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Autor: hera

Expedition Wissen: Lebensräume der Tiere

Expedition Wissen: Lebensräume der Tiere

„Expedition Wissen“ ist eine neue Sachbuchreihe für Kinder aus dem Ravensburger Buchverlag. „In Lebensräume der Tiere“ erfahren Kinder ab acht Jahren alles über die Tiere, die es auf unserer Erde gibt. Besucht werden die unterschiedlichen Lebensräume wie Wiese, Wasser, Wald, Gebirge, Meer, Wüste und Savanne und die Polargebiete. Diese Lebensräume sind noch einmal untergliedert. Im Kapitel Meer beispielsweise in die doppelseitigen Abschnitte „Im Watt und am Strand“, „Im Meer“, „Im Korallenriff“ und „In der Tiefsee“.
Aufgebaut sind alle Wissensseiten auf die gleiche Art und Weise. Neben einem erklärende Text, kann man einen Steckbrief mit zusammenfassend dargestellten Daten und Fakten lesen. Man kann beschriftete Bilder ansehen, Postkarten lesen, mit denen die beiden Kinder Sarah und Lukas interessante Informationen austauschen. Es gibt kleine Bildergeschichten und informative Fakten, die unterhalten oder die verblüffend sind. Außerdem bekommt man Informationen zu weiterführenden Seiten im Buch. Wer möchte, kann über die Internetseite www.expedition.wissen.de weiterforschen. Mit zum Buch gehört auch ein Gewinnspiel. Dazu muss man Fragen beantworten und dann den Code knacken. Die Antworten auf die Fragen verbergen sich im Text. Wer das Lösungswort einschickt, kann Buchpakete gewinnen.

Das Wissensbuch ist sehr spannend und kindgerecht gemacht. Und es unterhält ausgesprochen gut. Man kann eine Menge über Tiere und ihre Lebensräume lernen. Die Fakten werden auf eine ansprechende Art vermittelt. Gut gefallen hat auch die Übersichtlichkeit der Seiten. Neben verschiedenen Textarten gibt es viele Zeichnungen zum Betrachten. Man muss das Buch nicht von vorn nach hinten durchlesen, denn man bekommt immer wieder Anregungen auf Seiten weiterzulesen, die mit dem eben gelesenen Thema zu tun haben oder die ähnlich interessant sind. Das Gewinnspiel ist natürlich eine tolle Sache, regt es doch an, die Texte besonders aufmerksam zu lesen. Besonders wissbegierige Kinder, werden sich freuen, im Internet auf der extra eingerichteten Seite weiterlesen zu können.
Das Buch kann auch als Nachschlagewerk genutzt werden. Ein Register ist vorhanden.

Rezension von Heike Rau

Sandra Noa
Expedition Wissen
Lebensräume der Tiere
80 Seiten, gebunden
ab 8 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473551637
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Kleiner Bruder zu verkaufen

Kleiner Bruder zu verkaufen

Als Lisas Bruder noch ein Baby war, war er einfach nur klein und süß. Nun ist, so findet sie, ein Monster aus ihm geworden. Er hat ihre Puppe kaputt gemacht, ihren Turm umstoßen, ihren Knetfiguren die Köpfe abgebissen und ihre Zeichnungen zerrissen. Das geht an die Nerven! Mama meint, er ist eben noch klein, was wohl heißen soll, dass sie Verständnis aufbringen muss.

Aber Lisa möchte ihren Bruder lieber loswerden. Allerdings passt er nicht in einen Briefkasten und für den Mülleimer ist er auch zu groß. Also setzt sie ihn vor die Tür und stellt ein Schild dazu: „ZU VERKAUFEN“. Benno kann gar nicht verstehen, dass Lisa den Kleinen verkaufen will. Er nimmt ihn gern, hat er sich doch schon immer einen kleinen Bruder gewünscht.

Lisa kann nun endlich nach Herzenslust spielen. Kein kleiner Bruder stört. Doch abends als sie allein in der Badewanne sitzt, muss sie an den Kleinen denken. Mit ihm zu kuscheln, fehlt ihr. Sie hält die Sehnsucht bald gar nicht mehr aus. Lisa will ihren Bruder zurück.

