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Autor: hera

Corina Bomann: Der Pfad der roten Träume

Corina Bomann: Der Pfad der roten Träume

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Seit ihr Vater verstorben ist, lebt Lucy als Dienstmädchen bei Reverend McCallahan. Glücklich ist sie hier nicht. Abwechslung bringen die Besuche des Reverends bei Mrs Burnett im Waisenhaus. Lucy darf mit und nutzt die Gelegenheit ihre Freundin Anne zu sehen, die hier lebt. Die beiden träumen davon, England zu verlassen und nach Australien zu gehen.

Als der Reverend stirbt, muss Lucy das Haus verlassen. Sie geht jedoch nicht, ohne die Geldvorräte an sich zu nehmen. Schließlich hat sie nie eine Bezahlung für ihre Arbeit erhalten.
Sie schleicht sich in der Nacht zum Waisenhaus, um Anne zu holen. Ihr Ziel ist klar. Die beiden schaffen es, sich Fahrkarten für die „Great Britain“ zu kaufen. Sechs Wochen dauert die Schiffsreise von Bristol nach Perth im Westen Australiens. Die Mädchen erfahren von einer Mission am Stadtrand, die Schwester Margaret leitet. Die beiden dürfen bleiben, um zu arbeiten. Lucy und Anne scheinen es geschafft zu haben. Doch Ruhe haben die beiden hier nicht. Lucy legt sich mit Harrisons Leuten an. Die wollen die Aborigines vertreiben, was Lucy nicht dulden kann. Harrison macht die Aborigines sogar für die vielen Fälle von Typhus verantwortlich. Auch Anne erkrankt daran und stirbt. Lucy verlässt die Mission, um weiter im Landesinneren auf einer Farm unterzukommen. Mr Callaway hat Lucy eingeladen, weil sie ihm einst nach einer Schießerei mit den Handlanger Harrisons, geholfen hat. Er hat einen Sohn, den Lucy ausgesprochen gerne mag.

Lucy ist ein mutiges, bewundernswertes, junges Mädchen. Sie kämpft für ihre Ziele ohne allzu viel Rücksicht auf sich selbst zu nehmen. So setzt sie sich für die Aborigines ein und riskiert dabei ein ums andere Mal ihr Leben.
Es ist ein Auswanderer-Schicksal von vielen, aber bezeichnend dafür. Im Blickpunkt steht auch der grausame Umgang mit den Aborigines. Die Autorin präsentiert hierzu in einem Nachwort geschichtliche Details und Hintergrundwissen zur Geschichte, die im Jahre 1875 beginnt.
Der Text liest sich flüssig. Manchmal zu sehr. Man hat doch hin und wieder den Eindruck, das Geschehen im Zeitraffer-Tempo zu erleben. Lucys Gefühle und die Beweggründe für ihr Handeln werden zu wenig deutlich gemacht. Man hätte gerne 100 Seiten mehr gelesen.
Die Geschichte ist lesenswert, auch weil sie so stimmungsvoll ist. Man wird wirklich gut unterhalten und lernt auch etwas dabei. Es ist ein historischer Roman, den man auch Erwachsenen empfehlen kann.

Rezension von Heike Rau

Corina Bomann
Der Pfad der roten Träume
320 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter
ISBN-10: 3800054981
ISBN-13: 978-3800054985

Gerhard Staguhn: Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird

Gerhard Staguhn: Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird

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Das Universum gibt uns unendlich viele Rätsel auf. Es ist ein breites Betätigungsfeld für Wissenschaftler. Unermüdlich wird geforscht. Das führt zu neuen Erkenntnissen. Diese sind nicht immer gesichert. Manches ist Theorie. Der Autor stellt in seinem Buch dar, was wir gegenwärtig über das Universum wissen oder vermuten. Wobei hier besonders die Erkenntnisse aus den letzten zehn Jahren zugrunde gelegt sind.

Zur Einstimmung auf das Thema gibt es erst einmal einige Fotos. Zum Beispiel vom Hubble-Weltraumteleskop. Dieses wird auch gleich im Anschluss beschrieben, wobei natürlich auch andere, auf der Erde installierte „Himmelsspäher“ in Augenschein genommen werden. Es wird erklärt, was diese uns an Informationen liefern und welche Schlüsse man aus den ausgewerteten Daten gezogen hat. Natürlich wird auch ein Blick in die Zukunft gewagt. Die Teleskope werden immer weiter entwickelt und man erhofft sich daraus neue aufschlussreiche Erkenntnisse.

