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Autor: hera

Bernhard Kegel: Ein tiefer Fall

Bernhard Kegel: Ein tiefer Fall

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Professor Hermann Pauli ist noch spät in seinem Büro im Biologiezentrum der Christian-Albrecht-Uni in Kiel, als etwas passiert. Zunächst glaubt Pauli an einen Rohrbruch. Aber dann entdeckt er auf der Etage von Franz Moebus die kaputten Aquarien. Überall sind Wasser und Glasscherben. Und mittendrin ein Toter. Pauli holt Hilfe.

Die eilig einberufene Sonderkommission, angeleitet von Kriminalhauptkommissarin Anne Detlefsen, hat also möglicherweise in einem Mordfall zu ermitteln. Hermann Pauli kann den Toten identifizieren. Es ist Dr. Moritz Barthelmess, ein Assistent von Frank Moebus. Später wird noch ein zweiter Toter gefunden. Möglicherweise hat er sich aus dem Fenster gestürzt oder ist gestoßen worden. Es ist Johannes Hilpert, der auch in der Moebus-Gruppe gearbeitet hat. Was genau passiert ist, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Möglicherweise hatten die beiden einen Streit. Bei ihren Forschungsarbeiten geht es jedenfalls um die Moebus-Zellen, eine bisher unbekannte Lebensform.

Frank Moebus selbst hat sich zur Tatzeit in Brüssel aufgehalten, wo er sich unter anderem darum bemühte die Finanzierung eines wichtigen Projektes durchzusetzen, das in Zusammenhang mit den Moebus-Zellen steht.

Hermann Pauli wird von der Polizei ordentlich durch die Mangel genommen. Es ist, als würde man ihn verdächtigen. Er kann die Vorwürfe aber weitgehend entkräften.

Frank Moebus ist ein berühmter Wissenschaftler. Seine neueste Entdeckung ist spektakulär. Seltsamerweise dringt aber nicht viel von seiner Forschungsarbeit nach draußen. Er scheint niemanden Anteil daran nehmen lassen zu wollen. Der Autor erzählt, wie Paulis Interesse geweckt wird. Pauli merkt, dass vieles im Institut an ihm vorbeigegangen ist, weil er zu beschäftigt mit seiner eigenen Arbeit war. Er beginnt nachzuforschen und deckt Ungereimtheiten in Moebus‘ wissenschaftlicher Arbeit auf. Es ist ein Unding.

Parallel dazu werden die Ermittlungsarbeiten der Polizei dargestellt. Anne Detlefsen weiß allerdings nicht so recht, wo sie ansetzen soll. Sie kann sich die Vorkommnisse nicht erklären. Zwar gibt es Hinweise auf eine dritte Person am Tatort und auch die Meinung eines Ermittlers, der glaubt, dass es Moebus gewesen sein könnte. Doch erstens hat dieser ein Alibi und zweitens kann man einen berühmten Wissenschaftler einem Verdacht öffentlich nicht so einfach aussetzen. Dieser Zwiespalt wird sehr ausführlich dargestellt. Der Fall muss schließlich auf etwas fadenscheinige Art und Weise abgeschlossen werden, obwohl klar ist, dass die Polizei längst nicht alle Einzelheiten kennt. Detlefsen bleibt dennoch weiter aufmerksam und agiert weiter aus dem Hintergrund heraus.

Es ist spannend zu lesen, wie zwischen Pauli und Detlefsen nach und nach eine Beziehung entsteht. Pauli mit seinem Wissen und Detlefsen mit ihren kriminalistischen Möglichkeiten könnten den Fall doch noch vollständig zum Abschluss bringen.
Allerdings stürzt das Pauli, als ihm das Ausmaß der Sache bewusst wird, in einen Gewissenskonflikt. An dieser Stelle wird das Buch, das zwischendurch schon einige Längen hat, hochdramatisch. Was Moebus im Namen der Wissenschaft tut, ist ein Skandal. Aber wie geht man damit um?
Auch wenn diese Geschichte erfunden ist, bringt diese doch sehr zum Nachdenken.

