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Schlagwort: Verfolgung

Jan van Es: Das Mädchen mit dem Poesiealbum

Jan van Es: Das Mädchen mit dem Poesiealbum

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Bart van Es hat über eine wichtige Episode seiner Familiengeschichte geschrieben.

Er bedient sich dafür sehr genauer Recherchen über die Nazizeit und den Holocaust in Holland. Es ist auch ein Stück schlimmer holländischer Geschichte!

Das Land wurde schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges von deutschen Truppen besetzt.

Einmal mehr aber wird über den Mut und die Hilfsbereitschaft einer großen Anzahl von Hilfswilligen berichtet. Neben einer starken Widerstandsbewegung gab es wie überall auch Mitläufer und Handlanger des Systems.

Betroffen in diesem Bericht ist Bart van Es selber, als er herausfindet, dass seine Großeltern ein kleines jüdisches Mädchen vorübergehend versteckt hielten, bis sie ihr nach einem Verrat keinen Schutz mehr bieten konnten.

Die dramatische Geschichte von Lien de Jong beginnt 1941. Sie wohnte mit ihren Eltern in Den Haag, als es zu den ersten jüdischen Abtransporten kommt. 1942 schicken die Eltern sie mit einem Poesiealbum und einem Brief auf eine Reise ins Ungewisse. Es beginnt eine Odyssee, deren Verlauf voller Schrecken ist. Das kleine Mädchen wird immer weitergeschickt zu fremden Menschen und Orten. Als ihre Reise beginnt, ist sie 9 Jahre alt. Innerlich schottet sie sich allmählich ab. Wie soll ein Kind auch verstehen, was da mit ihm geschieht? Fühlt sie zuerst noch Kummer und Sehnsucht nach der Mutter, wird ihre Gefühlswelt schließlich ganz vom Sog des Untergangs mitgerissen.

Bart van Es holt weit aus, beschreibt Städte, Orte und Unterkünfte und findet vor allem Kontakt zu Lien, die ihm ihre ganze Geschichte nach und nach erzählt.

Die Familie van Es, aus der Bart van Es stammt, spielte die größte Rolle in ihrem Fluchtleben. Lien fühlte sich dort im Kreise der Kinder, die sie wie Geschwister empfand, sehr wohl. Sie muss das Versteckt verlassen, als sie aufgespürt wird. Und weiter geht es von einem Versteck in das andere, von einem Ort zum anderen und schließlich in die bigotte Familie van Laar, wo sie Dienstmädchenaufgaben verrichten muss.

Nach dem Krieg wünscht sich Lien in die Familie van Es zurück, wo sie auch wieder wie ein eigenes Kind aufgenommen wird, da ihre Eltern im KZ umgekommen sind. Unerklärlicherweise riss der Kontakt zu der Familie Jahre später ab. Warum?

Bart van Es beschreibt in einem angenehmen Tempo und mit zahlreichen intensiven und charakteristischen Ausschmückungen, was dem Mädchen Lien in ihrem jungen Leben alles passiert ist. Er folgt ihrer Lebensgeschichte auch nach dem Krieg und bis in ihr hohes Alter.

Man liest die Beschreibung dieser ganzen Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit Spannung und Empörung darüber, zu was Menschen, auch die angeblich guten, fähig sind. Immer wieder mag man es nicht glauben, wie die jüdische Tragödie während der Nazizeit und danach unser aller Leben und das unserer Nachbarstaaten verändert hat.

Dass es zu menschlichen Missverständnissen und Brüchen in Beziehungen kommen kann, ist eine der Begleiterscheinungen einer Familiengeschichte, die intensiv auch den zwischenmenschlichen Vorkommnissen nachgeht.

Zahlreiche Fotos dokumentieren Liens Leben und komplettieren eine Lebensgeschichte, die voller Dramatik und an guten und schlechten Erfahrungen reich war.

Wiewohl man  denken mag, nun ist es einmal genug mit den Erinnerungsbüchern an die jüdische Geschichte, ist gerade dieses Buch noch einmal von besonderen Bedeutung. Geht es doch hier um ein Familienporträt von außerordentlicher Brisanz in seiner Komplexität des menschlichen Miteinanders.

Die Aufmachung des Buches ist edel, die Übersetzung aus dem Englischen von Silvia Morawetz und Theresia Übelhör gelungen.

Der Autor lebt mit seiner Familie in England und lehrt Englische Literatur in Oxford.

