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Autor: hera

Flucht aus Sibirien

Flucht aus Sibirien

Annamaria hat die Familie verlassen und ist nach Moskau gegangen. Ihrem Bruder hat sie versprochen, ihn nachzuholen. Einmal noch meldet sie sich telefonisch, gibt ihre Adresse durch und eine Telefonnummer.
Als Nikolai endlich das Geld für einen Rückruf zusammen hat, wird er schwer enttäuscht. Unter der Nummer ist seine Schwester nicht mehr zu erreichen. Nikolai schreibt einen Brief, doch auf eine Antwort wartet er vergeblich.
Doch Nikolai will der Armut und seinem trinkenden Vater entkommen. So wandert er einfach los, nur sein Hund Tol ist bei ihm. Über 10.000 km liegen vor ihm und es ist Winter.

Im Wald trifft er auf Wilderer, die ihm beinahe seine Hoffnung nehmen, seine Schwester zu finden. Aber als sie ihm anbieten, ihn ein Stück mit ihrem Pferdeschlitten mitzunehmen, willigt er ein. Die Männer sind ebenfalls arm und leiden Hunger. Nikolais Hund würde sich gut in ihrer Suppe machen. Weil Nikolai sich wehrt, kommt es zu einer Schießerei. Es gelingt ihm wegzulaufen. Doch unterwegs greifen ihn Wölfe an. Einem Mädchen hat er es zu verdanken, dass er auch dies überlebt. Zuhause bei ihr und ihrem Großvater darf er bleiben, bis er wieder gesund ist.

Die Wilderer finden heraus, wo Nikolai ist. Sie wollen das Gewehr holen, das der Junge mitgenommen hat. Die Männer gehen so rigoros vor, dass der Großvater stirbt. Nikolai und das Mädchen Alek wollen nun zusammen weiterreisen. Zunächst bis Wladiwostok. Aber auch gemeinsam wird die lange Reise nicht einfacher.

Der Autor beschreibt die gefahrvolle Reise zweier Jugendlicher quer durch Russland. Beide, in großer Armut aufgewachsen, wollen ihren Traum von einer besseren Zukunft erfüllen und zwar in Moskau. Dass dies möglich ist, haben sie gehört. Keiner von beiden hat eine Vorstellung davon, wie weit die Reise tatsächlich ist und was sie wirklich erwartet. Der Leser kann sich an einer Karte orientieren. Eigentlich ist es unmöglich solch eine Strecke zu bewältigen.
Doch der Autor stellt hier zwei sehr mutige Protagonisten vor, die willensstark und die bereit sind, alles zu tun, um ihr Ziel zu erreichen. Man bekommt sehr tiefgehende Einblicke in ihre Gefühle und ihr Denken. Oft ist das Glück an ihrer Seite, aber genauso oft ist auch ihr Leben in Gefahr.

Geschrieben ist das Buch in einem sehr leicht lesbaren Stil. Der Autor baut eine Spannung auf, die begeistert. Man fiebert mit Nikolai und Aleksandra mit, hofft mit ihnen und leidet mit ihnen. „Flucht aus Sibirien“ ist ein mitreißendes Leseerlebnis.

Rezension von Heike Rau

Werner J. Egli
Flucht aus Sibirien
256 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter
ISBN: 978-3800053469
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Stierhunger

Stierhunger

Von einer Fremden wird sie vor der Konditorei angesprochen und gefragt, ob sie sich nicht einen Gugelhupf mit ihr teilen will. Die junge Frau tut es, obwohl sie nichts mit dem Kuchen anzufangen weiß. Auch als sie dann von der Älteren zum Kaffeetrinken genötigt wird, sagt sie nicht nein und geht mit.
Trotz Einladung fühlt sie sich fremd und wie ein Eindringling, was an dem unheimlichen Ambiente lieben mag, das die Wohnung ausstrahlt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Gasgeberin, Frau Hohenembs, bewohnt die Räumlichkeiten mit ihrer Dienerin Ida und scheint voll und ganz in der Rolle der Kaiserin Elisabeth aufzugehen.

