Browsed by
Autor: Claudine Borries

Manil Suri: Shiva

Manil Suri: Shiva

Indien, das Land der Geheimnisse, der politischen Unruhen und der auseinander driftenden Interessengruppen bietet den Plot zu vorliegenden Roman von Manil Suri.
Tief in die Sitten und Gebräuche indischen Lebens führt uns der Autor hinter die Kulissen eines Landes, das auch heute noch für uns fremdartig und von ungeheuren sozialen Unterschieden gezeichnet ist.
In den einfachen Hütten und Häusern der Armen gibt es kaum Strom oder fließendes Wasser, während die besser gestellten Bürger mit Klimaanlagen und westlichem Komfort leben können.
Als Meera sich in den Liebhaber ihrer Schwester Roopa verliebt, die längst eine bessere Partie für sich im Auge hat, weiß sie nicht, auf was für ein Leben sie sich einlassen wird.
Der Vater der beiden Mädchen, ein gebildeter Verleger, wurde schon als Kind mit einem Mädchen verheiratet, das weder lesen noch schreiben kann. Er ist ein guter Vater, der nur das Beste für seine Kinder will. Mit Entsetzen nimmt er zur Kenntnis, dass sich Meera mit dem kommenden Schlagersänger Dev eingelassen hat. Ausgestattet mit einer für die armselige Schwiegerfamilie hervorragenden Aussteuer, kann diese sich nur freuen über das neue Familienmitglied. Erst nach der Hochzeit mit dem hübschen und verwöhnten Söhnchen aus armem Hause ahnt Meera, welche Entbehrungen sie in der neuen Familie auf sich nehmen muss.

Mit Dev durchlebt sie schwere Zeiten, denn er ist unzufrieden in einem unter geordneten Beruf und träumt von seiner Sängerkarriere. Meeras Vater schmiedet den Plan, seine Tochter studieren zu lassen. Trickreich und unter schweren Opfern für seine Tochter kommt er seinem Ziel langsam näher.

Meera geht mit Dev nach Bombay, wo der Vater Studium und Wohnung bezahlt und dem Schwiegersohn bei der Verwirklichung seiner Sängerkarriere behilflich ist.
Meera schlägt sich schlecht und recht durch. Sie versucht Dev eine gute Frau zu sein, ist ihm willfährig, doch es zeigt sich, dass er von schwachem und labilem Charakter ist.

Einblicke in die beiden unterschiedlichen Familien zeigen das soziale und das Bildungsgefälle in dem übervölkerten Staat.

In seinem groß angelegten Indienroman lernt man die Zeiten nach der Unabhängigkeitserklärung von 1955 kennen. Unruhen zwischen Moslems und Hindus teilen in Geiste und Mentalität die Familien. Meeras gebildeter Vater ist liberal und offen, Devs Familie, die einen Bahnwärter zum Familienoberhaupt hat, ist eng im Denken und hängt der Organisation der Hindus an, die den Moslems feindlich gesinnt sind.
Die Auswirkungen der Schichtunterschiede sind beträchtlich. Sowohl die Lebensform, die Denkweise als auch das Miteinander der Familienmitglieder ist durch auffallende Unterschiede gekennzeichnet. Meera geht einen mühsamen Weg zwischen Tradition und Moderne.
Der Autor bietet Einblicke in das Innere des Landes und seiner Bevölkerung und in Konflikte, die sich aus Bildungsunterschieden, Armut, Hoffnungslosigkeit, Lethargie und dem Lebensstandard einzelner Bevorzugter ergeben. Meera ist die zentrale Figur, auf die sich die Potenziale aller Möglichkeiten konszentrieren. In ihrer Figur sieht man sich mit den Widersprüchen konfrontiert, die sowohl die politische, traditionelle und mit den Gegenwartslösungen befasste Realität für jeden Beteiligten bedeutet.

Ein unfassendes Bild indischer Wirklichkeit ist entstanden, das verwirrend, glaubwürdig und folgerichtig in der Darstellung und spannend zu lesen ist.

Manil Suri
Shiva
Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (24. August 2009)
ISBN-10: 3630872891
ISBN-13: 978-3630872896
-> Diesen Buch jetzt bei Amazon bestellen

Elisabeth von Arnim: Verzauberter April

Elisabeth von Arnim: Verzauberter April

Vier Damen unterschiedlicher Herkunft aus England machen sich Mitte der zwanziger Jahre auf, um einen ungestörten Urlaub in der Toskana zu verbringen. Ihrer Ehen überdrüssig, voller Sehnsucht, den Alltagstrott einmal hinter sich zu lassen, gestatten sich zwei von ihnen, verwegen auf eigene Faust sich diesen Urlaub zu gönnen.
Zuerst sind es nur zwei, die sich verabreden, ein Castello unweit von Genua mit Blick auf das Meer zu mieten. Als die Miete ihnen zu hoch erscheint, gewinnen sie noch zwei weitere Damen zu ihrem Plan dazu.

