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  • Gesa Schwartz: Scherben der Dunkelheit

    Von hera | 20.Oktober 2017

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    Anouk ist 16 Jahre alt, als sie das erste Mal alleine Urlaub machen möchte. Sie wird das Haus ihrer Tante hüten, die in einigen Tagen mit ihrer Tochter verreist. Das kleine Dorf, das viele ruhige Stunden verspricht, liegt in der Bretagne. Spannung kommt auf, als der Dark Circus in der Stadt haltmacht. Es ist ein geheimnisvoller Zirkus. Die Darbietungen sind voller Magie und unglaublich fesselnd.

    Hier offenbart sich für Anouk eine andere Welt, die sie gefangen nimmt. Es gibt kein Entrinnen. Nichts ist hier real. Alles verschwimmt. Für Anouk hat der Dark Circus keine Zukunft. Sie will, genau wie andere Artisten auch, keine Gefangene sein, die der realen Welt den Rücken kehrt.

    Doch der, der hier das Sagen hat, ist mächtig. Der böse Clown Masrador hat einen Fluch verhängt, der keine Flucht möglich macht, außer man bricht diesen. Gemeinsam mit dem mysteriösen Zauberer Rhasgar, dem Herrn der Spielgel, lotet Anouk die Möglichkeiten aus. Dabei verliebt sie sich in ihn. Doch Rhasgar, der die Beschützerrolle übernimmt, gibt sich unnahbar.

    Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil. Ihre Sprache ist gewaltig bildhaft. Man wird förmlich hineingerissen in die Handlung, die von Anfang an von Dunkelheit, Magie und Fantasie bestimmt wird. Einer wirklich unglaublichen Fantasie, die sich in jedem Wort widerspiegelt. Es ist fast ein bisschen zu viel! Die Autorin lässt ihren Lesern keine Zeit zum entspannten Luftholen.

    Die Figuren wirken sehr lebendig und auch unheimlich wirklich. Ihre Vorstellungen in der Manege sind unglaublich faszinierend. So etwas hat man noch nicht gesehen! Doch hinter allem steckt auch die Macht Masradors.

    Wie kann ein solches Buch enden? Es gibt eine überraschende Wende, so viel kann ich sagen. Vorhersehbar war ein Ende in dieser Form für mich aber nicht. Es wirkt nicht ganz stimmig und zu abstrakt.

    Rezension von Heike Rau

    Gesa Schwartz
    Scherben der Dunkelheit
    592 Seiten, gebunden
    cbt, München
    ISBN-10: 3570164853
    ISBN-13: 978-3570164853
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    ... | Kein Kommentar » | Kategorie Fantasy, Jugendliteratur |

    John Williams: Nichts als die Nacht

    Von Claudine Borries | 17.Oktober 2017

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    John Williams gewann mit seinem 1967 geschriebenen Roman „Stoner“ in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als er neu entdeckt wurde, Ruhm, Ehre und eine Fangemeinde.

    Jetzt ist im dtv Verlag sein Debütroman „Nichts als die Nacht“ erschienen. Es handelt sich um eine Novelle, die geheimnisvoll und düster die Geschichte von Arthur Maxley erzählt. Er lebt in San Francisco, und die Straßen und Bars der Stadt bieten den Rahmen der Erzählung. Die Ereignisse umfassen nur eine Nacht.

    Der junge Mann wird getrieben von Dämonen. Er wird überschwemmt von Erinnerungen, fast immer bedrohlich, unterbrochen von zarten und liebevollen Erinnerungen an eine entrückte Mutter, in deren Armen er Sicherheit und Geborgenheit fand. In früherer Zeit ist etwas geschehen, das, angedeutet und flüchtig nur, gleichzeitig allgegenwärtig zu sein scheint.

    Die Mutter ist tot, der Vater entschwunden. Max hat schwerste Zeiten hinter sich, in denen er in wilden Ängsten und Visionen schwebt. Überwältigt von Gefühlen gibt der Protagonist zu verstehen, wie ihn die Welt außerhalb seines Zimmers ängstigt und, ja auch anekelt. Er gibt sich seinen Träumen hin, erkennt den Himmel und die Sterne und lebt in tiefer Einsamkeit.

