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Autor: hera

Ulrike Schweikert: Der Duft des Blutes

Ulrike Schweikert: Der Duft des Blutes

Als Peter von Borgo der Oberkommissarin Sabine Berner zum ersten Mal begegnet, ist er fasziniert von ihr. Sie ist anders als die anderen. Deswegen beginnt er, sie zu verfolgen, dringt sogar unbemerkt in ihre Wohnung ein.
Sabine ist allerdings sehr beschäftigt. Der neue Fall fordert ihr ganzes Können. Ronja, alias Edith Maas, wird vermisst. Die Prostituierte ist von der Bildfläche verschwunden und mit ihr, ihre kleine Tochter. Peter von Borgo findet die Leiche bei einem nächtlichen Streifzug im Moor. Dieser Mord gibt ihm die Gelegenheit, sich in die Ermittlungen der Kriminalpolizei einzumischen. Anonym ruft er bei Sabine an und gibt den entscheidenden Hinweis in Form eines Rätsels weiter. Weitere Anrufe und sogar ein schriftlicher Hinweis folgen, so dass die Leiche schließlich gefunden und identifiziert werden kann. Das Kind bleibt verschwunden.
Peter von Borgo lässt den Kontakt nicht wieder abbrechen. Obwohl auch ein gewisser Verdacht auf ihn fällt, gibt er an, nur ein zufälliger Zeuge zu sein.
Sabine wird von ihm immer weiter bedrängt. Doch die Wirklichkeit verblasst, ist für sie nicht fassbar. Er beeinflusst Sabine, ohne dass sie dagegen ankommt. Er gewinnt immer mehr Macht über sie, bis sie ihm hörig wird.

Das Buch ist Krimi und Vampirroman zugleich. Der Fall ist spannend. Dass ein Vampir hier mitmischt, macht die Sache auch noch sehr unheimlich. Peter von Borgo könnte der Täter sein, möglicherweise aber auch nur ein Zeuge. Gefährlich ist er aber in jedem Fall. Sabine Berner tritt er als machtvoller, mysteriöser Mann gegenüber. Diese Verbindung, die zwischen den beiden entsteht, ist aber seltsam oberflächlich. Die Romantik bleibt auf der Strecke. Die großen Gefühle bleiben dem Leser verborgen. Deswegen kann man auch nicht nachvollziehen, wie Sabine auf diesen Mann reagiert. Die Entwicklung der Geschichte erscheint dadurch viel zu sehr aus der Luft gegriffen.
Die Autorin scheint dies zu spüren. Im letzen Drittel des Buches versucht sie den Fehler durch mehr Spannung wieder wettzumachen und übertreibt dabei gnadenlos. Das furiose Ende erscheint übertrieben und unglaubwürdig. Viel zu sehr wird hier aufgedreht. Auch wenn das Buch dennoch sehr unterhaltsam ist, einen bleibenden Eindruck wird es wohl nicht hinterlassen.

Rezension von Heike Rau

Ulrike Schweikert
Der Duft des Blutes
380 Seiten, Klappenbroschur
Egmont LYX
ISBN: 978-3802581472
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Inge Meyer-Dietrich: Bin noch unterwegs

Inge Meyer-Dietrich: Bin noch unterwegs

Laura hat die ewigen Streiterein zwischen ihren Eltern satt. An ihrem 16. Geburtstag eskaliert die Situation. Laura haut ab. In einer fremden Wohnung sucht sie Unterschlupf. Betty ist verreist, den Schlüssel zu ihrer Wohnung hat sie aus Versehen in Lauras Rucksack gesteckt, weil dieser ihrem so ähnlich sieht. Statt den Schlüssel einfach nur abzugeben, benutzt Laura ihn.
Nur Julia und ihrem Freund Josh vertraut sie sich an, die beiden würden sie nie verraten. Aus der Zeitung, mit der Julia sie versorgt, erfährt Laura, dass sie von ihren Eltern und der Polizei gesucht wird. Schließlich schreibt sie eine Postkarte an die Eltern. Als Handwerker Reparaturarbeiten im Haus durchführen wollen, muss Laura verschwinden. Sie will in eine andere Stadt, nach Essen. Auf dem Bahnhof lernt sie Aki kennen. Er lädt sie ein, mit in seiner WG zu wohnen. Laura verliebt sich in ihn. Dass sie eine Ausreißerin ist, verrät sie ihm nicht. Doch auch Aki hat Geheimnisse.

