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Autor: hera

Ulrike Draesner: Mein Hiddensee

Ulrike Draesner: Mein Hiddensee

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Seit fast zwanzig Jahren zieht es die Autorin immer wieder auf die Insel. Auch jetzt wieder. Sie hat ihr Kind dabei und den Hund. Und ihren Mann, der aber nicht mehr an ihrer Seite ist und eine neue Partnerin hat. Vielleicht ist das der Grund, dass die Autorin von außen auf die Szene schaut und nicht in der Ich-Perspektive schreibt. Nicht mal Namen werden genannt. Das sorgt für den nötigen Abstand, lässt vielleicht auch den Schmerz außen vor. Ich kann mich allerdings mit dieser Art zu schreiben nicht anfreunden. Alles wirkt oberflächlich. Natürlich verwendet die Autorin für ihre Beobachtungen reichlich aussagekräftige Wörter. Aber es ist, als blicke man durch einen Schleier. Als würde die Schönheit der Natur herangezogen als Ablenkung. Um andere Gedanken abzugrenzen. Aber um Selbstfindung scheint es auch nicht zu gehen. Auch nicht um den Entwurf eines neuen Lebenskonzeptes. Vielleicht um die Betäubung der Sehnsucht nach einem Leben in einer stabilen Partnerschaft. Denn Sehnsucht ist es auch, die die Autorin immer wieder auf Hiddensee zieht. Aber auch hier nagt der Zahn der Zeit. Alles verändert sich. Die Natur gibt und nimmt. Geht es um die Vergänglichkeit der Zeit? Der ablaufenden Zeit? Anderen vor ihr ging es so. Darunter berühmte Menschen, die nur noch Erinnerung sind.
Die Stimmung im Buch ist durchweg melancholisch. Die Natur ist nicht immer nur schön und anschaulich. Nicht selten bläst ein harter Wind. Kaum, dass man sich auf den Beinen halten kann. Die Landschaft ist mitunter karg und von entsprechendem Bewuchs. Ruhe zu finden, scheint kaum möglich, der Wind bläst das Gehirn einfach nicht leer. Die Bilder zeigen eine Vision der wahren Gefühle. Gefühle, die nicht länger unterdrückt oder weggeschoben werden können. Die Autorin mal diese Bilder jedoch so, dass ich sie nicht sehen kann, auch wenn das Buch schon ein bisschen nachdenklich macht. Aber wirklich Zugang habe ich nicht gefunden.

Rezension von Heike Rau

Ulrike Draesner
Mein Hiddensee
192 Seiten, gebunden
Mare Buchverlag
ISBN-10: 3866482132
ISBN-13: 978-3866482135
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Ingrid Uebe: Ferien in Beekbüll

Ingrid Uebe: Ferien in Beekbüll

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Emma und Tobi fahren mit ihren Eltern nach Beekbüll. Die Familie will an der Nordsee bei Tante Gesine Urlaub machen. Die Kinder glauben nicht, dass das besonders spannend sein wird, bis sie von dem leer stehenden Gruselhaus hören. Es soll dort spuken. Jemand geht dort in der Nacht ein und aus. Die Gänsehaut der Kinder wird dann noch verstärkt durch die seltsamen Erzählungen von Tante Gesine.

Emma und Tobi finden im Dorf schnell Kontakt zu anderen Kindern. Schließlich ist ihr Vater hier aufgewachsen und kennt die Leute von früher. Alle hier wissen um die Geschichte von Jan Bart, dem Piraten, der seinen Geburtstag im Heidekrug mit einer Party feierte, obwohl er zu diesem Zeitpunkt mit der „ Roten Theresa“ westlich von Afrika bei einem Sturm versank. Er muss also als Geist anwesend gewesen sein.

Emma und Toby lässt das alles keine Ruhe. Sie wollen wissen, ob Jahn Bart tatsächlich noch im Haus als Geist spukt. Und tatsächlich sehen Sie etwas, das sich nicht so einfach erklären lässt.

