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Autor: hera

Birgit Linde: Pilze, Pilze, Pilze

Birgit Linde: Pilze, Pilze, Pilze

Pilze können auf ganz unterschiedliche Weise zubereiten. In vielen Rezepten finden sie Verwendung, ob es sich nun um gekaufte oder selbst gesammelte Pilze handelt. Sie eigenen sich für Vorspeisen, Suppen, als Beilagen zu
Fisch-, Geflügel- und Wildgerichten.

Nachkochen kann man „Blätterteigpastete mit Pilzrührei“, „Champignon-Cremesuppe mit Räucherlachs“, „Schweinemedaillons mit Spargel und Pilzen“, „Goldbrassenfilet in Pilz-Nuss-Sauce“, „Gänsebrust im Wirsingmantel mit Pilzen“, „Pilzlasagne“ und vieles mehr.

Man findet im Buch also klassische Gerichte, aber auch überaus fantasievolle neue Kreationen. Die Rezeptbeschreibungen sind übersichtlich gestaltet und lassen sich gut nachvollziehen. Manchmal gibt es auch ein Bild.

Das Buch hat neben den Rezepten noch andere interessante Aspekte. So erfährt man wie man Pilze lagert und putzt und küchenfertig macht. Man erfährt, welche Pilze zum Rohverzehr zum Beispiel in Salaten geeignet sind und welche nicht.

Auch andere Verarbeitungsmöglichkeiten werden im Buch genannt. Man erfährt, wie man Pilze trocknet, wie man sie einkocht oder auch durch das Einlegen in Essig haltbar macht. Sogar das Salzen und Silieren wird erklärt. Man bekommt zudem gezeigt wie man Pilzfond bzw. Pilzextrakte oder eine Pilzpaste herstellt.

Was Pilze betrifft, eröffnet sich mit dem Buch ein breites Betätigungsfeld. Gerade auch dann, wenn man in einem Pilzjahr sehr viel Pilze zur Verfügung hat. Man lernt eine Menge über die Zubereitung von Pilzen in Topf und Pfanne und über das Haltbarmachen. Die Auswahl an Pilzrezepten ist sehr groß. Das gefällt gut. Wer Freude am Kochen hat, wird Spaß daran haben, die Rezepte auszuprobieren.

Rezension von Heike Rau

Birgit Linde
Pilze, Pilze, Pilze
Pilze für Topf und Pfanne
127 Seiten, gebunden
Neumman-Neudamm Verlag
ISBN: 978-3788812041

Werner J. Egli: Black Shark

Werner J. Egli: Black Shark

Black Shark bei Amazon bestellen!Tarek und Omar befürchten ein Massaker in dem kleinen Dorf in Somalia. Aus dem Hinterhalt heraus töten sie deshalb die fremden Soldaten. Ihr weiterer Plan ist es, sich Black Shark anzuschließen. Die Regierung hat auf den gefürchteten Piraten ein hohes Kopfgeld ausgesetzt. Doch er hilft den Armen und genau das, wollen Tarek und Omar auch tun. Sie wollen sich dem Freiheitskampf anschließen.

Tommy ist Kombüsengehilfe auf der „Emma Lou“. Ziel des Frachtschiffes aus Großbritannien ist es, Hilfsgüter nach Kenia zu bringen. Doch aus dem, was der Junge hört, schlussfolgert er, dass möglicherweise noch eine gefährliche Ladung mit an Bord ist. Tommy wird allerdings bald von diesen Gedanken abgelenkt. Ein Fischkutter mit Flüchtlingen, die aus Libyen kommen, ist in Seenot geraten. Kapitän Rooney unterbricht die Weiterfahrt bis die italienische Küstenwache sich der Flüchtlinge annimmt. Ein Mädchen aus Somalia wird später noch aus dem Wasser gefischt. Sie muss an Bord bleiben. Kapitän Rooney überlegt sogar, sie später mit nach Europa zu nehmen. Auch, weil Nuria sich so gut mit seiner Tochter Amy, die mit an Bord ist, versteht.

