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Autor: hera

Emma Clayton: Die goldenen Türme

Emma Clayton: Die goldenen Türme

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Ellie ist es gelungen, mit einem Pod-Fighter von der Raumstation im Orbit zusammen mit ihrem Kapuzineräffchen zu fliehen. Mal Gorman ist entrüstet. Nie hätte er dem Mädchen so etwas zugetraut. Er ordnet an, dass Ellie und das Äffchen getötet werden. Elli darf keine Gelegenheit bekommen, mit jemanden zu sprechen. Schließlich ist sie eine Mitwisserin. Außerdem ist die Gefahr zu groß, dass sie auch noch hinter das Geheimnis kommt.
Ellie ist auf dem Weg nach London. Hier lebt ihre Familie. Es scheint, dass sie ihren Verfolgern gewachsen ist, sie schüttelt diese immer wieder ab. Doch dann wir ihr Pod-Fighter abgeschossen. Elli und das Kapuzineräffchen überleben. Mal Gorman gelingt es nicht das Mädchen, das über seltsame übernatürliche Kräfte verfügt, zu töten. Und doch bricht Mal Gorman ihren Willen, indem er damit droht, ihre Familie umzubringen. Zu ihrem Entsetzen offenbart er ihr, dass sie bald neue Freunde haben wird, weil er beabsichtigt, noch weitere Kinder zu entführen.

Die Eltern glauben, Ellie sei tot. Ihr Zwillingsbruder Mika aber weiß, dass Ellie lebt. Er hat es im Gefühl. Er hat die Gefahr gespürt, in der Ellie bei ihrer Flucht war. Mikas Leben ist von Regeln bestimmt. Seit der Tierpest leben die Menschen hinter einen großen Mauer. Jeder Tag ist ein Überlebenskampf. Die Kinder sind kaum leistungsfähig. Die Ernährung ist mangelhaft. Mika zeigt Verhaltensauffälligkeiten, außerdem wird er von Albträumen und Visionen geplagt. Dem neuen Fit-Mix zur Behebung von Mangelerscheinungen steht er misstrauisch gegenüber. So wird er gezwungen, das Getränk zu sich zu nehmen. Nur seiner Psychologin kann er sich anvertrauen. Sie ist die Einzige, die ihn versteht. Ablenkung im Alltag bringt ein für die Kinder interessantes Spiel. Doch sie werden zu Konkurrenten, als ein Wettbewerb ausgetragen wird. Es werden interessante Gewinne in Aussicht gestellt. Bald stellt sich raus, dass der Zweck des Spiels ein ganz anderer ist.

Das Buch beginnt sehr spannend mit einer Verfolgungsjagd. Schon auf den ersten Seiten entwickelt man also ein Interesse am Buch und wird auch später nicht enttäuscht. Die Autorin beweist sehr viel Fantasie, auch was die Kulisse betrifft, vor der die Geschichte spielt. Es ist ein sehr dramatisches Szenario, das nach und nach aufgebaut wird. Die Menschheit wird manipuliert und getäuscht von einzelnen Personen, ohne es zu bemerken und ohne Misstrauen zu entwickeln. Erst die Kinder und hier insbesondere Mika und Ellie stellen dieses Weltbild infrage. Damit geraten sie in größte Gefahr, denn mit ihren Gegnern ist nicht zu spaßen. Mal Gorman ist ein gewissenloser, egoistischer und gewaltbereiter Mann mit sehr viel Macht. Und so wird die Handlung immer dramatischer. Die Geschichte ist gut gemacht, auch wenn man hin und wieder das Gefühl hat, dass sie zu lang ist. Es gibt einige Durststrecken zwischendurch, die aber zum Glück dann wieder von spannenden Szenen abgefangen werden oder von neuen Details, die neugierig machen. Auch der Schreibstil der Autorin rettet über die Längen hinweg. Das Buch liest sich flüssig. Das Thema im Hintergrund steckt man nicht so leicht weg. Die Geschichte stimmt nachdenklich. Das ist gut, denn so bleibt etwas vom Buch zurück.

