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  • Pedro Lenz: Die schöne Fanny

    Von Claudine Borries | 21.Januar 2019

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    Drei Freunde leben in diesem Roman in den Tag hinein: Frank alias Jackpot, Louis und Grunz; letztere sind Maler, Jackpot freier Schriftsteller. Während die beiden Maler noch etwas zustande bringen, ist der Schriftsteller immer vermeintlich auf Erfolgskurs, hat aber fast noch keine Zeile für seinen neuen Roman geschrieben. Sie leben in der kleinen Stadt Olten in der Schweiz.

    Die beiden Maler sind schon an die 70 Jahre alt, Jackpot ist nur halb so alt.

    Alles dreht sich um die schöne Fanny, ein Modell der beiden Maler, in die sich Jackpot unsterblich verliebt. Er wartet, sucht und findet sie ab und zu wieder, aber sie bleibt nie lange, und für ihn ist sie geheimnisumwittert. Wie sich später rausstellen soll: zu Recht!

    Mit einem lockeren, amüsierten Tonfall mit zahlreichen lakonischen Einschüben hat Pedro Lenz seinen Roman garniert. Man liest ihn mit Schmunzeln und ergötzt sich an dem leichtlebigen Dasein der drei Künstler. Der Roman gemahnt an eine Art Schelmenroman, in der es um die unbeschwerte Lebensart und die heitere Liebe geht. Der Ton bleibt immer witzig und locker. Man zieht sich gegenseitig ein wenig auf und verbringt viele Stunden beim gemeinsamen Essen und Trinken. Ausstellungseröffnungen und Begegnungen mit vielerlei Charakteren geben den Roman den Pfiff und eine gewisse Aktualität. Der Text ist angereichert mit durchaus klugen, zuweilen gar philosophischen Gedanken und setzt eine gewisse Bildung voraus. „Ich beschloss, mit dem Nachdenken aufzuhören. Aber mach das mal bewusst, nicht mehr zu denken. Das funktioniert nicht, weil auch der Gedanken, nicht denken zu wollen, gedacht werden muss“. Logisch, nicht wahr?

    In der Erzählung von Pedro Lenz geht es u.a. auch um die ganz alltäglichen Dinge wie die Beschaffung von Geld.

    Der immer wieder angekündigte Roman von Jackpot bleibt lange nur Fiktion, denn es fehlt ihm an Eingebung. Sein Bruder, ein erfolgreicher Geschäftsmann, unterstützt ihn großzügig mit Geld, so dass er seinem Bohèmeleben frönen kann, ohne zu verhungern.

    Man wartet geduldig darauf, dass seine Liebesgeschichte und die Gestaltung seines Romans Formen annimmt. So lange darf man weiter an den ergötzlichen Tagesereignissen teilnehmen.

    Ach, aber alles kommt am Ende ganz anders als erwartet! Die Geschichte steuert auf ein gutes Ende zu.

    Das Leben: es spielt zuweilen verrückt. In diesem Roman dürfen wir der Leichtigkeit des Seins nachspüren. Spannung darf man nicht erwarten. Man freut sich am Ende an der Auflösung des Rätsels um Fannys Leben und Jackpots Roman und hat unterhaltsame Stunden gehabt. Die Empfehlung des Schweizer Literaturclubs ist gerechtfertigt!

    Pedro Lenz
    Die schöne Fanny
    256 Seiten, gebunden
    Kein & Aber
    ISBN-10: 3036957677
    ISBN-13: 978-3036957678
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    ... | Kommentare deaktiviert für Pedro Lenz: Die schöne Fanny | Kategorie Belletristik |

    Paul Grote: Pinot Grigio stand nicht im Testament

    Von hera | 18.Januar 2019

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    Der Fotograf Frank Gatow ist in Südtirol unterwegs, um Weingüter für einen Fotoband zu fotografieren. Werner Kannegießer, ein Winzer, hat ihn dazu eingeladen. Doch vor Ort eingetroffen, muss Gatow feststellen, dass der Kannegießer tot ist. Er soll in der Karibik bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen sein. Kannengießers Tochter Theresa glaubt aber, dass es Mord war. Beweise dafür fehlen ihr allerdings. Sie schafft es aber immerhin, Gatows Misstrauen zu wecken.

