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Autor: hera

Johannes Gutmann: SONNENTOR – Leben und genießen mit Kräutern und Gewürzen

Johannes Gutmann: SONNENTOR – Leben und genießen mit Kräutern und Gewürzen

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Der Österreicher Johannes Gutmann ist der Gründer und Geschäftsführer des SONNENTOR Kräuterhandels. In diesem Buch erzählt er die Gründungsgeschichte auf eine sehr persönliche Art und Weise. Seine Wertschätzung gilt auch seinen Wegbegleitern, also der Familie, den Mitarbeitern und den Kräuterbauern beispielsweise. Heimatverbundenheit ist ihm wichtig. Die Gründe dafür werden sehr bildhaft dargestellt.

Natürlich ist es eine Form der Selbstdarstellung, aber auch eine Möglichkeit die Firmenphilosophie deutlich zu machen. Und selbstverständlich ist das Buch als Werbung zu verstehen. Aber es ist eine sehr unaufdringliche Werbung, zumindest für Interessierte und Fans der SONNENTOR-Produkte, die auch in Deutschland zu haben sind.

Mit im Buch ist eine Kräuter- & Gewürzkunde, die sich sehr interessant liest. Was folgt sind Porträts verschiedener Kräuter, die von SONNENTOR angebaut werden. Man liest hier über Apfelminze, Frauenmantel, Holunderblüten, Ringelblumen, Zitronenverbene, Schafgarbe und vielen weitere. Gemischt werden die Kräuter zu Tees, die sich Glückstee, Kräuterzauber oder Blütenmischung nennen.
Dass Tee auch zum Essen passt, wie etwa ein guter Wein, wird in einem weiteren Kapitel bewiesen. Es wird genau erklärt, welcher Tee ein entsprechendes Gericht perfekt ergänzen kann. Das ist unbedingt herauszustreichen, denn das ist das Besondere am Buch.

Auch Gewürze werden in Porträts vorgestellt, darunter Kardamom, Kreuzkümmel, Koriander, Lorbeer und Majoran. Verschiedene Gewürzmischungen sind ebenfalls im Handel, vom Fischgewürz, über die indische Gewürzmischung bis hin zum bunten Pfeffer.
Es folgt eine Reihe von Rezepten, die man nachkochen kann. Die Auswahl ist bunt und umfasst Sonnentor Adventspunsch, Waldviertler Steinpilzsuppe, Weißmohntörtchen mit Weichseln und vieles mehr.

Man wird mit dem Buch also gut eingeführt in die Welt der Kräuter und Gewürze. Man lernt die SONNENTOR-Produkte kennen und kann einmal hinter die Kulissen schauen, was Produktion und Handel betrifft. Das Buch hat viele ganzseitige, sehr stimmungsvolle Illustrationen und ist damit nicht nur informativ, sondern auch schön anzusehen.

Rezensionen von Heike Rau

Johannes Gutmann
SONNENTOR – Leben und genießen mit Kräutern und Gewürzen
222 Seiten, gebunden
Verlag Eugen Ulmer
ISBN-10: 3800176807
ISBN-13: 978-3800176809
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Matthias Sodtke: Bist du krank, Rolli-Tom?

Matthias Sodtke: Bist du krank, Rolli-Tom?

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Hase Nulli liegt gemütlich in der Hängematte und liest. Auch Frosch Priesemut möchte gerne mal eine Runde abhängen, aber Nulli lässt ihn nicht. Dann wird Priesmut abgelenkt. Es klingelt. Als Nulli hört, dass es sein alter Schulfreund Tommi ist, springt er natürlich sofort aus der Hängematte. Die Freunde begrüßen sich herzlich. Aber Priesmut wundert sich schon, dass Tom in einen seltsamen rollenden Stuhl sitzt und fragt, ob das ein Zauberstuhl ist. Begeistert von diesem Wort fährt Tom gleich ganz geschickt eine „8“ um Nulli und Priesemut.

