Zimtduft und warmer Apfelkuchen – Fruchtige Köstlichkeiten für die kalte Jahreszeit

Zimtduft und warmer Apfelkuchen – Fruchtige Köstlichkeiten für die kalte Jahreszeit

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Im Winter macht das Backen doppelt Spaß. Gerade Ofenwarmes ist gefragt, um die Kälte zu vertreiben. Im Buch werden kuchenähnliche Desserts vorgestellt, klassische Rezepte mit Früchten.
Neben Pies, Tartes und Strudeln findet man hier mit Streuseln überbackene Früchte (Crumbles), den klassischen amerikanischen Auflauf mit Schichten aus Früchten und Semmelbröseln (Betty), gekochtes Obst mit gebackenem Teig obenauf (Cobblers), eine französische Nachspeise mit Früchten in einer Eiercreme gebacken (Clafoutis), auf dem Herd gegarte Früchte in dickflüssigem Teig (Slump), mit Streuselteig überbackenen Aufläufe mit Obst (Crisps) und gestürzte Obstkuchen mit Teigkruste (Pandowdy).

Das ist eine sehr schöne Sammlung an Rezepten. Diese Köstlichkeiten sind teilweise sehr einfach zuzubereiten und viele sind vor allem warm ein Genuss, auch wegen der frischen Kruste, wie bei den Crumbles beispielsweise. Alles was an Obst zu haben ist, also nicht nur Lagerobst, sondern auch Eingewecktes oder Trockenfrüchte kann so im Winter zu herrlichen Desserts verarbeitet werden. Viele dieser Gerichte lassen sich auch leicht vorbereiten. Gerade wenn man Gäste hat, ist das praktisch, weil man einen Teil der Küchenarbeit auf den Vortag verlegen kann.

Gehaltvoll und zuckersüß sind diese kuchenähnlichen Desserts. Meist wird ja auch noch Sahne oder Vanilleeis dazu serviert. (Ich habe die Kirsch-Clafoutis ausprobiert. Aber nicht wie vorgeschlagen in einer großen Auflaufform, sondern in kleinen mit je einer Portion. Die Zutatenliste ist überschaubar und es hat keine Mühe gemacht, den Anweisungen im Rezept zu folgen. Das Gebäck wird sehr schön locker, obwohl es nach dem Backen ein wenig zusammenfällt. Es ist eine wirklich tolle Leckerei!)
Das Backbuch ist auch sehr schön gestaltet. Allein die Fotos sind ein Gedicht! Man wird damit geradezu verführt, diese Desserts auszuprobieren!

Rezension von Heike Rau

Zimtduft und warmer Apfelkuchen
Fruchtige Köstlichkeiten für die kalte Jahreszeit
160 Seiten, gebunden
Jan Thorbecke Verlag
ISBN-10: 3799535764
ISBN-13: 978-3799535762
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Walter Moers alias Hildegunst von Mythenmetz: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Walter Moers alias Hildegunst von Mythenmetz: Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Offener Brief an Hildegunst von Mythenmetz:
Hildegunst, was ist nur mit dir los? Ich mache mir ernsthaft Sorgen um dich. Nicht, dass ich bisher ein Fan deines Schaffens gewesen wäre, aber dein neustes Werk ist tatsächlich eine Zumutung. Man plagt sich von Seite zu Seite in der Hoffnung, dass es irgendwann besser werden, weil los gehen wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt, um genau zu sein nach sage und schreibe 432 Seiten ormfreier Zone. Dann hat man es geschafft, hinter sich. 432 Seiten Langeweile, Belanglosigkeiten und Kreativitätsvakuum, allzu selten durchbrochen von humoristischen Lichtblicken, die meist jedoch jeglichen Witz durch unverständliches Gebrabbel zur Lachnummer verkommen lassen.

Hildegunst, wo sind die schönen Metapher, wo ist der Wortwitz, wo sind die schönen Illustrationen, wo ist die Phantasie und wo ist überhaupt die Geschichte hin? Wo ist die Geschichte hin? Das frage ich dich! Mir fällt es schwer das Labyrinth der Träumenden Bücher zu rezensieren, da ich mich an keine Geschichte, keinerlei Handlung, erinnern kann. Irgendetwas mit Buchhaim, dem großen Feuer, deinem Besuch im neuen Buchhaim und dem Puppetismus. Das war´s. Mehr fällt mir nicht ein, und dabei habe ich die 432 Seiten erst gestern geschafft.

