Browsed by
Autor: hera

Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser

Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
London im Jahre 1893. Das Portemonnaie, das aus der Manteltasche des eleganten Herrn herausguckt, übt eine magische Anziehungskraft auf Oskar aus. Der junge Taschendieb startet ein gut ausgedachtes Ablenkungsmanöver und stielt das Lederetui. Oskar ist überrascht, dass der Herr offensichtlich schnell den Verlust bemerkt hat, denn er ist sogleich hinter dem Jungen her. Als Oskar sich in Sicherheit glaubt, sieht er nach, was er da an Beute gemacht hat. So viel Geld hat er noch nie auf einem Haufen gesehen. Auf dem Heimweg, wird er geschnappt. Irgendein Pulver wird ihm ins Gesicht geblasen. An einen Lehnstuhl gefesselt, kommt Oskar später wieder zu sich. Ein Gefangener ist er aber nicht. Eliza, die Hausangestellte von Carl Friedrich von Humboldt, bindet ihn los, gibt ihm etwas gegen die Kopfschmerzen und bringt ihn zu ihrem Herrn.
Der Naturforscher und Entdecker macht Oskar ein unschlagbares Angebot. Er möchte, dass der Junge ihn auf einer Reise begleitet. Ziel ist Peru mit der tiefsten Schlucht der Erde. Oskar willigt schließlich ein. Die Fotoplatte, die er zu sehen bekommt, weckt seine Neugier auf das Abenteuer, gilt es doch eine geheimnisvolle, bisher verborgen gebliebene Stadt zu entdecken.
Auch Eliza, die über magische Kräfte verfügt, Humboldts Nichte Charlotte und der kleine Kiwi Wilma begleiten die Expedition.

Die Fotoplatte stammt von Harry Boswell, einem Reporter vom New Yorker Magazin „Global Explorer“. Bevor er verschwunden ist, hat er scheinbar eine ungeheure Entdeckung gemacht. Geblieben sind aber nur die Fotoplatten. Weitere sind in den Besitz seines Chefs Alfons T. Vanderbilt gelangt. Er weiht seinen Redaktionsstab ein. Der zuständige Reporter Max Pepper soll in den peruanischen Anden herausfinden, was Boswell da genau entdeckt hat und vor allem wo. Doch Pepper ist ein Stadtmensch. Er fühlt sich der Sache nicht gewachsen. Ganz anders seine Begleiterin, die Söldnerin Valkrys Stone. Um keinen Preis darf zugelassen werden, dass die Entdeckung der verloren geglaubten Stadt der Inka an Carl Friedrich von Humboldt geht. Für den „Global Explorer“ steht zu viel auf dem Spiel.

Es ist ein wirklich spannendes Buch! Wer abenteuerliche Entdeckungsreisen liebt, kommt voll auf seine Kosten. Hauptperson ist der Taschendieb Oskar. Sein Leben ändert sich komplett, als er sich Carl Friedrich von Humboldt anschließt. Aber es sind alle Charaktere, bis hin zu den Nebenfiguren, gut ausgearbeitet.
Die zwei Entdecker-Teams, die ins Rennen gehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Es entwickelt sich eine rasante Verfolgungsjagd.

Die bildhafte Sprache des Autors gefällt ausgesprochen gut. Die Geschichte wird so perfekt vorstellbar. Man taucht in eine völlig fremde Welt ein. Die Stadt der Regefresser hält viele Überraschungen bereit. Die kleine Enzyklopädie am Ende des Buches offenbart, was der Fantasie des Autors zugrunde liegt. Er lässt Legenden wahr werden und bringt den Leser zum Staunen. Man liest das Buch mit Begeisterung. Solch eine Schmöker sollte man sich nicht entgehen lassen. Mit dem Buch kann man um sich herum alles vergessen, so aufregende ist es. Das ist die perfekte Ablenkung vom Alltag, für alle, die einmal komplett abschalten wollen.