Es dauert, ehe Nulli begreift, dass Tom nicht zum Spaß im Rollstuhl sitzt. Von da an ist er sehr befangen. Er weiß gar nicht, wie er mit dem Freund umgehen soll. Und weil Priesemut den Ernst der Situation gar nicht zu erkennen scheint, beginnen Frosch und Hase zu streiten. Priesemut zieht sich schließlich zurück. Nulli kümmert sich allein um Tom. Er gibt sein Bestes, bietet Tom etwas zum Trinken im Schnabelbecher an und den extra zubereiteten Möhrenbrei will er ihm sogar füttern. Doch das kommt bei Rolli-Tom gar nicht gut an. Er möchte nicht behandelt werden, als wäre er krank.

Auch das ist wieder eine schöne Geschichte aus dem Alltag. Nulli und Priesemut werden mit einer Situation konfrontiert, die neu für sie ist. Beide verhalten sich ganz unterschiedlich. Priesemut schätzt die Situation falsch ein. Nulli gibt sich über alle Maßen besorgt und fürsorglich und glaubt, damit das Richtige zu tun. Und Tom schweigt zunächst. So entstehen Missverständnisse, die ausgeräumt werden müssen.

Der Autor nähert sich dem Thema also auf sehr direkte, aber eben auch auf die bekannte humorvolle Art und Weise. Feinfühligkeit schließt diese Direktheit nicht aus. Die Gefühle und Gedanken der drei Figuren werden nicht nur durch den Text verdeutlicht, sondern auch sehr schön durch die Bilder. Mimik und Gestik sind wie immer sehr deutlich. Schön ist auch, dass die drei sich wieder zusammenraufen und dann bei einer gemeinsamen Unternehmung richtig viel Spaß haben. Das Buch ist damit für Kinder sehr anschaulich gemacht. Es zeigt, wie wichtig es ist, aufeinander zuzugehen.

Rezensionen von Heike Rau

Matthias Sodtke
Bist du krank, Rolli-Tom?
Band 17. Nulli und Priesemut
72 Seiten, gebunden
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311796
ISBN-13: 978-3830311799
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Nina Blazon: Zweilicht

Nina Blazon: Zweilicht

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Jay ist nach dem Tod seines Vaters als deutscher Austauschschüler nach New York gekommen. Er wohnt bei seinem Onkel, der eine Motorradwerkstatt hat, und seinem Cousin Aidan. Er weiß nicht, dass er nachts manchmal Gesellschaft hat. Mo, das Mondmädchen, wagt das Verbotene und nimmt seine Träume wahr. Er könnte sie einfangen mit seiner Magie. Aber Mo gibt nichts auf die Warnungen. Dabei ist es ein Regelverstoß. Die Töchter des Mondes dürfen keinen Kontakt zu einem Menschen aufnehmen. Es könnte beide das Leben kosten.

Doch Jay verliebt sich in eine andere. Er lernt Madison an der Schule kennen und gewinnt sie bald für sich. Innerhalb kurzer Zeit ist ein Kinobesuch geplant.
Jay begegnet noch einem anderen Mädchen. Offenbar sieht sie außer ihm aber niemand. Geht man nach ihrem Aussehen, könnte man sie für ein Elfenmädchen halten. Sie heißt Ivy. Sagt ihm, dass er in Gefahr ist und nennt einen Namen, den Jay schon von seinem verstorbenen Vater Robin gehört hat: Wendigo. Sie stiehlt im sein Zweiherz-Amulett und nennt es Robins Kette. Demnach müsste sie seinen Vater kennen. Jay glaubt das nur zu gern. So zeigt ihm Ivy eine ganz andere Welt und gibt Jay zu verstehen, dass er bisher in einer Trugwelt gelebt hat.

Die Geschichte ist sehr außergewöhnlich. Für Jay bricht jede Normalität zusammen. Einem Albtraum gleich ist das Geschehen, in dem auch traumhaft schöne Momente Platz finden. Man muss sich einlassen können auf dieses Abenteuer. Denn am Anfang fällt die Orientierung schon ein wenig schwer. Die Geschichte hat etwas Unheimliches, Unwirkliches und Bizarres. So sind auch die Charaktere mehr als undurchsichtig. Selbst die, die Sympathien wecken. Kaum einer spielt mit offenen Karten. Außer Jay natürlich. Er wird als sehr offener Mensch dargestellt und lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. Auch er verirrt sich in der Handlung und braucht Zeit, um zu erkennen, was Wirklichkeit ist.

