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Autor: hera

Anton Badinger: Zwei unter einem Schirm

Anton Badinger: Zwei unter einem Schirm

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Jede Woche kauf Lotta ein Los in der Trafik und hofft auf den großen Gewinn. Der Mann, der ihr das Los verkauft, gefällt ihr gut. Allerdings scheint Konrad das nicht zu bemerken. Lotta ist nicht nur deshalb unzufrieden mit ihrem Leben. Auch die Arbeit als Buchhalterin füllt sie nicht aus. Und dann kommt der Hauptgewinn. Zunächst bleibt das ein Geheimnis, aber natürlich will sie auch nach außen hin zeigen, dass sie nun eine andere ist. Lotta sonnt sich in ihrem Reichtum und so hat der Makler leichtes Spiel, ihr eine renovierungsbedürftige Villa aufzuschwatzen. Auch nimmt sie die Hilfe vermeintlicher Freunde an, ohne groß nachzudenken. Lotta merkt nicht, wie das schöne Geld dahin schmilzt.

Gülcan lebt bei ihren Eltern in Istanbul, bis sie Cemil heiratet und ihm nach Salzburg folgt. Das erträumte Haus mit Garten ist nur eine Wohnung, in der auch seine Eltern wohnen. Die versprochene Ausbildung kann Gülcan nun doch nicht machen, denn sie wird von Cemil dazu verdonnert, in seinem neuen Hühnerimbiss zu arbeiten. Weil die Ehe mit Cemil unerträglich ist und Gülcan sich immer mehr eingeengt fühlt, läuft sie davon. In Wien trifft sie auf Lotta und beginnt für sie in der Villa zu arbeiten.

Auf unterhaltsame Weise beschreibt der Autor das Leben von Lotta und Gülcan. Beide sind auf der Suche nach dem Glück. Es wird sogar greifbar. Aber manche Versprechen sind einfach nur Lügen oder Betrugsversuche. Lotta und Gülcan müssen damit leben. Doch Widerstand regt sich. Das, was in den beiden Frauen vorgeht, wird auf eine unverblümte Art und Weise dargestellt. Es geht um Anerkennung, Emanzipation und um finanzielle Unabhängigkeit. Ziele zu erreichen, erfordert aber manchmal abenteuerliche Wege.

Den Eindruck, dass mit dem Zusammentreffen von Lotta und Gülcan eine „wunderbare Freundschaft“ beginnt, habe ich nicht, auch wenn das hinten auf dem Buch steht. Selbst wenn über Privates gesprochen wird, ist es doch ein Arbeitsverhältnis, was beide verbindet. Gülcan ist sozusagen Lottas Dienstmädchen. Beide gehen sehr rüde miteinander um. Durch die Konfrontation wird die Unzufriedenheit verstärkt. Der Autor verfolgt das Thema aber nicht mit der zu erwartenden Konsequenz. So erscheint das Ende dann doch recht glattgebügelt.

Rezension von Heike Rau

Anton Badinger
Zwei unter einem Schirm
480 Seiten, Klappenbroschur
Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552063765
ISBN-13: 978-3552063761
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Antje Wagner: Hyde

Antje Wagner: Hyde

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Katrina hat sich immer wohlgefühlt in ihrem Zuhause im Wald, auch wenn sie hier mit ihrem Vater und ihrer Schwester Zoe sehr zurückgezogen gelebt hat. Es war in Ordnung, sie hat die Natur geliebt und viel gelernt. Doch diesen Ort, Hyde, gibt es nicht mehr. Es ist etwas passiert, an das Katrina sich nicht erinnern kann. Auch nicht, nachdem sie das Krankenhaus verlassen hat. Katrina hat ihren Vater und die Schwester verloren. Aber die Mutter, von der sie dachte, dass sie gestorben ist, lebt und will sich nun um die Katrina kümmern.