Rezension von Heike Rau

Thomas Thiemeyer
Chroniken der Weltensucher
Die Stadt der Regenfresser
447 Seiten, gebunden, 16,90 Euro
ab 12 Jahren
Loewe Verlag
ISBN-10: 3785565747
ISBN-13: 978-3785565742

Eva Eppard / Martin Lagoda: Das Kochbuch der vergessenen Genüsse

Eva Eppard / Martin Lagoda: Das Kochbuch der vergessenen Genüsse

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Vergessene Genüsse? So einige Lebensmittel sind aus der Mode gekommen. Das hat die Zeit so mit sich gebracht. Man setzt doch heute verstärkt auf industriell Verarbeitetes. Kaum jemand sammelt noch Schlehen, Hagebutten oder Holunderbeeren. Damit entgehen einem aber interessante Geschmackserlebnisse. Die alten Rezepte müssen aber nicht wieder herausgesucht werden. Die Autoren präsentieren moderne Rezepte mit den wiederentdeckten Zutaten.

Los geht es mit „Kräuter, Salate & Gewürze“. Hier findet man „Salat mit Schafgarbe zu Matjesfilets in Vanillesauce“ oder „Fenchelplätzchen“.
Unter „Gemüse, Obst & Hülsenfrüchte“ wird die Steckrübe wiederentdeckt und findet sich in „Zander-Süßholz-Saté mit krossen Steckrübenwürfeln“. Die Schlehen werden zu „Schlehen-Gewürzkompott“ verarbeitet. Interessant ist auch das „Ebereschen-Kürbis-Relish mit Chili und Zimtblüte“
Unter „Eier & Milchprodukte“ hat man zum Beispiel die Wahl zwischen „Kräuteromelett mit Graukäse“ oder „Blutorangen-Dickmilch-Shot mit Zitronenmelisse“.
Unter „Körner, Mehl und Getreide“ findet man „Gerstengratin mit Speck und Zwiebeln“ und auch „Cappuccino vom Grünkern“.
Interessant ist auch das Kapitel „Fleisch, Innereien & Geflügel. Es gehört sicher Mut dazu, den „Salat von Lammhirn mit grünen Mandeln“ zu probieren.

Im Buch kommen also viele vergessene Lebensmittel, und das sind nicht nur Kräuter oder Gemüsesorten, zum Einsatz. Viele der Zutaten kann man direkt in der Natur finden. Auf alt bewährte Rezepte wird aber nicht gesetzt. Die Lebensmittel kommen in neuen, fantasievoll kreierten Rezepten zur Geltung. Es sind ausgesprochen mutige Rezepte dabei.
Mit im Buch ist eine kleine Warenkunde. Hier kann man die verwendeten Lebensmittel ein bisschen näher kennen lernen. Es gibt auch ein Glossar, wo weniger geläufige Zutaten erklärt werden.
Gestaltet ist das Buch sehr übersichtlich. Die Kochanleitungen sind gut überschaubar und auch leicht nachvollziehbar, wenn man Erfahrung hat. Einige Rezepte sind auch gut von Anfängern nachzumachen, zum Beispiel die Salatideen.
Zu vielen Rezepten gibt es Fotos. Die Gestaltung dieser wurde thematisch zum Buch passend ausgewählt.

Fazit: Ein interessantes Kochbuch, dass vergessene Zutaten wieder ins Gedächtnis bringt. Neue Rezepte versprechen Genuss für die, die Außergewöhnliches ausprobieren wollen.

Rezension von Heike Rau

Eva Eppard / Martin Lagoda
Das Kochbuch der vergessenen Genüsse
Moderne Rezepte mit wiederentdeckten Zutaten
160 Seiten, gebunden
Egmont Vgs Verlag
ISBN-10: 3802536835
ISBN-13: 978-3802536830

Isabel Abedi: Lucian

Isabel Abedi: Lucian

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Es ist ein schöner Abend, den Rebecca mit ihrer Mutter Janne und deren Lebensgefährtin Patrizia verbringt. Doch Rebecca hat in der folgenden Nacht einen Albtraum. Sie träumt, zu sterben. Obwohl dann später ihre Mutter an ihr Bett kommt, wollen die unheimlichen Gefühle nicht weichen. Die Panik bleibt, doch das verschweigt Rebecca, so dass Janne sie schließlich wieder alleine lässt. Als Rebecca aus dem Fenster blickt, sieht sie den jungen Mann zum ersten Mal. Diese Szenerie wirkt sehr beunruhigend.

