Alte Liebe rostet nicht

Alte Liebe rostet nicht

Was zeichnet langjährige Beziehungen eigentlich aus? Erich Rauschenbach hat mal hinter die Fassade gesehen. Er zeigt die Eigenheiten, die Langverliebte auszeichnen mit viel Ironie. Dabei macht er sich auf seine unnachahmliche Art und Weise über die im Laufe der Jahre eingeschliffenen Missstände in Alltagssituationen lustig. Die meisten Cartoons dürften lange zusammenlebenden Paaren bekannt vorkommen. Bernd Rauschenbach trifft den Nagel auf den Kopf, auch wenn so manche nachgestellte Situation, nimmt man es genau, eher traurig als lustig ist. Es kommt eben auf die Darstellung an. Und wer sich in all den Ehejahren auch nur ein bisschen Humor bewahrt hat, wird herzlich lachen können.

Vorgeführt werden Ehemänner, die sich absichtlich blöd anstellen, um der leidigen Hausarbeit zu entgehen, aber auch Ehefrauen, denen ihre Männer so gar nichts recht machen können. Es geht um tiefe Tritte ins Fettnäpfchen, um Kommunikation, die nur noch über Notizzettel geführt wird, um dumme Sprüche und ihre Wirkung, um Missverständnisse, um altersbedingte Probleme in Liebesdingen und vieles mehr. Für Langzeitverliebte und Cartoonfans ist dieses sehr schön aufgemachte und großformatige Buch ein Muss.

Erich Rauschenbach, geboren 1944, lebt seit 1953 in Berlin. Nacht dem Abitur machte er eine Banklehre. Danach folgt ein Studium an der PH und an der Hochschule der Künste in Berlin. Seitdem ist Erich Rauchenbach freiberuflicher Zeichner und Autor.

Rezension von Heike Rau

Erich Rauschenbach
Alte Liebe rostet nicht
Cartoons für Langzeitverliebte
64 farbige Seiten, Hardcover
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 3-8303-3109-6
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Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Felicitas Mayall: Wie Krähen im Nebel

Im Eurocity aus Rom wird die Leiche einer unbekannten Frau gefunden. Hauptkommissarin Laura Gottberg und ihr Assistent Baumann stehen vor einem Rätsel. Niemand will etwas Relevantes gesehen haben. Nichts deutet auf die Identität der Frau hin. Kein Reisegepäck, nicht einmal der Fahrschein wird gefunden. Genau an diesem Abend, wird auch noch ein Mann neben den Gleisen entdeckt. Es sieht so aus, als wäre er aus dem Zug gestoßen worden. Er könnte etwas wissen, leidet jedoch an einer Amnesie und hat ebenfalls keinen Ausweis bei sich. Die ersten Spuren führen schließlich nach Italien. Es geht um Menschenhandel.

Ein kniffliger Fall. Hauptkommissarin Gottberg hat alle Hände voll zu tun. Die Spurensuche erweist sich als kompliziert. Laura spannt sogar ihren Vater als Undercover-Agenten mit in die Ermittlungen ein, beauftragt ihn, festzustellen, ob der an Amnesie leidende Unbekannte sich wirklich an nichts erinnern kann.
Interessant, dass die Spurensuche Laura Gottberg nach Italien bringt. So kann Laura auch Commissario Angelo Guerrini, wenn auch inoffiziell, mit in die Ermittlungen einbeziehen. Bei ihrem letzten Fall lernte sie den Commissario kennen und verliebte sich in ihn.
Stück für Stück wird das schwierige Puzzle zusammengesetzt. Auch der Leser ahnt lange nichts von den dramatischen Ausmaßen, die der Fall schließlich annimmt.
Doch nicht nur auf den Kriminalfall wird die Aufmerksamkeit des Lesers gelenkt. Laura, alleinerziehende Mutter, hat Probleme, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Was ihre beiden Kinder, während ihren langen Abwesenheitsphasen tun, hat sie nicht immer unter Kontrolle. Auch die komplizierte Liebesbeziehung zu Guerrini beschäftigt sie sehr. So rebelliert schließlich auch ihr Körper. Oft stehen diese Dinge aber zu sehr im Vordergrund, nehmen mehr Platz ein, als man ihnen zugestehen möchte.
Trotzdem liest sich das Buch gut. Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil und zieht den Leser mit.

