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Autor: hera

Auf der Insel ist was los

Auf der Insel ist was los

Wenn Oma Hinrichs frühstückt, darf Jako aus der Voliere. Als es an der Tür klingelt, geht sie, um nachzusehen, wer es ist. Jako folgt ihr. Ein Mädchen aus der Nachbarschaft bringt ein Paket. Die beiden unterhalten sich. Jako ist vergessen. Das Mädchen sieht ihn gerade noch wegfliegen. Oma Hinrichs ruft ihn. Aber der Papagei hört sie nicht mehr.

Wiebke schlägt vor, ein Plakat anzufertigen. Jeder auf der Insel soll nach Jako Ausschau halten. Jako ist noch nie so hoch geflogen. Aufgeregt betrachtet er die Welt von oben. Er fliegt zum Hafen, wo gerade Feriengäste ankommen. Er schließt sich den Möwen an und fliegt gemeinsam mit ihnen zum Meer. Fischer Hein nimmt Feriengäste mit seinem Boot mit. Die wundern sich, als sie den bunten Vogel zwischen den Möwen sehen. Immer weiter geht Jakos Reise. Es gibt so viel zu sehen. Und Frau Hinrichs hofft weiter, dass ihr Jako zurückkommt.

Zusammen mit dem Papagei Jako können Kinder die Insel kennen lernen. Was er sieht, sehen auch die Kinder. Die Bilder sind großformatig und detailreich. Es gibt also jede Menge zu entdecken. Es macht Spaß, die farbenfrohen Bilder zu betrachten.
Die kleine Geschichte gefällt ausgesprochen gut. Sie ist schnell vorgelesen. Das Betrachten der Bilder nimmt dagegen einige Zeit in Anspruch, weil es so viel zu sehen gibt. Die Inselbewohner und Urlauber sind bei vielen Aktivitäten zu beobachten.
Außerdem ist der entflohene Papagei auf jeder Seite vorhanden. Den Vogel in dem Gewimmel zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Das Buch ist nicht nur zum Vorlesen geeignet. Sobald die Kinder die Geschichte kennen, können sie die Bilder auch gut allein betrachten.
Zu zweit angesehen, bietet das Buch aber allerhand Stoff für eine Unterhaltung. So wird ganz nebenbei die Sprache von Kindergartenkindern gefördert. Und auch der Wortschatz wird spielerisch erweitert. Und natürlich fördert es die Konzentration, sich länger mit einem Bild zu beschäftigen.

Rezension von Heike Rau

Wilfried Gebhard
Auf der Insel ist was los
32 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab 3 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 978-3830311324
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Die falsche Herrin

Die falsche Herrin

Die Magd Anna-Maria will den Weg über die Berge wagen, obwohl Winter ist. Das könnte ihr das Leben kosten, aber die junge Frau schafft es. Obwohl Krieg ist, schlägt sie sich durch. Sie begegnet dem gebildeten Magnus Weber. Ihm gegenüber behauptet sie eine Zofe zu sein. Er nimmt sie mit sich.

Einige Monate später taucht Anna-Maria wieder auf. Sie ist nicht wiederzuerkennen, gibt sich als Tochter des Richters Joseph Anton Reding aus. Sie nutzt die Gelegenheiten, stielt Gemälde und verschwindet wieder. Später wird sie in Bern verhaftet und zurück nach Schwyz gebracht. Vor dem Richter werden ihr ihre Vergehen vorgeworfen. Das Urteil ist hart, schon einmal stand Anna-Maria wegen Diebstahl vor diesem Gericht.

Sie sucht nach Arbeit als Zofe von Frl. Reding, der Tochter des Richters, und wird abgewiesen. Anna-Maria gibt sich nicht geschlagen. Man wird sie nicht los. Sie gibt sich selbst eine Stelle im Hause als Waschfrau und macht sich unentbehrlich. Anna-Maria streift durchs Herrenhaus und lernt.

Bis sie wieder verschwindet. Sie schlägt sie sich bis nach Frankreich durch. Diesmal gibt sie sich als Tochter des Richters aus und findet Unterschlupf in einem reichen Haushalt. Anna-Maria sieht sich am Ziel angekommen. Doch das Gerüst aus Lügen beginnt zu wackeln und stürzt schließlich ein.

