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Autor: hera

Ilkka Remes: Ein Schlag ins Herz

Ilkka Remes: Ein Schlag ins Herz


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Beate ist tot. Patrik Vasamas Hass auf die belgische Ärztin Dr. Sandrine Denaux, die entschieden hat, zuerst einem anderen Patienten zu helfen, ist ungebrochen. Dennoch darf Beates Arbeit nicht unvollendet bleiben.

Die MS Sigyn transportiert derzeit radioaktiven Atommüll von Ringhals nach Oskarshamn zum Endlager. Der Frachter soll für kurze Zeit von „Live Baltic“ unter Führung von Dominik Gladbach unter Kontrolle gebracht werden. Der Plan ist verrückt. Aber es ist eben auch sehr medienwirksam, wenn auf diesem Schiff etwas passiert, das weiß Patrik, der Geologe und Spezialist für die Endlagerung von Atommüll ist und auf die mit der Nutzung der Kernenergie verbundenen Risiken aufmerksam machen will. Das Schiff zu besetzen, darüber soll auch Beate nachgedacht haben, auch wenn sie Patrik davon nichts erzählt hat.

Der Plan wird auf sehr spektakuläre Art und Weise in die Tat umgesetzt. Patrik ist schockiert, als sich die Umweltaktivisten vor seinen Augen in Terroristen verwandeln. Mit Waffengewalt versuchen sie sich durchzusetzen, wo es doch nur darum ging, ein Transparent anzubringen.
Patrik Vasama erkennt, dass er eigentlich nicht weiß, mit wem er es zu tun, und welche Rolle Beate gespielt hat. Doch jetzt kann er nicht mehr zurück.

Die Lage nimmt an Brisanz noch zu, als eine Gruppe von Geiseln an Bord gebracht wird. Alles Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz. Unter den Entführern ist Dr. Sandrine Denaux. Offenbar arbeitet sie mit Herman McQuinn zusammen. Doch auch Sandrine hatte nur an eine spektakuläre Demonstration gedacht, um auf die Not in den Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Von einer Entführung war nie die Rede gewesen.

„Ein Schlag ins Herz“ ist einer von diesen Romanen, die einen von der ersten Seite an gefangen nehmen und nicht wieder loslassen. Das Thema ist äußerst brisant und hochaktuell. Der Triller ist recht kompliziert aufgebaut, dennoch aber gut zu lesen. Spektakuläre Wendungen sorgen für Aufmerksamkeit beim Leser. Spannungsmäßig ist das kaum zu übertreffen.

Man wird mit einer Vielzahl von Figuren bekannt gemacht. Aber da man sich an Patrik Vasama und Dr. Sandrine Denaux halten kann, verliert man auch hier nicht den Überblick.

Die Handlung ist knallhart und fast schon berauschend. Immer muss man fürchten, dass alles schief geht. Die Terroristen sind nicht zu stoppen, russische und amerikanische Geheimdienste verfolgen jeweils eigene Ziele und die Behörden sind teilweise machtlos. Vasama und Denaux geraten ordentlich zwischen alle Fronten und haben eigentlich keine Chance. Hinter die Wahrheit zu kommen, ist nicht einfach. Alles läuft auf ein extrem spannungsgeladenes Ende hinaus und das wird vom Autor auch geliefert. Ein wirklich gelungener Politthriller!

Rezension von Heike Rau

Ilkka Remes
Ein Schlag ins Herz
Aus dem Finnischen von Stefan Moster
Thriller
464 Seiten, Klappenbroschur
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 342324853X
ISBN-13: 978-3423248532
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Meine ersten Kinderreime

Meine ersten Kinderreime

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Zu den kleinen Ritualen im Alltag eines Kindes gehören auch Kinderreime. Zum Aufwachen, zum Einschlafen, als Trost, zur Ermunterung, zum Essen, als Beschäftigung, um Langeweile zu vertreiben oder auch einfach nur zum Spaß werden diese Reime aufgesagt.

Viele dieser Kinderreime werden von Generation zu Generation weitergetragen. Manche werden gesungen, wie zum Beispiel „Hoppe, hoppe, Reiter!“, „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ oder „Häschen, hüpf!“. Die meisten Reime werden einfach betont aufgesagt. Mit den Fingern oder mit bestimmten Bewegungen werden die Reime den Kindern veranschaulicht. Bekannt sind „Das ist der Daumen“, „Komm in meine Arme!“ oder „Da kommt die Maus!“
Diesen alten Reimen aus dem Volksgut stehen neue Kinderreime von Cornelia Nitsch gegenüber.

