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    Der blaue Kristall

    Von hera | 24.August 2004

    Dr. Jan Parlor hat seine Faszination für Steine zum Beruf gemacht. Trotz beruflicher Erfolge und auch in sexueller Hinsicht erfüllter Ehe mit Anna, wirkt sein Leben langweilig. Es scheint, als würde die Zeit nur so vor sich hin plätschern, als wäre das Leben eine Belanglosigkeit. Alles ist Schicksal, alles ergibt sich. So war es schon zu DDR-Zeiten, warum sollte es nach der Wende anders sein. Parlor ist kein Kämpfer. Wofür auch, ihm fehlt ja nichts. Dann geschieht das Unfassbare. Parlor verliebt sich in eine verheiratete Frau. Sie erinnert ihn an jemanden, weckt versteckte Gefühle, die niemand in ihm vermutet hätte, am wenigsten er selbst. Seine Fantasie schlägt Purzelbäume, alle Gedanken drehen sich um diese Frau. Doch Parlor kann lange nicht aus sich heraus. Er versucht die Frau mit Zurückhaltung zu erobern, so sind Ostmänner nun mal. Irgendwann ist es genug. Parlor merkt, dass er so nicht ans Ziel kommt und verliert die Geduld. Leidenschaft packt ihn und er begeht eine unerklärliche Tat.

    Der Autor erzählt in einem sehr eindringlichen Stil. Dabei arbeitet er mit interessanten Perspektivwechseln. Der Leser erfährt daher auch die Gedanken, die der Ich-Erzähler selbst nicht offenbaren würde. So entsteht eine ungewöhnliche Tiefe. Die Wandlung Parlors vom Langweiler zum leidenschaftlichen Mann ist sehr ausführlich beschrieben. Parlor mit seiner plötzlichen Leidenschaft konfrontiert, lernt Gefühle zuzulassen und nicht mehr alles als gegeben hinzunehmen. Sogar Hassgefühle unterdrückt er nicht länger. Ein schmerzlicher Prozess, der, auch wenn man das hofft, nicht im Glück endet und doch den Grundstein für ein lebenswerteres Leben mit wirklichen Zielen schafft.

    Über den Autor
    Birk Meinhardt, Jahrgang 1959, arbeitete als Sportjournalist für verschiedene Zeitungen und seit 1996 als Reporter für die Süddeutsche Zeitung. Der in Eichwald bei Berlin lebende Autor erhielt 1999 und 2001 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. „Der blaue Kristall“ ist sein erster Roman.

    Rezension von Heike Rau

    Birk Meinhardt
    Der blaue Kristall
    288 Seiten, gebunden
    Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
    ISBN: 3-8218-5742-0
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