Rezension von Heike Rau

Emma Clayton
Die goldenen Türme
Aus dem Englischen von Wolfram Ströle
508 Seiten, gebunden
ab 11 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473347396
ISBN-13: 978-3473347391

Genuss-Schule – Desserts & Kuchen

Genuss-Schule – Desserts & Kuchen

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Wer Süßes mag, kommt an Kuchen und Dessert nicht vorbei. Im vorliegenden Buch gibt es Rezepte für beides. Im ersten Kapitel wird aber erst einmal der Weg „Vom Teig zum Backwerk“ beschrieben. Auch wenn zum Beispiel ein Rührteig sehr einfach zuzubereiten ist, so gibt es doch einige Tipps und Tricks, die ihn besonders locker und saftig machen. Versuchen kann man sich auch an Biskuitteig, Brandteig, Hefeteig, Mürbeteig, Strudelteig, Quark-Öl Teig oder Blätterteig. Wer es aufwändig mag, probiert die „Maronen-Käsesahne-Torte“. Sehr einfach dagegen ist die „Stachelbeertarte mit Olivenölstreuseln“. Und wer gar keinen Teig rühren will, nimmt TK-Blätterteig für die „Holländische Kirschschnitte.“

Weiter geht es mit „Cremes & Mousses“. Hier findet man unter anderem die „Créme caramel mit Erdbeersauce“. Unter „Eis & Sorbets“ ist das „Buttermilch-Rhabarber-Eis“ eine Empfehlung wert. Bei „Süßspeisen & Puddings“ findet man nicht nur „Dampfnudeln mit Apfel-Holunder-Kompott“, sondern auch „Quarkkeulchen mit Apfelsorbet und Kirschkompott“. Die Quarkkeulchen habe ich ausprobiert. Wirklich lecker!

Die Auswahl an Rezepten gefällt gut. Gerade auch weil man viele süße Klassiker darin findet, die wirklich nicht in Vergessenheit geraten sollten. Aber auch wer Neues ausprobieren will, wird natürlich fündig.
Etwas schade ist es, dass es direkt unter den Ausführungen zu den verschiedenen Teigen keine Querverweise zu den entsprechenden Rezepten gibt. Hat man einen Teig gefunden, den man ausprobieren möchte, muss man ein dazupassendes Rezept erst suchen. Und wo findet man eigentlich das Rezept zur Biskuitrolle vom Cover?

Das Buch ist auch für Anfänger geeignet. Mit den guten Erklärungen sollte auf alle Fälle ein einfacher Rührkuchen gelingen. Und wer die Herausforderung liebt, probiert sich an einer Torte aus, auch wenn es Übung braucht, um sie so hinzukriegen, wie auf dem Foto. Diese Bilder sind nämlich perfekt. Es wird also nicht leicht, sich daran zu messen.

Im Buch gibt es aber noch mehr zu entdecken. Zwischen den Rezepten findet man immer wieder Extra-Seiten. Hier erfährt man zum Beispiel, wie man Pralinen selbst herstellt oder wie man mit Sahne oder Buttercreme Torten perfekt dekorieren kann. Rezepte, Küchenwissen und Warenkunde bilden in diesem Buch also eine Einheit. Und das überzeugt dann doch!

Rezension von Heike Rau

essen & trinken (Hrsg.)
Genuss-Schule – Desserts & Kuchen
144 Seiten, gebunden
Südwest Verlag
ISBN-10: 3517085820
ISBN-13: 978-3517085821

Anne Rogge: Herbst – Winter – Gemüse

Anne Rogge: Herbst – Winter – Gemüse

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Gerade im Winter findet man unter dem einheimischen Gemüsesorten reichlich Auswahl. Doch was fängt man an mit Kohlkopf oder Roter Bete? Was kann man mit Kartoffeln machen, damit sie weniger langweilig erscheinen? Für manche Gemüsesorten wie Pastinaken oder Topinambur hat man gar kein Rezept mehr!