1742 wird Anna-Maria in Schwyz zum Tode verurteilt. Aber das Urteil wird nicht vollstreckt, weil ihr ein Retter zur Hilfe kommt. Das ist historisch belegt. Die Autorin hat mit Hilfe der recherchierten historischen Details der Geschichte um Anna-Maria Inderbitzin wieder Leben eingehaucht.

Die Figuren im Buch sind perfekt ausgearbeitet. Auch wenn die Autorin hier ihre Fantasie hat spielen lassen, wirken diese authentisch. Im Vordergrund steht natürlich Anna-Maria, eine junge emanzipierte Frau, die ein Ziel vor Augen hat und dieses durchzusetzen gedenkt. Ihre Rolle perfektioniert sie immer weiter. Sie macht sich der Hochstapelei schuldig.

„Die falsche Herrin“ ist ein literarisch anspruchsvoller Roman. Die Autorin verwendet in ihrem Text viele Innerschweizer Ausdrücke und Redewendungen, passt ihren Schreibstil der Zeit, in der ihr Roman spielt, an. Damit wird das Buch zur spannenden Gesellschaftsstudie mit tragisch-komischer Wirkung.

Rezension von Heike Rau

Margit Schriber
Die falsche Herrin
142 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
ISBN: 978-3312004133
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Grundschule für Hunde – Sitz – Platz – Komm

Grundschule für Hunde – Sitz – Platz – Komm

Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ein Hund nicht hört. Das Zusammenleben gestaltet sich schwierig. Jeder Spaziergang wird zu Herausforderung. Aber das muss nicht sein. Hunde sind gelehrig und lassen sich gut trainieren. Man muss nur wissen, wie! Mit dem vorliegenden Buch wird der Hund in die Grundschule geschickt. Es gilt die wichtigsten Kommandos zu lernen. Dazu gehören SITZ, PLATZ, KOMM und weitere.

Zunächst werden aber erst einmal die Trainingsgrundsätze erklärt. Der richtige Umgang mit dem Hund ist wichtig. Seine Körpersprache wird analysiert, damit sie für den Menschen zu deuten ist. Damit das Training dem Hund auch Spaß macht, wird er mit Leckerchen oder auch einem Spiel belohnt.

Beim Training werden die einzelnen Kommandos trainiert. Die Autorin beschreibt genau, wie das zu geschehen hat und was man beachten muss. Erste Erfolge stellen sich sicher schnell ein. Dann heißt es üben, üben, bis die Kommandos sicher sitzen. Schritt für Schritt kommt man zu einem immer besser hörenden Hund.

Die Autorin weiß, worauf es bei der Hundeerziehung ankommt. Auf nur 64 Seiten hat sie das Grundprogramm untergebracht. Das sollte jeder lesen, der in Erwägung zieht, einen Hund anzuschaffen. So wird das Tier von Anfang an zum angenehmen Begleiter im Alltag. Die Autorin schreibt trotz Platzknappheit sehr gut nachvollziehbar. Ihren Rat kann man gut annehmen. Das Buch ist illustriert mit vielen Fotos, die Menschen mit ihren Hunden beim Üben der Kommandos zeigen. So wird das im Text geschriebene auch anhand von Bildern verdeutlicht.

Rezension von Heike Rau

Karina Mahnke
Grundschule für Hunde. Sitz – Platz – Komm
64 Seiten, broschiert, 65 Farbfotos, 10 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5445-6
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Filmstars auf vier Pfoten

Filmstars auf vier Pfoten

Tiere für das Fernsehen zu trainieren, ist keine leichte Sache. Tatjana Zimek hat allerdings eine Begabung dafür. Und diese nutzt sie gekonnt. Angefangen hat alles mit Bonny, einer ausgesprochen klugen Mischlingshündin. Tatjanas Einfallsreichtum und ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Bonny einen Fernsehauftritt bekam, der dann weitere Anfragen nach sich zog. So reifte in Tatjana Zimek der Entschluss heran, Tiertrainerin zu werden.
Heute lebt sie mit ihrem Lebensgefährten und 120 Tieren auf einem Bauernhof. Längst werden nicht nur Hunde trainiert. Katze, Hamster, Hahn, Schwein und Puma werden ebenfalls auf Auftritte vorbereitet. Egal welches Tier angefragt wird, sie beschafft es und trainiert es ganz ohne Zwänge mit viel Liebe zu jedem Tier.