Wie tragisch! Was für eine Zeitverschwendung – für Leser wie mich, natürlich auch für dich aber vor Allem für deinen Übersetzer Walter Moers, der seine kostbare Zeit im Labyrinth der Träumenden Bücher wohl verloren hat. Ich kann nur hoffen, dass es die angedeutete Fortsetzung des Buches nie auf den Schreibtisch von Walter Moers schaffen wird, damit er uns in Zukunft wieder mit Titeln aus eigener Feder beglücken kann.

Hildegunst, es tut mir leid. Es tut mir wirklich leid, dass ich so direkt geworden bin, aber du bist so schön weit weg, virtuell und fiktiv für mich, und das hier musste ich einfach los werden – als Ausgleich für den erlittenen Leseschmerz der letzten Tage. Bitte nimm es mir nicht übel. Und bitte verstehe meine subjektive Meinung nicht falsch, ich will dich nicht verletzen, ich will dich nur wachrütteln!

Um meiner Subjektivität etwas mehr Objektivität beizumischen, freue ich mich auf viele weitere Meinungen zum Labyrinth der Träumenden Bücher hier in den Kommentaren zu diesem offenen Brief an Hildegunst! Und natürlich würde ich mich auch sehr über einen Brief von dir an mich und die Leselupe freuen, lieber Hildegunst…
Dein, Tim

Walter Moers alias Hildegunst von Mythenmetz
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag (5. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3813503933
ISBN-13: 978-3813503937

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Joe Brainard: Ich erinnere mich

Joe Brainard: Ich erinnere mich

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Erinnerungsfragmente…

Dieses kleine Büchlein mit einer Einführung von Paul Auster wird von diesem in den höchsten Tönen gelobt. Er habe es 1975 für sich entdeckt und fortan immer wieder einmal darin gelesen. Ihn überraschte, dass er die Zeilen jedes Mal wie zum ersten Mal läse. Das Buch stammt von dem Maler und Schriftsteller Joe Brainard, der 1941 in Arkansas geboren wurde und 1994 starb.

Paul Auster hat die in Versatzstücken aufgeführten impressionistischen Erinnerungen von Joe Brainard unter bestimmten Gesichtspunkten thematisiert. So finden sich Themen wie „Grübeleien“, „Geständnisse“, „Witze und Alltagssprache“, „Freunde und Bekannte“ und „autobiographische Fragmente“ in einzelnen Satzgegenständen wieder.

In der Tat gibt es bei Joe Brainard keinen Erzählstrang, der eine kontinuierliche Entwicklung spiegelt. Frei assoziierend beginnt er jeden Satz mit „ich erinnere mich…“, um dann Einzelheiten aus seinem Leben zu erzählen. Es können Solosätze sein oder auch ganze Absätze, in denen der Autor seine Vergangenheit mit auch sehr frühen ersten Erfahrungen wieder gibt. Man wird mit dem Erzählten vertraut, und Joe Brainard eröffnet Blicke in sein Innenleben, die ihn uns näher bringen, als jede Erzählung das könnte.

Schon in frühen Kindheitstagen kreisen seine Gedanken um Sexualität und sein Schwulsein. Ganz banale oder auch glückliche Alltagsereignisse wechseln mit ernsthaften Gedanken, die jedoch nie mit Schwere oder Depression einhergehen. Ein frei assoziiertes Bild mit tausend kleinen Erinnerungsfetzen, zuweilen mit Komik versetzt, fügt sich vor unserem inneren Auge zusammen und bietet Anstöße, sich den eigenen Erinnerungen zu stellen.

Man wird bei Brainard keine Verbitterung, Zorn oder Enttäuschungen finden, sondern eine Vielzahl von flüchtigen oder eindrucksvollen Impressionen und Gefühlen, die er in seinen Erinnerungen heraufbeschwört. „Ich erinnere mich, dass ich überrascht war, wie gelb und wie rot der Herbst tatsächlich ist“ und „ich erinnere mich an Kissenschlachten“.