„Bin noch unterwegs“ ist die Geschichte einer Jugendlichen, die es nicht mehr zu Hause aushält und deswegen ausreißt. Sie schlägt sich durch, findet Freunde in einer WG. Ihre neue Zukunft baut sie auf Lügen auf. Die Autorin bringt die Verzweiflung und Zerrissenheit, mit der Laura nun lebt, sehr gut herüber. Doch Laura hat Träume. Sie muss bald einsehen, dass sie sich so nicht erfüllen lassen. Um ihr zeichnerisches Talent weiterentwickeln zu können, braucht sie einen Schulabschluss.

Die Autorin beschreibt den Weg, den Laura beschreitet, auf sehr gefühlvolle Art und Weise. In sehr kurzer Zeit ändert sich praktisch alles für Laura. Sie hat wenig Zeit, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen. Der Leser wird zum Nachdenken angeregt – auch über die eigene Situation. Probleme mit den Eltern hat sicher fast jeder Jugendliche und auch mit dem Gedanken, einfach von zu Hause abzuhauen, wird sicher oft gespielt. Eine Kurzschlussreaktion ist aber sicher keine Lösung, so die Botschaft des Buches.

Die Geschichte wirkt zeitlich sehr gerafft. Es passiert fast schon zu viel. Laura beschließt nicht nur, anders zu leben, sie verliebt sich auch und gewinnt neue Freunde. Auch die Auseinandersetzung mit ihren Eltern ist im Nachhinein nicht zu vermeiden. Für den Leser ist die Geschichte dadurch unglaublich spannend und berührend. Zum Glück wird alles gut.

Rezension von Heike Rau

Inge Meyer-Dietrich
Bin noch unterwegs
256 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473352821
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Elyria – Im Visier der Hexenjäger

Elyria – Im Visier der Hexenjäger

Elyria ist nun im heiratsfähigen Alter. Ihr Vater, der Anführer einer Gauklertruppe, möchte sie gerne verheiraten. Doch wie er von der Wahrsagerin erfährt, wartet ein anderes Schicksal auf seine Tochter.
Tatsächlich ändert sich bald alles für Elyria. Sie findet ein Medaillon, das eigentlich in den Tempel gehört. Obwohl ihr Bruder Gwynn ihr abrät, bringt sie es zurück. Sie wird von Ordenskriegern erwischt und in den Kerker gesperrt. Hier wird sie als Diebin gebranntmarkt, weil ihr niemand die wahre Geschichte glauben will.
Ihre Augen faszinieren den obersten Hexenjäger Eddan Peristae. Es ist das goldene Strahlen von dem er in alten Schriften, die einer Prophezeiung gleichkommen, gelesen hat. Und schon steht Elyria unter Verdacht, eine Hexe zu sein. Unter der Folter kommt ihre magische Kraft, von der die junge Frau selbst nichts wusste, zum Vorschein. Nun ist ihr der Scheiterhaufen sicher. Weil sie Hilfe von Crean, einem Hexenjäger in den Diensten Eddan Peristaes, erfährt, gelingt ihr die Flucht. Sie will zurück zu ihrem Vater. Verfolgt wird sie aber nicht nur von den Hexenjägern, sondern auch von Ardan von Daomir, dem sie im Kerker vor der Folter begegnet war. Er glaubt, sie habe ihm ihre Magie gestohlen. Aber davon kann keine Rede sein, Elyria weiß nicht, wie die Magie überspringen konnte. Die beiden bleiben zusammen, weil es im Moment nicht gelingt, die Magie zurückzugeben. Diese bricht wieder hervor, als Krieger die beiden in einer Schenke entdecken. Die Magie lässt sich jedoch nicht von Elyria lenken, so dass sie und Ardan schon wieder in Gefahr sind. Bald ist ein Kampf unausweichlich und Ardan muss einsehen, dass er Elyria beschützen muss, wenn er seine Magie wiederhaben will. Die beiden müssen Kathmóhar, die Stadt der Magier erreichen, eine Stadt, die nach dem Krieg der Mächte aber zum Großteil vernichtet ist.