Ihre Freundin Suse bemerkt, dass etwas nicht stimmt und so vertraut Rebecca sich ihr an. Immer wieder begegnet Rebecca dem Fremden. An einem Abend, als sie als Kellnerin arbeitet, rettet er sie vor einem aufdringlichen Gast. Doch es ist Sebastian, der sie nach Hause bringt. Er ist Rebeccas Ex-Freund. Er verbringt die Nacht bei ihr, weil sie in darum bittet.
Es bleibt nicht bei dieser Begegnung mit dem Fremden. Immer wieder erscheint er. Bald spürt Rebecca, wenn er in ihrer Nähe ist. An Suses Geburtstag, Rebecca hat sich zurückgezogen, begegnet sie ihm wieder. Er sagt ihr seinen Namen: Lucian. Er vertraut ihr an, dass er sich den Namen ausgedacht hat. Er hat keine Erinnerung, weiß nicht, wer er ist. Es ist unvorstellbar, was er ihr offenbart und trotzdem glaubt sie ihm. Rebecca merkt nicht, wie die Zeit vergeht.
Dass sie an dem Abend einfach so verschwunden ist, ihre Mutter und ihre Freunde in Angst und Schrecken versetzt hat, hat ein Nachspiel. Rebecca wird verboten, Lucian wiederzusehen. Doch sie kommt von ihm nicht los.

Man würde das Buch, hätte es nicht 550 Seiten, wohl in einem Rutsch durchlesen, so fasziniert ist man von der Geschichte. Lucian ist der Typ, von dem wohl jedes junge Mädchen träumt. Von ihm geht eine Faszination aus, die eigentlich unbeschreiblich ist. Aber der Autorin gelingt es, die wachsende Liebe zwischen Rebecca und Lucian auch dem Leser nahe zu bringen. Dabei werden Gefühle so intensiv und tiefgreifend beschrieben, dass man sie nachvollziehen kann, manchmal sogar spürt. Die Autorin sorgt dafür, dass man sich perfekt in die Figuren hineinversetzen kann, in Rebecca und auch in Lucian, der dennoch nicht das Geheimnisvolle verliert.

Die Geschichte ist nicht nur romantisch, sondern auch rätselhaft und mysteriös und trotzdem kann man sich gut darauf einlassen, wenn man bereit ist, zu glauben.
Zwischen den Zeilen schwingen Traurigkeit und Verzweiflung mit. Man kann sich nicht vorstellen, dass Rebecca und Lucian zusammen glücklich werden können. Und doch hat die Autorin am Ende eine Lösung gefunden, die begeistert, auch weil sie so glaubwürdig ist. Es ist ein traumhaft schönes Buch, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Rezension von Heike Rau

Isabel Abedi
Lucian
553 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
Arena Verlag
ISBN-10: 3401062034
ISBN-13: 978-3401062037

Christine Wilde: Traumwohnungen für meine Meerschweinchen

Christine Wilde: Traumwohnungen für meine Meerschweinchen

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Meerschweinchen sind beliebte Haustiere. Sie sollen natürlich so artgerecht wie möglich gehalten werden. Im Buch geht es im Besonderen um geeignete Meerschweinchengehege. Aber zunächst erfährt man allerlei Wissenswertes rund um die Meerschweinchen und ihre Haltung. Hier werden die Grundbedürfnisse besprochen. Also auch wer Anfänger in der Meerschweinchenhaltung ist oder beabsichtigt sich eine Gruppe dieser beliebten Haustiere anzuschaffen, ist mit dem Buch bestens ausgestattet.