Was der Kapitän nicht weiß, ist, dass er noch etwas anderes außer Hilfsgüter transportiert. Auch ahnt er nicht, dass Mitglieder seiner Mannschaft ihm gegenüber nicht loyal sind.
Black Shark plant den Frachter zu überfallen. Er hat es nicht nur auf die Hilfsgüter abgesehen, sondern auch auf die mitgeschmuggelten Waffen. Tarek und Omar wollen ihm helfen. Es scheint Schicksal zu sein, dass Nuria an Bord ist. Die beiden haben sie in dem Dorf kennen gelernt, das Tarek und Omar vor dem Überfall durch die Soldaten bewahrt haben. Omar ging Nuria seit dem nicht mehr aus dem Kopf.

Es ist ein modernes Piraten-Abenteuer, das dem Leser hier präsentiert wird. Dabei stehen die Jugendlichen Tarek, Omar, Tommy, Amy und Nuria im Vordergrund, die das Schicksal auf so dramatische Art und Weise zusammenführt. Es ist ein hartes Schicksal. Leichte Kost ist das Buch also nicht. Wer politisch interessiert ist, findet eine spannende und sehr brisante Geschichte vor. Viele Informationen wurden hier eingestrickt, gerade auch über Afrika und hier insbesondere Somalia.
Die Beweggründe der Handelnden werden nicht kritisiert, sondern vielmehr so dargestellt, wie sie sind. Gerade die Jugendlichen im Buch, die noch nicht über genügend Lebenserfahrung verfügen, ändern ihre Meinungen immer wieder. Sie müssen erst herausfinden, was falsche Leitbilder sind, welchen Informationen richtig sind und was sie im Leben erreichen wollen. Es ist Teil der Selbstfindung hier Fehler zu machen. Das wird mit dem Buch sehr schön vermittelt. Die Geschichte ist also äußerst realistisch gehalten.

Rezension von Heike Rau

-> Black Shark jetzt bei Amazon bestellen
Werner J. Egli
Black Shark
192 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Carl Ueberreuter Verlag
ISBN: 978-3800054961
ISBN-10: 3800054965

Thomas Clavinic: Das Leben der Wünsche

Thomas Clavinic: Das Leben der Wünsche

Drei Wünsche will der Fremde erfüllen. Und weil der seltsame Mann so viel über Jonas weiß, ist er geneigt, im ein kleine wenig zu glauben. Jonas hat viele Wünsche. Sie auf drei zu reduzieren, ist ein Unding. Da er nicht auf den Kopf gefallen ist, wünscht er sich mehr Wünsche.

Nach diesem seltsamen Erlebnis holt ihn der Alltag wieder ein. Ein Alltag mit seiner Frau und den zwei Kindern, einem ungeliebten Job und seiner Geliebten Marie. Im Hinterkopf hat Jonas die Sache mit den Wünschen. Er kauft sich ein Los, gewinnt aber nicht. Im Büro stellt er dann fest, dass seine Aktien um fast 15 Prozent gestiegen sind. Das macht den entgangene Losgewinn wett.

Ein glücklicher Mann ist Jonas nicht. Er will seine Frau Helen nicht verlieren, aber auch mit Marie zusammensein. Von dem, was er sich wirklich wünscht, erfüllt sich aber nichts. Durch Ausprobieren ist er zu diesem Schluss gekommen. Der Alltag ist das übliche Chaos. Dann, wie aus dem Nicht und direkt vor seinen Augen, geschieht dieser Unfall. Ein LKW erwischt einen Mann, der Jonas wegen dessen Langsamkeit genervt hat. Einem Wunder gleich kommt, dass sein Sohn Chris, dessen Wachstum Grund zur Sorge gegeben hat, plötzlich ein paar Zentimeter in die Höhe schießt.
Dann geschieht etwas Unfassbares. Jonas findet seine Frau in der Badewanne besinnungslos vor. Seine Wiederbelebungsversuche zeigen keine Wirkung. Der herbeigerufene Notarzt kann nichts mehr tun. Helen erlag einem Herzversagen.
Später sitzt Jonas wieder auf der Bank. Da, wo er den seltsamen Mann traf, der ihm drei Wünsche erfüllen wollte. Es ist unfassbar für Jonas, was bisher geschah.

