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Autor: hera

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Neues aus unserer Küche

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Neues aus unserer Küche

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“Neues aus unserer Küche” ist sicher ein gewagter Titel. Denn bei der Vielzahl an Kochbüchern die es vom Autorenpaar gibt, kann man sich das nicht so recht vorstellen. Tatsächlich aber kann man auch alt bewährte Klassiker immer wieder so abwandeln oder in der Zubereitung verändern, dass Neues entsteht. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wieder in Erinnerung gerufen, werden außerdem Zutaten, die ein bisschen in Vergessenheit geraten sind.

Wert gelegt wird wie immer auf eine bodenständige Küche fast ganz ohne industriell hergestellte Produkte und damit ohne Zusätze wie Geschmacksverstärker. Verwendung finden regionale und saisonal verfügbare Produkte. Mit den vorliegenden Rezepten kann man gesund und geschmackvoll kochen und genießen.

Es gibt viele verschiedene Kapitel. Eines davon befasst sich mit Linsen. Zuerst gibt es wie immer ein bisschen Warenkunde. Hier erfährt man auch, welche Sorten es gibt und wie diese sich unterscheiden. Und man erfährt, was man beim Kochen der Linsen beachten sollte. Nachkochen kann man unter anderem „Linsencremesüppchen“ oder „Knusprige Entenbrust auf Linsen“.

Interessant ist auch das Kapitel zu Quark. Auch hier gibt es wieder Warenkunde, so dass man nach dem Lesen weiß, was sich hinter den Begriffen Quark, Schichtkäse und Topfen verbirgt. Man kann „Knusprige Apfel-Quark-Ecken“ backen. Dazu wird hier eine Himbeersauce serviert. Zubereiten kann man aus Quark auch erfrischende Getränke, wie den „Maracuja-Lassi“.

Auch Kartoffeln kann man immer wieder anders zubereiten. Wobei im Buch vor allem neue Kartoffeln verarbeitet werden. Sie werden serviert als „Neue Kartoffeln mit Kümmel und Hackepeter“ oder als „Neue Kartoffeln mit Radieschen, Schnittlauchsalat und Schnittlauchquark“.

Ein echter Klassiker sind die Rinderrouladen. Man kann aber auch Rouladen aus Hähnchenfleisch zubereiten. Das Gericht heißt: „Hähnchenroulade mit grünen Bohnen“. Auch Schweineschnitzel eignen sich und werden zu „Herzhaften Schweineröllchen“.

Sicher nicht jedermanns Sache sind die Innereien. Aber vielleicht kann ja der eine oder andere von „Kalbskutteln auf italienische Art“ oder „Rosa Kalbsherz auf buntem Salat“ überzeugt werden. Was das Delikate daran ist, wird genau beschrieben.

Unter „Kochen aus dem Stand“ findet man Rezepte, die man mit einem gut gefüllten Vorratsschrank nachkochen kann. Ein Großeinkauf vorher ist nicht nötig, auch wenn man die eine oder andere Zutat, der Frische halber noch schnell besorgen sollte, zum Beispiel auf dem Weg von der Arbeit nach Hause.
Man findet in diesem Kapitel „Heiße Senfeier“ oder „Kartoffelpuffer“.

(Nachgemacht habe ich ein Rezept aus dem Kapitel „Olivenöl“ und zwar „Crocchiarelle oder knuspriges Ofenpapier“. Den Brotteig habe ich den Brotbackautomaten zubereiten lassen. Dann ausgerollt und in etwas kleineren Stücken als angegeben auf dem Blech im Ofen kross gebacken. Diese Brot-Chips schmecken durch das verwendetet Olivenöl und das Salz außerordentlich gut. Man bekommt direkt Lust, sich noch andere Variationen auszudenken, mit anderen Mehlsorten zum Beispiel. Geschmacklich verändern lässt sich das Ofenpapier sicher auch durch Zugabe von Kümmel oder Rosmarin.)

Man sieht, die Rezepte muss man nicht haargenau nachkochen. Man kann sich inspirieren lassen und auch eigene Ideen einbringen. Das Buch ist damit für alle Hobbyköche geeignet, die Spaß am Kochen haben und die nötige Zeit.
Die Zubereitungsanleitungen sind immer sehr ausführlich gehalten. Man erhält viele Tipps, die die Zubereitung erleichtern. Und auch wie man die Rezepte nach eigenem Geschmack abwandeln kann, wird verraten. Vielen Zutaten wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zu jedem Gericht wird ein Getränk empfohlen. Meist ist das Wein, aber manchmal auch Bier oder etwas Alkoholfreies.
Die Seiten sind sehr übersichtlich gestaltet. Auch Bildmaterial ist wieder reichlich vorhanden. Auch dieses Kochbuch hat eine Empfehlung verdient.