Rezensionen von Heike Rau

Bernhard Kegel
Ein tiefer Fall
Mareverlag, Hamburg
ISBN-10: 3866481659
ISBN-13: 978-3866481657
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Daniel Glattauer: Ewig Dein

Daniel Glattauer: Ewig Dein

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Im Supermarkt lernen Hannes und Judith sich zufällig kennen. Hannes hält daran fest und schleicht sich immer mehr in Judiths Alltag ein. Hannes ein Mann, wie Judith ihn sich wünscht! Er gibt freundlich und überaus liebevoll. Er schmeichelt ihr, macht ihr Komplimente.

Aber er ist auch ungeheuer zielstrebig und berechnend. Er wickelt Judith geradezu ein. Das übersieht die junge Frau. Sie will geliebt werden. Und ehe Judith sich versieht, im Grunde ohne es zu wollen, trägt sie seinen Ring am Finger.

Hannes erobert ihren Freundeskreis im Sturm, ihre Familie ebenso. Hannes ist so beliebt, so gefragt. An diesem Mann kommt man nicht vorbei. Hannes hat eine Art, Judith um den Finger zu wickeln, ihr seinen Willen aufzuzwingen, sich unentbehrlich zu machen und dabei sieht es so aus, als tue er alles aus Liebe.

Bald weiß Judith nicht mehr, was sie von ihm halten soll. Der Mann fürs Leben scheint er nicht zu sein. Er merkt es und geht zum scheinbaren Rückzug über. Dosiert seine Aufmerksamkeit ihr gegenüber. Auch darauf springt Judith an. Der Gedanke, dass er sie nicht mehr lieben könnte, ist für sie ebenso unerträglich. Soweit zurückweisen will sie ihn nun auch nicht.

Es ist eine Liebesgeschichte. Aber eine die ganz anders verläuft als gedacht. Eine, die zum blanken Horror wird. Zumindest für einen der Beteiligten.
Zwar möchte sie Judith auf die Liebe zu Hannes einlassen, aber sich eben nicht erdrücken lassen davon und genau das geschieht.

Hannes macht seine Besitzansprüche ihr gegenüber sehr deutlich. Judith hat keine Chance, denn Freunde und Familie hat er längst auf seine Seite gebracht. Keiner kann verstehen, warum Judith sich von so einem tollen Mann abwendet.

Die Entwicklungen zu verfolgen ist überaus spannend. Denn die ganze Beziehung läuft komplett aus dem Ruder, vor allem, als Judith Schluss macht und er nicht. Die Gedankengänge Judiths werden sehr direkt und natürlich, ja fast schon holprig dargestellt.

Es geht phasenweise voran, denn Judith wechselt gerne mal ihre Meinung. Da gewinnt schon auch mal der Verfolgungswahn die Oberhand. Ist es ihr eigener Wahn? Ist alles Einbildung oder agiert Hannes weiter aus dem Hintergrund heraus? Ist Hannes ein Stalker? Das muss man sich fragen. Hier wird aus dem Buch schon fast ein Krimi.

Die Geschichte ist gut geschrieben. Sie ist einerseits von Ernsthaftigkeit durchsetzt, andererseits von bitterem Humor gezeichnet, der mehr zwischen den Zeilen mitschwingt. Die Spannungskurve steigt stetig an, um dann aber leider in ein etwas mageres Ende zu münden. Tatsächlich wirkt der Schluss nicht besonders passend und ist wenig originell im Gegensatz zum Buch insgesamt.

Rezension von Heike

Daniel Glattauer
Ewig Dein
208 Seiten, gebunden
Deuticke Verlag
ISBN-10: 3552061819
ISBN-13: 978-3552061811
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Bartlomiej Rychter: Die Bestie von Sanok

Bartlomiej Rychter: Die Bestie von Sanok

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Was dem Ratsherrn Skwierzyński nahe der Klostermauer geschehen ist, könnte die Tat eines Wolfes gewesen sein. Dass die Verletzungen von einem Tier stammen, davon geht Dr. Karol Zaleski aus. Er glaubt jedoch auch menschliche Spuren ausmachen zu können. Borys Pasterniak, Hauslehrer bei Dr. Karol, platzt um Haaresbreite in die Autopsie hinein und wird entdeckt. Wie viel mag er wohl vor der Tür erlauscht haben?