Die Geschichte wird auf eine sehr spannende Art und Weise erzählt. Da kommt ein ordentliches Gruselgefühl auf. Die ganzen Ferien werden dann auch praktisch von den Geistergeschichten bestimmt und der Neugier der Kinder, die natürlich gerne wissen wollen, was wirklich Sache ist, auch wenn sie dazu ihren ganzen Mut aufbringen müssen. Aber Emma und Tobi halten natürlich zusammen.

Die Autorin gibt immer neue Details zu Jan Barts Geschichte preis, sodass junge Leser einfach immer weiter lesen müssen bzw. auch vorlesende Eltern oder Großeltern ihren Spaß an dem Buch haben. Für gute Unterhaltung sorgen dabei auch die Illustrationen, die die Geschichte bildhaft untermalen. Auch das Ende des Buches gefällt gut. Die Auflösung des Rätsels um Jan Bart ist verblüffend. Und, tja, das hätte man sich aber auch denken können!

Rezension von Heike Rau

Ingrid Uebe
Ferien in Beekbüll
Mit Illustrationen von Cathy Ionescu
128 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473368989
ISBN-13: 978-3473368983
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Dorothée Waechter: Blütentrubel – Gärtnern mit bunten Blumenmischungen

Dorothée Waechter: Blütentrubel – Gärtnern mit bunten Blumenmischungen

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Blumenwiesen beeindrucken durch ihre Farbenpracht und den Blütenduft. Man sieht sie immer öfter. Allerdings ist es nicht damit getan, einige Handvoll Samen auf einen bereits vorhandenen Rasen zu streuen oder ein paar Samenbomben zu werfen.

Die Autorin beschreibt zunächst bunte Mischungen für Blumenwiesen. Man wird direkt davon gefangen genommen. Die Ausführungen verleiten zum Träumen. Standorte, die für Blumenmischungen infrage kommen, werden besprochen und das kann durchaus auch einmal ein kleines Fleckchen sein. Was da überhaupt wächst, beschreibt die Autorin, sodass auch jemand, der sich nicht mit Pflanzen auskennt, die verschiedenen Blumen und Gräser kennenlernen kann.

Wichtig zu wissen, ist natürlich, was für einen Boden man als Grundlage hat. Ist dieser Nährstoffreich oder nicht? Gibt es volle Sonne oder eher Schatten?

Die Autorin beschreibt, wie der Boden dann vorzubereiten ist und welche Samen oder Samenmischungen man für die eigene Gartensituation aussuchen sollte. Welche Vorlieben man hat, findet natürlich Beachtung. Bei der Entscheidung helfen auch die wunderschönen Fotos. Martin Staffler hat hier verschiedene Arrangements fotografiert. Da lässt man den Blick gerne länger verweilen.

Natürlich kann so eine Blumenwiese auch weiterentwickelt werden. Wenn man mit einjährigen Blumenmischungen arbeitet, muss man im nächsten Jahr von vorne beginnen. Man kann nämlich nicht voraussagen, was wieder aufgehen wird und das geschieht auch nie gleichmäßig, so die Autorin. Man kann aber mit Zweijahresblumen oder mehrjährigen Blumenmischungen arbeiten und dann gezielt junge Staudenpflanzen als Füllpflanzen mit einsetzen. Besonders gut hat mir auch die Idee gefallen, Zwiebelblumen mit auszubringen.
Wer keinen Garten hat, kann mit Kübeln und großen Töpfen arbeiten. Auch dazu gibt es eine Anleitung.

Das Buch ist sehr inspirierend. Die Autorin hat eine sehr anregende Art über dieses Gartenthema zu sprechen. Man bekommt eine gute Vorstellung von dem, was möglich ist und kann Ideen dann direkt umsetzen.