Joe Brainard war ein bildender Künstler, der in den sechziger Jahren in New York in einschlägigen Künstlerkreisen verkehrte und dort auf anerkennende Raisonance stieß. Befreundet mit Malern und Schriftstellern entwarf er Bühnenbilder, gestaltete Cover für Lyrikeinbände und Plattenhüllen und gehörte zur New York School, in der sich insbesondere Künstler zusammen geschlossen hatten, die den in den vierziger Jahren und bis in die sechziger Jahre hinein praktizierten konservativen Museumsstil ablehnten.

Ich muss gestehen, dass mich die Erzählweise zunächst irritierte, bis ich lernte, sie als Mosaiksteinchen der Impressionen zu betrachten. Man kann in das Buch hineinlesen und darin blättern, einzelne Teile lesen und andere zu einem anderen Zeitpunkt. Man wird durchaus Gewinn daraus ziehen!

Joe Brainard
Ich erinnere mich
160 Seiten, gebunden
Walde+Graf, August 2011
ISBN-10: 303774040X
ISBN-13: 978-3037740408
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Dacre Stoker und Ian Holt: Dracula – Die Wiederkehr

Dacre Stoker und Ian Holt: Dracula – Die Wiederkehr

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Fünfundzwanzig lange Jahre sind vergangen. Inzwischen schreibt man das Jahr 1912. Unerkannt treibt die Gräfin Erzsébet Báthory ihr Unwesen. Nur Dr. Jack Seward ist ihr auf der Spur. Was er nachts auf ihrem Anwesen in Marseille beobachtet, raubt ihm fast den Verstand. Sollte er entdeckt werden, wäre es um ihn geschehen. Und doch bemerkt man die Anwesenheit eines Eindringlings. Die Gräfin wird hier nicht bleiben können. Aber Seward hat bereits ihr nächstes Ziel ausgemacht.

Die Reise geht nach Paris. Hier würde der große Shakespeare-Darsteller Basarab im Théâtre de I’Odéon in der Aufführung der „Tragödie von Richard III.“ auftreten. Auch Quincey Harker, Sohn von Mina und Jonathan Harker, erwartet die Premiere mit großer Aufregung. Dabei hat er kaum Geld, um die Eintrittskarte zu bezahlen. Würde er sein Studium fortsetzen und Advokat werden, wie sein Vater es wünscht, wäre er bessergestellt. Doch Quincey sieht seinen Platz ebenfalls beim Theater, sein größter Wunsch ist es, ein erfolgreicher Schauspieler zu werden. Quincey hofft, dass er es schafft, mit dem jungen Rumänen Basarab Kontakt aufzunehmen.

Tatsächlich gelingt es ihm, einem Brief auf den Weg zu bringen. Auch Dr. Jack Seward nimmt über ein Telegramm Kontakt auf. Er warnt Basarab vor der Gräfin Báthory, bevor er sich auf den Weg nach Paris macht. Die Aufführung wird zum Erfolg. Was sich dann hinter der Bühne abspielt, ist allerdings unbeschreiblich. Jack Seward verliert den Kampf gegen die Báthory. Was geschehen ist, gibt Rätsel auf.

Das ist nur der Anfang des Buches. Da so unglaubliche viele Figuren ihren Auftritt in diesem Buch haben, hält man sich am besten an Quincey Harker, der auf seinem Weg zum Schauspieler hinter das Geheimnis seiner Eltern kommt, als er beim Theater in London auf Bram Stoker trifft und das Bühnenstück „Dracula“ liest. Wer aber nun nach fünfundzwanzig Jahre hier sein Unwesen treibt, vermag man nicht zu sagen. Es sei denn, Dracula wäre wieder auferstanden. Inspektor Cotlin hat jedenfalls alle Hände voll zu tun, einem Serienmörder auf die Spur zu kommen.

Von einer offiziellen Fortsetzung erhofft man sich viel. Aber die Erwartungen zu erfüllen, vermag das Buch nicht, nimmt man alle Erinnerungen zusammen, die man mit Dracula verbindet.

Viel zu sehr steht die Gräfin Báthory im Vordergrund und verweist Dracula, der seiner Rolle überhaupt nicht gerecht wird, auf Nebenschauplätze. So wie er im Buch dargestellt wird, ist er da allerdings auch besser aufgehoben. Er scheint ja ohnehin eine komplette Wesensänderung durchgemacht zu haben.