Obwohl die junge Frau eigentlich keine Kuchen wollte, langst sie doch kräftig zu. Zuhause geht das Fressgelage weiter. Dann wird alles wieder herausgewürgt. Es ist ein Rückfall nach fünfzehn Jahren. Trotzdem sieht sie die Hohenembs wieder. Und wird diesmal zum Diebstahl einer Entenpresse, die einst der Kaiserin gehörte, aus der Hofburg angestiftet. Dass sie sich so hat überrumpeln lassen, ist für die junge Frau unfassbar. Sie verbringt die nächsten Tage allein in ihrer Wohnung mit Fressgelagen und Erbrechen. Der Rückfall festigt sich.

Jeden weiteren Kontakt lehnt die junge Frau ab, bis Ida ein Klappbett vor ihrer Wohnungstür aufbaut und so zeigt, was erwartet wird. Ohnehin ist der Diebstahl ein guter Erpressungsgrund für die Hohenembs, sie zu weiteren Treffen zu nötigen. Bald kommt noch ein weiterer hinzu, als die Statue der Kaiserin Elisabeth, gelegen am Rande des Volksgartens, von einer Explosion in Schutt und Asche gelegt wird und die junge Frau Komplizin der Zerstörungswut der Hohenembs wird.

Was für ein Buch! Äußerst makaber, aber gut!
Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau die von zwei skrupellosen alten Damen in die Abhängigkeit getrieben wird. Es ist interessant zu lesen, wie die Umstände sich entwickeln oder besser gesagt, wie sie entwickelt werden, bis die junge Frau zu einer Marionnette der Hohenembs wird, auch wenn sie nicht ganz willenlos an den Fäden hängt.
Für die junge Frau wird es dennoch der blanke Horror, aus dem es kein Entrinnen zu scheinen gibt. Die Hohenembs wird als äußerst geheimnisvoll dargestellt. Sie spielt ein teuflisches Spiel, mit dem man als Leser sehr gut unterhalten wird.

Auch wenn man öfter mal über schauerlichen Ereignisse schmunzeln muss, weil sie so abwegig scheinen, die Gänsehaut gewinnt schnell die Oberhand. Die Autorin sorgt wortreich dafür, dass man sich in die junge Frau gut hineinversetzten kann, auch wenn die literarisch angehauchte Beschreibung der Bulimie, ein Würgen in der Halsgegend verursacht. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Denn ein Buch im Stile von „Stierhunger“ hat Seltenheitswert.

Rezension von Heike Rau

Linda Stift
Stierhunger
172 Seiten, gebunden
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 978-3552060685
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Ratatouille

Ratatouille

Remy verhält sich anders als andere Ratten. Statt auf seinen vier Pfoten zu laufen, geht er aufrecht. Er steht nicht auf Abfälle und er hält seine Vorderpfoten sauber, weil er vom Kochen besessen ist. Gerade versucht er einen Pilz mit Käse überbacken zuzubereiten. Er grillt den Pilz über dem Schornstein. Weil er noch etwas Safran braucht, geht er mit seinem Bruder ins Haus hinein. Remys großes Vorbild Auguste Gusteau schwört darauf. Als er aus dem Fernseher der alten Dame, die im Haus wohnt und gerade schläft, erfährt, das der Meisterkoch an gebrochenem Herzen gestorben ist, kann er es nicht fassen. Ein Restaurantkritiker soll ihm das Leben schwer gemacht haben.

Als die alte Dame erwacht, bricht das Chaos aus. Der ganze Klan gerät in Gefahr und die Ratten stürmen aus dem Haus. Remy muss noch mal zurück, sein Kochbuch holen, das trennt ihn von seinem Klan. Remy rettet sich über die Kanalisation, sein Kochbuch als Floß verwendend.
Kurz darauf geschieht etwas Seltsames. Der Meisterkoch Gusteau spricht zu ihm. Remy macht, was dieser ihm rät und klettert aus der Kanalisation. Er entdeckt Gusteaus Restaurant. Die Köche kennt er aus seinem Kochbuch. Auch den Küchenjungen. Da eine Ratte in einer Küche nicht kochen kann, weil Menschen Ratten nun mal nicht mögen, versucht Remy das Vertrauen des Jungen zu gewinnen, dem es hier nicht gerade gut geht. Er ist der Sohn Gusteaus, nur weiß er das nicht. Remy will nicht nur im Restaurant kochen und der Chefkoch werden, er will auch dem Jungen zu seinem Recht verhelfen.