Das Buch ist für große Schwestern, die auch einen kleinen Monster-Bruder zu Hause haben, bestens geeignet. Bei allem Ärger überwiegt doch die Liebe zum Geschwisterchen, nur muss man sich das erst einmal eingestehen. Was Lisa da mit ihrem Bruder tut, um ihn loszuwerden, ist stark übertrieben. Und sicher wird jede große Schwester ganz empört sein, wenn sie sieht, wie Lisa ihren Bruder versucht, kopfüber in den Mülleimer zu befördern. Die Bilder sprechen also eine deutliche Sprache. Folgerichtig sind die Texte auf das Wesentliche beschränkt.

Rezension von Heike Rau

Marian De Smet / Marja Meijer
Kleiner Bruder zu verkaufen
28 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab fünf Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 978-3830311294
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Skulduggery Pleasant: Der Gentleman mit der Feuerhand

Skulduggery Pleasant: Der Gentleman mit der Feuerhand

Zur Eröffnung von Onkel Gordons Testament hat sich auch ein Fremder angesagt. Dementsprechend neugierig ist die Familie auf Mr. Skulduggery Pleasant, der angeblich Freund und Berater des Verstorbenen war. Tatsächlich ist er eine auffallende Persönlichkeit mit Schal, Handschuhen, Sonnenbrille und wildem Kraushaar. Irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Die Testamentseröffnung lässt aber keinen Raum für Spekulationen.
Zur Überraschung aller Anwesenden wird Stephanie, eine Nichte Gordons, zur Haupterbin erklärt. Sie selbst kann es nicht fassen.

Als die Gelegenheit günstig ist, erkundet Stephanie den geerbten Landsitz ihres Onkels. Weil die Straße bei der Brücke überflutet ist, muss sie allerdings länger hier aushalten, als geplant. Gegen Mitternacht erhält sie einen merkwürdigen Anruf. Sie will den Fremden abwimmeln, doch der denkt gar nicht daran, taucht wenig später an der Tür auf und setzt seine Bedrohungen fort. Mit Gewalt verschafft er sich schließlich Zutritt. Doch gerade, als er Stephanie an den Kragen geht, stürmt Skulduggery Pleasant herein und zeigt sich als Retter in der Not. Er schlägt den Fremden in die Flucht.
Skulduggery ist eigentlich selbst ein Fremder für Stephanie. Und – er ist ein Skelett. Sein Aussehen schuldet er dem Umstand, dass es bei einer Zauberei einen Unfall gegeben hat. Nun arbeitet er als Detektiv und lüftet Geheimnisse.

Stephanie fasst Zutrauen zu Skulduggery, denn er ist ein wahrer Gentlemen. Auch sie hat Interesse daran, den Einbrecher ausfindig zu machen, um in Erfahrung zu bringen, was er im Haus wollte. Bald stellt sich heraus, dass es Nefaran Sepenine war. Der Alchemist gehört zu den ganz Bösen. Er ist auf der Suche nach einem Zepter, das ihm ungeahnte Macht verleihen soll. Nun wird auch klar, dass Onkel Gordon möglicherweise nicht auf natürlichem Wege ums Leben kam. An dem angeblich erlittenen Herzinfarkt kommen Zweifel auf. Stephanie will zusammen mit Skulduggery herausfinden, was wirklich geschehen ist.

