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Autor: hera

Steig ein mein Kind, wir reisen durchs Jahr!

Steig ein mein Kind, wir reisen durchs Jahr!

In diesem Buch sind die schönsten von Else Wenz-Vietor illustrierten Geschichten, Verse und Lieder versammelt. Gedacht ist das Hausbuch aber nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie.

Die Geschichten, Verse und Lieder sind nach Jahreszeiten geordnet. Bekannte und weniger bekannt Texte reihen sich aneinander. Allen geläufig sicher die Lieder „Frühlings Ankunft“ oder „Von meinem Blümchen“ von Hoffmann von Fallersleben. Freuen kann sich der Leser auch über „Däumelinchen“ von Hans Christian Andersen, „Grünbart, das Moosmännchen“ von Albert Sixtus und „Der kleine Häwelmann“ von Theodor Storm. Dazu kommen Rezepte in Versform, die auch nachgemacht werden können wie „Keks zum Ausstechen“ oder „Pfannkuchen“ von Adolf Holst.

Die besondere Aufmerksamkeit des Betrachters ziehen aber die Illustrationen auf sich, die genau so sind, wie Kinder sie am meisten mögen. Die Tiere in bunter Bekleidung, die Kinder meist barfuß und mit ihren roten, gesunden Apfelbäckchen, die farbenfrohen Wiesenblumen, die Nixen und die Kobolde mit Strubbelhaar. Fast alles spielt sich draußen ab, in der Natur.

Bei Erwachsenen weckt das Buch Erinnerungen an die eigene Kindheit. Wie schön, nun endlich die bekannten Verse, Lieder und Geschichten mit den, zugegeben heute wohl etwas altmodischen wirkenden, Illustrationen von Else Wenz-Vietor in so einem aufwändig gestalteten Hausbuch wiederzuentdecken, egal ob zum Vorlesen für die Kinder und Enkelkinder oder zum Verschenken an dieselben.

Wer nun neugierig geworden ist, und mehr wissen möchte über Else Wenz-Vietor, kann alles Wissenswerte im sehr ausführlichen Anhang erfahren, der von Ingrid Lohan-Wenz verfasst wurde.

Rezension von Heike Rau

Steig ein mein Kind, wir reisen durchs Jahr!
Verse, Lieder und Geschichten
illustriert von Else Wenz-Vietor
176 farbige Seiten, Hardcover
Lappan Verlag
ISBN: 3-8303-1072-2
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Ditte und Giovanni Bandini: Das Buch der Elfen und Feen

Ditte und Giovanni Bandini: Das Buch der Elfen und Feen

Groß und Klein kennt sie, die Feen und Elfen. Sie üben eine ganz besondere Faszination auf uns Menschen aus. Ditte und Giovanni Bandini versuchen, diesen zauberhaften Wesen auf die Spur zu kommen. Was sie herausgefunden haben, erzählen sie auf unterhaltsame Weise.
Sie haben Gedichte zusammengetragen, Sagen und Zeichnungen. Sie beschäftigen sich mit Frau Holle, Frau Perchta, den Waldweiblein oder der Zahnfee. Sie erzählen von verschiedenen Gegenden, beispielsweise von Schottland, Irland, Skandinavien oder Deutschland. Ihr Augenmerk richtet sich natürlich auch auf andere Autoren. Beispielsweise Geoffrey Chaucer mit den „Canterbury-Erzählungen“, William Shakespeare mit dem „Sommernachtstraum“ oder James M. Barrie mit „Peter Pan“. Sogar Augenzeugenberichte werden im Buch wiedergegeben, ganz ohne Wertung.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Bildtafeln in der Mitte des Bandes. In aller Ruhe kann man „Feen im Vogelnest“ von John Anster Fitzgerald, „Meerjungfrau“ von John William Waterhouse oder „Die Morgenelfe“ von Fritz Zuber-Bühler betrachten.
Zusammengetragen wurde auch ein Liste mit Feen- und Elfenseiten aus dem Internet, denn auch dort sind diese Wesen nun zu finden. Dazu gibt es ein Glossar und ein Register.