Das bisherige Leben Katrinas wird infrage gestellt. Was gewesen ist, wird nun anders bewertet. Aber Katrina will nicht wahrhaben, was ihr eingeredet wird. Sie deckt die Lügen auf und verlässt ihre Mutter. Sie sinnt auf Rache. Auf der Suche nach Arbeit, Katrina ist mittlerweile Tischlergesellin, entdeckt sie ein altes Haus. Dass ein Verwalter für „Haus Waldkauz“ gesucht wird, kommt ihr sehr gelegen. Doch zur Ruhe kommt Katrina hier nicht. Das Haus hat eine merkwürdige Geschichte und beunruhigt sie mit mysteriösen Vorkommnissen.

Das Buch beginnt relativ realistisch. Es spielt in der Gegenwart, während zwischendurch immer wieder ein Blick in die Vergangenheit geworfen wird. Ich dachte zunächst, es wird ein Krimi, in dem aufgedeckt wird, warum der Vater die Kinder im Wald aufgezogen hat. Abgeschottet, aber nicht weltfremd, sondern naturverbunden und gebildet. Liebevoll, aber auch mit strengen Regeln. Das stellt die Autorin sehr gut dar. Die Geheimnisse um die Familie werden zwar aufgedeckt, bleiben aber so stehen.

Mit „Haus Waldkauz“ kommen fantastische Elemente zum Tragen. Katrina hat ein Gespür für das alte Haus. Ihre Naturverbundenheit spielt hier mit hinein. Für sie ist das Haus mit seinem Holz lebendig. Es bedarf ihrer Pflege. Ich kann das soweit gut nachvollziehen. Doch zum Ende hin wird das Buch zu unrealistisch. Nicht einfach mysteriös, sondern wirklich befremdlich. Es ist, als würde Katrina, die mir bis dahin sehr sympathisch war, nun in eine andere Welt abrutschten. Ich denke, man kommt nur damit klar, wenn man das einfach so stehen lässt, ohne darüber nachzudenken. Vielleicht ist es auch so, dass die Geschichte hier in einen Traum übergeht.

Rezension von Heike Rau

Antje Wagner
Hyde
408 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407754353
ISBN-13: 978-3407754356
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Claudia Piñeiro: Der Privatsekretär

Claudia Piñeiro: Der Privatsekretär

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Román Sabaté kann es nicht glauben, als er nach einer Bewerbung als Mitarbeiter in der neu gegründeten Partei Pragma angenommen wird. Sein Freund Sebastián hatte ihn überredet, sich mit ihm zusammen vorzustellen.
Román wird genommen, Sebastián nicht. Dabei wäre er der Bessere für den Job gewesen, soviel steht fest.

Fernando Rovira, ursprünglich erfolgreicher Bauunternehmer in Buenos Aires, hat die Bürgerbewegung gegründet. Er hat Charisma und versteht es, seine Anhänger mit seinen Ideen zu begeistern. Sein Ziel ist es, nach der geplanten Teilung der Provinz Buenos Aires, Gouverneur zu werden.

Román wir zum persönlichen Assistenten von Fernando Rovira. Er kommt ihm näher als jeder andere Mensch. Nachvollziehen kann er das nicht. Er wird als sensibler und zweifelnder Mensch dargestellt. Zumindest macht sein Erfolg es ihm möglich, auch Sebastián in die Partei zu holen, der kaum mit der anfänglichen Ablehnung fertig wird, und nun gespannt darauf ist, hinter die Kulissen zu blicken.

Die jungen Männer erhalten ihre Freundschaft, auch wenn sie sich nur noch selten begegnen und ihre Meinungen unterschiedlich dargestellt werden. Bald sehen sie, dass sie in einem Netz aus Lügen und Manipulationen gefangen sind. Es scheint kein Entrinnen zu geben, aber einen unterschiedlichen Umgang damit. Valentina Sureda, eine junge Journalistin, betrachtet das Bild von außen im Zuge ihrer Recherchen zu einem Buch. Sie arbeitet deshalb eng mit Román Sabaté zusammen. Ihr Vertrauen wird er bald in einer brisanten persönlichen Angelegenheit brauchen.