Bart van Es
Das Mädchen mit dem Poesiealbum
320 Seiten, gebunden
DuMont Buchverlag, Februar 2019
ISBN-10: 3832198563
ISBN-13: 978-3832198565
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Adriana Altaras: Die jüdische Souffleuse

Adriana Altaras: Die jüdische Souffleuse

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Adriana Altaras ist Schauspielerin, Regisseurin und Schriftstellerin.

Sie hat mit ihrem Buch „Titos Brille“ s.Zt. einen Coup gelandet, der ihr hohe Anerkennung eingebracht hat. Seit dieser Zeit kennt man sie als schlagfertig, eloquent, witzig und fantasiebegabt. Genauso erlebt man sie in ihrem neuen Roman „Die jüdische Souffleuse“.

Schmissig, spitzig und flott beginnt die Autorin ihre Erzählung über eine jüdische Souffleuse, die sie auf einer ihrer Theatertourneen kennenlernt.

Adriana will in einer beliebigen deutschen Stadt eine Mozartoper einstudieren.

Ihre treuen Begleiter sind der Bühnenbildner Elio und die Kostümbildnerin Nora. Mit ihnen ist sie schon durch Dick und Dünn gegangen.

Dieses Mal aber erlebt sie eine ungewöhnliche Begegnung. Susanne oder besser „Sissele“, die Souffleuse des Theaters, wirkt überspannt und durchgedreht. Sie tischt der zunächst etwas gelangweilten Adriana eine Geschichte auf, von der man nicht recht weiß: ist sie erfunden oder entspricht sie der Wahrheit? Sie will Adriana bei der Suche nach ihren Verwandten um Hilfe bitten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in alle Welt verstreuten wurden.

Kurz gesagt geht es um ein jüdisches Schicksal, das einmal mehr höchst diffizil und wirklich kaum glaubhaft erscheint. Doch wird die Erzählerin mehr und mehr in Bann gezogen, und, wie könnte es anders sein, Adriana fühlt sich emotional angerührt.

Eingestreut in die Alltagserlebnisse der Regisseurin nimmt die Geschichte einen sehr spannenden und ungewöhnlichen Verlauf.

Der Lebenslauf von Sissele ist verwirrend. Sie wurde nach dem Krieg in Israel geboren, ist mit ihren Eltern nach Deutschland eingewandert als sie knapp 1 Jahr alt war und wurde früh nach dem Tod der Mutter Halbwaise. Damit nahm ihr unglückliches Schicksal seinen Lauf.

Der Vater ließ sie einmal hier und einmal dort und riss sie immer wieder aus den jeweils einigermaßen erträglichen Lebensstationen heraus. Zuletzt gab er sie zu Nonnen in ein katholisches Kloster. Auch sein Schicksal ist Nebenschauplatz der Erzählung.

In lockerer, leichter Manier rollt Adriana Altaras das Leben dieser an den Folgen des Zweiten Weltkriegs immer noch leidenden Mitbürgerin Sissele auf. Jüdisches Leben, Verfolgung und drastische Schilderungen aus den Kzs geben der Erzählung Tiefe und zeigen zugleich, wie schnell alles in Vergessenheit zu geraten droht. Herzenswärme und Mitgefühl ziehen Adriana hinein in die Suche, die auf ungewöhnlichem Wege zu einer glücklichen Lösung führt.

Zuweilen mutet die Erzählung ein wenig zu spöttisch und leicht erzählt an. Die eingestreuten Witze gehören wohl dazu, wenn man eine Erzählung beschwingter daherkommen lassen will, als sie ist. Der rote Faden muss immer wieder zwischen Theaterproben und Alltagsgeschichten gesucht werden. Eigenes Leben, Alltag und Gefühlsbeschreibungen nehmen ebenso viel Platz ein wie die Geschichte der jüdischen Souffleuse. Alles in allem ist der Roman leicht zu lesen, unterhaltsam und witzig.

Adriana Altaras
Die jüdische Souffleuse
208 Seiten, gebunden
Kiepenheuer&Witsch, Oktober 2018
ISBN-10: 3462051997
ISBN-13: 978-3462051995
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Jürgen Seidel: Die Rettung einer ganzen Welt

Jürgen Seidel: Die Rettung einer ganzen Welt

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Mit diesem Roman eröffnet sich nochmal das Panorama zur zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Angefangen bei Hitlerdeutschland mit der Verschärfung der Judenverfolgung 1939 geht es über Berlin mit Bella, der Hauptprotagonistin, zum Ende hin nach Amerika.

Das Versteck für die jüdische Familie in Berlin bietet ein Ägyptischer Arzt, der auch eine arrangierte Hochzeit für Bella organisiert, womit sie nicht mehr Jüdin ist sondern zur Muslima wird.