Pünktlich zum Filmstart von „Ratatouille“ ist das Buch erschienen. Es erzählt die Geschichte der Ratte Remy in etwas kürzerer Form. Die Geschichte gefällt gut, erzählt sie doch von einer liebenswerten Ratte, die all ihrem Mut zusammennimmt, um ihre Träume zu erfüllen.
Das Buch ist sehr aufwändig und äußerst ansprechend illustriert. Meist gehen die Bilder sogar über die ganze Seite. Sie sind großformatig, wunderbar bunt und damit sehr schön anzusehen.
Das Buch macht Lust auf den Film. Und Familien, die den Film schon kennen, werden sehr viel Spaß daran haben, mit Hilfe des Buches die viele spannenden, urkomischen oder auch berührende Szenen noch einmal zu erleben. Das Buch zu lesen, vorzulesen oder auch einfach nur anzuschauen, macht sehr viel Spaß.

Rezension von Heike Rau

Walt Disney (Hrsg.)
Ratatouille
Das große Buch zum Film
96 Seiten, gebunden
SchneiderBuch
EGMONT vgs

Walt Disney (Hrsg.)
Ratatouille
Kinderbuch: Das große Buch zum Film
ISBN:3505124044
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Die verweigerte Zukunft

Die verweigerte Zukunft

Unsere Gesellschaft steckt in einer Krise. Diese Krise ist zum Normalzustand geworden und stellt Psychotherapeuten vor eine neue Situation, dringt diese doch bis in ihre Praxen vor, denn Verhaltensstörungen resultieren aus diesem Zustand und werden als behandlungsbedürftige Krankheit angesehen.
Kinder spüren das zuerst, wird doch ihre Zukunft pessimistisch, ja fast schon bedrohlich, dargestellt. Sie haben keinen Halt mehr im Leben, keine Sicherheiten, fühlen sich mit ihren Ängsten allein gelassen und entwickeln behandlungsbedürftige Symptome. Eltern und Erziehern fällt es immer schwerer ihre eigentlich angedachte Rolle wahrzunehmen. Das Familienleben wird nicht selten zum Psychodrama. In der Schule herrscht der Ausnahmezustand.

Die Autoren setzen sich sehr intensiv mit dem Leben in unserer Gesellschaft auseinander. Sie zeigen welche Wandlung ihre therapeutische Arbeit durchmacht und wie sie nach angepassten Therapiemöglichkeiten suchen. Die bisherige Arbeit wird auf den Prüfstand gestellt, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Dabei findet besonders das Umfeld der Kinder Beachtung. Nicht jedes Symptom ist ein Zeichen von Krankheit, sondern ist vielmehr eine Antwort auf die Lebensumstände des betroffenen Kindes. Und so etwas kann nicht mit Psychopharmaka behandelt werden. Die Autoren zeigen, dass es nicht darum gehen kann, Kinder mit Medikamenten zu behandeln, damit sie so funktionieren, wie die Gesellschaft es erwartet.

Als Eltern oder Erzieher erhofft man sich Hilfe von diesem Buch. Doch der Text ist sehr schwer verständlich. Ist man nicht vom Fach und kennt die Bedeutung der Fachausdrücke nicht, ist die Lektüre des Buches doch recht anstrengend. Tipps für die eigenen Erziehungsarbeit kann man kaum entnehmen, auch wenn man zu vielen Einsichten gelangt und Denkanstöße bekommt.
Es wird recht deutlich klar gemacht, wie unsere Jugend sich entwickelt und warum viele Kinder aus der „Norm“ geraten. Vieles hiervon ist aber ganz und gar nicht neu.

