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Autor: hera

Antje Wagner: Vakuum

Antje Wagner: Vakuum

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Warum Kora im Jugendgefängnis ist, verrät sie niemanden. Die Spekulationen lässt sie ins Leere laufen. Kontakt sucht sie nicht, auch wenn sie sich in der Zelle mit ihrer Mitbewohnerin irgendwie arrangieren muss. Auch eine Ausbildung, um wenigstens irgendwie den Tag sinnvoll zu nutzen, macht sie. In der wenigen Zeit, die sie trotz der Vorgaben doch so verbringen kann, wie sie es möchte, wäre sie gerne allein. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal ihre Ruhe zu haben. Dieser Wunsch geht auf seltsame Weise in Erfüllung. Als sie sich beim Hofgang für einen Moment abwendet und dann wieder zurück über den Hof blickt, ist sie allein. Alle sind weg. Niemand ist auf dem Hof, niemand in den Gebäuden. Es gibt keine Insassen und keine Wachen mehr.

So wie Kora geht es noch einigen anderen jungen Leuten. Es ist als wäre die Zeit stehengeblieben. Alles ist, wie es eben noch war, aber die Menschen sind weg. Tamara erwischt es im Zug, als sie auf dem Weg nach Mannheim ist. Leon und seine Schwester Alissa verlieren ihre Freunde bei einem Campingausflug, um dann wenig später festzustellen, dass auch sonst niemand mehr da ist. Und dann ist da noch Hannes, der gerade eine Idee für eine neue Horrorgeschichte hat, als er feststellt, dass alles viel zu ruhig ist.

Es scheint ein Zufall zu sein, dass diese fünf jungen Leute zusammenkommen. Doch nach und nach, auf einem Weg durch ein seltsames Grauen, wird klar, dass eine Verbindung besteht. Es geht hier vor allem um Psychologie und um Erlebnisse, die nicht aufgearbeitet worden sind. Um das klar zu machen, wagt die Autorin den Gang bis ins Übernatürliche. Das ist wirklich gut gemacht.
Die Charaktere wirken sehr authentisch. Was jeder empfindet, was ihm zu schaffen macht, was unausgesprochen blieb und warum, wird in der Geschichte sehr glaubhaft aufgearbeitet. Das zeichnet dieses Buch aus, das dadurch sehr viel Stoff zum Nachdenken bietet.

Rezension von Heike Rau

Antje Wagner
Vakuum
304 Seiten, gebunden
Bloomsbury Verlag, Berlin
ISBN-10: 3827054370
ISBN-13: 978-3827054371
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Ina Sperl: Die Vielfalt kehrt zurück – Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren

Ina Sperl: Die Vielfalt kehrt zurück – Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren

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Alte Gemüsesorten wie die Pastinake oder die Wurzelpetersilie sind mittlerweile auf Wochen- oder in Supermärkten zu finden. Die Vielfalt könnte allerdings sehr viel größer sein.

Wer einen eigenen Garten hat, hat es da schon ein bisschen leichter. In manchen dieser Gärten werden Raritäten gehegt und gepflegt und vor allem erhalten.
Im diesem Buch werden engagierte Gemüsegärtner vorgestellt, dies sich dieser Philosophie verschrieben haben. Ihre Arbeit stellt Ina Sperl, die selbstständige Journalistin ist, in spannenden Reportagen vor und macht damit Lust auf die fast vergessenen Gemüsesorten.

„Rattenschwanzradies“, „Rote Hirschzunge“, „Schluddererzen“, „Forellenschuss“ oder „Baumspinat“? Das sind einige Pflanzen, die in diesem Buch vorgestellt werden. Bei anderen, wie der Kartoffel und der Tomate, geht es eher um die ungeahnte Sortenvielfalt.

Die Gemüsegärtner stellen vor, was sie anbauen und streichen die Besonderheiten der Gemüsesorten, auch der regionalen Sorten, heraus. Ihre Liebe zur Natur wird dabei deutlich. Meist engagieren sie sich Initiativen und Vereinen, die sich für Sortenvielfalt und gentechnikfreies Saatgut einsetzen und produzieren auch selbst Saatgut.