Abenteuerreich und fantasievoll geht es durch das ganze Buch. Bella wird Ärztin, heiratet in Amerika einen lieben Mann, der früh stirbt. Mit 43 Jahren ist sie Witwe mit zwei kleinen Töchtern.

Ein Familientreffen alle paar Jahre führt die Familie immer einmal wieder zusammen. Bei dieser Gelegenheit erfährt man die Schicksale und Lebenswege der verschiedenen Familienzweige und ihrer Sprösslinge, die auch in Irland Wurzeln hat.

Die Vielfalt der Charaktere und das Auf und Ab der Lebenswege ist von spannender Detailgenauigkeit. Zeitsprünge machen den Zusammenhang zuweilen etwas unübersichtlich, so dass man Mühe hat, immer richtig Schritt zu halten. Dass Bella ihre große Liebe in Berlin zurücklassen musste und ihn später unter anderem Namen in Amerika wiederentdeckt, gibt der Geschichte den besonderen Kick.

Alles in allem ist das Buch ein lesenswerter Schmöker mit zahlreichen Verwicklungen, die sowohl jüdisches als auch muslimisches Leben widerspiegeln. Amerika mit seinem Gesellschaftsbild spielt eine eher nachrangige Rolle. Allerdings ist New York ein Schmelztiegel der Nationen, was durchaus eine Rolle bei der ganzen Geschichte spielt.

Jürgen Seidel
Die Rettung einer ganzen Welt
480 Seiten, broschiert
dtv Verlagsgesellschaft, Februar 2018
ISBN-10: 3423261668
ISBN-13: 978-3423261661
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Julian Barnes: Der Lärm der Zeit

Julian Barnes: Der Lärm der Zeit

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Julian Barnes ist in seinem neuen Roman den Spuren des Komponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch (1906 -1975) nachgegangen. Er war ein anerkannter russischer Komponist des 20. Jahrhunderts. Seine Kompositionen umfassten ein reiches Repertoire an sinfonischer, instrumentaler und Filmmusik, bevor er sich an die Komposition von Opern wagte.

Unter der Diktatur Stalins hatte der Musiker schwer zu leiden.  Wer denkt heute noch an die Tyrannei dieses Despoten, der seine Freunde und Feinde erzittern ließ ob seiner Grausamkeit und paranoiden „Säuberungen“, mit denen er Mitte der dreißiger Jahre sein Unwesen trieb?

Julian Barnes erzählt, wie Schostakowitsch auf die Gunst und Gnade Stalins angewiesen war. Dieser liebte Musik und eben auch Schostakowitsch. Doch als Stalin die Oper „Macbeth von Mzensk“ zwei Jahre nach der Erstaufführung, die 1934 für Furore gesorgt hatte und hoch umjubelt worden war, hörte, brach sein Zorn über den begnadeten Komponisten herein. Stalin mochte die Musik nicht. Nachdem letzterer seine Loge voller Zorn verlassen hat, so berichtet Barnes, wurde aus dem Komponisten ein von Angst überwältigtes Männlein. Er steht jede Nacht mit einem gepackten Köfferchen auf dem Flur vor seiner Wohnung und erwartet die Schergen des Diktators. Seine junge Frau und die gemeinsame Tochter sollen nicht in den Strudel Ereignisse hineingezogen werden. Zu dieser Zeit ist er dreißig Jahre alt.

Am Beispiel des berühmten Komponisten und seines künstlerischen Wohl und Gedeihens erfahren wir vom Autor etwas über die Dimensionen von Diktaturen damals und heute.

Lebendig und hautnah kann man erleben, wie die Angst um alle Ecken schaut, und die Unterdrückung zu Depression und Lähmung führen kann.

Schostakowitsch wird im Roman (wie wohl auch in der Realität) zu Verhören abgeholt, soll Kollegen beschuldigen, wird wieder nach Hause geschickt, mit Drohungen, die Wahrheit zu sagen, neu einbestellt, bis schließlich sogar der Verhörer verschwunden ist. Man ahnt, dass auch ihn die Rache des Diktators zu Fall gebracht haben könnte.

In diesem Stil und Umfang, präzise und dicht in Wort und Beschreibung geht es weiter. Julian Barnes zeigt uns die „Macht“ und ihre dräuende, einschüchternde Gewalt, die auch stärkere Naturen zum Stürzen bringt. Hier wird Schostakowitsch als sensibler und einfühlender Charakter geschildert, der dieser Macht nicht Herr wird. Er wird hin und her gerissen zwischen Folgsamkeit und Selbstverdammung, stiller Resignation und Niedergeschlagenheit.