Über die Autorin:
Felicitas Mayall begann ihre Karriere bei der „Süddeutschen Zeitung“ als Journalistin. Sie lebt heute als freie Autorin in Prien am Chiemsee. Der erste Band der Serie um die Münchner Kommissarin Laura Gottberg heißt „Nacht der Stachelschweine“.

Rezension von Heike Rau

Felicitas Mayall
Wie Krähen im Nebel
Laura Gottbergs zweiter Fall
413 Seiten, gebunden
Kindler im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg
ISBN: 3-463-40451-6

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„Straße der Angst“

„Straße der Angst“

Titel: „Straße der Angst“
Serie: Dämonenjäger Frank MacLachlan 08
Autor: Prospero
Deutsche Erstausgabe
A5 Paperback
66 Seiten Umfang
Titelbild: Emmanuel Henné
ISBN 3-936742-40-5.

Prospero (Pseudonym) wurde 1975 in Hagen/Westfalen geboren. Er gehört zu den Stammautoren der Serie und schrieb die Bände 1 (mit Jack Magnus) und 4.
MacLachlan erschien zuerst Online, bevor es den Weg zum Atlantis Verlag fand und seitdem als Paperback erscheint. Weitere Informationen finden sich unter: www.maclachlan.de

Klappentext:
Das Böse ist stark in unseren Tagen. Das Team um den Ex-Polizisten Frank MacLachlan stellt sich tapfer und unerschrocken den Mächten der Finster-nis entgegen und trifft diesmal auf einen Gegner, wie er gnadenloser nicht sein kann. Ein Dämon meuchelt Menschen auf brutalste Weise in der Großstadt Boston. Doch noch bevor die Dämonenjäger die Spur des eiskalten Killers aufnehmen können, tritt ihnen eine andere dämonische Macht in ihrer neuen Einsatzzentrale entgegen.

Claudia White, die neue Freundin des Dämonenjägers Frank Maclachlan, arbeitet beim Bostoner Police Department an einem Drogenfall. Da wird gerade der Dealer ermordet, den sie observiert. Und in blutigen Lettern ist von einem Dämonenjäger die Rede. Und so beginnt ein Fall, der Claudia White in ihre Vergangenheit und Frank Maclachlan an die Grenzen der Belastbarkeit führt.

Fazit:
Nach dem vorliegenden Band scheint Machlachlan eine Mischung aus Professor Zamorra und dem Dämonenkiller zu sein. Von PZ hat der Roman die lässige Unterhaltung in der Villa, die wohl im Stile einer Autorenkonferenz gehalten ist. Die Brutalität der Dämonen selbst scheint dem Dämonenkiller entnommen zu sein, während deren Hierarchie die gemeinsame Schnittmenge ist. Der Roman ist kurzweilig, flüssig geschrieben, mit einem bösen Ende, aber insgesamt ein wenig handlungsarm. Und der Band funktioniert auch ohne Vorkenntnisse, auch wenn manche Fragen dann offen bleiben.
Insgesamt sehr lesenswert für die Fans unterhaltsamer Grusellektüre. Allerdings wer mehr sucht als ein kurze Reise in das Reich der Phantasie sollte die Finger von dem Roman lassen, da er neben seinen vorhandenen Qualitäten eigentlich nichts Neues bietet.
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Spaßschule für Hunde

Spaßschule für Hunde

Um etwas Abwechslung in den Hundealltag zu bringen, ist das vorliegende Buch gut geeignet. Es bietet vielfältige Anregungen, Späße und Tricks, die im Training mit dem Hund erlernt werden können.

Im ersten Kapitel geht es um das Lernen als Vorgang im Allgemeinen und die verschiedenen Trainingsmethoden. Zudem werden Trainingsansätze genau erläutert. Denn ein bestimmtes Wissen über das Verhalten der Hunde ist schon nötig, um effektiv trainieren zu können. Erläutert wird beispielsweise, wie die klassische Konditionierung funktioniert, wie man komplexes Verhalten formen kann, wie man mit Hilfe des Clickertrainings den Hund zu Höchstleistungen bringen kann, wie man Belohnungen gezielt einsetzt, wie man mit einem Kommando den Hund zur Ausführung einer Übung bringen kann und vieles mehr.