Da kommt das Buch „Herbst – Winter – Gemüse“ gerade recht. Hier werden die Klassiker unter den Gemüsesorten präsentiert. Man kann sie also neu kennenlernen oder wiederentdecken, alte Rezepte ausprobieren oder die Gemüsesorten nach neuen zubereiten. Ganz nebenbei kann man damit auch etwas für die Umwelt tun. Die Gemüsesorten sind von hier, kommen also aus regionalem Anbau.

Das Buch ist nach Gemüsesorten gegliedert. Den Anfang macht die Rote Bete. Es folgen Kürbis, Kartoffel, Kohl, Rüben, Topinambur, Wintersalate und Pastinake. Interessant sind die „Rote-Bete-Schnitzel mit Walnusskruste“. Die Ofenkartoffel wird im neuen Gewand mit Rapunzeln serviert. Ein Klassiker ist „Die obligatorische Kürbissuppe“. Der „Krautsalat“ wird mit Clementine und Walsnussöl verfeinert. Die althergebrachte Kartoffelsuppe wird zum raffinierten „Kartoffelgulasch“.

Die „Linguine mit Zitronenwirsing“ sah so lecker aus auf dem Foto, dass ich dieses Rezept gleich ausprobiert habe. Es ist ganz leicht nachzukochen und schmeckt toll. Die leichte Zitronennote in der Sahnesoße passt wunderbar zum Kohl. Dazu kommt, dass man das Rezept leicht abwandeln kann, je nachdem, was man zu Hause hat. Eine andere Nudelsorte oder andere Kerne zum Überstreuen, statt die der Sonnenblume, sind kein Problem.

Das Gemüse-Kochbuch lässt sich in der kalten Jahreszeit also ganz wunderbar nutzen. Die einheimischen Gemüsesorten lassen sich vielfältiger verwenden, als mancher vielleicht glaubt. Auch in Vergessenheit geratenen Sorten kommen wieder auf den Tisch. Jede Gemüsesorte wird im Buch beschrieben, ehe sie verarbeitet wird. So erfährt man zum Beispiel auch etwas über die wertvollen Inhaltsstoffe. Wer Wert auf eine gesunde Ernährung legt, kann seinen Speiseplan mit den Rezepten wunderbar erweitern.

Rezension von Heike Rau

Anne Rogge
Herbst – Winter – Gemüse
Wohlfühl-Rezepte für kalte Tage
122 Seiten, gebunden
Franckh-Kosmos Verlag
ISBN-10: 344011614X
ISBN-13: 978-3440116142

Konrad Soyez / Dieter Baier: Weniger Abfall, mehr Wert

Konrad Soyez / Dieter Baier: Weniger Abfall, mehr Wert

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Dass wir etwas für unsere Umwelt tun müssen, wissen wir. Die Strategie im Umgang mit Müll lautet „Vermeiden – Verwerten – Entsorgen“. Jeder einzelne Haushalt kann seinen Beitrag leisten. Das Buch bietet hier Information und Unterstützung.

Erklärt wird, wie man Müll vermeiden kann. Das fängt schon beim Einkauf von Lebensmitteln an, zum Beispiel indem man Verpackungsmüll vermeidet, wo es geht. Außerdem muss man lernen bedarfsorientiert einzukaufen. Oft wird viel zu viel weggeschmissen, weil man falsch geplant hat oder sich vom reichhaltigen Angebot verführen lassen hat. Es sollte nur gekauft werden, was man wirklich braucht. Beratung findet man im Buch aber auch zu anderen Waren des täglichen Bedarfs, etwa zu Pflege- und Kosmetikprodukten.
Bei größeren Anschaffungen wie Haushaltsgeräten sollte man überlegen, was man wirklich braucht, ob sich vielleicht eine Reparatur des Altgerätes lohnt oder ob man auch auf Gebrauchtwaren zurückgreifen kann. Muss es etwas Neues sein, gibt es Produktkennzeichnungen und Gütesiegel, die Orientierung geben. Auch die Ökobilanz ist eine gute Hilfe.