Zitat aus der Besprechung des Romans in der Zeitschrift die „Zeit“ über die Komponisten unter Stalin: «Die einen waren am Leben und hatten Angst, die anderen waren tot.»

Die Macht des Stärkeren lässt den Schwächeren vergehen. Auf einer Reise nach Amerika wird Schostakowitsch zum Spielball öffentlicher Belobigung, propagandistischen Fehlberichten und seiner heimatlichen Angstzustände. Lug und Trug, Fremd- Selbstbezichtigung und Abwarten kennzeichnen das Leben des Künstlers, der dem Wechselbad von Lob und Tadel ausgeliefert ist. Immer auch wieder gibt es Hinweise auf sein Privatleben, das jedoch ganz unter der Last der alltäglichen äußeren Bedrohung und Not steht.

Barnes schreibt in seinem gewohnt eindringlichen, poetischen Stil mit psychologisch tiefenscharfen Blick. Es ist nur ein schmales Buch von 240 Seiten. Doch der Inhalt wiegt schwer und konfrontiert den Leser mit Erfahrungen, die kaum zu ertragen sind. Erschütternd sind immer wieder die Verzweiflung und der Strudel der Verleugnungen, in die die Opfer der seelischen und häufig auch physischen Zerstörungen hineingeraten.

Die Lektüre erfordert Aufmerksamkeit und Konzentration, um der Vielfalt der angeführten Ereignisse und Zustände zu folgen.

Ein ernstes und nachdenklich stimmendes Buch!

Julian Barnes
Der Lärm der Zeit
256 Seiten, gebunden
Kiepenheuer&Witsch, Februar 2017
ISBN-10: 3462048880
ISBN-13: 978-3462048889
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Reinhard Rohn: Morgen stirbst du

Reinhard Rohn: Morgen stirbst du

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Kommissarin Lena Larcher nimmt, weil sie ihren Mann und ihren Sohn verloren hat, an einer Selbsthilfegruppe teil. Hier begegnet sie einem Mann, der sie interessiert. Später dann wird er tot in einem Hotel aufgefunden. Es sieht nach Selbstmord aus. Die Gründe liegen auf der Hand. Der Journalist hat seine Frau und seinen Job verloren. Lena Larcher fällt natürlich auf, dass er in der Selbsthilfegruppe falsche Angaben über sich gemacht hat. Auch dass Mitchi Vogel, eine Bekannte von ihm, meint, dass es sich hier nicht um einen Selbstmord handeln kann, weckt Zweifel. Jörn Falk sollte für sie nach ihrem verschwundenen Liebhaber Ruben suchen, der an einem Buch über die Bilderberger gearbeitet hat. Da außer Lena Larcher jeder den Selbstmord für erwiesen hält, arbeitet die Ermittlerin auf eigene Faust an diesem Fall weiter. Währenddessen wird eine weitere Leiche aufgefunden. Es handelt sich um eine junge Frau. Ihr Gesicht ist nicht mehr zu erkennen, deshalb ist eine Identifizierung schwierig.

Das Buch ist interessant angelegt. Es gibt einen gegenwärtigen Erzählstrang und einen, der zurückgeht. Hier leben Jörn Falk und die junge Frau noch. Falk stößt auf etwas, an dem seine Frau, die Journalistin einer Frauenzeitschrift war, dran war. Möglicherweise war der Autounfall, bei dem sie gestorben ist, in Wirklichkeit von außen verursacht. Als Leser weiß man also, dass hier etwas passieren wird, das einigen Menschen das Leben kosten wird, kennt aber die Hintergründe nicht. Das erhöht die Spannung extrem.
Der Fall ist also sehr komplex. Das erfordert natürlich ein hohes Maß an Konzentration beim Lesen. Das Buch ist aber sehr flüssig und detailreich geschrieben. Das zieht problemlos durch die Handlung. Dazu kommt, dass man sich den Hauptpersonen Lena Larcher und Jörn Falk gut annähern kann, auch wenn sie von ihrer Persönlichkeit her doch eher schwierig sind.
„Morgen stirbst du“ ist ein Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat.

Rezension von Heike Rau

Reinhard Rohn
Morgen stirbst du
400 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423216522
ISBN-13: 978-3423216524
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Can Dündar: Lebenslang für die Wahrheit

Can Dündar: Lebenslang für die Wahrheit

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Das Leben eines freiheitlich gesinnten Geistes in düsterer Zeit…

Can Dündar gehört zu einem unter vielen aufgeklärten und anerkannten Journalisten in der Türkei. Er war Chefredakteur der bekannten türkischen Zeitung Cumhuriyet und wurde zum Sprachrohr der „prowestlichen, demokratischen und säkularen Freiheitsbewegung seines Landes“, wie es auf dem Klappentext heißt.