Man versinkt zwischen Traum und Realität. Entwirrt Rätsel und sieht sich mit neuen konfrontiert. Viele Wendungen sind mehr als überraschend. Das Ganze spielt an interessanten Schauplätzen. Also auch im Hintergrund ist die Story gut entwickelt. Vom Schreibstil her ist auch dieses Buch von Nina Blazon wieder perfekt geschrieben. So wird man auch von dieser ganz besonders geheimnisvollen Geschichte wunderbar unterhalten.

Rezension von Heike Rau

Nina Blazon
Zweilicht
416 Seiten, gebunden
Cbt, München
ISBN-10: 357016117X
ISBN-13: 978-3570161173
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Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Unsere Lieblingsrezepte für Herbst und Winter

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Unsere Lieblingsrezepte für Herbst und Winter

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Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer stellen dieses Mal eine saisonale Küche für den Herbst und den Winter vor. Was man kocht, an die Jahreszeit und die Region zu binden, ist eine empfehlenswerte Sache, auch weil es für Abwechslung im Speiseplan sorgt. Zunächst wird ein kleiner Einblick gegeben, was Saison hat und auf dem Markt zu haben ist.

Das erste Kapitel ist dann auch gleich den Äpfeln gewidmet. Man lernt heimische Sorten kennen. Es gibt „Bratapfel aus der Mikrowelle“, „Apfelschmarrn“ oder „Blutwurst-Apfel-Happen“.
In einem weiteren Kapitel wird der Wirsing in Form von „Wirsingauflauf“ und „Wirsingsuppe“ präsentiert.
Natürlich findet man auch Kürbisrezepte im Buch. Darunter „Kürbisgnocci mit Kernöl“ und „Kürbiskonfitüre“.
Auch Sauerkraut hat im Herbst und im Winter Saison, zum Beispiel als „Paprikafleisch mit Sauerkraut“.
Pilze stehen ebenfalls auf dem Speiseplan. Es gibt unter anderem ein „Grundrezept für gedünstete Pilze“, mit denen man Pfannkuchen füllen kann.
Weiter Kapitel sind den Linsen, dem Wild oder auch dem Wurzelgemüse gewidmet.

Man findet im Buch auch Rezepte aus den Sendungen der vergangenen Jahre. Wer schon Kochbücher der beiden Köche hat, sieht hier also auch bekannte Rezepte wieder. Diese Zusammenstellung gefällt aber sehr gut, gerade wenn man nach Jahreszeiten kochen möchte.

Viele der Gerichte sind auch für nicht besonders geübte Hobbyköche geeignet. Man kann den Kochanleitungen immer sehr gut folgen. Nicht nur, dass diese sehr gut gegliedert sind. Die einzelnen Schritte sind sehr bildhaft beschrieben. Für Köche, die gerne experimentieren bleibt aber genug Raum. Oder man hält sich an die aufwändigeren Rezepte im Buch. Diese Gerichte machen mehr Arbeit und erfordern Erfahrung, lassen sich dann aber auch als Festtagsessen präsentieren.

Zu allen Warengruppen gibt es eine Einführung. Wissenswertes wird unterhaltsam vermittelt, so dass man sich auch an noch nicht Probiertes wagen kann. Auf die einzelnen Gerichte wird man dann in unvergleichlicher Weise eingestimmt, so dass man Lust auf das Nachkochen bekommt.
Abgerundet wird das Angebot mit Getränkevorschlägen. Meist und da wo es passt, ist das eine Weinempfehlung.
Auch dieses Kochbuch ist mit vielen Bildern aufgewertet. Es gibt immer wieder Fotos zu den Gerichten oder auch zur Verdeutlichung einiger Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Rezension von Heike Rau

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer
Unsere Lieblingsrezepte für Herbst und Winter
144 Seiten, broschiert
Egmont Vgs
ISBN-10: 3802537505
ISBN-13: 978-3802537509
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Christopher Ross: Der Ring der McCallums