Man merkt es schon nach den ersten Zeilen. Der Autor hat einen ganz wunderbaren Schreibstil: leicht lesbar und fesselnd. Auch die Helden des Buches sind etwas ganz Besonderes. Skulduggery Pleasant ist ein Skelett. Er ist ein außergewöhnlich Typ, ein Gentlemen, aber auch ein Draufgänger, ausgestattet mit magischen Fähigkeiten. Man könnte sich in ihn verlieben, wenn er doch nur ein wenig Speck auf den Rippen hätte.
Stephanie steht ihm in nichts nach. Sie ist ihm gewachsen durch ihre Frechheit, ihren Mut und ihr loses Mundwerk. Die beiden geben ein tolles Team ab, haben es aber mit einem Widersacher zu tun, der für viele teuflische Überraschungen gut ist.
Die Geschichte gefällt. Es ist im weitesten Sinne ein Spuk- und Geisterkrimi der etwas anderen Art. Denn Magie spielt in diesem Buch eine große Rolle. So wird der Leser immer wieder mit Szenen, die alles andere als langweilig sind, begeistert. Richtig rasant geht es zeitweise zu, wenn es mit unlauteren Mitteln in den Kampf geht, und sich als unsterblich erweist, was längst platt gemacht ist.
In diesem Buch scheint alles möglich. Der Autor greift in die Vollen und schöpft seine Fantasie voll aus. Es ist, als liefe ein Film vor dem inneren Auge ab, so präzise und bildhaft ist alles beschrieben.

Rezension von Heike Rau

Derek Landy
Skulduggery Pleasant
Der Gentleman mit der Feuerhand
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
344 Seiten, gebunden
Loewe Verlag
ISBN: : 978-3785559222
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Bis es wieder hell ist

Bis es wieder hell ist

Maarten wirkt ein klein wenig zerstreut. Das ist normal im Alter. Sein Gedächtnis war eigentlich schon immer schlecht. Dafür sind die Erinnerungen an die Vergangenheit klar wie nie. Manchmal vermischt sie sich mit der Gegenwart.

Immer wieder wird Maarten von seiner Frau Vera ermahnt. Aber den Alltag zu bewältigen, ist nun mal keine leichte Sache, wenn man so viele Lebensjahre auf dem Buckel hat. Der Tag gerät immer mal wieder ein wenig durcheinander. Alltägliche Verrichtungen werden fremd. Das Übliche im Alter.

Die Vergangenheit wird zur Gegenwart. In Gedanken sind längst Verstorbene wieder am Leben. Maarten weiß nicht mehr, ob es Tag oder Nacht ist. Er geht spazieren und vergisst die Zeit. Vera geht zu Dr. Eardly.

Maarten kann nicht mehr allein zu Hause bleiben. Vera kann nicht abschätzen, was ihm in den Sinn kommt. Dabei sieht sie ihm gar nichts an. Und doch wird er ihr immer fremder.

Der Autor hat den Versuch gewagt, sich in einen Alzheimer-Kranken hineinzuversetzen. Er schildert wie Maarten von der Krankheit vereinnahmt wird, wie sein Leben rückwärst läuft, bis er praktisch wieder zum Kind, das rundherum versorgt werden muss, wird.
Das Besondere des Buches ist die Perspektive. Der Ich-Erzähler ist der Kranke selbst, dem nach anfänglicher Verwunderung bald nicht mehr klar ist, dass er überhaupt erkrankt ist.
Kein Mensch weiß, was bei Alzheimer in einem Menschen vorgeht. Aber man kann der Vorstellung des Autors gut folgen.
Das Buch macht betroffen. Es hat Tiefgang und berührt stark. Es weckt Verständnis für diese Krankheit, die auch Angehörige in tiefe Verzweiflung stürzt.
So zu schreiben, wie Bernlef es tut, ist eine Meisterleistung. Es erfordert Einfühlungsvermögen ungeahnten Ausmaßes. Dem Autor gelingt zu beschreiben, was eigentlich unbeschreiblich ist.

Rezension von Heike Rau

Bernlef
Bis es wieder hell ist
Aus dem Niederländischen von Maria Csollány
164 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
ISBN: 978-3312003952
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Im Fluss

Im Fluss

Mia ist in sich gekehrt und verschlossen. Sie hat ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten, von dem niemand weiß. Es könnte ein Neuanfang sein, der Umzug in das einsam gelegen Dorf am Fluss, auch wenn Mia eigentlich gar nicht umziehen wollte. Gefühle kann man nicht lange unterdrücken, so verliebt Mia sich in Alexander, der mit seinem Bruder, seiner Oma und dem Vater nebenan wohnt. Die Mutter hat ihre Kinder und ihren Mann vor Jahren verlassen.
Auch der Bruder, Jan, verliebt sich in Mia. Doch seine Freundin Alina klammert sich an ihn, will ihn nicht freigeben.

