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Monat: Januar 2005

Rabenbraten

Rabenbraten

In ihrem Leben scheint es keine Grenzen zu geben. Ständig spricht sie in Rätseln. Ihre Worte wirken verworren. Wirklichkeit und Traumwelt verschwimmen miteinander. Ihr Bewusstsein ist verzerrt. Ist sie wirklich krank oder nutzt sie ihre Begabung als Journalistin, die Wahrheit hinter Geschichten zu verstecken. Verbirgt sich etwas hinter ihren Wahnvorstellungen? Spielt sie ein Spiel? Steht sie auf der Bühne und rechtfertigt einen Mord? Hat sie ihm Schlafmittel gegeben und den Gashahn aufgedreht oder nicht. Versucht sie den Kopf aus der Schlinge zu ziehen oder existiert am Ende auch der Mord nur in ihrer Fantasie?

Die Geschichte ist unglaublich. Bilder entstehen, auf die man sich nicht einlassen will, die Angst machen und befremdlich wirken. Dennoch kann man dem Buch eine gewisse, fast schon unheimliche Faszination nicht absprechen. Die alles entscheidende Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Hat sie gemordet oder nicht?
Wenig an der Geschichte ist nachvollziehbar, vieles bleibt undurchsichtig. Fest steht nur, dass die Frau auf der Suche ist. Nach sich selbst möglicherweise und einem für sie annehmbaren Leben. Es ist, als liest man sich durch eine verworrene Traumwelt. Es wird und wird nicht besser. Und auch von dem vermeintlichen Psychologen braucht man keine Hilfe zu erwarten. Am Ende ist der vielleicht auch nur ihrer Fantasie entsprungen, immer bereit ihr zuzuhören und zu analysieren, in welcher Gestalt auch immer.
„Rabenbraten“ ist ein Buch, das sich nicht so leicht begreifen lässt, weil es zu verrückt ist. Nach dem Lesen fühlt man sich, als hätte man einen Albtraum gehabt, der noch lange beschäftigt.

Über die Autorin:
Monika Wogrolly wurde 1967 in Graz geboren. Sie studierte Philosophie und Germanistik und hat die erste Grazer Philosophische Praxis eröffnet. Monika Wogrolly erhielt neben Projektstipendien das Staatsstipendium für Literatur und den Förderungspreis der Stadt Wien.

Rezension von Heike Rau

Monika Wogrolly
Rabenbraten
364 Seiten, gebunden
Franz Deuticke Verlag, Wien-München
ISBN: 3-216-30733-6
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Bauen mit Holz im Garten

Bauen mit Holz im Garten

Holz ist ein vielseitiger und vor allem natürlicher Baustoff, der gerne in der Gartengestaltung eingesetzt wird. Holz ist relativ einfach zu bearbeiten. Besonders kreative und handwerklich begabte Menschen finden hier ein breites Betätigungsfeld.

Gegliedert ist das Buch in drei Kapitel:

„Holz – ein Baustoff zwischen Tradition und Experiment“
Holz hat die Entwicklungsgeschichte des Menschen begleitet. Holz dient als Ausgangsmaterial für Häuser, Geräte und Kunstgegenstände. Es wird schon seit jeher im Außenbereich für Zäune und Bänke verwendet. Doch neue Baustoffe wie Ziegel, Beton, Stahl und Kunststoffe verdrängten den Baustoff Holz immer mehr. Doch das Holz wurde wiederentdeckt. Um es einsetzten zu können, sind natürlich vielfältige Kenntnisse nötig. Hier setzt das Buch an.

„Holzarbeiten – Schritt für Schritt“
In diesem Kapitel werden die Vielfältigkeit und die Besonderheiten des Baustoffs Holz genau erklärt. So werden beispielsweise die wichtigsten Wachstumszonen im Text, in Bildern und in einer Tabelle dargestellt. Auch was man hinsichtlich der Holzfeuchte, Fehlern im Holz, den verschiedenen Güteklassen oder zu Schnittholzarten wissen muss, wird thematisiert. Vorgestellt werden verschieden Holzverbindungen. Erklärt wird aber auch, welche Einflüsse holzzerstörend wirken können und welche Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen werden sollten. Zu beachten sind hierbei auch die verschiedenen Dauerhaftigkeitsklassen von Holz. So wird schnell klar, welches Holz sich für die geplanten Arbeiten am besten eignet. Auch zum Streitthema Tropenholz wird Stellung genommen. Natürlich fehlen auch Tipps zur fachgerechten Verarbeitung von Lasuren oder Lacken nicht.
Im Anschluss werden verschiedene Einzelprojekte wie Terrasse, verschiedene Sicht- und Lärmschutzwände, Pergolen, Palisadenwand, Rankgitter, Lattenzaun und Treppen vorgestellt. Zunächst werden die Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt und die benötigten Materialien aufgelistet. Dann wird der Bauablauf genau beschrieben. Die Zeichnungen sind beschriftet und mit Maßen versehen. Dazu kommen eine Reihe von Fotos, die verschiedene Arbeitsschritte zeigen.

