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Autor: Claudine Borries

Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe

Alex Schulman: Verbrenn all meine Briefe

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Ehen können die Hölle sein!

Im vorliegenden biographischen Roman bekommt man eine Ahnung davon.
Alex Schulman, der Autor, hat sich auf die Suche nach den Ursachen für seine Eheschwierigkeiten gemacht.
Der Satz seiner Frau:“ Ich weiß nicht, wie oft ich das noch ertragen kann “ gab den Anstoß, eine Therapeutin aufzusuchen. Er bemerkt, dass er eine stille Wut in sich trägt, eine Wut, die alles zu zerschlagen droht, was ihm Glück und Freude bedeutet.

Sein Großvater Sven Stolpe scheint ähnliche Symptome aufzuweisen. Er war zu seiner Zeit ein gefeierter Schriftsteller. Mit einer aufschlussreichen Analyse seiner Familiengeschichte kommt Alex den Schwierigkeiten auf die Spur. Anhand von Daten, Schriften, Artikeln und nicht zuletzt von Briefen eröffnet sich ein Familienporträt von einiger Dramatik.

Als Kind hat Alex die Großeltern 1988 besucht. Er erinnert sich, dass eine latente Wut vom Großvater ausging. Wie ängstlich und unterwürfig wirkte dagegen die Großmutter!
Alex findet heraus, dass Sven Stolpe 1932 kurz nach seiner Hochzeit mit Karin dem Liebesverhältnis seiner Frau mit dem Schriftsteller Olof Lagercrantz auf die Spur gekommen war.
Der Autor weiß diese Liebesgeschichte anrührend und einfühlsam zu beschreiben.

In Olof Lagercrantz hatte Karin einen liebevollen Mann gefunden, mit dem sie innige, heimliche Liebe verband. Längst hatte sie erkannt, dass ihr Mann an einer unstillbaren Wut litt. Sie zeigte sich, wenn er seine Frau bei jeder sich passenden Gelegenheit herabsetzt, diffamiert und kränkt. Auch weiß er die Fluchtversuche seiner Frau mit aller Gewalt zu verhindern. Die Angst vor ihm ist allgegenwärtig.

Im Verlaufe des Romans zeigt sich, wohin Menschen mit abartigen seelischen Störungen abdriften können. Ungelöste Konflikte vermögen in der Folge ganze Familien zu vergiften.
Sven Stolpe wird zum mörderischen Feind seiner eigenen Frau und deren Liebhaber.
Und Olof? Er schreibt seiner Geliebten in vierzig Jahren heimlich 23 Briefe und bleibt ihr in Liebe eng verbunden.

Alex Schulmann hat mit dem Familienporträt schriftstellerisches Können gepaart mit feinem Sinn für die Abgründe des Menschen gezeigt. In ungeahnter Intensität steigert er die Spannung, mit der man zum Zuschauer einer fast kriminellen Erpressung wird.

Tragisch, empathisch und tief berührt muss Alex erkennen, dass sich Zorn in die Seelen auch der Kinder aus dieser Verbindung gefressen hat. Die Zerwürfnisse zwischen den Geschwistern seiner Mutter nehmen folglich nie ein Ende.

Alex Schulman ist eine hervorragende Psychostudie mit dieser als Roman deklarierten Biographie gelungen.
Inzwischen ist er ein in Schweden sehr bekannter und anerkannter Schriftsteller.

Alex Schulman
Verbrenn all meine Briefe
dtv Verlagsgesellschaft, September 2022
304 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3423290374
ISBN-13: 978-3423290371
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Ferdinand von Schirach: Nachmittage

Ferdinand von Schirach: Nachmittage

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Den vorliegenden wunderbaren Erzählband möchte man nicht aus der Hand legen! Wie Perlen reihen sich Erzählungen mit den seltsamsten Begegnungen und Erlebnissen aneinander.

Ein namenloser Schriftsteller und Icherzähler, womöglich das alter ego des Autors, ist häufig auf Lesereisen. Diese führen ihn in ferne Städte und Länder in aller Welt.

