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Autor: hera

Simone Specht: Homöopathie für Pferde

Simone Specht: Homöopathie für Pferde

Die Homöopathie findet auch in der Tierheilkunde Verwendung. Also auch Pferde können homöopathisch bei kleineren Beschwerden behandelt werden. Ebenso kann man bei Krankheiten mit Homöopathie die Schulmedizin begleiten oder ergänzen. Das setzt natürlich entsprechendes Wissen voraus. Und das bekommt man mit dem Buch. Dabei soll das Buch, das sagt die Autorin sehr deutlich, nicht den Tierarzt ersetzen.

Zunächst wird erklärt, was Homöopathie eigentlich ist, was ein homöopathisches Arzneimittel ausmacht, wie es zu wirken scheint und wie man das richtige Mittel findet. Es geht um die Dosierung und die Verabreichung beim Pferd.
Bestimmte Krankheits- und Beschwerdebilder wie Arthrose, Hufrehe, Probleme nach Insektenstichen, Bindehautentzündungen, Husten und viele mehr werden beschrieben und die entsprechende Behandlung vorgeschlagen.
Danach werden noch einmal die Homöopathischen Mittel von A-Z aufgelistet. Man wird befähigt, eine Stallapotheke zusammenzustellen.

Das Buch kann man Pferdebesitzern empfehlen. Es enthält alles Wissenswerte rund um die Behandlung der Tiere mit Homöopathie. Gerade auch wenn man die Homöopathie schon in der Familie anwendet, dadurch ein wenig Erfahrung mit dieser alternativen Heilmethode hat und gute Erfolge erzielt hat, dann ist das Buch eine echte Bereicherung. Genau auf das Pferd abgestimmt, erfährt man, bei welchen Krankheiten behandelt bzw. begleitend behandelt werden kann. Man erfährt also wann und wie ein bestimmtes Mittel eingesetzt wird.

Dies Informationen werden sehr anschaulich und übersichtlich im Buch dargestellt. Hier wurde viel mit gut strukturierten Tabellen gearbeitet. Man findet also sofort, was man sucht. Fachbegriffe werden im Serviceteil erklärt. Das Buch wird sich also auch sehr gut in der Stallapotheke machen.

Rezension von Heike Rau

Simone Specht
Homöopathie für Pferde
96 Seiten, broschiert
Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN-10: 3800157349
ISBN-13: 978-3800157341

Matthias Sodtke: Huch! Wir kriegen Besuch!

Matthias Sodtke: Huch! Wir kriegen Besuch!

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Priesemut und Nulli haben einen Brief bekommen. Er ist nicht geschrieben, sondern gemalt. Offenbar kommt der Goldhamster zu Besuch. Eigentlich sind noch drei Tage Zeit, doch dann steht Kurtle schon vor der Tür. Es ist noch früh am Morgen, doch Lust auf Frühstück, so wie Nulli und Priesemut, hat Kurtle nicht. Er ist müde und fällt ins Gästebett. Seine Schnarchgeräusche begleiten Nulli und Priesemut durch den Tag. Hase und Frosch flüchten schließlich nach draußen und kümmern sich um das Gemüsebeet. Als die beiden dann am Abend todmüde ins Bett gehen, ist der Hamster endlich munter. Aus Langeweile baut er in der Nacht ein Hamsterrad und zertrampelt dabei aus Unwissenheit das Gemüsebeet. Das Hämmern verfolgt Nulli und Priesemut im Schlaf. Als die beiden dann endlich aufstehen, schläft Kurtle schon wieder. So kann es nicht weitergehen!

Manchmal ist das Zusammenleben mit einem Besucher nicht so einfach. Sowohl Nulli und Priesemut, aber auch Kurtle, sind unzufrieden. Aber natürlich kommen die drei zu eine Lösung. Kindern wird mit dem Buch vermittelt, das man mit ein bisschen gutem Willen hier durchaus eine Lösung finden kann. Man muss nur bereit sein, gegenseitig Verständnis zu zeigen und Kompromisse einzugehen. Im Buch wird der Weg dahin auf sehr lustige Weise dargestellt.
Die kleine Geschichte ist also wieder sehr unterhaltsam. Die Bilder sieht man gerne an und verfolgt, was Hamster Kurtle auf Besuch so erlebt. Er ist ein toller Typ und erfüllt auch sämtliche Hamster-Klischees. Dass er sehr treffend gezeichnet ist, mit ordentlich dicken Backen, scharfen Hamsterzähnchen und Knopfäuglein versteht sich von selbst.