Natürlich lässt Müll sich nicht ganz vermeiden. Im Buch wird erklärt, was damit passiert, was wiederverwertet werden kann und was tatsächlich dann als Restmüll bleibt. Recycling ist ein Stichwort, auf das im Buch eingehend eingegangen wird. Bei der Entsorgung kommt es auf die Umweltverträglichkeit an. Im Buch findet man einen Abfallwegweiser zur Orientierung. Fragen, wohin was kommt, werden geklärt. Nach der Lektüre des Buches sollte jeder wissen, was in den gelben Sack oder die gelbe Tonne, die Biotonne, zum Altpapier in die Glasbehälter in den Restmüll oder zum Schadstoffmobil kommt. Gesetzliche Regelungen für die verschiedenen Abfallarten werden auch noch mal in Kurzform in einer Tabelle dargestellt.

Die Autoren erklären sehr gut, wie Müllvermeidung aussehen kann. Dabei wird gezeigt, wie sich das direkt auswirkt. Man sieht also, was es bewirkt, wenn man Anstrengungen unternimmt, seinen Haushalt hier neu zu organisieren. Das ist gar nicht so schwer. Es gibt Checklisten, die zeigen, wo man steht. Es ist ein gutes Gefühl etwas für die Umwelt zu tun und auch noch den ein oder anderen Euro zu sparen.
Das Buch ist sehr informativ. So liest man beispielsweise was es mit dem Öko-Fußabdruck auf sich hat, wie das Prinzip der Nachhaltigkeit aussieht, was der Grüne Punkt bedeutet und was im Abfallrecht festgelegt wird.
Trotz der umfassenden Darstellung des Themas sind die Texte sehr gut verständlich geschrieben. Die Seiten sind zudem übersichtlich gestaltet. Bildmaterial ist reichlich vorhanden.
Das Buch sollte in keinem Haushalt fehlen. Man kann es nach der Lektüre auch gut als Nachschlagewerk benutzen.

Rezension von Heike Rau

Konrad Soyez / Dieter Baier
Weniger Abfall, mehr Wert
DIN-Ratgeber
144 Seiten, broschiert
Beuth Verlag
ISBN-10: 3410174680
ISBN-13: 978-3410174684

Andreas Bärtels: Gehölze von A – Z

Andreas Bärtels: Gehölze von A – Z

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Gehölze sind aus unseren Gärten und Parks nicht wegzudenken. Allerdings gibt es so viele Arten, das man hier wohl kaum den Überblick behalten kann. „Gehölze von A – Z“ hilft hier Hobby- und Berufsgärtnern weiter. 1500 Bäume und Sträucher werden vorgestellt.

Zunächst kann man sich aber mit den ersten Kapiteln, die von Dorothea Haag verfasst wurden, beschäftigen. Hier geht um die Gartengestaltung. Viele mögliche Gartensituationen werden angesprochen. Wer bestimmte Gartenräume schaffen möchte, findet hier Anregungen. Weiter geht es mit Informationen rund um die Gehölzpflege. Hier erfährt man beispielsweise, wie man pflanzt oder wie ein Gehölzschnitt auszusehen hat.

Die Beschreibung der Gartengehölze nimmt den größten Teil des Buches ein. Über 1500 Laub- und Nadelgehölze, Kletterpflanzen, sowie Bambus findet man im Buch. Geordnet sind diese in der alphabethischen Reihenfolge der botanischen Namen. Die Bilder sind ebenfalls mit dem wissenschaftlichen Namen unterzeichnet. Erst im Porträt findet man den deutschen. Die Beschreibung erfolgt in Stichworten wie Aussehen, Verwendung, Standort, Pflege und Vermehrung.

Das Buch ist beeindruckend. Die Auswahl an Gehölzen gefällt gut. Man findet oft auch verschiedene Sorten einer Art und hat so grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten. Die Vielfalt an Clematis-Sorten oder verschiedener Rosen sind nur zwei Beispiele.
Blättert man im Buch fallen die vielen besonderen Gehölze auf, wie beispielsweise der Bodnant-Schneeball, der im Winter blüht oder die Scharlach-Eiche mit ihrer leuchtend roten Blattfärbung im Herbst.