Abenteuerlich und wirklich zuweilen etwas irritiert über den eigenen Mut, gehen sie die Reise an. Das adlige Fräulein Caroline und die alte Frau Fisher sind die neu hinzu gewonnenen Partnerinnen dieser ungewöhnlichen Reise.
Was es an Zauber zu bewundern gibt,–sie geben sich gerne und aufgeschlossen dem Anreiz der malerischen und bunten Landschaft mit den fremden Blumen und Früchtedüften hin.

Allerdings zeigt sich alsbald, dass sich Hierarchien wie überall entwickeln, und dass ohne Aufsicht des Personals der tägliche Arbeitsablauf nicht gelingen will. Jede denkt, die andere soll es richten, und so entsteht ein gruppendynamischer Prozess, der es in sich hat.

Fein und detailliert beobachtet die Autorin die Eigenarten der einen wie der anderen. Sie weiß genau zu berichten, was in den Köpfen der einzelnen vor sich geht. Wie da gerangelt und innerlich gestritten wird, und wie eine jede versucht, die andere zu übertrumpfen oder zu unterjochen….
Jede hat ihr Schicksal, sei es mit einem ungeliebten Mann, sei es ohne einen Gemahl, oder bei der hübschesten, jüngsten und adeligen unter den vieren in Erwartung einer Zukunft mit Familie!
Man erlebt einen wirklich zauberhaften April in Italien mit dem blauen Meer, einem herrlichen Ambiente, liebevollem Dienstpersonal und einer schrulligen Mrs. Fisher, die sich zur Obergouvernante über alle anderen erhebt.
Es ist ein Lust, das kleine Büchlein zu lesen, das in das England der zwanziger Jahre entführt, bürgerliche Konventionen berührt und vier ganz verschieden geartete Charaktere in Gestalt der vier Damen lebendig werden lässt.

Elisabeth von Arnim Verzauberter April
Broschiert 273 S.
Insel Verlag
ISBN-10: 345834957X
ISBN-13: 978-3458349570

Kerstin Tomiak: Drachenwind

Kerstin Tomiak: Drachenwind

Spannende Reportage aus einem geheimnisvollen Land!

Als sich Kerstin Tomiak nach Afghanistan aufmacht, um dort in Kunduz von 2006 -2007 ein Büro der Internationalen Friedenstruppe ISAF zu leiten, ahnt sie nicht, was auf sie zukommt.
Sie ist zuständig für die von der ISAF herausgegebene Zeitung und die Berichtserstattung aus Kunduz.

Abenteuerlich und überraschend ist schon der Aufbruch aus Deutschland bei der Suche nach dem richtigen Flug. In einer amerikanischen Transportmaschine erreicht sie schließlich Kabul, wo sie die ersten Nächte in abgeriegelten Lagern der ISAF verbringt. Mit einer anderen Journalistin zusammen unternimmt sie nächtliche Ausflüge in ein französisches Restaurant, das als Ausgangspunkt für viele Partys gilt. Die Fahrt durch das nächtlich Kabul bietet erste Einblicke in ein Land, das extrem fremdartig wirkt: es ist staubig, der Straßenverkehr ist ungeregelt, man sieht Frauen in Burkas oder Kopftüchern, die ihre Blicke gesenkt halten und Taxiunternehmen, die ausschließlich für die ISAF arbeiten, damit man sicher sein Ziel erreicht.
Ihre ersten Schritte zu Erkundung des Landes, Einblicke in die Feldlazarette, die zahlreiche Einwohner ärztlich betreuen und versorgen, das Leben im Lager zusammen mit deutschen Soldaten–es sind überwältigende Empfindungen, die sie faszinieren.
In Kundus darf sie mit den ISAF Truppen zu Einsätzen fahren. Sie bekommt Einblicke in afghanische Familien, lernt Frauen mit ihren Rechten, Pflichten und Lebensregeln kennen und beginnt einen regen Gedankenaustausch mit vielen Einwohnern des Landes. Dabei zeigt sich eine nachdenkliche Autorin, die ihre eigenen Wertmaßstäbe im Vergleich zu denen, die im Lande herrschen, auf den Prüfstand stellt.
Tolerant und einsichtig sieht sie, dass andere Länder und andere Sitten nicht unbedingt negativ zu beurteilen sind. Sie erlebt das Bedürfnis nach Freiheit, Bildung und Gleichberechtigung als den Landessitten angepasst. Nicht zuletzt ist es die Schönheit des Landes, die sie ganz in ihren Bann zieht.
Die Autorin beschreibt in ihrer leidenschaftlichen Reportage eindrucksvoll und aufrichtig ihre Eindrücke, die von Vielseitigkeit und Widersprüchlichkeit getragen sind. Ihr Bericht ist hoch aktuell angesichts einer Lage, in der die Friedensmission der Nato in eine Kriegsaktion zu kippen droht.
Kerstin Tomiak ist voller Neugierde in das Land gestartet, gewarnt von Freunden und Verwandten, die sich um ihr Wohlergehen sorgten. Ihr Interesse für das Land war jedoch vom ersten Augenblick an geweckt, so dass sie heute wieder dort lebt und arbeitet.