Zwischen den Lesungen, Veranstaltungen und Reisen sucht der Erzähler Ruhe. Bei diesen Gelegenheiten gesellen sich zuweilen Personen zu ihm, die eine Episode aus ihrem Leben erzählen möchten. Die Anonymität der Begegnungen, die fast immer vorübergehend sind, macht sehr persönliche Beichten möglich. Und so hören wir von Schicksalen, die in ihrer Einzigartigkeit beeindrucken und uns einen Einblick in die Vielfalt menschlicher Erfahrungen gewähren. Wie verworren können Bindungen zwischen Menschen sein, und welchen Irrtümern in der Wahrnehmung sitzen sie gelegentlich auf! Ob spät entdeckte vermeintliche Untreue oder verpasste Gelegenheiten, ob Rache oder Wut: der Erzähler beschreibt u.a. Menschen, die von ihren wohl geordneten Wegen abgekommen sind. Kriminelle Handlungen gehören ebenso dazu wie zarte Bande der Liebe oder geheime sexuelle Vorlieben. Fast in jeder der 27 verfassten Geschichten lauern ungewöhnliche Handlungen.

Ferdinand von Schirach hat eine bedächtige Art zu erzählen. Seine Berichte strahlen eine große Ruhe aus, die sich dem Leser*In mitteilt. Die Sätze sind kurz und prägnant. Mit keinem Wort zu viel und Zitaten zu passenden Gelegenheiten ergötzen uns die schönen und auch traurigen Geschichten aus dem Leben. Notizen über Kunst, Kultur und Literatur ergänzen den Band von Erzählungen.
Diskrete Reflexionen über eigenes Befinden des Dichters sind ausnehmend fein und sensibel in der Darstellung.

Eine der letzten Geschichten handelt von dem Künstler Giacometti. Der Erzähler schätzt ihn und besucht seine Werke in einem Museum. Die Erinnerungen an seine erste Begegnung mit dessen Kunstwerken überwältigen ihn fast. Danach kommt es zur Aufzählung all’ jener Dichter und Denker, die er im Leben geschätzt hat. Es ist ein schöner Schluss für diese einmaligen Erzählungen.

Von Schirach ist ein herausragender Schriftsteller. Seine Nüchternheit und Nachdenklichkeit ist bemerkenswert. Dieses schmale Bändchen mit Erinnerungsgeschichten übertrifft alles, was ich bisher von ihm gelesen habe.

Ferdinand von Schirach
Nachmittage
Luchterhand Literaturverlag, August 2022
176 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3630877230
ISBN-13: 978-3630877235
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Georgi Gospodinov: Zeitzuflucht

Georgi Gospodinov: Zeitzuflucht

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Es ist eine schöne Illusion, sich vorzustellen, man könne sich aussuchen, in welchem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts man gerne leben würde. Diese Utopie hat sich Georgi Gospodinov zum Thema seines vorliegenden Romans genommen.

Beginnend mit Gedanken an den Anfang der Menschheit setzt ein Satz dem Suchen danach ein Ende: „Am 1. September 1939 früh am Morgen kam das Ende der menschlichen Zeit“(S.18)
Jeder weiß, was mit diesem Datum gemeint ist!
Nach dieser Einführung beginnt ein Roman, der seinesgleichen sucht.

Ein ungenannter Schriftsteller in Sofia/Bulgarien berichtet von zahlreichen kleinen Beobachtungen und Entdeckungen, die darin gipfeln, dass er einen alten Freund sucht. Es handelt sich um Dr. Gaustin, einem exzentrischen Flaneur und Arzt, den er überraschend in Zürich wiederfindet. Gaustin will eine seltene Form von Geriatrie für Demenzkranke gründen. Der Erzähler soll ihm dabei behilflich sein. Es soll das „Haus der Vergangenheit“ heißen. In diesem Haus wird es verschiedene Zeitebenen von den vierziger bis in die neunziger Jahre geben. In einzelnen Zimmern sind Interieur und Aufmachung den Zeitebenen entsprechend eingerichtet. Hier kann man sich aussuchen, in welcher Zeit man leben will. Nicht nur die Vergesslichen des Alters finden ihren Raum, zunehmend wollen auch Gesunde gerne einkehren.

Zu den Zeitebenen passt die Erwähnung politischer Personen oder Ereignisse: Musik, Schlager, Rebellion der 68sechziger, Gerüche, Reagan, Kohl und Gorbatschow, Zitate von Thomas Mann bis Einstein und so fort.
Auf die Frage des Erzählers nach den 40ziger Jahren und dem Krieg antwortet Gaustin zum ersten Mal: “ich weiß es wirklich nicht“S.101)

Eingeflochten in die Geschichte findet man wunderbare poetische Beobachtungen von Landschaften, Städten und nicht zuletzt Passagen der Biographie des Erzählers. Sie bieten den Bezug zur Realität.