Im Grunde spielt sich hier eine ganz normale Geschichte ab, so wie das Leben sie tausendfach schreibt, wäre da nicht die Sache mit den Wünschen. Jonas scheint nicht viel drauf zu geben. Er probiert einiges aus. Manches läuft wunschgemäß, anderes nicht. Bald spielt es für ihn keine Rolle mehr. Für den Leser schon. Man verfolgt sehr gespannt den Lauf der Geschichte und beobachtet Jonas genau. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, inwieweit er sein Schicksal und das anderer durch seine Gedanken steuert. Der ein oder andere geheime Wunsch ist darunter. Der Verdacht liegt also nahe, dass Jonas das Geschehen wenn auch nicht immer bewusst, so doch durch sein Unterbewusstsein steuert.
Nach und nach entsteht eine sehr drückende Atmosphäre. Spätestens als Jonas’ Frau Helen unter mysteriösen Umständen stirbt, ist der Spaß vorbei.
Jonas befindet sich ab da in einem Zustand der Schwerelosigkeit. Die Trauer überfällt ihn ungebremst. Er läuft nur noch auf Autopilot.
Der Leser ahnt, das Jonas auf eine Katastrophe zusteuert. Unbehagen findet sich ein. Es ist ein Spiel mit den Erwartungen des Lesers. Wirklich sehr gelungen! Man liest nicht einfach so, man wird beschäftigt. Der Anfang der Geschichte kommt einem Märchen gleich, später wird daraus der blanke Horror.
Dabei erzählt der Autor im Grunde seine Geschichte sehr sachlich. Es ist die eigene Fantasie, die beim Lesen nicht im Zaum zu halten ist. Das ist eine sehr interessante Erfahrung!

Rezension von Heike Rau

Thomas Clavinic
Das Leben der Wünsche
320 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3446233904

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider: Mein Hamster zu Hause

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider: Mein Hamster zu Hause

Hamster sind beliebte Haustiere. Bevor man sich einen dieser putzigen Tierchen ins Haus holt, sollte man sich eingehend informieren. Mit dem vorliegenden Ratgeber, in dem es um den Goldhamster und seine Zuchtformen geht, geht das gut.

Zunächst wird der Hamster allgemein beschrieben. Dann erfährt man Interessantes über Fell- und Farbvarianten und zur Geschichte.
Vor dem Kauf muss man einiges bedenken. Darauf wird im Buch genau eingegangen. Man erfährt, wie ein Hamster im Haus lebt und welche Vorraussetzungen man demzufolge schaffen muss, damit sich das Tier wohlfühlt. Was folgt ist eine Kaufberatung, nicht nur was den Hamster betrifft, sondern auch die Ausstattung.

Man muss vieles beachten, wenn man einen Hamster zu Hause hat. Im Buch wird erklärt, wie man von Anfang an richtig mit dem Tier umgeht und was es an Pflege braucht. Um es um die Ausstattung des Käfigs, die Fütterung oder die zu bewahrende Gesundheit geht, man wird sehr gut beraten.

Die Erklärungen im Buch sind sehr gut nachvollziehbar. Und ganz nebenbei bemerkt, die Fotos im Buch sind ausgesprochen gelungen. Das Wesen der kleinen Tiere wird in den Bildern sehr schön sichtbar. Man kann sich dem Charme der dargestellten Hamster nicht entziehen.
Der kleine Ratgeber ist also rundherum empfehlenswert und gerade für Anfänger in der Hamsterhaltung bestens geeignet.

Rezension von Heike Rau

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider
Mein Hamster zu Hause
64 Seiten, broschiert
bede-Verlag
ISBN: 978-3898601610

Mary Hooper: Teuflische Maskerade

Mary Hooper: Teuflische Maskerade

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Das 16. Jahrhundert geht zu Ende. Nach wie vor ist Lucy bei Dr. Dee als Kindermädchen angestellt. Königin Elizabeth I. ist mit ihrem Gefolge nach London aufgebrochen. So plant Dr. Dee seinen Wohnsitz ebenfalls nach London zu verlegen, um ganz in der Nähe der Königin sein zu können. Lucy und die Haushälterin Mistress Midge sollen vorausgehen, um die Unterkunft für die Familie vorzubereiten.

Einen Tag vor der Abreise findet Lucy einen kleinen Jungen im Haus. Sie hat ihn zuvor auf einer Beerdigung im Trauerzug gesehen und er ist ihr nachgelaufen, weil er nicht zurück nach London ins Waisenhaus will. Mistress Midge nimmt sich seiner an. Schließlich könnte der Junge beim Umzug behilflich sein, auch wenn Dr. Dee das natürlich nicht wissen soll.