Das Buch ist für Fans der Feen und Elfen ein Muss. Die Autoren vermitteln mit viel Humor ihre zahlreiche Informationen. So steht einer unterhaltsamen Lektüre nichts im Wege. Erwähnenswert ist auch die auffallend schöne Gestaltung des Buches mit vielen Zeichnungen und einem stimmungsvollen Cover.

Über die Autoren:
Ditte Bandini studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.
Giovanni Bandini studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet als freier Übersetzer.

Rezension von Heike Rau

Ditte und Giovanni Bandini
Das Buch der Elfen und Feen
300 Seiten, Klappenbroschur
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
dtv premium
ISBN: 3-423-23485-6
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Leben, Natur, Wissenschaft-Alles, was man wissen muss

Leben, Natur, Wissenschaft-Alles, was man wissen muss

Die Entfaltung des Lebens
Unser Lebensraum
Leben im Universum
MenschenLeben
Leben mit Bewusstsein und Gehirn

Das sind die Themen, die in diesem Buch zusammengestellt sind. Alles was man über das Leben, die Natur und die Wissenschaft wissen sollte. Es geht um naturwissenschaftliche Grundlagen und um die Evolution des Lebens und um die Entwicklung unserer Kultur. Besonders interessant ist auch der Blick in die Vergangenheit oder auf große intellektuelle Leistungen der Menschen und auf wissenschaftliche und technische Errungenschaften und ihrer Bedeutung für die Gesellschaft.

608 Seiten Wissen stellen die Autoren dem Leser zu Verfügung. Was sofort auffällt, ist der überraschend leicht lesbare Stil, in welchem dieses umfassende Werk gehalten ist. Man braucht selbst kein Wissenschaftler zu sein, um es lesen und verstehen zu können. Es werden Fragen geklärt und Wissenslücken gefüllt, die wohl jeder Mensch hat.

Beispielsweise stößt man auf folgende interessante und aufregende Fragen im Buch:

S. 147 „Wo mag der Ort, an dem ich mich gerade befinde, wohl vor 250
Millionen Jahren gewesen sein?“
S. 164 „Warum waren die Gebirge auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt?“
S. 267 „Wo kommt es her, das Universum?“
S. 281 „Wo genau in der weiten Welt des Kosmos befinden wir uns?“
S. 324 „Wie ist der Stand der Wissenschaft in Sachen grüne Männchen vom Mars?“
S. 342 „Warum ist unser Gehirn überhaupt so groß geworden?“
S. 351 „Was wissen wir über unser Genom?“
S. 535 „Inwieweit ist es möglich, wenigstens für den Zeitraum eines Menschenlebens Zukunftsprognosen abzugeben?“

Das Buch, in dem man einfach so schmökern und von Interessengebiet zu Interessengebiet springen kann, lässt sich auch sehr gut als Nachschlagewerk verwenden. Personenregister und Sachregister sind vorhanden. Dazu gibt es eine Zeittafel der Wissenschaften und eine kommentierte Liste zu großen Büchern der Wissenschaften und eine ebenfalls kommentierte Liste mit Büchern zum Weiterlesen für Interessierte.

Rezension von Heike Rau

Detlev Ganten / Thomas Deichmann / Thilo Spahl
Leben, Natur, Wissenschaft
Alles, was man wissen muss
608 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-3981-3
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Darum

Darum

Jan Haigerer, Journalist, erschießt eines Abends in einer Bar einen Mann mit einer roten Jacke. Kein Mensch bringt ihn zunächst mit dieser Tat in Verbindung, schon gar nicht die Polizei. Sein Geständnis wird als Reaktion auf den Schock gewertet. Erst als festgestellt wird, dass seine Fingerabdrücke auf der Tatwaffe sind, und nur seine, kommt die Polizei nicht umhin, ihn zu verhaften.
Trotzdem glaubt keiner, dass der liebenswerte Jan Haigerer ein Mörder ist. Nicht seine Freunde, nicht seine Kollegen und auch immer noch nicht die Polizei. Sie alle sind überrascht, erschrocken und schockiert. Jan ist einfach nicht der Typ dazu. Außerdem fehlt jegliches Motiv. Und doch ist es so gut wie bewiesen.