Um Politik und persönliche Verstrickungen geht es im Buch. Fernando Rovira hat mit Pragma einiges vor. Er strebt nach Macht, muss dabei aber einem Fluch aus dem Weg gehen, der schon andere Politiker zu Fall gebracht hat. Die Autorin zeigt, welche Ideen Machtstreben hervorbringen kann. Macht um jeden Preis. Mitarbeiter haben sich unterzuordnen und ihre eigene Meinung zurückzustellen. Diese Zwänge werden nachvollziehbar geschildert. Doch Román Sabaté ist ein Mann, bei dem Unterordnung seine Grenzen hat. Er möchte auch noch ein eigenes Leben führen, das nicht von der Arbeit bestimmt wird. Es ist spannend, seinem Weg zu folgen.

Rezension von Heike Rau

Claudia Piñeiro
Der Privatsekretär
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
320 Seiten, gebunden
Unionsverlag
ISBN-10: 3293005349
ISBN-13: 978-3293005341
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Frank Uhlmann: Die Akte Jacobi

Frank Uhlmann: Die Akte Jacobi

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Auf einer Demo von Bürgerrechtlern kommt es zu Ausschreitungen. Die Polizei, so hat es den Anschein, geht grundlos aggressiv gegen die Demonstranten vor. Ein Aktivist wird getötet. Polizeireporter Norman Jacobi ist vor Ort. Er ist Zeuge der Ausschreitungen und bekommt, obwohl er sich unbeteiligt zeigt, einiges ab. Auch ein ihm zugespieltes Video zeugt vom aggressiven Vorgehen der Polizei. Doch Kommissar Bruno Demandt spielt das Offensichtliche herunter. Er hat eine andere Meinung zu den Vorfällen.

Von der Polizei wird eine seltsame Strategie gefahren, die auf Lügen basiert, wie Jacobi schnell herausfindet. So wendet er sich auch einem der Bürgerrechtler zu, der tatsächlich glaubwürdige Aussagen machen kann. Nun ist Jacobi aber keiner, der vorbehaltlos glaubt, was ihm aufgetischt wird, egal von welcher Seite es kommt.

Auch Jacobis Freundin, die Historikerin Katharina Beck, beginnt mit Nachforschungen. Sie geht anders an die Sache heran. Sie findet eine Verbindung zu anderen nicht komplett aufgeklärten Fällen, in die beide verstrickt waren. Doch auch sie bemerkt die Manipulationsversuche. Sie möchte nicht jedem ausgeworfenem Köder nachjagen und wieder die falschen Schlüsse ziehen.

Der Fall ist spannend, aber etwas schwerfällig konstruiert und nicht so leicht nachzuvollziehen. Norman Jacobi wird diesmal seltsam verletzlich und blind für die Wahrheit dargestellt. Er verrennt sich und begibt sich ohne Not in lebensbedrohliche Situationen, was sehr befremdlich wirkt.
Katharina Beck ist gut im Recherchieren. Sie schafft es, leicht übersehbare Details ausfindig zu machen. Aber auch sie ist diesmal nicht in Form. Sie zeigt sich widersprüchlich. Angst ist ihr ständiger Begleiter. Allerdings wagt sie sich dann doch überraschend weit vor.

Das Buch ist gut zu lesen, weil es viele spannende Szenen gibt. Aber das Verständnis für das Buch, die Handlung und die Personen baut sich nicht auf. Die Verbindung zu den vorangegangen Fällen und dieser ominösen Person im Hintergrund bleibt vage. Dabei hätte das der rote Faden sein können, den ich vermisse.

Rezension von Heike Rau

Frank Uhlmann
Die Akte Jacobi
3. Fall mit Norman Jacobi und Katharina Beck
400 Seiten, broschiert
dtv Verlagsgesellschaft
ISBN-10: 3423217359
ISBN-13: 978-3423217354
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Frank Goldammer: Vergessene Seelen