Natürlich sollen die Meerschweinchen gut untergebracht werden. Die Autorin, zeigt, wie ein Gehege aussehen kann und was der Handel bietet. Bei Gehegen aus dem Zoofachhandel, ob nun Käfig oder Vivarium, muss man immer Kompromisse eingehen. Wer Fantasie und ein wenig handwerkliches Geschick hat, kann sich an einem Eigenbau versuchen. Die Autorin beschreibt in ihrem Buch viele Ideen. Damit die Meerschweinchen sich genug Bewegung verschaffen können, wird auch ein Auslauf mit geplant. Bei Platzmangel kommt ein Etagenbau infrage, so gewinnt man dann mehr Raum für den Auslauf. Im Handel werden entsprechende Materialien und mögliche Einrichtungsgegenstände angeboten. Im Buch wird gezeigt, wie man daraus ein Gehege baut und einrichtet.
Auch wenn man die Meerschweinchen regelmäßig in der Wohnung frei laufen lassen will, muss man einiges beachten. Tiere und Einrichtung sollen keinen Schaden nehmen. Ist diese Vorraussetzung erfüllt, kann man sich mit den Meerschweinchen beschäftigen. Die Autorin stellt tolle Spiel-Ideen vor.
Aber nicht nur Gehege für die Wohnung werden vorgestellt, sondern auch für den Garten. Hier spielt natürlich auch die Sicherheit der Meerschweinchen eine Rolle. Die kleine Gruppe muss vor Witterungseinflüssen, aber auch vor anderen Tieren, wie etwa Katzen, geschützt werden. Und natürlich muss eine solche Unterkunft ausbruchsicher sein. So gibt es auch eine Bauanleitung für eine Schutzhütte.

Das Buch gefällt gut. Die Autorin hat selbst Meerschweinchen. Ihre Tierliebe kommt auf jeder Seite zum Ausdruck. Hier muss man auch auf die Fotos verweisen. Die Models sind die Tiere der Autorin. Das gefällt!
Mit den Tipps aus dem Buch kann man ein Meerschweinchengehege so artgerecht wie möglich bauen und einrichten. Dabei sind diese Anleitungen auch für Anfänger geeignet, denn viele Bestandteile des Geheges kann man kaufen, die Fortgeschrittene vielleicht dann selbst bauen wollen. Daneben erfährt man alles Wissenswerte über Meerschweinchen und ihre optimale Versorgung. Sogar ihre Körpersprache wird erklärt. Ein sehr inspirierendes Buch!

Rezension von Heike Rau

Christine Wilde
Traumwohnungen für meine Meerschweinchen
96 Seiten, 56 Farbfotos, 9 Farbzeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3800157675
ISBN-13: 978-3-8001-5767-9

Corina Bomann: Der Pfad der roten Träume

Corina Bomann: Der Pfad der roten Träume

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Seit ihr Vater verstorben ist, lebt Lucy als Dienstmädchen bei Reverend McCallahan. Glücklich ist sie hier nicht. Abwechslung bringen die Besuche des Reverends bei Mrs Burnett im Waisenhaus. Lucy darf mit und nutzt die Gelegenheit ihre Freundin Anne zu sehen, die hier lebt. Die beiden träumen davon, England zu verlassen und nach Australien zu gehen.

Als der Reverend stirbt, muss Lucy das Haus verlassen. Sie geht jedoch nicht, ohne die Geldvorräte an sich zu nehmen. Schließlich hat sie nie eine Bezahlung für ihre Arbeit erhalten.
Sie schleicht sich in der Nacht zum Waisenhaus, um Anne zu holen. Ihr Ziel ist klar. Die beiden schaffen es, sich Fahrkarten für die „Great Britain“ zu kaufen. Sechs Wochen dauert die Schiffsreise von Bristol nach Perth im Westen Australiens. Die Mädchen erfahren von einer Mission am Stadtrand, die Schwester Margaret leitet. Die beiden dürfen bleiben, um zu arbeiten. Lucy und Anne scheinen es geschafft zu haben. Doch Ruhe haben die beiden hier nicht. Lucy legt sich mit Harrisons Leuten an. Die wollen die Aborigines vertreiben, was Lucy nicht dulden kann. Harrison macht die Aborigines sogar für die vielen Fälle von Typhus verantwortlich. Auch Anne erkrankt daran und stirbt. Lucy verlässt die Mission, um weiter im Landesinneren auf einer Farm unterzukommen. Mr Callaway hat Lucy eingeladen, weil sie ihm einst nach einer Schießerei mit den Handlanger Harrisons, geholfen hat. Er hat einen Sohn, den Lucy ausgesprochen gerne mag.