„Elyria – Im Visier der Hexenjäger“ ist ein sehr gelungener fantastischer Roman. Man wird sofort von der Geschichte in den Bann gezogen, so spannend ist sie gemacht. Elyria ist eine beeindruckende Persönlichkeit, man folgt ihr gern auf ihrer abenteuerlichen Reise. Sie ist eine sehr glaubwürdige Helden, die sich im Laufe des Romans zu einer Magierin, die ihre Fähigkeiten immer besser beherrscht, weiterentwickelt. Zunächst wird sie von Ardan begleitet. Die beiden verlieben sich ineinander und er wird ihr Beschützer, so dass auch die Romantik in diesem Buch nicht zu kurz kommt. Ihren Weg begleiten weiter ihr Bruder Gwynn und der Hexenjäger Crean, der die Seiten gewechselt hat. Auch diese Kombination sorgt für Spannung.
Zusammen kämpfen sie gegen Gegner, die nicht zu unterschätzen sind.
Der Spannungsbogen stimmt. Nach und nach werden die Hintergründe, die zu Elyrias Verfolgung geführt haben, offengelegt und man erlebt so manche Überraschung. Kurzum, man wird mit diesem Buch ausgesprochen gut unterhalten. Es ist flüssig geschrieben und liest sich ganz wunderbar.

Rezension von Heike Rau

Brigitte Melzer
Elyria
Im Visier der Hexenjäger
352 Seiten, gebunden
Ueberreuter Verlag
ISBN: 978-3800053865
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Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender

Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender

Geburtstage sollte man immer in Erinnerung behalten. Damit kein Termin vergessen wird, kann man alle im immerwährenden Geburtstagskalender notieren. Platz zum Eintragen der Termine gibt es genug. Auf sechs Zeilen ist Platz, zudem gibt es ein kleines Feld, das man mit Notizen füllen kann.
Der Kalender ist ein echter Hingucker. Passend zum Motto „Landliebe“ ist er geschmückt mit herrlichen Bildern, meist von Blumenarrangements, die dem Jahresverlauf folgen. Im Januar sprießen die ersten Schneeglöckchen. Töpfchen mit Krokussen sehen sehr dekorativ aus. Im Februar kommen Tulpen in vielen Farben dazu. Für den März stehen Blumenkübel mit Stiefmütterchen und Osterglocken. Im April findet man Arrangements mit Traubenhyazinthen. Ein Korb bepflanzt mit Kräutern steht für den Mai. Im Juni wird es rot. Schalen sind mit köstlichen Erdbeeren gefüllt. Im Juli darf man einen umwerfenden Blick in einen zauberhaft angelegten Garten werfen. Im Juli kommen Blaubeeren und Lavendel zusammen. Im August werden Gestaltungsideen mit Rosen gezeigt. Im September wirkt Heidekraut schmückend. Im Oktober dienen Kürbisse als Schmuck und im November überwiegen die gelben und roten Farbtöne von Astern. Im Dezember wird weihnachtlich geschmückt. Es macht viel Spaß, die Fotos anzusehen. Sicher kann man damit auch anderen eine Freude machen und das Buch verschenken.