Apotheker Anzelm Ochmański geht Borys nach. Er glaubt, dass der junge Hauslehrer, Aufschluss geben kann, was die Geschehnisse betrifft, zumindest weiß er von dessen Fähigkeiten, manche Dinge ein wenig anders zu sehen.
Polizeikommissar Ludwig Wittenbacher sieht die Sache realistisch. Er glaubt, dass den Ratsherrn so spät am Abend ein Räuber überfallen haben könnte. Möglicherweise hatte der Ratsherr sich nicht zur Wehr setzen können, weil er zu betrunken war. Bewusstlos lag er dann da, so dass sich streunende Hunde über ihn hergemacht haben.

Die Gerüchteküche brodelt jedoch munter weiter und schon bald spricht die ganze Stadt von dem Mord, glaubt sogar einen Werwolf dafür verantwortlich machen zu können. Aber was soll der Kommissar diesem vorwitzigen Redakteur von der Sanoker Zeitung erzählen? Ganz geschickt versucht Wittenbacher, diesen Kaszycki für seine Zwecke einzuspannen.

Professor Joachim August Hildenberg aus Wien kommt in Sanok gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Mord an. Der Gelehrte ist zu Gast im Hause Zaleski und zeigt großes Interesse an den Geschehnissen. Er gibt vor, bei den Ermittlungsarbeiten behilflich sein zu wollen. Doch Borys entdeckt etwas im seinem Zimmer, das nicht gerade für den fremden Herrn spricht.

Der historische Krimi spielt im Jahre 1896 im kleinen verschlafenen Städtchen Sanok in den Karpaten. Geschichte wird hier lebendig gemacht, und fungiert als gut recherchierter Rahmen, in dem jede Kleinigkeit zeitgemäß wirkt.

Mit der Ruhe in Sanok ist es vorbei, als der erste ungeheuer grausame Mord geschieht. Gerüchte und Geschwätz, Aberglauben und Volksglauben sorgen für eine unheimliche Stimmung. Die Angst geht um. Das macht der Autor mit seiner Wortwahl auch für den Leser greifbar.

Dr. Zaleski, Professor Hildenberg und auch Borys Pasterniak sind da schon realistischer veranlagt. Sie glauben nicht, dass eine Bestie aus dem Wald nach Sanok hereinkommt, um wahllos Leute umzubringen. Diese Gegensätzlichkeit im Denken der Menschen, auch zwischen armer und wohlhabender Bevölkerung, wird gut dargestellt. Wobei anfangs natürlich keiner weiß, womit man es zu tun hat.

Zunächst verläuft die Geschichte noch recht gedämpft. Die Spannungskurve steigt aber immer weiter an. Man spürt das Unheil nahen. Nach und nach wird klar, dass der Mörder, der wie ein Tier mordende Serienmörder, gezielt vorgeht und es auf bestimmte Personen abgesehen hat. Doch die Zusammenhänge sind derart undurchsichtig, dass man wirklich gespannt darauf ist, wie der Autor diesen Krimi auflösen wird.
Das Ende kann sich sehen lassen. Es beschließt eine wirklich grandios ausgedachte Geschichte auf perfekte Art und Weise.

Rezension von Heike Rau

Bartlomiej Rychter
Die Bestie von Sanok
Schauerlich Morde in den Karpaten
Historischer Kriminalroman
368 Seiten, broschiert
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423213310
ISBN-13: 978-3423213318
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Ursula Dubosarsky: Nicht jetzt, niemals

Ursula Dubosarsky: Nicht jetzt, niemals

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Elf Mädchen sind in der Klasse von Miss Renshaw. An einem denkwürdigen Tag geht die Lehrerin mit den Kindern in den Ena Thompson Memorial Garden, um ihnen über den Tod nachzudenken. Die Mädchen glauben aber vielmehr, sie wolle den Gärtner besuchen. Miss Renshaw scheint beeindruckt von ihm, auch weil er ein Dichter ist. Sie glaubt, dass auch die Mädchen Gedichte schreiben können. Der Garten vermittelt zumindest die perfekte Stimmung dafür. Und sie stellt den Kinder Morgan vor, der die Schülerinnen ein Stück weit anleiten kann. Die Mädchen sollen niemandem von den Treffen mit dem Gärtner erzählen. Nicht den Eltern, nicht anderen Lehrern. „Nicht jetzt, niemals“. Es ist ein Geheimnis.