    Bald wird der Fotograf von allen möglichen Leuten angesprochen, in deren Angelegenheit hineingezogen und manipuliert. Offenbar herrscht großer Unfrieden in der Familie. Das zu erwartete Erbe ist Anlass für die extremen Streitigkeiten. Es gibt also ein Motiv. So erhärtet sich der Mordverdacht. Gatow sollte sich besser nicht weiter einmischen. Doch er verpasst den Moment, sich zurückzuziehen, und so steckt er bald mit drin im Intrigenspiel. Die Polizei ist zunächst keine große Hilfe. Sie stützt den Mordverdacht nicht.

    Durch den Anfang des Buches muss man erst mal durch. Viel zu langwierig wird in den Krimi hineingeführt. Es geht einfach nicht vorwärts. Doch das Blatt wendet sich. Die Spannung steigt etwas, auch wenn der Autor immer wieder zu Weinproben, Landschaftsbeschreibungen oder politischen Erklärungen abschweift. Natürlich gibt es auch Interessantes zum Thema Wein zu erfahren. Auch wecken die Beschreibungen der Weingüter, die es tatsächlich gibt, Neugier.

    Der Fall selbst ist interessant, wenn auch sehr verwickelt. Es ist eine große Aufgabe für Frank Gatow, der ja kein Privatdetektiv ist, hier einen Durchblick zu bekommen. Es geht schließlich um 22 Millionen Euro! Gatow handelt bald auch aus eigenem Interesse, weil er den Nervenkitzel liebt. Den bekommt er auch, als er seine Nachforschungen gegenüber den falschen Leuten bekannt macht.

    Rezension von Heike Rau

    Paul Grote
    Pinot Grigio stand nicht im Testament
    448 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423217405
    ISBN-13: 978-3423217408
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    ... | Kommentare deaktiviert für Paul Grote: Pinot Grigio stand nicht im Testament | Kategorie Krimi und Thriller |

    Jeffrey Eugenides: Das große Experiment

    Von Claudine Borries | 17.Januar 2019

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    Jeffrey Eugenides gehört zu den großen amerikanischen Erzählern, die in einem Atemzug mit Jonathan Franzen, Siri Hustvedt und Richard Powers genannt werden.

    Mit seinem Roman „Middlesex“ machte er vor Jahren Furore.

    Nun also hat er einen Band mit Erzählungen vorgelegt.

    Auch hier begibt sich der Autor in die Welt der Menschen mit ihren Kümmernissen, Erfolgen und Niederlagen, es geht um Alter, Sterben und Tod. Sehr schön nimmt Eugenides in seiner ersten Erzählung Bezug auf das Buch von Wallis: „Zwei alte Frauen“, die von ihrem Stamm im Norden Alaskas abgehängt wurden, weil sie zu nichts mehr taugten. Hier sind es Cathy und Della, die Freundinnen sind und sich immer umeinander gekümmert haben. Als Della wegen Demenz ins Altenheim abgeschoben werden soll, packen sie die Sachen und entfliehen dem Heim. In Gedanken spult der Autor das Leben der beiden zurück. So entsteht eine Geschichte, die wie ein eigener kleiner Roman anmutet.