    Eingelullt von seinen unwirklichen Visionen geht er durch Himmel und Hölle. Den Himmel verkörpert die tote Mutter, die Hölle besteht in der Gegenwart, in der er als Müßiggänger seinen nebulösen Vorstellungen erliegt. Hat die Mutter auf den Vater geschossen und sich selbst gleich danach umgebracht? Wo ist der entschwundene Vater?

    Ein Treffen mit ihm verläuft kühl und ohne gegenseitiges Verständnis. Der Vater bleibt innerlich und äußerlich fern.

    Fast alle Erfahrungen seines vergangenen Lebens erscheinen nebulös und diffus. Eine unruhige Sehnsucht nach Liebe und Sex bricht sich Bahn, und man weiß nicht, ob er träumt oder wacht. Er erlebt gequält und nur halb wach die Begegnung mit einem Freudenmädchen. Das Abenteuer endet tragisch.

    William Stoner hat diese Novelle verfasst, als er 1940 mit 22 Jahren im zweiten Weltkrieg mit einem Flugzeug in Burma abgestürzt war. Er lag lange im Lazarett und hat in seinen dunklen Träumen versucht, sich mit dem allgegenwärtigen Tod auseinanderzusetzen.

    Das Ergebnis ist dieses Erstlingswerk, das er lange bei keinem Verlag unterbringen konnte. Es zeugt bereits jetzt von seiner sensiblen Beobachtungsgabe und dem psychologischen Feingefühl seines späteren Romans “ Stoner“. Die poetische Kraft der Sprache und das fast surreal anmutende Geschehen bieten einen Einblick in seine Begabung. Misstrauen und verhaltene Melancholie im Wechsel mit Lust und Leidenschaft prägen dieses Werk, das in seiner Düsternis einmalig ist. Hier gibt es keine Hoffnung auf ein besseres Leben oder Erlösung aus der Einsamkeit. Man ist betroffen von dieser melancholischen und tief empfundenen Gefühlswelt.

    1994 ist John William gestorben. Er war Lektor und Universitätsdozent. Seine Werke kamen erst posthum zu Ehren.

    John Williams
    Nichts als die Nacht
    160 Seiten, gebunden
    dtv Verlagsgesellschaft, September 2017
    ISBN-10: 3423281294
    ISBN-13: 978-3423281294
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    Michael Hanssen: Spice Wise – Grandios gewürzt ohne Salz

    Von hera | 16.Oktober 2017

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    Immer wieder wird dazu geraten, weniger Salz zu verwenden. Doch Gerichte sollen auch nicht fade schmecken. Der SVH-Meisterkoch Michael Hanssen, der selbst eine salzarme Diät einhalten muss, hat nun ein Kochbuch geschrieben, in dem kein Krümel Salz vorkommt. (Wobei jeder natürlich selbst entscheiden kann, ob er die Speisen doch noch mit etwas Salz abschmecken möchte.) Verwendet werden verschiedene Gewürz- und Kräutermischungen, die herrlich aromatisch sind und für ordentlich Geschmack sorgen. Eine salzlose oder salzarme Ernährung lässt sich damit sehr viel einfacher durchsetzen.

    Der Autor zeigt auf, wie die Gewöhnung an weniger Salz vonstattengehen kann. Er schreibt vom Duft und den Aromen verschiedener Kräuter und Gewürze und lädt ein zum Experimentieren. Es folgt ein kleines Gewürzlexikon. Auch geschichtliche Details werden nicht ausgespart.

    Wer möchte, kann dann beginnen, verschiedene Kräuter- und Gewürzmischungen herzustellen. Sie sind sortiert. So sind Mischungen für Vorspeisen, Hauptspeisen und Desserts zu finden. Diese werden dann für die Rezepte gebraucht. Gut gefallen mir „Brioche mit provenzalischem Kräutermix“, „Couscous mit gebackenem Kürbis und Tomaten-Aprikosen-Chutney“, „Indisches Tandoori-Hühnchen“ und „Omas Hackfleischbällchen mit Fleischfond“. Der Senf dazu wird natürlich auch selbst gemacht. Bei den Desserts sind dann beispielsweise noch „Schoko-Spekulatius -Mousse“ und „Rhabarberkompott mit Orangen“ zu finden.