Auch diese Stimmung, die man mit einem Schauerroman in Verbindung bringt, will sich nicht einstellen, wahrscheinlich auch, weil das Buch auf den Lesegeschmack von heute abgestimmt wurde und zu reißerisch aufgemacht wirkt. Erst wenn man das Nachwort der Autoren liest, erschließen sich ihre Beweggründe. Nur kann es keine Voraussetzung sein, ein Buch erst dann zu verstehen, wenn man das Nachwort gelesen hat.

Es ist deswegen kein schlechtes Buch. Man wird schon halbwegs gut unterhalten. Es als offizielle Fortsetzung zu akzeptieren, fällt allerdings schwer.

Rezension von Heike Rau

Dacre Stoker und Ian Holt
Dracula – Die Wiederkehr
Deutsch von Hannes Riffel
522 Seiten, broschiert
Egmont LYX
ISBN-10: 3802584937
ISBN-13: 978-3802584930
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Dorothea Flechsig: Sandor – Fledermaus mit Köpfchen

Dorothea Flechsig: Sandor – Fledermaus mit Köpfchen

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Fledermaus Sandor wohnt in einem Rollokasten im Klassenzimmer einer Schule. Als er sich hier Unterschlupf suchte, waren gerade Ferien. Nun ist es vorbei mit der Ruhe. Sandor nimmt am Unterricht teil. Während er vor sich hin döst, lernt er Lesen und Rechnen. Direkt unter ihm am Tisch sitzt Jendrik. Sandor mag den Jungen. Auf seiner Tasche ist eine Fledermaus abgebildet. Also scheint Jendrik sich für Fledermäuse zu interessieren. Sandor möchte gerne Jendriks Freund werden. Also fliegt er ihm eines Tages nach, als Jendrik nach Hause geht. Vor Jendriks Zimmer steht ein Apfelbaum. Hier lässt Sandor sich nieder. Als Jendrik das Fenster öffnet und sich dann an seine Schularbeiten setzt, nähert sich Sandor und klammert sich am Fensterrahmen fest. Als Jendrik von Sandor angesprochen wird, ist er fassungslos. Seit wann können Fledermäuse sprechen?

Sandor hat in einer Nacht etwas Sonderbares beobachtet. Ein Dieb hat auf der Flucht vor der Polizei an der alten Burgruine einen Schatz vergraben. Davon berichtet er Jendrik. Und tatsächlich findet Jendrik eine kleine Truhe mit Schmuck und Diamanten. Am liebsten würde Jendrik diesen Fund behalten. Seine Familie könnte etwas Geld gut gebrauchen, um das Auto reparieren zu lassen oder auch mal in den Urlaub zu fahren. Aber Sandor meint, man müsse alles der Polizei übergeben und so wird es dann auch gemacht. Wie genau er auf den Schatz gestoßen ist, kann Jendrik natürlich nicht sagen. Also erfindet er eine Geschichte, die ihm allerdings keiner so recht glauben will. Dass ihm eine Belohnung in Aussicht gestellt wird, begeistert Jendrik. Am nächsten Tag, wissen alle Bescheid. Was passiert ist, steht nämlich in der Zeitung. Und auf einmal ist Jendrik ein Held.

Das Hörbuch beginnt mit einem Intro. Das Lied, gesungen von Jeanette Friedrich, ist eine schöne Einstimmung auf die Geschichte.
Schon in der ersten Folge passiert eine ganz Menge. Jendrik lernt die Fledermaus Sandor kennen. Dass die beiden Freunde werden, bringt allerdings Probleme mit sich. Nicht mal Jendricks Mutter glaubt, was ihr Sohn über die Fledermaus erzählt. Sie denkt, Jendrik habe zu viel Fantasie. Bald versteht Jendrik, das er so manche Wahrheit für sich behalten muss, weil andere ihn nicht verstehen würden.

Es ist für Kinder spannend zu erfahren, wie sich die Freundschaft dennoch weiterentwickelt und welche Abenteuer die beiden erleben. Der Fund des Schatzes ist nur eins davon.
Die Geschichte ist humorvoll. Aber es ist nicht alles reine Fantasie. Alltägliche Probleme in der Schule und in der Familie mit der Mutter und dem kleinen Bruder Tom werden ernst genommen. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet.