    Eine Geschichte nach der anderen enthüllt die Wirklichkeit der Protagonisten, ihre Sorgen, Nöte und Liebesabenteuer. Die Geschichten sind nicht immer heiter. So ist das Leben: geprägt von Höhen und Tiefen und immer wieder von Familienbanden, die uns Menschen umgeben und so manche Missgeschicke neben der Nähe und Fürsorge offenbaren. Wir hören von Rodney und Rebecca: sie näht Stoffmäuse, von deren Verkauf die Familie lebt. Rodney frönt der alten Musik und hat sich mit dem Kauf eines Clavichords so übernommen, dass die Schulden ihm über den Kopf wachsen. Wieder eine andere Protagonistin versucht verzweifelt, durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Mit den Männern hat es nicht geklappt, jetzt ist sie schon vierzig und es wird höchste Zeit für eine Schwangerschaft.

    So reiht sich eine Erzählung an die andere. Man sollte Pausen machen zwischen dem Lesen, denn so inhaltsreich, persönlich und empathisch ist jede Erzählung für sich, dass man sie erst in sich nachwirken lassen will, bevor man sich an das nächste Kleinod wagt.

    Alles in Allem sind die Geschichten tragisch. Sie handeln von vergehender Liebe, von Vergänglichkeit, von Alter und Tod. Sie handeln davon, wie das Leben ist!

    Die Feinsinnigkeit, mit der die Figuren gezeichnet sind, machen das Leseerlebnis aus. Atmosphärisch dicht und wahrheitsgetreu wird hier gezeigt, wie wenig vielversprechend Leben sein kann. Die glücklichen Momente sind nicht von Dauer. Und doch gibt es auch Erfolge beim Lebenskampf und gelegentlichen Überlebensstrategien, die man nur bewundern kann.

    Jeffrey Eugenides
    Das große Experiment
    336 Seiten, gebunden
    Rowohlt Buchverlag, November 2018
    ISBN-10: 349801675X
    ISBN-13: 978-3498016753
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    ... | Kommentare deaktiviert für Jeffrey Eugenides: Das große Experiment | Kategorie Belletristik |

    Frank Goldammer: Roter Rabe

    Von hera | 9.Januar 2019

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    Gleich nach dem Ostseeurlaub fährt Oberkommissar Hellers Frau Karin in den Westen. Sie hat überraschend die Erlaubnis bekommen, Sohn Erwin zu besuchen. Heller hat unterdessen einen schwierigen Fall zu lösen. Dabei muss er sich auch um den Haushalt und Pflegekind Anni kümmern. Auch Frau Marquart, in dessen Haus er mit seiner Familie lebt, hat immer größere Probleme mit ihrem Gedächtnis. Dass nun auch noch eine weitläufige Verwandte von Frau Marquart aufgenommen wird, passt ihm nicht. Diese Edeltraud Hermann macht ihn misstrauisch.

    Zwei Männer, Zeugen Jehovas, sollen Selbstmord in ihren Gefängniszellen begangen haben. Dabei wäre eine Vernehmung äußerst wichtig gewesen, schließlich standen sie unter Spionageverdacht. Bei diesen nicht nachvollziehbaren Todesfällen bleibt es nicht. Die Explosion in einem Kraftwerk lässt für Heller nur eine Schlussfolgerung zu. Doch wer ist der Drahtzieher? Heller stößt auf Zeitungen, mit denen offenbar Nachrichten übermittelt werden. Doch diese zu entschlüsseln, ist schwierig.

    Das Buch ist gut geschrieben. Das Alltagsleben am Anfang der 50-er Jahre ist gut eingefangen. Frank Goldammer Krimis um Max Heller sind immer auch spannende Ausflüge in die Geschichte, hier mit Blick auf die politische und gesellschaftliche Situation in der Anfangszeit der DDR. Die einzelnen Figuren, Hellers Familie und seine Kollegen, hier insbesondere Oldenbusch und der neue Unterkommissar Salbach, sind wie gewohnt gut ausgearbeitet.