So gehen die Mädchen mit ihrer Lehrerin und dem Gärtner an einen geheimen Ort. Es ist eine Höhle, in der sich Höhlenmalerei finden lassen soll. Sie liegt an der felsigen Küste. Den Mädchen gefällt es nicht in der Höhle, es ist ein unheimlicher Ort. Die Faszination ihrer Lehrerin können sie nicht teilen. So geht die kleine Gruppe Mädchen ohne Erlaubnis wieder hinaus. Miss Renshaw und der Gärtner lassen auf sich warten. Niemand von den Mädchen will wieder hinein in die Dunkelheit, um nach den beiden zu sehen. Als die Flut kommt, gehen sie zurück in den Garten, warten vergebens und beschließen zur Schule zu laufen.
Dass Miss Renshaws fehlt, wird natürlich wenig später bemerkt. Doch von den Mädchen sagt niemand etwas. So lautete die Anweisung. Das Geheimnis aufzudecken, wagt keine. Und so bleibt Miss Renshaw verschwunden.

Die Geschichte, die in Australien im Jahre 1967 beginnt, ist eine Überraschung. Inhaltlich und auch stilistisch. Sie zeigt, welche Macht eine Lehrerin über ihre Schüler haben kann, wenn sie ihre Vorbildfunktion und das in sie gesetzte Vertrauen gnadenlos ausnutzt. Ihre vermeintliche Unfehlbarkeit als Respektsperson wird auch im Schreibstil widergespiegelt. Wie sie mit ihrer Beeinflussung die Kinder manipuliert, die dem nichts entgegenzusetzen haben, wird klar vermittelt, so dass man nachvollziehen kann, warum die Mädchen schweigen. Es ist hart, das zu lesen. Die Wirkung ist unbeschreiblich.

Fast gespenstig wirkt die Geschichte, unheimlich, fast schon verstörend, extrem. Der Preis, den die Mädchen für ihr Schweigen bezahlen, ist hoch und wird sie, das ist absehbar, ein Leben lang verfolgen. Im Verlauf des Romans wird die Spannung ständig gesteigert. Man weiß nicht so genau, was wirklich vorgeht, was die Lehrerin beabsichtigt, die sehr genau um ihre Macht weiß. Dass es eine Inszenierung ist, wird schnell klar. Doch zu welchem Zweck nicht. Das außergewöhnliche Buch ist sicherlich nicht nur für die Zielgruppe der Jungendlichen interessant, sondern auch für Erwachsene.

Rezension von Heike Rau

Ursula Dubosarsky
Nicht jetzt, niemals
143 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN-10: 3800056763
ISBN-13: 978-3800056767
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Matthias Sodtke: Auf der Suche nach den goldenen Möhren

Matthias Sodtke: Auf der Suche nach den goldenen Möhren

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Nulli und Priesemut sind bei wunderschönem Wetter auf der Wiese vor dem Haus. Während der Hase ein Buch liest, langweilt sich der Frosch. Er kann nicht lesen und glaubt, das sei nicht spannend.

Um die Langeweile zu vertreiben, hüpft er auf den Dachboden. Hier gibt es sehr viele interessante Dinge. Und so entdeckt er eine kleine Truhe, die allerdings verschlossen ist. Es könnte ein Goldschatz darin sein. Er nimmt die Truhe mit hinunter zu Nulli, der gleich ein großes Schlüsselbund holt. Tatsächlich passt einer der Schlüssel. In der Truhe liegt ein Foto und Büchlein auf dem steht: „Wo man die goldenen Möhren findet“. Nulli erinnert das an seinen Großvater, der tatsächlich mit auf dem Foto ist.

Priesemut blättert im Büchlein und bedauert nun doch sehr, dass er nicht lesen kann und bittet Nulli, es ihm beizubringen. Das geht natürlich nur nach und nach, so dass Nulli vorlesen muss, was im Buch steht. In kleinen Rätseln wird beschrieben, wie die goldenen Möhren zu finden sind. Die beiden machen sich auf den Weg.

Es versteht sich von selbst, dass es eine spannende Reise wird. Das Rätsel um die goldenen Möhren zu lösen, kommt einem Abenteuer gleich.