In einem zweiten Teil des Romans erzählt Gospodinov von einem Referendum, bei dem in den europäischen Ländern über die Möglichkeit eines Lebens in längst vergangenen Jahrzehnten abgestimmt werden soll. Wir sind im Heute angekommen mit allen Möglichkeiten der Technik beim Aushorchen und der Manipulation.
Wozu diese Utopien führen können, zeigt uns prophetisch Moskau mit seinem „Zurück zu den alten Grenzen der Sowjetunion“.

Georgi Gospodinov ist ein begnadeter Erzähler. Ihm purzeln die Ideen nur so aus der Feder.
Sie sind teils witzig, teils skurril und teilweise ernst. Sie reichen von der griechischen Mythologie zu einzelnen Geschichtsereignissen und sehr realen Gedanken über das Heute. Sie wechseln von Einzelschicksalen ins Globale und irrlichtern zwischen den Zeiten hin und her. Gelegentlich sind sie irritierend bis irrwitzig, weil am Ende niemand mehr weiß, ist der Autor real oder ist es eher die von ihm erfundene Figur Gaustin. Auf jeden Fall werden in dem Roman hintergründig philosophisch und reflektierend die vergangenen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts unter die Lupe genommen. Es ist ein überwältigendes Werk in der Übersetzung von Alexander Sitzmann.

Georgi Gospodinov ist in Bulgarien geboren. Er hat für seine Romane zahlreiche Preise gewonnen.

Georgi Gospodinov
Zeitzuflucht
Aufbau, 3. Auflage, März 2022
342 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3351038895
ISBN-13: ‎978-3351038892
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Liz Nugent: Auf der Lauer liegen

Liz Nugent: Auf der Lauer liegen

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Ein Krimi der Extraklasse!

Der Kriminalroman von Liz Nugent beginnt im ersten Satz mit einem Mord!
Man weiß gleich, wer das Opfer und wer die Täter sind. Insofern ist die Geschichte ungewöhnlich.

Erst bei der Suche nach dem Mörder seitens der Polizei kommen alle möglichen Figuren mit ins Spiel. Und nicht nur das: die ganze Recherche wird von Bekannten des Opfers ausgelöst, denn Spurensuche und Gründe für den Mord bilden das eigentliche Thema.

Was mögen die Hintergründe für den Mord sein?

Hören wir zuerst die Geschichte des Ehepaares Lydia und Andrew Fitzsimons.
Sie sind ein glücklich verheiratetes Paar. Ein Sohn Laurence krönt ihr Glück. Der Junge neigt leider zur Fettsucht und ist wenig anziehend für Mädchen seines Alters.

Die Familie lebt in einem geerbten Familienhaus in Irland. Sie sind begütert, denn Andrew ist ein angesehener Richter. Lydia ist allerdings recht labil. Sie ist versessen darauf, viele weitere Kinder zu haben und macht damit ihrem Mann und Sohn das Leben schwer. Der Junge kann sich kaum den Fängen ihrer Liebe entziehen, was wohl seine Fettsucht mit verursacht.

Mit großartigem psychologischem Gespür für das Absurde im menschlichen Handeln nimmt uns die Autorin mit auf die Suche nach den Hintergründen, die zum Mord an einer jungen Frau geführt haben.

Feinsinnig und mit ausgefallenen Tricks entziehen sich die Mörder ihren Verfolgern.

Annie ist das Mordopfer. Ihre Schwester Karen wird Model, ist bildschön und will die Mörder ihrer Schwester finden.

Laurence findet endlich eine Freundin, zu deren Gefolge Karen gehört. Man wird unschwer merken, dass Laurence hoffnungslos in Karen verliebt ist. In dem verwickelten Geschehen geraten die Beziehungen der Protagonisten untereinander allmählich aus den Fugen.
Mehr soll hier nicht verraten werden.

Verlierer sind in diesem Roman die Männer, während Lydia sich als pathologische Intrigantin und Ränkeschmiedin zeigt.

In einer langen und faszinierenden Handlung wird Stein um Stein in den Weg und wieder aus dem Weg geräumt, bis man zum wirklich schauerlichen Schluss gelangt. Spannung pur in diesem außergewöhnlichen Thriller!

Die Autorin Liz Nugent stammt aus Dublin. Sie ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane erscheinen in fünfzehn Sprachen. Auf dem Klappentext wird sie euphorisch als „neue Königin des irischen Krimis“ gefeiert.

Liz Nugent
Auf der Lauer liegen
Steidl Verlag, August 2022
368 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3969991080
ISBN-13: 978-3969991084
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Joseph Roth: Hiob

Joseph Roth: Hiob

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Es gilt in dem vorliegenden Roman von Joseph Roth einen der großartigsten Schriftsteller der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts aus dem jüdischen Milieu Ostgaliziens neu zu entdecken oder wiederzuentdecken.