Als er sich mit dem türkischen Geheimdienst schon unter der Ägide Erdogans anlegte, war es, als stäche er in ein Wespennest. Er hatte Waffenlieferungen des MIT (türkischer Geheimdienst) an Syrien aufgedeckt und publik gemacht.

Täglich gab es in der Türkei ab Beginn des Jahres 2015 Verfolgungen, Verhaftungen und Verdächtigungen gegen liberale Intellektuelle und Journalisten.

Jeder weiß, wohin das bis heute führte.

Im November 2015 wurde Can Dündar unter dem Verdacht der Spionage (Weitergabe von Geheimdienstangelegenheiten) in Untersuchungshaft genommen. In einer Art Tagebuch beschreibt er seine Beobachtungen und Erfahrungen mit dem zunehmend despotischen Regime unter Erdogan.

Erst mit dem Putschversuch am 15. Juli 2016, der glücklicherweise niedergeschlagen wurde, verschlechterte sich die Lage in der Türkei gegen jegliche Art von demokratischen Reformen oder Regungen.

Dündar drohte erneut eine lange Haftstrafe, und er trat die Flucht ins Ausland an.

Die Geschichte und politische Entwicklung in der Türkei ist verworren und für einen Außenstehenden schwer zu durchschauen. Insofern bietet Dündars Bericht eine Innenansicht über das, was in der Türkei momentan geschieht.

In seinem vorliegenden Buch beschreibt er sein Leben vor und während der Haft von November 2015 bis Ende Februar 2016.

Der Bericht ist detailreich, informativ und sehr menschlich in der Offenheit der Mitteilungen.

Zahlreiche Freunde, Kollegen und Bürger haben ihn beständig unterstützt und öffentlich gegen seine Inhaftierung protestiert. Ganz nebenbei erfährt man von seiner glücklichen Familie, seiner Frau Dilek und dem Sohn Ege, die ihm emotional tief verbunden sind.

Mit dem hier vorliegenden Bericht erfährt man zahlreiche Einzelheiten über den Alltag im Gefängnis Silivri. Hier sitzen vorwiegend gebildete und intellektuelle Persönlichkeiten ein, deren Ausstrahlung und Kraft eine stete Bedrohung für die Machthaber zu verkörpern scheinen.

Mit Einfallsreichtum und geistiger Potenz versucht Dündar, die Isolierzelle zu ertragen. Es kommen ihm immer neue Einfälle, sei es aus der Literatur, sei es aus Gedanken und Spielen, die ihn die harte Haft durchstehen lassen. Er ist trotz aller Unbilden voller Zuversicht und Hoffnung, dass er bald entlassen wird. Durch die schwere Zeit wird er getragen von der Zustimmung einer breiten Öffentlichkeit, vieler guter Kollegen, Freunde und immer wieder auch von Frau und Sohn. Teilweise sind seine Betrachtungen von feinfühliger, liebevoller und poetischer Kraft.

Hier ist ein warmherziger, freiheitlich gesinnter und liberaler Geist aus seinem Heimatland vertrieben worden, an dem er hängt, und für das er noch viel Gutes im Sinne von kultureller Prägung für eine freiheitliche Gesellschaft hätte beitragen können. Hoffen wir, dass die Verhältnisse in der Türkei eines Tages die Menge der liberalen und gebildeten Freigeister zurückkehren und zum guten Leben in der Türkei beitragen lassen werden! Als Appel dazu kann man das Buch von Can Dündar nur begrüßen.

Can Dündar
Lebenslang für die Wahrheit
304 Seiten, gebunden
HOFFMANN UND CAMPE, September 2016
ISBN-10: 3455504248
ISBN-13: 978-3455504248
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David Foenkinos: Charlotte

David Foenkinos: Charlotte

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Biographie

Der wunderbare Erzähler David Foenkinos hat sich der Biographie einer ungewöhnlichen Frau genähert. Er ist fasziniert von einer Künstlerin, die durch die Nazis umgebracht wurde und in wunderbaren expressionistischen Bildern die Geschichte ihres Lebens hinterlassen hat. Auf dem Umschlagsbild sieht man das Selbstporträt der Künstlerin: skeptisch, trotzig und abwartend!

Charlotte Salomon, geb. 1917, war Zeichnerin und Malerin und hat ihr besonderes Talent für die Malerei nur kurz feiern können. Sie war Jüdin und musste eine lange Flucht mit Verlusten überstehen, als die Judenverfolgung in Deutschland mit ihren Auswüchsen ihren Anfang nahm.

Doch wie begann das alles?