Rezension von Heike Rau

Hella Henkel
Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender
140 Seiten, gebunden, 200 Farbfotos
Eugen Ulmer Verlag Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5637-5
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Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen

Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen

Christian Rätsch Begeisterung für die Lakandonen, einem indianischen Volk, das im Dschungel Mexikos lebt, ist groß. So groß, dass er mit ihnen zusammenleben möchte, um ihre Kultur kennen zu lernen. Die Lakandonen sind die direkten Nachfolger der Maya. Sie haben sich ihre Ursprünglichkeit weitgehend erhalten. Die Zeit bei den Lakandonen will Christian Rätsch nutzen, um alten Heiltraditionen des schamanischen Volkes nachzuspüren.

Im Buch beschreibt der Autor seinen Lebensweg und geht dabei bis in seine Kindheit zurück, wo der Grundstein für sein Interessengebiet gelegt wurde. Voller Enthusiasmus erzählt er über seine Erlebnisse als Kind, über die erste Südamerikareise mit 16, wo er noch auf Touristenpfaden wandelt. Doch das ist ihm bald nicht mehr genug. Es gelingt ihm Freundschaft mit den Lakandonen zu schließen. In ihrer Unvoreingenommenheit nehmen diese den Wissenschaftler auf und gewähren im Einblick in ihr Alltagsleben. Christian Rätsch lernt ihre Magie kennen.

Das Erlebte wird in Tagebuchform wiedergegeben. Beginnend am 26.10.1982. Sicher wird es jeden Leser in Erstaunen versetzten. Es gibt sogar einen Bildteil mit Fotos. Christian Rätsch hat sich eingefügt in eine fremde Welt, so dass ihm wohl kaum Geheimnisse verborgen geblieben sind. Seine Erlebnisse und Erkenntnisse teilt er mit dem Leser. Natürlich stellt er auch Vergleiche an mit seinem Leben in der Heimat und übt Kritik. Man muss sich seiner Meinung sicher nicht in allen Punkten anschließen, aber Stoff zum Nachdenken ist es allemal. Einem so vielseitig interessierten, offenen und lebensbejahendem Menschen „zuzuhören“ mach einfach Spaß.

Rezension von Heike Rau

Christian Rätsch
Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen
Meine Erlebnisse bei den Erben der Maya
304 Seiten, gebunden
Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440112403
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Baggersee

Baggersee

Katalin kommt mit vielen Koffern am Baggersee an und bleibt. Dann kommt Kálmán mit einem Bündel Angelruten. Er sucht nach Katalin, die er über eine Zeitungsanzeige kennen gelernt hat. Er bleibt jedoch in der Trinkstube hängen, weil er sich nicht in ihre Nähe wagt. Man hört nie wieder etwas von den beiden.
Der Wächter weiß warum. Es ist der Baggersee.
Auch Ervin dem Landschaftsmaler ging es so. Er ist gekommen, um zu bleiben. Bei Vera. Doch auch die beiden verschwinden.
Wer am Baggersee lebt, braucht nicht auf Glück hoffen. Da hilft es auch nichts, dass ein Mann darüber wacht. Vielmehr ist der Wächter ein Beobachter. Er verändert nichts.

Der Leser lernt die merkwürdige Welt um den Baggersee herum kennen und das mit den Augen des Wächters. Es ist keine schöne Gegend, eher etwas Provisorisches, und trotzdem werden die Menschen vom Baggersee angezogen. Dabei sollte man hier nicht baden gehen, wie der Wächter weiß, auch wenn er das nicht direkt an etwas festmachen kann. Die verschwunden Menschen sind der Beweis. Es kann nicht anders sein, sie liegen tot auf dem Grund des Baggersees. Der See ist ein dreckiger Morast, voller Müll und Leichen. Wer dort badet, wird unweigerlich in den Dreck gezogen.

Das Buch vermittelt eine düstere, Angst machende Stimmung. Man liest mit erhöhter Aufmerksamkeit, diese unfassbare Geschichte. Dabei ist es nicht nur der Inhalt des Buches, sondern auch der Schreibstil des Autors, der aufhorchen lässt. Die Geschichte bleibt geheimnisvoll bis zum Schluss. Und das bringt ins Grübeln. Einfach weglegen und vergessen kann man dieses Buch nicht. Auch, weil so viele Fragen offen bleiben. Dabei ist das Buch durchaus philosophisch, nur das das Nachdenken zu nichts führt. Das Buch bleibt rätselhaft.