Es gibt sehr viel Bildmaterial. Meist sind das erstklassige Fotos. Nur hin und wieder hat sich ein verschwommen wirkendes dazwischen geschlichen. An die Aufteilung der Seiten muss man sich auch erst gewöhnen. Dafür wurde jeder Zentimeter gut ausgenutzt und auch die verwendete Schriftgröße liest sich gut. Auf den letzten Seiten findet man den Serviceteil mit Bezugsquellen. Ein Register der wissenschaftlichen und deutschen Pflanzennamen ist ebenfalls vorhanden.

Rezension von Heike Rau

Andreas Bärtels
Gehölze von A – Z
1500 Bäume und Sträucher
286 Seiten, 800 Farbfotos, 23 Zeichnungen
Eugen Ulmer Verlag
ISBN-10: 3800158493
ISBN-13: 978-3800158492

Andreas Gößling: Die Dämonenpforte

Andreas Gößling: Die Dämonenpforte

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Weil Marthelm Hegendahl verstorben ist, kommen Marian und seine Mutter zur Beerdigung nach Croplin. Marian ist seinem Urgroßonkel nie begegnet. Er weiß jedoch, dass er an Dämonen, Zeitreisen und Magie so interessiert war, wie er selbst. Mutter und Sohn hoffen auf eine kleine Erbschaft, sie hätten ein bisschen finanzielle Unterstützung bitter nötig. Der Plan geht allerdings nicht auf. Vielmehr erbt die „Loge zu den Spiegeln des Lichts“. Allerdings übergibt der Logenmeister Dr.Godobert während des Leichenschmauses im Hinterhof des „Moorgrafen“ heimlich einen Umschlag an Marian.
Der Urgroßonkel spricht in seinem Brief von einem Fluch. Marian soll nun berufen sein, diesen zu brechen.
Dem Brief liegt ein seltsamer Gegenstand bei. Marthelm nennt ihn Talmibro. Er sieht einer Muschel ähnlich. Aufgeklappt wird der Gegenstand zu einem Spiegel, einer Art Durchgang in die Vergangenheit.
Marian reißt es hinein in das Talmibro. 333 Jahre verschlägt es ihn zurück in die Vergangenheit und direkt hinein in den jungen Famulus Julian. Der junge Mann hält Marian fortan für sein Gewissen, das zu ihm spricht. Mehr vermag Marian nicht. Er kann Julian nicht steuern. Aber was er durch seine Augen sieht, kann ungewöhnlicher kaum sein.
In der Gegenwart ist Julians einzige Vertraute die mysteriöse Billa, die draußen bei den Waldfrauen ihre Ferien verbringt und die hier nach ihrem Bruder sucht, der einst im Bannwald verschwand.
Beide zusammen versuchen das Geschehen aufzuhalten. Das Wiedererwachen der vor 333 Jahren erschaffenen Golems muss verhindert werden.

Die Geschichte ist eine echte Überraschung. Mit Geisterbeschwörung, Alchemie, Spuk, Magie und Hexenzauber bringt der Autor dem Leser ordentlich das Gruseln bei. Dabei hat das Buch auch noch richtig Tempo, so dass man kaum zum Atemholen kommt. Die Spannung ist nicht zu überbieten. Man wird in eine Abenteuer hineingezogen, dem man sich nicht entziehen kann. Kleine Pausen werden einem aber hin und wieder durch humorvolle Szenen gegönnt oder Ausdrücke, wie sie ein 15jähriger eben verwendet, der auf dem Laufenden ist.
Dass die Sprache manchmal stolpert und der Textfluss etwas hängt, wird unbedeutend. Die Geschichte ist gut ausgedacht. Alte Legenden werden genauso eingewoben wie geschichtliche Tatsachen. Der Rest ist reine Fantasie und trotzdem so unglaublich gut nachvollziehbar.
Marian ist eine Figur, der man gerne folgt. Unvoreingenommen geht er an die Sache heran und ist bereit zu glauben, was er sieht und seine Skepsis beiseite zu schieben. Nur so ist es überhaupt auch möglich, dass er sich in Billa verliebt. Das verleiht der Geschichte eben auch Romantik. Auf diese Art und Weise wird der Autor ein breites Publikum für sein Buch finden und das sollten längst nicht nur Jugendliche sein. Auch für Erwachsene hat das Buch seinen Reiz.