Das Haus in London ist völlig verwahrlost. Es wird also einige Zeit in Anspruch nehmen, bis es hergerichtet ist. Sehr zur Freunde von Lucy, die die Zeit, bis Anweisungen von Dr. Dee kommen in London gut nutzen will. Ihr Interesse gilt dem Theater, nur ist es für eine Frau nicht schicklich dorthin zu gehen. Lucy verkleidet sich als Bursche und nennt sich Luke. Am Theater fällt der junge Mann auf. Luke wird gebeten Handzettel zu verteilen und für einen fehlenden Schauspieler einzuspringen.

Natürlich hält Lucy die ganze Zeit ihrer Augen offen. Nichts wünscht sie sich mehr als Tomas, den Narren der Königin, zu treffen. Tatsächlich kommt es bald zu einer Begegnung. In seiner Begleitung ist allerdings eine neue Hofdame. Diese kommt Lucy sofort suspekt vor. Liegt es daran, dass die Eifersucht sie packt. Oder hat die Dame etwas auf dem Kerbholz? Lucy wird nicht müde, ihr auf die Schliche zu kommen. Damit leistet sie der Königin wieder einmal einen wertvollen Dienst.

Wer die ersten beiden Bände „Im Haus des Zauberers“ und „In königlichen Auftrag“ gelesen hat, hat es sicher kaum abwarten können, dass dritte Buch endlich lesen zu können. Die Geduld wird belohnt mit einem Buch, das ebenfalls ausgesprochen gut gefällt.
Wieder ändert sich der Schauplatz. Das Buch spielt in London/Whitehall. Lucy schlüpft in die Rolle eines jungen Mannes. Das gefällt auch Tomas gut, der Lucy so als Spionin einsetzen kann. Wie erwartet gerät Lucy in viele atemberaubend gefährliche Situationen. Bald ist sie mitten in einer Intrige verfangen, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.
Endlich wird es auch zwischen Lucy und Tomas sehr viel spannender. Die Autorin versteht es romantische Situationen sehr einfühlsam und zu Herzen gehend zu beschreiben.
Was ebenfalls beeindruckt, sind die hellseherischen Fähigkeiten, die sich sehr viel weiter entwickelt haben. Lucys Blicke in die Zukunft sind für den Leser sehr interessant, auch wenn sich ihre Bedeutung manchmal erst später erschließt.
Auch dieses Mal gibt es im Nachwort Anmerkungen zum historischen Hintergrund der Geschichte.
Das Buch ist also rundherum gelungen und es liest sich, wie gewohnt sehr angenehm. Es schließt die Trilogie ab.
Auch wenn es ein Jugendbuch ist, für erwachsene Fans historischer Romane ist es auch einen Lesetipp wert.

Rezension von Heike Rau

Mary Hooper
Teuflische Maskerade
Aus dem Englischen von Marlies Ruß und André Mumont
336 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN-10: 3827053757
ISBN-13: 978-3827053756

Diane Meur: Die Lebenden und die Geister

Diane Meur: Die Lebenden und die Geister

Das Herrenhaus auf einem Gut in Galizien, dem kleinen Marktflecken Grynow, ist etwas ganz Besonderes. Es hat Augen und Ohren und kann erzählen, was in seinem Inneren vor sich geht. Zwar hat es ein Herz aus Stein, doch es lebt für seine Bewohner und ist gleichermaßen von ihnen abhängig.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Zemka. Josef Zemka ist der Gutsverwalter des Barons von Kotz. Sein gesellschaftlicher Aufstieg nimmt seinen Anfang, als die Tochter des Barons schwanger von ihm wird. Im Sommer 1821 findet die Hochzeit statt, auch wenn die Ungleichheit des Brautpaares als anstößig empfunden wird. Die erste Tochter kommt als angebliche Frühgeburt zur Welt. Dennoch triumphiert Jozef. Zumal Baron und Baronin sich weitere Schmach ersparen und nach Wien zurückkehren.
Jozef arbeitet hart, hält das Gut am Laufen und vergrößert die Zuckerfabrik seines Vaters. 1829, nach dem Tod der Baronin und des Barons, erbt Jozef das Gut. Er steigt vom Verwalter zum Gutsbesitzer auf. Die Ponarskis, Jozef ist ein Nachkomme des Grafen Ponarski, sind zurück.
Doch Hindernisse stellen sich Jozef in den Weg. Seine Frau bekommt nur Töchter. Es ist kein Erbe für sein Lebenswerkes in Sicht. Es bleibt Jozef nur eins. Er muss seine älteste Tochter Maria mit dem Sohn seines Bruders verheiraten. Doch Jeans politisches Engagement läuft ihm zuwider. Gesellschaftliche und politische Umbrüche bestimmen dennoch bald auch das Leben auf dem Gut.