Christopher Ross: Der Ring der McCallums

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Kathie McCallum lebt nach dem Tod ihres Vaters wieder im Elternhaus bei ihrer Mutter, auch um dieser in ihrem Blumenladen zu helfen. Nun hat Kathie noch einen Job als Fremdenführerin in der Dunblane Cathedral angenommen. Schon am ersten Tag führt sie Reisegruppen durch die Kathedrale. Unter den Besuchern ist ein Mann, der sie vom ersten Augenblich fasziniert. Und auch er scheint von ihr angetan zu sein. Er verwickelt sie in ein Gespräch und lädt sie zum Abendessen ein. Kathie willigt ein. Dann kümmert sie sich erst einmal wieder um ihre Arbeit. Auf der Suche nach einem verlorengegangene Rosenkranz entdeckt sie eine Tür, einer Geheimtür, die möglicherweise nach draußen führt. Beim Öffnen der Tür, wird sie von einer Rückführung überrascht, die sie ins Jahre 1314 führt und Kathie wird bewusst, dass sie schon einmal gelebt hat.

Catharine ist die Tochter des Earls of McCallum, doch trotz seiner Strenge mag sie sich ihm nicht unterordnen. Ohne Erlaubnis verlässt sie Mulberry Castle, um am Ufer des Lochs einen Ausritt zu unternehmen. Glücklicherweise begegnet sie keiner Vorhut der Engländer, wie ihr Vater befürchtet. Dafür aber dem Tempelritter Cameron Dunbar, der in einer geheimen Mission unterwegs ist und in den sie sich verliebt. Diese Liebe kann natürlich keine Erfüllung finden.
Ewan McNair, ein treuer Gefolgsmann ihres Vaters reagiert trotzdem mit Eifersucht. Wenig später wird der Tempelritter des Diebstahls bezichtigt und tatsächlich findet man in seinen Satteltaschen den bedeutungsvollen Ring der McCullums. Obwohl Cameron Dunbar seine Unschuld beteuert, kommt er in den Kerker. Catherine gelingt es, ihn daraus zu befreien und mit ihm in die Highlands zu fliehen.

Die Geschichte, die vor allem in der Vergangenheit spielt, ist abenteuerlich und sehr romantisch. Wobei man sich in den Schreibstil erst einlesen muss. Was anfangs inhaltlich nicht so ganz überzeugt, entwickelt dann immer mehr Spannung. Besonders als Cameron und Catherine auf der Flucht sind. Nicht nur, dass die beiden Verfolger fürchten müssen, auch in die Hände des verfeindeten Douglas-Clans dürfen sie auf keinen Fall geraten. Obwohl die beiden nicht für einander bestimmt sind, wird ihre Liebe immer tiefgreifender, aber eben auch tragischer. Auch dies wird sehr gefühlvoll in Worte gefasst.

Es ist kein klassisches Zeitreiseabenteuer, auch wenn man das nach der Lektüre des Klappentextes annehmen könnte. Kathie reist nicht persönlich ins 14. Jahrhundert. Vielmehr erlebt sie in einem der Ohnmacht ähnlichen Zustand die Vergangenheit wie in einem Traum. Erkennt, dass sie schon einmal gelebt hat und wer der Fremde ist, dem sie in der Gegenwart wiederbegegnet, so dass sich der Kreis schließt. Die Geschehnisse in diesen Rahmen zu stellen gefällt gut.

Rezension von Heike Rau

Christopher Ross
Der Ring der McCallums
304 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter
ISBN-10: 3800055929
ISBN-13: 978-3800055920
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Patrick Ness / Siobhan Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht

Patrick Ness / Siobhan Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht

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Kurz nach Mitternacht ist es. Conor ist nach einem immer wiederkehrenden Albtraum nun wach, als die Eibe in der Nähe des Hauses sich erhebt. Sie wird zum Monster und will Conor holen. Doch Conor hat keine Angst. Das Monster aus seinem anderen Traum ist viel schrecklicher als diese hier.