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke
Huch! Wir kriegen Besuch!
32 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311516
ISBN-13: 978-3830311515

Patrick Blanc: Vertikale Gärten – Die Natur in der Stadt

Patrick Blanc: Vertikale Gärten – Die Natur in der Stadt

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Man sieht sie manchmal, die mit Efeu oder wildem Wein bewachsenen Häuser. Sie haben einen ganz besonderen Charme. Aber da geht noch viel mehr, wie der Wissenschaftler Patrick Blank in seinem Buch zeigt. Seine „Grünen Wände“ sind berühmt und das weltweit. Das Cover zeigt das Gebäude der Départementsverwaltung Hauts-de-Seine in Nanterre. Ein Gebäudevorsprung aus Beton wurde zur Grünen Wand umgestaltet. Es ist ein faszinierender Anblick, dem man sich nicht entziehen kann.

Der Autor erzählt im Buch, wie alles begann. Doch bis sich sein Vorhaben, Wände zu begrünen, verwirklichte, war es ein weiter Weg, wenn man von den Versuchen im eigenen Zuhause einmal absieht. Erfahrungen mussten gesammelt werden. Experimente führten zu entsprechenden Erkenntnissen.
Patrick Blank hat von der Natur abgeschaut. Er hat die halbe Welt bereist und infrage kommende Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum betrachtet. Daran lässt er den Leser mit Erklärungen und spektakulären Fotos teilnehmen.

Mit dem Wissen um die Pflanzen wurde dann ein System entwickelt, die Wände zu begrünen. Eine Zerstörung der Mauern und Gebäude musste ausgeschlossen sein. Der Autor stellt das entsprechende Konzept vor. Aufbau, Montage und Pflege der Grünen Wände werden dargestellt. Es ist spannend, zu sehen, wie eine anfangs noch etwas spärliche Bepflanzung zum Urwald wird. Ein Stückchen Natur zwischen Beton- und Glaswänden entwickelt sich vor den Blicken des Betrachters.

Im Anschluss an diese Kapitel, werden bereits realisierte Werke vorgestellt, Privat- und Geschäftshäuser, Hotels, Einkaufszentren, Museen, Ausstellungsräume und viele mehr. Es ist ein beeindruckender Streifzug. Immer wieder präsentieren sich die Grünen Wände anders. Sie bestechen durch ihre Schönheit und Individualität. Sie nehmen die Blicke der Betrachter gefangen.

Fazit: In diesem beeindruckenden Werk wird der Weg gezeigt von der kahlen Betonwand hin zur grünen Oase in der Stadt. Es ist spannend zu sehen, wie das Umfeld sich verändert und welche umwerfende Wirkung die bepflanzten Wände haben. Der Autor gibt seinen Pflanzenkenntnisse, seine Ideen und Erfahrungen auf sehr aufschlussreiche Art und Weise weiter.

Rezension von Heike Rau

Patrick Blanc: Vertikale Gärten – Die Natur in der Stadt
Aus dem Französischen von Sabine Hesemann
192 Seiten, 383 Farbfotos, 17 Farbzeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 978-3-8001-5910-9

Richard Stark: Das Geld war schmutzig

Richard Stark: Das Geld war schmutzig

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Der Überfall ist gelaufen. Doch im Besitz der Gangster ist das Geld nicht. Es musste notgedrungen in einer alten Kirche zwischengelagert werden. Parker und seine Freundin Claire mieten sich in einer Frühstückpension in der Nähe ein. Sie sind als Touristen getarnt, die ein paar Tage die Natur genießen wollen. Der Raubüberfall auf den Geldtransporter hat einen Journalisten angezogen, der ein Buch schreiben will. Mit ihm kommen Parker und Claire in Kontakt. Aber das Gespräch gestaltet sich harmlos.
Dass später Sandra Loscalzo in der Pension auftaucht, ist wesentlich Besorgnis erregender. Die Kopfgeldjägerin braucht Geld. Sie würde sich mit einem Anteil aus der Beute zufrieden geben. Und dann davon absehen, sich das Kopfgeld für Parkers Partner Nicholas Dalesia zu verdienen, den sie in der Nähe glaubt. Parker muss sich einverstanden erklären und es versteht sich von selbst, dass Sandra ihm ab sofort an den Fersen hängt.
Einen Tag später erscheint Detektive Gwen Reversa in der Pension. Sie kann Parker identifizieren. Die Pensionswirtin Mrs. Bartlett könnte es auch, wenn das Fahndungsbild besser gelungen wäre.
Es wird also langsam eng. Zumal ein neues Fandungsplakat in Arbeit ist. Als der neugierige Journalist es in der Fahndungszentrale sieht, geht ihm ein Licht auf. Er hat Parker schon einmal gesehen, nur wo fällt ihm nicht ein. Als endlich zwei und zwei zusammengezählt wird, sind Parker und seine Freundin aber längst aus der Pension verschwunden.

