es gab Stimmungsschwankungen, aber es gab auch eine Vielzahl von Begegnungen mit anerkannten Größen des Literaturbetriebs, Freundschaften, Feindschaften, Rivalitäten und nicht zuletzt zahlreiche anerkannte Preise.

    Während der Roman „Stoner“ in Amerika in Vergessenheit geriet, entdeckte ihn die französische Schriftstellerin Anna Gavalda 2007 für Europa neu. Der Roman begann mit der Übersetzung in fast alle Sprachen von Belang seinen Siegeszug um die Welt.

    Am Ende scheint es, dass Williams gar nicht so unbekannt war, wie es der Klappentext vermuten lässt.
    Er war Dozent, Professor, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller aus Passion. Man liest das Buch voller Staunen über die Vielzahl an Ereignissen, die den Weg dieses Ausnahmeautors bestimmten.

    Für Freunde der amerikanischen Literaturwissenschaft ist das Buch eine reiche Quelle, aus der man über die diversen Strömungen und Entwicklungen im Literaturbetrieb der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts etwas erfahren kann.

    Meine Achtung gilt dem Autor Charles J. Shields für dieses umfassende Werk!

    Charles J. Shields
    Der Mann, der den perfekten Roman schrieb
    384 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft, Oktober 2019
    ISBN-10: 342328191X
    ISBN-13: 978-3423281911
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    Bodo Schäfer: Ein Hund namens Money – Spielerisch zu Erfolg und Wohlstand

    Von hera | 20.November 2019

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    Die elfjährige Kira hat viele Wünsche! Doch ihr Taschengeld reicht dafür nicht aus. Auch ihre Eltern haben finanzielle Probleme. Der Grund dafür ist mangelndes Finanzwissen. Als Money in die Familie kommt, ändert sich das. Der Labrador weiß, wie man zu Geld kommen kann. Kira staunt nicht schlecht, als sie merkt, dass der Hund mit ihr sprechen kann. Er bringt sie auf eine geniale Idee. Und er erzählt von einem Jungen, der mit 17 Jahren schon reich war. Das erinnert Kira an ihren Cousin Marcel, der ebenfalls schon Geld verdient. Mit seinen Anregungen gelingt es ihr, sich eine Freizeitbeschäftigung zu suchen, mit der sie ihr Taschengeld aufstocken kann. Bald gibt es tatsächlich einen zweiten Hund, um den sie sich kümmert. Da kommt im Monat einiges an Geld zusammen. Und das ist erst der Anfang.

    Die Geschichte geht etwas an der Realität vorbei. Kira legt eine krasse Erfolgsstory hin, auch weil sie die richtigen Leute kennenlernt und ein hohes Startkapital geschenkt bekommt. Bald jongliert sie mit schwindelerregenden Summen.
    Auf dem aktuellsten Stand ist diese Neuauflage leider auch nicht, beispielsweise was die Zinsen für Tagesgeld angeht.

    Diese Kritikpunkte spielen aber eigentlich keine große Rolle. Ich sehe das Buch dennoch positiv. Kinder werden mit der Geschichte zum Nachdenken gebracht und zum Sparen angeregt. Ob das nun in großem oder kleinen Rahmen gelingt, ist nicht der Punkt. Es wird Selbstbewusstsein in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut und Finanzwissen vermittelt. Das ist wichtig für die finanzielle Zukunft und ein selbstbestimmtes Leben. Kinder werden motiviert, sich aktiv mit Geld auseinanderzusetzen, sich Ziele zu setzen und Strategien zum Sparen zu entwickeln.

    Das Buch ist auch für Erwachsene empfehlenswert, die sich bisher nicht an das Thema Geldanlagen herangewagt haben. Es ist einfach geschrieben und leicht verständlich. So gibt es erste Informationen dazu, wie Geld relativ risikoarm gewinnbringend angelegt werden kann. Hier geht es insbesondere um Aktienfonds, da Sparbücher kaum noch Zinsen bringen. Das Thema muss natürlich weiter vertieft werden.

    Rezension von Heike Rau

    Bodo Schäfer
    Ein Hund namens Money – Spielerisch zu Erfolg und Wohlstand
    224 Seiten, broschiert
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423349654
    ISBN-13: 978-3423349659
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    Harriet de Winton: Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor – Schritt für Schritt zum floralen Aquarell

    Von hera | 19.November 2019

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    Die Zeichnungen im Buch sehen bezaubernd aus! Sie sind originalgetreu und sehr detailreich. Doch bevor man so malen kann wie die Künstlerin Harriet de Winton, muss man die Grundlagen lernen! Das Buch ist für Anfänger geeignet, aber auch routinierte Hobbymaler können damit arbeiten und ihre Fähigkeiten erweitern, was den floralen Watercolor-Stil betrifft.