Rezension von Heike Rau

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer
Neues aus unserer Küche
Das Begleitbuch zur WDR Servicezeit: Essen & Trinken
205 Seiten, gebunden
VGS – Egmont Verlagsgesellschaften
ISBN-10: 3802537386
ISBN-13: 978-3802537387
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Salvo Sottile: Schwärzer als die Nacht

Salvo Sottile: Schwärzer als die Nacht

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Rosa heiratet Nino Giaconia nicht aus Liebe. Sie will vielmehr ihrem Zuhause entkommen. Die Hochzeit findet in aller Heimlichkeit statt. Nino hat Angst vor der Polizei. Deshalb ist er untergetaucht. Die Feierlichkeiten müssen ohne das Brautpaar stattfinden. Nur die engsten Verwandten sind anwesend. Die neue und die alte Mafia sitzen, wenn auch an einem Tisch, so doch getrennt nach Familien.

Das frisch vermählte Paar zieht sich in ein abgelegenes Dorf zurück, um abzuwarten. Rosa wird langsam klar, dass sie mit einem Killer durchgebrannt ist, einem untergetauchten Mafioso. Nach zehn Jahren zieht das Paar in die erste eigene Wohnung. Doch auch hier wird Rosa nicht glücklich. Nino erlaubt ihr keine Freiheiten. Als Rosa während der Schwangerschaft ihr Kind verliert und erkennen muss, dass sie kein weiteres bekommen kann, fällt sie in eine tiefe Depression. Nino fühlt sich seiner Frau gegenüber hilflos und ist nicht imstande sie zu stützen.

Als Pino, Rosas Bruder, zum Kronzeugen wird, und vor der Ermittlungsrichterin Elvira Salemi auszupacken droht, bringt Nino die anderen Mafiosi gegen sich auf. Das Problem innerhalb der Familie wird zu Ninos ganz persönlicher Angelegenheit. Und aus dieser gibt es nur einen Ausweg. Es muss ein Zeichen gesetzt werden. Doch würde Nino tatsächlich seine eigene Frau aus dem Weg räumen?

Der Thriller beginnt im Palermo der 80er Jahre. Im Kampf der beiden Mafiosos Nino Giaconia und Gaspare Occhiuzzo geht es um die Macht in der Cosa Nostra. Keiner von beiden darf Schwäche zeigen. Doch Nino macht sich angreifbar durch die Liebe zu seiner Frau, deren Familie ihm schließlich zum Verhängnis zu werden scheint. Dieser Gegensatz in Nino, einerseits seine ungeheure Brutalität und andererseits die unfassbare Liebe, wird sehr gut dargestellt.

Der Autor konzentriert sich über weite Strecken auf das Leben Rosas, die praktisch von Nino gefangen gehalten wird und die unter unmenschlichen Bedingungen leben muss, aber nun mal keine Wahl hat. Das liest sich entsprechend.

Die Geschichte wird noch von anderer Seite beleuchtet. Ermittlungsrichterin Elvira Salemi und Commissario Di Giannantonio lassen auch nicht locker. Vor allem Elvira Salemi beißt sich regelrecht fest, wird aber von der jahrelangen Erfolgslosigkeit zermürbt. Erst als Pino, der Bruder Rosas, auspacken will, geht es vorwärts. Die Ermittlungsarbeiten zu verfolgen ist äußerst spannend, vor allem, weil man als Leser beide Seiten kennt.

Es ist ein wirklich düster und gespenstig wirkendes Buch. Aber eben auch ein sehr spannendes und ungeheuer fesselndes. Ein wirklich guter, wenn auch zeitweise sehr brutaler Mafia-Thriller.

Rezension von Heike Rau

Salvo Sottile
Schwärzer als die Nacht
Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Thriller
320 Seiten, Klappenbroschur
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423248203
ISBN-13: 978-3423248204
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Ilona Chovancova: Mini-Cakes

Ilona Chovancova: Mini-Cakes

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Mini-Cakes sind kleine Kuchen die in Förmchen, beispielweise den beiliegenden Silikonförmchen, gebacken werden. Insgesamt umfasst die Rezeptsammlung 29 Backvorschläge mit herzhaften, süßen und brotähnlichen Cakes.

Zunächst wird erklärt, wie man Mini-Cakes grundsätzlich backt. Welche Küchenhelfer man braucht, wie man die Mengenangaben anpassen kann, wie die Förmchen vorbereitet werden, was man bei der Verwendung von Backpulver beachten sollte, wie man die Förmchen füllt, wie viel Zeit man zum Backen braucht und wie man eine Garprobe macht.

Unter den „Herzhaften Mini-Cakes“ findet man „Mini-Cakes mit Möhren und Speck“ oder „Mini-Cakes mit schwarzen Oliven und getrockneten Tomaten“.
„Besser als Brot“ sind die „Mini-Cakes mit Maismehl und Mohn“ oder die „Mini-Cakes mit Kastanienmehl und Sesam“.
Auch die „Süßen Mini-Cakes“ können sich sehen lassen. „Mini-Cakes mit Schokolade und rosa Pfefferkrokant“ und „Leichte Mini-Cakes mit Himbeeren“ sind nur zwei Beispiele.