Kinder können den Weg direkt mitgehen. Sie werden von Anfang an eingebunden. Zunächst muss der richtige Schlüssel für die Truhe gefunden werden. Dann müssen die Hinweise mit der Wegbeschreibung passend interpretiert werden. Manchmal sind die Rätsel ganz schön knifflig. Wer schon lesen kann, darf das direkt im Büchlein tun. Hier gibt es viele Einträge in Schreibschrift. Die Geschichte hat einen sehr überraschenden Ausgang, der hier natürlich nicht verraten wird.

Die beiden ungleichen Freunde Nulli und Priesmut arbeiten wirklich gut zusammen. Das spiegelt sich auch in den wunderbaren Illustrationen wieder. Es macht wie immer sehr viel Spaß Nulli und Priesemut in Aktion zu erleben.

Ein wirklich tolles Mitmach-Buch für Kinder!

Rezensionen von Heike Rau

Matthias Sodtke
Auf der Suche nach den goldenen Möhren
72 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311869
ISBN-13: 978-3830311867
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Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Schatten des Dschungels

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Schatten des Dschungels

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Es ist ein Traum von Katharina De Vries, genannt Cat, einmal den Amazonas-Regenwald zu sehen. Als sie Falk kennen lernt, in den sie sich verliebt, scheint dieser Wunsch für die junge Umweltschützerin erfüllbar. Gerne würde sie mit ihm an der Expedition von Living Earth nach Guyana teilnehmen. Ein vorbereitendes Praktikum soll den Weg ebnen. Denn Cat ist klar, dass sie noch eine Menge lernen muss. Auch weil Falk die richtigen Leute kennt, geht der Plan schließlich auf.

Die beiden reisen mit weiteren Naturschützern nach Guyana in die unberührte Wildnis. Vor Ort beschäftigt sich die kleine Gruppe mit Artenzählungen und Amphibienforschung. Cat ist fasziniert von dem, was sie hier im Dschungel erlebt. Es sind vielfältige Eindrücke, die hier auf die junge Frau einstürmen. Doch mit der Zeit keimt Misstrauen in ihr. Sie merkt, dass etwas nicht stimmt und dass es Geheimnisse gibt, die auch Falk ihr nicht anvertrauen will. Bald hat Cat den Verdacht, unter Biopiraten zu sein. Doch es sind Naturschützer. Allerdings sind sie bereit, ihre Ziele mit radikalen Mitteln durchzusetzen. Cat ist hin und her gerissen, bis sie erkennen muss, wie gefährlich es ist, was die jungen Leute tun. Sie muss sich entscheiden hier mitzugehen oder die Gruppe zu verraten.

Der Roman spielt im Jahr 2025. Man hat keine Mühe, sich in diese Zeit hineinzudenken. Es ist ein interessanter technische Fortschritt zu erkennen, der auch den Alltag verändert hat. Die Abholzung des Regenwaldes ist besorgniserregend vorangeschritten. Unberührte Natur gibt es kaum noch. Der Schutz der noch vorhandenen Wildnis hat für die Umweltschützer Priorität.
Auch Cat zeigt hier große Einsatzbereitschaft. Die Gründe für ihr Engagement werden im Buch nachvollziehbar dargestellt. Überhaupt kommt man ihr als Leser sehr nahe. Man lernt ihre Familie kennen, ihre Freunde und erlebt hautnah mit, wie sie sich in den etwas älteren Falk verliebt, der ihr sehr unkonventionell erscheint.

Im Dschungel dann entwickelt sich das Buch zum Umwelt-Abenteuer, zum überaus spannenden Thriller. Es ist ein sehr aktuelles und wichtiges Thema, das hier aufgegriffen wird. Für die Umweltschützer läuft die Zeit davon. Da es verschiedene Standpunkte gibt, wie die Abholzung des Regenwaldes zu verhindern ist, gerät Cat in einen Gewissenskonflikt, der sehr nahegehend deutlich gemacht wird. Als Leser wird man zum Nachdenken angeregt und kommt nicht umhin, sich mit dem Thema näher zu befassen. Das Nachwort ist in dieser Hinsicht auch eine gute weiterführende Quelle für Informationen.

Rezension von Heike Rau

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek
Schatten des Dschungels
412 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407811071
ISBN-13: 978-3407811073
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Jutta Profijt: Kühlfach betreten verboten!

Jutta Profijt: Kühlfach betreten verboten!