Das Spannende an diesem Krimi ist, dass man sehr, sehr lange nichts über das Opfer, den mit der roten Jacke, erfährt. Als wäre er ein Fremder gewesen, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Zudem fehlt das Motiv. War es Zufall, dass Haigerer ausgerechnet den mit roten Jacke erschossen hat? Oder hatte er doch Gründe? Jan Haigerer schweigt sich aus. Auch das Gericht tappt im Dunkeln. Doch etwas schmort hinter der Fassade. Nichts stimmt an der ganzen Sache. Warum will Jan unbedingt als Mörder verurteilt werden für eine Tat, die er „Darum“ begangen hat? Wieso geht es ihm gesundheitlich immer schlechter? Warum lenkt er nicht ein.

Dieser Krimi wirft viele Fragen auf, die unbedingt beantwortet werden müssen. So kann man das Buch einfach nicht aus der Hand legen, bis man zuende gelesen hat. Das ständige Verwirrspiel macht neugierig. Die halbe Welt vergeht sich in interessanten Mutmaßungen, die Lage wird verkannt. Die Spannung wird gehalten durch das nicht nachvollziehbare Verhalten von Haigerer, der die Geschichte aus seiner Sicht erzählt. Am Ende ist der Mord dann doch nachvollziehbar und das Motiv eine echte Überraschung.

Über den Autor:
Daniel Glattauer ist Jahrgang 1960. Er ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig. Seit 1989 schreibt er für „Der Standard“ Gerichtsreportagen, Feuilletons und Kolumnen.

Rezension von Heike Rau

Daniel Glattauer
Darum
302 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30677-1
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Wunderbare Valerie

Wunderbare Valerie

Lisa ist Drehbuchautorin. Bevormundet wird sie vor allem von Beatrice Lombardi, der eingebildeten und mit ausgeprägten Starallüren versehenen Hauptdarstellerin der Serie. So wird aus Lisas ursprünglich erdachter Person Olga eine ganz andere, nämlich die „Wunderbare Valerie“. Doch das rächt sich. Olga materialisiert sich und verlangt ihren ursprünglichen Charakter zurück.
Keine leichte Aufgabe, bei dem Chaos, welches sich hinter und auch vor den Kulissen abspielt.

Lisa, die Icherzählerin steht, urteilt man nach ihrer großen Klappe, mit beiden Beinen fest im Leben. Doch sie ist in Wirklichkeit total inkonsequent, egal ob es um ihre Arbeit oder ihr lebhaftes Liebesleben geht. Sie braucht einen kräftigen Tritt, um zu Bewusstsein zu kommen, und den bekommt sie von der geisterhaften Olga, die mit ihren Aufritten gehörig nervt und Lisa anregt, endlich Ordnung in ihr Leben zu bringen.

„Wunderbare Valerie“ ist ein spritzig und flüssig geschriebener Roman, gefüllt bis zur letzten Seite mit bissigem ironischem Humor und sagenhaften Wortspielen. Die Dialoge sind unschlagbar. Lisa hat immer das letzte Wort, auch wenn ihr schon längst keiner mehr zuhört.

Über die Autorin:
Elfriede Hammerl studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Wien. Sie ist Kolumnistin beispielsweise bei „Vogue“ und „Kurier“. Die Autorin hat bereits zahlreiche Veröffentlichung. Sie erhielt 1999 den Publizistikpreis der Stadt Wien. Elfriede Hammerl lebt mit ihrer Tochter in der Nähe von Wien.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Wunderbare Valerie
287 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30674-7
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Zwölf Spaziergänge durch Venedig

Zwölf Spaziergänge durch Venedig

Sie ist allein in Venedig. Ihr Geliebter hat Angst vor zu viel Nähe. So unternimmt sie ganz für sich Spaziergänge, besinnt sich, erinnert sich und versucht Klarheit in ihre Gedanken zu bringen.