    Der Fall ist interessant, aber auch sehr undurchsichtig. Heller versucht mit Härte durchzugreifen. Er riskiert nicht selten sein Leben. Karin fehlt ihm und er hat Sorge, dass sie im Westen bleibt, zumal eine erwartete Nachricht ausbleibt. Auch das hat Einfluss auf sein Verhalten. Er muss sich eingestehen, dass er nicht genug Zeit hat, um sich um Anni zu kümmern. Erst jetzt merkt er, was alles an Karin hängen geblieben ist.

    Es geht im Buch um Spionage. Und so taucht Alexej Saizev, ein alter Bekannter, wieder auf, der nun für den MGB arbeitet, und dem Raben auf die Spur kommen will. Er behindert Hellers Ermittlungsarbeiten, so wie auch Hellers Chef Niesbach. So überschlagen sich zum Ende hin die Ereignisse und enden in einer Überraschung.

    Rezension von Heike Rau

    Frank Goldammer
    Roter Rabe
    Kriminalroman
    384 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423262095
    ISBN-13: 978-3423262095
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    ... | Kommentare deaktiviert für Frank Goldammer: Roter Rabe | Kategorie Krimi und Thriller |

    Emmanule Carrère: Der Widersacher

    Von Claudine Borries | 8.Januar 2019

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    Emmanuel Carrère hat sich eines Genres für seine Geschichte angenommen, die man nicht anders als eine romanhafte Dokumentation beschreiben kann.

    Als er in der Zeitung von einem Hochstapler liest, der innerhalb kurzer Zeit seine nahe Familie umgebracht hat, kann er nicht anders, als sich dieses Falls literarisch anzunehmen.

    Diese Erklärung setzt er seiner Erzählung voran.

    Er hat Kontakt zu dem Ungeheuer und verfolgt dessen Prozess.

    Nun aber einmal langsam: minutiös geht er dem Geschehen nach und erkennt, dass hier wirklich ein kranker Mensch gehandelt hat.

    Am 19.Januar 1993 erschlug der vermeintliche Arzt und hoch angesehene Wissenschaftler Jean-Claude Romand zuerst seine Frau, kurz darauf seine beiden kleinen Kinder und danach auch noch seine beiden Eltern mit dem geliebten Familienhund. Er zündete sein Haus an und nahm Schlaftabletten. Unglücklicherweise für ihn rettete ihn die Feuerwehr und seine ganze erlogene Existenz flog auf.

    Hier setzt Carrère mit seinem Bericht an. Er befragt die Freunde von Romand, seine Nachbarn und erkundet sein Umfeld. Erschrocken nimmt er zur Kenntnis, dass hier die Abgründe der menschlichen Psyche ihren Ausdruck gefunden hat. Unter der Maske bürgerlicher Wohlanständigkeit mit erfolgreichem Lebensweg verbirgt sich ein Mann, der nichts zuwege gebracht hat: weder sein Arztexamen ist echt noch seine Anstellung bei der WHO in Genf mit häufigen Dienstreisen und Vorträgen überall in der Welt.

    Grundlage der finanziellen Existenz dieses Lebens waren großzügige Finanztransaktionen, mit denen Romand vorgeblich durch Anlagen in der Schweiz den arglosen Geldgebern riesige Gewinne versprach. Und hier lauerte denn auch der Fallstrick, der ihn buchstäblich zu Fall brachte.

    Wie E. Carrere das alles langsam aufdeckt und den Leser an dieser Erkundungsreise teilnehmen lässt ist atemberaubend und lässt den Leser erschauern. Seine Sprache wird der Brutalität der Vorgänge gerecht; sie ist lebendig und lebensnah, doch lässt sie sowohl den Autor als auch den Leser erstaunen, mit welch einer Leichtigkeit sich Verbrechen begehen lassen.

    Wie konnte nur niemand darauf kommen, dass dieses ganze Leben eine Fiktion war?

    Man liest das Buch mit höchster Spannung, weil es auch eine Studie über die Psyche eines Mannes birgt, der sich und andere in ein vollständiges Missverhältnis zwischen Wahn und Wirklichkeit führt.