Frank Goldammer: Vergessene Seelen

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Drei Jahre liegt das Ende des 2. Weltkrieges zurück. Es ist ein unerträglich heißer Sommer. Der Wiederaufbau in Dresden geht nur schleppend voran. Die Menschen haben es schwer.
Als auf einer Baustelle ein toter Junge gefunden wird, ist Kriminaloberkommissar Max Heller mit seinem Assistenten Werner Oldenbusch zur Stelle. Möglicherweise ist der Junge vom Kran gestürzt, aber entsprechende Verletzungen fehlen. Dafür entdeckt Heller blaue Flecken, die auf schwere Misshandlungen hindeuten. Es könnte sich also im vorliegenden Fall um Selbstmord, aber auch um Mord handeln.
Heller findet schnell heraus, wer der Junge ist. Die Beschreibung passt auf Albert Utmann. In der Schule war er nicht gewesen.
Die Familie scheint der Tod Alberts kaum zu berühren. Mitschüler und Lehrer wissen angeblich nichts.
Heller ermittelt, dass der Junge zu einer Bande gehörte, die irgendwelche geheimnisvollen Geschäfte tätigte. Doch wer der Drahtzieher ist, bleibt unklar.

Heller sieht sich mit einem sehr komplizierten Fall konfrontiert. Seine Befragungen laufen ins Leere, obwohl er sehr akribisch vorgeht. Der Oberkommissar macht den Eindruck, sich zu verrennen. Er geht hart mit sich selbst um und setzt sich unbedacht gefahrvollen Situationen aus. Heller wirkt verzweifelt. Die derzeitigen Ermittlungsarbeiten setzen ihm emotional zu und reißen alte Wunden auf. Was dahintersteckt wird erst am Ende nachvollziehbarer dargestellt. Auch mit privaten Problemen hat Heller sich herumzuschlagen. Sohn Klaus geht politische Wege, die er nicht gutheißen kann. Im Rahmen seiner Arbeit versucht er sogar, die Ermittlungen seines Vaters zu unterbinden, was dieser nicht verstehen und auch nicht hinnehmen will.
Der flüssig zu lesende Krimi wird nicht nur mit Privatem aus Hellers Leben aufgewertet. Die schweren Nachkriegsjahre bildet die Kulisse. Die Handlung ist sehr spannend.

Rezension von Heike Rau

Frank Goldammer
Vergessene Seelen
Kriminalroman
384 Seiten, Klappenbroschur
dtv Verlagsgesellschaft
ISBN-10: 342326201X
ISBN-13: 978-3423262019
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Riley Sager: Final Girls

Riley Sager: Final Girls

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Quincy Carpenter hat als Einzige überlebt. Alle anderen, die mit ihr in der Hütte in diesem finsteren Wald den Geburtstag einer Freundin gefeiert haben, hat der Mörder erwischt. Lisa Milner und Samantha Boyd haben ähnliches erlebt. Final Girls werden diese Überlebenden genannt. Quincy kann sich an nichts erinnern. Sie kann den Hergang der blutigen Taten nicht schildern. Vielleicht schafft sie es deshalb, trotz der schrecklichen Erlebnisse ein halbwegs normales Leben zu führen.

10 Jahre sind vergangen. Quincy lebt in New York. Sie bewohnt mit ihrem Freund Jeff eine großzügige Wohnung, bezahlt vom Schmerzensgeld. Ab und an hat sie noch Kontakt zu Coop. Er ist der Polizist, der nach dem Vorfall in Pine Cottage zuerst vor Ort war und Quincy gerettet hat. Er ist es auch, der sie darüber informiert, dass eine der Final Girls tot ist. Quincy kennt sie nicht näher, hat aber einmal mit ihr telefoniert.

Es ist vorbei mit der Ruhe, denn die Presse stürzt sich auch wieder auf Quincy. Alles hängt an ihr, denn sie trägt Erinnerungen in sich, die der Schlüssel zu den jetzigen Vorkommnissen sein könnten.

Das Buch ist über alle Maßen spannend! Der Autor geht so richtig in die Tiefe, was die psychologischen Abgründe der Hauptfiguren betrifft. Er gewährt einen Blick hinter die Fassade der scheinbaren Normalität. Und er arbeitet mit Rückblicken. Diese werden von außen betrachtet, während die Vorkommnisse in der Gegenwart aus der Perspektive Quincys erzählt werden. Die echte Realität und die angenommene Realität, die aus den Erinnerungslücken herrühren, vermischen sich also nach und nach, bis die Wahrheit für Quincy und auch für den Leser greifbar wird.