Die Sammlung gefällt gut, weil Reime zu ganz unterschiedlichen Themen aufgeführt sind. Schon das Inhaltsverzeichnis ist sehr schön angelegt. Man findet hier keine Seitenzahlen, sondern kleine Zeichnungen neben dem Seitentitel. Kinder werden sich sehr schnell merken, welches kleine bunte Bildchen zu welchem Reim gehört. Man findet diese nämlich ähnlich in den Illustrationen wieder. Man kann, wenn man möchte ein Suchspiel daraus machen.

Zu vielen Kinderreimen gibt es eine kleine Anleitung. Gerade wer manche Reime nicht kennt, erfährt wie Bewegungsabläufe den Reim lebendig werden lassen. Zu den Liedtexten gibt es aber leider keine Noten. Allerdings sind diese auch sehr bekannt.

Die Kinderreime sind aufwändig und detailreich illustriert. Sehr farbenfroh und heiter sind die großformatigen Seiten gestaltet. Es gibt viel zu sehen und entdecken. Das Buch ist zudem sehr stabil. Die dicken Seiten lassen sich auch sehr schön von Kinderhänden umblättern.

Die Beschäftigung mit dem Buch, den Liedern, Reimen und Fingerspielen, sollte also Eltern, Großeltern, Kindern und Enkelkindern viel Spaß machen.

Rezension von Heike Rau

Meine ersten Kinderreime
Eine Sammlung bekannter Kinderreime
aus dem Volksgut und
neue Kinderreime von Cornelia Nitsch
Illustrationen von Susanne Szesny
36 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473324671
ISBN-13: 978-3473324675
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Francine Marie David: Bei den Grabräubern

Francine Marie David: Bei den Grabräubern

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Sie reist nach Ägypten. Träumt davon, den für Touristen geschlossenen Tempel von Amenophis III, den „Sonnenkönig vom Nil“ zu sehen. Das Hotel Marsam liegt hinter dem Totentempel. Hier nimmt sie ein Zimmer. Als ihr später vom Hotelbesitzer Taya vorgestellt wird, ist sie von ihm sofort fasziniert. Er, Taya, macht das Unmögliche möglich und begleitet sie in den Tempel. Für den Abend lädt er Francine in ein Restaurant am Nil ein. Als er erfährt, dass sie unverheiratet ist, macht er ihr einen etwas ungewöhnlichen Heiratsantrag. Er sagt einfach „Ich heirate dich.“ Und sie widerspricht nicht. Sie spürt, dass sie an diesem Mann nicht vorbei kommt.

Wie es Brauch in Ägypten ist, erhält Francine einen neuen Vornamen: Jasmin. Die Hochzeit geht in einem Anwaltsbüro über die Bühne. Hier wird der Vertrag aufgesetzt, der Voraussetzung für die Heiratsurkunde ist. Das Fest findet im Kreise von Tayas männlichen Verwandten statt. Die Schweizer Fotografin hat nun ein Zuhause in Ägypten, am Westufer von Luxor, ganz nah am Tal der Könige.

Als sie erfährt, dass Scheich Hussein Abd el-Rassul der Großvater Tayas ist, ist sie über alle Maßen überrascht. Der Großvater und auch der Vater Tayas, der damals noch ein Kind war, waren dabei als der britische Archäologe Howard Carter 1922 im Tal der Könige Tutanchamuns Grab fand. Taya musste also der letzte direkte Nachkomme der berühmt-berüchtigten Grabräuberfamilie sein.

Wer eine romantische Liebegeschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Die Autorin hält sich hier sehr bedeckt. Man liest nichts Persönliches über die Beziehung. Man erfährt nicht, was die Anziehungskraft zwischen den beiden ausmachte.

Vielmehr geht es der Autorin darum, der Geschichte der Vorfahren Tayas nachzuspüren und den Mythen und Legenden um die berüchtigten Grabräuber von Ägypten, die Wahrheit zu entlocken. Was könnte es Spannenderes geben? Francine Marie David rollt die Geschichte neu auf. Als Familienmitglied sitzt sie direkt an der Quelle, erhält Informationen die spektakulär sind.
So ist ein überaus faszinierendes Buch entstanden. Die Begeisterung der Autorin überträgt sich auf den Leser.