David Foenkinos berichtet über seine Entdeckung der Malerin und der Suche nach ihren Wurzeln. Er ist begeistert von ihr und verwendet in seinem vorliegenden Roman die Form der klaren Erzählung im Wechsel mit seinen eigenen Forschungen nach ihrem Werdegang. Ohne hier alles vorwegzunehmen, kann man sagen, dass auf ihrer Familie ein schweres Schicksal lastete. Zahlreiche Suizide haben in ungewöhnlicher Weise einzelne Familienmitglieder aus dem Leben gerissen.

Charlotte erfährt erst spät, wie ihre Mutter gestorben ist und besuchte in frühester Kindheit schon das Grab der Schwester ihrer Mutter, die ihren Namen trug. Die Mutter starb 1926 ebenfalls durch Suizid.

Die Künstlerin wirkte wie ein erschrockener Mensch, der sich schon in frühester Kindheit tragischen Familienereignissen ausgesetzt sah, ohne diese zu verstehen. Sie machten sie einsam und ließen sie früh schon zum Zeichenstift greifen.

Der Vater hatte 1930 in zweiter Ehe eine bekannte Konzertsängerin geehelicht, die von Charlotte sehr akzeptiert wurde. Man führte in Berlin Charlottenburg ein großbürgerliches Leben. Bekannte jüdische Künstler, Wissenschaftler und Größen aus Forschung und Lehre verkehrten in dem geselligen Haus.

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurde das Leben für Juden jedoch ungeheuer schwer. Jeder kennt die Folgen.

Charlotte gelingt dank ihrer außergewöhnlichen Begabung und Befürwortung durch einen Kunstlehrer zunächst noch die Aufnahme in die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Doch auch das Glück dieser Tage endete durch die politischen Ereignisse.

Foenkinos hat eine Gabe, klar und nüchtern und doch ansprechend zu erzählen. Er beschreibt detailgenau, wie er für dieses Sujet zu eben dieser Erzählweise fand. Die knappen und kurzen Sätze ergeben ein ungeschöntes aber wahrheitsgetreues Bild der Künstlerin. Jeder Satz beginnt auf einer neuen Zeile, als solle ihm damit Nachdruck verliehen werden.

Durch die Erzählweise in dieser besonderen Form, in der das Leben von Charlotte Salomon noch einmal heraufbeschworen wird, erfährt man von einer Ausnahmekünstlerin mit ihrer besonderen Ausstrahlung.

Obwohl sie innerlich einsam war, besaß sie doch enorme seelische Kräfte. Eine kurze Liebesaffäre mit dem Gesangslehrer ihrer Stiefmutter ließ sie nie mehr los. Die Geschicke der Zeit im dritten Reich führten sie auf einem langen Weg über Frankreich und das Lager Gurs nach Südfrankreich, wo sie für einige Zeit sicher war.

Ihre Lebensgeschichte hat sie in einer Zeichenmappe mit dem Titel „Leben? Oder Theater?“ mit Bildern und Texten als Vermächtnis hinterlassen. In zahlreiche Ausstellungen waren ihre Bilder seither immer wieder zu betrachten. David Foenkinos ließen sie nie mehr los!

Man bleibt fasziniert und vertieft sich mit anhaltendem Interesse in die Geschichte dieser feinen, sensiblen und tief fühlenden Künstlerin, die wie so viele andere am Ende den Tod im KZ fand.

Foenkinos hat ihr mit seiner fabelhaften Erzählweise in der Übersetzung von Christian Kolb Ausdruck und Leben verliehen.

David Foenkinos
Charlotte
240 Seiten, gebunden
Deutsche Verlags-Anstalt, August 2015
ISBN-10: 3421047081
ISBN-13: 978-3421047083
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Alain Claude Sulzer: Postskriptum

Alain Claude Sulzer: Postskriptum

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Größe und Niedergang eines angesehenen Künstlers…

Das Waldhaus in Sils-Maria in der Schweiz ist ein Ort der Sehnsüchte, des Wohlbefindens und der Ruhe. Hier gehen seit eh und je die Großen des Showgeschäftes, der Kunst und der Literatur ein und aus.

Zu seinen Gästen gehörten in der Vergangenheit Friedrich Nietzsche, Theodor W. Adorno, Thomas Mann und Friedrich Dürrenmatt, um nur einige wenige zu nennen.

Hier spielt der neue Roman von Alain Claude Sulzer.

Anfang der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts kehrte der Schauspieler Lionel Kupfer aus Berlin in das Hotel ein, nicht ahnend, dass es mit seiner Karriere unter dem Naziregime Hitlers als Jude zu Ende sein könnte.