Der Autor hat eine sehr fesselnde Art zu schreiben. Er unterhält nicht nur, er beschäftigt den Leser. Es ist klar, dass jemand die Fäden zieht und manipuliert. Ich habe die falschen Schlüsse gezogen und war vom überaus dramatischen und nervenaufreibenden Ende dann sehr überrascht.

Rezension von Heike Rau

Riley Sager
Final Girls
Thriller
Deutsch von Christine Blum
416 Seiten, broschiert
dtv Verlagsgesellschaft
ISBN-10: 3423217308
ISBN-13: 978-3423217309
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Heike Knauber: Najaden – Das Siegel des Meeres

Heike Knauber: Najaden – Das Siegel des Meeres

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Dass Meliaé noch lebt, hat sie dem Heeresfürsten Abu Sayaf zu verdanken. Er hat ihre Hinrichtung verhindert, während ihre Mutter durch eine Lanze im Rücken beim Verhör zum Schweigen gebracht worden ist. Es war ein Fehler, um das Leben ihres Gemahls und ihres Sohns, die ebenfalls Gefangene sind, zu bitten. Amir Khayam, der den Tod befohlen hat, wahrt mit Mühe das Gesicht.

Der Heeresfürst lässt Meliaé auf sein Schiff bringen, damit sie außerhalb der Reichweite seines Bruders ist. Dennoch wird sie wie eine Gefangene behandelt, denn sie könnte etwas über die Gilde ihres Vaters wissen. Meliaé hat von dem geheimnisvollen Siegel, das den Untergang des Reichs verhindern könnte, gehört. Doch auch für sie ist es ein Mysterium. Noch weiß sie nichts über ihre wahre Herkunft, ihre Wandlungsfähigkeit und ihre magischen Kräfte.

Mit einem Rauschmittel soll sie zum Plaudern gebracht werden, denn die Wahrheit muss in ihr verborgen sein. Doch Meliaé zeigt sich selbstbewusst und kampfeslustig. Das ist der Zweitgeborene des Sultans von Frauen nicht gewöhnt.

Das Buch ist eine echte Überraschung! Schon nach wenigen Seiten hat es mich in den Bann gezogen. Eine spannende Handlung rollt wie eine Lawine heran und man taucht ein in eine fremdartige Geschichte, die auf Sagen der orientalischen Mythologie beruht.

Die Handlung ist aus vielen Fäden gewebt, sehr komplex und wird von mehreren Seiten beleuchtet. Die Autorin schreibt sehr bildhaft, sodass alles sehr gut vorstellbar wird, wenn man sich auf diese Art Fantasy einlassen möchte.

Aber es wird nicht nur schön gezeichnet. Es gibt viele äußerst dramatische Szenen, die ich lieber nicht in so deutlicher Form geschildert bekommen hätte. Andererseits werden drastische Situationen zwischen der sich entwickelnden Liebe zwischen Meliaé und Abu Sayaf aufgefangen, die sehr gefühlvoll geschildert wird.

Immer wieder gibt es Überraschungen und spannende Wendungen. Auch das Ende gefällt mir gut!

Rezension von Heike Rau

Heike Knauber
Najaden – Das Siegel des Meeres
608 Seiten, Klappenbroschur
Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3734161436
ISBN-13: 978-3734161438
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René Freund: Ans Meer

René Freund: Ans Meer

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Anton fährt einen alten Linienbus in einem ländlichen Gebiet. Er bringt die Kinder zur Schule und nimmt die wenigen Leute mit, die auch in die Stadt wollen. Das tut er Tag für Tag …

In letzter Zeit muss Anton immer öfter an seine Nachbarin Doris denken. Er ist in sie verliebt. Ob sie an der Liebe festhält, weiß er nicht so genau. Letze Nacht war dieser Mann auf ihrem Balkon. Anton hat ihn husten hören.