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Pascha nutzt die erstbeste Gelegenheit um Dr. Martin Gänsewein von dem Autounfall, den er beobachtet hat, zu erzählen. Der Geist hat sonst zu niemand Kontakt. Der Gerichtsmediziner ist der einzige, der ihn hören kann. Meist funktioniert die Kommunikation über Gedankenaustausch.

Die Kinder, die im Unfallfahrzeug saßen, machen Pasche nun das Leben schwer. Und das ist ganz und gar nicht zu verstehen. Sie sind keineswegs bei dem Unfall verstorben. Aber sie sind in einem komaähnlichen Zustand, so dass Pascha sich mit ihren kleinen Seelchen konfrontiert sieht. Auf der Geisterebene kann er mit den Kindern sprechen. Auch als die Kinder dann im Krankenhaus in künstliche Koma gelegt werden, bleibt das so.

Die Lehrerin, die das Auto fuhr, ist nicht auffindbar. Offenbar hat sie Fahrerflucht begangen. Pascha weiß, dass das keineswegs so ist. Die Kinder sagen, Sibel Akiroglu ist entführt worden.
Später findet man eine tote junge Frau. Kriminalkommissar Gregor Kreidler nimmt die Ermittlungen auf. Martin nimmt die Obduktion vor. Aber wie sich herausstellt, handelt es sich bei der Toten nicht um die Lehrerin.

Man würde gerne die Kinder verhören, aber die sind immer noch im künstlichen Koma. Bald kommt man hinter die Identität der Toten. Es ist die 16-jährige Yasemin Özcan. Wie sich herausstellt, müssen Yasemin und die Lehrerin sich gekannt. Denn die Tote hatte einen Zettel mit der Telefonnummer Sibels bei sich.

Die Umstände sind sehr mysteriös. Pascha könnte Licht ins Dunkel bringen. Er weiß eine ganze Menge mehr und versucht sich auch Martin mitzuteilen. Doch der hat im Moment ganz andere Dinge im Kopf. Seine Freundin bekommt ein Baby und so gehört seine ganze Aufmerksamkeit ihr. Es dauert, bis auch Martin begreift, dass er endlich handeln muss. Nur ist es schwer zu erklären, woher er Dinge weiß, die er eigentlich nicht wissen kann.

Pascha ist ein Draufgänger. Das spiegelt sich auch in seinen Charakter wieder und auch in seiner Art zu denken und zu sprechen. Er ist unglaublich nervig und rotzfrech. Seine Wortwahl ist bedenklich. Seine üblen Wortfindungen sind unterirdisch. Das muss der Leser aushalten können. Im Grunde benimmt Pascha sich immer daneben. Aber irgendwie passt das alles. Was hat ein Geist schon zu verlieren? Andererseits besitzt er Gerechtigkeitssinn und das macht ihm zum idealen Ermittler.

„Kühlfach betreten verboten!“ ist der vierte Band der Reihe. Diesmal gibt Pascha unfreiwillig den Babysitter, während er einen kniffligen Fall aufzuklären hat. Das ist wirklich alles sehr außergewöhnlich. Der Krimi ist damit sehr unterhaltsam und auch an Spannung fehlt es nicht. Die Handlung ist interessant aufgebaut. Was zunächst äußerst undurchsichtig scheint, entwickelt sich in eine ungeahnte Richtung. Rundherum ein sehr origineller Krimi!

Rezension von Heike Rau

Jutta Profijt
Kühlfach betreten verboten!
320 Seiten, broschiert
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 342321340X
ISBN-13: 978-3423213400
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Jonathan Emmett und Vanessa Cabban: Zu Hause ist es am schönsten

Jonathan Emmett und Vanessa Cabban: Zu Hause ist es am schönsten

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Ein wunderschöner Morgen begrüßt den Maulwurf, als er aus seinem Bau klettert. Da scheint ihm seine Bleibe plötzlich viel zu eng und dunkel. So wünscht er sich eine andere Wohnung.
Als er den Igel trifft, erzählt er ihm, dass er eine große, helle und wunderschöne Wohnung sucht. Der Igel meint den richtigen Platz zu kennen und zeigt dem Maulwurf einen schönen hohlen Baumstamm. Aber an diesem Ort, der wirklich groß ist, wie der kleine Maulwurf zugeben muss, ist es zu windig. Wie zu Hause fühlt der Maulwurf sich hier nicht.
Auch das Eichhörnchen hat einen Vorschlag. Und so klettern Igel und Maulwurf mühsam auf einen Baum hinauf, denn als neue Behausung für den Maulwurf schlägt das Eichhörnchen ein Vogelnest vor. Hier ist es wirklich schön hell. Aber der Maulwurf fühlt sich hier nicht sicher. Er hat Angst hinauszufallen.
Auch der Hase macht einen Vorschlag und zeigt den Tieren, einer nach seiner Meinung überaus gemütliche Behausung. Aber der Maulwurf kann sich nicht so recht für eine neue Bleibe entscheiden.