Jedem Hobbygärtner, aber auch dem Balkongärtner, wird es Spaß machen, im Buch zu blättern und sich inspirieren zu lassen. Man erfährt viel Wissenswertes zum Gemüseanbau alter Sorten, erhält aber auch zahlreiche Informationen. Was zeichnet alte Sorten aus? Wie ist das mit dem Sortenschutzgesetz? Viele Fragen werden hier beantwortet.

Der Schwerpunkt der Reportgagen liegt immer bei einer Gemüsesorte, die dem jeweiligen Gärtner besonders am Herzen liegt. Hier gibt es dann auch noch einmal spezielle Ratschläge zum Anbau, zur Pflege und zur Ernte. Mitgeliefert wird auch immer ein Rezept.

Das Buch ist sehr schön gestaltet und mit sehr viel ansprechendem Bildmaterial versehen. Hier sieht man sie, die Gärtner, die Gärten und natürlich die Gemüsesorten. Man hat hier als nicht nur ein Lesebuch, sondern auch ein praktisches Arbeitsbuch. Es inspiriert und hilft bei der Umsetzung der entstanden Pläne zum Anbau von fast vergessenen Gemüsesorten.

Rezension von Heike Rau

Ina Sperl
Die Vielfalt kehrt zurück – Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren
176 Seiten, gebunden
Verlag Eugen Ulmer
ISBN-10: 3800178982
ISBN-13: 978-3800178988
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Jonathan Stroud: Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe (Band 1)

Jonathan Stroud: Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe (Band 1)

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Lucy Carlyle hat eine Begabung, Geister zu sehen und deren Stimmen zu hören. Es gelingt ihr bei der Agentur Lockwood & Co. eingestellt zu werden. Neben Anthony Lockwood gehört noch George Cubbins zum Team. Alle drei wohnen zusammen in Lockwoods Haus. Hier ist auch die Agentur untergebracht.

Der erste Fall, bei dem Lucy dabei ist, geht gründlich schief. Bei dem Versuch den Geist einer jungen Frau zu bannen, brennt das Haus der Auftraggeberin ab. Die Agentur Lockwood & Co. wird auf Schadenersatz verklagt. Allerdings verfügt Anthony Lockwood nicht über die geforderte Summe und es scheint auch nicht möglich, diese innerhalb der gesetzten Frist von vier Wochen aufzutreiben. Außer – das Geheimnis um die tote junge Frau wird gelüftet und ihr Mörder gefunden. Lucy hat eine Kette der Toten mitgehen lassen, deren Gravur vielleicht ein Hinweis geben kann.

Zu diesem Zeitpunkt kommt unerwartet ein Auftrag herein. Auftraggeber ist der Fabrikant John William Fairfax, der ein Anwesen besitzt, das von Geistern besetzt gehalten wird. Combe Carey Hall hat einige unheimliche Geheimnisse zu bieten, wie George bei seinen Recherchen herausbekommt. Man sollte diesem Ort lieber fern bleiben, denn das alte Anwesen hat schon viele Opfer gefordert. Doch Lockwood hat keine Wahl, denn der Auftraggeber biete an, den Schadenersatz zu übernehmen und damit die Agentur Lockwood & Co. vor dem Ruin zu bewahren.

Zunächst verwendet der Autor viel Zeit darauf, in die Handlung hineinzuführen und den Leser mit den Charakteren bekannt zu machen. Die Agenten der Agentur Lockwood & Co. sind Jungendliche, die über Fähigkeiten verfügen, die Erwachsene nicht mehr haben. Von Geistern und Erscheinungen heimgesuchte Häuser gibt es im ganzen Land in großem Ausmaß und die Hilfeersuchen an Agenturen, die es verstehen, Geister zu bannen, sind zahlreich.