Im zweiten Kapitel werden Trainingsgrundsätze und Regeln besprochen. Erläutert wird, in welcher Trainingsatmosphäre man üben sollte. Es geht um den Gehorsam als Ausgangsbasis für das Üben und Vorschläge, wie die tägliche Trainingsroutine aussehen sollte. Es gilt eine ganze Menge von Spielregeln zu beachten, damit das Training Spaß macht und von Erfolg gekrönt wird, statt im Frust zu enden.

Dann folgt der Hauptteil mit Übungen für die Spaßschule: Clickerkünste, Bein- und Hand-, Kopf- und Nasenarbeitarbeit, Turn- und Geschicklichkeitsübungen, Sprünge und richtungsorientierte Übungen. Dabei werden einfache bis schwierige Übungsvarianten aufgezeigt.

Das kleine, praktische Buch hat es in sich. Und in erster Linie bringen die Übungen jede Menge Spaß. Klar gemacht wird aber auch, dass Zeit, Geduld und gewisse Grundvorrausetzungen nötig sind, um mit dem Hund arbeiten und ihm etwas beizubringen zu können. Die Erklärungen im Buch sind sehr gut verständlich. Sie sind so verfasst, dass sie gut umzusetzen sind, wenn man mit seinem Hund zurecht kommt und eine vertrauensvolle Basis besteht, die dann natürlich noch zusätzlich gestärkt wird. Hund und Hundehalter lernen sich zudem besser kennen. Erklärt wird auch immer, welches typische Verhalten in bestimmten Situationen vom Hund zu erwarten ist, wie man es ausnutzt, gegenlenkt, belohnt oder wenn es sein muss, auch angemessen bestraft. Auf mögliche Fehlerquellen im Training auf Seiten des Hundehalters wird ebenfalls hingewiesen, um diese zu vermeiden.
Die vielen Übungen sind sehr nützlich, erleichtern den täglichen Umgang mit dem Hund, fördern die Gehorsamkeit und bringen Spaß und Spannung in den Alltag. Es ist schon erstaunlich, was man einem Hund mit viel Übung und Geduld alles beibringen kann.

Über die Autorin:
Celina del Amo ist Tierärztin in deiner Gemeinschaftspraxis für Verhaltenstherapie und der Hundeschule „Knochenarbeit“.

Rezension von Heike Rau

Celina del Amo
Spaßschule für Hunde
100 ganz neue Spiele, Tricks und Übungen
128 Seiten, broschiert, 53 Farbfotos, 20 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4397-6

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Das Andersen Märchenbuch

Das Andersen Märchenbuch

Jeder kennt Märchen von Hans Christian Andersen. „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“, „Däumelinchen“ oder „Des Kaisers neue Kleider“. Aber auch weniger bekannte oder mit der Zeit in Vergessenheit geratene Märchen erzählt Friederun Reichenstetter in diesem zauberhaften Märchenbuch nach. Dazu gehören beispielsweise „Der Reisekamerad“ oder „Der Tölpel-Hans“. Eine gute Auswahl an verschiedenen Märchen zeichnet also dieses Buch aus. Märchenfreunde können sich mit auf die Suche nach dem Glück machen und Moral und Sinn hinter den Geschichten aufspüren, in Erinnerungen schwelgen oder Neues entdecken.
Geeignet sind die Märchen für die ganze Familie, zum Vorlesen, aber natürlich auch zum Selberlesen.

Illustriert hat die Märchen Silke Leffler sehr stimmungsvoll. Zarte Farben dominieren. Die Zeichnungen wirken sehr zierlich und anmutig. Ganz allerliebst sind beispielsweise die Elfen im Märchen „Der Reisekamerad“. Zum Schmunzeln dagegen bringen die Hühner auf ihren Stangen im Märchen „Es ist wirklich wahr“. Ganzseitige Bilder wechseln sich mit kleineren Motiven ab. Geschichten und Illustrationen ergänzen sich ganz wunderbar.