Lucy ist ein mutiges, bewundernswertes, junges Mädchen. Sie kämpft für ihre Ziele ohne allzu viel Rücksicht auf sich selbst zu nehmen. So setzt sie sich für die Aborigines ein und riskiert dabei ein ums andere Mal ihr Leben.
Es ist ein Auswanderer-Schicksal von vielen, aber bezeichnend dafür. Im Blickpunkt steht auch der grausame Umgang mit den Aborigines. Die Autorin präsentiert hierzu in einem Nachwort geschichtliche Details und Hintergrundwissen zur Geschichte, die im Jahre 1875 beginnt.
Der Text liest sich flüssig. Manchmal zu sehr. Man hat doch hin und wieder den Eindruck, das Geschehen im Zeitraffer-Tempo zu erleben. Lucys Gefühle und die Beweggründe für ihr Handeln werden zu wenig deutlich gemacht. Man hätte gerne 100 Seiten mehr gelesen.
Die Geschichte ist lesenswert, auch weil sie so stimmungsvoll ist. Man wird wirklich gut unterhalten und lernt auch etwas dabei. Es ist ein historischer Roman, den man auch Erwachsenen empfehlen kann.

Rezension von Heike Rau

Corina Bomann
Der Pfad der roten Träume
320 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter
ISBN-10: 3800054981
ISBN-13: 978-3800054985

Gerhard Staguhn: Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird

Gerhard Staguhn: Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Das Universum gibt uns unendlich viele Rätsel auf. Es ist ein breites Betätigungsfeld für Wissenschaftler. Unermüdlich wird geforscht. Das führt zu neuen Erkenntnissen. Diese sind nicht immer gesichert. Manches ist Theorie. Der Autor stellt in seinem Buch dar, was wir gegenwärtig über das Universum wissen oder vermuten. Wobei hier besonders die Erkenntnisse aus den letzten zehn Jahren zugrunde gelegt sind.

Zur Einstimmung auf das Thema gibt es erst einmal einige Fotos. Zum Beispiel vom Hubble-Weltraumteleskop. Dieses wird auch gleich im Anschluss beschrieben, wobei natürlich auch andere, auf der Erde installierte „Himmelsspäher“ in Augenschein genommen werden. Es wird erklärt, was diese uns an Informationen liefern und welche Schlüsse man aus den ausgewerteten Daten gezogen hat. Natürlich wird auch ein Blick in die Zukunft gewagt. Die Teleskope werden immer weiter entwickelt und man erhofft sich daraus neue aufschlussreiche Erkenntnisse.

„Das Neueste vom Universum“ ist der Titel des Buches. So liest man, was man jetzt über ferne Galaxien, über den Prozess der Sternentstehung und das Sterben der Sterne weiß. Man liest von braunen Zwergen, von extrasolaren Planeten, von Kometen und Asteroiden, von unserer Sonne, dem Mars und den Gasriesen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auch das Neueste von Pluto und vom Mond kann man in Erfahrung bringen. Zum guten Schluss wird der augenblickliche Stand der Kosmologie noch einmal zusammengefasst.

Wir haben es hier mit einem Thema zu tun, das ausgesprochen spannend ist. Aber es ist, und das liegt in der Natur der Sache, auch sehr verwirrend und kompliziert ist. Dazu kommt, das sehr viele Fragen noch offen sind.
Dem Autor ist es aber gelungen, sich dem Thema in sehr gut verständlicher Sprache zu widmen. Das Buch ist für ab 12-jährige geschrieben und auch für diese Zielgruppe ist es gut zu verstehen. Man kann sich also auch als Laie an diesen sonst so schwer zu verstehenden Stoff heranwagen, ob es nun um die Urknall-Theorie geht oder Entstehung von Galaxien. Was man schon lange weiß, wird verbunden mit neuen Erkenntnissen.
Der Autor bedient sich einer sehr bildhaften Sprache, arbeitet oft auch mit Vergleichen, um sich verständlich zu machen. So kann man sich eine bestimmte Vorstellung zu unserem Universum machen.
Es ist, als erlebe man beim Lesen ein Abenteuer.