„Das Neueste vom Universum“ ist der Titel des Buches. So liest man, was man jetzt über ferne Galaxien, über den Prozess der Sternentstehung und das Sterben der Sterne weiß. Man liest von braunen Zwergen, von extrasolaren Planeten, von Kometen und Asteroiden, von unserer Sonne, dem Mars und den Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auch das Neueste von Pluto und vom Mond kann man in Erfahrung bringen. Zum guten Schluss wird der augenblickliche Stand der Kosmologie noch einmal zusammengefasst.

Wir haben es hier mit einem Thema zu tun, das ausgesprochen spannend ist. Aber es ist, und das liegt in der Natur der Sache, auch sehr verwirrend und kompliziert ist. Dazu kommt, das sehr viele Fragen noch offen sind.
Dem Autor ist es aber gelungen, sich dem Thema in sehr gut verständlicher Sprache zu widmen. Das Buch ist für ab 12-jährige geschrieben und auch für diese Zielgruppe ist es gut zu verstehen. Man kann sich also auch als Laie an diesen sonst so schwer zu verstehenden Stoff heranwagen, ob es nun um die Urknall-Theorie geht oder Entstehung von Galaxien. Was man schon lange weiß, wird verbunden mit neuen Erkenntnissen.
Der Autor bedient sich einer sehr bildhaften Sprache, arbeitet oft auch mit Vergleichen, um sich verständlich zu machen. So kann man sich eine bestimmte Vorstellung zu unserem Universum machen.
Es ist, als erlebe man beim Lesen ein Abenteuer.

Rezension von Heike Rau

Gerhard Staguhn
Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird
189 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446234233
ISBN-13: 978-3446234239

Jeff Strand: Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich

Jeff Strand: Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich

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Andrew Mayhem braucht dringend Geld. Also macht er den Job. Er gibt die Kinder bei seinem Kumpel Roger ab und legt sich mit der Kamera auf die Lauer. Von einem Baumhaus aus hat er den besten Blick ins Schlafzimmer und kann das Stelldichein filmen, das beweisen soll, das Mr. Ballard fremdgeht. Alles läuft bestens, bis er von drei Typen aus der Nachbarschaft erwischt wird. Die zerstören seine Kamera und Prügel muss Andrew auch noch einstecken. Für den Job wird er kein Geld bekommen.
Als Andrew und Roger in einem Café die Zeit totschlagen, werden die beiden von einer Fremden angesprochen. Sie sucht, natürlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit, Grabräuber. Ihr verstorbener Mann hat einen Schlüssel mit ins Grab genommen, den sie aber dringend braucht. Eigentlich müsste man so etwas ablehnen, aber das Geld lockt.
Bei Nacht und Nebel machen Andrew und Roger sich auf den Weg. Der zwar unangenehme, aber doch recht leichte Job, erweist sich unerwartet als Albtraum. Der Tote im Sarg ist nämlich gar nicht tot, später dann aber doch. Es wird eine Kettenreaktion ausgelöst, die sich die Grabräuber nie hätten träumen lassen. Die beiden geraten ins Fadenkreuz eines Serienkillers, der ein übles Spiel auf Leben und Tod mit ihnen treibt.

Der Titel macht unglaublich neugierig, also greift man zu diesem Buch. Der Anfang ist auch gleich wirklich gut. Andrew Mayhem ist ein Draufgänger, der immer einen dämlichen Spruch drauf hat und trotzdem muss man ihn einfach lieben. Der Anfang des Buches ist also dementsprechend humorvoll gehalten. Doch das schlägt bald um, als Andrew den Serienkiller auf dem Hals hat und auch seine Familie, allen voran die Kinder, massiv bedroht werden. Musste man anfangs noch über die Szenerie schmunzeln, vergeht einem dies immer mehr. Man muss sich auf blutige Gemetzel und grausige Folterszenen gefasst machen. Grenzen werden überschritten. Das ist eine sehr schaurige Art der Unterhaltung, eine Mischung aus abgedrehtem Horror und spannungsgeladenem Thriller, die für Gänsehaut sorgt. Da entwickelt sich die Hauptperson natürlich mit. Aus dem Angeber mit fraglichen Gelegenheitsjobs entwickelt sich ein knallharter Actionheld.