Die Familiensaga umreißt das Schicksal der Familie Jozef Zemkas über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des Gutshauses, das die Zeiten überdauert. Das ist natürlich eine erstaunliche Perspektive, zumal das Hause sehr menschliche Züge zeigt und mit seinen Bewohnern mitfühlt. Dennoch ist sein Blick eingeschränkt. Weder hat es seine Augen und Ohren überall, noch kann es seine durch den Standort bestimmten Grenzen überwinden. Genau wie seine Bewohner altert das Haus. Die vielen Jahrzehnte setzen ihm zu.
Die Familiengeschichte ist beeindruckend. Aufstieg und Fall der Familie Zemka werden auf sehr persönliche Art und Weise beschrieben. Die Zeiten wandeln sich. Das erlebt man als Leser hautnah mit. Man ist beeindruckt von den Einblicken, die man erhält. Jozef hat seinen Aufstieg genau geplant. So ganz durchsetzen, kann er seine Vorstellungen jedoch nicht. Die Mitglieder seiner Familie lassen sich nur eingeschränkt manipulieren. Der Leser wird hineingezogen in eine familiäres Drama, das schließlich zum Fall der Familie führt. Die guten Zeiten auf dem Gut gehen zu Ende. Manch einer gibt sich geschlagen, andere geben ihre Hoffnung nicht auf. Große Gefühle kommen zum Tragen. Und auch, wenn das Gutshaus zwischendurch einmal die Augen schließt, da das Alter ihm zu schaffen macht oder die Geister, man wird von den Geschehnissen in den Bann gezogen.

Rezension von Heike Rau

Diane Meur
Die Lebenden und die Geister
Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller
524 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
ISBN: 978-3312004485

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Carola Holland / Angelika Glitz: Am liebsten bin ich Gustav

Carola Holland / Angelika Glitz: Am liebsten bin ich Gustav

Gustav ist ein Hund. Das dachte er jedenfalls bisher. Was ihn nun so irritiert, sind die Kuhflecken in seinem Fell. Tatsächlich verwechselt ihn eine Kuh mit einem Kälbchen namens Rosalie. Ist Gustav etwa gar kein Hund? Der Großmaulfrosch Quaker hat auch nie von Hunden mit Kuhflecken gehört. Dass Gustav keine Milch geben kann, hat nichts zu sagen, er ist nun mal ein Junge. Gustav bleibt also nichts weiter übrig, als sich anzupassen. Jeden Tag trabt er zur Weide und frisst Gräser. Das bekommt ihm allerdings nicht so gut.

Eines Tages trifft Gustav auf einen Wolf. Der spricht ihn an und fragt, ob Gustav mitkommt, um eine Kuh zu reißen. Er hält Gustav für einen Wolf. Schließlich hat Gustav eine feuchte Wolfsnase und Reißzähne. Kühe reißen will Gustav trotzdem nicht. Er möchte auch nicht, dass der Wolf das tut. Gustav droht damit, seinen Freund zu holen. Das lässt den Wolf innehalten, bis er den Großmaulfrosch Quaker sieht.

Bekannt ist die der kleine Hund aus „ELTERN“ und „ELTERN FAMILY“. Für viele Kinder ist Gustav also kein Unbekannter. Im Buch läst sich Gustav auf ein Rollenspiel ein und erlebt damit ein großes Abenteuer. Seine eigene Identität wird auf den Prüfstand gestellt. Dabei lernt Gustav eine Menge über sich selbst und kommt zu einem für Kinder sicher interessanten Schluss. Im Titel wird es schon verraten.
Die Geschichte lässt sich sehr gut vorlesen. Sie ist fantasievoll und wird Kindern gut gefallen. Gustav zeigt sich gewohnt pfiffig und neugierig. Er setzt sich mit sich und seiner Umwelt auseinander. Das spiegelt sich auch in den Bildern wieder. Die großzügigen Zeichnungen sind farbenfroh. Kinder werden das Buch immer wieder gern anschauen.