Rezension von Heike Rau

Francine Marie David
Bei den Grabräubern
Meine Zeit im Tal der Könige
240 Seiten, gebunden
Unionsverlag, Zürich
ISBN-10: 3293004261
ISBN-13: 978-3293004269
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Frank Both und Mamoun Fansa: Faszination Moorleichen

Frank Both und Mamoun Fansa: Faszination Moorleichen

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Die Moorleichen im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg haben viele ihrer Geheimnisse preisgegeben. Seit ihrem Fund wurden sie mehrmals untersucht. Neue Untersuchungsmethoden brachten weitere Erkenntnisse. Im Buch kann man alles über die Moorfunde nachlesen. Alles, was diese so interessant macht, findet man ausführlich dokumentiert. Ältere Forschungsarbeiten werden mit neuen Erkenntnissen ergänzt. Manche bereits getroffene Feststellung musste nach neuen Untersuchungen korrigiert werden. Spannende Geschichten sind so entstanden.

Immer wurden die Moorleichen durch Zufall gefunden. Aus archäologischer Sicht lief das weitere Vorgehen nicht immer optimal ab. Oftmals wurden die Moorleichen bei der Bergung beschädigt, was natürlich die Forschungsarbeiten erschwerte. Ziel war es möglichst viel über die Person und das Lebensumfeld herauszufinden. Aussagen zu Geschlecht, Alter, Gesundheits- und Ernährungszustand und früheren Krankheiten wurden gemacht. Wichtig war es, die Todesursache herauszufinden. Vieles konnte man in Erfahrung bringen und konkrete Aussagen machen. Alle Erkenntnisse werden im Zusammenhang interpretiert. Manches aber bleibt Spekulation oder ist mehrdeutig. Einige Geheimnisse bewahren die Moorleichen also noch immer.

Entstanden ist das Buch anlässlich des Jubiläumsjahres „175 Jahre Landesmuseum Natur und Mensch“. Es ist ein ausgesprochen faszinierendes Buch. Die Textbeiträge sind sehr verständlich geschrieben. Es gibt Karten, so dass man die Fundorte der im Buch beschriebenen Moorleichen nachvollziehen kann. Bildmaterial, insbesondere historisches, ist reichlich und in guter Qualität vorhanden. Bekanntes und Überliefertes wird präsentiert und mit neuen, teils spektakulären Untersuchungsergebnissen abgeglichen. Ein spannender und detailreicher Blick in unsere Vergangenheit wird so möglich gemacht. Das ist sehr spannend zu lesen. Teilweise liest sich die Dokumentation wie ein Krimi.

Rezension von Heike Rau

Frank Both und Mamoun Fansa
Faszination Moorleichen
220 Jahre Moorarchäologie
120 Seiten, 80 Farbabbildungen, Flexicover
Verlag Philipp von Zabern
ISBN-10: 3805343604
ISBN-13: 978-3805343602
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Annette John: Deadline 24 – MIT GEWINNSPIEL

Annette John: Deadline 24 – MIT GEWINNSPIEL


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Die Familien leben auf Farmen die mit großen Kuppeldächern überspannt sind. Nur so ist ein Schutz vor den Hybriden möglich, die tagsüber ihr Unwesen treiben. Auf so einer Farm lebt auch Sally mit ihrer Mutter, dem Großvater und ihrem Bruder Paul. Auch Vigo hat hier ein Zuhause gefunden. Er ist der einzige Überlebende einer Karawane, die draußen im Ödland den Tod gefunden hat. Nun ist schon lange niemand vorbeigekommen.

Mit „Deadline 24“ kündigt Sallys Mutter ihre Visionen an. Sie berichtet vom Windmann, der verspricht, dass alles gut werden wird und einem Flugdings, das kommen wird. Doch davon, dass die Lage der Haydens sich verbessert, kann keine Rede sein. Vigo hat bei den Wartungsarbeiten am Kuppelgitter nicht sorgfältig genug gearbeitet und dann heimlich versucht, den Fehler auszubügeln. Sally findet den abgestürzten Schweber. Kurz darauf bemerkt sie, dass ein Hybrid eingedrungen ist und erkennt, dass Vigo für seine Nachlässigkeit mit dem Tod bezahlen muss. Sally will den Hybrid unschädlich machen. Aber er ist nicht allein.