Der Leser wird zum Begleiter durch Venedig, streift mit durch die engen Gassen, kehrt ein in beschauliche Cafés, fährt mit dem Boot auf dem Canal Grande, betrachtet die vielen Sehenswürdigkeiten und die reich verzierten Paläste oder besucht Kirchen.

Die Autorin schreibt in einem sehr leisen, sehnsüchtigen und wehmütigen Ton vor dem Hintergrund dieser in Briefen und Erinnerungen angedeuteten Liebesbeziehung. Dabei erzählt sie sehr bildhaft und anschaulich, so, als hätte sie alle Zeit der Welt. Die Autorin beweist ihren Blick für Details und sieht auch hinter die Fassaden, begeistert den Leser für Kunst und Kultur. Ihre Liebe zu Venedig wird so deutlich.

Geschmückt ist das Buch mit drei Zeichnungen der Autorin, die ganz unterschiedliche Stimmungen durch das Spiel mit Licht und Farben zum Ausdruck bringen. Und auch das Cover ziert eine Pastellzeichnung der Autorin. Zu sehen ist die Santa Maria dei Miracoli. So ist auch der äußere Gesamteindruck des Buches bemerkenswert.

Über die Autorin:
Ulrike Rauh ist Schriftstellerin und Malerin. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften. Nach dem Staatsexamen übte sie eine Lehrtätigkeit aus. Sie belegte zahlreiche Kurse und Seminare auf dem Gebiet der Malerei. Seit 1993 sind ihre Bilder in Ausstellungen zu sehen. Ulrike Rauh veröffentlichte zwei Erzählbände und schreibt Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Rezension von Heike Rau

Ulrike Rauh
Zwölf Spaziergänge durch Venedig
Mit Zeichnungen der Autorin
112 Seiten, gebunden
Wiesenburg Verlag, Schweinfurt
ISBN: 3-932497-96-1
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Die Glückliche

Die Glückliche

Nora heiratet bereits mit 17 Jahren. Ihre Eltern sind strikt gegen diese Verbindung. Das hat seinen Grund. Martin ist doppelt so alt wir Nora und ein Schürzenjäger dazu. Trotzdem hält die Ehe viele Jahre. Bis Nora eines Tages Daniel kennen lernt. Mit ihm geht sie weg, in ein gefährliches Land, erkennt fast zu spät, dass Daniel ein gewalttätiger Alkoholiker ist.
Sie kehrt zurück nach Holland, will ihren Sohn sehen. Zu Martin zurück will sie eigentlich nicht, doch er kann erstaunlich überzeugend sein.

Glück, Unglück, die Grenzen verschwimmen in diesem Buch. Nora beginnt nachzudenken. Wann geriet ihr Leben aus den Bahnen. Hatte das Unglück vielleicht schon in ihrer bewegten Kindheit den Ursprung. Oder ist sie hineingelaufen ins Verderben? Ist Glück nur eine Illusion?

Mensje van Keulen beschreibt sehr eindringlich, ehrlich und vor allem schonungslos den Lebensweg von Nora. So kann der Leser sich ein Bild davon machen, was passieren kann, wenn man sich selbst belügt, nach Ausreden für nicht gerechtfertigte Verhalten sucht, Dinge einfach nicht zur Kenntnis nimmt und bequem wird. Die Autorin beschreibt Noras Gefühle, die oft sehr extrem und wenn man es schafft mit Vernunft heranzugehen, kaum nachvollziehbar sind. Nora quält sich und lässt sich quälen. Doch irgendwann muss Schluss sein.