Über den Autor:
Hans Christian Andersen, geboren 1805 in Odense/Dänemark, war der Sohn eines Schuhmachers. Dänenkönig Friedrich VI. ermöglichte ihm nicht nur den Besuch einer Lateinschule, auch ein Universitätsstudium finanzierte er teilweise.
Andersen unternahm Reisen durch ganz Europa, nach Nordafrika und in die Türkei. Seine Erlebnisse bezog er in seine Werke mit ein. Andersen versuchte sich auch als Schauspieler, Dramatiker und Zeichner. Er war Meister des Scherenschnitts. Er schrieb rund 170 Märchen. Andersen starb 1875 in Kopenhagen.

Über die Erzählerin:
Friederun Reichenstätter studierte Sprachen in München, Strasbourg und London, arbeitete für internationale Organisationen im In- und Ausland. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptberuflich Kinderbücher.

Über die Illustratorin:
Silke Leffler, Jahrgang 1970, machte nach dem Abitur eine Schneiderlehre, studierte Textildesign und arbeitete für ein Designstudio in England. Seit 1996 ist sie frei schaffende Textildesignerin, seit 1998 arbeitet sie auch als Illustratorin. 2004 wurde im Rahmen des „Kinder- und Jugendbuchpreises der Stadt Wien“ ausgezeichnet.

Rezensionen von Heike Rau

Friederun Reichenstetter/Silke Leffler
Das Andersen Märchenbuch
96 Seiten, lam. Pappband, durchgehend vierfarbig illustriert
ab 4 Jahre
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11177-7
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Die Tochter der Hexe

Die Tochter der Hexe

Marthe-Marie wurde von ihrer Mutter als Baby weggegeben, weil sie kein eheliches Kind war. Doch davon erfährt Marthe Marie erst als junge Frau. Ihre leibliche Mutter hatte den Ruf einer Hexe. Sie wurde 1599 hingerichtet
Doch des Henkers Sohn weiß von seinem Vater von Marthe-Maries wahrer Identität. Er ist hinter ihrer Erbschaft her und will auch sie auf dem Scheiterhaufen brennen sehen.
Marthe-Marie flieht mit ihrer kleinen Tochter, die aus der Ehe mit ihrem verstorbenen Mann Veit stammt, aus der Stadt. Unterstützt wird sie von einer Truppe Gauklern. Ihr Ziel ist Offenburg. Hier vermutet sie ihren leiblichen Vater, der aber längst weitergezogen ist.
In ihrer Not, schließt sie sich den Gauklern an, zieht mit ihnen durch die Lande.
Des Henkers Sohn ist ihr immer dicht auf den Fersen. Doch auch ein anderer Mann folgt ihr. Sehr zu ihrem Glück.

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die als Hexe verfolgt wird. Immer auf der Flucht führt sie das entbehrungsreiche Leben der Gaukler, die nie lange an einem Ort bleiben, die oft in Not leben und gerade in den Wintermonaten ums reine Überleben kämpfen müssen. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Marthe-Marie, die nie ihre Hoffnung aufgibt, die sich zwischen zwei Männern hin- und hergerissen fühlt und sich immer um ihre Tochter sorgt. Der wahnsinnig erscheinende Henkerssohn, der sich in seinem Hexenwahn verrannt hat und der vor nichts zurückschreckt. Ihre Freunde die Gaukler, ganz unterschiedliche Menschen, die in jeder noch so schwierigen Situation immer zusammenhalten. Marthe-Marie zieht lange Zeit mit ihnen umher, immer auf der Suche nach Arbeit. Leider wird die Geschichte nicht immer so vorangetrieben, wie man es sich wünschen würde, so hat das Buch doch einige Längen.
Es geht um Liebe, Glück, Verzweiflung und Herzschmerz. Oft rutscht die Geschichte sehr ins Sentimentale ab und drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Aber gerade das sorgt dafür, dass man sich der Geschichte nicht entziehen kann.