In einem Glossar kann man über die Bedeutung der ein wenig befremdlich wirkenden Abkürzungsbezeichnungen für die Internationalen Organisationen und ihre diversen Strukturen Informationen erhalten.

Kerstin Tomiak
Drachenwind
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. September 2009)
ISBN-10: 3426782618
ISBN-13: 978-3426782613

Majella Lenzen: Das möge Gott verhüten

Majella Lenzen: Das möge Gott verhüten

Eine Nonne auf Abwegen?

Was Majella Lenzen in ihrem Orden als Nonne und als Missionarin von 1959 -1992 in Afrika erlebte, hat sie aufgeschrieben und öffentlich gemacht, indem sie neben ihren menschlichen Erfahrungen über eine Kirchenordnung berichtet, die gravierende Realitätsnähe vermissen lässt.

Sie ist als junge Frau aus tief gläubigem katholischem Elternhaus in den Orden der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut eingetreten, überzeugt davon, dass Missionsarbeit ihrem inneren Bedürfnis entspricht.
Schon früh gerät sie mit den strengen Ordensregeln in Konflikt, die sie jedoch nicht von ihrem weiteren Weg abhalten.

Ausführlich und überzeugend beschreibt sie, wie sie nach dem Ende ihrer Ausbildung zur Krankenschwester ihre ersten Erfahrungen in Afrika sammelt. Ihre Einsatzorte sind Kenia, Tansania und Simbabwe. In Tansania baut sie ein Krankenhaus auf, erfährt größte Armut, begegnet Patienten mit schweren Krankheiten und lernt das Leben unter ärmlichsten Bedingungen kennen. Sie ist erfüllt von ihrer Aufgabe, zu helfen und treibt Raubbau mit ihren Kräften, so dass sie mehrfach erkrankt. Voller Enthusiasmus widmet sie sich ihren Patienten, verantwortungsbewusst und getrieben von einem bewunderungswürdigen Elan. Mit wachem Blick und kritischem Bewusstsein beobachtet sie, was aus den ehemaligen Kronkolonien wird. Sie sieht sich täglich mit dem sozialen Gefälle und mangelnder Gerechtigkeit konfrontiert.

Den Konflikt ihres Lebens aber erlebt sie in der ständigen Auseinandersetzung mit der Amtskirche in Rom, die fern aller Lebensnähe ihre Regeln verkündet und jene, die sich widersetzen, ausgrenzt.

Der energisch betriebenen Verbesserung der Gesundheitsvorsorge werden durch absurde Ordensregeln Grenzen gesetzt. Kondome bleiben von der Amtskirche an höchster Stelle verboten, doch bieten sie die einzige Möglichkeit, der weit verbreiteten Seuche Aids in Afrika Einhalt zu gebieten. Sie lösen den Konflikt aus, an dem Schwester Lauda, wie sie mit Ordensnamen heißt, bei der Bekämpfung der Krankheit, die tiefes Leid und Unglück verursacht, scheitert.
Nach abenteuerlichen schweren Einsätzen an verschiedenen Orten in Afrika wird sie des Ordens verwiesen und kehrt enttäuscht aber nicht gebrochen in ihrem Glauben in ihre Heimat zurück.

Ein anrührendes Stück Menschlichkeit wird mit diesem Buch sichtbar. Die mutige, energische, aufopferungswillige und tatkräftige Frau hat mit ihrem Einsatz zahlreichen kranken Menschen in den afrikanischen Entwicklungsländern geholfen. Die Kirche würdigt nicht ihre Taten, sondern besteht auf der Erfüllung eng gefasster Glaubensregeln. Sie verliert den Überblick über das, was machbar und was hilfreich ist. Eine Kirche der Verirrung?
Die Gläubigen werden selber um menschlichere Rechte und machbare Glaubensauslegungen streiten müssen!

Majella Lenzen
Das möge Gott verhüten
Gebunden 288 S.
Dumont Verlag
ISBN-10: 383219519X
ISBN-13: 978-3832195199

Liliane Lerch: Datura

Liliane Lerch: Datura

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Liebe unter der Bedrohung von schwerer Krankheit und Tod.

Liliane Lerch berichtet in ihrem Erstlingsroman von einer ungewöhnliche Liebesgeschichte, die in Kalifornien um 2001 spielt. In der Mojave- Wüste nicht weit von Los Angeles entfernt führt das Schicksal die beiden Hauptprotagonisten zusammen, die Journalistin Emma De Antoni und den Innenarchitekten Jackson Carver. Beide beherrschen das Geschehen im Roman, in dem es um die ganz große Liebe geht.