Rezension von Heike Rau

Gerhard Staguhn
Das Neueste vom Universum – Warum das Weltall immer rätselhafter wird
189 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446234233
ISBN-13: 978-3446234239

Jeff Strand: Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich

Jeff Strand: Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Andrew Mayhem braucht dringend Geld. Also macht er den Job. Er gibt die Kinder bei seinem Kumpel Roger ab und legt sich mit der Kamera auf die Lauer. Von einem Baumhaus aus hat er den besten Blick ins Schlafzimmer und kann das Stelldichein filmen, das beweisen soll, das Mr. Ballard fremdgeht. Alles läuft bestens, bis er von drei Typen aus der Nachbarschaft erwischt wird. Die zerstören seine Kamera und Prügel muss Andrew auch noch einstecken. Für den Job wird er kein Geld bekommen.
Als Andrew und Roger in einem Café die Zeit totschlagen, werden die beiden von einer Fremden angesprochen. Sie sucht, natürlich unter dem Siegel der Verschwiegenheit, Grabräuber. Ihr verstorbener Mann hat einen Schlüssel mit ins Grab genommen, den sie aber dringend braucht. Eigentlich müsste man so etwas ablehnen, aber das Geld lockt.
Bei Nacht und Nebel machen Andrew und Roger sich auf den Weg. Der zwar unangenehme, aber doch recht leichte Job, erweist sich unerwartet als Albtraum. Der Tote im Sarg ist nämlich gar nicht tot, später dann aber doch. Es wird eine Kettenreaktion ausgelöst, die sich die Grabräuber nie hätten träumen lassen. Die beiden geraten ins Fadenkreuz eines Serienkillers, der ein übles Spiel auf Leben und Tod mit ihnen treibt.

Der Titel macht unglaublich neugierig, also greift man zu diesem Buch. Der Anfang ist auch gleich wirklich gut. Andrew Mayhem ist ein Draufgänger, der immer einen dämlichen Spruch drauf hat und trotzdem muss man ihn einfach lieben. Der Anfang des Buches ist also dementsprechend humorvoll gehalten. Doch das schlägt bald um, als Andrew den Serienkiller auf dem Hals hat und auch seine Familie, allen voran die Kinder, massiv bedroht werden. Musste man anfangs noch über die Szenerie schmunzeln, vergeht einem dies immer mehr. Man muss sich auf blutige Gemetzel und grausige Folterszenen gefasst machen. Grenzen werden überschritten. Das ist eine sehr schaurige Art der Unterhaltung, eine Mischung aus abgedrehtem Horror und spannungsgeladenem Thriller, die für Gänsehaut sorgt. Da entwickelt sich die Hauptperson natürlich mit. Aus dem Angeber mit fraglichen Gelegenheitsjobs entwickelt sich ein knallharter Actionheld.

Rezension von Heike Rau

Jeff Strand
Grabräuber gesucht – Keine besonderen Kenntnisse erforderlich
254 Seiten, gebunden
Otherworld Verlag
ISBN-10: 3800095084
ISBN-13: 978-3800095087

Alai: Ferne Quellen

Alai: Ferne Quellen

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Der kleine Junge geht gern zu Gongba dem Pferdehirten. Genau wie er möchte er gerne allein in den Bergen leben. Doch Gongba ist dazu gezwungen. Sein Gesicht ist entstellt. Gongba träumt davon, zu den heißen Quellen zu reisen. Sie versprechen Heilung. Der Junge hört die Geschichten über die Quellen, die im Grasland jenseits der Berge liegen und sein Fernweh bekommt ein Ziel. Dort bei den heißen Quellen könnte er seine Schüchternheit ablegen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Wer weiß, ob der Junge es unter diesen Umständen jemals zu den Quellen schafft.
Der Junge besucht die Grundschule und träumt davon, das rote Halstuch der Pioniere tragen zu dürfen. Darum zu bitten, wagt er jedoch nicht. Ein Versuch vor den Augen des Leiters der Arbeitsgruppe scheitert kläglich.
Als der Pferdehirte stirbt, werden die Pferde abtransportiert. Sie sollen fortan den sozialistischen Aufbau unterstützen und Äcker pflügen. Der Junge versteht, auch er muss fort, genau wie die Pferde.
Zehn Jahre später arbeitet er als Fotograf und füllt die Propagandaschaukästen mit Bildmaterial über den Wandel der Zeit und den damit verbundenen gesellschaftlichen Fortschritt. Es ist eine Arbeit mit künstlerischem Anspruch.
Von den Quellen träumt er immer noch. Sie sind nun nicht mehr unerreichbar. Doch ob Traum und Wirklichkeit zusammenpassen, muss sich erst noch zeigen.