    Obwohl ich kein wirklicher Krimifan bin, reizt dieses Buch bis zuletzt als gelungene Sozial- und Psychostudie.

    Emmanuel Carrere
    Der Widersacher
    195 Seiten, gebunden
    Matthes & Seitz Berlin, August 2018)
    ISBN-10: 3957576121
    ISBN-13: 978-3957576125
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    ... | Kommentare deaktiviert für Emmanule Carrère: Der Widersacher | Kategorie Biografie, Krimi und Thriller |

    Eva Siegmund: H.O.M.E – Das Erwachen, Band 1

    Von hera | 2.Januar 2019

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    Nach 12 Jahren im Koma ist die 17-jährige Zoë in der Berliner Charité endlich aus dem Koma erwacht. Was um sie herum geschieht, versteht sie nicht. Sie glaubt, Schülerin der H.O.M.E.-Akademie zu sein. Sie hat sich mit anderen auf eine Mission vorbereitet, hart trainiert und viel gelernt. Auch ihr Freund Jonah ist daran beteiligt. Zoë vermisst ihn sehr. Spielt ihr Gehirn ihr vielleicht einen Streich? Vermischt sich die Wahrheit mit ihren Träumen? Aber wieso verfügt sie über Fähigkeiten, die sie sich im Koma niemals angeeignet haben kann? Wieso wundert sich niemand in der Klinik über ihr gutes Wissen und ihre doch recht passable Verfassung? Zoë weiß nicht, wem sie trauen kann. Selbst was sie denkt, ist nicht sicher.

    Im heruntergekommenen Berlin der Zukunft, versucht Zoë der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Es herrscht eine nie da gewesene Dürre, die das Leben der Menschen bedroht. Das Wasser ist knapp. Es herrscht Armut. Die Autorin zeichnet ein düsteres und trostloses Bild. Diese Kulisse wird anschaulich beschrieben und ist durchaus genauso vorstellbar. Zoë muss sich jetzt an ihre Familie gewöhnen. Zumindest an ihren Bruder Tom kann sie sich vage erinnern. Auch dessen Freund Kip ist ihr sympathisch. Beiden erzählt sie ihre Geschichte und nach und nach mehren sich die Hinweise darauf, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

    Das Buch liest sich flüssig. Es ist unglaublich spannend! Die Szenen wechseln in schneller Folge, es gibt zunächst keine dramatische Wendung, aber die Ereignisse spitzen sich immer mehr zu. Eine Bedrohung wird spürbar. Was ist mit Zoë passiert? Sie ist glaubwürdig, auch wenn ihre Geschichte realitätsfern klingt. Denn immer wieder geschieht etwas, das zeigt, dass etwas an ihren Erinnerungen dran sein könnte. Doch an den Sinn ihrer Mission erinnert sie sich nicht. Man kann sich gut in Zoë hinein fühlen. Sie ist eine interessante Heldin, selbstbewusst und trainiert darin, zu überleben. Niemals wird sie aufgeben. So wird die Geschichte vorangeschoben.
    Der erste Teil der Dystopie ist soweit in sich abgeschlossen, lässt aber viel Raum für den zweiten. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

    Rezension von Heike Rau

    Eva Siegmund
    H.O.M.E – Das Erwachen, Band 1
    448 Seiten, Klappenbroschur
    cbt, München
    ISBN-10: 3570312305
    ISBN-13: 978-3570312308
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    ... | Kommentare deaktiviert für Eva Siegmund: H.O.M.E – Das Erwachen, Band 1 | Kategorie Jugendliteratur |

    Michelle Obama: Becoming

    Von Claudine Borries | 22.Dezember 2018

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    Die ungewöhnliche Biographie einer First Lady im Weißen Hause in USA

    Von 2009 bis 2017 war Barack Obama der erste farbige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Frau Michelle hat seinetwegen ihre eigene erfolgreiche Karriere als Juristin an den Nagel gehängt.