    Die Autorin beschreibt zunächst, welche Arbeitsmaterialien verwendet werden, darunter Farben, Pinsel und Papier. Nachfolgend werden die Grundlagen der Aquarellmalerei erklärt. Dazu gehören die verschiedenen Maltechniken. Aufgezeigt wird, welche Farben für die Projekte verwendet werden. Wer Blumen und Blätter detailgetreu malen möchte, muss sich natürlich auch mit dem Aufbau der Pflanzen beschäftigen. Auch hierzu gibt es hilfreiche Erläuterungen.

    Und nun darf zum Pinsel gegriffen werden! Die Autorin zeigt die Basis-Pinselstriche für Blüten und Blattgrün. Dies müssen ausprobiert und eingeübt werden. Das nimmt Zeit in Anspruch, macht aber auch sehr viel Spaß!

    Die erste Blume, die gezeichnet wird, ist eine Tulpe. Es wird genau beschrieben, welche Farben benötigt werden und welche anzumischen sind. Schritt für Schritt wird dann erklärt, wie die Tulpe gezeichnet wird und welche Variationen möglich sind. Hier greift man auf die erlernten Grundlagen zurück. Auch eine Miniaturversion, die etwa für Kränze, Arrangements und Rahmen verwendet werden kann, wird gezeigt.

    Insgesamt gibt es 30 Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit verschiedenen Blumen- und Blattmotiven. Neben Anemone, Hortensie und Traubenhyazinthe begeistern verschiedene Farne und Palmenblätter.

    Die Anleitungen sind ausführlich gehalten und lassen sich sehr gut nachvollziehen. Man wird also von der Künstlerin sehr schön an die Aquarellmalerei herangeführt. Wer ein bisschen Talent mitbringt und dran bleibt, wird hier sicher bald Erfolge erzielen. Die Aquarellmalerei ist ein sehr schönes und kreatives Hobby!

    Rezension von Heike Rau

    Harriet de Winton
    Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor-Schritt für Schritt zum floralen Aquarell
    128 Seiten, Klappenbroschur
    Dorling Kindersley Verlag
    ISBN-10: 3831038597
    ISBN-13: 978-3831038596
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    Claudia Siegmann: Märchenfluch Band 1 – Das letzte Dornröschen

    Von hera | 24.Oktober 2019

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    Mit einem mysteriösen Brief wird die 16-jährige Flora Anthea Allenstein zur ASGA Agentur, die ihren Sitz in einer Odilienmühle hat, bestellt. Ihre Pflichtjahre soll sie dort absolvieren. Das muss ein Irrtum sein! Aus Neugier beschließt sie, sich dort umzuschauen. Sie trifft auf Edgar Kramer, der die Agentur leitet. Er gibt ihr sehr deutlich zu verstehen, dass sie als Nachfahrin von Dornröschen nicht um diese Pflichtjahre herumkommt.

    Doch mit dieser Information kann die 16-Jährige nichts anfangen. Märchenfiguren gehören für sie in Märchen und nicht in die wirkliche Welt. Als sie Schneewittchen Neva und Rapunzel Val kennenlernt, muss sie jedoch anerkennen, dass es etwas gibt, das ihr bisher verbogen geblieben ist. Beide müssen ebenfalls ihre Pflichtjahre absolvieren und magische Gegenständen auffinden, die bei normalen Menschen zu Vergiftungen bis hin zum Tod führen können. Schon der erste Auftrag, bei der Flora mit Neva zusammenarbeiten soll, hat es in sich!

    Flora ist kein Mädchen, das immer glaubt, was man ihr sagt. Doch mit ihrem Durchsetzungsvermögen kommt sie gegen die Agentur und Edgar Kramer nicht an. So gerät sie in eine andere Realität und muss sich dort beweisen. Das ist sehr spannend und unterhaltsam, zumal die Autorin in einem lockern und teils auch humorvollen Erzählstil schreibt.

    Die Nachfahren der bekannten Märchenfiguren sind in diesem Buch moderner, als man es aus den bekannten Märchen kennt, wobei natürlich schon bestimmte Ähnlichkeiten im Charakter und im Aussehen nicht zu übersehen sind. Wie so manche Figur aus der Märchenwelt haben auch die Fabulae magische Fähigkeiten! So kommt es zu mysteriösen und manchmal ein wenig gruseligen Szenen. Flora verfügt ebenfalls über eine Fähigkeit, die allerdings eher Rätsel aufgibt.

    Es bleibt abzuwarten, wie die Figuren sich weiterentwickeln. Hier wird also sicher noch einiges geschehen. Das Ende des ersten Bandes der Märchenfluch-Trilogie verspricht jedenfalls eine spannende Fortsetzung.

    Rezension von Heike Rau

    Claudia Siegmann
    Märchenfluch Band 1- Das letzte Dornröschen
    416 Seiten, gebunden
    ISBN-10: 3473401838
    ISBN-13: 978-3473401833
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