Das Buch ist wirklich sehr niedlich gemacht. Es zeigt, dass jedes im Buch vorgestellte Tier andere Ansprüche an sein zu Hause stellt und dies natürlich auch Sinn macht. Zum Schluss weiß der kleine Maulwurf ganz genau, warum er in einem Bau unter der Erde am besten aufgehoben ist.
Die kleine kindgerechte Geschichte lässt sich sehr gut vorlesen. Die Texte sind nicht sehr lang und nehmen auch nicht zu viel vom Bild weg. Das Geschehen ist auf eine sehr ansprechende Weise in den Zeichnungen dargestellt, so dass der Text und die verschiedenen Szenen eine schöne Einheit bilden. Es gibt viel zu sehen. Die Zeichnungen sind detailreich, aber nicht mit Einzelheiten überfrachtet. Die Farben sind natürlich gehalten. Pastelltöne wurden von der Illustratorin hier bevorzugt. Die drolligen Figuren gefallen gut. So macht das Ansehen der großformatigen Bilder den Kleinen sehr viel Spaß.

Rezension von Heike Rau

Jonathan Emmett und Vanessa Cabban
Zu Hause ist es am schönsten
Aus dem Englischen von Peter Ahorner
32 Seiten, gebunden
Annette Betz Verlag
ISBN-10: 3219115144
ISBN-13: 978-3219115147
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Anne George: Mörderische Verstrickungen

Anne George: Mörderische Verstrickungen

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Luke Nelson ist es diesmal, der Patricia Ann und Mary Alice Kummer macht. Dem Cousin ist die Frau weggelaufen. Virginia ist nach vierzig gemeinsamen Jahren mit dem Prediger auf und davon, der in ihrem gemeinsamen Haus Malerarbeiten erledigt hat, um nebenbei ein bisschen Geld zu verdienen. Patricia Ann kann gar nicht glauben, was Luke ihr da erzählt. Schließlich ist Virginia nicht gerade gutaussehend und die Jüngste ist sie auch nicht mehr. Im Grunde können sich die Schwestern keinen Mann vorstellen, der mit Virginia durchbrennen würde, aber das behalten die beiden besser für sich.

Holden Crawford ist, wie sich herausstellt, auch noch ein Sektenprediger. Patricia Ann schafft es mit Hilfe ihres Laptops Adresse und Telefonnummer zu beschaffen. Den Prediger ausfindig zu machen, scheint aber eine andere Sache zu sein. Ans Telefon geht er schon mal nicht.
Die Schwestern fahren also mit Luke hoch nach Steele. Auch im Wohnhaus ist niemand, also geht Luke schon mal in die Kirche des Schlangenpredigers, die nebenan liegt, um sich dort umzusehen. Weil Luke nicht wieder herauskommt, folgen ihm Patricia Ann und Mary Alice schließlich. Sie finden Luke verletzt und ohnmächtig vor. Ob er niedergeschlagen wurde oder gestürzt ist, lässt sich nicht sagen. Aber dass die fremde Frau, die da auf der Kirchenbank liegt, tot ist, ist sicher.

Einfach herrlich! Patricia Ann und Mary Alice sind ein perfektes Team, wenn es um das Aufklären von Mordfällen geht. Patricia Ann geht überlegt und vernünftig an die Dinge heran, während Mary Alice sehr direkt ist und sich draufgängerisch gibt.
Der Fall verlangt den beiden alten Damen allerdings alles ab. Sich hier einzumischen und die Geheimnisse der Dorfgemeinschaft erkunden zu wollen, ist mit ungeahnten Gefahren verbunden. Schließlich ist hier irgendwo ein Mörder unterwegs! Die Handlung ist dementsprechend turbulent. Eine Katastrophe jagt die nächste.