Rezension von Heike Rau

Jeff Strand
Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich
254 Seiten, gebunden
Otherworld Verlag
ISBN-10: 3800095084
ISBN-13: 978-3800095087

Alai: Ferne Quellen

Alai: Ferne Quellen

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Der kleine Junge geht gern zu Gongba dem Pferdehirten. Genau wie er möchte er gerne allein in den Bergen leben. Doch Gongba ist dazu gezwungen. Sein Gesicht ist entstellt. Gongba träumt davon, zu den heißen Quellen zu reisen. Sie versprechen Heilung. Der Junge hört die Geschichten über die Quellen, die im Grasland jenseits der Berge liegen und sein Fernweh bekommt ein Ziel. Dort bei den heißen Quellen könnte er seine Schüchternheit ablegen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Wer weiß, ob der Junge es unter diesen Umständen jemals zu den Quellen schafft.
Der Junge besucht die Grundschule und träumt davon, das rote Halstuch der Pioniere tragen zu dürfen. Darum zu bitten, wagt er jedoch nicht. Ein Versuch vor den Augen des Leiters der Arbeitsgruppe scheitert kläglich.
Als der Pferdehirte stirbt, werden die Pferde abtransportiert. Sie sollen fortan den sozialistischen Aufbau unterstützen und Äcker pflügen. Der Junge versteht, auch er muss fort, genau wie die Pferde.
Zehn Jahre später arbeitet er als Fotograf und füllt die Propagandaschaukästen mit Bildmaterial über den Wandel der Zeit und den damit verbundenen gesellschaftlichen Fortschritt. Es ist eine Arbeit mit künstlerischem Anspruch.
Von den Quellen träumt er immer noch. Sie sind nun nicht mehr unerreichbar. Doch ob Traum und Wirklichkeit zusammenpassen, muss sich erst noch zeigen.

Die fernen Quellen stehen als Sinnbild für den Traum von einem freien Leben. Denn dieses wurde den Menschen genommen. Traditionen können nicht mehr gelebt werden. Das Dorf ist nun eine Volkskommune.
Erzählt wird ein Stück einer Lebensgeschichte, das sehr traurig anklingt. Der Junge scheint seine Einsamkeit nicht loswerden zu können, auch als Erwachsener nicht. Das zeigt, dass man die Vergangenheit nicht einfach abstreifen kann. Von dem Kind, das man einst war, geht nichts verloren, auch wenn man sich weiterentwickelt. Allerdings ist diese Entwicklung nun mehr nur noch in streng gezogenen Grenzen möglich. Einen dementsprechenden schwermütigen Eindruck macht die Atmosphäre, die im Buch herrscht.
Das Buch gibt viel Stoff zum Nachdenken her. Viele Fragen bleiben offen. Man hat das Gefühl, ein sehr persönlich wirkendes Buch in den Händen zu halten. Einmal, im Verlauf der Geschichte, wird die Hauptperson dann auch mit Alai angesprochen.
Dennoch wirken die Charaktere etwas oberflächlich dargestellt. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne Höhen und Tiefen. Nichts ist so recht greifbar.
Der Autor sorgt dafür, dass man sich keine Illusionen macht. So manche Suche nach dem Glück dauert eben ewig.

Rezension von Heike Rau

Alai
Ferne Quellen
Aus dem Chinesischen von Marc Hermann
153 Seiten, gebunden
Unionsverlag
ISBN-10: 3293004059
ISBN-13: 978-3293004054

Roland Mörchen: Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum

Roland Mörchen: Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum

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Lisa, Benni und Jens aus der 5. Klasse unterhalten sich auf dem Nachhauseweg von ihrer Schule über die Hausaufgabe. Die drei sollen zusammen ein Referat über Museen halten. Jens ist gar nicht begeistert. Lisa dagegen findet das Thema gut. Sie weiß, dass es viel Arten von Museen gibt. Benni schlägt vor, das Naturhistorische Museum zu besuchen.

Am Nachmittag treffen sich die Kinder dann vor dem Museum. Lisa besorgt noch schnell einen Museumsführer, dann geht es auch schon los mit dem Rundgang. Es gibt viel zum Staunen. Benni ist fasziniert von dem Skelett eines Dinosauriers. Er meint, der Dino würde ihn direkt ansehen. Das finden Lisa und Jens lustig. Sie machen Benni noch zusätzlich Angst. Der Junge will nur noch weg. Da reißt er ein Hinweisschild um und weckt damit die Aufmerksamkeit einer Aufsichtsperson. Die Kinder versprechen, sich fortan ruhig zu verhalten.