Rezension von Heike Rau

Dorothée Waechter
Blütentrubel – Gärtnern mit bunten Blumenmischungen
Jan Thorbecke Verlag
136 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3799506152
ISBN-13: 978-3799506151
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Anna Kuschnarowa: Das Herz von Libertalia

Anna Kuschnarowa: Das Herz von Libertalia

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Anne Bonny musste im Kerker enden. Es konnte gar nicht anders kommen. Zu viel hat sie sich herausgenommen. Immer wieder hat sie sich als Mann verkleidet, um zu tun, was sie als Frau nicht konnte. Unehelich wurde sie in Kinsale in Irland als Tochter des reichen Juristen William Cormac und einem Dienstmädchen geboren. Es gab einen Skandal, als seine Ehefrau herausfand, dass sie betrogen worden war. Das Kind wurde verheimlicht, kam nach ein paar Jahren als Junge verkleidet und ausgegeben als entfernter Verwandter zu Cormac.

Annes Eltern fanden jedoch später wieder zusammen und wanderten nach South Carolina aus, um ein neues Leben zu beginnen. Auch wenn es Anne in der neuen Heimat verboten war, sich als Junge zu verkleiden, tat sie es doch immer wieder. Weil sie sich den Heiratsplänen ihres Vaters nicht beugen wollte, heirate sie James Bonny und heuerte auf einem Piratenschiff an. Den Traum von Libertalia hatte ihr der geliebte Uncle Grandpa Jack eingepflanzt. Und Anne wollte Libertalia finden. Sie gab sich äußerst geschickt. Sie kämpfte wie ein Mann und lernte ein Schiff zu führen. Doch ihre wahre Identität konnte und wollte sie irgendwann nicht mehr verstecken.

Die Autorin hat die Geschichte noch einmal neu aufgerollt und mit viel Fantasie gefüllt. Es mag sein, dass Anne Bonny eine emanzipierte Frau war und in ihrem Freiheitsdenken ihrer Zeit weit voraus. Sympathisch erscheint sie im Buch dennoch nicht. Zu viel Gewaltsames hat sie im Blut.
Das Buch liest sich gut, es ist abenteuerlich und aufregend gestaltet, auch wenn die Autorin, so scheint es manchmal, zu viele Ideen eingebracht ein. Nicht selten geht es drunter und drüber. Annes Spur verliert sich im Kerker, so der historische Hintergrund. Die Autorin erzählt die Geschichte aber weiter. Und das ist auch noch einmal etwas sehr Spannendes.

Rezension von Heike Rau

Anna Kuschnarowa
Das Herz von Libertalia
461 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 340781187X
ISBN-13: 978-3407811875
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Klaus Oberbeil und Dr. med Christiane Lentz: Obst und Gemüse als Medizin

Klaus Oberbeil und Dr. med Christiane Lentz: Obst und Gemüse als Medizin

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Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen, das weiß eigentlich jeder. Es stärkt unser Immunsystem und hält uns gesund. Wer Obst und Gemüse isst, kann nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern bestehende lindern oder sogar heilen. Der Leser erfährt, welche Heilkräfte in den verschiedenen Obst und Gemüsesorten stecken.

Dazu werden zunächst erst einmal verallgemeinernd die Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse beschrieben. So geht es auch um die Unterschiede zwischen konventionellem Anbau und Bio-Anbau. Danach geht es ins Detail. Porträtiert werden verschiedene Obst- und Gemüsesorten von Ananas bis Zitrone und von Agar-Agar bis Zwiebel.
Sehen wir uns ein Beispiel an: die Ananas. Auf einer Doppelseite wird die Frucht genau beschrieben. Der Leser erfährt, welche Wirkstoffe die Ananas hat und wo sie heilend wirkt. Hier wird das Bromelain noch einmal gesondert herausgegriffen. Weiter gibt es Einkaufstipps und Hinweise auf die mögliche Verarbeitung im Haushalt. Wann immer nötig gibt es Warnhinweise. In diesem Fall wird vor dem Verzehr unreifer Früchte gewarnt. Ein Foto ist ebenfalls vorhanden. Alle Porträts sind ähnlich aufgebaut.