    Mit dem Kochbuch kann jeder die Welt der Kräuter und Gewürze neu entdecken. Es macht sehr viel Spaß, zu lernen und sich inspirieren zu lassen. Die Rezepte und Fotos machen Lust auf das Kochen und Würzen.
    Die Rezepte sind gut nachvollziehbar. Für die Mischungen wird nicht mal eine Waage benötigt. 1 Teil davon, 2 Teile davon … So hat man es in der Hand, welche Mengen man herstellen möchte.

    Das Buch ist aufwendig gestaltet. Es gibt sehr viele schöne Fotos. Insgesamt gesehen ist mir das Buch aber zu dunkel gestaltet.

    Wer sich salzärmer ernähren will, muss selbst kochen, soviel ist klar. Das vorliegende Buch kann hier eine wirklich gute Hilfe sein. Neben den wenigen sehr bekannten Kräutern und Gewürzen werden noch viele mehr aufgezeigt. Gewürzmischungen erleichtern das Würzen dann natürlich sehr. Neue Aromen, die Salz ersetzen können, lassen sich entdecken. Das kann sehr spannend sein!

    Rezension von Heike Rau

    Michael Hanssen
    Spice Wise – Grandios gewürzt ohne Salz
    Salzfreie Küche mit selbstgemachten Gewürz- und Kräutermischungen
    192 Seiten, gebunden
    LV.Buch im Landwirtschaftsverlag Münster
    ISBN-10: 3784355145
    ISBN-13: 978-3784355146
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    Irene Dische: Schwarz und Weiß

    Von Claudine Borries | 16.Oktober 2017

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    In dieser seltsamen Liebesgeschichte geht es um eine Mischehe in New York. Beginnend in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts endet die Geschichte in den ersten zehn Jahren des 21. Jahrhunderts.

    Lili ist die weiße und sehr hübsche Tochter eines jüdischen Künstlerpaars in New York, und der mischfarbige Duke kommt aus dem Süden der USA.

    Die beiden lernen sich kennen und können fortan nicht voneinander lassen. Die liberalen Eltern von Lili begrüßen den Freund ihrer Tochter und nehmen ihn gerne bei sich auf.

    Nun beginnt eine rasante Geschichte, die von der wirbelnden und umtriebigen Lili mit gesteuert wird. Sie ist Chemikerin, Krankenschwester und zuletzt hoch dotiertes Fotomodell. Duke, ihr schwarzer Freund und bald schon Ehemann, besitzt die seltene Gabe, Weine auf ihre Güte hin zu testen. Er erfährt in dem Geschäftsmann Mr. Perkins einen Partner, der seine Fähigkeiten, Wein zu verköstigen und die Beschreibung dessen, was er mit den Weinen verbindet, sehr schätzt.

    Irene Dische gibt der Geschichte einen Ton, der sie lebhaft und farbenfroh ausgestaltet. Fast erscheinen einem die Sätze wie im Staccato dahingeschrieben, so schnell und munter wird das gesellschaftliche Bohèmemilieu vermittelt. Die Eltern von Lili verkehren als Komponisten und Journalisten unter Intellektuellen. In ihren Kreisen ist man liberal. Sehr selten nur blitzt die Diskriminierung Farbiger an einigen Stellen durch.

    Die Liebesgeschichte zwischen Lili und Duke ist innig und überzeugend und außer Konkurrenz. Leider wird der Roman im zweiten Teil ein wenig langatmig, so dass man die Lust zum Weiterlesen verliert. Die zahlreichen Abenteuer, Liebesgeschichten und Irrungen und Wirrungen ermüden auf die Dauer. Immerhin bekommt man ein lebhaftes Bild vom Leben in NY der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

    Dass die Geschichte am Ende recht unversöhnlich in eine Katastrophe mündet, ist nur folgerichtig.