Das Hörbuch wird auf eine sehr ansprechende und muntere Art von Nicolas A. Böll vorgetragen. Das Zuhören macht sehr viel Spaß, einerseits weil die Erzählung so spannend ist, aber auch weil sie so ausdrucksstark und mit vielseitiger Stimme gelesen wird. So entstehen bildhafte, für kleine Zuhörer gut vorstellbare Szenen. Zu empfehlen ist die Geschichte für Kinder ab sechs Jahren.

Rezensionen von Heike Rau

Dorothea Flechsig
Sandor – Fledermaus mit Köpfchen
Folge 1
Gelesen von Nicolas A. Böll
Hörbuch
Spielzeit: 77:30 Minuten
Glückschuh Verlag
ISBN-10: 3000330445
ISBN-13: 978-3000330445
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Karen Meier-Ebert und Susanne Mansfeld: Weihnachten zuhause

Karen Meier-Ebert und Susanne Mansfeld: Weihnachten zuhause

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Kerzen anzünden, Plätzchen backen, Geschenke aussuchen, die Weihnachtszeit ist gefüllt mit vielen Aktivitäten. Wer die Adventszeit bewusst gestalten möchte, findet im Buch „Weihnachten zuhause“ viele Anregungen. Geboten werden nicht nur zauberhafte Dekorationsideen. Blättert man im Buch, findet man auch weihnachtliche Rezepte, Geschenkideen, Gedichte und Informationen über Weihnachtsbräuche.

Wer sich gerne kreativ beschäftigt und Geschick im Basteln hat, kann viele Ideen umsetzen. So wird zum Beispiel der Adventskalender selbst gebastelt und gefüllt. Kleine weihnachtliche Kerzenarrangements bis hin zum Adventskranz kann man ebenfalls selbst gestalten. Dazu werden viele Materialien aus der Natur verwendet. Man kann also gut einen gemeinsamen Spaziergang nutzen, um Bastelmaterial zu sammeln. Mit im Buch sind kleine Weihnachtsbäume, die auch ohne Kerzen auskommen. Auch passende, farbig sehr gut abgestimmte Tischdekorationen werden vorgestellt. Mit dabei sind auch Dekoideen im nordischen Stil.
Am besten gefallen hat ein Stillleben, bestehend aus einem alten Holztablett, befüllt mit Kerzen in kleinen Tontöpfen oder Gläsern. Die Zwischenräume sind aufgefüllt mit verschiedenen Naturmaterialien.
Es gibt im Buch keine Bastel- oder Gestaltungsanleitungen. Man kann sich an den Vorschlägen orientieren und dann mit der eigenen Kreativität spielen. Das Holztablett könnte also, der Grundidee folgend, auch ganz anders gestaltet werden.

Die Rezepte sind gut ausgewählt. Besonders gefallen haben die „Mokkaknöpfe“ und die „Bärentatzen“. Viel weihnachtlicher sind aber der „Marzipanstollen“ und die „Schneeberge“ aus gebackenem Eischnee. Es gibt auch ein Rezept für „Apfelpunsch“. Zwischendurch liest man von Weihnachtsbräuchen oder holt sich festliche Gedichte wieder ins Gedächtnis. Das schön gestaltete Buch gefällt gut. Wie von selbst wird man, wann immer man in das Buch sieht, in weihnachtliche Stimmung versetzt und bekommt direkt Lust zum Basteln, Gestalten und Dekorieren.

Rezension von Heike Rau

Karen Meier-Ebert und Susanne Mansfeld
Weihnachten zuhause
Die schönsten Dekoideen für die festliche Zeit
120 Seiten, gebunden
Verlag Eugen Ulmer
ISBN-10: 3800176440
ISBN-13: 978-3800176441
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Lieneke Dijkzeul: Vor dem Regen kommt der Tod

Lieneke Dijkzeul: Vor dem Regen kommt der Tod

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Renée Pettersen wird direkt vor ihrer Wohnung überfallen. Die junge Kripobeamtin setzt sich zur Wehr. Doch sie hat keine Chance. Trotzdem gelingt es ihr später, in ihrer Wohnung Krach zu schlagen. Was wirklich geschieht, bekommt jedoch keiner mit, dazu sind die Geräusche zu schlecht zuzuordnen. Aber dennoch klingelt ein Nachbar bei Renée, so dass der Täter beschließt zu flüchten. Der jungen Frau schafft es, ihren Kollegen Paul Vegter zu verständigen, bevor sie die Besinnung verliert.