Die Fälle haben es in sich und so werden auch Lockwood, George und Lucy auf eine harte Probe gestellt und mit ihnen natürlich auch der Leser. Das Buch ist gruselig und unheimlich spannend.
Die Ausdrucksweise, derer sich der Autor bedient, trägt dem Rechnung. Das Geheimnisvolle und Unerklärliche ist immer spürbar. Der Leser wird hineingezogen in eine Geschichte voller übernatürlicher Erscheinungen und seltsamer Phänomene. „Die seufzende Wendeltreppe“ macht Lust auf weitere Fälle der Agentur Lockwood & Co. und ist damit ein guter Einstieg in diese als Fortsetzungsreihe angelegte Geschichte.

Rezension von Heike Rau

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe (Band 1)
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß und Gerald Jung
432 Seiten, gebunden
cbj, München
ISBN-10: 3570156176
ISBN-13: 978-3570156179
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Jesmyn Ward: Vor dem Sturm

Jesmyn Ward: Vor dem Sturm

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Die Mutter lebt nicht mehr. Sie ist bei der Geburt von Junior, der heute 7 Jahre alt ist, gestorben. Versorgt wurde der Kleine von seinem Vater und später von den beiden Brüdern Skeetah und Randall und seiner Schwester Esch. Das Leben ist hart und von Sorgen geprägt. Und nun braut sich über dem Mississippi-Delta auch noch ein Hurrikan zusammen.

Der Vater hält die Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bis ein Unfall ihn davon abhält und auch davon die baufällige Hütte zwischen alten Autoteilen, Wildwuchs und einer Schar Hühner, wetterfest zu machen.

Skeetah hat auch noch seine Pitbull-Hündin und ihre Welpen durchzubringen. Randall hat die Hoffnung auf eine Karriere als Basketballprofi noch nicht aufgegeben. Die 15-jährige Esch muss in dieser Zeit vor dem Sturm feststellen, dass sie schwanger ist.

Seit die Mutter gestorben ist, muss sich jeder zunächst selbst um seine Probleme kümmern und irgendwie dazu beitragen, dass die Familie zusammenhält und überlebt. Und tatsächlich stehen alle zusammen, als es wieder einmal darauf ankommt.

Es ist die Art und Weise wie diese Geschichte erzählt wird, die beeindruckt. Die Trostlosigkeit in der die Familie, wird überspielt mit den Wünschen und Hoffnungen der Charaktere, die nicht wirklich eine Chance haben.

Die Geschichte wird aus der Sicht Eschs erzählt, die wohl am wenigsten in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern und die ihre Sehnsucht nach ein bisschen Liebe teuer bezahlen muss. Sie ist eine gute und emotional tiefgehend beschreibende Beobachterin.

Das Buch ist traurig und ernüchternd. Der Hurrikan nimmt der Familie auch das Wenige noch, dass ihr gehört. Ein Neuanfang wird noch härter sein, als das bisherige Leben, denn jetzt ist die Familie auch noch auf andere angewiesen. Aber möglicherweise wächst aus Freundschaft und Zusammenhalt doch wieder etwas heran.

Rezension von Heike Rau

Jesmyn Ward
Vor dem Sturm
Aus dem Englischen von Ulrike Becker
320 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 3888978610
ISBN-13: 978-3888978616
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T. Coraghessan Boyle: San Miguel

T. Coraghessan Boyle: San Miguel

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San Miguel, vor der Küste Kaliforniens gelegen, ist das, was man eine einsame Insel nennt. Überredet von ihrem Ehemann, beginnt Marantha hier im Jahre 1888 mit ihm und ihrer Stieftochter ein neues Leben, in der Hoffnung, es möge ihrer Gesundheit zuträglich sein. Ab und an bessern sich die Symptome der Schwindsucht tatsächlich, aber bald wird klar, dass es auch auf der Insel keine Heilung geben wird. Die Arbeit auf der Farm mit den Schafen ist hart. Das Wetter ist unberechenbar. Es gibt keinerlei Komfort. Die Sehnsucht nach dem Leben in der Stadt wächst ins Unermessliche. Die alltägliche Monotonie und vor allem auch die Einsamkeit machen ihr zu schaffen. Sie erträgt das Leben hier nicht und ihrer Adoptivtochter Edith, die 14 Jahre alt ist, geht es genauso. Doch sie wird viel mehr Zeit auf der Insel verbringen, als ihre Stiefmutter, weil der Stiefvater sie dazu zwingt.