Am nächsten Morgen muss Conor sich fragen, ob wirklich passiert ist, was er in dieser Nacht erlebt hat oder ob er doch wieder eingeschlafen war und träumte. Er ist allein mit seinen Gedanken und seinem Frühstück, weil es seiner Mutter nicht gut geht. Die Großmutter wird kommen, um sich um alles zu kümmern. Aber Conor versteht sich nicht gut mit ihr. Auch das macht ihm Sorgen.
In der Schule wird er gemobbt. Lily ist die Einzige, die sich für Conor einsetzt. Doch er will ihre Hilfe nicht. Sie hat allen verraten, dass seine Mutter krank ist. Seitdem sehen ihm die Schüler und Lehrer anders an.

Das Monster kommt wieder. Drei Geschichten will es erzählen. Die vierte soll Conor dann selbst erzählen. Nicht irgendeine Geschichte soll es sein. Das Monster will die Wahrheit hören. Und so nimmt das Baummonster immer mehr Raum in seinem Leben ein. So wie seine Mutter schwächer wird, scheint es stärker zu werden. Und umso stärker es wird, umso größer wird die Wut in Conor.

Zunächst etwas zur Entstehungsgeschichte. Patrick Ness hat dieses Buch nach einer Idee von Siobhan Dowd, die 2007 an Krebs starb, geschrieben. Patrick Ness erklärt in einem Vorwort, wie er sich, von dem was vorlag, das sind die Charaktere, ein Exposé und der Anfang, inspirieren lassen und ein eigenes Werk geschaffen hat.

Die Geschichte ist so traurig, dass man manchmal gar nicht weiter lesen mag. Aber es gibt Dinge, denen man sich stellen muss.
Conors Mutter ist schwer krank und Aussicht auf Heilung besteht kaum. Man leidet mit Conor, der zwar nach außen hin stark wirkt, es aber nicht ist. Er bleibt auf der Strecke, weil alles sich um seine Mutter dreht. Verständlicherweise! Er muss, als die Mutter ins Krankenhaus kommt, zu seiner Großmutter ziehen, mit der er sich nicht versteht. Ohne sein Zuhause fehlt ihm jede Rückzugsmöglichkeit. Dem Albtraum kann er nicht entfliehen und auch nicht dem Baummonster.
Conor verspürt keinen Halt mehr. Er hat große Sorge um seine Mutter und Angst vor der Wahrheit. Er spürt Wut und Hilflosigkeit. Das alles kann er kann er zunächst gar nicht erfassen.

Einfühlsam wird beschrieben, wie es Conor geht, wie das Baummonster ihm nicht gerade sanft zum Nachdenken bringt und ihm hilft die die Ursache für seinen schrecklichen Albtraum herauszufinden. Gefühle werden auch über die Bilder transportiert. Die nachtschwarz sind und sehr beklemmend wirken. Ein Buch, das so ausdrucksstark ist, in Wort und Bild, findet man selten.

Rezension von Heike Rau

Patrick Ness / Siobhan Dowd
Sieben Minuten nach Mitternacht
Illustriert von Jim Kay
Aus dem Englischen von Bettina Abarbarnell
216 Seiten, gebunden
cbj, München
ISBN-10: 3570153746
ISBN-13: 978-3570153741
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Christine Schneider: Beeren finden!

Christine Schneider: Beeren finden!

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Wilde Beeren und Nüsse kann man überall finden. Man muss nur darauf achten. Leider ist nicht alles essbar, was an Büschen und Bäumen wächst. Mit dem vorliegenden Buch kann man herausfinden, was man sammeln kann und auch wie man es weiterverarbeitet. Wobei beispielsweise Himbeeren auch einfach so frisch vom Busch genascht werden können.

Zunächst geht es um Grundsätzliches, das man beim Wildfrüchtesammeln beachten muss. Was sind geeignete Stellen? Was braucht man an Erntehelfern? Was zieht man an, wenn man im Wald unterwegs ist? Schließlich muss man sich vor Zecken schützen oder auch dornigem Gestrüpp.

Wichtig ist es, die Beeren zweifelsfrei zu bestimmen. Es gibt schließlich auch Giftiges. Gleich auf den ersten Seiten des Buches findet man Giftbeerenbeschreibungen mit Bildern.