Das „Kein Durchgang“-Schild steht nun wieder auf seinem Platz. Dahinter ist ein Vorhang, der das Interesse von Jens weckt. Hier wird eine neue Ausstellung vorbereitet. Jens wird entdeckt und erzählt von ihrer Hausaufgage. Von einer Restauratorin erhalten die drei Kinder nun Informationen aus erster Hand. Damit sollte das Referat wirklich gut werden.

Die kleine Geschichte, die viele Sachinformationen über Museen enthält, findet man im Buch in deutscher und englischer Sprache, immer auf einer Doppelseite gegenübergestellt und in gut überschaubare Absätze unterteilt. Die Geschichte ist für Kinder interessant gemacht. Es wird gezeigt, wie spannend ein Besuch im Museum sein kann.

Zum Lernen einer Fremdsprache, hier Englisch, ist das Buch ideal. Kinder lernen themenbezogen neue Wörter und Ausdrucksweisen hinzu. Das Textverständnis wird durch die Übersetzung und die vielen Illustrationen sehr erleichtert. Das Buch kann im Familienumfeld und in der Schule genutzt werden. Kinder sehen, wie eine Fremdsprache in der Realität angewandt wird. Denn auch Umgangssprache kommt in den Texten zum Ausdruck.

Zusätzlich dazu gibt es am Ende des Buches weitere Informationen über Museen, eine Bildtafel und eine Wörterliste. So kann man das Buch zum Beispiel gut für eine Lesestunde in der Schule nutzen oder auch für einen Projekttag, verbunden mit einem Museumsbesuch.

Rezension von Heike Rau

Roland Mörchen
Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum
Deutsch / Englisch
Illustrationen von Katja Kiefer
40 Seiten, gebunden
Georg Olms Verlag
ISBN-10: 3487088320
ISBN-13: 978-3487088327

Chuck Williams: Schnelle Kuchen & Cookies

Chuck Williams: Schnelle Kuchen & Cookies

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Kuchen zu backen, ist meist eine aufwändige Sache. Das muss aber nicht sein. Im vorliegenden Buch findet man Rezepte, die man ohne großen Aufwand nachvollziehen kann.

Das Buch hat drei Kapitel. Im ersten findet man Gebäck, das in 30 Minuten fertig ist. Dazu gehören die „Butter-Nuss-Kekse“ und die „Himbeer-Zitronen-Muffins.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit Gebäck, das in 15 Minuten vorbereitet werden kann. Hier kommt dann also noch die Backzeit hinzu, die man ja aber anderweitig nutzen kann. An Rezepten findet man hier „Heidelbeerauflauf“, „Herzhaftes Maisbrot“ oder „Spinat-Feta-Strudel“, den man auch mal gut zum Mittag- oder Abendessen machen kann.
Das dritte Kapitel heißt „Auf Vorrat“. Hier geht es darum, ganze Kuchen oder den Teig vorzubereiten und im Kühl- oder Gefrierschrank aufzubewahren, bis man diesen braucht. So kann man beispielsweise den Teig für die „Erdbeer-Käsesahne-Torte“, wenn man Zeit hat, vorbereiten. Diesen Teig kann man aber auch für eine „Zitronentarte“ oder die „Schoko-Himbeer-Törtchen“ verwenden.

Geübte Hobbybäcker schaffen es sicher, die Zeitrahmen einzuhalten. Anfänger sollten allerdings schon etwas mehr Zeit einplanen.
Wenn man die im Anhang beschriebenen Grundzutaten vorrätig hat, lässt sich eigentlich immer ein leckerer Kuchen backen. Wenn man schon Teig im Kühl- oder Gefrierschrank hat sowieso.
Das Buch ist gut strukturiert. Immer eine Doppelseite gehört zu einem Rezept. An den Seiten findet man die Backanleitung und gegenüber zusätzliche Tipps zum Rezept wie etwa Vorschläge zu Variationen. Dass das Bild in der Mitte liegt, gefällt weniger, weil es von der Buchmitte zerteilt wird. Das zerstört oftmals die Wirkung der sonst sehr gelungenen Fotos.
Sehr hilfreich, gerade für Anfänger oder Ungeübte, ist der Serviceteil hinten im Buch. Hier findet man Allgemeines zum Backen, welche Arbeitsgeräte man braucht und was man auf Vorrat kaufen sollte. Auch einige Arbeitstechniken werden hier noch einmal erklärt.