Im zweiten Teil des Buches werden häufig auftretende Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen wie Bronchitis, Darmträgheit, Ermüdungszustände, Frauenleiden, Kreislaufbeschwerden, Reizblase usw. benannt. Die Symptome werden aufgezeigt, die möglichen Ursachen beschrieben. Dann folgen die Behandlungsvorschläge. Hier steht vor allem die Ernährung mit bestimmten Obst- und Gemüsesorten im Vordergrund. Empfehlenswertes wird aufgelistet und hinsichtlich der zu erwartenden Wirkung erklärt. In dieser Rubrik findet man auch viele Rezepte zum Ausprobieren. Selbstverständlich wird darauf hingewiesen, wann ein Arztbesuch unumgänglich ist.

Im dritten Teil des Buches findet man Rezepte zu grünen Smoothies. Grünes Blattgemüse und Früchte werden hier zu cremigen Drinks püriert. Dazu braucht man allerdings einen Hochleistungsmixer.

Bei dem Buch handelt es sich um eine aktualisierte Neuauflage. Das nun vorliegende Buch unterscheidet sich vom ersten vor allem im Rezeptteil. Gab es im ersten Buch, das ich 2008 rezensiert habe, Rezepte für die Alltagsküche, gibt es diesmal nur die Smoothies. Aber einige weitere Rezepte findet man nach wie vor auch in den anderen Teilen des Buches.

Das Buch ermöglicht es dem Leser viele Obst- und Gemüsesorten einmal näher hinsichtlich ihres Gesundheitswertes kennen zu lernen. Tatsächlich kann man mit einer gezielten Auswahl gesundheitlichen Problemen gegensteuern. Der Leser erhält dazu das nötige Wissen auf eine sehr gut verständliche Art und Weise. Leider verträgt nicht jeder Fruchtzucker oder nur eine begrenzter Menge, deshalb hätte mir auch dazu einige Ausführungen gewünscht. Weiterhin wird sich so manche Leser mit Diabetes wissen wollen, welche Obstsorten für ihn geeignet sind. Ich bin hier mittlerweile sehr kritisch geworden. Wenn ich täglich zwei Äpfel pro Tag esse, wie im Buch empfohlen und dann vielleicht noch einen Smoothie und dazu noch Gemüse, wie viel Zucker nehme ich dann auf?
Dieses kritische Hinterfragen fehlt mir in dieser Neuauflage.
Schade auch, dass das sogenannte Superfood nicht besprochen wird. In den Smoothies werden zwar Gojibeeren und Chiasamen verarbeitet, aber ein Porträt dazu gibt es leider nicht.

Natürlich ist das Buch trotz meiner Kritikpunkte empfehlenswert. Sich mit gesunder Ernährung zu beschäftigen, ist immer gut und das Buch enthält Wissenswertes und zahlreiche Tipps dazu.

Rezension von Heike Rau

Klaus Oberbeil und Dr. med Christiane Lentz
Obst und Gemüse als Medizin
Die besten Nahrungsmittel für Ihre Gesundheit
336 Seiten, gebunden
Südwest Verlag
ISBN-10: 3517093041
ISBN-13: 978-3517093048
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Alex Latimer: Sitz! – Eine freche Hundegeschichte

Alex Latimer: Sitz! – Eine freche Hundegeschichte

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Emil hat einen kleinen Hund. Charly ist für ihn der beste Hund der Welt. Allerdings sorgt er manchmal auch für Ärger. Emils Eltern finden den Hund so anstrengend, dass sie meinen, Urlaub zu brauchen. Dabei wollen Mama und Papa diesmal ohne den Hund in den Urlaub fahren. Das Tier soll bei Opa bleiben. Und damit der Opa weiß, wie er mit dem Hund umzugehen hat, soll Emil ihm Zettel schreiben. Es werden sehr viele Zettel. Die reinste Zettelwirtschaft. Emil schreibt auf, was Charly gefällt und was nicht, wann er von der Leine darf und wann nicht, wo der Hund gerne gekratzt werden möchte, woran man erkennt, dass er Gassi gehen muss und so weiter. Dann geht die Reise endlich los. Doch Emil hat keine Ruhe. Bald schreibt er dem Opa Postkarten. Dass Opa von Charlys schlechtem Benehmen bald die Nase voll hat, und mit ihm Hundetraining macht, ahnt er nicht.