    Geselligkeit wird in der Erzählung großgeschrieben. Satire und Witz bringen eine gewisse Distanz, mit der die Autorin ihr eigenes Empfinden aus allem heraushält. Ihre lakonischen Sätze betonen diese innere Distanz noch. Die Abstinenz jedweder Empathie teilt sich dem Leser mit, und man weiß zuletzt nicht, wem die Sympathie in der Geschichte gelten soll. Dem schwarz-weißen Liebespaar? Den liberalen Eltern? Über Dukes Herkunft wird so kurz hinweggegangen, dass sie fast überflüssig erscheint. Sie rundet am Ende aber die ganze Geschichte ab.

    Intellektuelle, Parvenüs, Partys und Wein nebst den entsprechenden Beobachtungen am geselligen Treiben beleben die gesellschaftlichen Zusammenkünfte und machen die Lektüre wenigstens im ersten mit „Norden“ überschriebenen Teil unterhaltsam und anregend.

    Irene Dische
    Schwarz und Weiss
    496 Seiten, gebunden
    HOFFMANN UND CAMPE, Oktober
    ISBN-10: 3455404774
    ISBN-13: 978-3455404777
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    Tommy Wallach: This Love has no End

    Von hera | 9.Oktober 2017

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    Der 17-jährige Parker hat nach dem Tod seines Vaters den Halt im Leben verloren. Er spricht nicht mehr, sondern verständigt sich, wenn er muss, über sein Notizbuch, denn die Zeichensprache versteht nicht jeder. Parkers Mutter hängt alten Erinnerungen nach und hält diese wach.

    In die Schule geht Parker nicht gern. Er hält sich oft in Luxushotels auf, wo er in der Lobby die Leute beobachten kann. Mit der Zeit ist es, als würde er unsichtbar werden. Hier fällt ihm Zelda auf. Er stielt ihr Geld. Es ist sehr viel. Doch Parker muss zurückkommen, weil er sein Notizbuch vergessen hat, in dem sein Name steht. So lernt er Zelda kennen. Sie fasziniert ihn durch ihre Erscheinung, das silberne Haar und ihrer Behauptung, dass sie unsterblich sei.
    Parker lässt sich auf eine Wette mit ihr ein. Dabei geht es um Leben oder Tod und noch viel mehr.

    Das Buch hat mich begeistert! Es ist fantasievoll und dennoch tiefsinnig. Es geht um das Leben im Allgemeinen und im Besonderen. Der Autor schreibt aus der Perspektive von Parker und lässt ihn die Geschichte aus der Ich-Perspektive auf sehr persönliche Art erzählen. Ich mochte Parker sofort. Er ist unkonventionell und er versucht ehrlich zu sein. Ja, alles nehme ich ihm nicht ab, aber das ist auch nicht nötig. Die Geschichte funktioniert trotzdem.

    Parker hat Probleme, die er nur durch eigene Kraft lösen kann. Das versucht Zelda ihm zu vermitteln. Falls sie tatsächlich so unglaublich alt ist, wie sie sagt, müsste sie über genügend Lebenserfahrung verfügen, Parker helfen zu können. Auch dem Leser wird so deutlich gemacht, worum es im Leben geht. So entwickelt sich Parker fast unbemerkt in seiner Persönlichkeit weiter.

    Zelda bleibt ein Rätsel. Sie kann für vieles stehen. Ein bisschen Verwirrung stiftet dieses außergewöhnliche Buch also. Vielleicht hat der Autor dies beabsichtigt, um seine Leser zum Nachdenken zu bringen.

    Rezension von Heike Rau

    Tommy Wallach
    This Love has no End
    Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner
    320 Seiten, Klappenbroschur
    cbj, München
    ISBN-10: 3570173968
    ISBN-13: 978-3570173961
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    Paul Grote: Am falschen Ufer der Rhône

    Von hera | 6.Oktober 2017

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    Simone Latroye wird von ihrem Patenonkel Martin Bongers, einem Winzer in Bordeaux, ein Praktikum auf einem anderen Weingut fast schon aufgezwungen. Sie soll mehr lernen und andere Meinungen hören.