Fazit: Ein tolles Backbuch für alle, die wenig Zeit haben, aber trotzdem nicht auf selbstgebackenen Kuchen und Kekse verzichten wollen.

Rezension von Heike Rau

Chuck Williams (Hrsg.): Schnelle Kuchen & Cookies
Reihe: After Work Cooking
111 Seiten, gebunden
Egmont Vgs Verlag
ISBN-10: 3802536797
ISBN-13: 978-3802536793

Matthew Skelton: Cirrus Flux – Der Junge, den es nicht gab

Matthew Skelton: Cirrus Flux – Der Junge, den es nicht gab

London im Jahre 1783.
Cirrus ist ein Waisenjunge. Er ist bereits zwölf. Deswegen wird es Zeit für ihn, in die Lehre zu gehen. Madam Orrery von der Akademie der Wissenschaften interessiert sich für den Jungen. Doch an die berühmte Hypnotiseurin will der Heimvorstehen Mr Chalfont den Jungen nicht abgeben. Das Mädchen Pandora geht an seiner Stelle.
Ihr entgeht nicht, dass Madam Orrery nach wie vor Pläne schmiedet, um Cirrus doch noch zu sich holen zu können. Als die Hypnotiseurin noch einmal das Heim aufsucht, folgt Pandora ihr. Sie beobachtet, wie Mr Chalfont hypnotisiert wird. Sie erfährt, dass Madam Orrery nach einer Kugel sucht, die sie jedoch nicht finden kann. Sie muss wohl Cirrus fragen. Pandora beschließt, den Jungen zu warnen. Sie sucht ihn im Schlafsaal auf und erzählt im von der Kugel, seinem Erkennungszeichen. Für jedes Findelkind gibt es ein solches, das Vater oder Mutter bei der Abgabe ihres Kindes zurückgelassen haben. Das war bei Cirrus offenbar sein Vater.
Viel mehr können die Kinder nicht besprechen, denn Madam Orrery ist ihnen schon auf der Spur. Pandora wird schließlich erwischt. Cirrus geht auf Spurensuche und wird im Arbeitszimmer von Mr Chalfont fündig. Er entdeckt in den Unterlagen, dass er tatsächlich einen Vater hatte. Er findet auch die mysteriöse Kugel und betrachtet die Umrisse ferner Länder und Kontinente, die auf dem kleinen Globus eingraviert sind. Dann muss er sich ein weiteres Mal verstecken. So belauscht er ein Gespräch zwischen Mr Chalfont und dem Mann aus Black Mary’s Hole, der ihn schon einmal in Angst und Schrecken versetzt hat. Alle möglichen Leute suchen offenbar nach Cirrus. Er hat keine Wahl und muss fliehen.

Das Buch lässt sich ausgesprochen gut lesen. Die Geschichte ist gut ausgedacht und überaus spannend gemacht. Die Hauptperson Cirrus Flux wächst einem sofort ans Herz.
Es gibt mehrere Handlungsstränge. Zum einen wird das Geschehen um Cirrus verfolgt. Dem Leser wird aber noch mehr offenbart. Dabei gibt es viele Zeitsprünge, so dass dem Leser auch längst Vergangenem offenbart wird, das Cirrus also nicht wissen kann, aber das dennoch für ihn eine Rolle spielt. Dass die Geschichte von mehreren Seiten verfolgt wird, gefällt gut.
Es gibt eine Vielzahl von Akteuren im Buch, die die Handlung bestimmen. Diese Charaktere begeistern, weil sie so einzigartig sind. Es sind liebenswerte Personen darunter wie die Heimköchin Mrs Kickshaw, aber auch üble Bösewichte wie die Hypnotiseurin Madam Orrery oder der Elektrifizierungskünstler Mr Leechcraft.
Das ganze spielt vor einer sehr lebendigen Kulisse, dem London des Jahres 1783. Die Schauplätze, einige davon äußerst unheimlich, wechseln, was für zusätzliche Unterhaltung sorgt.
Einziger Kritikpunkt dürfte der Schluss sein. Hier hätte man mehr erwartet. So geht die Geschichte viel zu schnell zu Ende.

