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Kategorie: Kochbuch

Astrid Gravert (Hrsg.): Die Küche Norddeutschlands – Klassische Rezepte aus zwei Jahrhunderten

Astrid Gravert (Hrsg.): Die Küche Norddeutschlands – Klassische Rezepte aus zwei Jahrhunderten

Nach dem im Buch gesammelten norddeutschen Rezepten wurde in einem Zeitraum von etwa Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gekocht. Die historischen Hintergründe dazu erläutert die Herausgeberin Astrid Gravert schon im Vorwort. Eine schöne Einstimmung auf die folgenden Gerichte. Dazu gehören Grützen und Mehlspeisen, Suppen, Gemüse und Eintöpfe, Fleisch, Fisch und Gebäck.

Los geht es mit Buchweizengrütze, welche in der armen Bevölkerung fast täglich auf den Tisch kam, war sie doch sehr nahrhaft und bekömmlich. Verfeinert wurde sie, wenn möglich, mit Zimt, Zucker Milch oder Früchten.
Gar nicht so unbekannt sind die „Armen Ritter“. Altes Weiß- oder Toastbrot wird in eine Mischung aus Milch, Eiern, Salz und Zucker gelegt und dann vollgesogen in der Pfanne goldbraun gebraten. Dazu gibt es beispielsweise Kompott.

Auch die Fliederbeersuppe einmal auszuprobieren, empfiehlt sich. Der schwarze Holunder ist als Heilpflanze bekannt. Der Saft der kleinen schwarzen Beeren ist ein altes Hausmittel bei Fieber und Erkältungskrankheiten. Im vorliegenden Rezept gibt es Griesklöße zur Suppe.
Auch Gemüse findet Beachtung. Empfohlen werden Gerichte mit Erbsen, Bohnen, Möhre und Steckrüben, aber natürlich auch Rezepte mit Kartoffeln oder Kohl.

In der Norddeutschen Küche wurde alles verwertet, was verfügbar war. Und wenn es nicht Frisches gab, wurde auf Trockenfrüchte als Beigabe zurückgegriffen. In der Küche Mecklenburgs war die Verwendung von Backobst und Rosinen typisch. So werden für „Mecklenburger Gefüllter Rippenbraten“ Backpflaumen verwendet.
Große Bedeutung ab dem 15. Jahrhundert gewann der Heringsfang in der Nordsee. Das schlägt sich auch in den Rezepten nieder. „Matjes in Sahnesoße“ ist nur eins davon. Aber auch anderer Fisch findet Beachtung. Es gibt Rezepte mit Aal, Hecht und Scholle. Und für viele die Traditionen pflegen, ist sicher das Rezept „Karpfen blau“ interessant.

Gebacken wird natürlich auch. Es macht sicher Spaß, sich an das Rezept vom „Rosinenstuten“ heranzuwagen oder den „Ostfriesischen Butterkuchen“ auszuprobieren.

Die Rezepte bestehen aus der Zutatenliste und den gut strukturierten und sehr verständlichen Zubereitungsanweisungen. Immer wieder gibt es Vorschläge für eine Abwandlung des Rezeptes. Das sorgt für Abwechslung und regt an, auch mal selbst die Zutaten zu variieren. Interessant sind die vielen informativen Hintergrundinformationen zu den Rezepten. Der Leser erfährt so genau, warum bestimmte Zutaten in der Region verwendet wurden, bzw. was überhaupt verfügbar war. Man erfährt, was täglich auf den Tisch kam und was nur an Feiertagen. Die Auswahl an Rezepten im Kochbuch bezieht sich dabei vor allem auf die Ernährungsstandards der bürgerlichen Mittelschicht. Geeignet ist das Buch für Hobbyköche, die alte Rezepte wiederentdecken und Traditionen aufleben lassen wollen, die mit wenig Fleisch auskommen und die Zutaten wie Obst und Gemüse gern nach Saison auswählen. Auch die Aufmachung des Buches ist sehr passend und gefällt gut.

Über die Herausgeberin:
Astrid Gravert wurde 1956 geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Anglistik. Die gern kochende freie Lektorin hat unter anderem viele Kochbücher betreut. Sie lebt mit ihren vier Kindern in Schleswig-Holstein.