    Sie wäre aber nicht die Frau, die sie ist, wenn sich ihr nicht neue Möglichkeiten für gesellschaftliche und politische Veränderungen erschlossen hätten.

    Von den Anfängen ihres jungen Lebens an beschreibt sie in ihren Erinnerungen ein Leben, das von liebevoller Geborgenheit, Ermunterung und Zuversicht getragen wurde.

    Aus einer hervorragenden Schülerin gelingt ihr der Aufstieg hin zu einer erfolgreichen, emanzipierten Frau und nach einem Studium in Harvard zu einer ebenso erfolgreichen Anwältin.

    In der Anwaltskanzlei begegnet ihr Barack Obama. Nach anfänglicher Freundschaft beginnen sie ihre Beziehung, die trotz langer Trennungen in die Ehe mündet. Beide sehen die Charakterstärke, die innere Haltung, die menschliche Wärme und die intellektuelle Verbindung zwischen sich und verbinden sich zu einer Gemeinschaft von anhaltender Gleichgesinntheit.

    Michelle Obama schreibt einen flüssigen Stil, zuweilen sehr weit ausholend, doch vermag sie sehr hautnah zu beschreiben, wie ein Leben in der Öffentlichkeit dieses Amtes aussieht.

    Man hat ja keine Vorstellung davon, wie einschränkend und beengend die Sicherheitsvorkehrungen in einem solchen Amt jedes Privatleben fast unmöglich machen. Dennoch bekommt man mit, wie sie sich kleine Freiheiten erobern und gelegentlich den Sicherheitsbeamten auch ein Schnippchen schlagen können. Es sind nur Augenblicke. Letztlich geht das Amt immer vor, und Michelle hat sich in ihr Schicksal als öffentliche Person gefügt. Sie macht das Beste daraus und initiiert vielerlei öffentliche Aufgaben, denen sie sich mit ganzer Energie widmet.

    Es ist gut vorstellbar, wie erleichtert man nach acht Jahren im Weißen Haus das Amt aufgibt, um endlich wieder frei zu sein und zu leben.

    Michelles Bilanz der Jahre im Weißen Haus bietet tiefe Einblicke in das Leben immer auf dem Präsentierteller, auf die Schwere der Verantwortung für Krieg und Frieden in aller Welt, und auf die Möglichkeiten und Grenzen für Gestaltungen zur Veränderung im eigenen Land. Für die Arbeit an der Spitze eines so großen, demokratisch geprägten Landes bedarf es besonderer Persönlichkeiten.

    In Michelles Mann Barack Obama hatte das Land eine starke, moralisch und ethisch außerordentliche Persönlichkeit, an dessen Würde und Anstand kein Zweifel aufkam.

    Michelle Obama hat ein umfassendes Zeitdokument zu einer ungewöhnlichen Präsidentschaft hinterlassen. Es geht nicht um einen hohen literarischen Anspruch sondern um sachlich und fachlich kompetente Aussagen. Wer sich eine Bild darüber machen möchte, findet in ihrem Buch reichlich Anschauungsmaterial.

    Michelle Obama
    Becoming
    544 Seiten, gebunden
    Goldmann Verlag, November 2018
    ISBN-10: 3442314879
    ISBN-13: 978-3442314874
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    ... | Kommentare deaktiviert für Michelle Obama: Becoming | Kategorie Biografie |