Die Familie der beiden Brüder umgibt ein dunkles Geheimnis. Das bekommt Mia zu spüren. Seltsame Dinge geschehen, die sich niemand erklären kann. Mia sollte sich raushalten als Zugezogene, als Fremde im Dorf. Doch sie ist neugierig, will wissen was vorgeht und wer ihr das Leben schwer macht. Damit schafft sie eine gefährliche Situation.

Die Autorin schildert die Geschichte aus drei Perspektiven. Hintereinander kommen Mia, Alexander und Jan zu Wort. Schon das ist eine Besonderheit des Romans. Der Leser weiß mehr, als die Hauptpersonen des Buches für sich genommen. Das Buch ist ohnehin anders als andere. Man spürt es zwischen den Zeilen, diese melancholisch-unheimliche Stimmung, die die Geschichte prägt und so fesselnd macht. Es ist das dunkle Geheimnis, das die Geschichte beeinflusst und das es zu entschlüsseln gilt.

Ab einem bestimmten Punkt ist die Geschichte vorhersehbar. Aber das macht nichts. Leider leidet die Glaubwürdigkeit, die Wahrhaftigkeit der Geschichte dann doch etwas, als man weiß, was das Geheimnis ist, denn im Grunde ist es nicht erklärbar. Psychologie und die Macht der Fantasie spielen entscheidende Rollen.

Das Buch lebt von den Stimmungen, die die Autorin mit ihre wunderbaren Schreibweise geschaffen hat. Damit ist das Buch sehr fesselnd und ungeheuer spannend geschrieben. Die Geschichte wird lange im Gedächtnis bleiben.

Rezension von Heike Rau

Marlene Röder
Im Fluss
252 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473352777
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Katzen!

Katzen!

Katzen sind als Haustiere sehr beliebt. Es ist besonders ihr eigenwilliger Charakter, der so fasziniert. Erwägt man die Anschaffung einer Katze, will man sich natürlich genau über die kleinen Raubtiere informieren. Das vorliegende Buch ist eine gute Grundlage dafür.
Die Autoren beschreiben zunächst die Herkunft der Katze, berichten über ihre faszinierenden Fähigkeiten, beschreiben, wie Katzen sind und zeigen die Vielfalt der Rassen. Erklärt wird ganz genau, auf was der zukünftige Katzenhalter sich einlässt, welche Bedürfnisse Katzen haben und welche Anforderung erfüllt werden müssen.

Ist der neue Mitbewohner, ob nun direkt vom Züchter oder auch aus dem Tierheim, erst einmal zu Hause angekommen, gilt es sich mit ihm anzufreunden. Die Autoren zeigen auf, wie Katzen sich eingewöhnen und wie man dabei helfen kann. Dazu ist es nötig, das Tier zu verstehen, seine Lautäußerungen und seine Körpersprache deuten zu lernen, damit das Miteinander gut klappt. Entscheidungshilfe gibt es auch bei der Wahl, ob die Katze eine Wohnungskatze oder ein Freigänger werden soll. Hier gibt es auch sehr schöne Tipps für die Einrichtung eines abgegrenzten Gartens oder Balkons.

Die Beschäftigung mit der Katze nimmt natürlich viel Zeit ein. Spielen ist wichtig für die Katze, die ihren Jagdtrieb ausleben möchte. Wer will, kann seiner Katze ein tolles Spielparadies mit vielen Klettermöglichkeiten in der Wohnung einrichten. Natürlich wird der Leser auch in Sachen Futter ausführlich beraten. Neben grundsätzlichen Informationen werden im Buch sogar Kochrezepte vorgeschlagen.