Jackson betreibt mit seinem Freund Frank einen Antiquitätenladen, der mit dem Namen einer Wüstenpflanze betitelt ist: Datura. Hier findet Emma die schönsten Möbel für ihr kleines Haus, das sie kürzlich erworben hat. Geheimnisvoll und interessant wirkt der schweigsame Jackson auf sie, und sie kann sich seiner Anziehung kaum entziehen. Sie weiß nicht, dass Jackson schwer krank ist. Bei den zunächst noch seltenen Begegnungen zeigt sich Jackson eher zurückhaltend und scheu. Doch je häufiger sie zusammen kommen, desto beeindruckender wirkt seine schlanke und müde Erscheinung.
Jackson verliert sich in Liebe zu Emma, und sie erwidert seine Liebe uneingeschränkt.
Jackson entstammt einer weitläufigen Familiensippe. Seine Krankheit wird sehr bald zum großen Thema des Romans, denn sie ist die Folge eines kurzen ausschweifenden Lebens in seiner Jugend. Die Liebe von Emma und Jackson wird durch sie schwersten Prüfungen unterzogen. Welchen Anfechtungen sich Emma ausgesetzt sieht, das versteht die Autorin mit psychischen und medizinischen Details auszuschmücken. Freundschaften zerbrechen, und Freundschaften wachsen mit den Anforderungen von Jackson Krankheit. Seine Familie zeigt sich trotz der Zugehörigkeit zu der Sekte der Mormonen liebevoll und hilfsbereit.

Atmosphärisch gelungen erscheinen die malerischen Ausflüge in die Wüste. Die Besuche in New Mexico und in Santa Fe liefern Beispiele dafür, wie es sich in den amerikanische Südstaaten mit der Natur, dem Klima und den volksnahen Lebensformen der Indios lebt. Essen und Trinken, das ausgedehnte Familien -und Freundesleben werden durch die Schilderungen von Liliane Lerch höchst lebendig. Bleibend ist der Eindruck einer langen, quälenden Krankheit, die Emma und ihre Zuverlässigkeit auf eine anhaltende und lange Probe stellt. Liliane Lerch hat eine spannende Geschichte ersonnen, die voller Herz und Schmerz steckt. Das ist ein Schmöker, der sicher viele Leser erfreuen wird!

Liliane Lerch stammt selber aus der Schweiz wie ihre Protagonistin und lebt heute ebenso wie diese in der Mojave –
Wüste und in Los Angeles.

Liliane Lerch
Datura
336 Seiten, gebunden
Atrium Verlag
ISBN-10: 3855354308
ISBN-13: 978-3855354306

Olivier Ameisen: Das Ende meiner Sucht

Olivier Ameisen: Das Ende meiner Sucht

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Krankheit und Heilung von der Alkoholsucht: ein Erfahrungsbericht.

1986 erlebt der angesehene Kardiologe Dr. Olivier Ameisen einen Schock, als er sich blutend in ein Krankenhaus begeben muss: er hat so viel getrunken, dass er sich kaum an die Ursache der Verletzung und den vergangenen Abend mit seinem Freund Jeff erinnern kann.
Er leidet schon zeitlebens an Ängsten, die sich in der letzten Zeit zu Panikattacken steigern. Der erste Konsum von Alkohol auf einer Feier bei Freunden hatte ihm vorübergehend Erleichterung verschafft. Die Sucht nahm damit leider ihren tragischen Anfang.