    Jussi Adler Olsen: Miese kleine Morde

    Von hera | 20.Dezember 2018

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    Weil Lars Hvilling Hansen ein Langweiler ist, hat ihn seine Frau vor die Tür gesetzt. Mit einem kritischen Blick in den Spiegel muss er allerdings einsehen, dass da was dran ist. Er beschließt, in einem Kosmetik- und Friseursalon dagegen vorzugehen. Allerdings sind solche Behandlungen teuer. Mehr als einmal kann er sich das kaum leisten. Doch genau hier kommt ihm eine geniale Geschäftsidee in den Sinn. Er hört wie Frauen über ihre Partner lästern, kein gutes Wort für die Männer übrig haben und sie am liebsten los wären. Auch Friseur Francois steuert seine Meinung bei. Das heizt seine Fantasie weiter an. Ein Auftragsmörder verdient gut! Natürlich muss er sich geschickt anstellen und seine Taten als Unfall tarnen. Ein blutiger Mord kommt nicht infrage, denn Blut kann Lars nicht sehen. Er will nur ein bisschen nachhelfen, wenn die Gelegenheit günstig ist. Keiner darf auf die Idee kommen, dass ein Killer am Werk war. Aber das sollte kein Problem sein. Ist es anfangs auch nicht. Lars, der sich nun Michèl de la Motte nennt, hat Glück! Aber manchmal laufen die Dinge dann doch nicht wie geplant. Und fängt man einmal an mit dem Improvisieren, kommt eins zum anderen.

    Gerade mal 128 Seiten hat das Buch. Es ist an einem oder zwei gemütlichen Abenden gelesen. Der Krimi ist einfach gestrickt, macht aber Spaß! Er ist ganz anders, als man es von Jussi Adler Olsen gewohnt ist. Eine Krimikomödie eben! Witz und rabenschwarzer Humor kommen nicht zu kurz. Viele Situationen sind urkomisch. Die Geschichte plätschert unterhaltsam vor sich hin, bis es dann die ersten Schwierigkeiten gibt. Es ist kompliziert, so ganz und gar unbemerkt vor sich hinzumorden. Manches potenzielle Opfer spielt nicht mit oder reagiert anders als vorherberechnet. Und was soll man tun, wenn die Zahlungsmoral der Auftraggeber zu wünschen übrig lässt? So geht es hin zu einem völlig unvorhersehbaren Ende.

    Rezension von Heike Rau

    Jussi Adler Olsen
    Miese kleine Morde
    Krimi
    128 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423217626
    ISBN-13: 978-3423217620
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    ... | Kommentare deaktiviert für Jussi Adler Olsen: Miese kleine Morde | Kategorie Humor und Satire, Krimi und Thriller |

    Ruth Ware: Wie tief ist deine Schuld

    Von hera | 13.Dezember 2018

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    Mit einer Nachricht, die nicht weiter erklärt wird, bittet Kate ihre alten Schulfreundinnen um Hilfe. Isa macht sich mit ihrem Baby sofort auf den Weg. Auch Thea und Fatima lassen sich kein zweites Mal bitten. Was damals geschah, ist siebzehn Jahre her, aber keine der Frauen hat es vergessen. Niemand weiß davon. Es ist ein Geheimnis. Aber nun wurde in der Nähe von Kates Haus eine Leiche gefunden. Damals war die alte Mühle ein Rückzugsort vor dem Internat. Was wird die Polizei herausfinden?

    Schon damals im Internat in Salten haben die Mädchen gelogen. Es war ein Spiel, das sie perfekt beherrschten. Doch eine dieser Lügen wird ihnen nun zum Verhängnis. 17 Jahre später. Die vier Frauen haben keinen guten Ruf im Dorf. Das hat sich nicht geändert. Sofort sind die alten Geschichten wieder da. Dass die vier tatsächlich nur wegen des Sommerfestes des Internats da sind, glaubt niemand. Was so geredet wird, ist wenig freundlich. Spitzen werden ausgeteilt und wecken in Isa Misstrauen. Der Lügenturm beginnt zu wackeln. Aber es bringt nichts, ihn zum Einsturz zu bringen. Es würde in einer Katastrophe enden. Doch zumindest für sich selbst will Isa die ganze Wahrheit wissen.