Interessant dagegen ist es, etwas über die angedachten neuen Therapiemöglichkeiten aus dem Praxisalltag der Psychotherapeuten zu erfahren. Hier sollen zukünftig andere Wege gegangen werden. Und trotzdem wird es nicht reichen unsere Kinder zu therapieren, solange unsere Gesellschaft krank ist. Diese Erkenntnis bleibt.

Rezension von Heike Rau

Miguel Benasayag
Gérard Schmit
Die verweigerte Zukunft
Nicht die Kinder sind krank, sondern die Gesellschaft, die sie in Therapie schickt
160 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN: 978-3888974922
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Christine Keil und Bernhardt Link: Kochen ist (k)eine Zauberei

Christine Keil und Bernhardt Link: Kochen ist (k)eine Zauberei

Kinder haben oft, was das Essen betrifft, ihre Eigenarten. Die einen mögen kein Obst oder Gemüse, die anderen lehnen Milchprodukte ab. Dass eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung wichtig ist, ist aber kein Geheimnis. Eine gute Möglichkeit Kinder an bestimmte Nahrungsmittel heranzuführen, ist es, sie selbst kochen zu lassen.

Die Kochrezepte im Buch sind für Kinder konzipiert. Die leckeren Milchshakes, die Gemüsesticks, die selbstgemachten Frühstücksbrötchen, die echten italienischen Spagetti, der Reissalat mit buntem Gemüse, das fruchtige Erdbeereis und die Muffins mit Schokoglasur machen Appetit.

Gekocht wird mit frischen Zutaten, verarbeitete Lebensmittel bekommen hier soweit es geht eine Abfuhr. Die Arbeitsanleitungen sind leicht nachzuvollziehen, so dass Eltern zwar anwesend sein müssen, aber im Hintergrund bleiben können.

Die Rezepte sind für vier Personen gedacht. Das scheint etwas viel, da zum Beispiel das Kartoffelnschälen oder Gemüseputzen für vier Personen schon eine Herausforderung für Kinder ist. Aber man kann die Zutatenlisten natürlich auch halbieren.

Die Rezeptanleitungen kommen in ausführlicher Textform daher. Die Kinder werden direkt angesprochen. Die Anleitungen sind aussagekräftig und leicht zu lesen. Das Buch wird für Kinder ab sieben Jahren empfohlen. Hier müssen dann die Eltern natürlich Hilfestellung leisten und die Texte vorlesen. Gute Orientierung bieten auch die Fotos. Hier kochen Kinder selbst und zeigen Schritt für Schritt, was getan werden muss.

Das Kochen keine Zauberei ist, lässt sich leicht nachvollziehen, durch die erklärenden Versuche, die es zu vielen Rezepten gibt. Wer sich fragt, warum heißes Fett spritzt, wieso Zitronensaft verhindert, dass angeschnittene Äpfel braun werden oder warum sich auf dem Pudding eine Haut bildet, bekommt hier Antwort.

„Kochen ist (k)eine Zauberei“ ist eine tolles Kochbuch für Kinder ab sieben Jahren, die gerne rühren, mixen, schnippeln und kneten. Damit es auch gleich losgehen kann, wird mit dem Buch ein kleiner Kochlöffel mitgeliefert.

Rezension von Heike Rau

Christine Keil / Bernhardt Link
Kochen ist (k)eine Zauberei
Mit Experimenten von Eva Bölter
44 Seiten, gebunden
Loewe Verlag 2007
ISBN: 978-3785559918
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Der neue Ravensburger Bastelspaß

Der neue Ravensburger Bastelspaß

Wer gerne mit Kindern bastelt, ist immer auf der Suche nach neuen Ideen. Fantasievolle Anregungen findet man im diesem Buch reichlich. Gebastelt wird mit verschiedenen Materialien wie Papier, Wolle, Holz, Knete und Ton unter Ausführung verschiedener Techniken.