Rezension von Heike Rau

Gergely Péterfy
Baggersee
Aus dem Ungarischen von Agnes Relle
144 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag
ISBN: 978-3552054301
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Der Fluss

Der Fluss

Die Quelle entspringt hoch oben in den Alpen. Zunächst ist es ein kleines Rinnsal. Doch der schmelzende Schnee sorgt dafür, dass daraus ein Bach wird. Dieser schlängelt sich an den Wurzeln einer Lärche vorbei. Fünf Zapfen am Baum nehmen es als Einladung zu einer Wasserreise. Damit beginnt für sie ein großes Abenteuer.

Bald geht es durch einen lichten Wald. Hier gefällt es einem Zapfen so gut, dass er nicht mehr weiterreisen will und bleibt. Für die anderen geht die Reise weiter durch ein breites schneebedecktes Tal. Als das Eis schmilzt, durchqueren die Zapfen einen Bergsee und stürzen dann einen Wasserfall hinunter. Während drei der Zapfen große Angst haben, findet einer Gefallen. Er bleibt in der Felswand, um hier später Wurzeln zu schlagen.
Für die drei anderen Zapfen geht die Reise weiter. Sie sind nun auf dem Bach unterwegs durch Wiesen, Weiden und Dörfer. Ob sie wohl auch einen Platz finden werden, an dem sie bleiben wollen?

Der Lauf der Natur wird anhand der fünf Lärchenzapfen sehr schön beschrieben. Dort wo sie sich zu bleiben entschließen, wird ein neuer Baum wachsen. Die kleine Geschichte dazu ist sehr gefühlvoll und poetisch erzählt. Das Buch ist durchgehend illustriert. Die Zeichnungen sind sehr aufwändig und fallen durch eine sehr feine Linienführung auf. Die Farbauswahl sorgt für Harmonie in den Bildern. Zarte Farbtöne sind bestimmend. Es macht viel Spaß, dass Buch anzusehen. Um Kindern die Natur näher zu bringen, ist die Geschichte bestens geeignet.

Rezension von Heike Rau

Brigitte Sidjanski / Bernadette Watts
Der Fluss
32 Seiten, gebunden
Minedition
ISBN: 978-3865660770
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Der durstige Löwe

Der durstige Löwe

Auf der Suche nach Wasser irrt der Löwe durch den Wüstensand. Da kommt eine Giraffe des Weges. Sie verkauft Krawatten. Das aber interessiert den Löwen nicht. Eine Krawatte hilft ihm nicht weiter, er hat Durst!

Endlich kommt der Löwe zu einem Gasthaus. Allerdings wird dem Löwen kein Wasser verkauft. Es werden an diesem Tag nur Gäste mit Krawatte bedient. Der Löwe irrt weiter durch die Wüste, bis er die Krawattenverkäuferin wieder trifft. Eilig kauft er eine ihrer Krawatten und geht am nächsten Tag zurück zum Gasthaus. Doch wieder gibt es kein Wasser für den Löwen. Heute ist nämlich Hut-Tag. Der Löwe schleicht davon und trifft andere Tiere der Wüste – alle mit Hut. Auch der Löwe braucht einen. Stundenlang braucht er, um die Giraffe zu finden, die nun Hüte verkauft. Bis er wieder zum Gasthaus kommt, ist ein Tag vergangen. Der Hut nützt nichts mehr, denn heute ist Brillen-Tag.