Der Informationsgehalt des Buches ist sehr hoch. Nach grundsätzlichen Erklärungen ist noch lange nicht Schluss. Egal ob die Katze krank ist oder durch ihr Verhalten auffällt oder es sonst irgendwelche Probleme gibt. Die Autoren haken diese Dinge Punkt für Punkt ab. Die Texte sind wunderbar zu lesen. Außerdem ist das Buch sehr gut durchstrukturiert. Es gibt ein Register, so dass man auch mal schnell etwas nachschlagen kann. Die Texte sind mit vielen Katzenbildern illustriert. Sie sind aber nicht nur schmückendes Beiwerk. Man kann hier sehr viel über das Verhalten von Katzen ablesen. Sehr gut gefallen haben auch die Kinderseiten. Kinder werden angeregt sich aktiv um das Haustier mit zu kümmern. Es werden tolle Spiele vorgeschlagen und es wird gezeigt, wie Katzenspielzeug gebastelt werden kann.

Rezension von Heike Rau

Eva-Maria Götz, Birgit Gollmann, Anna Laukner:
Katzen!
Alles über Katzen-Charaktere, Wohngefühl und
Gourmet-Menüs
192 Seiten, broschiert, 190 Farbfotos
Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3-8001-5489-0
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Matthias Sodtke / Steffen Butz: Chaos im Kinderzimmer

Matthias Sodtke / Steffen Butz: Chaos im Kinderzimmer

Dieses Buch direkt bei Amazon bestellen!
Der Bärenvater kann es nicht fassen. Im Kinderzimmer seines Sohne sieht es aus, als hätten fünf wilde Affen eine Party gefeiert. Alles ist mit Spielzeug aller Art vollgebaut. Der Boden ist fast nicht mehr zu sehen. Sofort fordert er seinen Sohn Ole auf, das Chaos zu beseitigen. Wenn der Vater in diesem Ton mit Ole spricht, dass weiß der Bärensohn, dann ist es ernst. Trotzdem widerspricht er. Er sagt ihm, dass das Kinderzimmer ein Dinosaurier-Urwald ist. Und dieser kann nicht aufgeräumt aussehen. Das macht Vater Brumm sprachlos. Der Sohn hat nämlich recht. In einem Dinosaurier-Urwald kann es nicht zugehen, wie in einem gepflegten Stadtpark. Aber manchmal ist Ordnung unumgänglich. Der Bärenvater regt seinen Sohn zum Nachdenken an. Ole soll sich einmal vorstellen, welchen Eindruck eine unordentliche Zeitung auf ihn machen würde, wo alle Artikel kreuz und quer durcheinanderwirbeln. Ole gibt seinem Vater recht, aber schon hat auch er ein neues Beispiel parat, was für die Unordnung spricht. Der Bärenvater soll sich vorstellen, wie der Nachthimmel aussähe, wenn der Mond seine Sterne am Himmel alle aufräumen würde.

In diesem Buch liefern sich Vater und Sohn einen Schlagabtausch, der einmal für und dann wieder gegen das Halten von Ordnung spricht. Kleine Kinder können so lernen, wann Ordnung oder Unordnung sinnvoll sind und wann unmöglich. Sicher fallen den Kindern, für die dieses Buch gedacht ist, noch mehr Beispiele ein.
Die Geschichte bietet sich als Gesprächsgrundlage für Kinder und deren Eltern an. Und vielleicht kommt tatsächlich das ein oder andere Kind zu der Einsicht, dass es sein Kinderzimmer aufräumen muss. Ole tut es zum Schluss schließlich auch und der Vater hilft.
Das Buch ist durchgehend illustriert. Alle Vorstellungen über Ordnung und Unordnung von Vater und Sohn wurden zu spannenden Bildern verarbeitet, die farbenfroh und detailreich sind. Besonders die Mimik der beiden Bären spricht für sich!