Viele Sachen sind dabei, die das Kinderherz höher schlagen lassen. So kann man zum Beispiel mit dem Hasen aus einer Eierschachtel prima den Frühstückstisch schmücken. Kinder, die einen Einkaufsladen zu Hause haben, werden sich über das Obst, Gemüse und die Blumen freuen, die aus Seidenpapier gefertigt werden. Und für den Kindergeburtstag ist das kleine Glücksrad sicher eine Bereicherung.

Lernen kann man auch das Filzen. Dazu braucht man ein bisschen Übung, aber wenn man mit den kleinen bunten Bällen anfängt, ist es gar nicht so schwer. Nach und nach entstehen dann kleine Schneemänner, die man an den Weihnachtsbaum hängen kann, Eierwärmer, die wie Hühner aussehen, eine Decke für die Puppe oder eine Zaubertasche.

Die Holzarbeiten sind ebenfalls sehr vielseitig. Die Arche Noah mit den vielen Tieren ist sicher eine Herausforderung. Den Kantenhocker Pipo Holzkopf muss man unbedingt haben und mit den flotten Flitzern kann man ein Autorennen veranstalten. Es ist schön, wenn die Dinge, die man bastelt nicht nur Dekoration sind, sonder direkt zum Spielen genommen werden können.

Auch mit Knete und Ton lassen sich die tollsten Sachen basteln. Fingerpuppen für das eigene kleine Theater zum Beispiel oder der Zwerg für den Garten. Wer gerne mit Puppen spielt, kann ihnen ein Menü „kochen“. Die Kartoffelpuffer sehen wirklich lecker aus! Gut gefällt auch die Schneekönigin im Glas, die, wenn man das Glas schüttelt von Schnee eingehüllt wird. Das ist eine prima Geschenkidee.

Die große Vielfalt an Bastelvorschlägen ist beeindruckend. Es gibt einfache, auch schon von kleineren Kinder mit etwas Hilfe gut nachzumachende Ideen, aber auch Bastelvorschläge die eine Herausforderung sind. Die Anleitungen sind sehr gut für Kinder verständlich. Erwachsene, die beim Basteln helfen und die Texte den Kleineren vorlesen müssen, brauchen nicht umzuformulieren.
Schritt für Schritt kommt man schließlich bis zum fertigen Ergebnis. Alle Schritte sind gut erklärt und mit Zeichnungen versehen, so dass man gut folgen kann. Das Endergebnis sieht man auf einem großen Foto. Der Text darunter regt die Fantasie an.
Geeignet ist das Buch vor allem für Kindergarten- und Grundschulkinder. Man kann Zuhause basteln, es sind aber auch viele Ideen für Gruppenarbeiten geeignet.

Rezension von Heike Rau

Ute und Tilman Michalski
Der neue Ravensburger Bastelspaß
Tolle Ideen für Kinder
140 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473556335
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Hotel Mama

Hotel Mama

Das Buch enthält Dialoge zwischen Müttern und ihren halbwüchsigen Töchtern, Eltern und ihren erwachsenen Söhnen, Großmüttern und ihren Töchtern. Briefe zwischen Freundinnen, in denen es um die Familie geht. Briefwechsel und SMS-Kontakte zwecks neuer Partnerschaftsfindung, die von den Kindern sabotiert werden. Eine Beschreibung der häufigsten Neurosen, den Dialog einer Therapiesitzung und Telefongespräche.

Es geht um Eltern erwachsener Töchter und Söhne, die noch Zuhause wohnen, längst ausgezogen sind und sich trotzdem einmischen und um rücksichtslose Rückkehrer. In den Dialogen, Briefen und Telefongesprächen kommt so einiges zur Sprache. Thematisiert wird das schwierige Familienleben, es geht um Sorgen, Nöte, Regelverstöße, Liebe, Ordnung, Unterordnung und die vielen kleinen Ärgernisse, die es in Familien so gibt.