Als er am nächsten Morgen die Tour beginnt, will auch Carla mitfahren. Die krebskranke Frau will nicht in die Stadt. Sie möchte nach Italien und ein letztes Mal das Meer sehen. Den Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Aber kann Anton seinen Mut zusammennehmen, einfach seine Route verlassen und mit Carla und den Kindern, die eigentlich zur Schule müssen, ans Meer fahren? Eigentlich nicht, aber Doris mag mutige Männer.

Carlas Tochter Annika, deren Freundin Helene und Eva sind dafür. Nur Ferdinand, Helenes älterer Bruder, hat Bedenken. Allein kann er seine kleine Schwester aber auch nicht lassen. Ein blinder Passagier ist auch noch mit an Bord.

Nie hat Anton etwa gewagt und nun bricht er aus dem gewohnten Alltag aus. Tatsächlich muss der immer etwas unbeholfen wirkende Mann allen Mut zusammennehmen. Auch darf er die Folgen seiner mutigen Tat nicht bedenken. Denn das die Fahrt ans Meer Konsequenzen haben wird, ist ihm klar.

Der Autor analysiert die Vorkommnisse nicht haarscharf, sondern vermittelt den Eindruck, als habe er die Handlung einfach so laufen und sich entwickeln lassen. Aber genau das ist es, was dem Buch Tiefgang verleiht. Denn der Blick fällt auf Details im Antons Denken und auf das Zwischenmenschliche in der Gruppe.

Gedanken, Träume, Empfindungen, Sorgen, Ängste und Hoffnungen der handelnden Figuren sind in ihrer Alltäglichkeit gut nachempfunden, und viel ausdrucksstärker ohne eine Wertung von außen. Vieles steht zwischen den Zeilen. So bleibt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen.

Mir gefällt dieses Buch ausgesprochen gut. Es geht zu Herzen, ohne kitschig zu sein, auch wenn die Geschichte schon ein bisschen märchenhaft ist.

Rezension von Heike Rau

René Freund
Ans Meer
144 Seiten, gebunden
Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552063633
ISBN-13: 978-3552063631
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Sabine Haag: Mein Haushalt – natürlich sauber – Reinigungsmittel ganz einfach selbst gemacht

Sabine Haag: Mein Haushalt – natürlich sauber – Reinigungsmittel ganz einfach selbst gemacht

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Nachhaltig zu leben bedeutet auch, umweltfreundlich zu putzen. Ich frage mich, ob wirklich alles sauber wird ohne Chemie und ob sich auch hartnäckige Verschmutzungen in Bad und Küche entfernen lassen. Ich habe einige Versuche mit selbstgemachtem Waschmittel hinter mir, ich verwende Essig zum Entkalken des Wasserkochers, ich achte darauf, dass Reiniger ökologisch sind, aber dann hört es auch schon auf. Mich interessiert sehr, was ich noch tun kann, um etwas umweltbewusster zu putzen.

Die Autorin erklärt zunächst, welche Vorteile es hat, Reinigungsmittel selbst herzustellen. Dann werden die verwendeten Zutaten wie beispielsweise Natron, Salz, Essig, Zitronenseife, Wodka und Tonerde erklärt. Als Hygiene-Zusatzstoff werden ätherische Öle verwendet, die keimtötend und antibakteriell wirken. Die Autorin hat hierzu extra moderne medizinische Studien recherchiert. (Schade, dass die Quellen nicht angegeben sind!)

Die folgenden Kapitel sind untergliedert in Küche, Bad, Wohnbereich und Waschen. Es gibt sehr viele Rezepte. Aber man kann sich eine Sache vornehmen und zunächst eins der einfachen Rezepte dazu ausprobieren. Die Spüle ist zum Beispiel immer eine Problemzone. Kalk und Ablagerungen nehmen ihr, wenn sie aus Edelstahl ist, schnell den Glanz. Hierfür gibt es zwei ganz einfache Rezepte für einen Reiniger und ein Scheuerpulver, das nicht kratzt. Schleifelemente sind bei unempfindlichen Flächen aber manchmal gefragt. Hierfür gibt es den Putzstein mit Tonerde. Wer ein innen liegendes Bad hat, kennt eventuell das Problem mit dem Schimmel. Hierfür gibt es einen Schimmelentferner. Sehr interessant finde ich noch den Fensterreiniger mit Zitrusduft und den Gelbe Verfärbungen Entferner für T-Shirts.