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke / Steffen Butz
Chaos im Kinderzimmer
30 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab 5 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 978-3830311256
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Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs

Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs

Eigentlich wollte der kleine Fuchs mit Zottel und Daxi im Baumhaus spielen. Aber draußen regnet es. Also geht der Kleine in seine Spielecke, um zu malen. Die Farbstifte kann er jedoch nicht finden. Mama Fuchs weiß auch nicht, wo sie sind und rät, danach zu suchen. Aber das macht der kleine Fuchs gar nicht gerne. Mama Fuchs findet die Farbstifte unter dem Bett. Damit sie das nächste Mal nicht wieder unauffindbar sind, rät sie ihrem Kind, diese nach Gebrauch aufzuräumen. Der kleine Fuchs scheint das nicht gehört zu haben. Nach dem Malen spielt er mit der Eisenbahn, belädt sie und lädt wieder ab. Bald liegt überall etwas herum. Als Mama Fuchs versehentlich auf ein Spielzeug tritt, ist seine Empörung groß. Dabei hat der kleine Fuchs doch selbst alles liegen lassen.
Erst nach Aufforderung durch die Eltern und deren Mithilfe räumt der kleine Fuchs auf. Und das auch nur, weil er mit Zottel und Daxi nun, nachdem es aufgehört hat zu regnen, zum Baumhaus will. Das Einweihungsfest muss vorbereitet werden. Die Feier wird ein voller Erfolg. Nur hinterher will wieder keiner aufräumen.

Das Unordnung im Leben eher hinderlich ist, wird im Buch auf eine sehr anschauliche Art und Weise gezeigt. Dabei muss man aus dem Aufräumen gar keine große Sache machen. In die kleine Geschichte sind Tipps eingebaut, die Kindern das Aufräumen erleichtern. Gut geht es, wenn man große Kisten für oft verwendetes Spielzeug bereitlegt und die Eltern helfen. Gemeinsam, ob nun mit den Eltern oder den Spielfreunden, geht es zudem schneller und macht sogar Spaß. Zudem erspart es zeitaufwändiges Suchen. Was beim kleinen Fuchs klappt, sollte auch bei Kindergartenkindern klappen. Die kleine Geschichte verhilft schnell zu mehr Einsicht.
Kleine Kinder werden das Buch mögen. Es ist ganz wunderbar illustriert und mit dem kleinen Fuchs können sie sich identifizieren.
Die kleine Geschichte ist von angenehmer Länge und lässt sich gut vorlesen. Da die Bilder sehr aussagekräftig sind, können Kinder das Buch aber auch gut alleine ansehen. Es macht Spaß, die Geschichte zu verfolgen und die vielen Details zu entdecken.

Rezension von Heike Rau

Christine Georg / Manfred Mai
Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs
30 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473323654
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Die Magd und die Königin

Die Magd und die Königin

Rose gerät nach einer Vergewaltigung in Verruf. Das Leben wird für sie zur Qual. Ihre Herrin Elain weiß ebenfalls nicht mehr ein noch aus, soll sie doch mit einem Mann verheiratet werden, dem sie mit Abscheu begegnet. Hals über Kopf fliehen die beiden. Erst unterwegs kristallisiert sich ihr Ziel heraus. Sie wollen zum Hafen, dorthin wo die Pilger nach dem Heiligen Land sich versammeln, um sich einzuschiffen zu lassen. Nach Marseille soll es gehen und dann mit der Flotte des Königs direkt nach Palästina.
Die Vorkommnisse auf ihrem Weg führen dazu, dass die beiden jungen Frauen in jämmerlichen Zustand in Hull ankommen. Doch sie geben nicht auf und schaffen es bis nach Messina. Kurz nach ihrer Ankunft stürmt Richard Löwenherz die Stadt wegen seiner Schwester Johanna, die hier nach der Ermordung ihres Gatten gegen ihren Willen festgehalten wird.
Doch Johanna hat in ihrer Verzweiflung bereits die Initiative ergriffen und ist geflohen. Sie irrt auf der Suche nach einem Versteck auf einem verlassenen Friedhof umher. Ausgerechnet hier trifft sie auf Rose und Alain, die sich ebenfalls hier vor den Soldaten und Plünderern verborgen halten.