Ein unglaublicher Wolkenbruch rettet die Farm. Ausgelöst hat diesen die Besatzung eines Fluggerätes. Es ähnelt einem Helikopter, ist aber ein lebendes Wesen. Caleb, Jarvies, Jessup, Sausalito und Josie sind damit gekommen.
Obwohl niemand der Haydens die Farm verlassen darf, fliegt Paul mit den jungen Leuten hinüber zu den Terlebens, wo seine Freundin Monnia, die er so lange nicht gesehen hat, auf einer weiteren Kuppelfarm lebt.

In dieser Nacht kommen Fremde auf die Farm. Der skrupellose Lord Pedro und sein Gefolge sind auf der Suche nach dem Helikopter. Die Lage ist gefährlich, besonders auch für Paul und die anderen, die in einen Hinterhalt gelockt werden sollen. Bei Nacht, wenn die Hybride nicht unterwegs sind, will Sally mit einem Schweber fliehen, um ihre neuen Freunde warnen, die sich mittlerweile auf der Attala-Farm befinden und nicht wissen, dass der Lord mit seinem Gefolge nun dorthin aufbricht. Monnia, die von Lord Pedro entführt wurde, begleitet Sally. Doch als Sally beschließt, sich der Karawane des Lords zu nähern, um noch andere Entführte zu befreien, gefährdet sie das ganze Unternehmen.

Die Zukunft, in der die Handlung spielt, ist sehr düster gezeichnet. Man kann nur mutmaßen, wie die Menschheit in diese Lage gekommen ist. Die Situation wird immer angespannter. Immer härter werden die Überlebensbedingungen. Das halbwegs normale Leben ist im Wandel begriffen. Wobei hier insbesondere Sally und Paul auf Veränderung drängen. Als der Helikopter kommt, ist die Zeit reif. Das kann man gut nachvollziehen.

Das Buch ist hochspannend. Der Titel „Deadline 24“ ist der rote Faden, der durch das Buch führt. Bestimmt die Handlung, spielt eine entscheidende Rolle, doch die Bedeutung ist unklar. Es ist ein Rätsel, das gelöst werden muss. Man hat als Leser bestimmte Vorstellungen, was dahinter stecken könnte. Doch die Geschichte entwickelt sich überraschend anders. Bis an diesen Wendepunkt ist das Buch überaus unterhaltsam, danach ist es atemberaubend packend. Und man versteht. Die Autorin hat eine interessante Botschaft in ihre Geschichte gepackt, die sehr zum Nachdenken anregt. Diese Botschaft ist perfekt verkleidet. Wirklich spannende, gut ausgedachte Szenen verkörpern diese. Getragen von gut ausgearbeiteten Figuren mit Sally als Protagonistin. Dazu kommt, dass die Geschichte sehr lebendig und leicht lesbar erzählt wird.

Rezension von Heike Rau

Annette John
Deadline 24
374 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407810814
ISBN-13: 978-3407810816
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Gewinnspiel:

Das Buch ist eine klare Empfehlung wert! Deshalb verlosen wir drei Exemplare, freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Verlag Beltz & Gelberg.

Wer mitspielen möchte, sollte einen kurzen Kommentar unter die Rezension schreiben und uns erzählen, was er so faszinierend an Geschichten dieser Art findet.

Teilnahmeschluss ist der 20.07.11. Die Gewinner werden ausgelost. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Viel Spaß!

Kate Falls: Das Leuchten

Kate Falls: Das Leuchten

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Der Meeresspiegel ist nach einer Umweltkatastrophe bedenklich gestiegen. Weil es auf der Erde eng geworden ist, haben die Menschen begonnen, sich die Tiefsee als neuen Lebensraum zu erschließen. Der mittlerweile fünfzehnjährige Ty ist das erste Kind, das hier geboren wurde. Doch die Siedlerfamilien werden bedroht. Gesetzlose treiben hier unten ihr Unwesen.

Gemma ist ein Mädchen von oben. Sie ist in einem Heim aufgewachsen. Doch ihr mittlerweile erwachsener Bruder könnte die Vormundschaft für sie übernehmen. Dazu müsste sie ihn aber erst einmal finden. Ty rettet Gemma aus einer gefährlichen Situation, die mit den Gesetzlosen zusammenhängt. Er nimmt das Mädchen mit hinunter in die Unterwassersiedlung, um ihr bei der Suche zu helfen.