Über die Autorin:
Mensje van Keulen ist Jahrgang 1946. Sie schrieb zahlreiche Romane, Erzählbände und Kinderbücher. Die Autorin lebt in Amsterdam und hat einen Sohn.

Rezension von Heike Rau

Mensje van Keulen
Die Glückliche
Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg
304 Seiten, gebunden
Arche Verlag, Zürich-Hamburg
ISBN: 3-7160-2318-3

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Der Goldmacher

Der Goldmacher

1701. Die Zeitungen melden, dass es dem Apothekergesellen Johann Friedrich Böttger in der Berliner Marktapotheke vor vier angesehenen Zeugen gelungen ist, künstliches Gold herzustellen.
Als Böttger daraufhin zu einer Audienz mit Seiner Königlichen Majestät Friedrich I. befohlen wird, beschließt er zu fliehen. Die Wahrheit ist, dass Böttger einen Trick angewendet hat, um seine Transmutation gelingen zu lassen.
Böttger glaubt zunächst, Glück auf seiner Flucht zu haben, doch bald wird er aufgegriffen. Er wird nach Dresden gebracht und unter dem Schutz Seiner Königlichen Majestät August II. von Polen und Kurfürst von Sachsen gestellt. Als Gefangener August des Starken verbringt Böttger viele Jahre in verschiedenen Kerkern. Gold herzustellen gelingt ihm jedoch nicht. Seine Experimente bringen trotzdem ein erstaunliches Ergebnis: das sächsische Porzellan.

„Der Goldmacher“ ist ein faszinierender historischer Abenteuerroman. Es ist überaus spannend den Lebensweg Johann Friedrich Böttgers zu verfolgen, einem Menschen, der mit Ausdauer, ungeheurem Mut und Besessenheit sein Ziel, Gold zu machen, nie aufgab. Nur so hat er wohl überhaupt die langen Jahre als Gefangener überstehen können. Sehr romantisch wird seine heimliche Liebe zu Charlotte von Schönberg geschildert. Angeregt hat den Autor zu dieser Figur Anna Constanze von Brockdorf, Gräfin Cosel.
Herauszustreichen sind auch die bekannten historischen Schauplätze wie die Festung Königstein, die Albrechtsburg, die Moritzburg oder die Dresdner Kasematten, die sehr anschaulich beschrieben werden.
Geschrieben ist der Roman in einer sehr bildhaften, lebendigen Sprache. Sehr zu empfehlen!

Rezension von Heike Rau

Berndt List
Der Goldmacher
478 Seiten, Taschenbuch
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-7466-1970-X
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Mäusejagd

Mäusejagd

Ceska ist eine Katze. Sie verbringt ihre Zeit gerne damit, Kriminalfälle zu lösen. Das tut sie mit ihrer Freundin Andrea. Doch diesmal ist es Andrea selbst, die in Schwierigkeiten gerät. Immer wieder findet sie in ihren Sachen Geld, welches ihr nicht gehört. Bald denken die Kinder ihrer Klasse, sie sei eine Diebin. Zusammen mit dem großen zotteligen Hund Albert macht Ceska sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Doch immer wieder lassen sich die beiden auf eine falsche Fährte bringen, das führt zu allerlei Verwicklungen.

„Ein Fall für die Katz“ ist ein spannend geschriebener Kinderkrimi. Besonders lustig ist, dass die Katze selbst aus ihrer Sicht erzählt. Katze und Hund sind tierisch gut dargestellt. Bei den phantasievollen Zeichnungen verweilt der Leser sicher gerne etwas länger. Sie sind kindgerecht und einfach ein Hingucker.

Über die Autorin:
Antonia Michaelis ist Jahrgang 1979. Sie schreibt seit ihrer Kindheit. Die Autorin lebt im Nordosten Deutschlands und studiert Medizin.

Über den Zeichner:
Silvio Neuendorf ist Jahrgang 1967. Er studierte Design in Achen und illustriert seit 1995 Bücher für Kinder und Erwachsene. Der Autor lebt mit Frau und Sohn auf einem Bauernhof bei Aachen.