Der LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag hat den Roman neu aufgelegt und damit in den Blick des geneigten Lesepublikums gerückt.

Hiob, die biblische Leidensfigur des Alten Testamentes, findet sich in der Figur des Mendel Singer im Roman wieder. Er ist jüdisch-orthodoxer Thoralehrer in einem fiktiven Dorf in Ostgalizien.

Man fühlt sich sofort in die ärmliche Schule mit dem frommen Rabbi versetzt, wenn man die ersten Zeilen liest. Mendels Frau und seine drei Söhne mit der Tochter Miriam gehören als Familie dazu.
Das Leben ist karg und die Lebensbedingungen hart.
Der jüngste Sohn Menuchim ist zudem ein Krüppel, der nicht recht gedeihen will.

Mendel Singer muss viel Leid erfahren in seinem Leben. Ein Sohn geht zum Militär, der andere entzieht sich und wandert aus nach Amerika. Miriam aber lässt sich mit den Soldaten ein und bringt Schande über ihn.

Schließlich wird Mendel mit Frau und Tochter von seinem Sohn Schemarjah, der sich jetzt Sam nennt, für ein besseres Leben nach Amerika geholt. Menuchim müssen sie zurücklassen.

Der erste Teil des Romans ist ganz der Atmosphäre im Schtetl gewidmet. Nachbarn, Freunde und die kleinen Freuden des Alltags sind bildreich beschrieben. Man hört viel Wehklagen und Seufzen aus dem Werk. Deborah führt den Haushalt, und Mendel beklagt sein Schicksal, das ihm in Gestalt seiner vier Kinder so viel Kummer verursacht.

Im zweiten Teil folgt der große Aufbruch nach Amerika!

Amerika ist so ganz anders als das bisherige Leben der beiden Alten! Sie können sich an die neue Umgebung und das aufstrebende Land mit seinem hektischen Gebaren nur schwer gewöhnen. Als Deborah vor Gram stirbt, und Miriam einen psychischen Zusammenbruch erleidet, bleibt Mendel alleine im Hause seines Sohnes Sam zurück. Sehnsucht und Schuldgefühle gegenüber dem Sohn Menuchim bedrücken sein Gemüt. Er wird schließlich im Angesicht des vielen Unglücks von Glaubenszweifeln geplagt, auch darin dem biblischen Hiob gleich.

In großen Zügen ist das die Geschichte. Nur andeutungsweise wiedergeben kann man die wunderbaren Worte, die fast an biblische Texte erinnern, mit denen Joseph Roth seine Erzählung aufzeichnet. Es ist eine archaische Sprache, in der von Impressionen die Rede ist, die das Seelenleben verdüstern. In eindrucksvollen Satzgebilden werden Stimmungen, Geräusche und Gerüche nachvollziehbar. Die seelischen Erschütterungen und Überraschungen sind so anrührend, dass man unwillkürlich mitfühlt.

Der Erzählstil bleibt vielseitig, einfach und prägnant; alleine die Figuren und hier besonders Mendel in seiner ganzen menschlichen Hilflosigkeit, dem Schicksal ausgeliefert, geben das Geschehen wieder.

Zum Ende hin ereignet sich ein unglaubliches Wunder!

Der letzte Satz des Erzählers versinnbildlicht die Art der Darstellung sehr genau: „Mendel schlief ein. Und er ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder“.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Joseph Roth starb 1939 mit 44 Jahren in Paris auf der Flucht vor den Nazis vermutlich an Alkoholsucht.

Joseph Roth
Hiob
LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag, April 2022
120 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3965425714
ISBN-13: 978-3965425712
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Andreas Schäfer: Die Schuhe meines Vaters

Andreas Schäfer: Die Schuhe meines Vaters

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In dieser autobiographischen Aufzeichnung nimmt uns Andreas Schäfer mit in die Vergangenheit seines Vaters, der ihm fern und nah zugleich war.

Die Eltern leben seit dreißig Jahren schon getrennt, als beim Vater eine frühere Krebserkrankung in Form eines Hirntumors zurückkehrt. Noch kurz zuvor hat er den Sohn in Berlin bei dessen Familie besucht, wo er seinen besonderen Lebensgewohnheiten nachging: ein Frühstück im Café Einstein und die morgendlichen Laufrunden gehörten dazu. In Erinnerung blieb ihm auch, dass der Vater eine Madeleine mitbrachte. Unvergesslich ist der Begriff der Madeleine mit Prousts Werk „Im Schatten junger Mädchenblüte“ verbunden als Ausdruck stiller Sehnsüchte auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Aber das assoziiert der Sohn, sein Vater hatte das Buch wohl nie gelesen.
Der Autor beschreibt seine Beobachtungen mit liebevollen Worten.