Dass Tatjana Zimek mit ihren Tieren viel erlebt hat, kann man sich gut vorstellen. Dementsprechend spannend liest sich ihr bisheriger Lebensweg. Ebenso unterhaltsam sind die Erlebnisse mit den Tieren, die man in Form von kleinen Geschichten und Anekdoten nachlesen kann.
Der Leser erhält Einblick in die Arbeit von Tatjana Zimek, die von den vielen unterschiedlichen Filmrollen ihrer Tiere und der Zusammenarbeit mit bekannten Schauspielern geprägt ist. Im Buch gibt es sogar Fotos, die anzusehen sehr viel Spaß macht.
Das Buch ist aber nicht nur unterhaltsam. Man lernt sehr viel über den Umgang mit Tieren. Tatjana Zimek gibt ihr Wissen weiter, das auch bei der Haltung eigener Haustiere weiterhelfen kann.
Tatjana Zimeks Tierliebe ist beeindruckend. Das spürt auch der Leser. Man wird wohl ab sofort die Auftritte von Tieren in Film und Fernsehen mit anderen Augen sehen. Es ist bewundernswert, was Tiere leisten können, natürlich nur mit einer engagierten Tiertrainerin wie Tatjana Zimek im Hintergrund.

Rezension von Heike Rau

Tatjana Zimek
Filmstars auf vier Pfoten
Deutschlands berühmteste Tiertrainerin erzählt
205 Seiten, gebunden
Franckh Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440114773
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Ulrike Schweikert: Der Duft des Blutes

Ulrike Schweikert: Der Duft des Blutes

Als Peter von Borgo der Oberkommissarin Sabine Berner zum ersten Mal begegnet, ist er fasziniert von ihr. Sie ist anders als die anderen. Deswegen beginnt er, sie zu verfolgen, dringt sogar unbemerkt in ihre Wohnung ein.
Sabine ist allerdings sehr beschäftigt. Der neue Fall fordert ihr ganzes Können. Ronja, alias Edith Maas, wird vermisst. Die Prostituierte ist von der Bildfläche verschwunden und mit ihr, ihre kleine Tochter. Peter von Borgo findet die Leiche bei einem nächtlichen Streifzug im Moor. Dieser Mord gibt ihm die Gelegenheit, sich in die Ermittlungen der Kriminalpolizei einzumischen. Anonym ruft er bei Sabine an und gibt den entscheidenden Hinweis in Form eines Rätsels weiter. Weitere Anrufe und sogar ein schriftlicher Hinweis folgen, so dass die Leiche schließlich gefunden und identifiziert werden kann. Das Kind bleibt verschwunden.
Peter von Borgo lässt den Kontakt nicht wieder abbrechen. Obwohl auch ein gewisser Verdacht auf ihn fällt, gibt er an, nur ein zufälliger Zeuge zu sein.
Sabine wird von ihm immer weiter bedrängt. Doch die Wirklichkeit verblasst, ist für sie nicht fassbar. Er beeinflusst Sabine, ohne dass sie dagegen ankommt. Er gewinnt immer mehr Macht über sie, bis sie ihm hörig wird.

Das Buch ist Krimi und Vampirroman zugleich. Der Fall ist spannend. Dass ein Vampir hier mitmischt, macht die Sache auch noch sehr unheimlich. Peter von Borgo könnte der Täter sein, möglicherweise aber auch nur ein Zeuge. Gefährlich ist er aber in jedem Fall. Sabine Berner tritt er als machtvoller, mysteriöser Mann gegenüber. Diese Verbindung, die zwischen den beiden entsteht, ist aber seltsam oberflächlich. Die Romantik bleibt auf der Strecke. Die großen Gefühle bleiben dem Leser verborgen. Deswegen kann man auch nicht nachvollziehen, wie Sabine auf diesen Mann reagiert. Die Entwicklung der Geschichte erscheint dadurch viel zu sehr aus der Luft gegriffen.
Die Autorin scheint dies zu spüren. Im letzen Drittel des Buches versucht sie den Fehler durch mehr Spannung wieder wettzumachen und übertreibt dabei gnadenlos. Das furiose Ende erscheint übertrieben und unglaubwürdig. Viel zu sehr wird hier aufgedreht. Auch wenn das Buch dennoch sehr unterhaltsam ist, einen bleibenden Eindruck wird es wohl nicht hinterlassen.