Seine Eltern kamen aus dem polnisch-jüdischen Bürgertum und hatten die Nazizeit knapp überlebt. Sie wohnten bei seiner Geburt 1953 gut situiert in Paris. Man verkehrt in den besten Kreisen. Olivier ist ein begabter Musiker und hoch intelligenter Schüler, der bereits mit 16 Jahren das vorgezogene Abitur macht und mit dem Medizinstudium beginnt. Erfolg und Neugier treiben ihn 1983 nach New York, wo er in einer renommierten Klinik in Forschung, Lehre und in der Praxis arbeitet. Seine Ängste steigern sich 1986 zu unerträglichen Panikattacken, von denen ihn nur der zunehmende Alkoholkonsum befreit.
Atemberaubend liest sich die Schilderung von Olivier Ameisen über seine Versuche, dem Alkohol abzuschwören. Er wird Mitglied der AA ( Anonyme Alkoholiker ) und erliegt doch immer wieder seiner Gier nach der erlösenden Betäubung durch dem Alkohol. Kliniknotaufnahmen im Wechsel mit Entzugskliniken und Therapien aller Art bieten ihm keine Entlastung. Bald kann er die vielen Entzugskliniken nicht mehr bezahlen. Die ärztliche Arbeit hat er aufgegeben, weil er seine Patienten nicht gefährden will. 1999 kehrt er nach Paris zurück.
Es geht ihm immer schlechter. Das exzessive Trinken schadet seiner Gesundheit, denn er zieht sich gefährliche Brüche zu, und die Leber nimmt Schaden. Er vernachlässigt sich. Wenige Freunde bleiben ihm, und die ärztliche Hilfe bei angesehenen Alkoholspezialisten, Psychiatern und Neurologen bewirkt nichts. Es ist ein steiler Niedergang, der auf den Tod zusteuert.
Seine immer wieder vorgetragenen Argumente, dass seine Ängste die Ursache und nicht das Symptom für den Alkoholmissbrauch sind, werden von niemandem ernst genommen.
Selbsthass und Gefühle des Versagens werden unerträglich. Mitfühlend wird man zum Zeugen einer Krankheit, die herkömmlich mit Charakterschwäche und mangelndem Willen verwechselt wird.
Als Olivier Ameisen durch einen Zufall auf ein Medikament aufmerksam wird, das bei Muskelkrämpfen eingesetzt wird, macht er sich auf die Suche nach Forschungsergebnissen. Er nimmt Kontakt zu befreundeten Ärzten auf und beginnt schließlich einen Selbstversuch mit dem Medikament Balcofen. Binnen kürzester Zeit ist seine Sucht verschwunden, ja er wird sogar gleichgültig gegenüber den Verlockungen des Alkohols. Fast ohne Nebenwirkungen kann er entspannt schlafen und beginnt, am Leben wieder aktiv teilzunehmen. Er geht an die Öffentlichkeit mit seinem Selbstversuch, schreibt einen von Sachverständigen bestätigten Bericht über seine Erfolge beim Kampf gegen den vernichtenden Alkoholismus und beginnt ein neues Leben.

Erschütternd, spannend wie ein Krimi und aufklärend ist sein Buch über die eigene Erkrankung, die mit dem Vorurteil aufräumt, es läge nur an der eigenen Schwäche, wenn man dem Alkohol verfällt. Sein Bericht über den Kampf gegen die Sucht ist hoch engagiert geschrieben. Er ist Ausdruck größter Not und Todesangst und weckt Verständnis und Mitgefühl. Neben der sehr persönlichen Berichterstattung gibt er als kompetenter Arzt fachlich Auskunft über die Wirksamkeit seiner Medikamente. Die Ehrlichkeit und bemerkenswerte Eigendiagnose wird zum Motor, mit dem Ameisen sich dem Kampf gegen die Sucht und ihrer Heilung widmet. Er wird zum Forscher für Suchtkrankheiten und lehrt und arbeitet heute wieder in New York und Paris.

Olivier Ameisen
Das Ende meiner Sucht
Gebunden 320 S.
Verlag Antje Kunstmann
ISBN -10 3888975859
ISBN-13 978-3888975851
-> Dieses Buch jetzt bei Amazon bestellen

Matthew und Ainsley Johnstone: Mit dem schwarzen Hund leben

Matthew und Ainsley Johnstone: Mit dem schwarzen Hund leben

Was tun, wenn ein Angehöriger oder man selbst an einer Depression erkrankt?

Im Jahre 2008 erschien ein erster Band des Artdirektors und Designers Matthew Johnstone, in dem er seine Depression mit kurzen Texten und einprägsamen Bildern beschrieb.
Inzwischen hat er zusammen mit seiner Frau Ainsley ein weiteres Buch zum Thema erstellt, in dem es um die Angehörigen von Menschen geht, die an einer Depression erkrankt sind. Ainsley Johnstone zeigt in ihrer Einleitung, wie überraschend und quälend die ersten Schritte für sie waren, bis sie verstanden hat, was es mit der Depression ihres Mannes auf sich hat.

Nachweislich ist die Depression eine weit verbreitete Volkskrankheit. Doch nach wie vor grassiert auch die Meinung, man müsse sich „ nur zusammenreißen,“ dann gehen die Lethargie und das Unbehagen schon vorüber.
Die Verlegenheit und Bedrückung, ja Peinlichkeit, an einer Depression erkrankt zu sein, macht es Menschen schwer, über ihre Krankheit mit deren Begleiterscheinungen zu sprechen. Angehörige und Freunde sind oft hilflos in ihrem Begehren, dem Kranken, denn um eine Krankheit handelt es sich hier, mit den richtigen Worten und Taten zu helfen.