Zurück in Frankfurt/M geht der Vater zu einer Biopsie ins Krankenhaus. Aus der Narkose wacht er nicht mehr auf. Der Sohn wird gebeten, zu kommen und dem Abstellen der Geräte zuzustimmen, da der Vater nach einer Hirnblutung nicht mehr lebensfähig sei.
Die Mutter kommt dazu, und sie sehen sich mit einer schweren Aufgabe konfrontiert.

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen erinnert sich der Sohn an zahlreiche Einzelheiten aus dem Leben seiner Eltern und seines Vaters. In fein gewählten Worten, liebevoll und poetisch, ersteht das Bild einer Familie, die es nicht immer leicht miteinander hatte. Der Vater konnte ungeahnte Wutausbrüche haben, die den Sohn erschütterten und in bleibender Erinnerung blieben.

Die Familie des Vaters, Schäfers Großeltern, waren strenge, pflichtbewusste Menschen, die den Sohn verstießen, als er eine Griechin heiratete. Der Vater schien ein Getriebener, der immer wieder aus häuslichen Zwängen floh. Die Ehe und seine Söhne verließ er auch.
Er hatte den Zweiten Weltkrieg und Nachkriegszeit miterlebt. Da gab es ein Tante Mariechen auf dem Land, wohin der Junge geschickt wurde, um den Kriegswirren im zerbombten Berlin zu entkommen. Zuerst widerwillig zum Ende hin aber sehr gerne war er dort gewesen.

Andras Schäfer lässt auch die Kriegserinnerungen seiner griechischen Mutter nicht unerwähnt.

Für ihn gleichen seine Rückblicke einer eigenen Reise in die Vergangenheit. Seine Worte über den Vater sind voll innerer Wärme und fast Zärtlichkeit, obwohl das Verhältnis zum ihm nicht ungetrübt war.

Wie Andreas Schäfer die Geschichte seiner Eltern und seine eigene wie Mosaiksteinchen zusammenführt, das zeugt von Empathie und genauer Beobachtung seines Umfelds. Der Autor ist von stiller Neugier, die von der bevorstehenden endgültigen Trennung dieses so schwierigen Vaters gespeist wird. Ganz besonders anrührend ist die Szene seiner Todesstunde.

Und findet der Sohn nicht sogar bei sich Eigenschaften, die er unbewusst vom Vater übernommen hat?

Die Mutter lebt wieder in Griechenland, wohin es Andres Schäfer ebenfalls zieht. Hier in der Stille einsamer Wanderungen und Erkundungen der Natur kann er sich ganz seinen Gedanken überlassen.
Nachdenklich, einfühlsam und voller realitätsnaher Bilder sind seine Schilderungen.

Was für eine schöne, poetische und von weisen Erkenntnissen geprägte beglückende Erzählung!
Man kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.

Andras Schäfer
Die Schuhe meines Vaters
192 Seiten, gebunden
DuMont Buchverlag, Juli 2022
ISBN-10: 3832181962
ISBN-13: 978-3832181963
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Susanne Abel: Was ich nie gesagt habe

Susanne Abel: Was ich nie gesagt habe

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In dem vorliegenden Roman von Susanne Abel geht es um die Familie Monderath. Sie ist durch vielfältige Verstrickungen eine wahre Schicksalsfamilie!

Das Paar Gretchen und Konrad sind die Hauptakteure.
Gretchen war mit Konrad Monderath verheiratet. Im Jahr 2016 ist er schon lange tot, und sie ist alt und dement. Tom, der gemeinsame Sohn, ist 47 Jahre alt. Er lebt und liebt in Köln, wo er eines Tages Besuch von einem Halbbruder erhält. Er wusste nicht, dass es ihn gibt, hat das aber durch Recherchen herausgefunden. Henk van Dong ist Holländer. Er sieht ihm ähnlich wie ein Zwilling, was zu allerlei Vermutungen im näheren Bekanntenkreis von Tom führt.

Die Autorin lässt die Brüder auf Spurensuche nach dem Vater der beiden gehen.
Nun beginnt in zwei Zeitabschnitten einmal die Geschichte von Tom 2016, und die Geschichte Konrads vom Kind bis zum Soldaten im Zweiten Weltkrieg von 1933-1943.