Die fernen Quellen stehen als Sinnbild für den Traum von einem freien Leben. Denn dieses wurde den Menschen genommen. Traditionen können nicht mehr gelebt werden. Das Dorf ist nun eine Volkskommune.
Erzählt wird ein Stück einer Lebensgeschichte, das sehr traurig anklingt. Der Junge scheint seine Einsamkeit nicht loswerden zu können, auch als Erwachsener nicht. Das zeigt, dass man die Vergangenheit nicht einfach abstreifen kann. Von dem Kind, das man einst war, geht nichts verloren, auch wenn man sich weiterentwickelt. Allerdings ist diese Entwicklung nun mehr nur noch in streng gezogenen Grenzen möglich. Einen dementsprechenden schwermütigen Eindruck macht die Atmosphäre, die im Buch herrscht.
Das Buch gibt viel Stoff zum Nachdenken her. Viele Fragen bleiben offen. Man hat das Gefühl, ein sehr persönlich wirkendes Buch in den Händen zu halten. Einmal, im Verlauf der Geschichte, wird die Hauptperson dann auch mit Alai angesprochen.
Dennoch wirken die Charaktere etwas oberflächlich dargestellt. Die Geschichte plätschert so dahin, ohne Höhen und Tiefen. Nichts ist so recht greifbar.
Der Autor sorgt dafür, dass man sich keine Illusionen macht. So manche Suche nach dem Glück dauert eben ewig.

Rezension von Heike Rau

Alai
Ferne Quellen
Aus dem Chinesischen von Marc Hermann
153 Seiten, gebunden
Unionsverlag
ISBN-10: 3293004059
ISBN-13: 978-3293004054

Roland Mörchen: Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum

Roland Mörchen: Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Lisa, Benni und Jens aus der 5. Klasse unterhalten sich auf dem Nachhauseweg von ihrer Schule über die Hausaufgabe. Die drei sollen zusammen ein Referat über Museen halten. Jens ist gar nicht begeistert. Lisa dagegen findet das Thema gut. Sie weiß, dass es viel Arten von Museen gibt. Benni schlägt vor, das Naturhistorische Museum zu besuchen.

Am Nachmittag treffen sich die Kinder dann vor dem Museum. Lisa besorgt noch schnell einen Museumsführer, dann geht es auch schon los mit dem Rundgang. Es gibt viel zum Staunen. Benni ist fasziniert von dem Skelett eines Dinosauriers. Er meint, der Dino würde ihn direkt ansehen. Das finden Lisa und Jens lustig. Sie machen Benni noch zusätzlich Angst. Der Junge will nur noch weg. Da reißt er ein Hinweisschild um und weckt damit die Aufmerksamkeit einer Aufsichtsperson. Die Kinder versprechen, sich fortan ruhig zu verhalten.

Das „Kein Durchgang“-Schild steht nun wieder auf seinem Platz. Dahinter ist ein Vorhang, der das Interesse von Jens weckt. Hier wird eine neue Ausstellung vorbereitet. Jens wird entdeckt und erzählt von ihrer Hausaufgage. Von einer Restauratorin erhalten die drei Kinder nun Informationen aus erster Hand. Damit sollte das Referat wirklich gut werden.

Die kleine Geschichte, die viele Sachinformationen über Museen enthält, findet man im Buch in deutscher und englischer Sprache, immer auf einer Doppelseite gegenübergestellt und in gut überschaubare Absätze unterteilt. Die Geschichte ist für Kinder interessant gemacht. Es wird gezeigt, wie spannend ein Besuch im Museum sein kann.