Jahrzehnte später kommt wieder eine Frau auf die Insel. Elise Lester begleitet ihren Mann hierher. Die beiden behalten ihre Liebe und ihr Glück und lassen sich von der schweren Arbeit nicht unterkriegen. Sie genießen die einsamen Momente, die Natur und die Geborgenheit, die sie sich schaffen. Zwei Kinder werden geboren und wachsen auf der Farm auf. Sogar die Presse wird aufmerksam auf die einsam lebende Familie und das mitten in der Weltwirtschaftskrise. Was nach außen hin so idyllisch wirkt, ist das Ergebnis harter Arbeit und der Bereitschaft, Entbehrungen hinzunehmen. Die Jahre kommen und gehen und es wird immer schwerer, das Glück festzuhalten.

Drei Geschichten werden erzählt. Marantha, Edith und Elise stehen jeweils im Mittelpunkt. Für jede bedeutet San Miguel etwas anderes. Für die eine ist es die Hölle, für die andere ein steiniger Weg in ein selbstbestimmte Leben und für die Dritte das wahre Glück. Diese Unterschiede zu sehen, diese verschiedenen Lebensentwürfe, ist sehr spannend. Man nimmt teil am Leben der Frauen, das der Autor auf eine sehr ruhige und melancholische Art schildert. Immer wieder scheint es, als versuche die Insel, ihnen die Hauptrolle streitig zu machen. Glück, selbst wenn man glaubt, es für immer zu haben, scheint doch vergänglich zu sein. Es gibt so vieles, das als gegeben hingenommen werden muss.

Historische Fakten liegen dem Buch zugrunde. Diese hat der Autor aneinander gewoben und mit seiner Fantasie zu einer lebendigen Erzählung aufgefüllt, die berührt.

Rezension von Heike Rau

T. Coraghessan Boyle
San Miguel
Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren
448 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446243232
ISBN-13: 978-3446243231
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Paul Grote: Tödlicher Steilhang – Mord an der Mosel

Paul Grote: Tödlicher Steilhang – Mord an der Mosel

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Nach der Trennung von seiner Frau kommt Georg Hellberger bei einem Freund unter, der ein Weingut an der Mosel hat. Hellberger gibt vor, sich eine Auszeit genommen zu haben, denn auch seinen Job als Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma hat er nach einer Übernahme aufgeben müssen. Alles was ihm geblieben ist, sind Unterlagen, die diese Firma in keinem guten Licht erscheinen lassen. Deshalb wird er beschattet und unter Druck gesetzt. Das Weingut erscheint ihm als guter Platz, um sich vom allgegenwärtigen Stress zu erholen.
Damit, dass sein Gastgeber Stefan Sauter nach Italien reisen muss, hat er nicht gerechnet. Aber er beginnt dennoch so etwas wie ein Praktikum, um das Geschäft mit dem Wein kennenzulernen. Dass ganz in der Nähe ein Winzer in der Mosel ertrunken ist, gibt ihm zu denken. Ein weiterer, der schon verprügelt worden ist, kommt später in seinem Weinberg zu Tode. Ganz leise macht sich der Verdacht in Hellberger breit, dass Sauter damit etwas zu tun haben könnte. Hellberger hat eine Lizenz als Privatdetektiv. Ablenkung von den eigenen Problemen tut ihm gut. Also beginnt er, die Umstände der Todesfälle, die ja möglicherweise Mordfälle sind, zu untersuchen.