In dem Roman wird Vergangenheits-und Gegenwartsgeschichte verarbeitet.
1933 beginnt Hitlers Herrschaft mit all’ den Folgen, die jene Jahre prägten: Naziideologie, Judenhass und Verfolgung, Ermordung und Eliminierung Behinderter. Nicht zuletzt folgt der Zweite Weltkrieg. Die Schwester von Konrad, ein mongoloides Mädchen, fällt dem Vernichtungswahn zum Opfer, und Franz, der ältere Bruder von Konrad, fällt 1942 im Krieg.
Konrad wird nach Militärzeit und Gefangenschaft Arzt und findet in Gretchen seine große Liebe. Letztere hat ein verborgenes Geheimnis, dass ihr Leben begleitet und beschwert.

Charaktere unterschiedlicher Mentalität und Geisteshaltung finden sich in den Figuren der Protagonisten wieder.
Vom Nazi bis zum aufgeklärten Nachkriegskind werden alle Seiten vergangener und gegenwärtiger Zeiten berührt.

Die Spannung steigt nach der Hälfte des Romans, als Kinderwunsch und Unfruchtbarkeit an der Realität zu zerbrechen drohen. Die Ärzte Konrad und ein Onkel verstricken sich in Gesetz und Ärzteordnung.

Worum also geht es in diesem Roman?
Ein wenig schleicht sich der Eindruck ein, dass hier die großen Fragen der Menschheitsgeschichte in einen Roman gepackt wurden: Liebe, Betrug, Trauer, Kinderwunsch und Verleugnung, politische Gegensätze und Krieg. Es wird gut erzählt und viel gesprochen. Man kann der Autorin eine fantasiereiche Fabulierkunst nicht absprechen. Die zahlreichen Erzählstränge lassen den Leser*in nicht los, so dass man gebannt dem Suchen nach der Wahrheit folgt.

Der Schreibstil ist schlicht und mit zahlreichen Kraftausdrücken bestückt.
Alles in Allem kann man von einem unterhaltsamen und im Aufbau durchaus spannenden Familienepos sprechen, das sicher viele Liebhaber der leichten Literatur erfreuen wird.

Susanne Abel
Was ich nie gesagt habe
dtv Verlagsgesellschaft, Juni 2022
560 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3423290234
ISBN-13: 978-3423290234
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Jessica Durlacher: Die Stimme

Jessica Durlacher: Die Stimme

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Zelda und Bor heiraten in einem Augenblick höchster Gefahr. Sie werden von einem Rabbi in New York getraut, nachdem sie schon zehn Jahre lang mit nach und nach drei Kindern eine Familie gegründet hatten.
Just im Moment der Heirat passiert in den Twin Towers in New York das schreckliche Attentat vom 9. September.
Der apokalyptische Vorfall in NY ist der Auftakt zu einer dramatischen Beziehungsgeschichte zwischen einer jüdischen Familie und dem Islam.
Bor und Zelda flüchten aus der Nähe der brennenden Türme und retten sich und die Kinder.
Dann sind sie zurück in den Niederlanden. Hier arbeitet Zelda als Psychoanalytikerin; Bor ist ein angesehener Anwalt.

Jessica Durlacher führt uns langsam in das Leben ihrer Protagonisten ein.
Die Ehe von Bor und Zelda ist glücklich. Auch die Kinder nehmen ihren besonderen Platz in der Geschichte ein. Es ist eine gebildete, begüterte Familie, die im Fokus des Romans steht.

Zelda, die Icherzählerin, hatte schon einen ersten geliebten Ehemann, mit dem sie den Sohn Philip hat. Nach dessen frühem Tod hat Bor sie still und selbstverständlich umsorgt, bis sie schon bald zusammengezogen sind.

Nach einiger Zeit kamen Sam und Pol auf die Welt. Das Au Pair- Mädchen Ania verlässt die Familie, und Zelda sucht dringend eine neue Hilfe. Sie lernt eine Somalierin kennen, die, malerisch nach islamischer Sitte gekleidet, schön und exotisch anzusehen ist. Sie ist aus einer strengen Familie und vor einem prügelnden Ehemann als Flüchtling in die Niederlande gekommen. Zelda nimmt sie als Kindermädchen in ihre Familie auf.
Schon bald zeigt sich, dass sie eine sehr schöne Stimme hat.

Zelda ist mit der Erziehung ihrer Kinder sehr beschäftigt. Besonders Phil mit seinen heftigen Wutanfällen bringt sie in Unruhe. Wie soll sie damit umgehen? Wie macht sie alles richtig?
Der Beruf als Psychoanalytikerin lässt sie manches wahrnehmen, was andere vielleicht noch nicht sehen.
Wir erleben ein Geschehen, das voller innerer Spannungen und tiefgründigen Reflexionen steckt.