Rezension von Heike Rau

Carola Holland / Angelika Glitz
Am liebsten bin ich Gustav
32 Seiten, gebunden
Ab 3 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473323920
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Taschenatlas: Pflanzen für Heimtiere

Taschenatlas: Pflanzen für Heimtiere

Heimtiere, wie Reptilien, Nagetiere, andere Säugetiere und auch Vögel werden gerne auch mit Grünfutter versorgt. Mit den Pflanzen muss man sich auskennen, denn einige sind nicht zum Verfüttern geeignet oder sogar schädlich. Manchmal werden auch eigentlich giftige Pflanzen vertragen. Hier muss man die Toleranzgrenzen wissen. Doch nicht nur bei Wildkräutern muss man aufpassen, auch die Zimmerpflanzen können eine Gefahr für das Haustier sein.

Informieren kann man sich mit Taschenatlas „Pflanzen für Heimtiere“. Hier werden Wildpflanzen, Zimmerpflanzen und Gartenpflanzen beschrieben. Man findet die verschiedenen Bezeichnungen für die Pflanze, erfährt wo sie vorkommt, welche Teile verwertbar sind und wann Erntezeit ist. Ist die Pflanze giftig, werden neben den Angaben der Inhaltsstoffe auch die toxischen Substanzen genannt. Mögliche auftretende Vergiftungserscheinungen werden aufgezählt. Die Pflanze wird hinsichtlich ihres Aussehens im Text beschrieben. Dazu gibt es ein recht großes Foto. Auf einen Blick kann man sich an den kleinen Piktogrammen orientieren. Hier sieht man, welche Pflanzen für welche Tierart geeignet oder nicht geeignet ist.

Der Ratgeber ist für alle, die Haustiere halten, unentbehrlich. Frisches Grün und Knabberäste sorgen für Abwechslung im Speiseplan und für Beschäftigung. Dem Buch kann man entnehmen, welche Pflanzen für das jeweilige Tier geeignet sind und welche nicht. Die Beschreibungen sind sehr gut und bieten vielfältige Informationen. Hingewiesen wird auch immer auf Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Pflanzen, damit man auf der sicheren Seite bleiben kann. Man erfährt auch immer, wenn nur bestimmte Teile einer Pflanze Verwendung finden sollten. Wenn Vorsicht geboten ist, erfolgt ein gut sichtbarer Hinweis. Die Pflanzenporträts erstrecken sich auch auf Zimmer- und Gartenpflanzen. Man kann also auch in Heim und Garten für Sicherheit sorgen. Das ist wichtig für die Tiere, die sich hier frei bewegen können.
Der Ratgeber gefällt gut. Er ist für Heimtierbesitzer sehr zu empfehlen.

Rezension von Heike Rau

Marlies Busch
Taschenatlas: Pflanzen für Heimtiere
256 Seiten, 241 Farbfotos
Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5738-9
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Tim Parks: Träume von Flüssen und Meeren

Tim Parks: Träume von Flüssen und Meeren

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Paul Roberts ist Autor. Sein Interesse gilt Albert James. Er beabsichtig über den großen Denker eine Biografie zu schreiben. Zu seinem Bedauern stirbt der Mann, bevor er ihn kennen lernen kann.

Für John kommt der Tod seines Vaters ebenfalls sehr überraschend. Er fliegt die 6000 km von London nach Delhi. Hier sind seine Eltern zu Hause. Helen hatte eigentlich keine Lust gehabt, John zu verständigen. Und so ist sie an ihrer Arbeit im Krankenhaus, als John ankommt. Den jungen Mann irritiert das zutiefst. Er hat Fragen, die eigentlich keinen Aufschub dulden. Auch später kommt er kaum ins Gespräch mit seiner Mutter.

Paul Roberst, ebenfalls nach Indien gereist, will sich nicht so einfach abspeisen lassen. Die Biografie soll von der Witwe wenigstens autorisiert werden. Doch Helen verweigert dies.