Die Rezepte sind einfach nachzuvollziehen. Viele davon sind für Anfänger geeignet. Dennoch sind auch überraschend kreative Rezepte dabei, die das besondere Geschmackserlebnis versprechen, wie man an der Aufzählung oben sieht. Tatsächlich hat man das Gefühl, alle ausprobieren zu müssen. Man kann ausgewählte Varianten zu jeder Mahlzeit servieren. Oder sogar eine Party damit ausrichten.

Hat man eine Grundausstattung an Backzutaten zu Hause, kann man sofort mit dem Ausprobieren loslegen. Die kleinen Förmchen werden mit dem Rezeptbuch gleich mitgeliefert.
(Ausprobiert habe ich die „Mini-Cakes mit Möhren und Speck“. Hat man die Möhre erst einmal geraspelt und den Speck geschnitten, ist der Teig schnell zusammengerührt und in die Förmchen gegeben. Gebacken habe ich im Heißluftherd der Mikrowelle. Man braucht also nicht unbedingt den großen Herd anzustellen. Die kleinen Förmchen passen auch hier gut hinein. Der Teig ist schön aufgegangen, so dass die Cakes zum Schluss eine schöne Kruste oben hatten. Geschmeckt haben die kleinen herzhaften Kuchen ausgesprochen gut.)
Wer bisher auf diese Weise nur süßen Kuchen gebacken hat, sollte unbedingt die herzhaften und brotähnlichen Varianten probieren. Vom Geschmack her sind gerade diese Mini-Cakes eine Überraschung.

Die Auswahl an Rezepten gefällt gut. Die Anordnung ist übersichtlich gehalten. Man kann den Backanweisungen sehr gut Schritt für Schritt folgen. Auch die Fotos gefallen gut. Es wurde aber, was Dekoration und Farbe betrifft, eher mit Zurückhaltung gearbeitet.
Die Backbox „Mini-Cakes“ eignet sich auch sehr gut zum Verschenken. Gerade auch weil diese Buch, durch die bunten Silikonförmchen ergänzt wurde.

Rezension von Heike Rau

Ilona Chovancova
Mini-Cakes
39 Rezepte + 6 Silikonförmchen
72 Seiten, gebunden
DK – Dorling Kindersley Verlag
ISBN-10: 3831018405
ISBN-13: 978-3831018406
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David Servan-Schreiber: Das Antikrebs-Buch

David Servan-Schreiber: Das Antikrebs-Buch

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Was unsere Gesundheit betrifft, gibt es immer neue Erkenntnisse. Es ist also wichtig, gerade bei Gesundheitsratgebern, auf Aktualität zu achten. So liegt das erfolgreiche „Antikrebs-Buch“ von David Servan-Schreiber aus dem Jahre 2008 nun in einer aktualisierten und erweiterten Neuauflage von.

David Servan-Schreiber war 31, als bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Die Schulmedizin war seine Rettung. Erst nach einem Rückfall wurde ihm bewusst, dass er sich nicht mehr allein darauf verlassen will. So nahm er sich die neuesten Forschungsarbeiten vor und suchte nach Erkenntnissen. Genauso weckten alternative Heilmethoden sein Interesse. Er brachte in Erfahrung, dass Krebs nicht unbedingt schicksalhaft ist. Die Gene spielen eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr ist es unsere Lebensweise, die den Ausbruch von Krebs begünstigen kann. Auch wenn man sich sicher nicht zu viel Hoffnung machen darf, ist das doch ein vielversprechender Ansatz. Das veranlasste den Neurowissenschaftler und Psychiater sein Leben zu ändern.

Seine gemachten Erfahrungen und die erlangten Erkenntnisse stellt der Autor jedem Leser mit seinem Buch zur Verfügung. Ganz genau beschreibt er, was die Entstehung von Krebs begünstigen kann und damit verbunden, was das Krebswachstum hemmt. Unsere Umwelt und unsere Lebensweise spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle und hier kommt wiederum der Ernährung eine entscheidende Rolle zu. Ganz bewusst kann man mit diesen Erkenntnissen die schulmedizinische Behandlung wirkungsvoll ergänzen. Von der Passivität, dem sich behandeln lassen, wird der Weg frei hin zur Aktivität.

Das Buch ist Erfahrungsbericht und Ratgeber zugleich. Der Leser erfährt den aktuellen Forschungsstand zu Krebs und kann sich ein Bild von den Behandlungsmethoden, den schulmedizinischen und den alternativen, machen. Das ist interessant für an Krebs Erkrankte, aber auch für gesunde Menschen, die vorbeugen wollen. Der Text selbst ist ausgesprochen verständlich und auch sehr anschaulich geschrieben. Der Autor versteht es, auch schwierige Sachverhalte gut zu erklären. Zudem lassen sich die Informationen aus dem Buch sehr gut praktisch umsetzen, wenn man nur will.