    Châteauneuf-du-Pape scheint ihm geeignet. Allerdings erfährt er bei einem ersten Anruf, dass Didier Lamarc seit zwei Jahren verschwunden ist. Die Polizei hat nicht herausfinden können, was ihm passiert ist. Ein anderer Winzer kam bei einem Autounfall mit Fahrerflucht ums Leben. Genau wie Didier Lamarc hatte auch Joseph de Bergerac einen renommierten Preis mit seinen Weinen gewonnen.

    Simone tritt nun am linken Ufer der Rhône ihr Praktikum an. Sie lernt den Jungwinzer Thomas Achenbach kennen, der sich wegen privater Probleme am rechten Ufer auf ein Weingut zurückgezogen hat. Er braucht die Veränderung, um nachdenken zu können. Doch dazu bleibt keine Zeit. Als er einen Diebstahl auf dem Weingut verhindert, wirft das ganz andere Fragen auf. Die Polizei scheint den Fall verschleppen zu wollen, was sehr merkwürdig erscheint. Er beginnt zusammen mit Simone und ihrem Patenonkel Nachforschungen anzustellen, was sich als sehr gefährlich herausstellt.

    Ich habe selten so ein langatmiges Buch gelesen. Es soll ja ein Krimi sein! Aber fast 200 Seiten passiert eigentlich nichts. Man liest von Regionen, Weingütern und Weinen und den Familien, die diese herstellen. Das mag interessant sein, aber nicht in dieser Ausführlichkeit.

    Dann läuft die Krimihandlung ganz langsam an, immer wieder unterbrochen von weiteren Weinproben. Erst zum Ende hin passiert endlich etwas und es wird halbwegs spannend.

    Mit den Figuren konnte ich mich auch nicht so recht anfreunden. Simone Latroye ist mir fremd geblieben, obwohl sie die Hauptperson ist. Bei Martin Bongers geht es mir genauso. Sehr begeistert hat mich dagegen Thomas Achenbach, der für einige Überraschungen sorgt. Im Grunde ist er es, der das Buch rettet. Für ihn habe ich mich von Anfang an interessiert und deshalb bis zum Ende durchgehalten.

    Rezension von Heike Rau

    Paul Grote
    Am falschen Ufer der Rhône
    432 Seiten, Klappenbroschur
    dtv Verlagsgesellschaft
    ISBN-10: 3423216913
    ISBN-13: 978-3423216913
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    Emily Jonzen: Kokosnuss – 40 unwiderstehliche Rezepte voller Energie

    Von hera | 2.Oktober 2017

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    Mittlerweile gelten Produkte aus der Kokosnuss zu den Superfoods. Kokoöl, Kokoschips, Kokosraspeln, Kokoswasser, Kokosmilch und Kokosmehl gelten als ausgesprochen gesund. Es liegt also nahe, das etwas öfter in die Ernährung einzubauen. Mit den Rezepten aus dem Buch gelingt das problemlos.

    Die Autorin beschreibt zunächst die wertvollen Inhaltsstoffe der Kokosnuss und zeigt ihre Vielseitigkeit in der Küche auf. Sie schreibt über Kokosblütenzucker, Kokossahne und mehr. Die Kapitel mit den Rezepten sind dann entsprechend der Zutat sortiert.