Die Autorin wirft mit den gängigen Klischees nur so um sich, spart nicht mit Ironie. Jede Mutter, jeder Vater, die Töchter und die Söhne finden sich irgendwo in den Texten wieder. Es gibt viel zu Schmunzeln. Das Buch ist ganz unterhaltsam, aber der große Wurf ist es nicht. Dazu wirkt es zu verallgemeinernd. Besonders weit wagt sich die Autorin auch nicht vor. Aber der Blick ins besagtes Hotel Mama ist amüsant. Ohne Frage wird man gut unterhalten.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Hotel Mama
Nesthocker, Nervensägen und Neurosen
160 Seiten, gebunden
Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 978-3552060661

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Tiere des Gartenteichs

Tiere des Gartenteichs

Es ist sehr faszinierend zu beobachten wie ein Gartenteich sich entwickelt. Neben den von eigener Hand eingesetzten Tieren nehmen oft auch andere Arten das Biotop gerne an und man kann Amphibien, Insekten und Schnecken beobachten. Dass man dann gerne wissen möchte, um welche Tierarten es sich hier handelt, ist klar. Mit dem Taschenatlas „Tiere des Gartenteiches“ lassen sie sich bestimmen.

Die Porträts sind nach Tierarten, also Fische, Lurche, Kriechtiere, Schnecken, Muscheln, Insekten, Spinnen und Krebse geordnet und hier meist innerhalb der Klassen von A – Z nach ihrem Populärnamen. Erwähnung finden Tiere die man im Handel erwerben kann und die, die ohne eigenes Zutun zugewanderten sind. Anhand kleiner Piktogramme kann man sofort die Größe, den Bereich in und am Gartenteich, wo sich die Tier vorzugsweise aufhalten, ihre Hauptvermehrungszeit und den Naturschutzstatus ablesen.

Im Porträt findet man dann Text-Informationen zur Familie, zur Verbreitung und dem Lebensraum, zur Nahrung, Vermehrung und zur Lebensweise. Natürlich gehört auch zu jedem Porträt ein Foto.

Das kleine Büchlein ist sehr übersichtlich gestaltet. Man findet schnell, was man sucht. Auch wer gerade erst einen Gartenteich geschaffen hat, kann sich informieren, welche Tiere er erwerben und einsetzten kann. Man sieht auch mich welchen Tieren man in und am Gartenteich rechnen kann, lässt man der Natur ihren Lauf oder schafft bestimmte Vorraussetzungen für Tiere, die sich ansiedeln sollen. So ist es natürlich sehr interessant, viel über die Lebensweise der Tiere nachlesen zu können. Die Texte sind kurz, auf das Wesentliche beschränkt, aber dennoch überaus informativ.

Rezension von Heike Rau

Axel Gutjahr:
Taschenatlas
Tiere des Gartenteichs
127 Seiten, 117 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5176-9
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Cool, jetzt werden wir Unternehmer

Cool, jetzt werden wir Unternehmer

Stella kann es kaum glauben. Die Jury von „Next Game Industries“ hat sie für ein Praktikum ausgewählt. Ihre Ideen sind super angekommen. Die Vierzehnjährige reist also von Wien nach Berlin. Die Computerspiel-Firma gehört ihrem Onkel Carl. Er ist Daniels Vater. Mit ihrem Cousin hat Stella begonnen, ein Handyspiel zu entwickeln, das bei dieser Gelegenheit fertiggestellt werden soll. Die Heldin ihrer Geschichte ist die Manga-Prinzessin „You Star“.
Als das Spiel fertig ist, bekommt sie sogar eine eigene Internetseite.
Das Handygame wird zunächst zum Gratis-Download bereitgestellt, um zu sehen, wie die Zielgruppe es annimmt und auch um zu sehen, ob es sich lohnt, das Spiel weiterzuentwickeln, denn noch steht es nicht für alle Handytypen zur Verfügung.
Als Stella, wieder Zuhause angekommen, erfährt, dass das Spiel in einer Woche mehr als tausend Mal heruntergeladen worden ist, kann sie das kaum glauben.
Stella und Daniel wollen nun eine Firma gründen. Doch Jugendlichen in diesem Alter ist das nicht erlaubt.