Die Geschichte könnte unendlich lange so weitergehen. Das tut sie natürlich nicht. Aber wie der Löwe doch noch an sein Wasser kommt, soll hier nicht verraten werden.
Die Geschichte ist für Kinder sehr interessant gemacht. Wenn sie gut aufpassen und die Bilder mit Aufmerksamkeit betrachten, sind sie nämlich bald schlauer als der Löwe, der es einfach nicht schafft, die Zeichen zu deuten und so immer wieder durstig davonziehen muss.
Sehr sehenswert sind die Illustrationen. Die Collagen haben eine ganz besondere Wirkung und passen gut zum Wüstenhintergrund. Was scheint es als würde die Luft vor Hitze flimmern und die Bilder dadurch etwas undeutlich werden lassen.
Auch dass die Zivilisation in der Wüste mit einem fahrbaren Gasthaus Einzug gehalten hat, um die Tiere mit Wasser zu versorgen ist ein lustiger Aspekt der Geschichte.

Fazit: Es ist für Kinder sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis, diese originelle Geschichte mit den außergewöhnlichen Illustrationen vorgelesen zu bekommen.

Rezension von Heike Rau

Heike Ellermann
Der durstige Löwe
32 Seiten, durchgehend illustriert
ab 4 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 978-3830311331
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Wir helfen Tieren

Wir helfen Tieren

Tieren zu helfen, ist das Anliegen vieler Menschen. Tatsächlich ist es gar nicht so schwer, sich hier einzusetzen. Das Buch gibt Anleitung und zeigt, was man tun kann. Anfangen kann man nämlich direkt zu Hause auf dem Balkon. Hier kann man eine kleine Oase für Schmetterlinge und Hummeln schaffen. Auch den eigenen Garten kann man zum Naturgarten machen, so dass sich die unterschiedlichsten Tierarten, zum Beispiel Wildbienen, Vögel, Igel und Eichhörnchen hier wohlfühlen. Hat man einen Teich kommen weitere dazu wie Frösche, Molche, Libellen und Wasserläufer. Die Autorin beschreibt, wie ein Naturgarten aussehen könnte und hilft mit vielen Tipps. Das Schöne am Naturgarten ist, das man damit auch Kinder für den Naturschutz begeistern kann. Kinder sind sicher auch mit Begeisterung dabei, wenn es darum geht, die Vögel im Winter bei klirrender Kälte und geschlossener Schneedecke Vogelfutter anzubieten.

Für interessierte Kinder gibt es im Buch sogar ein eigenes Kapitel. Hier gibt es allerhand Wissenswertes zu Tierschutz, Naturschutz und Artenschutz zu erfahren. Wer sein erlangtes Wissen testen will, kann sich an einem Quiz ausprobieren. Kinder werden im Umgang mit ihrem Haustier sensibilisiert. Sie erfahren aber auch, was sie noch unternehmen können, um Tieren aktiv zu helfen.

Für Erwachsene gibt es im Grunde dieselben Möglichkeiten und auch noch weiterführende. Der Leser erfährt, wo und wie man Tieren seine Zeit und Zuneigung schenken kann, wie man bestimmte Organisationen unterstützt. Man findet im Buch zahlreiche Adressen und Internet-Links, so dass man sich umfassend informieren kann, wenn ein Thema im Buch besonderes Interesse geweckt hat.

Das kleine Buch hilft allen weiter, die sich für Tiere einsetzen wollen, ob nun mit Eigeninitiative, mit Zeit oder finanzieller Unterstützung. Die Autorin informiert über alle Themengebiete sehr anschaulich. Auch die Gestaltung des Buches gefällt gut. Es macht also auch Spaß, darin zu lesen und sich über die Möglichkeiten, sein Herz für Tiere zu zeigen, zu informieren. Mit ein bisschen gutem Willen kann man gleich zur Tat schreiten, ob als freiwilliger Helfer im Tierheim, als Natur liebender Hobbygärtner oder über eine Organisationen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Rezension von Heike Rau

Jessica Kremser
Wir helfen Tieren
Ideen und Tipps für Tierfreunde
126 Seiten, 54 Farbfotos, 21 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5499-9
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Obst & Gemüse als Medizin

Obst & Gemüse als Medizin

Obst und Gemüse sollten täglich auf dem Speiseplan stehen, das weiß auch eigentlich jeder. Es stärkt unser Immunsystem und hält uns gesund. Wer Obst und Gemüse isst, kann nicht nur Krankheiten vorbeugen, sondern bestehende lindern oder sogar heilen. Der Leser erfährt, welche Heilkräfte in den verschiedenen Obst und Gemüsesorten stecken.