Der Überfall fand statt in „Keiner rennt für immer“. Ein wirklich gutes Buch! Jetzt in „Das Geld war schmutzig“ geht es darum, das in einer unbenutzten Kirche gebunkerte Geld zu holen. Das ist nicht einfach, denn die Polizei ist natürlich vor Ort. Parker hat einen perfekten Plan geschmiedet, doch wie das so ist, geht einiges schief und es muss improvisiert werden. Den Leser erwartet also ein abwechslungsreicher Krimi.
An „Keiner rennt für immer“ kommt das Buch aber nicht heran. Er ist zwar sehr unterhaltsam und liest sich auch gut, aber es fehlt an der gewohnten Spannung. Auch Parkers Charakterzüge kommen nicht so recht zum Tragen. Zwar handelt er wie immer wohlüberlegt und mit unübertrefflicher Dreistigkeit, aber ganz das Wahre ist es nicht. Sein Charme ist irgendwie verloren gegangen. Auch dieser typische bitterböse Humor kommt diesmal nicht so raus.
Aber trotzdem, man kann das Buch lesen, auch wenn es die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Interessant ist es allemal.

Rezension von Heike Rau

Richard Stark
Das Geld war schmutzig
Ein Parker Roman
Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein
253 Seiten, Klappenbroschur
Zsolnay Verlag
ISBN-10: 3552054790
ISBN-13: 978-3552054790

Birgit Linde: Pilze, Pilze, Pilze

Birgit Linde: Pilze, Pilze, Pilze

Pilze können auf ganz unterschiedliche Weise zubereiten. In vielen Rezepten finden sie Verwendung, ob es sich nun um gekaufte oder selbst gesammelte Pilze handelt. Sie eigenen sich für Vorspeisen, Suppen, als Beilagen zu
Fisch-, Geflügel- und Wildgerichten.

Nachkochen kann man „Blätterteigpastete mit Pilzrührei“, „Champignon-Cremesuppe mit Räucherlachs“, „Schweinemedaillons mit Spargel und Pilzen“, „Goldbrassenfilet in Pilz-Nuss-Sauce“, „Gänsebrust im Wirsingmantel mit Pilzen“, „Pilzlasagne“ und vieles mehr.

Man findet im Buch also klassische Gerichte, aber auch überaus fantasievolle neue Kreationen. Die Rezeptbeschreibungen sind übersichtlich gestaltet und lassen sich gut nachvollziehen. Manchmal gibt es auch ein Bild.

Das Buch hat neben den Rezepten noch andere interessante Aspekte. So erfährt man wie man Pilze lagert und putzt und küchenfertig macht. Man erfährt, welche Pilze zum Rohverzehr zum Beispiel in Salaten geeignet sind und welche nicht.

Auch andere Verarbeitungsmöglichkeiten werden im Buch genannt. Man erfährt, wie man Pilze trocknet, wie man sie einkocht oder auch durch das Einlegen in Essig haltbar macht. Sogar das Salzen und Silieren wird erklärt. Man bekommt zudem gezeigt wie man Pilzfond bzw. Pilzextrakte oder eine Pilzpaste herstellt.

Was Pilze betrifft, eröffnet sich mit dem Buch ein breites Betätigungsfeld. Gerade auch dann, wenn man in einem Pilzjahr sehr viel Pilze zur Verfügung hat. Man lernt eine Menge über die Zubereitung von Pilzen in Topf und Pfanne und über das Haltbarmachen. Die Auswahl an Pilzrezepten ist sehr groß. Das gefällt gut. Wer Freude am Kochen hat, wird Spaß daran haben, die Rezepte auszuprobieren.