Ein Haustier zu haben, bedeutet Verantwortung. Das wird mit dem Buch auf spielerische Art und Weise deutlich gemacht. Ein Hund, der keine Regeln kennt, wird für seine Umwelt zur Belastung. So wird Emil gar nicht fertig damit, Zettel und Postkarten an den Opa zu schreiben, was dieser alles beachten muss. Diese Schriftstücke liegen auf den Seiten wie Collagen. Schrift wird durch Zeichnungen ergänzt. So wird alles sehr schön anschaulich dargestellt.
Das Buch ist damit äußerst witzig gestaltet, auch wenn die Botschaft im Hintergrund nicht zu übersehen ist. Gut, dass der Opa dann endlich ein Erziehungsprogramm für den Hund startet. Eines, das auch noch Spaß macht und das Emil weiterführen kann, denn als der Junge aus dem Urlaub zurückkommt, ist es der Opa, der Zettel für seine Enkel schreibt. Kinder können hier sehr schön mal von außen drauf schauen, wie viel einfacher es sich leben lässt, wenn Regeln beachtet werden, statt das alles drunter und drüber geht.

Rezension von Heike Rau

Alex Latimer
Sitz! – Eine freche Hundegeschichte
32 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830312288
ISBN-13: 978-3830312284
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Irmgard Denneler und Edith Berner: Frau Dennelers Garten – Eine Gärtnerin verrät ihre grünen Geheimnisse

Irmgard Denneler und Edith Berner: Frau Dennelers Garten – Eine Gärtnerin verrät ihre grünen Geheimnisse

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400 Quadratmeter zwischen Wohnhaus und Streuobstwiese – das ist Frau Dennelers Paradiesgarten. Seit 25 Jahren wird dieser Garten, der nicht einmal umzäunt ist, bewirtschaftet und trägt zur Versorgung des Ehepaars Denneler bei, das sich vegetarisch ernährt. Hier werden aber nicht nur Gemüse, Obst und Kräuter angebaut, auch viele Blumen wachsen im Garten. Frau Denneler hat reichlich Erfahrung als Hobbygärtnerin und gibt diese mit dem Buch gerne weiter. Naturnah wird der Garten im Landschaftsschutzgebiet bewirtschaftet, mit Blick für das große Ganze.

Gemütlich geht es durch die verschiedenen Jahreszeiten. Denn Frau Denneler ist der Meinung: „Der Garten sollte niemals nur Arbeit sein oder Rückenschmerzen verursachen.“ (Zitat von Seite 120.) Die Ratschläge, die Frau Denneler gibt, sind darauf ausgerichtet. Jeder Garten ist anders, was in dem einem gut wächst, muss es in einem anderen Garten noch lange nicht tun. So ist es wichtig, aus den Erfahrungen zu lernen und die Bewirtschaftung des Gartens immer wieder anzupassen. Im Laufe der Jahre ist der Paradiesgarten also gewachsen. Was Sorten betrifft, ist eine gute Wahl getroffen, was aber natürlich neue Experimente nicht ausschließt.

Frau Denneler erzählt, was in ihrem Garten wächst und wie es wächst. Da ist Bewährtes dabei, neu Entdecktes, aber auch Außergewöhnliches. Anzucht, Wachstum und Pflege werden beschrieben und mit schönen Gartenfotos untermalt. Erkenntnisse und auch immer mal wieder ein Rezept werden an den Leser weitergegeben. Dazwischen liest man ein wenig Garten-Philosophie. Dazu gehört es auch, Tieren Lebensraum zu geben. Da sind zum Beispiel die Schmetterlinge, die Frau Denneler sehr viel Freude machen. Den Garten zu beobachten, lässt die 78-jährige immer wieder innehalten. Und das ist das Besondere am Buch: Es geht hier nicht nur um Gartenarbeit, sondern auch um die Freuden, die ein Garten mit sich bringt.