Dazu werden zunächst erst einmal verallgemeinernd die Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse beschrieben. Danach geht es ins Detail. Porträtiert werden über 60 verschiedene Obst- und Gemüsesorten von Ananas bis Zitrone und von Agar-Agar bis Zwiebel.
Sehen wir uns ein Beispiel an: die Ananas. Auf einer Doppelseite wird die Frucht genau beschrieben. Der Leser erfährt weiter, welche Wirkstoffe die Ananas hat und wo sie heilend wirkt. Es gibt Einkaufstipps und Hinweise auf die mögliche Verarbeitung im Haushalt. In der Randleiste findet man ein einfaches Rezept für Ananasquark. Wann immer nötig gibt es Warnhinweise. In diesem Fall wird vor dem Verzehr unreifer Früchte gewarnt. Ein Foto ist ebenfalls vorhanden. Alle Porträts sind ähnlich aufgebaut.

Im zweiten Teil des Buches werden häufig auftretende Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen wie Bronchitis, Darmträgheit, Ermüdungszustände, Frauenleiden, Kreislaufbeschwerden, Reizblase usw. benannt. Die Symptome werden aufgezeigt, die möglichen Ursachen beschrieben. Dann folgen die Behandlungsvorschläge. Hier steht vor allem die Ernährung mit bestimmten Obst- und Gemüsesorten im Vordergrund. Empfehlenswertes wird aufgelistet und hinsichtlich der zu erwartenden Wirkung erklärt. Auch in dieser Rubrik findet man gleich wieder Rezepte zum Ausprobieren. Selbstverständlich wird darauf hingewiesen, wann ein Arztbesuch unumgänglich ist.

Im dritten Teil des Buches findet man Rezepte für alle, die sich gesund ernähren möchten. Die Rezepte lassen sich gut in die Alltagsküche einbauen und sind für die ganze Familie empfehlenswert. Es gibt leckere Frühstücksideen, wie Vollkornbrot mit Tomatenquark „Aurora“ oder das Erdbeermüsli. Salate aus Obst und Gemüse wie Linsensalat oder Fenchel-Birnensalat. Kernige Suppen wie die Hafernockerlsuppe oder die Kürbissuppe. Hauptgerichte wie Nudelauflauf mit Tomatensoße oder Sellerieschnitzel mit Linsen. Zubereiten kann man auch Obst- oder Gemüsedrinks wie den Dschungeldrink. Zudem gibt es Vorschläge für schnelle Snacks.

Das Buch ermöglicht es dem Leser viele Obst- und Gemüsesorten einmal näher hinsichtlich ihres Gesundheitswertes kennen zu lernen. Tatsächlich kann man mit einer gezielten Auswahl gesundheitlichen Problemen gegensteuern. Der Leser erhält dazu das nötige Wissen auf eine sehr gut verständliche Art und Weise. Dass das Buch auch gleich viele Rezepte enthält, kommt gut an. So kann man gleich damit beginnen, seine Ernährung den eigenen Bedürfnissen entsprechend umzustellen und die Heilkräfte bestimmter Lebensmittel für sich zu nutzen.

Rezension von Heike Rau

Klaus Oberbeil / Dr. med. Christiane Lentz
Obst & Gemüse als Medizin
Krankheiten mit der richtigen Ernährung vorbeugen und ohne Nebenwirkungen behandeln
Schadstoffarmes Obst und Gemüse richtig auswählen, zubereiten, lagern
288 Seiten, broschiert
Südwest-Verlag
ISBN: 978-3517082608
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