Rezension von Heike Rau

Antonia Michaelis
Ein Fall für die Katz – Mäusejagd
Illustriert von Silvio Neuendorf
124 Seiten, gebunden
für Kinder ab 8 Jahren
Loewe Verlag, Bindlach
ISBN: 3-7855-4800-1
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Joanna Hershon: Mondschwimmen

Joanna Hershon: Mondschwimmen

Als Lila acht war, passierte ein schrecklicher Unfall, bei dem ihr Bruder Jack starb. Lila wurde von ihren Eltern eine Geschichte aufgetischt, die sie jedoch nicht akzeptieren konnte.
Lila wird erwachsen, sie beginnt ein Studium. Die Ungewissheit nimmt ihr immer mehr die Luft zum Atem. Sie muss sich endlich Gewissheit verschaffen. Es gibt Zeugen für den angeblichen Unfall. Ihr Bruder Aaron, doch der ist von Zuhause weggegangen. Keiner weiß, wo er ist. Aarons damalige Freundin Suzanne, die das Wochenende mit der Familie verbrachte, ist ebenfalls verschwunden. Lila beginnt eine akribische Suche nach Hinweisen.
Durch einen Zufall begegnet sie Suzanne tatsächlich. Diese ist mittlerweile verheiratet und an der Aufklärung der alten Geschichte nicht interessiert. Sie erzählt eine weitere Version, doch Lila glaubt auch ihr nicht recht. Doch sie erhält einen entscheidenden Hinweis, nimmt Kontakt zu Pria auf. Pria hatte an diesem schicksalhaften Abend, als Jack starb, eine Party gegeben. Auch sie nimmt eine Schlüsselposition ein. Endlich kommt Lila der Wahrheit näher. Sie setzt Susanne damit massiv unter Druck und endlich gesteht diese, Briefe von Aaron erhalten zu haben. Lila weiß nun, wo sie Aaron suchen kann. Sie muss ihn finden, muss auch seine Version der Ereignisse hören, muss wissen, ob er Jack tatsächlich umgebracht hat, wie sie vermutet, damit sie endlich damit aufhören kann, in der Vergangenheit zu leben.

Der vorliegende Roman ist in drei Teile gegliedert. „1987 – Aaron und Suzanne“, „1997 – Lila“ und Lila und Aaron“.
Im ersten Teil erfährt der Leser, wie es zu dem schrecklichen Unfall kommen konnte und kennt somit die Wahrheit. Lila kennt diese jedoch nicht. Sie muss sich damit zufrieden geben, was ihr die Eltern erzählen. Doch sie glaubt ihnen nicht, wird nicht damit fertig, dass ihr Bruder Jack tot und ihr Bruder Aaron verschwunden ist. Die Spurensuche gestaltet sich jedoch schwierig, nimmt Lilas ganze Kraft in Anspruch. Sie bricht ihr Studium ab. Auch auf die Liebe zu ihrem Freund Ben, kann sie sich nicht recht einlassen. Zu vieles aus ihrer Vergangenheit ist nicht aufgearbeitet.
Suzanne und Pria stellen ihre Version des Geschehens sehr unterschiedlich dar, versuchen sich zu rechtfertigen und selbst zu schützen. Lila glaubt, dass nur Aaron, weil er ihr Bruder ist, die Wahrheit sagen wird.
Die Autorin zeichnet die einzelnen Charaktere dabei sehr glaubhaft. Es sind Menschen mit Fehlern, Schwächen und inneren Widersprüchen. Sie geht sehr genau auf die Gefühle der Akteure ein und ihre Beziehungen zueinander. Besonders Lilas innere Zerrissenheit und ihre Verzweiflung werden sehr deutlich.

Rezension von Heike Rau

Joanna Hershon
Mondschwimmen
Aus dem Amerikanischen von Jörn Ingwersen
301 Seiten, Taschenbuch
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-7466-1348-5
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