Renée ist schwer verletzt, dann aber bald wieder auf dem Weg der Besserung, zumindest was das Körperliche betrifft. Psychisch hat sie unter dem versuchten Mord sehr zu leiden. In ihre Wohnung möchte sie nicht zurück. Sie sucht Unterschlupf bei ihrem Kollegen. Hier findet sie Trost und bald auch Pauls Zuneigung.

Die Motive des Täters liegen völlig im Dunklen. Sein Versuch Renée zu skalpieren, irritiert die Ermittler völlig. Zumal das Haar später gefunden wird. Rotes Haar. Bei seinem nächsten Opfer, gelingt der Mord. Auch diese junge Frau, eine Studentin, hat rote Haare. Sie wurde skalpiert. Zusammen mit seinen Kollegen Talsma und Brink versucht Paul Vegter dem Täter auf die Spur zu kommen.

Äußerst fesselnd! Tatsächlich scheint der Mörder seine Taten so perfekt geplant zu haben, dass man ihm kaum auf die Spur kommen kann. Doch dem Leser wird noch ein weiterer Erzählstrang geboten. Hier erfährt man, wer der Täter ist. Zunächst ist sein Handeln für den Leser aber auch nicht nachzuvollziehen. Aber John Verbruggen hat eine Ehefrau, die Galeristin Vivienne, die ihm Misstrauen entgegenbringt.

Der Krimi ist auf eine perfekte Art und Weise konstruiert und er wird aus vielen Perspektiven beleuchtet. Das macht das Buch interessant und spannend, auch wenn man sehr bald weiß, wer der Täter ist. Der Blick liegt auf den Charakteren, die hier sehr gut entwickelt sind. Es ist ein eher ruhiger Krimi. Das spiegelt sich auch im Schreibstil der Autorin wieder. Das Buch liest sich gut.

Rezensionen von Heike Rau

Lieneke Dijkzeul
Vor dem Regen kommt der Tod
Thriller
Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
336 Seiten, Klappenbroschur
Dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423248556
ISBN-13: 978-3423248556
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Karolina Sparring: Hhm, lecker! – Rezepte, die Kindern wirklich schmecken

Karolina Sparring: Hhm, lecker! – Rezepte, die Kindern wirklich schmecken

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Gesund und abwechslungsreich soll das Essen für Kinder sein. Vor allem aber soll es schmecken! Das ist der Anspruch des Buches. Man liest das schon im Klappentext. Dass Karolina Sparring diese Gerichte als Köchin im Kindergarten getestet hat, und diese auch ihren eigenen Kindern schmecken, soll eine gewisse Garantie dafür sein.

Montags gibt es Suppe! „Südfranzösische Fischsuppe“, „Gulaschsuppe“, „Kartoffelsuppe mit Safran und Fenchel“ oder „Thaisuppe mit Linsen und Spinat“.
Dienstags steht dann Fisch auf dem Speiseplan mit „Gebratener Hering mit Kartoffeln und Preiselbeeren“, „Fisch mit Blauschimmelkäse und Broccoli“, „Gratinierte Scholle mit Weißweinsoße, Krabben und Croutons“.
Mittwochs gibt es Fleisch: Hähnchenspieß mit Orangen-Rosmarin-Marinade“, „Wildeintopf“ und „Lammhack-Chili mit Rosmarin und Avocadocreme“.
Donnerstag gibt es Vegetarisches, darunter „Wurzelgemüsegratin mit Blauschimmelkäse“, „Mais-Kartoffel-Frikadellen“ und „Chili con Quorn“, einem Fleischersatz, der in Deutschland allerdings nicht zu haben ist.
Freitags werden Lieblingsessen gekocht. Dazu gehören „Sopa de carne mejicana“, „Panierter Fisch in kalter Soße“ oder „Thai-Hähnchen“.