Es folgen die Porträts der Wildfrüchte und Nüsse. Wald-Erdbeere, Himbeere, Brombeere oder Hagebutte sind sicher vielen bekannt. Interessant sind Berberitze, Vogelbeere, Kornelkirsche und Sanddorn. Unter den Nüssen findet man nicht nur Walnuss und Haselnuss, sondern überraschenderweise auch die Buchecker.

In jedem Porträt wird beschrieben, wie man die Pflanze erkennt, wo diese zu finden ist und wann man ernten kann. Der Geschmack der Früchte und Nüsse wird beschrieben. Wenn nötig erhält man gesonderte Hinweise, etwa zur Verwechslungsgefahr mit giftigen Exemplaren. Angeboten wird immer auch ein Rezept. So kann man Kornelkirsch-Konfitüre, Herbsttee, Blumigen Herbstsalat oder Sanddornquark leicht selbst zubereiten.

Mit den kleinen Blitz-Rezepten können die Früchte also, wenn sie nicht pur gegessen werden können oder sollen, schnell verarbeitet werden. (Ich habe die Kornelkirsch-Konfitüre ausprobiert, allerdings ohne Portwein, wie im Rezept angegeben. Auch wenn das Entkernen der kleinen Kirschen aufwendig ist, das ist es wert. Die Konfitüre schmeckt unvergleichlich fruchtig. Dabei sind die Früchte in rohem Zustand durch die Gerbsäure nicht sehr schmackhaft.)
Im hinteren Teil des Buches gibt es weitere Rezeptvorschläge.

Hat man eine reiche Ernte zu verarbeiten, kann man die Früchte auch konservieren. Hierzu gibt es ein extra Kapitel. Hier geht es ums Einfrieren, Konfitüre kochen, das Trocknen und mehr.

Das Buch kann man gut zum Sammeln mitnehmen. Es ist klein, handlich und hat einen Schutzumschlag. Es gibt zahlreiche Fotos mit den Früchten und Nüssen in Nahaufnahme. Die Texte sind kurz gehalten und übersichtlich. Ein Porträt mit Foto füllt eine Doppelseite.

Das ist ein klasse Buch. Man wird motiviert, sich in der Gegend, in der man wohnt, aufmerksam umzusehen. Das Angebot an Wildfrüchten ist wirklich nicht schlecht. In vielen Parks wachsen Kornelkirschen und Schlehen, in Hecken an Grundstücken Brombeeren, Hagebutten und Beberitzen. Wer keinen Garten hat, kann sich also auf die Suche nach Wildobst machen und sich in der Natur bedienen.

Rezension von Heike Rau

Christine Schneider
Beeren finden!
95 Seiten, broschiert, mit Schutzumschlag
Verlag Eugen Ulmer
ISBN-10: 3800176602
ISBN-13: 978-3800176601
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Alice Moss: Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?

Alice Moss: Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?

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In Winter Mill beginnt die kalte Jahreszeit in diesem Jahr überraschend zeitig. Es ist klirrend kalt. Man fürchtet einzuschneien und dann von anderen Ortschaften abgeschnitten zu werden. Dabei sind Biker in der Stadt angekommen, die hier nicht gerne gesehen werden. Sie haben ein Zeltlager in der Nähe von Winter Mill. Als dort oben im Wald eine Leiche gefunden wird vermutet Sergeant Wilson einen Zusammenhang. Offiziell spricht er von einem erfrorenen Landstreicher. Dennoch warnt Sergeant Wilson seine Tochter Liz und ihre Freundin Faye McCarron. Der Wald ist ab sofort verbotenes Territorium für die beiden.

Doch die Biker machen nicht Halt vor der kleinen Stadt und so lernen die Mädchen Finn Crowley kennen, der ebenfalls zu den Black Dogs gehört. Es gibt noch einen neuen Jungen in der Stadt. Lucas, der mit seiner Mutter Mercy Morrow zugezogen ist. Er gefährdet beinahe die Freundschaft der beiden Mädchen. Doch letztendlich ist er wohl viel mehr Faye zugetan, die sich aber eher zu Finn hingezogen fühlt.
In der Stadt geht unterdessen Seltsames vor. Der Winter nimmt an Stärke zu und in den Wäldern streichen gefährliche Wölfe umher. Einige Einwohner von Winter Mill verhalten sich merkwürdig. Darunter auch Sergeant Wilson, den man gerade jetzt dringend gebraucht hätte. So kommt es den Jugendlichen zu, hinter das Geheimnis zu kommen.