Man sieht es gleich. Dass wird nichts mit dem Sabbatjahr. Georg Hellberger ist zwar ausgebrannt, und eigentlich zu nichts mehr in der Lage, aber bei Mord und Totschlag springt der Motor wieder an. Allerdings sind die Fälle um die Winzer kompliziert. Es steht auch überhaupt nicht fest, ob beide ermordet worden sind. Motive sind auch nicht so einfach ersichtlich. Es gibt aber Feindschaften zwischen den Familien und auch mögliche politische Verwicklungen. Wem nützt der Tod von Peter Albers, der einen Rechtsstreit ausgerechnet mit Stefan Sauter hatte und wem der von Helmut Menges, der Vorsitzende einer Bürgerinitiative war? Es geht also nur langsam voran mit Georg Hellbergers Ermittlungsarbeit. Dennoch ist der leicht lesbare und insgesamt gut gemachte Krimi unterhaltsam, besonders für diejenigen, die Interesse am Weinanbau an der Mosel mit ihren Steilhängen haben.

Rezension von Heike Rau

Paul Grote
Tödlicher Steilhang – Mord an der Mosel
416 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423214643
ISBN-13: 978-3423214643
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Eva Reichert und Thomas Sadler: Bioladen-Kochbuch

Eva Reichert und Thomas Sadler: Bioladen-Kochbuch

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Bio-Lebensmittel gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt. Allerdings ist das Angebot begrenzt und es wird nicht so gut präsentiert, weil nun mal auch das normale Angebot auf großem Raum vorhanden ist.
Im Bioladen gilt es Lebensmittel zu entdecken, die noch nicht so bekannt sind oder die von regionalen Erzeugern stammen. Die Autoren des Buches zeigen auf, worauf man seinen Blick richten sollte. Lebensmittel werden also vorgestellt und gleich in Rezepten verarbeitet.

Zunächst wird aber eine kleine Vorratshaltung vorgeschlagen. Es gibt ja Dinge, die man immer zu Hause haben sollte wie etwa Nudeln, Öl und Gewürze.
Die dann vorgestellten Lebensmittel sind in Produktgruppen unterteilt. Die Kapitel beginnen mit einer Warenkunde. Dann werden Höfe vorgestellt, die Entsprechendes anbauen und weiterverarbeiten oder eben Nutzvieh halten. Danach folgt der Rezeptteil.

Sehen wir uns das Kapitel über Getreide & Reis näher an. Angeboten werden hier auch Grieß, Schrot, Grütze, Mehl und Flocken, wobei auch küchenfertige Teige im Kühlregal zu haben sind. Die Nudeln können auch mal aus Mais, Hirse, Quinoa oder Buchweizen sein.
Neben Getreide sind also auch die Pseudogetreide von Interesse wie zum Beispiel Canihua. Schade ist, dass die Fotos mehr eine illustrierende Aufgabe haben. Ob Canihua auch auf einem der Fotos zu sehen ist, ist für denjenigen, der es nicht kennt, nicht auszumachen.
Vorgestellt wird der Biohof Lex in der Nähe von Erding. Hier werden zum Beispiel Dinkel, Weizen, Buchweizen und Hirse angebaut.
In den Rezepten findet man „Cremige Tsampa-Suppe“, „Pasta mit Rucola-Zitronen-Pesto“, „Sahnige Hirsecreme“ und mehr. Einige dieser Rezepte sind mit einem Foto der fertigen Speise versehen.

In den weiteren Kapiteln geht es um Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh & Seitan, um Kartoffeln, Asia-Spezialitäten, Gemüse, Fleisch, Ruck-zuck-fertig-Produkte und um Obst & Nüsse.

Das Buch macht Lust darauf, sich im Bioladen umzusehen und Neues zu entdecken. Die Frage, wie diese Lebensmittel dann zu verarbeiten sind, stellt sich nicht, da ja die passenden Rezepte mit dem Buch gleich mitgeliefert werden.

Rezension von Heike Rau

Eva Reichert und Thomas Sadler
Bioladen-Kochbuch
192 Seiten, gebunden
TRIAS Verlag
ISBN-10: 3830464444
ISBN-13: 978-3830464440
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Cornelia Schinharl: Suppen, die glücklich machen

Cornelia Schinharl: Suppen, die glücklich machen

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Suppen sind beliebt. Meist sind sie einfach zuzubereiten und dennoch sehr abwechslungsreich. Der Hunger wird gestillt, der Bauch gewärmt. Frau Schinharls Suppen können noch mehr. Sie machen glücklich. Na, dann wollen wir doch mal sehen!