Fein gesponnen taucht man in die Atmosphäre dieses legendären Ortes ein. Für Kupfer schwärmen mehr Männer als Frauen. So auch der kleine Postbeamte Walter, der sich als Gast in das Hotel einschleicht, um einen Blick auf den geliebten Künstler zu erhaschen. In Berlin hingegen lebt Lionels Liebhaber, der Kunsthändler Eduard, der ihm im neuen Glanz als Nazi mit Hochmut begegnet.

Lionel Kupfer musste schließlich emigrieren und hat in New York kümmerlich überlebt. Nach dem Krieg hat ihm Visconti noch einmal eine Position für eine kleine Nebenrolle angeboten. Doch die Stelle wurde weggeschnitten.

Man folgt den Spuren Walters und Edouards, des trickreichen Kunsthändlers, mit anhaltendem Interesse. Unter der Naziherrschaft ließen sich mit den Juden und ihren Kunstsammlungen treffliche Geschäfte machen. Am Ende aber ereilt jeden/ jede das ihm zugedachte Schicksal. Lionel Kupfer, der Jude, der aus Österreich stammt, bleibt im fernen Amerika, wo er mehr schlecht als recht überlebt.

Im „Postskriptum“ von 1963 hört man dann von späten Erfolgen des Schauspielers, die ihm noch einmal ein Durchstarten ermöglichen.

Alain Claude Sulzer hat einen melancholischen Roman geschrieben, so wie alle seine Romane von einer leichten Melancholie geprägt sind. Man folgt den Geschichten und ihren spannenden Wendungen mit anhaltender Aufmerksamkeit. Das Nazireich mit seinen Bedrohungen und Österreich mit seinem Charme im Begleitstrom der nationalsozialistischen politischen Richtung umrahmen die Erzählung. Alles klingt wie aus dem richtigen Leben, und Sulzer hat die wirren politischen Zeiten mit ihrer Dramatik konsequent eingefangen. Die erkennbaren homoerotischen Szenen wirken stark und bieten Einblicke auch in die moralischen Aspekte einer Zeit, in der Homosexualität strafbar und verboten waren. Jeder konnte zu jeder Zeit auffliegen, und dann drohte Ungemach.

Der Roman ist schlüssig und sehr lebensnah konzipiert. Es lohnt sich, ihn zu lesen.

A.C. Sulzer ist ein blendender Erzähler, dessen Werke vielfach preisgekrönt wurden.

Alain Claude Sulzer
Postskriptum
256 Seiten, gebundn
Galiani-Berlin, August 2015
ISBN-10: 3869711159
ISBN-13: 978-3869711157
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Ram Oren: Gertrudas Versprechen

Ram Oren: Gertrudas Versprechen

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Dieser Bericht stützt sich auf eine wahre Begebenheit.

Er handelt von der Nazizeit, von Bedrängnis und aufkommende Verfolgung bis hin zu Flucht und Vernichtung aller menschlichen Würde und des jüdischen Lebens.

Gertruda hat nach einigen schweren Enttäuschungen in ihrem Leben eine Stelle als Kinderfrau bei einer sehr reichen polnisch-jüdischen Familie angenommen. Sie selber ist katholisch. Michael ist das einzige Kind der Familie, heiß ersehnt und fürstlich umgeben von Reichtum, Fürsorge und der Liebe seiner Eltern. Er ist ein reizendes Kind, für das Gertruda von Beginn an eine tiefe Zuneigung hegt.

Als die Nazis in Deutschland an die Macht kommen, mehren sich die Anzeichen, die auf schwere Verfolgungen bis hin zu Folter, Tod und Vernichtung aller Juden hinweisen. Der Millionär Jakob Stolowitzky und seine Frau Lydia können lange nicht glauben, das da in Deutschland passiert.

Parallel zu dieser Geschichte gibt es in Deutschland Karl Rink mit seiner jüdischen Frau Mira und Tochter Helga. Karl hat während der Arbeitslosigkeit Aufnahme in die SS gesucht und gefunden. Auch er will nicht glauben, dass die angekündigten Exzesse Hitlers und seiner Nazibonzen zum Erfolg führen könnten, bis es so aussieht, als wäre es zu spät für Frau und Kind, dieser Hölle zu entkommen.