Rezension von Heike Rau

Irmgard Denneler und Edith Berner
Frau Dennelers Garten – Eine Gärtnerin verrät ihre grünen Geheimnisse
136 Seiten, gebunden
Jan Thorbecke Verlag
ISBN-10: 3799506268
ISBN-13: 978-3799506267
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John Williams: Butcher’s Crossing

John Williams: Butcher’s Crossing

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Will Andrews bricht sein Havard-Studium ab, weil er einen Freiheitsdrang verspürt und weil er Natur erleben will. Unberührte Natur. Um 1870 reist er nach Butchers’Crossing, einem kleinen Städtchen mit wenigen Häusern und einer staubiger Straße in Kansas. Andrews hört von den großen Büffelherden, die es einst in der Gegend gab. Gern würde er einmal mit in die Jagdgründe ziehen. Der Fellhändler J. D. McDonald, der einzige Kontakt, den Andews hier hat, rät ihm, mit Miller zu reden, der ihm dann eine Geschichte von einer großen Büffelherde in einem versteckten Tal in den Colorado Rockies erzählt. Das diese Entdeckung schon etwa ein Jahrzehnt her ist, scheint dabei nicht ins Gewicht zu fallen. Miller hat über die Jahre das Geld gefehlt, dorthin zurückzukehren.

Andrews verfügt über die nötigen Mittel und ist bereit, die Expedition zu finanzieren, sodass sich dann vier Männer auf den Weg machen, die Büffel zu jagen und damit reich zu werden. Von Anfang an ist es für Andrews, der an die Stadt gewöhnt ist, eine über alle Maßen anstrengende Reise. Das Durchhaltevermögen wird ihm aufgezwungen. Für Natur und Besinnung auf das Wesentliche, wie es in seiner Vorstellung existiert hat, ist kein Raum. Es geht bald nur noch ums Überleben. Die Männer sind auf Miller angewiesen, dem einzigen Mann, der sich in der Wildnis auskennt. Doch er denkt vor lauter Gier und Machthunger keine Sekunde ans Aufgeben, ehe er den letzten Büffel erledigt hat.

Das Buch ist in einem recht unspektakulären Sprachstil geschrieben. Es wird nicht auf künstliche Dramatik gesetzt. Vielmehr entwickelt die Geschichte eine eigene Dynamik, die nicht spannender sein könnte. Auf der einen Seite lieben die Männer die Natur und das ungebundene Leben, auf der anderen schrecken sie nicht davor, alles zu zerstören. Das letzte bisschen Wildwest-Romantik, das wahrscheinlich nur in der Fantasie besteht, geht den Bach runter. Will Andrews wird das vor Augen geführt. Doch er zieht es vor, nicht einzuschreiten. Er gibt sich als stillen Beobachter, auch wenn er mit den Geschehnissen nicht einverstanden ist. Ob er die Macht hätte, etwas zu ändern, ist ohnehin fraglich. Also gibt er sich von Anfang an geschlagen und hofft auf Zeiten, in denen er die Entscheidungsfreiheit wieder hat. Der Autor schildert die Geschehnisse mit großer Ruhe, aber gnadenlos detailreich und damit tief erschütternd. Ein wirklich gutes Buch!

Rezension von Heike Rau

John Williams
Butcher’s Crossing
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben
368 Seiten, gebunden
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423280492
ISBN-13: 978-3423280495
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Judith Winter: Lotusblut

Judith Winter: Lotusblut


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Der Doppelmord an Peter Klatt und seiner Frau Ramona, ist nicht zu erklären. Es scheint niemanden mit einem Motiv zu geben. Doch immer noch scheint sich der Mörder im Hotel herumzutreiben. Emilia Capelli ist ihm auf der Spur und merkt sehr schnell, dass sie es mit einem Profi zu tun hat. Dass er noch im Hotel ist, liegt daran, dass seine Aufgabe noch nicht erfüllt ist. Ein etwa zehnjähriges asiatisches Mädchen wird aufgegriffen, das offenbar in der Obhut der Klatts war. Jedoch spricht sie nicht. Der mutmaßliche Mörder entkommt. Und bald verschwindet auch das Mädchen wieder, das zwischenzeitlich im Krankenhaus untergebracht war. Dazu kommt, dass Emilia Capelli und ihre Kollegin Mai Zhou bald zurückgepfiffen werden. Zu offensiv gehen sie bei ihren Ermittlungsarbeiten vor. Ihr Ziel ist es, dass Mädchen zu schützen, dass sich ganz offenbar in großer Gefahr befindet und das auch weiß.