Über die Autorin:
Astrid Fritz wurde 1959 geboren. Sie wuchs im nordbadischen Pforzheim auf. Sie studierte in München, Avignon und Freiburg Germanistik und Romanistik.
Nach dem Studium arbeitete sie als Fachredakteurin in Darmstadt und Freiburg, verbrachte drei Jahre in Santiago de Chile. Astrid Fritz lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

Rezension von Heike Rau

Astrid Fritz
Die Tochter der Hexe
447 Seiten, broschiert
Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-23652-4
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Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon

Pascal Mercier Nachtzug nach Lissabon Carl Hanser Verlag
ISBN 3446205551

In dieses sehr philosophische Buch haben die großen Fragen des menschlichen Daseins Eingang gefunden.
Es geht um das richtige Leben und um die verpassten Gelegenheiten, ein anderes Leben zu wählen; es geht um den Zufall bei der Lebensentwicklung und um die Prägung durch elterliche Wünsche und Erwartungen. Es geht aber auch um Liebe und Freundschaft, um Unverbrüchlichkeit und Irrtum, um Nähe, Distanz und die Unausweichlichkeit, mit der allzu nahe Freundschaften enden können.
Eingekleidet sind diese Einsichten, Wahrheiten und Erkenntnisse in die Geschichte eines Lehrers, eines Altphilologen mit Namen Gregorius, der durch einen unvorhergesehenen Zufall auf die Aufzeichnungen eines Portugiesen stößt, die ihn zu interessieren beginnen, und dessen Lebensweg er spontan nachverfolgt.
Dazu verläßt er plötzlich seinen Schulalltag, in dem er hohes Ansehen bei Schülern und Kollegen genießt.
Er folgt den Spuren des schon vor Jahren gestorbenen Amadeu de Prado, der über sein Leben und seine Einsichten vieles niedergeschrieben und damit für die Nachwelt hinterlassen hat.
Gregorius fährt nach Lissabon und besucht Personen, die Amadeu kannten. Sie berichten von ihren Erinnerungen an ihn , besitzen aber auch z.T. nicht veröffentlichte Aufzeichnungen von ihm,die sie Gregorius anvertrauen.

Besonders die Passagen über die Freundschaft zwischen Amadeu und Jorge O‘Kelly haben mich tief beeindruckt. Es war eine Freundschaft, von der beide sich nie vorstellen konnten, daß sie je endet. Aber sie endet!

Das ganze Buch stimmt nachdenklich, regt Erinnerungen an das eigene Leben an, und belegt Eindrücke und Lebenserfahrungen, wie man sie so eindrucksvoll selber nicht formulieren könnte.

Die Begegnung mit den Freunden, Verwandten und Lebensgefährten von Amadeu sind in ihren Eigenheiten so beschrieben, daß man hinter jedem Charakter eigene besondere Persönlichkeiten entdeckt.

Es ist ein wunderbares, erkenntnisreiches und brilliant geschriebenes Buch.
Cl.B.Bestellen

Retungskreuzer Ikarus

Retungskreuzer Ikarus

Die Serie Rettungskreuzer Ikarus beschreibt die spannenden Abenteuer von Crew und Raumschiff in einer Galaxis voller Gefahren und Geheimnisse.
So steht es auf der Internetseite von Raumschiff Ikarus. So, ich habe jetzt die ersten sechs Bände gelesen. Die Serie ist halt die typische „Raumschiff erlebt Abenteuer Serie“, statt eines kriegerischen Hintergrundes ist es aber diesmal ein Rettungskreuzer.
Die Crew selbst setzt sich aus den Verlierern der Gesellschaft zusammen. Ein Pleite gegangener Robotingenieur, ein Kapitän, den sie aus der Flotte geworfen haben, einen außerirdischen Praktikant, etc.
Das Schiff ist auch nicht das übliche Hightechgerät, das allen überlegen ist, und die Konflikte sind zumindest anfangs auf einem normalen Level, also keine immer größer werdende Bedrohung von Außerirdischen. Allerdings wird in den ersten Bänden schon eine mystische Figur namens Lear eingeführt und ein großer Rahmen gespannt. Die Romane im Einzelnen:

Band 1: „Die Feuertaufe“ (Dirk van den Boom)
In diesem Roman wird die Mannschaft zusammengestellt und die Hintergründe, warum sie den Auftrag annehmen, der Crew beizutreten, ist das eigentliche Abenteuer.

Band 2: „Das weiße Raumschiff“ (Dirk van den Boom)
Hier erlebt die Crew ihr erstes Abenteuer, ähnlich wie im ersten Band liest sich das ganze ein wenig holprig, aber ein gewisses Flair kann man der Serie nicht absprechen.