Rezension von Heike Rau

Birgit Linde
Pilze, Pilze, Pilze
Pilze für Topf und Pfanne
127 Seiten, gebunden
Neumman-Neudamm Verlag
ISBN: 978-3788812041

Werner J. Egli: Black Shark

Werner J. Egli: Black Shark

Black Shark bei Amazon bestellen!Tarek und Omar befürchten ein Massaker in dem kleinen Dorf in Somalia. Aus dem Hinterhalt heraus töten sie deshalb die fremden Soldaten. Ihr weiterer Plan ist es, sich Black Shark anzuschließen. Die Regierung hat auf den gefürchteten Piraten ein hohes Kopfgeld ausgesetzt. Doch er hilft den Armen und genau das, wollen Tarek und Omar auch tun. Sie wollen sich dem Freiheitskampf anschließen.

Tommy ist Kombüsengehilfe auf der „Emma Lou“. Ziel des Frachtschiffes aus Großbritannien ist es, Hilfsgüter nach Kenia zu bringen. Doch aus dem, was der Junge hört, schlussfolgert er, dass möglicherweise noch eine gefährliche Ladung mit an Bord ist. Tommy wird allerdings bald von diesen Gedanken abgelenkt. Ein Fischkutter mit Flüchtlingen, die aus Libyen kommen, ist in Seenot geraten. Kapitän Rooney unterbricht die Weiterfahrt bis die italienische Küstenwache sich der Flüchtlinge annimmt. Ein Mädchen aus Somalia wird später noch aus dem Wasser gefischt. Sie muss an Bord bleiben. Kapitän Rooney überlegt sogar, sie später mit nach Europa zu nehmen. Auch, weil Nuria sich so gut mit seiner Tochter Amy, die mit an Bord ist, versteht.

Was der Kapitän nicht weiß, ist, dass er noch etwas anderes außer Hilfsgüter transportiert. Auch ahnt er nicht, dass Mitglieder seiner Mannschaft ihm gegenüber nicht loyal sind.
Black Shark plant den Frachter zu überfallen. Er hat es nicht nur auf die Hilfsgüter abgesehen, sondern auch auf die mitgeschmuggelten Waffen. Tarek und Omar wollen ihm helfen. Es scheint Schicksal zu sein, dass Nuria an Bord ist. Die beiden haben sie in dem Dorf kennen gelernt, das Tarek und Omar vor dem Überfall durch die Soldaten bewahrt haben. Omar ging Nuria seit dem nicht mehr aus dem Kopf.

Es ist ein modernes Piraten-Abenteuer, das dem Leser hier präsentiert wird. Dabei stehen die Jugendlichen Tarek, Omar, Tommy, Amy und Nuria im Vordergrund, die das Schicksal auf so dramatische Art und Weise zusammenführt. Es ist ein hartes Schicksal. Leichte Kost ist das Buch also nicht. Wer politisch interessiert ist, findet eine spannende und sehr brisante Geschichte vor. Viele Informationen wurden hier eingestrickt, gerade auch über Afrika und hier insbesondere Somalia.
Die Beweggründe der Handelnden werden nicht kritisiert, sondern vielmehr so dargestellt, wie sie sind. Gerade die Jugendlichen im Buch, die noch nicht über genügend Lebenserfahrung verfügen, ändern ihre Meinungen immer wieder. Sie müssen erst herausfinden, was falsche Leitbilder sind, welchen Informationen richtig sind und was sie im Leben erreichen wollen. Es ist Teil der Selbstfindung hier Fehler zu machen. Das wird mit dem Buch sehr schön vermittelt. Die Geschichte ist also äußerst realistisch gehalten.

Rezension von Heike Rau

-> Black Shark jetzt bei Amazon bestellen
Werner J. Egli
Black Shark
192 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Carl Ueberreuter Verlag
ISBN: 978-3800054961
ISBN-10: 3800054965

Thomas Clavinic: Das Leben der Wünsche

Thomas Clavinic: Das Leben der Wünsche

Drei Wünsche will der Fremde erfüllen. Und weil der seltsame Mann so viel über Jonas weiß, ist er geneigt, im ein kleine wenig zu glauben. Jonas hat viele Wünsche. Sie auf drei zu reduzieren, ist ein Unding. Da er nicht auf den Kopf gefallen ist, wünscht er sich mehr Wünsche.