Neben der alltäglichen Familienroutine beginnt eine spannende Entwicklung. Amal wird zur Teilnahme eines Gesangswettbewerbs angenommen.
Sie wird eine berühmte Sängerin und zugleich Verfechterin für Freiheit und Gleichberechtigung der Frauen im Islam. Ihre Aktivitäten, ja fast Provokationen, führen zu Verfolgung und Feindschaft seitens islamischer Fanatiker. Damit bringt sie auch ihre Gastfamilie in große Gefahr.

Jessica Durlacher schreibt zügig und integer. Sie steigert ihre Erzählung zu immer neuen dramatischen Ereignissen, die den Leser total in Bann schlagen. In beispielloser Weise bringt sie die Verflechtungen der jeweiligen Ereignisse in einen Zusammenhang. Spannungen werden aufgebaut und Lösungen angedeutet. Zeldas Reflexionen zeugen vom tiefenpsychologischen Wissen der Autorin.

In den Roman ist viel hineingepackt: Islam und Judentum, Verlässlichkeit, Liebe, Engagement, Geheimdienste, Verfolgung und nicht zuletzt Mord und Betrug.
Die hier beschriebene zerrissene Welt ist glaubwürdig und die Dichte des Romans mitreißend.

Jessica Durlacher lebt mit ihrem Mann Leon de Winter und ihren Kindern in den Niederlanden.

Jessica Durlacher
Die Stimme
Diogenes, Mai 2022
544 Seiten, gebunden
ISBN-10: 325707185X
ISBN-13: 978-3257071856
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Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses

Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses

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Mit schmissigen Sätzen beginnt Florian Illies seine Geschichte über Menschen, die Ende der zwanziger Jahre das Leben in Kunst, Musik, Malerei und Dichtung zum Ausklang der Weimarer Republik prägten.

Wer das Berlin der zwanziger Jahre kennt, der fühlt sich sofort hineingezogen in diese Zeit, in der man fast wie auf dem Vulkan tanzte, feierte und trank. Theater, Musik und Varieté waren Zentren der Begegnung.
Viele Namen tauchen auf, und fast alle werden dem belesenen Publikum bekannt ein.
Walter Benjamin, Brecht, Weil, Werfel, Gropius, Klaus und Erika Mann, Hannah Arendt, Heidegger und Günther Anders, Picasso und Salvatore Dalí. Es sind ihrer so viele, dass man sie hier nicht alle aufzählen kann. Die Kunst von Florian Illies besteht darin, dass er eine kleine Charakteristik an die andere reiht und mit leichter Feder durch die Zeiten und Jahre eilt.

Nie habe ich alle die bekannten Namen der Maler, Dichter, Schauspieler und einschlägigen Künstler auf so engem Raum beieinander gefunden. Neben den Fertigkeiten, die diese Männer und Frauen auszeichneten, spielen natürlich Beziehungen untereinander eine herausragende Rolle.
Man gewinnt schnell den Eindruck, dass hier zwischen den Geschlechtern Sodom und Gomorra herrschte. Unglaublich, mit welcher Kraft und Ausdauer Ehen geschlossen oder geschieden wurden. Als ein Beispiel sei hier die Ehe von Erika Mann und Gründgens genannt.
Homosexuelle und heterosexuelle Beziehungen wechselten schnell die Seiten, zuweilen waren Männer und Frauen beides.

Wie der Autor alle die Einzelheiten dieser Beziehungen zusammentragen konnte, ist ein Rätsel. Wer weiß schon so genau, wer da mit wem in Liebe oder Ehe verbunden war? Es war eine Zeit des Aufbruchs und der weiblichen Emanzipation, die man hier kennenlernen kann.
Die Schilderungen sind vorurteilsfrei und umfassend.

Illies kann mit leichter Feder eine Zeit heraufbeschwören, die uns sehr fern und doch so nah zu sein scheint. Nie hat man wohl auf so engem Raum beschrieben, wie die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen die Menschen in einen Rausch von Liebe, Sex und Drogen getrieben hat.