Rezension von Heike Rau

Andreas Gößling
Die Dämonenpforte
512 Seiten, Klappenbroschur
ab 12 Jahren
cbt Verlag, München
ISBN-10: 3570304914
ISBN-13: 978-3570304914

Philip Militz & Kai Pannen: Tom und die Schimpfwortpolizei

Philip Militz & Kai Pannen: Tom und die Schimpfwortpolizei

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Der kleine Tom hat wirklich ein merkwürdiges Hobby. Er sammelt Schimpfwörter. In ein kleines rotes Notizbuch trägt er diese ein und wenn er schlechte Laune hat, dann kriegen seine Mitmenschen was auf die Ohren. Sogar Oma Brakelmann ist entsetzt, auch wenn sie Tom trotzdem lieb hat.
Als Tom aber eines Tages eine ganze Reihe von Schimpfwörtern zum Küchenfenster auf ahnungslose Passanten hinunterschmettert, ist der Spaß vorbei. Schimpfwortpolizist Karl-Bruno Bitterbeck vom Dussel-Dezernat steht vor der Tür. Mit seinen riesigen Hörrohren entgehen ihm auch die leisesten Schimpfwörter nicht. Er ist gekommen, um Tom mit Seife den Mund auszuspülen. Tatsächlich macht Tom den Mund auf, aber nur, um weiter zu schimpfen. Die schlimmsten Kraftausdrücke fallen ihm ein und kriechen in die Hörrohre. Immer weiter plustert sich der Polizist auf. Bis er nicht mehr an sich halten kann und eine unglaubliche Schimpftirade aus ihm herausplatzt.

Tom ist ein Auskenner. Er weiß genau, dass zu schimpfen gut tut, wenn man Frust hat. Allerdings übertreibt er es ein bisschen. So sehr, dass er die Schimpfwortpolizei auf den Plan ruft.
Natürlich vergreift sich jeder mal im Ton. Kinder müssen erst lernen, angemessen mit Ärger umzugehen. Während der kleine Tom keine Beherrschung zeigt, nimmt der Schimpfwortpolizist die Sache zu ernst. Es ist spannend mit anzusehen, was passiert, wenn zwei so in ihrem Verhalten gegensätzliche Personen aufeinandertreffen.

Kinder brauchen natürlich kein Buch, das ihnen Schimpfwörter vorgibt. Und tatsächlich findet man im Buch auch kein einziges böses Wort. Vielmehr sind es Zeichnungen, welche die Schimpfwörter darstellen. Da sieht man zum Beispiel ein Huhn mit Blindenstock und Sonnenbrille. Die meisten Zeichnungen sind aber noch viel fantasievoller, so dass Kinder ganz eigene Wortkreationen schaffen können und die werden sicher sehr lustig sein. Kinder trainieren ihre Sprache, indem sie lustige zusammengesetzte Begriffe zu finden versuchen, die zu den Bildern passen. Wirkliche Schimpfwörter geraten in den Hintergrund. Da gibt es doch wirklich Fantasievolleres. An dem Buch haben Kinder und Eltern gleichermaßen Spaß!