Nach diesem seltsamen Erlebnis holt ihn der Alltag wieder ein. Ein Alltag mit seiner Frau und den zwei Kindern, einem ungeliebten Job und seiner Geliebten Marie. Im Hinterkopf hat Jonas die Sache mit den Wünschen. Er kauft sich ein Los, gewinnt aber nicht. Im Büro stellt er dann fest, dass seine Aktien um fast 15 Prozent gestiegen sind. Das macht den entgangene Losgewinn wett.

Ein glücklicher Mann ist Jonas nicht. Er will seine Frau Helen nicht verlieren, aber auch mit Marie zusammensein. Von dem, was er sich wirklich wünscht, erfüllt sich aber nichts. Durch Ausprobieren ist er zu diesem Schluss gekommen. Der Alltag ist das übliche Chaos. Dann, wie aus dem Nicht und direkt vor seinen Augen, geschieht dieser Unfall. Ein LKW erwischt einen Mann, der Jonas wegen dessen Langsamkeit genervt hat. Einem Wunder gleich kommt, dass sein Sohn Chris, dessen Wachstum Grund zur Sorge gegeben hat, plötzlich ein paar Zentimeter in die Höhe schießt.
Dann geschieht etwas Unfassbares. Jonas findet seine Frau in der Badewanne besinnungslos vor. Seine Wiederbelebungsversuche zeigen keine Wirkung. Der herbeigerufene Notarzt kann nichts mehr tun. Helen erlag einem Herzversagen.
Später sitzt Jonas wieder auf der Bank. Da, wo er den seltsamen Mann traf, der ihm drei Wünsche erfüllen wollte. Es ist unfassbar für Jonas, was bisher geschah.

Im Grunde spielt sich hier eine ganz normale Geschichte ab, so wie das Leben sie tausendfach schreibt, wäre da nicht die Sache mit den Wünschen. Jonas scheint nicht viel drauf zu geben. Er probiert einiges aus. Manches läuft wunschgemäß, anderes nicht. Bald spielt es für ihn keine Rolle mehr. Für den Leser schon. Man verfolgt sehr gespannt den Lauf der Geschichte und beobachtet Jonas genau. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, inwieweit er sein Schicksal und das anderer durch seine Gedanken steuert. Der ein oder andere geheime Wunsch ist darunter. Der Verdacht liegt also nahe, dass Jonas das Geschehen wenn auch nicht immer bewusst, so doch durch sein Unterbewusstsein steuert.
Nach und nach entsteht eine sehr drückende Atmosphäre. Spätestens als Jonas’ Frau Helen unter mysteriösen Umständen stirbt, ist der Spaß vorbei.
Jonas befindet sich ab da in einem Zustand der Schwerelosigkeit. Die Trauer überfällt ihn ungebremst. Er läuft nur noch auf Autopilot.
Der Leser ahnt, das Jonas auf eine Katastrophe zusteuert. Unbehagen findet sich ein. Es ist ein Spiel mit den Erwartungen des Lesers. Wirklich sehr gelungen! Man liest nicht einfach so, man wird beschäftigt. Der Anfang der Geschichte kommt einem Märchen gleich, später wird daraus der blanke Horror.
Dabei erzählt der Autor im Grunde seine Geschichte sehr sachlich. Es ist die eigene Fantasie, die beim Lesen nicht im Zaum zu halten ist. Das ist eine sehr interessante Erfahrung!

Rezension von Heike Rau

Thomas Clavinic
Das Leben der Wünsche
320 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3446233904

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider: Mein Hamster zu Hause

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider: Mein Hamster zu Hause

Hamster sind beliebte Haustiere. Bevor man sich einen dieser putzigen Tierchen ins Haus holt, sollte man sich eingehend informieren. Mit dem vorliegenden Ratgeber, in dem es um den Goldhamster und seine Zuchtformen geht, geht das gut.

Zunächst wird der Hamster allgemein beschrieben. Dann erfährt man Interessantes über Fell- und Farbvarianten und zur Geschichte.
Vor dem Kauf muss man einiges bedenken. Darauf wird im Buch genau eingegangen. Man erfährt, wie ein Hamster im Haus lebt und welche Vorraussetzungen man demzufolge schaffen muss, damit sich das Tier wohlfühlt. Was folgt ist eine Kaufberatung, nicht nur was den Hamster betrifft, sondern auch die Ausstattung.