Rezension von Heike Rau

Ulrike Schweikert
Der Duft des Blutes
380 Seiten, Klappenbroschur
Egmont LYX
ISBN: 978-3802581472
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Inge Meyer-Dietrich: Bin noch unterwegs

Inge Meyer-Dietrich: Bin noch unterwegs

Laura hat die ewigen Streiterein zwischen ihren Eltern satt. An ihrem 16. Geburtstag eskaliert die Situation. Laura haut ab. In einer fremden Wohnung sucht sie Unterschlupf. Betty ist verreist, den Schlüssel zu ihrer Wohnung hat sie aus Versehen in Lauras Rucksack gesteckt, weil dieser ihrem so ähnlich sieht. Statt den Schlüssel einfach nur abzugeben, benutzt Laura ihn.
Nur Julia und ihrem Freund Josh vertraut sie sich an, die beiden würden sie nie verraten. Aus der Zeitung, mit der Julia sie versorgt, erfährt Laura, dass sie von ihren Eltern und der Polizei gesucht wird. Schließlich schreibt sie eine Postkarte an die Eltern. Als Handwerker Reparaturarbeiten im Haus durchführen wollen, muss Laura verschwinden. Sie will in eine andere Stadt, nach Essen. Auf dem Bahnhof lernt sie Aki kennen. Er lädt sie ein, mit in seiner WG zu wohnen. Laura verliebt sich in ihn. Dass sie eine Ausreißerin ist, verrät sie ihm nicht. Doch auch Aki hat Geheimnisse.

„Bin noch unterwegs“ ist die Geschichte einer Jugendlichen, die es nicht mehr zu Hause aushält und deswegen ausreißt. Sie schlägt sich durch, findet Freunde in einer WG. Ihre neue Zukunft baut sie auf Lügen auf. Die Autorin bringt die Verzweiflung und Zerrissenheit, mit der Laura nun lebt, sehr gut herüber. Doch Laura hat Träume. Sie muss bald einsehen, dass sie sich so nicht erfüllen lassen. Um ihr zeichnerisches Talent weiterentwickeln zu können, braucht sie einen Schulabschluss.

Die Autorin beschreibt den Weg, den Laura beschreitet, auf sehr gefühlvolle Art und Weise. In sehr kurzer Zeit ändert sich praktisch alles für Laura. Sie hat wenig Zeit, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen. Der Leser wird zum Nachdenken angeregt – auch über die eigene Situation. Probleme mit den Eltern hat sicher fast jeder Jugendliche und auch mit dem Gedanken, einfach von zu Hause abzuhauen, wird sicher oft gespielt. Eine Kurzschlussreaktion ist aber sicher keine Lösung, so die Botschaft des Buches.

Die Geschichte wirkt zeitlich sehr gerafft. Es passiert fast schon zu viel. Laura beschließt nicht nur, anders zu leben, sie verliebt sich auch und gewinnt neue Freunde. Auch die Auseinandersetzung mit ihren Eltern ist im Nachhinein nicht zu vermeiden. Für den Leser ist die Geschichte dadurch unglaublich spannend und berührend. Zum Glück wird alles gut.

Rezension von Heike Rau

Inge Meyer-Dietrich
Bin noch unterwegs
256 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473352821
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Elyria – Im Visier der Hexenjäger

Elyria – Im Visier der Hexenjäger

Elyria ist nun im heiratsfähigen Alter. Ihr Vater, der Anführer einer Gauklertruppe, möchte sie gerne verheiraten. Doch wie er von der Wahrsagerin erfährt, wartet ein anderes Schicksal auf seine Tochter.
Tatsächlich ändert sich bald alles für Elyria. Sie findet ein Medaillon, das eigentlich in den Tempel gehört. Obwohl ihr Bruder Gwynn ihr abrät, bringt sie es zurück. Sie wird von Ordenskriegern erwischt und in den Kerker gesperrt. Hier wird sie als Diebin gebranntmarkt, weil ihr niemand die wahre Geschichte glauben will.
Ihre Augen faszinieren den obersten Hexenjäger Eddan Peristae. Es ist das goldene Strahlen von dem er in alten Schriften, die einer Prophezeiung gleichkommen, gelesen hat. Und schon steht Elyria unter Verdacht, eine Hexe zu sein. Unter der Folter kommt ihre magische Kraft, von der die junge Frau selbst nichts wusste, zum Vorschein. Nun ist ihr der Scheiterhaufen sicher. Weil sie Hilfe von Crean, einem Hexenjäger in den Diensten Eddan Peristaes, erfährt, gelingt ihr die Flucht. Sie will zurück zu ihrem Vater. Verfolgt wird sie aber nicht nur von den Hexenjägern, sondern auch von Ardan von Daomir, dem sie im Kerker vor der Folter begegnet war. Er glaubt, sie habe ihm ihre Magie gestohlen. Aber davon kann keine Rede sein, Elyria weiß nicht, wie die Magie überspringen konnte. Die beiden bleiben zusammen, weil es im Moment nicht gelingt, die Magie zurückzugeben. Diese bricht wieder hervor, als Krieger die beiden in einer Schenke entdecken. Die Magie lässt sich jedoch nicht von Elyria lenken, so dass sie und Ardan schon wieder in Gefahr sind. Bald ist ein Kampf unausweichlich und Ardan muss einsehen, dass er Elyria beschützen muss, wenn er seine Magie wiederhaben will. Die beiden müssen Kathmóhar, die Stadt der Magier erreichen, eine Stadt, die nach dem Krieg der Mächte aber zum Großteil vernichtet ist.