Rezension von Heike Rau

Matthew Skelton
Cirrus Flux
Der Junge, den es nicht gab
326 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Hanser Verlag
ISBN-10: 3446233865
ISBN-13: 978-3446233867
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Jeremy Page: Tagebuch eines ungelebten Lebens

Jeremy Page: Tagebuch eines ungelebten Lebens

Für Guy hat das Leben keinen Sinn mehr. Sein kleine Tochter lebt nicht mehr. Daraufhin haben seine Frau und er sich getrennt. Guy hat sich zurückgezogen auf sein Boot, ein altes holländisches Frachtschiff. In dieser Einsamkeit setzt er das Familienleben in einem Tagebuch fort. Jeden Tag schreibt er, als wäre seine Tochter noch am Leben und seine Frau bei ihm. Doch nicht nur er sucht auf dem Wasser Ruhe, Geborgenheit und Schutz. So lernt er Marta und ihre erwachsene Tochter kennen. Ihre Probleme beginnt er, an sich heran zu lassen. Er muss dafür ein Stück weit seine Traumwelt verlassen und in die Realität finden.
Das hat Folgen. Die Tagebuchwelt verändert sich, beginnt ein Eigenleben. Der Ton ändert sich. Die kleine Familie bekommt Probleme. Guy fühlt sich bald weder in seinen Gedanken, noch in der Realität wohl. Der Druck wird so groß, dass er bald keinen Ausweg mehr weiß.

Es ist beängstigend zu sehen, wie Guy in einer Trauerphase versinkt, die nicht enden will. Traum und Wirklichkeit vermischen sich. Nur so ist das Leben überhaupt noch auszuhalten. Oder auch nicht. Man macht sich Sorgen um Guy, der immer wieder mit lebensgefährlichen Aktionen den Tod herausfordert.
Die Atmosphäre im Buch, von Trauer und Trostlosigkeit getragen, dürfte so manchen Leser überfordern.
Der Autor findet Worte für ein Schicksal, das beeindruckt und zu Herzen geht. Gefühle werden nachvollziehbar deutlich. Gefühle, die man eigentlich niemals spüren will.
So gut das Buch auch geschrieben ist, es macht unendlich traurig. Am Ende möchte man einen Stift zur Hand nehmen und fortsetzten, was offen endet. Man möchte dem Ganzen irgendetwas Positives geben. Aber irgendwie ist alle Hoffnung dahin.

Rezension von Heike Rau

Jeremy Page
Tagebuch eines ungelebten Lebens
Übersetzt von Andreas Gressmann
416 Seiten, gebunden
Mare Verlag
ISBN-10: 3866481136
ISBN-13: 978-3866481138
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Gerd Käfer: Carpaccio – 77 hauchdünne Köstlichkeiten

Gerd Käfer: Carpaccio – 77 hauchdünne Köstlichkeiten

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Ganz fein in Scheiben geschnittenes rohes Rinderfilet mit einer cremeweißen Soße angerichtet, so sah das von Giuseppe Cipriani im Jahre 1950 kreierte Carpaccio aus, das seinem Namen einem venezianischen Renaissance-Maler zu verdanken hat, der gerade in Venedig eine Ausstellung hatte und den Koch dazu inspirierte.

Im Buch findet man Variationen dieser Speise. Insgesamt „77 hauchdünne Köstlichkeiten“ werden zum Nachkochen vorgestellt. Es sind Vorspeisen, Hauptgerichte und fruchtige Desserts. Zunächst erfährt man aber, wie man diese hauchdünnen Scheiben hinbekommt. Die dazu nötigen Küchenutensilien werden vorgestellt. Gezeigt wird dann, mit welchen Zutaten das Carpaccio begleitet werden kann. Dazu gibt grundlegende Tipps zum Anrichten und zu den Beilagen.

Der Klassiker besteht aus hauchdünnen Rindfleischscheibchen. Dieses Rezept kann vielfältig abgewandelt werden, zum Beispiel zu „Kalbszungen-Carpaccio mit marinierten Karotten und Zwiebeln“. Auch Fisch und Meeresfrüchte bieten sich zum Verarbeiten an. Hier kann das „Orangenlachs-Carpaccio mit Olivensauce und Zitronenmelisse“ genannt werden. Vegetarische Gerichte findet man in der Rubrik „Gemüse“. Das „Gurken-Carpaccio mit Dillrahm und frittierter Zucchiniblüte“ gehört dazu. Das letzte Kapitel „Früchte & Käse“ hat ebenfalls überraschende Kreationen zu bieten, darunter ein „Mango-Mozarella-Carpaccio im Radicchioblatt mit Balsamico-Creme.