Man muss vieles beachten, wenn man einen Hamster zu Hause hat. Im Buch wird erklärt, wie man von Anfang an richtig mit dem Tier umgeht und was es an Pflege braucht. Um es um die Ausstattung des Käfigs, die Fütterung oder die zu bewahrende Gesundheit geht, man wird sehr gut beraten.

Die Erklärungen im Buch sind sehr gut nachvollziehbar. Und ganz nebenbei bemerkt, die Fotos im Buch sind ausgesprochen gelungen. Das Wesen der kleinen Tiere wird in den Bildern sehr schön sichtbar. Man kann sich dem Charme der dargestellten Hamster nicht entziehen.
Der kleine Ratgeber ist also rundherum empfehlenswert und gerade für Anfänger in der Hamsterhaltung bestens geeignet.

Rezension von Heike Rau

Petra Dietz / Eva-Grit Schneider
Mein Hamster zu Hause
64 Seiten, broschiert
bede-Verlag
ISBN: 978-3898601610

Mary Hooper: Teuflische Maskerade

Mary Hooper: Teuflische Maskerade

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Das 16. Jahrhundert geht zu Ende. Nach wie vor ist Lucy bei Dr. Dee als Kindermädchen angestellt. Königin Elizabeth I. ist mit ihrem Gefolge nach London aufgebrochen. So plant Dr. Dee seinen Wohnsitz ebenfalls nach London zu verlegen, um ganz in der Nähe der Königin sein zu können. Lucy und die Haushälterin Mistress Midge sollen vorausgehen, um die Unterkunft für die Familie vorzubereiten.

Einen Tag vor der Abreise findet Lucy einen kleinen Jungen im Haus. Sie hat ihn zuvor auf einer Beerdigung im Trauerzug gesehen und er ist ihr nachgelaufen, weil er nicht zurück nach London ins Waisenhaus will. Mistress Midge nimmt sich seiner an. Schließlich könnte der Junge beim Umzug behilflich sein, auch wenn Dr. Dee das natürlich nicht wissen soll.

Das Haus in London ist völlig verwahrlost. Es wird also einige Zeit in Anspruch nehmen, bis es hergerichtet ist. Sehr zur Freunde von Lucy, die die Zeit, bis Anweisungen von Dr. Dee kommen in London gut nutzen will. Ihr Interesse gilt dem Theater, nur ist es für eine Frau nicht schicklich dorthin zu gehen. Lucy verkleidet sich als Bursche und nennt sich Luke. Am Theater fällt der junge Mann auf. Luke wird gebeten Handzettel zu verteilen und für einen fehlenden Schauspieler einzuspringen.

Natürlich hält Lucy die ganze Zeit ihrer Augen offen. Nichts wünscht sie sich mehr als Tomas, den Narren der Königin, zu treffen. Tatsächlich kommt es bald zu einer Begegnung. In seiner Begleitung ist allerdings eine neue Hofdame. Diese kommt Lucy sofort suspekt vor. Liegt es daran, dass die Eifersucht sie packt. Oder hat die Dame etwas auf dem Kerbholz? Lucy wird nicht müde, ihr auf die Schliche zu kommen. Damit leistet sie der Königin wieder einmal einen wertvollen Dienst.

Wer die ersten beiden Bände „Im Haus des Zauberers“ und „In königlichen Auftrag“ gelesen hat, hat es sicher kaum abwarten können, dass dritte Buch endlich lesen zu können. Die Geduld wird belohnt mit einem Buch, das ebenfalls ausgesprochen gut gefällt.
Wieder ändert sich der Schauplatz. Das Buch spielt in London/Whitehall. Lucy schlüpft in die Rolle eines jungen Mannes. Das gefällt auch Tomas gut, der Lucy so als Spionin einsetzen kann. Wie erwartet gerät Lucy in viele atemberaubend gefährliche Situationen. Bald ist sie mitten in einer Intrige verfangen, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.
Endlich wird es auch zwischen Lucy und Tomas sehr viel spannender. Die Autorin versteht es romantische Situationen sehr einfühlsam und zu Herzen gehend zu beschreiben.
Was ebenfalls beeindruckt, sind die hellseherischen Fähigkeiten, die sich sehr viel weiter entwickelt haben. Lucys Blicke in die Zukunft sind für den Leser sehr interessant, auch wenn sich ihre Bedeutung manchmal erst später erschließt.
Auch dieses Mal gibt es im Nachwort Anmerkungen zum historischen Hintergrund der Geschichte.
Das Buch ist also rundherum gelungen und es liest sich, wie gewohnt sehr angenehm. Es schließt die Trilogie ab.
Auch wenn es ein Jugendbuch ist, für erwachsene Fans historischer Romane ist es auch einen Lesetipp wert.