Für die Neuauflage wurde Kapitel 9 „Die Antikrebs-Psyche“ überarbeitet. Der Autor macht deutlich, dass sich Gefühle von Ohnmacht und Verzweiflung negativ auf die Gesundheit auswirken. Das sollte man nicht unterschätzen. Es wird eine direkte Anleitung gegeben, wie man nach und nach zu mehr Ruhe und Gelassenheit finden kann.
Was die Ernährung betrifft, haben weitere Studien neue Erkenntnisse gebracht. Zum Beispiel zu grünem Tee. Sehr spannend sind auch die Erkenntnisse zu Zucker bzw. natürlichen Süßungsmitteln und Weißmehl. Hier rückt der Insulinspiegel ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Weitere Nahrungsmittel als die bisher bekannten, die Krebs hemmen, finden Erwähnung. Herausgestrichen werden aus die Vorteile von Bio-Lebensmitteln.

Sehr interessant sind auch die Ratschläge zum sichereren Gebrauch von Handys.

Die Richtung wurde also ein wenig korrigiert. Immer noch ist die Ernährung am wichtigsten. Aber auch ein starkes Immunsystem ist nötig, um einer Krebserkrankung zu entgehen oder dieser mit Hilfe der Schulmedizin Einhalt zu gebieten. Der Lebensstil in seiner Gesamtheit, also auch bezüglich Bewegung und Stressmanagement, spielt eine beachtenswerte Rolle auf dem Weg zu einer guten Gesundheit.

Rezension von Heike Rau

David Servan-Schreiber
Das Antikrebs-Buch
Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln
Aus dem Englischen von Heike Schlatterer und Ursel Schäfer
Illustrationen von Silvie Dessert
Aktualisierte Neuausgabe 2011
360 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 388897707X
ISBN-13: 978-3888977077
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R. J. Anderson: Bryony – Rebellin unter Feen

R. J. Anderson: Bryony – Rebellin unter Feen

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Obwohl es verboten ist, will Bryony nicht länger in der Eiche bleiben und endlich nach draußen gehen. Doch es zeigt sich, dass dies tatsächlich gefährlich ist. Denn in den Ästen des Baumes wird sie von einem Menschenkind entdeckt. Der königlichen Jägerin Dorna ist es zu verdanken, dass Bryony vor ihm gerettet wird. Dabei hatte Bryony gar nicht das Gefühl gehabt, in ernsthaft in Gefahr zu sein.

Von Dorna erfährt Bryony schließlich, wie dramatisch es um die Feen steht. Nur noch wenige von ihnen gibt es, alle ihrer Zauberkraft beraubt. Umso schlimmer ist, es dass in der Nähe Menschen wohnen.

Als Bryony endlich alt genug ist, einer eigenständigen Beschäftigung nachzugehen, erfüllt sich ihr Traum doch noch. Eigentlich wollte sie Sammlerin werden, doch weil die Königin zu bestimmen hat, geht Bryony in die Lehre bei Dorna und wird zur Jägerin ausgebildet. Das ist die gefährlichste Arbeit im ganzen Eichenstaat, aber man darf die Eiche verlassen.
Doch eine Krähe bedroht die Feen. Bryony braucht eine Waffe. Es ist jedoch keine aufzutreiben, außer vielleicht im Haus der Menschen. Also begibt sie allein nachts zum Haus und sieht sich um. Auch möchte sie herausfinden, warum die Feen so viel Angst vor den Menschen haben.

Bryony sieht Paul, den Jungen von damals, erst nach acht Jahren wieder. Seine Ausbildung in einem Internat muss er nach einem Unfall abbrechen. Er sitzt nun in einem Rollstuhl. Und hier, in seinem Schoß, landet Bryony nach einem Angriff der Krähe. Er nimmt die verletzte Fee mit ins Haus und baut darauf, dass sie sich erholt. Denn er hofft, sie könnte ihm einen Wunsch erfüllen. Noch ahnt er nicht, dass Bryony kaum noch magische Kräfte besitzt.

Traumhaft schön ist die Geschichte. Hauptfigur ist ein Feenkind, geboren aus einem Ei. Bryony ist das einzige Kind. Auch ältere Feen gibt es nicht mehr viele. Die Schweigekrankheit fordert ihren Tribut. Man spürt als Leser diese Hoffnungslosigkeit deutlich. Doch Bryony ist anders. Sie rebelliert. Den strengen Regeln, die eigentlich zum Schutz des Eichenvolkes gedacht sind, widersetzt sie sich. Dennoch wird sie geliebt.

Ihre erste Begegnung mit einem Menschenkind ist richtungsweisend. Obwohl Jahre vergehen, kann Bryony Paul nicht vergessen und man ahnt schon, dass die beiden eines Tages zusammenfinden werden. Nur hat Bryony, klein wie sie ist, in Pauls Hand Platz.

Und doch scheinen in den Elfen noch geheimnisvolle Kräfte zu schlummern, die zwar nicht beherrschbar sind, aber doch ab und an für eine spannende Wendung im Buch sorgen. So haben auch große Gefühle Platz in diesem Buch. Es ist sehr romantisch.