Zum Lernen einer Fremdsprache, hier Englisch, ist das Buch ideal. Kinder lernen themenbezogen neue Wörter und Ausdrucksweisen hinzu. Das Textverständnis wird durch die Übersetzung und die vielen Illustrationen sehr erleichtert. Das Buch kann im Familienumfeld und in der Schule genutzt werden. Kinder sehen, wie eine Fremdsprache in der Realität angewandt wird. Denn auch Umgangssprache kommt in den Texten zum Ausdruck.

Zusätzlich dazu gibt es am Ende des Buches weitere Informationen über Museen, eine Bildtafel und eine Wörterliste. So kann man das Buch zum Beispiel gut für eine Lesestunde in der Schule nutzen oder auch für einen Projekttag, verbunden mit einem Museumsbesuch.

Rezension von Heike Rau

Roland Mörchen
Wir gehen ins Museum – A visit to the Museum
Deutsch / Englisch
Illustrationen von Katja Kiefer
40 Seiten, gebunden
Georg Olms Verlag
ISBN-10: 3487088320
ISBN-13: 978-3487088327

Chuck Williams: Schnelle Kuchen & Cookies

Chuck Williams: Schnelle Kuchen & Cookies

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Kuchen zu backen, ist meist eine aufwändige Sache. Das muss aber nicht sein. Im vorliegenden Buch findet man Rezepte, die man ohne großen Aufwand nachvollziehen kann.

Das Buch hat drei Kapitel. Im ersten findet man Gebäck, das in 30 Minuten fertig ist. Dazu gehören die „Butter-Nuss-Kekse“ und die „Himbeer-Zitronen-Muffins.
Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit Gebäck, das in 15 Minuten vorbereitet werden kann. Hier kommt dann also noch die Backzeit hinzu, die man ja aber anderweitig nutzen kann. An Rezepten findet man hier „Heidelbeerauflauf“, „Herzhaftes Maisbrot“ oder „Spinat-Feta-Strudel“, den man auch mal gut zum Mittag- oder Abendessen machen kann.
Das dritte Kapitel heißt „Auf Vorrat“. Hier geht es darum, ganze Kuchen oder den Teig vorzubereiten und im Kühl- oder Gefrierschrank aufzubewahren, bis man diesen braucht. So kann man beispielsweise den Teig für die „Erdbeer-Käsesahne-Torte“, wenn man Zeit hat, vorbereiten. Diesen Teig kann man aber auch für eine „Zitronentarte“ oder die „Schoko-Himbeer-Törtchen“ verwenden.

Geübte Hobbybäcker schaffen es sicher, die Zeitrahmen einzuhalten. Anfänger sollten allerdings schon etwas mehr Zeit einplanen.
Wenn man die im Anhang beschriebenen Grundzutaten vorrätig hat, lässt sich eigentlich immer ein leckerer Kuchen backen. Wenn man schon Teig im Kühl- oder Gefrierschrank hat sowieso.
Das Buch ist gut strukturiert. Immer eine Doppelseite gehört zu einem Rezept. An den Seiten findet man die Backanleitung und gegenüber zusätzliche Tipps zum Rezept wie etwa Vorschläge zu Variationen. Dass das Bild in der Mitte liegt, gefällt weniger, weil es von der Buchmitte zerteilt wird. Das zerstört oftmals die Wirkung der sonst sehr gelungenen Fotos.
Sehr hilfreich, gerade für Anfänger oder Ungeübte, ist der Serviceteil hinten im Buch. Hier findet man Allgemeines zum Backen, welche Arbeitsgeräte man braucht und was man auf Vorrat kaufen sollte. Auch einige Arbeitstechniken werden hier noch einmal erklärt.

Fazit: Ein tolles Backbuch für alle, die wenig Zeit haben, aber trotzdem nicht auf selbstgebackenen Kuchen und Kekse verzichten wollen.

Rezension von Heike Rau

Chuck Williams (Hrsg.): Schnelle Kuchen & Cookies
Reihe: After Work Cooking
111 Seiten, gebunden
Egmont Vgs Verlag
ISBN-10: 3802536797
ISBN-13: 978-3802536793