Rezension von Heike Rau

Astrid Gravert (Herausgeberin)
Die Küche Norddeutschlands
Klassische Rezepte aus zwei Jahrhunderten
127 Seiten, gebunden
Hoffmann und Campe, Hamburg
ISBN: 3-455-09525-9
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Jamie Oliver: Kochen für Freunde

Jamie Oliver: Kochen für Freunde

Jamie Oliver ist verrückt nach Kräutern. Ohne frische Kräuter geht beim Kochen seiner Meinung nach nichts. So erzählt er am Anfang des Buches, welche Erfahrungen er mit der Anzucht von Kräutern gemacht hat und gibt zahlreiche Tipps. Weiter geht es mit leckeren Rezepten für ein herzhaftes Frühstück. Der Koch beschreibt die Zubereitung vom Schinken-Sandwich, Toast mit Fleischtomaten, Basilikum, gekochtem Schinken und Käse oder Megamüsli so bildhaft und geschmacklich vorstellbar, dass einem schon beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft. Auch die kleinen Snacks und Knabbereien lassen den Magen vor Vorfreude grummeln. Es folgen einfache Salate und Dressings, interessante Suppenkreationen und Nudelgerichte. In einem weiteren Kapitel werden Gerichte mit Fisch oder Muscheln vorgestellt. Es gibt Wolfsbarsch mit Kräuterfüllung in Alufolie oder gebratene Forelle, dazu Kartoffeln mit Meerrettich-Walnuss-Sahne, um zwei Beispiele zu nennen. Fleisch und Geflügelgerichte wie gebratenes Kotelettstück mit Pfirsichen oder Rindfleisch-Carpaccio mit Kräuterkruste folgen. Ein weiteres Kapitel ist dem Gemüse gewidmet. Es gibt in Folie gebackene Rote Bete mit Knoblauch, Majoran und Balsamico-Essig oder Fenchel aus dem Ofen mit Knoblauch, Butter und Wermut. Es folgen leckere Brotrezepte und verschiedene Pizzas. Auch Rezepte von Desserts und Kuchen fehlen nicht. Danach werden eine Reihe von Drinks und Cocktails empfohlen, wobei die Frucht-Shakes besonders lecker aussehen. Den Schluss bilden Rezepte zu Brühen, Saucen und Salsas.

Die Rezeptauswahl ist sehr vielfältig. Jamie Oliver stellt nicht nur einfache Rezepte vor, sondern auch zunächst recht abenteuerlich klingende, mit denen man aber seine Freunde garantiert überraschen und vor allem beeindrucken kann. Die Zutatenlisten sind überschaubar und die Zubereitungsbeschreibungen sehr ausführlich und auch für Laien gut nachvollziehbar. Dabei muss man sich gar nicht immer so genau an die Anweisungen halten. Jamie Oliver regt die Fantasie des Lesers an und ermuntert dazu, auch die eigene Kreativität mit einzubringen. Die vorgestellten Gerichte sind meist für 4 bis 6 Personen ausgelegt. Verwendet werden vorwiegend frische Zutaten. Aber auch eine Liste der Dinge, die man immer im Haus haben sollte, fehlt nicht.
Eins steht fest, mit diesem Kochbuch ist Schluss mit dem ewigen Einerlei und langweiligen Gerichten in der Küche. Die locker-leichten Kommentare von Jamie Olivier machen Spaß und wirken anregend auf den Appetit. So macht es Spaß, für Freunde zu kochen. Die vielen ganzseitigen Fotos sind oftmals kleine Kunstwerke. So ist auch die Gestaltung des Kochbuchs als sehr gelungen zu bezeichnen.

Über den Autor:
Jamie Oliver ist in Clavering/Essex aufgewachsen. Bereits im Alter von acht Jahren lernte er im Pub seiner Eltern kochen. Er studierte am Westminster Catering College in London. Zusammengearbeitet hat er schon mit einigen der renommiertesten britischen Küchenchefs. Jamie Oliver war beratender Küchenchef des Restaurants „Monte´s“ in Knightsbridge. Mittlerweile hat er ein eigenes Restaurant „Fifteen“ eröffnet. Seine Kochsendungen werden von Millionen Fernsehzuschauern verfolgt. Jamie Oliver lebt mit seiner Frau Jools und seinen beiden Kindern in London.

Rezension von Heike Rau

Jamie Oliver
Kochen für Freunde
Neue geniale Rezepte
Aus dem Englischen von Susanne Vogel
288 Seiten, gebunden, über 300 Farbfotografien
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0654-7
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