Die Geschichte wird getragen von Melancholie. Magie wohnt dem Buch selbst inne und so wird man beim Lesen direkt mit verzaubert. Die von der Autorin gezeichnete Feenwelt mit ihren Bewohner ist ausgesprochen gut vorstellbar. Bilder steigen auf, die sicher bei jedem Leser ein wenig anders geraten. Je nach Vorstellungskraft.

Dem Geschriebenen lässt sich ganz leicht folgen. Die Geschichte fließt nur so dahin. Fantasie und Ausdrucksstärke der Autorin beeindrucken und begeistern. Magie wird in die Wirklichkeit geholt und beides perfekt verbunden.
„Bryony – Rebellin unter Feen“ ist eines dieser Bücher, die man immer wieder lesen kann.

Rezension von Heike Rau

R. J. Anderson
Bryony – Rebellin unter Feen
Aus dem Englischen von Wolfram Ströle
285 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446236589
ISBN-13: 978-3446236585
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Susanne Rauchhaus: Die Messertänzerin

Susanne Rauchhaus: Die Messertänzerin

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Mit vier Jahren wurde Divja verkauft. In einer Schule, wo Mädchen aus gutem Elternhaus zur Tana ausgebildet werden, arbeitet sie als Dienerin. Divja glaubt, mit zwölf Jahren ebenfalls ihre Ausbildung beginnen zu können. Das ist ein kindlicher Irrtum. Denn wie sie erfährt, wird sie, zur untersten Kaste gehörend, für immer eine Dienerin bleiben müssen. Ohnehin ist sie anders als die anderen Mädchen mit ihren schwarzen Haaren und der Fähigkeit Lichter zu sehen. Möglicherweise, so glaubt sie, stammt sie von den Tassari ab, auch wenn in ihren Papieren etwas anderes stehen muss. Denn die Tassari werden ausgegrenzt. Mit der Rolle der Dienerin will sich Divja dennoch nicht zufrieden geben. Heimlich beobachtet sie die jungen Frauen beim Lernen.

Als in die Schule eingebrochen und eine Dienerin ermordet wird, ändert sich das Leben. Fortan wird diese bewacht. Der junge Tarjan, der ein Sujim ist, ist nun allgegenwärtig. Er entdeckt Divjas Platz auf dem Dach, wo sie heimlich das Tanzen übt. Auch er ist hier zum Trainieren. Sie kann ihn überreden, ihr das Kämpfen und Messerwerfen beizubringen, natürlich ohne dass jemand davon erfährt. Nur Jolissa ist eingeweiht. Obwohl sie einer höheren Kaste angehört, hat sie mit Divja sofort Freundschaft geschlossen. Sobald Jolissas Heirat vermittelt ist, möchte sie Divja als Dienerin mit sich nehmen.
Doch ihren Auserwählten darf Jolissa nicht heiraten. Die Schulleiterin hat etwas anderes im Sinn. Sie erteilt Divja, mit dem Versprechen auf ein besseres Leben, einen Mordauftrag. Dass es der Mann ist, den Jolissa heiraten muss, ahnt sie nicht und auch nicht, dass dieser Mann Fürst Warkan ist.

Das Buch ist eine echte Überraschung. Divjas Geschichte begeistert von den ersten Seiten an. Man ist beeindruckt von dem Mädchen, das sich Bildung nicht verwehren lässt und heimlich von den jungen Frauen, die auf die Ehe vorbereitet werden sollen, lernt. Die Jahre vergehen. Als sie auf den geheimnisvollen Wächter Tajan trifft, ist sie längst eine ausgezeichnete Tänzerin. Ihre sehr ausdrucksstarken Tänze, geben Gefühle und Stimmungen wieder. Unglaublich perfekt vermittelt die Autorin das dem Leser.

Mit ihrer Zielstrebigkeit vermag Divja den jungen Wächter zu beeindrucken. Nicht nur, dass er ihr Lehrer wird. Er ist auch eine Quelle an Informationen für Divja. Die Grundlage für ihre Meinungsbildung lag bisher ausschließlich im begrenzten Raum der Schule. Erstmals erfährt sie, was draußen vorgeht.
Dass sich die beiden ineinander verlieben, erwartet man, auch wenn man weiß, dass es hoffnungslos ist, weil sie im Grunde nichts gemeinsam haben und so vieles zwischen ihnen steht. Doch Divja nimmt nichts mehr als gegeben hin. Vor allem will sie das Geheimnis um ihre Herkunft entschlüsseln. Das gelingt ihr, doch es führt sie auch in einen direkten Kampf hinein, bei der es um das Bestehen ihres Volkes geht.

Es ist selten, dass man sich als Leser so gut in eine Geschichte hineinversetzten kann. Das liegt nicht nur am interessanten Thema, sondern auch am ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin. Und auch an der Idee, so außergewöhnliche fantastische Elemente in die Geschichte mit einfließen zu lassen.