Ram Oren hat eine dramatische Geschichte zu erzählen. Ihm gelingt es, die Verdichtung von guten und friedlichen Zeiten und großem Glück hin zu der Zeit des Terrors, der Angst und schlimmster Verfolgung mit klugen und ausgewählten Beschreibungen herauf zu beschwören. Man fühlt sich ganz dicht am Geschehen, fürchtet sich und freut sich, je nach Schilderung, mit den Protagonisten. Wenn Dichtung und Wahrheit hier dicht beieinander liegen, so ist das Stilmittel der Dichtung durchaus erlaubt, um die schauerliche Zeit des Nationalsozialismus hautnah vor Augen zu führen. Der Erzählstrang führt gelegentlich alle erwähnten Personen zusammen.

Alles überragend wird hier auch die Geschichte einer Mutterliebe und einer Treue erzählt, wie sie ihresgleichen sucht.

Wie man das aus zahlreichen Erzählungen und vielen Biographien kennt, war die Hitlerzeit das Schlimmste, was in einem aufgeklärten christlichen Land geschehen konnte. Ram Oren besticht durch die Macht seiner Erzählkunst, mit der er die Geschichte so erzählt, dass man meint, man sei dabei gewesen. Unvorstellbare Strapazen, Ängste und Zufälle bestimmen das Geschehen, das in seiner Dramatik kaum zu überbieten ist. Man lese das Buch und erfahre erneut, wie die Barbarei in unserem Land Platz gefunden hatte.

Ram Oren
Gertrudas Versprechen
352 Seiten, gebunden
DuMont Buchverlag, Mai 2015
ISBN-10: 3832163336
ISBN-13: 978-3832163334
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Lydia Tschukowskaja: Untertauchen

Lydia Tschukowskaja: Untertauchen

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Verfolgung, Terror, Tod…

Es ist bekannt, dass unter Stalin in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche bekannte und auch weniger bekannte Dichter, Denker, Wissenschaftler und Künstler in Lager verbannt und dort zu Tode gekommen sind.

In ihrem hier vorliegenden sehr poetischen Roman, der 1988 erstmals erschienen ist, verarbeitet Lydia Tschukowskaja (1907 – 1996) ihre Zeit unter der Stalinära, in der sie selber der Verfolgung ausgesetzt war, und in der ihr Mann schon 1937 umgebracht wurde.

Ihre Protagonistin Nina Sergejewna befindet sich zur Erholung in einem Sanatorium auf dem Lande. Wir schreiben das Jahr 1949. Sie lernt zwei andere Schriftsteller kennen, unter ihnen Bilibin, einen Kollegen ihres Mannes. Von ihnen erhofft sie sich nähere Auskünfte über den Verbleib ihres Mannes, von dem sie seit seiner Verhaftung nichts mehr gehört hat.

Zuerst genießt Nina Sergejewna nur die verschneite Landschaft, die Birken- und Tannenwälder und die reine Luft. Sie kann sich nicht genug tun, in dieser abgeschiedenen Landschaft herumzulaufen und sich der Ruhe zu erfreuen. Langsam nähert sich ihr Bilibin. Sie aber will nur wissen, wie es ihrem Mann im Lager erging, und was er dort erleiden musste. Die Bilder um das Leiden und den Tod ihres Mannes verfolgen sie bis in ihre Träume. Am Ende ist sie bitter enttäuscht von Bilibins geschönter und harmonisierter Ausgabe seines in Arbeit befindlichen Erinnerungsbuches über die Lagerhaft.

Die ganze Erzählung ist durchdrungen von Melancholie und Abschiedsgedanken. Im Vordergrund steht immer wieder die eisige Landschaft mit ihren Birken- und Kiefernwälder und die Angst vor dem Terror, mit denen unter Stalin angesehene Männer und Frauen verfolgt, gedemütigt und ermordet wurden.

Lydia Tschukowskaja beschreibt in einer berückenden Sprache die Tiefe der Emotionen, die sie beherrschen, und mit denen man sich dem Treiben der Verfolgungen ausgesetzt sah. Sie besticht durch die Makellosigkeit ihrer Sprache. Man meint beim Lesen die Eiskristalle zu spüren und die reine Luft zu atmen.

Lydia-Tschukowskajas Erzählung erschien erstmals 1972 in New York. Daraufhin wurde die Autorin 1974 aus dem russischen Schriftstellerverband ausgeschlossen.

Svetlana Geier ist die berühmte und kongeniale Übersetzerin dieses Werks wie schon so vieler anderer russischer Schriftsteller.

Dem Dörlemann Verlag ist es wieder einmal zu verdanken, dass die kleine und feine Erzählung dem Vergessen entrissen wurde.

Die poetische, wunderbare Erzählung ist unbedingt sehr lesenswert.

Lydia Tschukowskaja
Untertauchen
256 Seiten, gebunden
Dörlemann, Januar 2015
ISBN-10: 3038200131
ISBN-13: 978-3038200130
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