Das nun erschienene zweite Buch bietet Unterstützung und Hinweise für jene, die den Kranken zur Seite stehen möchten. Wie im ersten Buch wird mit der Bildgestaltung der Sinngehalt der geschriebenen Texte verdeutlicht.
Manches ist Wiederholung, z.B. wie sich die Depression zeigt.
Dieses Mal aber dreht es sich um die Reaktionen, mit denen man auf die äußere Vernachlässigung, die Müdigkeit oder die Wutanfälle reagieren könnte. Der schwarze Hund ist der stumme oder auch überwältigende Begleiter, der unter dem Stuhl, hinter der Tür oder unter dem Tisch lauert, und den Depressiven mit seinen Klauen bremst. Die Reaktionen der Helferinnen und Helfer auf den Kranken bedürfen der intensiven Selbstbeobachtung, damit sie nicht schädigend wirken. Da geht es um Geduld, freundliche Zuwendung, Akzeptanz, eventuelle Abmachungen und um mögliche Abgrenzungen, damit man von der Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes nicht angesteckt wird.

Das Buch ist ermunternd und hilfreich. Es wird nicht um die Krankheit herumgeredet, und es wird nichts beschönigt. Die Bilder zeigen anschaulich, wie es im Haus und Heim aussehen kann, wenn jemand mit einer Depression darin wohnt. Tröstliche Worte aber zeigen: auch der schwarze Hund kann verschwinden. Man kann ihn bekämpfen, mit ihm leben lernen und ihn vielleicht sogar besiegen!
Die Wege bis dahin sind vielfältig. Dass man Hilfe finden kann und Angehörige wichtig sind, das beweisen Matthew und Ainsley Johnstone im besten Sinne mit ihrem Gemeinschaftswerk.
Sogar die Arbeit an dem Buch konnte zu einem Gewinn für die Heilung werden. Man sollte es lesen und verschenken, wenn man im eigenen Umkreis von einer Depression erfährt,–wenn! Denn das bleibt das große Fragezeichen: wer bekennt sich und lässt es zu, über sich und diese unheimliche Krankheit zu sprechen?
Dieses Buch dient der Ermutigung dazu!

Matthew und Ainsley Johnstone
Mit dem schwarzen Hund leben
80 S., gebunden
Kunstmann Verlag
ISBN-13: 978-3888975943

Alan Bennett: Die Lady im Lieferwagen

Alan Bennett: Die Lady im Lieferwagen

Würde und koketter Anstand des Alters.

Alan Bennett ist ein Komiker, der sein Talent in vielen witzigen und äußerst fantasievollen Texten bewiesen hat.
In dieser Erzählung geht es um eine schrullige Alte, Miss Shepherd, die sich mit ihrem Lieferwagen in einer guten Wohngegend Londons eingenistet hat.
Dort lebt der gehobene Mittelstand, dessen Wohnkomfort im Kontrast zur politisch fortschrittlichen und aufgeklärten Haltung seiner Bewohner steht.
Miss Shepherd kann nichts aus der Ruhe bringen. Sie nimmt ihren Aufenthalt für selbstverständlich und die Hilfen der Anwohner ebenfalls. Ihr gelb verfärbter und verbeulter Lieferwagen ist Wohnort, Schlafstatt und Vehikel in einem und parkt auf Dauer am Straßenrand der Wohnsiedlung. Das Fahrzeug springt nicht immer an, so dass helfende Hände es anschieben müssen. Vorbeifahrende Flegel pöbeln Miss Shpherd an, und als Alan das nicht mehr aushält, bietet er ihr zunächst Unterschlupf in einem Schuppen auf seinem Grundstück an. Nicht genug damit ist eines Tages der ganze Lieferwagen breit auf seiner Hauseinfahrt platziert. Nachdem aus dieser vorübergehend gedachten Lösung ganze zwanzig (!) Jahre werden, kann man sich vorstellen, wie es am Ende im und um den Wagen herum aussieht!
Bennett führt ein Tagebuch über die Alte, das durch die Jahre von 1969 -1989 führt.

Dank seines Humors und seiner Erfindungsgabe mangelt es Bennett nicht an witzigen und skurrilen Einfällen, mit denen ihn Miss Shepherd auf Trapp hält. Das Verkommen von Frau und Fahrzeug ist mit der Dauer des Aufenthalts vorprogrammiert. Da geht es um Hygiene und Abfälle, um Reinlichkeit, Wünsche und Vorschläge der Alten und um die Würde, die Miss Shepherd zur Schau stellt.
Er gibt in seiner Geschichte über die Lady im Lieferwagen eine seiner typischen Menschenbeobachtungen wieder, die, wenn auch übertrieben, so doch zur Unterhaltung auf höchstem Niveau anregt. Die Grenze zwischen Unglaubwürdigkeit und Realitätsnähe ist fließend, so dass menschliche Schwächen und Verrücktheiten immer nahe am menschlichen Sein entlang gleiten.
Bennett ist der begabte Dramatiker und Autor, der eine verrückte Lebensgeschichte herbei zaubert, die ihresgleichen sucht. Mit seinem trockenen Humor, mit dem er auch noch in den absurdesten Situationen die komischen Seiten aufzeigt, bringt er uns wie immer zum Schmunzeln und Kichern.
Hervorragend wie in seinen anerkannten Vorgängerwerken, man denke nur an „ Die souveräne Leserin,“ ergötzlich und spaßig eignet sich das Büchlein zum selber Lesen und Verschenken gleichermaßen!