„Holzarbeiten – Angebot und Ausschreibung“
Sicher wird nicht jeder Bauherr alle Holzarbeiten selbst durchführen können, wenn es zu kompliziert wird. Aber um Streitigkeiten mit der Ausführungsfirma zu vermeiden, sollten die geplanten Leistungen genau beschrieben werden. Was zu beachten ist bei Angebot und Ausschreibung wird ausführlich erläutert. Zur Verfügung gestellt werden Checklisten und Ausschreibungsbeispiele. Es folgen Adressen zu Fachverbänden und Bezugsquellen von Holzartikeln.

„Bauen mit Holz im Garten“ ist ein interessanter, vielseitiger und umfangreicher Ratgeber. Die Themenvielfalt ist beeindruckend. Die verschiedenen Holzarbeiten werden ganz genau und bis ins Detail erläutert. Aufgezeigt werden auch immer hilfreiche Listen mit Hinweisen, die man vorab überdenken sollte. Die Beiträge zeichnen sich durch gute Übersichtlichkeit aus. Auf dem breiten Rand ist genug Platz für Notizen. Die Fotos zu den Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind nicht gestellt, sondern während der Arbeit entstanden.
Das Buch ist geeignet für handwerklich begabte Laien, egal ob sie die Arbeiten ganz oder nur teilweise ausführen wollen, aber auch für Handwerker, die beruflich mit Holzarbeiten zu tun haben wie etwa im Garten- und Landschaftsbau.

Rezension von Heike Rau

Peter Mair
Bauen mit Holz im Garten
167 Seiten, gebunden, 99 Farbfotos, 39 Zeichnungen, 20 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4489-1
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Keine Paraden mehr

Keine Paraden mehr

Captain Tietjens befindet sich kurz hinter der Front. Hier tut er einen recht ungefährlichen Job. Zwar kämpft er mit einer Reihe von Problemen, doch die meisten Gedanken macht er sich um seine schöne Frau. Ihr gegenüber gibt sich Tietjens äußerst reserviert. Sie hält seine Unnahbarkeit, seine Komplexe und seine Steifheit nicht aus, reagiert darauf mit Männergeschichten und fein gesponnenen Intrigen. Tietjens versucht das Spiel seiner Frau zu durchschauen und er lenkt sich ab mit leidenschaftlichen Gedanken an Valentine Wannop. Obwohl es bei einer Schwärmerei bleibt, glaubt er, an seiner gescheiterten Ehe die alleinige Schuld zu tragen.
Seine Frau Sylvia treibt ihre Intrigen, auch aus unbegründeter Eifersucht, auf die Spitze. Sie stellt ihren Mann bloß. Doch ein Skandal muss um jeden Preis verhindert werden. Aber genau das könnte Tietjens nun das Leben kosten.

Zugegeben, das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen. Aber die Geschichte ist interessant. Heute erscheinen die Moralvorstellungen Tietjens sehr befremdlich. Er ist so geradlinig und ehrlich, dass es fast nicht zu glauben ist. Trotzdem schlittert er geradewegs in eine Katastrophe, lösen seine biederen Wertvorstellungen den folgenschweren Konflikt aus. Seine Frau Sylvia sträubt sich mit Händen und Füßen. Sie, die im Buch in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird, sieht es als ihr gutes Recht an, sich zu wehren. Sie quält Tietjens, macht ihn fertig. Er lässt es sich bieten. Er schützt Sylvia sogar, rechtfertigt ihr Verhalten und wird dennoch nicht Herr der Lage. So werden die damaligen gesellschaftlichen Zwänge regelrecht vorgeführt. Eine dramatische Geschichte, die es zu lesen lohnt.

Über den Autor: Ford Madox Ford, 1873-1939, wurde unter dem Namen Ford Hermann Hueffer als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin geboren, einer Familie von Malern, Schriftstellern und Intellektuellen. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch. Zusammen mit Joseph Conrad schrieb er zwei Bücher und mit seinen Literaturzeitschriften „The English Review“ und „Transatlantic Review“ wurde er zum Entdecker, Förderer und Freund von Joseph Conrad, Henry James, James Joyce und Ernest Hemingway, um nur einige zu nennen. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er auf englischer Seite teilnahm, legte er seinen deutschen Namen ab, lebte in Frankreich und Amerika.

Das englische Original erschien 1925 unter dem Titel „No More Parades“ bei Duckworth & Co., London.

Rezension von Heike Rau

Ford Madox Ford
Keine Paraden mehr
Aus dem Englischen von Joachim Utz
328 Seiten, gebunden
Eichborn Berlin
ISBN: 3-8218-0711-3
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