Emilia Capelli und Mai Zhou hatten im ersten Krimi „Siebenschön“ einen etwas holprigen Start, arbeiten aber jetzt sehr viel besser zusammen. Auch wenn Emilia Capelli öfters den Chef raushängen lässt, ist Mai Zhou ihr auf jeden Fall gewachsen. Aber sie muss eben nicht, im Gegensatz zu ihrer Kollegin, mit der Tür durch die Wand. Dass die beiden sich intuitiv ergänzen, wird im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen. Psychologie ist hier etwas Wesentliches. Es ist spannend zu sehen, wie Gedanken zu etwas Wahrhaften werden und wie Details irgendwann zu einem kompletten Bild führen. In diesem Sinne ist der Thriller sehr intelligent aufgebaut. Dem Leser wird immer etwas mehr offenbart. Einen Schritt voraus ist man den beiden Ermittlerinnen deshalb aber nicht.
Ganz so krass wie in „Siebenschön“ ist der Fall diesmal nicht. Aber der Spannungsbogen ist auch hier perfekt. Man wird sehr gut unterhalten. Und zum Schluss gibt es wieder Wendungen, die überraschen.

Rezension von Heike Rau

Judith Winter
Lotusblut
448 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423215690
ISBN-13: 978-3423215695
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Julia Jessen: Alles wird hell

Julia Jessen: Alles wird hell

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Oda hat eine große Familie, die sie von Kindheit an trägt. Mit allen Höhen und Tiefen. Sie nimmt, was das Leben für sie bereit hält, ohne nach Konsequenzen zu fragen. Vor allem, als sie jung ist. Sie entscheidet unkonventionell und auch mal jenseits von Moralvorstellungen. Es ist so schwer, anerkannt zu werden und Liebe zu finden. Aber es geht nicht immer nur nach ihren Vorstellungen. Die Menschen in ihrem Umfeld sind, wie sie sind. Ihre Denkweisen und Handlungen nachzuvollziehen, ist nicht einfach. Ein gewisser Abstand muss also immer gewahrt werden. Oftmals wird Nähe aber auch gar nicht erst zugelassen. Diese Oberflächlichkeit ist für Oda nicht leicht zu ertragen.
Mit ihrem Partner ist sie glücklich. Mit ihm und dem kleinen Sohn lebt sie in einem schönen Haus. Auch beruflich läuft alles bestens. Es ist also alles gut, bis sie sich ein zweites Kind wünscht, das ihr Mann nicht haben will. Für Oda steht eine Entscheidung an. Sie könnte Ulf heiraten oder ihn verlassen oder beides tun.

Julia Jessen beschreibt in ihrem Buch ein ganzes Leben. Als Leser begleitet man Oda auf diesem Weg und nimmt Anteil. Denn nicht immer ist das Glück auf ihrer Seite. Nicht immer kann sie ihre Vorstellungen vom Leben verwirklichen und dennoch muss es immer weitergehen. Mit viel Gefühl und auf eine tiefgehende Art und Weise entwickelt die Autorin diese Geschichte, die immer wieder auch sehr traurige Züge annimmt. Das ist sehr ergreifen und lässt natürlich auch über das eigene Leben nachdenken und den Umgang mit den Belastungen, die es so mit sich bringt, die unausweichlich sind, was immer man auch tut. Oda zumindest nimmt die Dinge mit dem Älterwerden und der wachsenden Lebenserfahrung nicht mehr ganz ernst, findet zu mehr Gelassenheit, und das tut ihr gut.
Es steckt viel in diesem Buch. Schließlich umfasst es die Spanne eines ganzen Lebens.

Rezension von Heike Rau

Julia Jessen
Alles wird hell
304 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 3956140249
ISBN-13: 978-3956140242
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