Vor einer imposant gezeichneten Kulisse spielt die Geschichte dreier ganz unterschiedlicher Frau, die doch eins gemeinsam haben. Sie kämpfen um ihre Freiheit und sind bereit, dafür einen hohen Preis zu zahlen.
Man wird sofort hineingezogen, in diese sehr bildhaft gezeichnete und aufwändig recherchierte Geschichte. Auch der Schreibstil der Autorin ist ein Grund dafür. Die Sätze, eingebettet in die historischen Hintergründe, fließen nur so ineinander und man kann ganz wunderbar abschalten.
Die Charaktere, insbesondere Rose, Elain und Johanna, sind sehr tiefgehend, besonders in ihren Gefühlen, beschrieben. Beim Lesen lebt man förmlich mit ihnen als in allen Belangen eingeweihter Zuschauer. Wobei die Charaktere in den Nebenrollen der Geschichte aber nicht weniger gut beschrieben sind.
„Die Magd und die Königin“ ist ein wunderbar erzählter, fesselnder Schicksals-Roman. Unbedingt lesen!

Rezension von Heike Rau

Tessa Korber
Die Magd und die Königin
478 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 978-3821857862
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Ein Gebet für die Verdammten

Ein Gebet für die Verdammten

Irland, im Jahre 668. Auf der Burg in Cashel herrscht Trubel. Die Hochzeit der Schwester des Königs steht kurz bevor. Abgesandte aller fünf Königreiche werden erwartet.
Überschattet wird das Ereignis dann jedoch von einem Einspruch, den Abt Ultán von Cill Ria, gegen die Trauung erhebt. Er ist der Meinung, dass Brüder und Schwestern, die dem Neuen Glauben dienen, nicht heiraten dürfen. Der Einspruch Erhebende hält sich für einen großen Reformator.
Dass er zeitgleich mit den Angelsachsen, Landsleuten von Eadulf ankommt, scheint auch kein Zufall zu sein.
Besorgniserregend scheint auch die Tatsache, dass der Wahrsager Fidelma und Eadulf nahe legt, vorsichtig zu sein.
Brehon Baithen, Ratgeber in Gesetzeskunde und Verfahrensfragen wird vorgeschickt, um mit Abt Ultán zu sprechen. Doch der Abgesandte der Abtei Ard Macha ist tot. Gerade noch hat der Richter jemanden weglaufen sehen. Der Mörder ist Muirchertach Nár von Uí Fiacharcha, der König von Connacht.
Dass die Dinge nie so einfach laufen, weiß Schwester Fidelma nur zu genau. Deswegen nimmt sie den Fall auch sehr ernst. Der Beschuldigte nimmt nämlich sein Recht war, sich einen Anwalt auszusuchen und wählt Fidelma, die mit Eadulf zusammen ermittelt.

Keine Frage, der Fall ist spannend, aber eben auch sehr verzwickt. Und doch ist es eine Freude, zu verfolgen, wie Fidelma und Eadulf ermitteln. Fidelma versteht es mit Worten zu schießen. Gekonnt manövriert sie Verdächtige mit Fangfragen ins Abseits. Eadulf geht es da viel gemächlicher an. Er hält sich im Hintergrund, denkt anders als Fidelma, bringt den Fall aber gerade dadurch immer mal wieder entscheidend voran. So sind es besonders die ausgefeilten Dialoge, die an diesem Fall faszinieren.
Wieder wundert man sich über das Paar Fidelma und Eadulf, die ja heiraten wollen. Das Liebe sie verbindet, ist nicht erkennbar. Nur eine tiefe Freundschaft ist spürbar und das, wo die beiden doch bereits einen gemeinsamen Sohn haben.
Der Spannungsbogen ist in Ordnung. Besonders im letzen Drittel des Buches kann man kaum mehr aufhören mit lesen. Zu viele Mutmaßungen hinsichtlich des Täters stehen im Raum. Allerdings ist viel Konzentration erforderlich, da es Mühe macht, die vielen Personen mit ihren schwierigen irisch/keltischen Namen auseinander zu halten. Immer wieder muss man vor zur Liste blättern, um nachzuschlagen.
Aber es lohnt sich. Das Ende ist wirklich eine Überraschung!

Rezension von Heike Rau

Peter Tremayne
Ein Gebet für die Verdammten
Historischer Kriminalroman
Aus dem Englischen von Irmhild und Ott Brandstädter
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746623320
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