In Sachen Seablite-Gang können die Siedler keine Hilfe von der Regierung erwarten. Vielmehr sollen sie selbst die Gesetzlosen hinter Schloss und Riegel bringen. Sonst würde das Unterwasser-Projekt gestoppt und weitere Hilfe, auch für neue Siedlungen, abgelehnt werden.

Als die Nachbarfarm angegriffen wird, zeigt sich, wie gefährdet die Siedler sind. Die Energieversorgung wird von den Gesetzlosen unterbrochen. Die Farm der Nachbarn wird so innerhalb einer Viertelstunde zerstört sein.
Als Ty nach der Stromversorgung sehen will, begegnet er Shade, dem Anführer der Seablite-Gang. Ty verfolgt ihn. Doch dann wird er selbst zum Gejagten.

Es ist eine düstere Zukunftsvision. Ab nicht unrealistisch. Die Menschen versuchen sich weitere Lebensräume zu erschließen. Und so entstehen Siedlungen auf dem Meeresboden. Es ist eine sehr spannende Vorstellung, die die Autorin hier präsentiert. Nur leider geht es nicht friedlich zu. Die Lebensumstände der „Topsider“ und der Siedler unterscheiden sich zu sehr. Man begegnet sich nicht gerade freundschaftlich. Es heißt sogar, die Kinder der Siedler hätten eine dunkle Gabe.

Und so werden die Siedler mit der Aufgabe, die Seablite-Gang festzusetzen, allein gelassen. Doch der 15-jährige Ty, der seine Zukunft ebenfalls in der Siedlung sieht, will sich nicht geschlagen geben. Er ist mutig und er hat ein Geheimnis, das einen unschätzbaren Vorteil ausmacht.
Mit großer Spannung verfolgt man, wie er vorgeht. Er scheut keine Gefahr. Demensprechend nervenauftreibend sind viele Szenen.

Dazu kommt die wirklich gelungene Beschreibung der Unterwasserwelt. Die Autorin ist hier sehr ausführlich. Das gefällt gut.
Die abenteuerliche und mitreißende Handlung ist perfekt ausgedacht. Nach und nach werden Zusammenhänge deutlich, mit denen man vorab nie gerechnet hätte. Die Rolle Gemmas ist so ein Punkt. Sie ist aber nicht die einzige Person, die für Überraschungen gut ist. Vielmehr soll hier aber nicht verraten werden.

Rezension von Heike Rau

Kate Falls
Das Leuchten
Aus dem Amerikanischen von Petra-Koob-Pawis
319 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473400696
ISBN-13: 978-3-473-40069-0
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Jussi Adler-Olsen: Erlösung

Jussi Adler-Olsen: Erlösung

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Carl Mørck bekommt von seinem Chef Marcus Jacob eine Flaschenpost in Scherben und deren Inhalt überreicht. Die damals noch intakte Flasche wurde bereits 2002 vor der Küste Schottlands gefunden, war dann aber durch bestimmte Umstände in Vergessenheit geraten. Der Zettel darin ist zum größten Teil unleserlich. Aber es scheint ein Hilferuf zu sein. Carl ist davon allerdings nicht überzeugt. Möglicherweise handelt es sich hier um einen Streich. Obwohl andere Fälle warten, beginnt er mit seinen Assistenten Assad und Rose den Brief zu entziffern.

Kollege Tomas Laursen, ehemaliger Polizeitechniker, gibt entscheidende Hinweise. Er findet einen Holzsplitter und eine Fischschuppe. Er kann außerdem einschätzen unter welchen Bedingungen der Brief geschrieben wurde. Er glaubt nicht, dass sich damit jemand einen Spaß erlaubt hat. Auch findet er nach seiner Analyse noch weitere Buchstaben. Demnach stammt die Flaschenpost aus dem Jahr 1996.

Carl muss die Sache also ernst nehmen. Es geht nur langsam voran. Andere Arbeiten müssen erledigt werden. Die Arbeitsbedingungen unten im Keller des Bürogebäudes sind alles andere als ideal zumal man hier eine Asbestbelastung festgestellt hat. Dann kommt Rose nicht mehr zur Arbeit und schickt stattdessen ihre Schwester. Außerdem hat Carl an einem alten Fall zu knabbern. Mit seinen Nerven steht es nicht zum Besten. Von seinem Privatleben ganz zu schweigen.
Und doch kommt das Team Schritt für Schritt weiter. Bis ein Hinweis die ganze Sachlage ändert.