Rezension von Heike Rau

Mary Hooper
Teuflische Maskerade
Aus dem Englischen von Marlies Ruß und André Mumont
336 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN-10: 3827053757
ISBN-13: 978-3827053756

Diane Meur: Die Lebenden und die Geister

Diane Meur: Die Lebenden und die Geister

Das Herrenhaus auf einem Gut in Galizien, dem kleinen Marktflecken Grynow, ist etwas ganz Besonderes. Es hat Augen und Ohren und kann erzählen, was in seinem Inneren vor sich geht. Zwar hat es ein Herz aus Stein, doch es lebt für seine Bewohner und ist gleichermaßen von ihnen abhängig.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Zemka. Josef Zemka ist der Gutsverwalter des Barons von Kotz. Sein gesellschaftlicher Aufstieg nimmt seinen Anfang, als die Tochter des Barons schwanger von ihm wird. Im Sommer 1821 findet die Hochzeit statt, auch wenn die Ungleichheit des Brautpaares als anstößig empfunden wird. Die erste Tochter kommt als angebliche Frühgeburt zur Welt. Dennoch triumphiert Jozef. Zumal Baron und Baronin sich weitere Schmach ersparen und nach Wien zurückkehren.
Jozef arbeitet hart, hält das Gut am Laufen und vergrößert die Zuckerfabrik seines Vaters. 1829, nach dem Tod der Baronin und des Barons, erbt Jozef das Gut. Er steigt vom Verwalter zum Gutsbesitzer auf. Die Ponarskis, Jozef ist ein Nachkomme des Grafen Ponarski, sind zurück.
Doch Hindernisse stellen sich Jozef in den Weg. Seine Frau bekommt nur Töchter. Es ist kein Erbe für sein Lebenswerkes in Sicht. Es bleibt Jozef nur eins. Er muss seine älteste Tochter Maria mit dem Sohn seines Bruders verheiraten. Doch Jeans politisches Engagement läuft ihm zuwider. Gesellschaftliche und politische Umbrüche bestimmen dennoch bald auch das Leben auf dem Gut.

Die Familiensaga umreißt das Schicksal der Familie Jozef Zemkas über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des Gutshauses, das die Zeiten überdauert. Das ist natürlich eine erstaunliche Perspektive, zumal das Hause sehr menschliche Züge zeigt und mit seinen Bewohnern mitfühlt. Dennoch ist sein Blick eingeschränkt. Weder hat es seine Augen und Ohren überall, noch kann es seine durch den Standort bestimmten Grenzen überwinden. Genau wie seine Bewohner altert das Haus. Die vielen Jahrzehnte setzen ihm zu.
Die Familiengeschichte ist beeindruckend. Aufstieg und Fall der Familie Zemka werden auf sehr persönliche Art und Weise beschrieben. Die Zeiten wandeln sich. Das erlebt man als Leser hautnah mit. Man ist beeindruckt von den Einblicken, die man erhält. Jozef hat seinen Aufstieg genau geplant. So ganz durchsetzen, kann er seine Vorstellungen jedoch nicht. Die Mitglieder seiner Familie lassen sich nur eingeschränkt manipulieren. Der Leser wird hineingezogen in eine familiäres Drama, das schließlich zum Fall der Familie führt. Die guten Zeiten auf dem Gut gehen zu Ende. Manch einer gibt sich geschlagen, andere geben ihre Hoffnung nicht auf. Große Gefühle kommen zum Tragen. Und auch, wenn das Gutshaus zwischendurch einmal die Augen schließt, da das Alter ihm zu schaffen macht oder die Geister, man wird von den Geschehnissen in den Bann gezogen.

Rezension von Heike Rau

Diane Meur
Die Lebenden und die Geister
Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller
524 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
ISBN: 978-3312004485

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