Die kleinen Speisen sind etwas ganz Besonderes und sicher festlichen Anlässen vorbehalten. Dabei verblüfft so manches einfache Gericht durch die perfekte Präsentation. Nur sorgsam ausgewählte Zutaten kommen in die Auswahl. Qualität ist oberstes Gebot.

Die Rezepte sind recht einfach nachzuvollziehen, besonders dann, wenn man die entsprechenden Küchenutensilien besitzt und die Technik beherrscht. Das Schwierige ist eher das perfekte Anrichten. Aber auch hierzu gibt es Tipps. Wenn man sich nicht auf die eigene Kreativität verlassen will, kann man sich an den sehr gelungenen Fotos orientieren. Die Bilder sind perfekt und sehr dekorativ. Man möchte das Buch am liebsten aufgeschlagen in er Küche liegen lassen.

Fazit: Wer besondere Gaumenfreuden liebt, wer gerne kocht, Gäste verwöhnt und auch Wert auf das perfekte Anrichten legt, wird viel Freude an dem Buch haben.

Rezension von Heike Rau

Gerd Käfer
Carpaccio – 77 hauchdünne Köstlichkeiten
160 Seiten, gebunden
Franckh-Kosmos Verlag
ISBN-10: 3440117456
ISBN-13: 978-3440117453

Joanne Owen: König der Marionetten

Joanne Owen: König der Marionetten

Milena trauert um ihren Vater und auch das ihre Mutter verschwunden ist, kann sie nicht verwinden. Ihr Ziel ist es, das Haus der schönen Träume, das Marionetten-Theater ihres Vaters eines Tages wiederzueröffnen. Milena wohnt bei ihrer Großmutter. Eines Tages kommt ein anderes Marionetten-Theater nach Prag. Milena begegnet dem Meister der Marionetten, einen unheimlich wirkende Mann, der behauptet, sie bald wiederzusehen. Tatsächlich interessiert Milena die Aufführung auf dem Laurenzberg sehr. Ihre Tanten Katerina und Tereza wollen Karten kaufen. Dann können auch Großmutter Baba und Milenas Freund Lukas mit. Doch davon weiß Milena nichts.

Sie nimmt die zwei Karten, die der Meister ihr für die Premiere für die „Legenden der Zukunft“ schickt. Zu diesem Geschenk gehört noch eine Wachspuppe, die aussieht wie Milena selbst. Dass der Meister sie damit manipulieren will, ahnt das Mädchen nicht. Sie kann nicht wissen, dass der unheimliche Mann ein Meister der Manipulation und so etwas wie ein Geisterbeschwörer ist. Am Tag der Premiere verschwindet Milena. Auch sie ist ein Opfer der Marionetten-Meisters geworden, so wie einst ihre Mutter.

Das Buch weckt Aufmerksamkeit durch seine Aufmachung. Die schöne Leinenstruktur des Einbandes und das geheimnisvolle Cover fallen ins Auge. Und auch die Seiten sind mit ganz besonderen Illustrationen und Abbildungen geschmückt. Das vermittelt eine ganz eigenwillige Stimmung, die allerdings nicht ganz Übertragung auf den Text findet. Inhaltlich schon, aber nicht im Schreibstil, zumindest am Anfang.

Die Geschichte ist märchenhaft. Erzählt wird von einem Mädchen mit einer ganz besonderen Vergangenheit, die ihr nun zum Verhängnis werden soll. Milena bekommt es mit einem machthungrigen Mann zu tun, der bereit ist, alles zu tun, um König von Böhmen zu werden.
Alte Legenden werden wieder wach. Sie haben mit Milenas Vergangenheit zu tun. Diese alten Geschichten werden immer wieder zwischen die eigentliche Handlung eingeschoben, die so zu einem großen Ganzen wird.
Die Geschichte begeistert. Wer Märchen und Legenden mag, wird das Buch mit Begeisterung lesen. Das alte Prag dient als Kulisse.
Im Anhang findet man zusätzliche Hintergrundinformationen zu den Legenden und der tschechischen Marionettentradition, Anmerkungen zu den Illustrationen und ein Glossar.

Rezension von Heike Rau

Joanne Owen
König der Marionetten
Aus dem Englischen von Barbara Abedi
224 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Loewe Verlag
ISBN-12: 3785568258
ISBN-13: 978-3785568255
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