Man weiß als Leser von Anfang an, was Sache ist, auch wenn man die Lage in der Gesamtheit sicher nicht einschätzen kann. Während Carl noch in aller Gemütlichkeit vor sich hinarbeitet, weiß man aber, dass Eile geboten ist. Es geht um einen Serienkiller, der Kinder entführt, um Lösegeld zu erpressen, der skrupellos tötet, um die Familien zum Schweigen zu bringen. Die ganzen Jahre über, die keiner sich der Flaschenpost angenommen hat.

Es ist ein sehr tragischer Fall, den Carl Mørck hier mit seinem Assistenten Assad nachgehen muss. Das kratzt ordentlich an den Nerven. Aber nicht so extrem schockierend wie in „Erlösung“, dem 2. Fall für Carl Mørck.
Etwas ruhigere Szenen, manchmal sind diese sogar witzig, sorgen dafür, dass man auch zwischendurch einmal aufatmen kann.

Die Handlung ist eingebettet in die übliche Polizeiarbeit. Man hört also auch noch von anderen, ebenfalls sehr spannenden Fällen.
Die Charaktere im Buch bleiben weiter rätselhaft. Assad offenbart interessante Fähigkeiten, die ihn noch undurchschaubarer machen. Rose, die durch ihre Schwester ersetzt wird, spielt eine äußerst merkwürdige Rolle und kommt damit auch noch durch. Und Carl scheint irgendwie auch noch ein paar Leichen im Keller zu haben.

Trotz aller scheinbaren Unvollkommenheit, oder gerade deshalb, kommt dieses Team von Sonderdezernat Q einem kaltblütigen und raffinierten Täter auf die Spur. Aber es wird ein Spiel auf Leben oder Tod.

Rezension von Heike Rau

Jussi Adler-Olsen
Erlösung
Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q
Thriller
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
592 Seiten, Klappenbroschur
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423248521
ISBN-13: 978-3423248525
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Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

Katja Henkel: Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht

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Das Ferienhaus auf Island gleicht eher einer Hütte. Das meint jedenfalls Rosa. Nicht mal einen Fernseher gibt es hier. Und ihr Handy darf Rosa auch nicht benutzen. Dabei hat sie Bruno eine SMS geschrieben und wartet auf Antwort. Bruno ist Schauspieler. Rosa hatte in seinem Film eine klitzekleine Nebenrolle. Ein halbes Jahr ist inzwischen vergangen und nun würde Rosa gerne wieder etwas von Bruno hören und nicht nur von ihm träumen. Leider hat Stefan das Handy einkassiert, so dass Rosa nun gar nicht weiß, ob sie schon Antwort hat. Stefan ist nicht Rosas richtiger Vater, aber seit er mit Rosas Mutter zusammen ist, hat er die Vaterrolle übernommen. Zur Familie gehört auch noch Rosas kleiner Bruder Heinrich, den sie aber gerne Heini nennt, weil das jeden ärgert.

Für Abwechslung soll ein Ausflug ins Geistermuseum sorgen. Hier gibt es auch eine Elfenabteilung. Stefan erzählt so wunderbar gruselige Geschichten, dass man fast glauben könnte, Elfen gäbe es tatsächlich. Zumindest wäre die Vorstellung schön. Dann könnte auch der Wunsch, den Rosa am Elfenwunschstein hinterlässt, in Erfüllung gehen. Wenn sie nur an ihr Handy käme und nachsehen könnte, ob bereits eine SMS eingetroffen ist!

Weil Rosa im Museum ein für Besucher verbotenes Territorium betritt, lernt sie Cosma kennen. Sie ist eine echte Elfe und hat es verpasst, sich zur rechten Zeit unsichtbar zu machen. Beide stellen nach einem Streitgespräch fest, dass sie gerne in die Rolle des anderen schlüpfen würden. Dass Cosma dies, auch wenn sie eine Elfe ist, wirklich bewerkstelligen kann, hätte Rosa nie gedacht. Doch der Wunsch nach einem Rollentausch wird prompt erfüllt.

Eigentlich geht es Rosa in ihrer Familie ganz gut. Aber wie das so ist, weiß sie es nicht so ganz zu schätzen. Es gibt immer was, was ihr nicht passt. So ist auch der Urlaub gar nicht nach ihrem Geschmack. Ohne Fernseher, Computer und Handy ist es Rosa zu langweilig, auch weil sie keine Lust auf Unternehmungen mit der Familie hat.