Rezension von Heike Rau

Philip Militz & Kai Pannen
Tom und die Schimpfwortpolizei
32 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311435
ISBN-13: 978-3830311430

Jennifer Valoppi: Das Allheilmittel

Jennifer Valoppi: Das Allheilmittel

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Claire hat Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Es gibt eigentlich keine Hoffnung mehr und doch überrascht sie ihre Tochter Helen und ihren Enkelsohn Justin mit unglaublichen Neuigkeiten. Ein fremder Arzt aus China ist zu ihr unterwegs. Dr. Smith Viviee kann etwas gegen den Krebs tun. Gegen alle Zweifel lässt Claire sich einen Nanochip einsetzen, der sie heilen soll. Tatsächlich geht es der alten Dame bald viel besser. Doch Justin fällt auf, dass seine Großmutter sich immer mehr verändert. Sie wird zu einem völlig anderen Mensch. Helen ist blind für diese Veränderung, zumal Dr. Viviee von vorübergehenden Nebenwirkungen gesprochen hat. Sie ist Fernsehjournalistin und hat nur noch eines im Sinn. Dr. Viviee muss in ihrer Sendung auftreten, damit die Menschheit erfährt, dass er Krebs zu heilen vermag und damit ihre Einschaltquoten wieder steigen.
Die Fernsehsendung schlägt, wie erwartet, hohe Wellen. Doch bald stellt sich heraus, dass der charismatische Dr. Viviee noch eine ganz andere Seite und vor allem auch andere Absichten hat, als angenommen. Und auch das Heilmittel hat seine Tücken.

Der Autorin spielt in ihrem Buch ein Horrorszenario durch, das Gänsehaut verursacht. Es ist wirklich spannend zu sehen, auf welche dramatische Art und Weise, die zunächst sehr viel Hoffnung bringende Handlung kippt.
Und doch, ist die Umsetzung des Stoffs nicht so ganz gelungen. Es läuft zu viel parallel. so dass der Eindruck entsteht, mit der Handlung gehe es nur langsam vorwärts. Auch muss man sich mit viel zu vielen Personen auseinander setzten und das gleich von Anfang an. Die Glaubwürdigkeit der Geschichte bleibt irgendwann auf der Strecke, vom überaus seltsamen Ende gar nicht zu sprechen!
Dennoch ist das Buch über weite Strecken durchaus sehr interessant zu lesen. Das Thema weckt eben Interesse. Was da nach bekannt werden des Allheilmittels, was die Menschen, die Medien und die Pharmaindustrie betrifft, passiert, liest sich spannend. Der Thriller ist ausgesprochen mysteriös.

Rezension von Heike Rau

Jennifer Valoppi
Das Allheilmittel
Aus dem Englischen von Michael Krug
478 Seiten, gebunden
Otherworld Verlag
ISBN-10: 3800095068
ISBN-13: 978-3800095063

Cornelia Read: Es wartet der Tod

Cornelia Read: Es wartet der Tod

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Madeline hat sich hierher geflüchtet. Nach einem traumatischen Erlebnis, arbeitet sie an der Santangelo Academy. Die Schüler hier haben alle psychische Probleme. Die Lehrer scheinbar auch. Madeline ist die einzige Lehrerin, die nicht auf dem Gelände lebt. Sie wohnt mit ihrem Mann außerhalb.
Die Methoden an der Schule, mit denen die jungen Menschen wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollen, kann Madeline nicht gut heißen. Besonders das Straflager draußen im Wald erregt ihren Unmut. Die Zweifel wachsen, als sie von der unwürdigen Behandlung eines Schülers hört, die einer Folter gleichkommt. Von ihren Zweifeln erzählt Madeline ihrer Psychologin.
Dann ist Fay von Mooney schwanger. Die beiden Jugendlichen wollen das Kind nicht. Nur Madeline vertrauen sie sich an, die versprechen muss, das Geheimnis einige Tage für sich zu behalten. Später wird noch die Lehrerin Lulu eingeweiht. Madeline vertraut ihr. Doch hinter den Kulissen ist etwas im Gange. Madeline wird sogar eine Gehaltserhöhung und eine bessere Position angeboten. Sie soll neue Studiendekanin werden. Die bisherige, Dhumawati, braucht angeblich eine Auszeit.
Madeline sorgt sich über alle Maßen um Mooney und Fay, die sich mittlerweile beide im Straflager befinden. Die Zustände in der Baracke draußen im Wald sind unhaltbar. Ohne dass es jemand bemerkt, verspricht Madeline, den beiden, zu helfen. Doch am nächsten Tag sind sie tot.