Man merkt sofort, hier ist eine sehr ambitionierte Köchin am Werk ist. Gleich beim ersten Rezeptvorschlag fällt das auf. Die „Südfranzösische Fischsuppe“ wird mit Weißwein und Sambal Oelek zubereitet. Tatsächlich werden viele weitere Gerichte mit Wein und Chili gekocht. Das erwartet man in einem Kochbuch mit Alltagsgerichten für Kinder eigentlich nicht. Überhaupt könnte man die Gerichte auch in einem ganz normalen Kochbuch für Erwachsenen unterbringen.

Davon abgesehen, sind die vorgestellten Gerichte sehr fantasievoll, in der Zubereitung aber relativ gut machbar. Es gibt viele Gerichte, die schnell gekocht werden können und dennoch durch die Auswahl an Zutaten oder Gewürzen etwas Besonderes sind.

Beim Kochen der Gerichte sollen Kinder mit eingebunden werden. Schade, dass die Rezepte keine kindgerechten Namen tragen und das Kochbuch auch nicht abgestimmt auf Kinder illustriert ist. Die Fotos, auch wenn diese sonst sehr schön sind, zeigen keine „Kinderportionen“. Nur Kinderspielzeug auf dem Esstisch zeugt manchmal davon, dass hier Gerichte für Kinder vorgestellt werden. Nicht so recht ins Buch passen die Bilder mit den Kindern, die gar keinen Bezug zum Thema Kochen haben. Das sind auch insbesondere die schattig gehaltenen schwarzweißen und melancholisch wirkenden Kinderporträts. Möglicherweise sollen die Fotos damit auch einem künstlerischen Anspruch gerecht werden. Diese Wirkung wird in einem Kochbuch aber verfehlt.

Im Buch gibt es noch einige Textpassagen vom Familientherapeuten Jesper Juul. Hier wird beschrieben, wie wichtig gemeinsame Mahlzeiten für die Familie sind und wie diese gestaltet werden sollten. Es werden zudem Ratschläge für Eltern erteilt, deren Kinder wählerische Esser sind.

Rezension von Heike Rau

Karolina Sparring
Fotos von Karin Alfredsson
Hhm, lecker!
Rezepte, die Kindern wirklich schmecken
192 Seiten, gebunden
Jan Thorbecke Verlag
ISBN-10: 379950883X
ISBN-13: 978-3799508834
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Axel Scheffler und Julia Donaldson: Räuber Ratte

Axel Scheffler und Julia Donaldson: Räuber Ratte

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Räuber Ratte macht die ganze Gegend unsicher. Er ist ein skrupelloser und herzloser Dieb. Gutes Benehmen ist ihm fremd. Nie drückt er ein Auge zu. Er hat es nicht auf Reichtümer, sondern vor allem auf Essbares abgesehen. Mit seinem Degen im Anschlag fordert er Süßes und Gebäck. Er heimst ein, was er kriegen kann. Er nimmt der Häsin den Klee weg und dem Eichhörnchen die Nüsse. Widerspruch duldet er nicht. Er reitet von einem Ort zum anderen und wer ihm auf seinem Weg begegnet, hat nichts zu lachen. Selbst der Spinne klaut er die Fliegen aus dem Netz und seinem Pferd das Stroh.

Währen die armen Tiere nun am Hungertuch nagen müssen, futtert Räuber Ratte in aller Gemütlichkeit seine Beute. Doch eines Tages wagt es jemand, sich ihm entgegenzustellen. Eine Ente. Sie soll selbst, weil sie sonst nichts hat, zum Diebesgut werden und zum Abendbrot verspeist werden. Doch die Ente hat eine Idee und versucht mit einem Trick Räuber Ratte zu entgehen.

Die kleine Geschichte wird auf ganz wunderbare Weise von Julia Donaldson in Übersetzung von Salah Naoura erzählt, nämlich in kurzen Reimen. Das lässt sich sehr gut vorlesen. Kinder dürften diesen Text dann auch bald auswendig können. Vor allem die wiederkehrenden Zeilen machen Freude.

Mit Räuber Ratte ist nichts zu spaßen. Dennoch hat er eher etwas von einem kleinen frechen Kerl, wie er da auf dem riesigen Pferd durch die Lande reitet. Seine Verkleidung als Räuber, mit Augenbinde und verwegenem Hut, und der spitze Degen verschaffen ihm natürlich Respekt.
Ausgerechnet eine kleine Ente durchschaut den Räuber und stellt sich ihm in den Weg. Das wird Kinder zum Staunen bringen, vor allem, weil diese mutige Tat sich auszahlt.