Rezension von Heike Rau

Susanne Rauchhaus
Die Messertänzerin
366 Seiten, gebunden
Ueberreuter Verlag
ISBN-10: 3800056038
ISBN-13: 978-3800056033
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Claire Knightley: Dark Moon

Claire Knightley: Dark Moon

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Wegen finanzieller Schwierigkeiten steht das Haus von Marks Eltern zum Verkauf. Emilia Frazetta, eine alte Frau, die überraschend jung aussieht, übernimmt die Villa. Emilia nimmt sofort viel Raum in Lydias Leben ein, die Marks Freundin ist. Als Emilia bei Nebel in Lydias altes Auto hineinfährt, gibt sie sich sehr hilfsbereit, kauft sogar einen neuen Wagen als Wiedergutmachung.
Lydias Großmutter, Roseann Kinequon, scheint Emilia zu kennen, gibt sich aber sehr bedeckt. Doch bevor Lydia mehr über Emilia herausfinden kann, stirbt diese an einer Hirnblutung. Als sie und ihre Mutter im Haus nach Unterlagen suchen, um eventuelle Verwandte ausfindig zu machen, stößt Lydia auf ein Buch mit alten Legenden, das sie mitnimmt. Unterlagen werden nicht gefunden, auch keine Hinweise auf den fremden jungen Mann, in dessen Begleitung man Emilia einmal gesehen hat. Mutter und Tochter vermuten die Unterlagen im Weinkeller, der allerdings abgeschlossen ist.

Aber nicht nur die bevorstehende Beerdigung drückt auf die Stimmung. Auch die seltsamen Tiermorde machen den Bewohnern der Gegend immer mehr Angst. Völlig blutleer werden die Tiere aufgefunden. Niemand kann sich erklären, was hier passiert sein könnte.

Als sich Mark, Lydia und ihre Mutter Zutritt zum Weinkeller verschafft haben, stellt sich heraus, dass Emilia unter einigen verschiedenen Identitäten gelebt hat.
Bei der Beisetzung taucht Emilias Nachlassverwalter auf. Er kannte die Verstorbene, ist aber auch nicht bereit, etwas mehr über Emilias Vergangenheit preiszugeben. Er ist ein unsympathischer Mensch, der andere manipuliert und mit Hypnose beeinflusst. Nur bei Lydia gelingt ihm dies zu seiner Verwunderung nicht. Auch den Anwalt schein Lydias Großmutter zu kennen. Sie ist von seinem Auftauchen alarmiert.

Als Lydia sich auf dem Weg von ihrer Großmutter nach Hause verfährt, weil sie in Gedanken ist, macht sie eine Entdeckung. Emilias Auto steht hier auf einem abgelegenen Parkplatz. Lydia folgt den Weg in den Wald hinein und entdeckt ein weiteres Tieropfer. Außerdem versteckt sich hier ein Fremder. Er bittet Lydia um Hilfe. Obwohl sie wegrennen und die Polizei verständigen sollte, hilft sie ihm, da er sonst sterben würde. Er ist der geheimnisvolle Liebhaber, mit dem Emilia gesehen wurde.

Die Geschichte wird von einer alten, sehr unheimlichen Legende getragen. Lydias Mutter wollte ihre Tochter immer davor bewahren und nun stolpert diese unvorbereitet in das Abenteuer. Doch Lydia ist interessiert und ihre Neugier überträgt sich bald auch auf den Leser.
Die Geschichte ist anfangs sehr geheimnisvoll und undurchsichtig, wird dann aber immer unheimlicher. Erst nach und nach wird deutlich, was man beizeiten ahnt, dass es um Vampire geht.

Das Besondere an diesem Vampir-Roman ist, dass die Autorin sich nicht nur an die üblichen Klischees hält, sonder auch neue Aspekte einfließen lässt, was den Vampir-Mythos angeht. Auch ist ihre Hauptfigur nicht blind vor Liebe. Sie hat bereits einen festen Freund und sieht die sich später für den Fremden entwickelnden Gefühle realistisch. Es entwickelt sich eine andere Art von Romantik.
Der ruhige Anfang und der spannende Mittelteil, mit überraschenden Wendungen, werden von einem aufregenden Ende beschlossen. Außerdem liest sich das Buch ausgesprochen flüssig.
„Dark Moon“ ist der erste Teil einer Reihe, der Lust macht auf das nächste Buch.

Rezension von Heike Rau

Claire Knightley
Dark Moon
Erster Band
345 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 347335337X
ISBN-13: 978-3473353378
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Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Ruf der Tiefe

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Ruf der Tiefe

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Leon ist ein Flüssigkeitstaucher. Mit andere Jugendlichen, die ebenfalls diese Fähigkeit besitzen, lebt er auf einer Forschungsstation in der Tiefsee im Pazifischen Ozean nahe Hawaii. Seine Aufgabe ist es mit einem schlauen Krakenweibchen namens Lucy auf dem Meeresboden nach Bodenschätzen, den Manganknollen, zu suchen.