Band 3: „Der Gott der Danari“ (Sylke Brandt)
Der dritte Band spielt eigentlich nur auf einem Planeten. Der Planet selbst ist rückständig, so geht der Roman in Richtung Fantasy, die besonderen Fähigkeiten der Eingeboren bestätigen dies.
(Bände 1-3 auch als Sammelband)

Band 4: „Die Spielhölle“ (Irene Salzmann)
Der bis dahin beste Roman der spielt auf einer Raumstation, die ein riesiges Las Vegas darstellt. Spannend geschrieben, die neu eingeführten Personen sind interessant und machen Lust auf mehr.
Band 5: „Requiem“ (Dirk van den Boom)

Hier wird der große Handlungsrahmen fortgeführt, das geheimnisvolle Wesen Lear taucht öfters auf und die Crew der Ikarus findet eine Hinterlassenschaft einer älteren Rasse. Ein Fraktal spielt eine große Rolle und die Ikarus wird zerstört. Ein ebenfalls sehr lesenswerter Roman.

Band 6: „Konvoi“ (Martin Kay)
Die Technik in der Ikarus Welt ist wie folgt: Wenige Raumschiffe haben einen überlichtschnellen Antrieb, die meisten nutzen die Sprungtore. Um diese Sprungtore zu errichten, benötigt man die Hilfsmittel, die den Konvoi bilden.
Der Roman fängt sehr spannend an, lässt aber genauso stark nach.

Insgesamt ist „Rettungskreuzer Ikarus“ lockere Unterhaltung, die ihre Schwächen, aber andererseits ihren ganz eigenen Charakter hat.

Dirk van den Boom
Retungskreuzer Ikarus
Die ersten drei Bände der „Rettungskreuzer Ikarus“ – Serie in einem Band
ISBN:3936742014
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Der verpasste Mann

Der verpasste Mann

Marie findet in einer Schuhschachtel alte Fotos von Paul, ihrer Jugendliebe. Sie fragt sich, was eigentlich gewesen wäre, wenn sie sich damals für Paul und nicht für Hans entschieden hätte. Wäre ihre Ehe jetzt auch am Ende. Würde sie sich ebenso ausgenutzt und verbittert fühlen? Wäre das Leben ebenso mühsam geworden? Oder wäre Paul die große Liebe gewesen? Es macht Marie zu schaffen, dass sie nicht weiß, wie ihr Leben mit Paul verlaufen wäre.
Da kommt Onkel Gregor. Er ist so etwas wie ein Engel. Und er bietet Marie an, in eine Parallelwelt zu reisen, um festzustellen, ob das Leben mit Paul anders als mit Hans gewesen wäre. Marie lässt sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Doch eine schwere Entscheidung steht nun an. Will sie bei Hans bleiben oder von nun an mit Paul zusammen leben?

Die Autorin hat sich mit einem interessanten Thema beschäftigt. Wohl jeder stand in seinem Leben schon mal an einem Scheideweg und musste sich entscheiden. In eine Parallelwelt eintauchen zu können, um zu sehen, was passiert wäre, wenn man sich anders entschieden hätte, ist sehr reizvoll. Marie wird diese Chance gegeben. Und dazu noch die Möglichkeit, ihre damalige Entscheidung zu ändern. Gleichzeitig analysiert sie ihre Ehe mit Paul. Dabei ist sie sehr ehrlich mit sich, spart nicht mit Seitenhieben und Ironie. Der Leser wird die eine oder andere eingefahrene Familiensituation selbst schon erlebt haben. Maries Leben steht praktisch still, ist unglaublich langweilig geworden. Ihr Mann bringt sich nicht mehr in die Beziehung ein. Viel zu lange hat Marie still gehalten. Es geht so nicht weiter, das wird dem Leser mit Eindringlichkeit deutlich gemacht. Das ganze Buch wirkt sehr gut durchdacht. Es ist nicht nur unterhaltsam, es regt auch sehr zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung mit bestimmten eingefahrenen Situationen in einer Ehe an. Männer kommen dabei allerdings nicht besonders gut weg. So entscheidet sich Marie dann doch ganz anders, als man erwartet hätte.