Das Buch ist großformatig und durchgehend illustriert. Die Geschichte wurde von Axel Scheffler mit dem Zeichenstift nachgestellt. Diese Bilder sind überaus farbenfroh gehalten und detailreich. Es gibt viel zu entdecken. Damit ist das Buch sehr unterhaltsam für Kinder.

Rezensionen von Heike Rau

Axel Scheffler und Julia Donaldson
Räuber Ratte
32 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407794479
ISBN-13: 978-3407794475
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Edmund De Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Edmund De Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

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Assimilation und Antisemitismus am Beispiel einer Familienchronik.

Edmund De Waal ist Nachfahre jener berühmten jüdischen Bankiersdynastie Ephrussi, die Mitte des 19. Jahrhunderts von Odessa aus ihren Weg in die Welt antrat. Aus einem kleinen Getreidehandel hatte Charles Joachim Ephrussi 1860 ein riesiges Unternehmen gemacht, das zu den größten Getreideexporteuren der Welt aufstieg. Die Familie schickte ihre Abkömmlinge zunächst nach Wien, andere nach Paris, wo sie eine den de Rothschilds ebenbürtige Bank gründeten.

Von dem Vorfahr Charles Ephrussi, einem gebildeten, hoch interessierten Kunstsammler, Mäzen und Freund Marcel Prousts, erhielt Edmund De Waal eines Tages als dessen Nachfahre 264 Netsuke. Es sind japanische geschnitzte Kleinplastiken, die Charles im Laufe seines Lebens zusammen getragen hatte. Ausgehend von diesen Figuren macht sich Endmund De Waal auf den Weg, seine Familiengeschichte zu erforschen und zu erzählen. De Waal ist selber ein Keramikkünstler, der mit ungewöhnlicher Sensibilität und Genauigkeit den einzelnen Zweigen seiner Familie nachgegangen ist. So ist eine Studie auch über die Entwicklung jüdischer Kaufleute und Bankiers entstanden, die reizvoll und vielversprechend mit vielen Details den Lebenswegen mit Erfolgen und Niederlagen der einzelnen Familienzweige nachgeht. Diese Wege führten von Odessa über Wien, Paris bis nach London und Japan.

Vor uns entfaltet sich die ganze Pracht und Herrlichkeit eines gebildeten, erfolgreichen, kunstbeflissenen, weltläufigen und unermesslich reichen Familienclans. Die Jahre 1871-1899 sind der Kunst und dem Aufstieg des französischen Zweiges der Familie gewidmet. Vielfarbig und detailgenau kann man dem Pariser Gesellschaftsleben folgen und den Künstlern, die mit Charles Ephrussi befreundet waren. Danach sieht man sich in der Familie zunehmend mit einem fortschreitenden Antisemitismus konfrontiert, der zum Ende des Jahrhunderts in der Dreyfusaffäre seinen Höhepunkt fand.

Edmund De Waal hat mit großer Empathie, ungeheurem Interesse und Fleiß die Chronik dieser außergewöhnlichen Familie nachgezeichnet. Sie bietet ein anschauliches Zeitgemälde des im ausgehenden 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gelebten Judentums. Mit dem gesellschaftlichen Wandel und der weitgehend praktizierten Assimilation gelang jüdischen Mitbürgern der Aufstieg zu Wohlstand und Bildung. Gleichzeitig behielt ein unterschwellig bis offen gelebter Antisemitismus weiterhin die Oberhand.

Edmund De Waal zieht als Fazit zum Ende seiner Aufzeichnungen: “Ich habe das etwas mulmige Gefühl des Biographen, mich unbefugt am Rande des Lebens anderer Menschen herumzutreiben. Lass es einfach. Hör auf zu suchen und Dinge aufzuheben, beschwört mich die Stimme. Fahr heim und lass die Geschichten.“

Und genau so ist es: unergründlich und reich an Erfahrungen mit der Vergangenheit verlässt der Autor sein Werk, das er unendlich noch fortführen könnte.

Es ist ein weit gefasstes Panorama, fein ziseliert und tiefgehend erforscht.

Edmund De Waal
Der Hase mit den Bernsteinaugen
352 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag, August 2011
ISBN-10: 3552055568
ISBN-13: 978-3552055568
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