Anfangs geht es insbesondere um die beiden Mädchen, die sehr auf ihr Äußeres bedacht sind und nichts als modische Klamotten, Styling, Partys und Jungs im Kopf haben. Die Zielgruppe ist damit klar definiert. Wer auf unkomplizierte Weise einfach nur gut unterhalten werden möchte, liegt mit dem Buch richtig. Die Geschichte ist unkompliziert und dennoch spannend. Inhaltlich Neues zum Thema wird nicht geboten.

Hinter das Geheimnis der Geschichte kommt man nicht sofort. Dass die Black Dogs und die Morrows etwas damit zu tun haben, liegt aber auf der Hand. So gibt es einige aufregende Szenen, die die Handlung bestimmen. Dazwischen findet man viele Abschnitte, die wenig aufregend sind. Die Autorin füllt die Geschichte mit Details, die nicht unbedingt nötig sind. Hier geht es insbesondere um die Mädchen, die trotz komplizierter Lage, sehr selbstbezogen sind, und damit einfach jünger, als im Buch angegeben, wirken.

Das Ende ist gut gemacht. Hier wird es richtig spannend. Auch weil es eine Wende gibt, mit der man nicht rechnet. Das ist eine geschickte Überleitung zur Fortsetzung mit dem nächsten Buch.

Rezension von Heike Rau

Alice Moss
Mortal Kiss – Ist deine Liebe unsterblich?
Aus dem Englischen von Anna Serafin
347 Seiten, gebunden
INK Egmont
ISBN-10: 3863960181
ISBN-13: 978-3863960186
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Jutta Richter: Ich bin hier bloß der Hund

Jutta Richter: Ich bin hier bloß der Hund

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Anton ist ein ungarischer Hütehund. Zackelschafe hütet er nun allerdings nicht mehr. Er lebt jetzt bei Friedbert und Emily und ihrer kleinen Tochter. Wie eine Schafherde lassen die drei sich allerdings nicht behandeln. Aber mit der Kleinen kommt er sehr gut klar. Sie teilt sogar ihre Kekse mit ihm oder lässt sich dazu ganz leicht überreden. Sogar kämpfen kann man mit ihr. Mit ein bisschen Training könnte man aus ihr auch einen guten Hütehund machen, so schnell, wie sie auf ihren vier Füßen ist. Aber nein, die Herrschaften sind bestrebt, ihr das Laufen zu lernen.

Katze Mizzi dagegen nervt. Nicht nur, dass sie ihm seine Lieblingsplätze, wie zum Beispiel den auf der Gartenbank streitig macht und dazu auch schon mal ihre Krallen benutzt. Sie wird auch noch von Friedbert und Emily in Schutz genommen. Ungerecht ist das!

Friedbert ist der Rudelführer. Was er sagt, wird gemacht. Nur für einen Hund ist das nicht immer nachvollziehbar. Weil nicht geduldet wird, dass Anton sich wie ein ungarischer Hütehund verhält, muss er zur Hundeschule gehen. Wenigstens bekommt er, wenn er brav ist und sich angepasst verhält, auch wenn es aus Hundesicht Unfug ist, Leckerlis. Und für Schweineohren würde er ohnehin fast alles tun.

Das Familienleben wird hier aus der Sicht des Hundes betrachtet. Es sind die vielen kleinen Begebenheiten aus dem Alltag, die das Buch so liebenswert machen. Missverständnisse zwischen Mensch und Tier werden mit Humor beschrieben. Die kleine Geschichten und Anekdoten sind es wirklich wert, gelesen zu werden.

Die Zeichnungen sind eigentlich recht einfach gehalten. Aber Hildegard Müller versteht es, mit wenigen Strichen der Mimik von Hund und Mensch Ausdrucksstärke zu verleihen.