    So sind im Kapitel Kokosmilch und Kokoswasser Smoothies, Müsli mit der Milchalternative, Suppen und Pudding zu finden.
    Das Kapitel Kokosöl bietet einige Überraschungen, denn im Grunde kann fast jedes Gericht mit etwas Kokosöl verfeinert werden. Allerdings steckt in der Rote-Beete-Meerrettich-Suppe als Zutat aus der Kokosnuss gerade mal 1 EL Kokosöl. Das überzeugt mich nicht ganz, aber hier wird klar, dass man eigentlich in vielen Gerichten statt des gewohnten Raps- oder Sonnenblumenöls auch Kokosöl verwenden kann.
    Mich hat besonders das Kapitel mit Kokosmehl interessiert. Mit diesem glutenfreien Mehl zu backen, ist sehr spannend! Es gibt Rezepte für Kräuter-Fladenbrote, Pancakes mit Banane in Ahornsirup und mehr. Viele Zutaten aus der Kokosnuss haben die Pistazien-Brownies. Hier werden Kokosöl, Kokosmehl und Kokosblütenzucker verarbeitet.
    Kokosraspel und Kokoschips sind Zutat im Scharfen Hähnchen mit Gurkensalat und in den Dattel-Kakao-Energiekugeln. Diese Energiekugeln habe ich ausprobiert, allerdings mit einer anderen Dattelsorte. Sie sind sehr leicht herzustellen. Die Kugeln haben einen harmonischen Geschmack mit einer angenehmen Süße. Sie sind perfekt zum Naschen geeignet und geben Energie.

    Das Kochbuch ist gut für alle Hobbyköche geeignet, welche die Kokosnuss als Zutat entdecken wollen. Es gibt viele sehr abwechslungsreiche Rezepte. Die Rezeptanleitungen sind sehr ausführlich und übersichtlich gehalten. Es lässt sich gut Schritt für Schritt folgen. Zu vielen Gerichten gibt es außerdem ein sehr schönes Food-Foto. Damit überzeugt das Buch auch in seiner Gestaltung und ist perfekt als Geschenk geeignet.

    Rezension von Heike Rau

    Emily Jonzen
    Kokosnuss – 40 unwiderstehliche Rezepte voller Energie
    Fotos: Clare Winfield
    96 Seiten, gebunden
    Jan Thorbecke Verlag
    ISBN-10: 3799511717
    ISBN-13: 978-3799511711
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    Claudia Siegmann: In my Dreams – Wie ich mein Herz im Schlaf verlor

    Von hera | 26.September 2017

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    Lu‘s Eltern haben aus Runmor Manor, das in Familienbesitz ist, ein gemütliches Hotel gemacht. Hier ist Lu aufgewachsen. Dass es im Haus spukt, nimmt sie gelassen hin. Das war schließlich schon immer so. Sie kennt es nicht anders. Es ist schön, sich von Kammerzofe Sofie verwöhnen zu lassen, auch wenn diese schon seit 111 Jahren tot ist. Auch mit Thomas, dem Stallburschen unterhält sie sich gern. Er ist so etwas wie ein Beschützer für sie, auch wenn er im Falle eines Falles nichts wirklich viel ausrichten könnte. Lord Edward geht sie lieber aus dem Weg. Er ist griesgrämig und mag nicht gerne angesprochen werden. Seltsam ist nur, dass niemand außer ihr die Geister sehen kann.

    Fast 111 Jahre ist es jetzt her, dass ein Feuer auf dem Anwesen wütete und beinahe alles zerstörte. Mit dem Runmor Feuer bewahrt man das Andenken an die drei Menschen, die ums Leben kamen. Kurz vor diesem Tag beginnen die Träume. Dass hier irgendetwas im Gange ist, bemerkt Lu, als Dinge aus diesen Träumen in der Realität auftauchen, so als hätte sie diese mitgebracht.
    Auch Ben, der mit seiner Mutter zu Besuch ist, verhält sich merkwürdig. Sein Vater ist auf Runmor Manor ums Leben gekommen. Irgendetwas haben auch Lu‘s Eltern damit zu tun. Es gibt Familiengeheimnisse, von denen sie nichts ahnt. Und auch wenn sie Ben überhaupt nicht leiden kann, vertraut sie sich ihm an. Er ist ebenfalls auf der Suche nach der Wahrheit.

    Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Es ist romantisch, sehr geheimnisvoll und auch ein bisschen gruselig. Die Kulisse ist gut ausgearbeitet. Runmor Manor ist ein wunderbares Herrenhaus. Die Handlung, und das ist die Hauptsache, ist sehr bildhaft inszeniert. Die Schreibweise der Autorin passt perfekt. Sie trifft den Ton, den man von einer geheimnisvollen Geschichte erwartet, haargenau. So wird man hineingezogen in eine düstere Spukgeschichte, die ausgesprochen faszinierend ist. Von Anfang bis Ende ist das Buch ein herrliches Lesevergnügen. Am liebsten hätte ich es am Stück gelesen, weil es so spannend ist.

    Rezension von Heike Rau

    Claudia Siegmann
    In my Dreams – Wie ich mein Herz im Schlaf verlor
    352 Seiten, gebunden
    Ravensburger Buchverlag
    ISBN-10: 3473401552
    ISBN-13: 978-3473401550
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    Heng Ou: Die ersten vierzig Tage – Was junge Mütter nach der Geburt wärmt und stärk

    Von hera | 23.September 2017

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    Die ersten Wochen nach der Geburt eines Babys sind ein Lebensabschnitt, in dem Mutter und Kind sich langsam aneinander gewöhnen. Im vorliegenden Buch geht es aber einmal nicht um das Neugeborene, sondern um die Mutter.
    Heng Ou hat sich hier von traditionellen chinesischen Ritualen inspirieren lassen, die einen Rückzug, verbunden mit viel Ruhe und Wärme vorsehen. Die junge Mutter erhält emotionale Unterstützung sowie stärkende Speisen. Im Buch kommen alte Weisheiten und moderne Erkenntnisse zusammen.

    Zunächst erzählt die Autorin ihre eigene Geschichte und stellt ihre Mitstreiterinnen vor. Auch schaut sie auf Geschichtliches und beschreibt alte Traditionen der Mütterpflege. Mit der Rückbesinnung auf Altes ergeben sich fünf Säulen: Auszeit, Wärme, Unterstützung, Ruhe und Ritual. Danach wird aufgezeigt, wie die ersten vierzig Tage für Mütter heute aussehen könnten. Das ist natürlich kein starres Konzept. Jede Mutter kann diesem Plan nach ihren eigenen Bedürfnissen und natürlich auch nach ihren Möglichkeiten folgen.

    Die Autorin geht immer wieder auf Befindlichkeiten in diesen ersten und doch sehr sensiblen Wochen ein. Sie beschreibt die mögliche Gefühlslage und zeigt auf, wie die Mutter nach anstrengender Schwangerschaft und Geburt ihr Gleichgewicht und ihre Kraft wiederfinden kann. Die Autorin findet den richtigen Ton! Sie wiederholt sich oft, sodass ihr Zuspruch verinnerlicht werden kann. Beschrieben wird, wir Hilfe gefunden werden und auch auf welche Weise diese angenommen werden kann.

    Im letzten Kapitel des Buches geht es um die Ernährung. Suppen, Mama-Bowls und Getränke werden hergestellt. Zwar gibt es genaue Rezepte. Aber eigentlich wird einfach und intuitiv gekocht. Es gibt also einfache und gehaltvolle Gerichte, solche, die die Milchbildung anregen und Gerichte, die Geschwisterkinder mitessen können. Wärmende und gesunde Zutaten werden bevorzugt. Nach Möglichkeit werden die Speisen für die Mutter von anderen gekocht oder vorbereitet. Auch können Suppen schon in der Schwangerschaft vorgekocht und eingefroren werden.

    Der Autorin und ihren Mitautorinnen ist ein sehr schönes Buch gelungen, das die erste Zeit mit dem Neugeborenen sehr erleichtern kann. Die Informationen, Anleitungen und der Zuspruch sind gerade, wenn es das erste Kind ist, sehr hilfreich.

    Rezension von Heike Rau

    Heng Ou
    Die ersten vierzig Tage – Was junge Mütter nach der Geburt wärmt und stärk
    Mit Amely Greeven und Marisa Belger
    Fotos von Jenny Nelson
    Aus dem Englischen von Magdalena Kotzurek
    240 Seiten, gebunden
    Verlag Antje Kunstmann
    ISBN-10: 3956142098
    ISBN-13: 978-3956142093
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    Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

    Von Claudine Borries | 22.September 2017

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    In diesem kleinen Büchlein über den Begriff des Anstands hat der Schriftsteller Axel Hacke in feuilletonistischer Art und Weise versucht, uns mit seiner Definition von Anstand bekannt zu machen.