„Elyria – Im Visier der Hexenjäger“ ist ein sehr gelungener fantastischer Roman. Man wird sofort von der Geschichte in den Bann gezogen, so spannend ist sie gemacht. Elyria ist eine beeindruckende Persönlichkeit, man folgt ihr gern auf ihrer abenteuerlichen Reise. Sie ist eine sehr glaubwürdige Helden, die sich im Laufe des Romans zu einer Magierin, die ihre Fähigkeiten immer besser beherrscht, weiterentwickelt. Zunächst wird sie von Ardan begleitet. Die beiden verlieben sich ineinander und er wird ihr Beschützer, so dass auch die Romantik in diesem Buch nicht zu kurz kommt. Ihren Weg begleiten weiter ihr Bruder Gwynn und der Hexenjäger Crean, der die Seiten gewechselt hat. Auch diese Kombination sorgt für Spannung.
Zusammen kämpfen sie gegen Gegner, die nicht zu unterschätzen sind.
Der Spannungsbogen stimmt. Nach und nach werden die Hintergründe, die zu Elyrias Verfolgung geführt haben, offengelegt und man erlebt so manche Überraschung. Kurzum, man wird mit diesem Buch ausgesprochen gut unterhalten. Es ist flüssig geschrieben und liest sich ganz wunderbar.

Rezension von Heike Rau

Brigitte Melzer
Elyria
Im Visier der Hexenjäger
352 Seiten, gebunden
Ueberreuter Verlag
ISBN: 978-3800053865
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Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender

Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender

Geburtstage sollte man immer in Erinnerung behalten. Damit kein Termin vergessen wird, kann man alle im immerwährenden Geburtstagskalender notieren. Platz zum Eintragen der Termine gibt es genug. Auf sechs Zeilen ist Platz, zudem gibt es ein kleines Feld, das man mit Notizen füllen kann.
Der Kalender ist ein echter Hingucker. Passend zum Motto „Landliebe“ ist er geschmückt mit herrlichen Bildern, meist von Blumenarrangements, die dem Jahresverlauf folgen. Im Januar sprießen die ersten Schneeglöckchen. Töpfchen mit Krokussen sehen sehr dekorativ aus. Im Februar kommen Tulpen in vielen Farben dazu. Für den März stehen Blumenkübel mit Stiefmütterchen und Osterglocken. Im April findet man Arrangements mit Traubenhyazinthen. Ein Korb bepflanzt mit Kräutern steht für den Mai. Im Juni wird es rot. Schalen sind mit köstlichen Erdbeeren gefüllt. Im Juli darf man einen umwerfenden Blick in einen zauberhaft angelegten Garten werfen. Im Juli kommen Blaubeeren und Lavendel zusammen. Im August werden Gestaltungsideen mit Rosen gezeigt. Im September wirkt Heidekraut schmückend. Im Oktober dienen Kürbisse als Schmuck und im November überwiegen die gelben und roten Farbtöne von Astern. Im Dezember wird weihnachtlich geschmückt. Es macht viel Spaß, die Fotos anzusehen. Sicher kann man damit auch anderen eine Freude machen und das Buch verschenken.