Es ist ein Kinderbuch. Und für Kinder ist es auch unbedingt zu empfehlen. Aber auch Erwachsenen dürften die kleinen Geschichten gut gefallen. Im Grunde jeder Familie mit Hund.

Rezension von Heike Rau

Jutta Richter
Ich bin hier bloß der Hund
Illustrationen von Hildegard Müller
128 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446237925
ISBN-13: 978-3446237926
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Reinhardt Hess: Pilze & Waldbeeren

Reinhardt Hess: Pilze & Waldbeeren

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Gerade wer saisonal und regional kocht, wir sich an dem erfreuen wollen, was die Natur bietet. Pilze und Waldbeeren sind etwas ganz Besonderes und in der Küche vielseitig einsetzbar. Natürlich muss man sich auskennen und wissen, was man sammeln kann und was nicht. Das vorliegende Buch ist aber kein Bestimmungsbuch. Man muss das entsprechende Wissen haben oder sich aneignen. Ist man unsicher sollte man Fachleute befragen oder eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. Man kann natürlich auch auf dem Markt Ausschau halten und sehen, was man bekommen kann.

Das Buch ist also eher nicht für Anfänger geeignet. Aber wer viele Pilze und Beeren kennt, wird sich über die Vielfalt an Rezepten freuen. Verarbeitet werden zum Beispiel Pilze, die nicht jeder kennt. Habichtspilz, Herbsttrompete, Knoblauchschwindling und Speisemorchel sind darunter.
Die Pilze werden entweder sofort verarbeitet oder haltbar gemacht. Man findet im Buch Rezepte wie „Eingelegte Pilze in Weißweinessig“, „Pilze in Olivenöl und Knoblauch“ oder „Eingelegte Pilze für Saucen und Salate“. An Gerichten gibt es „Knusper-Parasole auf frischem Blattsalat“, „Blätterteigtäschchen mit Waldpilzen und Frischkäse“. Neben den vielen vegetarischen Gerichten findet man aber auch „Pikante Putenröllchen mit Reizkern“ oder „Gebackene Forellen mit Waldpilzen“.

Auch Beeren werden haltbar gemacht und zu „ Kornelkirsch-Konfitüre“, „Holunderbeersaft mit wertvollen Vitaminen“ oder zu „Waldbeeren-Rumtopf aus Wald und Heide“.
Sofort verarbeitet werden die Früchte gerne zu Desserts wie Heidelbeer-Quark mit Birnen und Löffelbiskuits“ oder „Waldbeeren-Grütze mit Zimtsahne“. Es wird auch gebacken, denn es gibt „Waldbeeren auf heißem Hefekuchen“. Getränke sind ebenfalls im Angebot, darunter „Waldbeeren-Milchmix mit gestoßenem Eis und Zimt“. Ebenfalls vorhanden sind Gerichte, unter anderem „Panierter Ziegenkäse mit schwarzem Beerenkompott“ oder „Gekühlte Fischfilets mit Walnuss-Berberitzen-Sauce“.

Man hat also reichlich Auswahl, Pilze und Waldbeeren zu verarbeiten. Es sind sehr kreative Rezepte dabei. Die Seiten sind übersichtlich, die Kochanleitungen gut strukturiert, ausführlich und bestens nachvollziehbar. Zwischen den Rezepten findet man Seiten mit Wissenswertem, etwa zum Pilzesammeln im Allgemeinem. Nachlesen kann man auch Informatives über die Hexenringe. Interessant sind die Texte zu Waldbeeren, frühreife und späte Sorten. Holunder und Schlehdorn haben eigene Kapitel.
Die Seiten sind mit sehr schönen Bildern geschmückt. Die meisten sind aber nicht nur bloße Dekoration, sondern als Ergänzung zu den Rezepten zu sehen. Dargestellt werden fertige Gerichte oder Arbeitsschritte aus den Rezepten. Den Fotos ist eins gemeinsam, sie sind sehr schön gestaltet.

Rezension von Heike Rau

Reinhardt Hess
Pilze & Waldbeeren
Fotos von Alexander Walter
144 Seiten, broschiert
Franckh Kosmos Verlag
ISBN-10: 3440122476
ISBN-13: 978-3440122471
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