Über die Autorin:
Elfriede Hammerl studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Uni Wien. Sie ist Kolumnistin beispielsweise bei „Vogue“, „stern“ und „Kurier“. Sie schrieb aber auch Kurzgeschichten und Essays für diverse Magazine. Sie erhielt 1999 den Publizistikpreis der Stadt Wien, den Frauenpreis 2002 und 2004 den Concordia Preis. Elfriede Hammerl lebt in der Nähe von Wien.

Rezension von Heike Rau

Elfriede Hammerl
Der verpasste Mann
264 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30719-0
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Der Cartoonist

Der Cartoonist

Autor:
Sean Costello ist Autor der Romane Eden’s Eyes (1989), The Cartoonist (1990) und Captain Quad (1991). Der vorliegende Band ist meines Erachtens Costellos Debüt in Deutschland. Nach einer längeren Pause veröffentlichte er zuletzt die Romane „Finders Keeper“ und „The Sandman“, letzteres ist ein Medizinthriller und sein neuestes Werk. Sean Costello lebt in Sudbury.
Inhalt:
Scott Bowman und zwei seiner Freunde werden in einen schrecklichen Unfall verwickelt. Ein Mädchen stirbt, doch da es keine Zeugen gibt, begraben sie die Tote und schwören, niemals wieder ein Wort über das Unglück zu verlieren.
Sechzehn Jahre später ist aus Scott inzwischen ein erfolgreicher Psychologe geworden. Doch plötzlich holt ihn die Vergangenheit ein. In der Klinik, in der er arbeitet, wird ein Zeichner eingewiesen. Dieser Alte zeigt alle Zeichen einer Alterdemenz. Er reagiert nicht auf äußere Einflüsse. Einzige Aktivität ist das Zeichnen von düsteren Comicstrips.
Doch diese haben es in sich. Alle Unglücke der vergangenen Tage wurden von ihm gezeichnet. Scott und sein Kollege Bateman vermuten, er habe die Meldungen im Radio aufgeschnappt. Auch wenn das im Widerspruch zu seinem sonstigen Verhalten steht, wo er scheinbar seine Umwelt gar nicht wahrnimmt.
Aber es kommt noch schlimmer. Der Cartoonist malt eine Szene, die Scott bekannt vorkommt. Am Wochenende findet er durch Zufall heraus, dass es sich um den Anlegesteg vor ihrem Haus handeln könnte. Scott taucht, um sicher zu gehen, und will die gemalte Szene mit einer wasserdichten Kamera fotografieren. Scott klemmt sich beim Tauchen das Bein ein und ertrinkt fast, kann aber durch Nachbarn gerettet werden.
Scott hat einen ungeheuren Verdacht. Kann der Cartoonist in die Zukunft sehen? Als das neueste Bild einen Verkehrunfall zeigt, bekommt Scott es mit der Angst zu tun. Das Bild zeigt einen Volvo, genau das Auto, mit dem seine Frau und seine Tochter unterwegs zu Verwandten sind…
Der vorliegende Roman trägt das Etikett Horror. Dies trifft aber nur bedingt den Inhalt des Romans. Der Cartoonist ist ein Psychothriller, der von der Spannung lebt, von der Nähe zur Realität. Die Personen sind liebevoll und lebendig gezeichnet, daher sind die Ereignisse besonders aufregend für den Leser. Es sind die kleinen Schicksale, die den Leser unwillkürlich zusammen zucken lassen, wenn ein seltsames Geräusch erklingt.
Viel passiert in dem Roman allerdings nicht. Dazu kommt, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Trotzdem ist sie unglaublich spannend, wenn auch vereinzelt ein paar Längen sind. Doch für den Fan von deftiger Horrorliteratur ist der Cartoonist weniger geeignet, da sich das Grauen doch eher im Kopf bzw. im Alltäglichen wieder findet.
Fazit:
Ein spannender Psychothriller mit vorhersehbarer Storyline, der gute Unterhaltung bietet. Fans deftigen Horrors sollten jedoch von der Lektüre Abstand nehmen.

Sean Costello
Der Cartoonist
Der Cartoonist ist ein Psychothriller, der von der Spannung lebt, von der Nähe zur Realität.
ISBN:3935822774
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