Figuren mit bekannten Namen in der Kunst, Dichtung, im Theater und in der Malerei, nicht zu vergessen im Film, schienen im Drogenrausch ihren Halt zu verlieren. Marlene Dietrich, die Fitzgeralds, Klaus und Erika Mann: sie alle haben im Drogenrausch die Zeit vergessen. Die französische Riviera, Treffpunkt von mehr oder weniger allen, die Rang und Namen in diesen Szenen hatten, bietet mit ihrem „savoir vivre“ den Ort persönlicher Begegnungen, der das ausschweifende Leben ermöglichte. Berlin und Paris gehörten ebenso dazu, denn auch Simone de Beauvoir und Sartre dürfen in diesem Reigen nicht fehlen. Einige gingen schon bald nach Amerika. Die USA boten Zuflucht für jene, die dem Naziregime entkommen wollten. Zahlreiche Juden von Adorno bis Hannah Arendt, dem Verlegerehepaar Wolff oder die (nicht primär jüdische) Familie Mann waren auf der Flucht aus Nazideutschland unterwegs.

Insgesamt kann man sagen: „who is who“ in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts findet man in diesem Buch wieder!
Es war eine künstlerisch reiche Epoche mit morbidem Lebenswandel der Protagonisten.
Wer sich dafür interessiert, findet wirklich alle Berühmtheiten wieder.

Florian Illies weiß wohl zu schreiben!

Florian Illies
Liebe in Zeiten des Hasses
S. FISCHER, 5. Auflage, 27. Oktober 2021
432 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3103970730
ISBN-13: 978-3103970739
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Tania Blixen: Babettes Gastmahl

Tania Blixen: Babettes Gastmahl

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In einer wunderschönen kurzen Erzählung werden wir in das Leben zweier Schwestern hoch im Norden Norwegens eingeweiht.
Sie sind die Töchter eines Probstes, der seine Anhänger streng um sich schart.
Die Geschichte spielt in den Jahren 1871-1885.

Die beiden Töchter des Probstes sind hübsch, fromm und liebenswert. Zweimal fanden sich sehnsuchtsvolle Bewerber aus fernen Ländern, die aber nicht ankamen bei den beiden schönen Damen.
Wie es zu dem Hausmädchen Babette kam, und wie es zu einem Gastmahl kam, das wird uns in zauberhaften Worten erzählt.

Es geht um die Einsamkeit der Natur, um die Abgeschiedenheit von allem urbanen Leben; es geht auch um den Kontrast pietistischer Lebensformen gegenüber der bunten Adelswelt in Paris und Schweden.

Babette ist eine herausragende Köchin, die in Paris ein Edelrestaurant zu Ehren und Ruhm gebracht hat. Ihr Mann und Sohn kamen bei Aufständen in Frankreich 1871 ums Leben. Sie selber wurde als Aufrührerin verfolgt und floh mit einer Empfehlung des verflossenen Heiratsanwärters eines der Mädchen in das abgeschiedene Fleckchen Erde Norwegens. Dort hat sie jahrelang die karge Kost der Bewohnerinnen zubereitet. Dann ergab sich eine Gelegenheit, ihre Kochkünste einmal vorzuführen. Denn sie bezeichnet sich als Künstlerin und beklagt den Zustand, wenn ein Künstler nicht sein Bestes geben kann.

Mit dem Aufschrei „Gebt mir die Erlaubnis, gebt mir die Gelegenheit, mein Allerbestes zu liefern“ endet diese bezaubernde Erzählung. Philippa, eine der Schwestern, ist tief berührt.

Die kurzen und präzisen Sätze treffen immer den Kern einer Sache. Es werden nur die wichtigsten Daten genannt; mehr Aufmerksamkeit gilt der Natur in ihrer einmaligen Schönheit. Die klare Luft und die Stille sind einprägsame Momente. Handelnde Personen werden in ebenso kurzen Sätzen ohne viel schmückendes Beiwerk beschrieben und gewinnen doch einen hervorragenden Platz in der Erzählung.

In einem langen Nachtrag gibt Erik Fosnes Hansen eine Interpretation, die dem Leser*in dieses literarische Kleinod noch tiefer verstehen lässt.
Man lasse sich erbauen von dem kleinen Meisterwerk.
Eine sorgfältige Liste mit Anmerkungen gibt dem Werk zusätzlich die seriöse Note, die es verdient.
Auch der Einband ist ein künstlerisches Gebilde. In der Übersetzung von Ulrich Sonnenberg ist das Büchlein im Manesse Verlag 2022 zum ersten Mal auf Deutsch erschienen.
Es eignet sich hervorragend als kleines Geschenk zu besonderem Anlass.Die Dänin Tania Blixen lebte von 1885 bis 1962.

Tania Blixen
Babettes Gastmahl
Manesse Verlag, Februar 2022
120 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3717560018
ISBN-13: 978-3717560012
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