    Der Einstieg in das Buch ist rätselhaft. Isa, aus deren Sich der Thriller geschrieben ist, glaubt daran, dass eine Lüge damals die einzige Möglichkeit war, um heil aus der Sache rauszukommen. Darauf können sich die jungen Frauen nochmals einigen. Doch nach und nach sät die Autorin Misstrauen. Die Spannung steigt! Und bald passt nichts mehr zusammen. Es gibt regelmäßig Rückblicke, aber diese sorgen nicht für Aufklärung. Die Atmosphäre wird immer mehr vergiftet, bis sie regelrecht gefährlich erscheint. Dazu kommt, dass Isa sich nicht immer rational verhält. Sie entzieht sich der Gefahr nicht, obwohl sie das ihrem Baby zuliebe tun müsste. Hier wackelt die Glaubwürdigkeit etwas.
    Der Verdacht, dass sich die Mädchen damals gegenseitig belogen haben, erhärtet sich. Obwohl doch ihr Motto war, genau das nicht zu tun. Auf nichts ist mehr Verlass! Und so geht es hin zu einem unglaublichen, aber schlüssigen Ende. Das Buch liest sich durchweg gut. Die Autorin hat einen guten Schreibstil!

    Rezension von Heike Rau

    Ruth Ware
    Wie tief ist deine Schuld
    Thriller
    Deutsch von Stefanie Ochel
    448 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423262087
    ISBN-13: 978-3423262088
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    Rita Falk: Eberhofer, Zefix! – Geschichten um den Franzl

    Von hera | 5.Dezember 2018

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    Es soll ja Menschen geben, die kennen kein einziges der Bücher mit dem Dorfpolizisten Franz Eberhofer, der in Niederkaltenkirchen für Recht und Ordnung sorgt. Für diesen wahrscheinlich sehr kleinen Personenkreis bietet sich „Eberhofer, Zefix!“ als Geschenk an. So kann sich der zukünftige Leser schon mal einen Eindruck machen.

    Für Fans der Reihe ist es nämlich etwas dünn und auch zu teuer. Nicht alle Geschichten sind neu. Die Auswahl ist nicht überwältigend, aber zumindest unterhaltsam. Wer den Franzl nicht kennt, lernt ihn und seine Eigenheiten doch ganz gut kennen. Wobei er echt noch viel mehr drauf hat, wenn er in Stimmung oder schlecht gelaunt ist! Alte Bekannte haben ihren Auftritt in den Geschichten, darunter natürlich die Oma, der Papa, die Susi, der Birkenberger Rudi und der Metzger Simmerl.

    Insgesamt hat das Buch 128 Seiten mit Quellenhinweisen, Inhaltsverzeichnis, Werbung und allem Drum und Dran, wobei das Lexikon mit niederbayrischen Begriffen bereits auf Seite 87 anfängt. Für Leser der Krimireihe ist das ebenfalls nichts Neues. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier einfach nicht. Um die Wartezeit bis zum nächsten Eberhofer-Krimi zu verkürzen, eignet sich das Buch nicht. Es ist viel zu schnell ausgelesen.

    Also, das Buch ist sicher witzig und unterhaltsam. Zumindest, wenn man die bereits bekannten Geschichten zwischenzeitlich wieder vergessen hat. Die Begriffe im Glossar sind, wie nicht anders zu erwarten, frech vom Eberhofer erklärt. Das Buch wäre noch zu retten gewesen mit neuen Rezepten von der Oma. Aber die gibt es aus unerklärlichen Gründen nicht.

    Das Buch hat ein typisches Cover, ist gebunden und schön klein. Das hat den Vorteil, dass man es gut als Geschenk verpacken kann. Aber wie gesagt, an die Neueinsteiger der Krimireihe oder an Wenigleser verschenken! Wer die Eberhofer-Bücher kennt, wird nicht viel Freude daran haben.

    Rezension von Heike Rau

    Rita Falk
    Eberhofer, Zefix! – Geschichten um den Franzl
    128 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423289910
    ISBN-13: 978-3423289917
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