Die Autorin hat Rezepte für alle im Haushalt anfallenden Putzarbeiten verfasst. Wie diese angewendet werden, wird immer genau beschrieben. Denn auch bei der Herstellung und Verwendung von natürlichen Putzmitteln müssen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden! Wenn alle Hinweise Beachtung finden, ist man aber auf der sicheren Seite.

Mit dem Buch hat man mehr Spaß am Putzen! Vor allem weiß man, was in einem Reinigungsprodukt drin ist. Sabine Haag hat eine motivierende Art. Sie schreibt mit Begeisterung und weckt Lust auf selbst gemachte ökologische Reiniger. Das Buch ist entsprechende gestaltet und mit vielen Fotos versehen. Die Texte sind informativ und die Rezepte übersichtlich und gut nachvollziehbar.

Rezension von Heike Rau

Sabine Haag
Mein Haushalt – natürlich sauber – Reinigungsmittel ganz einfach selbst gemacht
112 Seiten, gebunden
Frech Verlag
ISBN-10: 3772478069
ISBN-13: 978-3772478062
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Marjolein Holtkamp: Wildkräuter – entdecken, erkennen, verarbeiten

Marjolein Holtkamp: Wildkräuter – entdecken, erkennen, verarbeiten

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Die Autorin, mit einer Fachausbildung in Kräuterheilkunde, stellt in ihrem Buch heilkräftige Pflanzen vor, die an Wegesrändern, auf Wiesen oder im Park entdeckt werden können. Sie motiviert zur aktiven Beschäftigung mit der Natur, fordert auf zu Natur-Expeditionen und zu Foto- und Zeichenwettbewerben. Zum Buch gehören zwei Kräuterposter im DIN-A4, die für die Kräutertouren verwendet werden können. Das Format eignet sich gut zum Kopieren.

Jeder vorgestellten Pflanze ist eine Doppelseite im Buch gewidmet. Den Anfang macht die Birke. Man erfährt, was der lateinische Name bedeutet, welche Birkensorten es gibt und wann die Blütezeit ist. Die Autorin beschreibt interessante Details der Pflanze, zum Beispiel warum die Birke auch Seifenbaum genannt wird, ihre heilsamen Inhaltsstoffe und die gebräuchliche Verwendung der Pflanze. Dazu gibt es etwas Bildmaterial. Wer mag, kann nach Anleitung einen Hexenbesen herstellen.

Insgesamt werden über 50 Pflanzen vorgestellt, darunter Waldkiefer, Zottiges Weidenröschen, Kletten-Labkraut, Schwarzer Holunder, Gewöhnlicher Blutweiderich, Spitzwegerich, Wildes Stiefmütterchen und Gewöhnliches Hirtentäschel. Wer eine bestimmte Pflanze im Buch sucht, kann die Listen mit den deutschen und lateinischen Namen verwenden.

Mit dem Buch kann sich der Leser wunderbar beschäftigen und mehr über heimische Pflanzen und ihre Verwendung lernen. Es gibt ein wenig Platz für Notizen oder Zeichnungen. Wer möchte, kann sich Pflanzen vom Spaziergang mitbringen und Holunderblütenpfannkuchen oder Kamillenblütentee zubereiten. Es gibt auch eine Seite mit Beschäftigungsvorschlägen nach Jahreszeit.

Das Buch fällt auf durch eine sehr kreative Seitengestaltung. Die Autorin hat mit Fotos, Zeichnungen und verschiedenen Schriftarten gearbeitet. Es macht Spaß, im Buch zu blättern, sich zu informieren und sich inspirieren zu lassen.

Rezension von Heike Rau

Marjolein Holtkamp
Wildkräuter – entdecken, erkennen, verarbeiten
128 Seiten, broschiert
Landwirtschaftsverlag Münster
ISBN-10: 3784355404
ISBN-13: 978-3784355405
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