Alan Bennett
Die Lady im Lieferwagen
Wagenbach Verlag 
ISBN-10: 3803126215
ISBN-13: 978-3803126214

Stéphane Audeguy: Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt

Stéphane Audeguy: Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt

Abenteuer und Aufbruch: Leben im 18. Jahrhundert.

Das Leben des François Rousseau wirft ein besonderes Licht auf das 18. Jahrhundert, das als das Jahrhundert der Aufklärung in die Geschichte eingegangen ist und mit der französischen Revolution endete.
Als Greis blickt François Rousseau auf sein Leben zurück und schildert in fiktiven Erlebnissen seinem Bruder Jean-Jacques sein vergangenes Leben.
Während der Bruder zu den großen Vordenkern der französischen Revolution gehörte und mit seinen
„ Bekenntnissen“ und vielen anderen Werken weltberühmt wurde und bis heute unvergessen blieb, frönte sein Bruder François den sinnlichen Genüssen und erfreute sich eines ausschweifenden Lebenswandels!
In Genf als erster Sohn seiner Eltern geboren, begegnete er schon in frühen Kinderjahren dem Marquis de Saint – Fonds, Sohn aus altem französischem Adel, der sich in Genf niedergelassen hatte. Die beiden ungleichen Freunde genießen gemeinsame Lehrstunden und gehen ihren sinnlichen Gelüsten nach.

Jean-Jacques wurde nach dem Tod der Mutter zum erklärten und verzärtelten Liebling des Vaters, während sich François alleine behaupten musste. Er ist gewissermaßen ein Antipode, der, wenngleich klug, das Leben aus der bodenständiger Position heraus betrachtet. Ein schwieriges, leichtlebiges und genussvolles Leben führt ihn von Ort zu Ort, und er lernt, sich in guten und schlechten Tagen durchzuschlagen. Aus Genf geht es unter abenteuerlichen Umständen nach Frankreich, der Hochburg des Feudalismus und der Knechtung der Armen. Er findet Freunde, Gönner und Gönnerinnen, und sein Leben verläuft reich an Höhen und Tiefen. Bei seinen Ortswechseln lernt er Reichtum und Armut, Ungerechtigkeit und Ausbeutung, Verluste von Menschenrechten und den Kampf ums Überleben kennen. Zuletzt erreicht er Paris, wo er sich in Philosophenkreisen bewegt und in Bordellen verkehrt und mitten hinein in die Unruhen der französischen Revolution gerät. Hier wird der Bericht ein wenig langatmig, zeigt jedoch zwei Brüder, von denen der eine der Denker, er andere der praktische Teilnehmer der französischen Revolution wurde. Francois lernt Diderot kennen, sitzt in der Bastille ein, entgeht seinen Henkern, trifft den Marquis de Sade und überlebt schließlich als alter Mann die Verfolgungen und Auswüchse der Jakobinischen Herrschaft.

Stéphane Audeguy hat den Ton der vorrevolutionären Stimmung getroffen und in eindrucksvollen Bildern in Szene gesetzt. Man fühlt sich als stiller Beobachter des jungen und älter werdenden Reisenden, und fiebert mit ihm seinen Abenteuern entgegen. Ärmliche Unterkünfte, bewegende Verführungskünste und dunkle Verliese lassen ein mittelalterliches Szenario lebendig werden, das einen berührt und gelegentlich das Fürchten lehrt. Verschiedene Lehrherren demonstrieren die herrische Grausamkeit, die als Mittel zum Zweck der Züchtigung an der Tagesordnung war. Soziale Missstände zeigen das Ausmaß der Ungleichheit und Verkommenheit, in der sich die Menschheit befand. Audeguy ist ein hervorragender Rechercheur und Interpret dieses von der französischen Revolution beherrschten Jahrhunderts. Sein Entwurf richtet sich strikt am Zeitgeist aus, so dass man fast überzeugt ist, es hier mit den richtigen Lebenserinnerungen des François Rousseau zu tun zu haben.
Und doch ist alles nur Fiktion!

Stéphane Audeguy
Das Leben des François Rousseau, von ihm selbst erzählt
Schirmergraf
296 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3865550439

James Agee: Ein Todesfall in der Familie

James Agee: Ein Todesfall in der Familie

Familienfrieden, Glück und Zweifel; eine Geschichte von Glaubensfragen und unvorhersehbaren Schicksalsschlägen.