Rezension von Heike Rau

Hella Henkel
Landliebe – Mein immer währender Geburtstagskalender
140 Seiten, gebunden, 200 Farbfotos
Eugen Ulmer Verlag Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5637-5
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Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen

Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen

Christian Rätsch Begeisterung für die Lakandonen, einem indianischen Volk, das im Dschungel Mexikos lebt, ist groß. So groß, dass er mit ihnen zusammenleben möchte, um ihre Kultur kennen zu lernen. Die Lakandonen sind die direkten Nachfolger der Maya. Sie haben sich ihre Ursprünglichkeit weitgehend erhalten. Die Zeit bei den Lakandonen will Christian Rätsch nutzen, um alten Heiltraditionen des schamanischen Volkes nachzuspüren.

Im Buch beschreibt der Autor seinen Lebensweg und geht dabei bis in seine Kindheit zurück, wo der Grundstein für sein Interessengebiet gelegt wurde. Voller Enthusiasmus erzählt er über seine Erlebnisse als Kind, über die erste Südamerikareise mit 16, wo er noch auf Touristenpfaden wandelt. Doch das ist ihm bald nicht mehr genug. Es gelingt ihm Freundschaft mit den Lakandonen zu schließen. In ihrer Unvoreingenommenheit nehmen diese den Wissenschaftler auf und gewähren im Einblick in ihr Alltagsleben. Christian Rätsch lernt ihre Magie kennen.

Das Erlebte wird in Tagebuchform wiedergegeben. Beginnend am 26.10.1982. Sicher wird es jeden Leser in Erstaunen versetzten. Es gibt sogar einen Bildteil mit Fotos. Christian Rätsch hat sich eingefügt in eine fremde Welt, so dass ihm wohl kaum Geheimnisse verborgen geblieben sind. Seine Erlebnisse und Erkenntnisse teilt er mit dem Leser. Natürlich stellt er auch Vergleiche an mit seinem Leben in der Heimat und übt Kritik. Man muss sich seiner Meinung sicher nicht in allen Punkten anschließen, aber Stoff zum Nachdenken ist es allemal. Einem so vielseitig interessierten, offenen und lebensbejahendem Menschen „zuzuhören“ mach einfach Spaß.

Rezension von Heike Rau

Christian Rätsch
Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen
Meine Erlebnisse bei den Erben der Maya
304 Seiten, gebunden
Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440112403
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Baggersee

Baggersee

Katalin kommt mit vielen Koffern am Baggersee an und bleibt. Dann kommt Kálmán mit einem Bündel Angelruten. Er sucht nach Katalin, die er über eine Zeitungsanzeige kennen gelernt hat. Er bleibt jedoch in der Trinkstube hängen, weil er sich nicht in ihre Nähe wagt. Man hört nie wieder etwas von den beiden.
Der Wächter weiß warum. Es ist der Baggersee.
Auch Ervin dem Landschaftsmaler ging es so. Er ist gekommen, um zu bleiben. Bei Vera. Doch auch die beiden verschwinden.
Wer am Baggersee lebt, braucht nicht auf Glück hoffen. Da hilft es auch nichts, dass ein Mann darüber wacht. Vielmehr ist der Wächter ein Beobachter. Er verändert nichts.

Der Leser lernt die merkwürdige Welt um den Baggersee herum kennen und das mit den Augen des Wächters. Es ist keine schöne Gegend, eher etwas Provisorisches, und trotzdem werden die Menschen vom Baggersee angezogen. Dabei sollte man hier nicht baden gehen, wie der Wächter weiß, auch wenn er das nicht direkt an etwas festmachen kann. Die verschwunden Menschen sind der Beweis. Es kann nicht anders sein, sie liegen tot auf dem Grund des Baggersees. Der See ist ein dreckiger Morast, voller Müll und Leichen. Wer dort badet, wird unweigerlich in den Dreck gezogen.

Das Buch vermittelt eine düstere, Angst machende Stimmung. Man liest mit erhöhter Aufmerksamkeit, diese unfassbare Geschichte. Dabei ist es nicht nur der Inhalt des Buches, sondern auch der Schreibstil des Autors, der aufhorchen lässt. Die Geschichte bleibt geheimnisvoll bis zum Schluss. Und das bringt ins Grübeln. Einfach weglegen und vergessen kann man dieses Buch nicht. Auch, weil so viele Fragen offen bleiben. Dabei ist das Buch durchaus philosophisch, nur das das Nachdenken zu nichts führt. Das Buch bleibt rätselhaft.

Rezension von Heike Rau

Gergely Péterfy
Baggersee
Aus dem Ungarischen von Agnes Relle
144 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag
ISBN: 978-3552054301
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