Die Familie wird deswegen aber nicht vernachlässigt. Man hat viel Einblick in das Familien- und Alltagsleben der außergewöhnlichen Schwestern. Das stellt die Geschichte in einen schönen Rahmen.
Der Krimi ist ausgesprochen unterhaltsam und liest sich dadurch einfach gut. Humor und Situationskomik kommen nicht zu kurz. Wobei besonders die Art der Schwestern miteinander umzugehen ist, für Lacher sorgt. Für Spannung sorgt vor allem die Undurchschaubarkeit des Krimis. Beim Mitraten, wer der Mörder sein könnte, wird man aufs Glatteis geführt.

Rezensionen von Heike Rau

Anne George
Mörderische Verstrickungen
304 Seiten, broschiert
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423213329
ISBN-13: 978-3423213325
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Karen Christine Angermayer: Wilma und das kleine Mäh – 20 Fünf-Minuten-Geschichten

Karen Christine Angermayer: Wilma und das kleine Mäh – 20 Fünf-Minuten-Geschichten

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Das Schaf Wilma Wölkchen lebt auf einem Bauernhof. Es gibt noch weitere Schafe: die rotgelockte Henna, Märthe mit ihren Zwillingen, die Jungschafe Rocco und Rändy und den alten Bock Mähx. Bewacht werden die Schafe von Hofhündin Tessa. Zu den Tieren auf dem Hof gehören noch die Hühner Gacka und Glucka, sowie der Hahn Casanova und drei kleine Enten mit ihrer Entenmutter. Auch Kater Fitzgeraldo hat hier sein Zuhause.

Schon das Cover verspricht gute Unterhaltung für Kinder. Und tatsächlich ist dank der Tiere ordentlich was los auf dem Bauernhof. Die Tiere bilden eine muntere Truppe. Was sie alles erleben, wird in 20 Fünf-Minuten-Geschichten erzählt.

So erfährt man zum Beispiel, was passiert, wenn die Schafe sich vornehmen, an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen oder an Ostern sich nach Verstecktem auf die Suche machen, das eigentlich für die zu Besuch kommenden Enkelkinder gedacht ist.

Man liest, was geschieht, wenn Wilma in der Küche der Bäuerin heimlich eine Geburtstagstorte für Henna zu backen versucht und was passiert, wenn die Schafe auf Schatzsuche gehen und dabei Schätze finden, mit denen man sich prima verkleiden kann.

Man liest, wie Erfinderin Henna ein Flugzeug baut, das dann beim ersten Flugversuch wie ferngesteuert in einem Baum landet und was geschieht, wenn Schaf ein Haarpflegemittel mit Enthaarungscreme verwechselt. Man erfährt, wie ein Zauberkürbis Wünsche wahr werden lässt und ob auch Schafe einen Nikolaus haben.

Die Schafe im Buch laufen auf zwei Beinen und haben sehr menschliche Charaktereigenschaften. Sie sind neugierig und lebenslustig, wobei man schon zugeben muss, dass Mähx ein wenig griesgrämig ist. Die Hauptrollen besetzen Wilma und ihre Freundin Henna.

Die kleinen Geschichten sind abwechslungsreich und vor allem sehr humorvoll. Nicht nur die Kleinen werden ihren Spaß daran haben, sondern auch die vorlesenden Eltern. Ältere Kinder können dann natürlich auch schon selbst lesen. Aber es macht eben sehr viel Spaß, die Geschichten zu teilen und sich darüber auszutauschen.

Wirklich sehr witzig sind die Zeichnungen. Die Tiere, insbesondere die Schafe, sind auf eine ganz besonders ansprechende und witzige Art und Weise abgebildet. Komische Situationen werden sehr treffend dargestellt. Schön ist auch, dass man Bauer und Bäuerin mit allen Tieren noch mal in der Buchklappe sieht. „Wilma und das kleine Mäh“ ist ein richtiges Familien-Vorlese-Buch.

Rezensionen von Heike Rau

Karen Christine Angermayer
Wilma und das kleine Mäh – 20 Fünf-Minuten-Geschichten
128 Seiten, gebunden
cbj, München
ISBN-10: 3570152936
ISBN-13: 978-3570152935
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