Das Thema wir mit viel Humor angegangen. Die zunächst sehr realistische Handlung wird dann in eine fantastische Welt verlegt. Rosa tauscht mit Cosma die Rolle. Ein Elfenleben stellt sie sich viel spannender als ein Menschenleben vor. Allerdings wird Rosa dann mit Problemen konfrontiert, die sie sich nie hätte träumen lassen. Ein Elfenleben ist offenbar auch nicht einfach nur märchenhaft schön. Als sie hört, wie Cosma von ihrer Familie schwärmt und dass sie selbst den nervigen kleinen Bruder gerne mag, kommt Rosa ins Grübeln. Das regt natürlich Kinder dazu an, einmal über die eigene Familiensituation nachzudenken.

Rosa ist 13 Jahre alt, wirkt aber jünger. Die Geschichte ist auch eher für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren geeignet. Das spiegelt sich auch im Cover wider.
Der Ton ist locker und humorvoll. Das Buch liest sich leicht und unterhält gut. Rosas langweiliger Urlaub wird schließlich zu einem Abenteuer. Das Ende lässt darauf hoffen, dass man irgendwann mehr von Rosa Rabenstein lesen kann.

Rezension von Heike Rau

Katja Henkel
Rosa Rabenstein – Eine neue Nachricht
272 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN-10: 3827054060
ISBN-13: 978-3827054067
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Carlos Salem: Wir töten nicht jeden

Carlos Salem: Wir töten nicht jeden

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Die Sommerferien werden nicht nach Plan verlaufen. Damit muss sich der Pharmavertreter Juan Pérez Pérez abfinden. Ohne dass seine Familie davon weiß, hat er nämlich noch einen Job als Auftragskiller und so wird das Reiseziel von seinem Auftraggeber geändert. Die Kinder Leti und Antonio stört das wenig. Es geht trotzdem an einen Strand, allerdings auf einen FKK-Campingplatz. Dass seine Ex-Frau Leticia mit ihrem Neuen direkt den Platz neben an hat, ist kaum zu glauben. Dass es sich um Richter Gaspar Beltrán handelt, ist eine echte Überraschung.

Das Ziel von Juans Auftragsarbeiten wird immer über die Autonummer mitgeteilt. Juan kennt das Auto, es ist das seiner Ex-Frau, der Mutter seiner Kinder. Nur hat sie es verkauft, wie sie sagt. An eine andere Frau. Die, es ist kaum zu glauben, ebenfalls auf dem Campingplatz ist. Mit Juans bestem Freund Tony, der leider nach zwei „Unfällen“ nur ein Bein und nur ein Auge hat, was im Grunde Juan zu verantworten hat. Das weiß Tony allerdings nicht.

Juan fragt sich, wer hier nun eigentlich umgebracht werden soll. Wobei ihm ja mitgeteilt wurde, dass es eigentlich diesmal nur um eine Beobachtung gehen soll. Das glaubt Juan aber nicht, schon gar nicht als ein weiterer Killer auftaucht. Auf wen hat man es wirklich abgesehen? Auf seine Ex-Frau, den Richter, Tony oder gar ihn selbst? Es sind zu viele Zufälle im Spiel.

Es ist ein außergewöhnlicher Kriminalroman, das merkt man sofort. Alles dreht sich um Juan Pérez Pérez, der eine Doppelrolle als Familienvater und als Auftragsmörder spielt. Und das auf einem FKK-Campingplatz, wo auch er seine Hüllen fallen muss und keine Chance hat, sich zu bewaffnen. So nackt sieht Juan sich gezwungen seine Gefühlen freien Lauf zu lassen und sich zu verlieben, was er als eiskalter Killer ja eigentlich nicht sollte. Seine Professionalität leidet unter der Hitze. Einen klaren Gedanken fassen, kann er so kaum.

Der Krimi wirkt konstruiert. Es kann kein Zufall sein, dass bestimmte Personen gleichzeitig auf diesem Campingplatz Urlaub machen. Doch kann man nicht sagen, was wirklich dahinter steckt und tappt genauso im Dunkeln wie die Hauptfigur. Wobei es sehr unterhaltsam ist, der Handlung zu folgen, die ordentlich abgedreht wirkt. Nicht immer konzentriert sich der Autor auf das Wesentliche. Da wird aus dem Krimi dann schnell eine Krimikomödie.
Und so macht es großen Spaß herauszufinden, wer nun tatsächlich umgebracht werden soll und vor allem weshalb!