Die Grundlage für die Suppen, also die Gemüsebrühe, Fleischbrühe und der Fischfond, werden natürlich selbst gemacht. Das ist aufwändig. Aber wer es einmal gemacht hat, wird den Unterschied zur gekörnten Fertigbrühe mit ihren teils nicht in besonders gutem Ruf stehenden Zutaten bemerken. Und für alle, die tatsächlich mal keine Zeit haben, gibt es ja die Blitz-Brühe aus Hackfleisch.

Das Buch ist nach Jahreszeiten untergliedert, beginnend mit dem Frühling. Hier werden frühlingsfrische Suppen vorgestellt, darunter „Brennnesselsuppe mit Grünkern“, „Spargelcremesuppe mit Kerbel“ und „Rhabarbersuppe mit frittierten Reisbällchen“.
Es folgt der Sommer. Eine heiße Suppe muss es jetzt nicht unbedingt sein. Deshalb findet man hier auch Erfrischendes wie „Gurkensuppe mit Dill-Pistou“ und „Beerenkaltschale mit Vanilleschmand“.
Unter den Herbstsuppen findet man insbesondere immunstärkende Suppen. Hierzu gehören die „Hühnersuppe mit Nudeln und Erbsen“ und die „Kartoffelsuppe mit Lauch und Meerrettich“.
Im Winter dann darf es natürlich etwas gehaltvoller sein. Wie wäre es mit „Gulaschsuppe mit Wintergemüse“, „Linsensuppe mit Fenchel und Bratwurst“ oder „Sauerkrautsuppe mit Apfel und Fisch“?

Suppenkochbücher sind genug auf dem Markt. Aber dieses hebt sich von der Masse doch ab. Die Suppen sind sehr abwechslungsreich. Das liegt auch am Mitgehen mit den Jahreszeiten und den dann saisonal zur Verfügung stehenden Gemüsesorten. Die interessante Würzung und die Verwendung vieler Kräuter gefallen gut. Einfache Suppen werden durch Toppings oder bestimmte Einlagen aufgewertet.

Die Rezeptanleitungen sind gut gemacht und auch übersichtlich gehalten. Gekocht wird für 4 Personen. Der zu veranschlagende Zeitbedarf ist angegeben und liegt meist zwischen 30 und 60 Minuten.
Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet. Die Fotos sind allesamt Hingucker!

Fazit: Ja, es stimmt. Suppen können glücklich machen! Bei mir ist eine süße Suppe der Favorit und zwar die „Beerenkaltschale mit Vanilleschmand“.

Rezension von Heike Rau

Cornelia Schinharl
Suppen, die glücklich machen
Fotos von Alexander Walter
144 Seiten, broschiert
Franckh Kosmos Verlag
ISBN-10: 3440134172
ISBN-13: 978-3440134177
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Stefan Moster: Die Frau des Botschafters

Stefan Moster: Die Frau des Botschafters

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Er hat Oda von seinem Boot aus gesehen. Beim ihrem ersten Versuch zu angeln. Und wirft ihr dann einen Fisch auf den Bootssteg. Die Frau des Botschafters nimmt das Geschenk an. Weil der Fischer sie immer wieder mit einem Fang versorgt, passt sie ihn ab und lädt ihn, um sich zu revanchieren, zu einem Empfang ein. Dafür lädt er Oda wiederum zu einer Bootstour ein. Sie bekommt heraus, wo Klaus Koskinen wohnt und ist fasziniert von dem gelb gestrichenen Holzhaus und seinem einfachen und doch zufriedenen Leben. Eine Freundschaft beginnt, sich zu entwickeln.

2000 km muss Oda überwinden, um zu ihrem Sohn nach Deutschland zu kommen, seit sie mit ihrem Mann in der Botschaft in Helsinki wohnt. Felix lebt in einem Heim. Ihn zu Hause zu pflegen, lässt seine Behinderung nicht zu. Als der Junge dann auch noch zu erblinden droht, beschließt sie, ihm noch etwas zu zeigen. In Klaus findet sie jemanden, der sie unterstützt.