Knoxville in Texas, weit im Süden der USA gelegen, ist der Ort einer Handlung, die von der ersten Zeile an mit dramatischem Sog in ein schicksalhaftes Geschehen führt.
Atmosphärisch dicht und von tief innerlichen Gefühlen geprägt lenkt der Roman des bereits 1955 verstorbenen Autor James Agee die Aufmerksamkeit auf das Geschick einer jungen Familie, das fast in einer Art Kammerspiel dargeboten wird.
Umhüllt von heimeliger Dunkelheit und dem Sternenglanz kommen ein Vater und sein kleiner Sohn von einem Kinobesuch nach Hause. Das Leben zeigt sich friedlich, geborgen und trostreich. Die liebevollen Familienbande sind intakt und versprechen harmonische Idylle.
Catherine und Rufus, die beiden Kinder, gehen zu Bett.

Szenenwechsel: mitten in der Nacht schrillt das Telefon. Unruhig geht Jay, der junge Familienvater, ans Telefon. Jeder Ton und jeder Schritt wird verzeichnet, so dass eine untergründige Spannung entsteht.
In einem stockenden Telefonat berichtet der Bruder von Jay, dass der Vater erkrankt sei, wie schwer, ist kaum auszumachen. Zögerlich, zuletzt aber doch überzeugt, dass er besser gleich aufbricht, bereitet sich Jay auf die Nachtfahrt zu seinen Eltern vor. Liebevoll bereitet ihm Mary noch ein Frühstück und liebevoll ist der Abschied, fast, als wäre es für immer. Er denkt an die Kinder und versichert mehrfach, dass er schon morgen zurück sein werde.

Mary findet kaum Ruhe nach seiner Abfahrt. Sie hält Zwiesprache mit Gott, und aufmerksam hört man von einem Familienkonflikt, der das Glück überschattet: Mary ist fromm katholisch, Jay aber teilt ihren Glauben nicht. Sie fürchtet, dass die von ihr und ihrem Glauben geforderte katholische Erziehung der Kinder den Familienfrieden und den Zusammenhalt der Familie gefährden könnte.
Diese Szene ist grandios in ihrer dichterischen Aufbereitung.

In der Folge steigert James Agee noch die Spannung, denn
erst spät am nächsten Vormittag kommt ein Anruf, in dem von einem Unfall die Rede ist, vom dem Jay betroffen sei.
Das Protokoll einer Todesnachricht wird zu einem minutiösen Bericht des Unfallhergangs.

Wie die Verwandten sich um Mary scharen, was gesprochen, vermutet und befürchtet wird, das schwankt zwischen Hoffnung, ahnungsvollen Untergangsängsten, Glauben und Verzweiflung. Stimmungen und Gefühle, jeder Gang und jede Gebärde oder Verrichtung im Haushalt werden registriert. So entsteht ein genaues Abbild der Vorgänge, und man gelangt zu tiefen Einblicken in die Seelenzustände und Handlungen der Protagonisten. Fast fühlt man sich an Musil erinnert, dessen Gefühlswahrnehmungen ähnlich dauerhaft und präzise in seinem „ Mann ohne Eigenschaften“ abgehandelt werden. Der Zustand zwischen Realität und seelischer Befindlichkeit rührt an die Schmerzgrenze.
Die eingeschobenen Reflexionen einzelner bieten den eigenartigen und faszinierenden Eindruck von lyrisch vorgetragenen Gedanken, die fast Gebeten gleichen.
Der vom Vater an die Tochter gerichtete Satz: „Du musst immer daran denken, dass kein Mensch auf dieser Welt ein Vorrecht genießt. Jeden Augenblick kann die Axt auf den Nacken jedes Menschen niedersausen, ohne vorherige Warnung und ohne Rücksicht auf Gerechtigkeit “ hinterlässt Schauer der Erschütterung mit seiner fast biblischen Weissagung.

Hinreißend ist die Beobachtung, wie ein Schmetterling aus dem versinkenden Sarg in den Himmel steigt. Symbolträchtiger geht es nicht, und symbolhaft beleuchtet er einen Religionskonflikt, der die Familiengeschichte unterschwellig durchzieht.

Nur drei Tage umfasst der Bericht, mit dem fast im Zeitlupentempo eine Aussage gelingt über das, was in den Empfindungen und Köpfen der einzelnen Familienmitglieder vor sich geht.

Wiewohl der Roman zur modernen amerikanischen Klassik gezählt wird, würde ich ihn aus der Menge der Neuerscheinungen als einen der besten dieses Frühjahrs herausheben.
James Agee wirkte in den vierziger Jahren als einflussreicher Drehbuchautor, Filmkritiker und Journalist in den USA. Sein unvollendet gebliebener Roman wurde in Deutschland 1962 zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlicht. Nach seinem Tod wurde der Autor posthum mit dem Pulitzerpreis geehrt.

James Agee
Ein Todesfall in der Familie
C.H.Beck
368 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3406583889