Doch irgendetwas ist mit dem Meer nicht in Ordnung. Leon gerät in eine Todeszone ohne Sauerstoff und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Es gibt mehrere dieser toten Gebiete, wie man bald feststellt. Oben herrscht Ausnahmezustand. Ein massenhaftes Tiersterben hat eingesetzt.
Bei einem Seebeben wird die Station beschädigt. Zum Glück konnte Leon kurz vorher davor warnen, weil im Lucy per Gedankenübertragung eine entsprechende Botschaft übermitteln hat.
Die beiden Touristinnen an Bord, Carima und ihre Mutter, müssen so schnell wie möglich nach oben gebracht werden. Dabei hat sich Carima gerade mit Leon angefreundet.

Das Leck kann abgedichtet werden. Dennoch wird für die Taucher ein Tauchverbot ausgesprochen. Leon übergeht dieses Verbot, da er weiß, wo die Todeszonen sind, von denen er sich fernhalten muss. Unbedingt will er herausfinden, was zu den seltsamen Vorkommnissen geführt hat. Sein eigenmächtiges Handeln wird nicht gerne gesehen. Aber Carima, mit der Leon wieder in Kontakt kommt, hilft ihm.

Spannend! Und das von der ersten Seite an. Es ist faszinierend zu lesen, was für ein interessantes Leben Leon führt. Man erlebt den Alltag auf der Forschungsstation und geht mit Leon auf Tauchgang, in Tiefen, in die bisher noch kein Taucher vorgedrungen ist. Möglich macht das die Fähigkeit mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit zu atmen. Das ist noch Zukunftsmusik, aber hier geht dieser Traum schon einmal in Erfüllung.

Im Buch gehen die Wissenschaftler bei ihrem Bestreben um Fortschritt allerdings zu weit. Leon kennt das Ausmaß der Forschungsarbeiten nicht, bekommt aber die Auswirkungen hautnah zu spüren. Gebannt verfolgt man, wie er immer weiter Geheimnisse lüftet und damit auch der Ursache für die Umweltkatastrophe auf die Spur zu versuchen kommt.
Zur Seite steht ihm die Krake Lucy. Es ist faszinierend, zu sehen, wie Mensch und Tier zusammenarbeiten. Die Vorstellung in direkten Kontakt mit einem Tier treten zu können ist fantastisch. Wobei Leon im Buch sogar die Fähigkeit gegeben wird, sich mittels Gedankenübertragung zu verständigen. Das zu beschreiben, ist den Autoren auf eine erstaunlich realistische Art gelungen.

Dass auch die Liebe im Buch nicht zu kurz kommt, ist eine schöne Zugabe. Die Annäherung zwischen Leon und Carima wird sehr glaubwürdig beschrieben. Man kann gut nachvollziehen, dass Carima so viel für Leon riskiert.
Das Besondere am Buch ist also, dass man sich wirklich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Man liest mit wachsender Begeisterung immer weiter.

Der Roman regt auch dazu an, über Umweltthemen nachzudenken. Darum dreht sich letztendlich alles im Buch. Das Buch spielt im Jahr 2018. Wer Interesse hat, kann im Anhang nachlesen, was Fiktion und was Wirklichkeit ist, aber auch was Forscher bisher erreicht haben und was zukünftig vielleicht einmal an Fortschritt realisierbar ist.

Rezension von Heike Rau

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek
Ruf der Tiefe
416 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407810822
ISBN-13: 978-3407810823
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Sandra Grimm: Mein erstes großes Fühlbuch

Sandra Grimm: Mein erstes großes Fühlbuch

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Wie fühlt sich wohl das Fell einer Katze an? Mit diesem Buch können kleine Kinder das herausfinden. Es gibt aber noch andere Tiere. Das Fell des Hundes ist ein bisschen strubbliger und das des Häschens wieder ganz weich. Die Kuh hat eine erstaunlich raue Zunge. Der Maulwurf hat ein eher glattes Fell und der Bär hat ganz wuschelweiche Ohren. Und wie fühlen sich Fische an?

Das Buch ist in seiner Aufmachung sehr ansprechend. Schon das kleine gelbe Entenküken vorn auf dem Cover mit dem streichelweichen Flügel lädt zum Berühren ein. Das Buch wird für Kinder ab 18 Monaten empfohlen.

Zu den Bildern gibt es immer einen kleinen Text in Form eines gereimten Vierzeilers mit kindgerechten Informationen zu den Tieren. Das lässt sich gut vorlesen und weckt Interesse beim Kind. Die Zeichnungen zeigen die Tiere als freundliche Kuscheltiere, oft auch als Tierkinder, in ihrem Umfeld. Ganz ohne befürchten zu müssen, dass jemand kratzt oder beißt, können Kinder die verschiedenen Tiere kennen lernen.