Der Autor lässt die Geschichte von einem Bibliothekar erzählen. Er fungiert als Bindeglied zwischen den Figuren. Insbesondere Oda liegt ihm am Herzen, auch wenn seine Gefühle nicht erwidert werden. Vielleicht ist er dadurch voreingenommen, vielleicht auch nicht.

Oda hat ihren Job aufgegeben, um an der Seite ihres Mannes zu sein. Er entwickelt sich weiter, während sie auf der Stelle tritt. Sie erfüllt die Aufgaben, die sich für sie als Frau des Botschafters ergeben. Doch immer mehr wird sie von Langeweile erfüllt. Es ist sicher kein Ausbruchsversuch, den sie startet. Dazu ist Oda nicht spontan genug, aber ein bisschen eigenes Leben, versucht sie sich zurückzuerobern und das wieder in den Vordergrund zu rücken, was ihr persönlich wichtig ist. Und hier bindet sie ihren Sohn und den neu gewonnenen Freund mit ein.

Es ist ein Buch, das nachdenklich stimmt, weil es sehr gekonnt vielen Fragen nachgeht, die bewegen. Es geht um Werte im Leben, um die Entwicklung der Persönlichkeit, um die Bedeutung von Freundschaft und Liebe.

Rezension von Heike Rau

Stefan Moster
Die Frau des Botschafters
320 Seiten, gebunden
Mareverlag, Hamburg
ISBN-10: 3866481705
ISBN-13: 978-3866481701
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Holm Friebe: Die Stein-Strategie – Von der Kunst, nicht zu handeln

Holm Friebe: Die Stein-Strategie – Von der Kunst, nicht zu handeln

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Manche Dinge erledigen sich von selbst. Es ist im Grunde nicht erforderlich, zu handeln, schon gar nicht vorschnell. Dennoch können viele Menschen in bestimmten Situationen eben nicht stillhalten. Sie können es nicht ertragen, nicht einzugreifen. So entsteht Stress, der eigentlich vermieden werden könnte. Und das Ergebnis ist auch nicht immer das erwünschte. Durch unüberlegtes Handeln spitzt sich die Lage nicht selten sogar dramatisch zu.

Der Autor stellt dar, wie sich das Problem durch ganze Wirtschaftzweige und auch die Politik zieht. Dieser Zwang sofort zu handeln, immer zu schauen, was verändert werden und besser gemacht werden kann und sich ständig zu rechtfertigen, bringt meist keinen Vorteil mit sich. Besser ist es, Ruhe zu bewahren und den Dingen auch mal ihren Lauf zu lassen.

Von der Kunst Seiten zu füllen, ohne viel zu sagen … Der Autor scheint, die Stein-Strategie auch auf dieses Buch angewendet zu haben, denn inhaltlich überzeugt es nicht ganz. Zwar kann man nachlesen, wann sich die Methode, insbesondere im großen Rahmen, bewährt hat, aber ob man da groß Voraussagen treffen kann, oder ob hier nicht eher der Zufall mitgespielt hat, lässt sich nicht immer feststellen. Natürlich ist es wichtig, mit Bedacht zu handeln, statt kopflos und unüberlegt. Aber ist diese Erkenntnis neu?

Tatsache ist, dass es mit der Umsetzung der Strategie oft hapert. Also ist es sicher nicht schlecht, mit dem Buch die Stein-Strategie wieder ins Bewusstsein zu rufen, sich auf Bewährtes zu besinnen, statt dem Fortschritt nachzujagen, Ruhe zu bewahren, statt vorschnell und unüberlegt zu handeln und zu schweigen, wo es nichts zu sagen gibt. Das dürfte tatsächlich für mehr Ruhe, Gelassenheit und weniger Stress sorgen. Und damit für eine Entschleunigung der Zeit. Vielleicht ist dann auch wieder mehr Platz für die schönen Dinge im Leben.

Rezension von Heike Rau

Holm Friebe
Die Stein-Strategie – Von der Kunst, nicht zu handeln
216 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446436774
ISBN-13: 978-3446436770
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