Beschrieben wird im Buch eine wirklich sensationelle Erfolgsstory, die fast zu schön ist, um wahr zu sein. Für Stella und Daniel entwickelt sich alles wirklich ganz wunderbar. Die beiden müssen zwar einen kleinen Rückschlag hinnehmen, aber der wird nur auf ein paar Seiten abgehandelt. Es wird also, könnte man sagen, der bestmögliche Verlauf angenommen.
Vermittelt werden soll aber in erster Linie Wirtschaftswissen und das mit einer Geschichte zu tun, ist eine wirklich gute Idee. Es wird am direkten Beispiel erklärt, wie man sich eine Firmengründung vorstellen muss. Dabei wird ersichtlich, welche Dinge man beachten muss, um erfolgreich ins Wirtschaftsleben starten zu können. Grundsätzliche Informationen werden direkt in der Geschichte durch Dialoge vermittelt.
Stella und Daniel sind sehr kommunikativ und neugierig und verstehen es, sich Auskünfte zu beschaffen.
Alle im Text verwendeten Fachausdrücke sind im Fettdruck dargestellt. Ihre Bedeutung ergibt sich zwar aus dem Text, kann aber auch noch einmal in aller Ausführlichkeit im Wirtschaftslexikon hinten im Buch nachgelesen werden.

Fazit: Ein tolles Buch, das sehr anschaulich erklärt, wie Wirtschaft funktioniert.

Rezension von Heike Rau

Miriam Özalp
Cool, jetzt werden wir Unternehmer
Wie Wirtschaft funktioniert
Mit Illustrationen von Hans-Jürgen Feldhaus
175 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 978-3800016075
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Das bin doch ich

Das bin doch ich

„Die Arbeit der Nacht“ ist beendet und liegt den Verlagen vor. Nun muss Glavinic warten, die Zeit totschlagen. Ablenkung bringt nicht mal seine Frau Else oder der kleine Sohn Stanislaus. Dabei hasst Glavinic das Nichtstun. Ob das Buch erfolgreich wird? So wie Daniels „Die Vermessung der Welt“?
Glavinic kann nicht abschalten, egal was er tut. Die eingebildeten Krankheiten verlangen nach Aufmerksamkeit. Er trifft sich mit einer Ärztin, ganz privat. Sich hier Kontakte aufzubauen, soll helfen gegen Hypochondrie. Das Treffen verläuft anders als erwartet, daher nimmt Glavinic ab sofort wieder mit seinen Künstlerkollegen vorlieb. Und spricht dem Wein zu. Das entspannt. Unterdessen steigen die Verkaufszahlen von Daniels Buch auf unfassbare Weise. Aber das Leben geht weiter. Es dümpelt vor sich hin, bis die Agentin anruft. „Die Arbeit der Nacht“ wird im Hanser Verlag erscheinen. Aber ein Grund zum Aufatmen ist das nicht. Wer weiß, ob das Buch erfolgreich wird?

Glavinic wird als ein Mann dargestellt, der sein Leben überdeutlich mit jeder Faser seines Körpers wahrnimmt. Dabei ist keine Leichtigkeit zu spüren. Unwirkliche Ängste bestimmen das Leben, das wird auch für den Leser spürbar.
Der Blick auf das Alltägliche ist keinen Moment langweilig. Es ist interessant zu sehen, wie der Autor beim Warten auf die Reaktion des Verlages aus dem Gleichgewicht gerät und nur mit Mühe und Not und viel Alkohol in der Spur bleibt. Alles um ihn verblasst. Sogar Frau und Kind rücken in den Hintergrund. Eine Beteiligung am Familienleben ist gar nicht möglich.
Ein Psychoanalytiker hätte viel Freude an diesem Buch. Aber auch ein interessierter Leser ohne entsprechende Ausbildung wird gut unterhalten. Der Roman entbehrt zwar einer gewissen Ernsthaftigkeit nicht, dennoch sind Witz und Ironie Eigenschaften, die den Roman auszeichnen.
Warum wohl hat der Autor diesen Roman geschrieben? Nach der Lektüre kommt nur eine Antwort in Frage: um die Zeit totzuschlagen. Und das kann auch der Leser mit diesem Buch.

Rezension von Heike Rau

Thomas Glavinic
Das bin doch ich
238 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN: 978-3446209121
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