Die Zeichnungen sind nicht überladen und dennoch detailreich. Genau richtig für kleine Kinder. Sehr gut gefällt auch die Farbauswahl. Auf jeder Seite dominieren andere freundlich Farben. Mal Rosa, mal Orange, Hellblau oder Grün. Das Anschauen wird direkt mit dem Fühlen verbunden. Erfahrungen zu sammeln, wird für Kinder also leicht gemacht. Die verwendeten Materialien zum Streicheln sind ganz unterschiedlich in der Struktur, Weichheit und Tiefe und auch etwas festere, gröbere Materialien sind dabei.

Die Streichelflächen sind eher klein gehalten. Es löst sich nichts. Allerdings sind diese Flächen manchmal sehr hell, sogar weiß. Diese verschmutzen dann doch schneller und sehen etwas abgegriffen aus, gerade, wenn sich die ganz Kleinen mit den Seiten beschäftigen.

Das Buch ist sehr stabil. Die Pappe ist dick und formbeständig und gut für Kinderhände zu fassen. Durch die Ringbindung geht das Umblättern leicht von der Hand. Außerdem klappen die Buchseiten so nicht von allein zu.

Rezension von Heike Rau

Sandra Grimm
Mein erstes großes Fühlbuch
Illustration von Monika Neubacher-Fesser
16 Seiten, Ringbindung
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473324663
ISBN-13: 978-3473324668
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Jonas Winner: Davids letzer Film

Jonas Winner: Davids letzer Film

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Florian Baumgartner ist hin und her gerissen. Er soll eine Reportage über den Filmemacher David Mosbach machen. David war sein bester Freund, ist es auch jetzt noch, auch wenn die beiden länger keinen Kontakt hatten. Diese Freundschaft möchte er nicht aufs Spiel setzen. Doch der Artikel soll sehr gut bezahlt werden und Florian braucht Geld. Außerdem macht ihn sein Redakteur Richard Hölzemann neugierig. Er spricht von einem geheimen, sehr umstritten Film, den nur ein besonderes Publikum zu sehen bekommt. Er will Florian eine Einladung besorgen. Und da ist noch eine andere Sache. Mosbach ist vermisst gemeldet.

Tatsächlich bekommt Florian die Einladung. Der Film wird im Keller eines Fabrikgebäudes vorgeführt. Die brutalen, unmenschlichen Szenen machen Florian richtig fertig. Er ist geschockt. Nachdem er sich draußen ein klein wenig von dem Schock erholt hat, geht er zurück in den Keller, um die Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Doch keine Spur zeugt mehr von dem nächtlichen Schaupiel.

Florian setzt sich mit Walter Kunert, den er und David von der Uni kannten, in Verbindung. Doch der meint, David hätte nichts mit dem Film zu tun.
Davids Freundin Thea hat anderes Filmmaterial. Sie zeigt ihm Davids ersten Film, doch auch dieser ist unerträglich.
Florian macht den Kameramann Hannes Marin ausfindig. Auch den kennt er flüchtig von früher. Reden will Marin allerdings nicht. Offensichtlich scheint er sich bedroht zu fühlen. Er will mit der Sache nicht zu tun haben. Doch unbewusst hat er Florian ein Stichwort geliefert, das ihn aufhorchen lässt. Es geht um versteckte Bilder in den Filmen.
Auch mit der Polizei kommt Florian gezwungenermaßen ins Gespräch. Polizist Riemschneider glaubt nicht, dass David in Gefahr ist, sondern vielmehr, dass Gefahr von ihm ausgeht.

Das Buch ist von Anfang an sehr faszinierend. Florian gerät in eine Geschichte mit ungewissem Ausgang. Die Recherchearbeiten betreffen ihn persönlich und so nimmt er sich, alles was geschieht, sehr zu Herzen. Er möchte seinem Freund helfen, wird aber immer mehr damit konfrontiert, dass David Wege gegangen ist, die er nicht gutheißen kann.

Man wird als Leser ungewöhnlich tief in das Geschehen hineingezogen. Das macht sicherlich einen guten Psychothriller aus. Die Beschreibungen, beispielsweise der Filmszenen, sind eingängig. Unbehagen macht sich ziemlich schnell breit. Der Autor arbeitet daran, dieses Gefühl immer weiter zu verstärken. Man gerät zum Schluss gemeinsam mit Florian in einen Strudel kaum zu verkraftender Filmszenen. Als Leser kann man sich ein bisschen Abstand bewahren. Florian dagegen wird ungebremst hineingezogen. Das ist eine spannende Erfahrung. Albträume löst das Buch dennoch nicht aus. Es sind vielmehr Momente, die direkt während des Lesens für Kurzatmigkeit sorgen, die diese ungeheure Spannung in sich tragen. Man braucht schon gute Nerven, um das Buch bis zum Ende durchzuhalten.

Rezension von Heike Rau

Jonas Winner
Davids letzer Film
352 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuchverlag
ISBN-10: 3423212608
ISBN-13: 978-3423212601
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