Obwohl Albert James verstorben ist, spielt er die Hauptrolle im Buch. Er hat größten Einfluss auf seine Familie und andere nahestehende Personen. Sein plötzlicher Tod ist für John unerträglich. Die Sprachlosigkeit der Mutter ist für ihn kaum auszuhalten. Helen entzieht sich dem Leben, ihrem Sohn und den Fragen des Biografen.

Aber dem Leser offenbart der Autor Hintergrundinformationen vorab. So ist dieser den handelnden Personen immer ein Stück weit voraus, erkennt Zusammenhänge eher.

Albert James war eine faszinierende, geheimnisumwitterte Persönlichkeit. Seine Arbeit als Anthropologe ist allerdings kaum nachvollziehbar. Der Nutzen wird immer wieder in Frage gestellt. Helen kennt seine Geheimnisse, ob nun privat oder beruflich. Immer schwerer wird es für sie, zu schweigen. Für sie gibt es schließlich nur einen Weg, sich dem zu entziehen.

Das Buch hat Tiefgang. Man liest vom Untergang einer Familie, die rätselhafter nicht sein könnte. Nur nach und nach erfährt man mehr über den Verstorbenen. Die Familiensituation kommt einem Verwirrspiel gleich. Was enthüllt wird, überrascht. Man kann sich dem nicht verweigern. Dafür sorgt der Autor. Seine klare Sprache, seine Art, die Geschehnisse zu analysieren und die Charaktere zu zeichnen, fasziniert.

Rezension von Heike Rau

Tim Parks
Träume von Flüssen und Meeren
Aus dem Englischen von Ulrike Becker
512 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 3888975794
ISBN-13: 978-3888975790

Englisch für Büffelmuffel

Englisch für Büffelmuffel

Eine einmal gelernte Fremdsprache muss immer wieder angewendet werden. Sonst geht das bereits erlangte Wissen ein Stück weit verloren. Mit „Englisch für Büffelmuffel“ kann man das auf unterhaltsame Weise tun.
Grundlage ist ein Krimi: Ein junges Paar, Heidi und Bernd, will ihren Urlaub in England verbringen. Eine passende Unterkunft finden die beiden in einem alten Hotel in Hastings. Um zu sparen, fliegt das Paar mit Ruin-Air. Das hat jedoch zur Folge, dass die beiden mitten in der Nacht ankommen. Es fährt kein Bus mehr. Also muss ein Leihwagen her. Allerdings steht nur noch ein Sportwagen zur Verfügung. Weil Bernd keinen gültigen Führerschein hat, muss Heidi fahren. Sie muss auf der Fahrt einem Tier ausweichen und fährt gegen einen Baum. Während Bernd im Krankenhaus untersucht wird, steht Heidi der Polizei Rede und Antwort. Später wird sie ins Hotel gebracht, wo sie auf mysteriöse Weise etwas später verschwindet. Bernd meldet der Polizei das Verschwinden seiner Freundin. Die unternimmt zunächst nichts. Ein Dauergast des Hotels, Miss Mable, bietet Hilfe an. Sie ist Hobby-Detektivin.

Auf jeder Seite findet man einen Abschnitt des Krimis. Schwierige Wörter werden in der Randleiste übersetzt. Man muss sie also nicht extra nachschlagen, was sehr praktisch ist. Es folgen Erklärung zu Grammatik, Satzbau usw. und einige Übungen, die textbezogen sind. Ab und zu lockert ein Witz die Übungsabfolge auf. Eine Seite arbeitet man in einer Viertelstunde durch.
Das Buch erweist sich als gute Lernhilfe. Man findet auch Tests, um den Lernfortschritt überprüfen zu können. Ein kleines Wörterbuch ist auch vorhanden. Allerdings fehlen Aussprachetipps.
Das Buch ist geeignet für Lernende mit Vorkenntnissen. Der Grundwortschatz muss vorhanden sein. Man lernt eine Menge dazu und das auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Der kleine Krimi ist nämlich sehr witzig und unterhaltsam. So bleibt man nicht, weil die Lust am Lernen verloren geht, auf halber Strecke hängen. Schließlich will man wissen, wie der Krimi ausgeht.

Rezension von Heike Rau

René Bosewitz / Robert Kleinschroth
Englisch für Büffelmuffel
219 Seiten, broschiert
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3499625244
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