Rezension von Heike Rau

Carlos Salem
Wir töten nicht jeden
Kriminalroman
Aus dem Spanischen von Ilse Layer
288 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423213027
ISBN-13: 978-3423213028
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Andrea Lienhart: Respekt im Job

Andrea Lienhart: Respekt im Job

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Wenn das Betriebsklima nicht stimmt, bleibt die Freude an der Arbeit auf der Strecke. Durch einen Mangel an Wertschätzung und Respekt unter den Kollegen wird der Arbeitsablauf gestört. Sogar gesundheitliche Probleme unter den Mitarbeitern kann das mit sich bringen. Gute Arbeit kann so nicht geleistet werden und beruflicher Erfolg bleibt aus.

Die Autorin, Management Trainerin und Business Coach, macht zunächst eine Bestandsaufnahme und zeigt, vor welchen Schwierigkeiten Unternehmen hinsichtlich der Zusammenarbeit der Belegschaft stehen. Sie zeigt auf, wie der Umgang zwischen den Kollegen sich gestaltet und wie ein Mangel an Respekt sich auswirkt.

Wer das Buch zur Hand nimmt, erhofft sich Hilfe im beruflichen Alltag, wünscht sich von seinen Kollegen respektiert zu werden. Doch man muss zuerst auf sich selbst schauen. So geht es zunächst um den Respekt sich selbst gegenüber. Veränderung kann nicht nur von anderen ausgehen, auch man selbst hat die Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Das eigene Verhalten zu analysieren, einmal zu schauen, wie man sich verhält, auch sich selbst gegenüber, kann hilfreich sein. Denn wie man auf andere wirkt, hat Einfluss auf das Miteinander. Die Autorin gibt hier Denkanstöße. Ihre Fragen helfen dabei, Klarheit zu schaffen, was letztendlich zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit führt.

Will man selbst respektvoll behandelt werden, setzt das natürlich voraus, dass man auch seinem Gegenüber Wertschätzung entgegenbringt. Das ist nicht immer leicht. Denn man arbeitet auch mit Menschen zusammen, die nicht gerade als angenehmen Zeitgenossen zu bezeichnen sind, für die Freundlichkeit möglicherweise ein Fremdwort ist. Aber auch hier zeigt die Autorin, das die Situation nicht eskalieren muss, wenn man Gelassenheit zeigen und andere auch einmal so akzeptieren kann, wie sie sind mit ihren Schwächen und Fehlern, wie man selbst. Man muss nicht alles persönlich nehmen.

Auch wer in einer Führungsposition arbeitet, muss sich Respekt erarbeiten und mit seinem Team einen entsprechenden Umgang pflegen. Auch hier geht es um Selbsteinschätzung und die daraus resultierenden möglichen Veränderungen. Anerkennung, Achtung, Rücksichtnahme und Gleichberechtigung sind wichtige Punkte. Auch der Umgang mit Lob und Kritik wird erläutert. Die Autorin führt auf, welche Möglichkeiten man in einer Führungsposition hat, die Mitarbeiter entsprechend zu motivieren, zu lenken und zu fördern, so dass die Zusammenarbeit klappt und von Erfolg gekrönt wird.

Das Buch ist vor allem auf Bürojobs ausgerichtet. Aber grundsätzliche Punkte sprechen jeden an. Gutes Benehmen sollte selbstverständlich sein. Und dazu gehört auch ein respektvoller Umgang mit jedem Kollegen im Team.
Die Realität sieht oft anders aus. Aber die Autorin ist überzeugt davon, dass sich das ändern lässt. Und damit kann man bei sich selbst beginnen. Das Buch gibt Anleitung dazu.

„Respekt im Job“ ist ein Arbeitsbuch. Die Mitarbeit des Lesers wird direkt eingefordert. Man geht nach der Lektüre mit einer anderen Meinung zur Arbeit. Natürlich darf man nicht gleich zu große Erfolge erwarten. Es ist ein Prozess, der in Gang gesetzt wird. Aber hat man erst einmal auch andere Kollegen überzeugt, wird sich das Betriebsklima nach und nach bessern.

Rezension von Heike Rau

Andrea Lienhart
Respekt im Job
Strategien für eine andere Unternehmenskultur
176 Seiten, Klappenbroschur
Kösel Verlag
ISBN-10: 3466308879
ISBN-13: 978-3466308873
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