    Hacke beschreibt auf Seite zwanzig in wenigen Worten, wie man Anstand interpretieren kann, und das klingt ganz einfach: Begriffe wie Gerechtigkeit, Solidarität und Fairness fallen in diesem Zusammenhang ebenso wie Aufrichtigkeit im Handeln und Reden und, sehr wichtig wie mir scheint, die Fähigkeit, das eigene Denken kritisch zu überprüfen.

    Schnell wird aus seinen folgenden Ausführungen jedoch klar, dass „Anstand“ in der Tat seit längerer Zeit der Verrohung herkömmlichen Umgangsformen gewichen ist. Es fällt im Alltag gar nicht so sehr auf, wie weit wir uns vom Verfall guter Sitten und der Grenzüberschreitung im persönlichen Umgang entfernt haben.

    An zahlreichen Beispielen macht A. Hacke seine Thesen fest. Er nennt die Namen einer Vielzahl bekannter Dichter, Philosophen und Denker, um seine Argumente zu untermauern. Kästner, Fallada, Marc Aurel, Kant und nicht zuletzt David Foster Wallace und viele andere mehr werden in Zitaten herangezogen, um über Formen des Anstands zu referieren.

    Vom Steinzeitmenschen bis in die Gegenwart reichen Hackes Vergleiche, was Formen des Anstands und des Umgangs miteinander betrifft. Durch seine Zeilen erfährt man, wie über die Jahrtausende durch Bildung, Entwicklung und Forschung ein faires Miteinander erst möglich wurde. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Studie von Norbert Elias „Über den Prozess der Zivilisation“ hingewiesen.

    Da das Buch eher die Erwartung an ein Feuilleton erfüllt, muss der geneigte Leser keine wissenschaftliche Studie erwarten. Der Bericht ist gewissermaßen ein Parforceritt im Plauderton durch die Geschichte und heutige Gegenwart.

    Dazu gehören natürlich Tablets und Smartphones, die Paare, Eltern und Kinder im Beisammensein vereinsamen lassen, weil die Technik das Gespräch verdrängt.

    In langen Passagen widmet sich der Autor den schrillen Tönen auf Facebook.

    Axel Hacke fasst in seinem Buch zusammen, wie wir die Welt und die Formen unseres Umgangs erleben. Seine Ausführungen lassen uns von einer versöhnlichen Welt träumen, in der man Rücksicht nimmt, Gegensätze friedlich austrägt und insgesamt ein harmonisches Miteinander pflegt. Eine schöne, einträchtige Welt, wie wir alle sie uns wünschen würden! Leider sieht die Wirklichkeit anders aus, und Hoffnungen auf ein besseres Zusammenleben sind eine schöne Utopie!

    Man kann Hackes Ausführungen als berechtigte Zivilisationskritik betrachten.

    Sein Werk mag auch als ein Appel an uns alle gelten, uns um Umgangsformen zu bemühen, die uns Respekt, Höflichkeit und Zuhören abverlangen. In seltenen Fällen bei aufgeklärter Bildung und Erziehung mag das gelingen. Doch wenn man einmal mit Lehrern spricht, dann weiß man, wie schwer diese hoffnungsvollen Vorsätze an der Wirklichkeit integrativer Vielfalt zerschellen! Darüber hinaus bietet die derzeitige globale Politik keinen Hoffnungsschimmer auf eine bessere Welt.

    Ich empfehle das Büchlein dennoch, weil es auf einfache Weise vermittelt, was uns allen so sehr fehlt: Eintracht, Freundlichkeit und—-Menschenliebe!

    Axel Hacke
    Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen
    192 Seiten, gebunden
    Verlag Antje Kunstmann, August 2017
    ISBN-10: 3956142004
    ISBN-13: 978-3956142000
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