Es herrscht eine merkwürdige, äußerst angespannte Atmosphäre an dieser Schule, wo scheinbar keiner dem anderen vertrauen kann. Diese Spannungen nimmt man als Leser sehr genau wahr. Man spürt das Unheil also kommen.
Madeline scheint die Einzige zu sein, die die Erziehungsmethoden am Internat und den seltsamen Umgang mit den Schülern anzweifelt. Den Leser hat sie allerdings schnell auf ihrer Seite. Und doch hat Madeline den Überblick nicht. Sie ahnt nicht einmal, in was sie da wirklich reingeraten ist.
Die Geschichte beginnt recht ruhig, kommt aber immer mehr in die Gänge, so dass sich ein perfekter Spannungsbogen aufbaut. Man wird als Leser immer wieder überrascht. Spannende Wendungen gibt viele.
Madeline begeistert, auch wenn ihr Sarkasmus angesichts der Lage hin und wieder übertrieben wirkt. Aber sie ist nun mal eine unbequeme Person, eine Frau mit Biss. Und so gefällt der Schreibstil der Autorin gut. Das Buch liest sich leicht. Man folgt mühelos.

Rezension von Heike Rau

Cornelia Read
Es wartet der Tod
Deutsch von Sophie Zeitz
340 Seiten, Klappenbroschur
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423247533
ISBN-13: 978-3423247535

Jürgen Brück: Schutz vor Elektrosmog

Jürgen Brück: Schutz vor Elektrosmog

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In unseren eigenen vier Wänden fühlen wir uns sicher und geborgen. Und doch schleicht sich manchmal eine Unsicherheit ein, was Elektrosmog betrifft. Sich mit dem Thema einmal zu beschäftigen, kann also nicht schaden. Sieht man sich in einer Wohnung um, so fallen die vielen elektrischen Geräte schon ins Auge. Fernseher, Computer, Mikrowelle, Elektroherd und Warmwasserboiler sind immer wieder in Betrieb. Küchenmaschine und elektrische Zahnbürste erleichtern das Leben. Das Handy wird längst nicht mehr nur zum Telefonieren genutzt.

Der Autor erklärt in seinem Buch, was Elektrosmog ist. Es wird gezeigt, dass selbst Wissenschaftler nicht abschließend beurteilen können, welche Risiken elektromagnetischen Strahlen haben. Dennoch kann man sich natürlich nicht den möglichen Gefahren verschließen, auch wenn es gesetzliche Rahmenbedingungen mit Grenzwerten gibt.
Bei einem Rundgang durch eine Musterwohnung wird gezeigt, wo mögliche Gesundheitsrisiken liegen und wie diese minimiert werden können. Gerade wer vermutet, sensibel auf Magnetfelder und elektromagnetische Strahlen zu reagieren, lernt Abhilfe zu schaffen.

Man wird mit dem Buch umfassend informiert. Dargestellt wird der aktuelle Stand der Forschung, was Elektrosmog betrifft. Man lernt, was man beachten muss, um Gefährdungen zu minimieren.
Ganz leicht ist das Thema nicht. Aber auch schwierige Sachverhalte werden vom Autor nachvollziehbar dargestellt. Er setzt auf die Darstellung von Fakten und Tatsachen. Angst vor Elektrosmog wird nicht geschürt. Unterschiedliche, manchmal auch gegensätzliche Meinungen der Experten auf diesem Gebiet werden gleichermaßen betrachtet. Studien werden ausgewertet. Damit wird der Leser in die Lage versetzt, sich selbst eine Meinung zu bilden, Schlüsse zu ziehen und entsprechende Ratschläge umzusetzen und Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, falls nötig.

Rezension von Heike Rau

Jürgen Brück
Schutz vor Elektrosmog
Tipps für ein gesundes und sicheres Wohnumfeld
144 Seiten, broschiert
Din-Ratgeber, Beuth Verlag
ISBN-10: 3410174699
ISBN-13: 978-3410174691