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    Weiße Sklaven

    Von hera | 4.April 2005

    Am 2. Mai 1815 läuft die Brigg Commerce unter Kapitän James Riley in Connecticut zu einer Handelsreise aus. Die Commerce ist ein stabil gebautes neues Schiff. An Bord sind neben dem Kapitän elf Besatzungsmitglieder. Die Fahrt steht unter keinem guten Stern. Bei schlechtem Wetter und in dichtem Nebel kommt die Commerce vom Kurs ab und läuft vor der Westküste Afrikas bei Cap Boujdour auf ein Riff auf. Die Lage ist sehr ernst. Dennoch schafft es die Mannschaft, sich an Land zu retten. Um einer Gefangennahme durch die Einheimischen zu entgehen, wagen die Männer sich mit dem Beiboot wieder hinaus aufs Meer. Doch es gibt kein Entkommen. Bis Kap Barbas schaffen es die Männer, landen an der Steilküste an. Es ist unvorstellbar mühsam für die entkräfteten Männer, einen Weg nach oben zu finden. Was sie dann schließlich sehen ist eine tot scheinende Landschaft – die Wüste. Die Männer fühlen sich am Ende ihrer Möglichkeiten. Panik macht sich breit. Doch zum Sterben hinlegen, wollen sie sich nicht. Sie brechen ins Landesinnere auf. Schließlich entdecken sie in der Nacht ein Lagerfeuer und beschließen, die Menschen dort um Hilfe zu bitten. Doch die Hilfe wird ihnen verwehrt. Stattdessen verlieren sie ihre Freiheit und werden versklavt.

    1995, wie der Autor im Vorwort schreibt, fiel ihm James Rileys Buch „Sufferings in Africa“ in die Hände. Und auch die Aufzeichnungen eines zweiten Überlebenden des Schiffbruchs, Archibald Robbins, fanden sich. Beide Berichte kommen nun im vorliegenden Buch zusammen. Zudem reiste der Autor selbst in die Sahara.
    Entstanden ist ein beeindruckendes, aber auch sehr erschütterndes Werk.. Die Besatzung der Commerce gelangte in eine schier ausweglose Situation. Und trotzdem kämpften die Männer um ihr Überleben. Auch das letzte bisschen menschliche Würde wurde ihnen genommen. Sie hungerten und waren ständig am verdursten. Die Hitze war nicht zu ertragen. Die Situation war so unglaublich entmutigend. Der Autor nimmt sich sehr viel Platz für Gefühlsbeschreibungen und Gedanken, die verdeutlichen, wie es den Männern ging. Das berührt beim Lesen tief.

    „Weiße Sklaven“ ist zudem sehr interessant geschrieben. Der Autor stellt auch Ungereimtheiten gegenüber, die auftauchen, wenn man Rileys Bericht mit dem von Robbins vergleicht. Er versucht zu erklären, was wirklich passiert sein könnte. Auch aktuelle Forschungsergebnisse, wie etwa zur Dehydratation fließen in den Text mit ein. Historische Hintergrundinformationen sind vorhanden und Karten, so dass der Leser die Routen genau verfolgen kann.

    Über den Autor:
    Dean King, geboren 1962, lebt mit seiner Familie in Richmond, Virginia. Der Journalist und Autor von neun Büchern gab die „Heart of Oak Sea Classics“-Reihe heraus und schreibt beispielsweise für „National Geographic Adventure“ und die „New York Times“.

    Über die Übersetzerin:
    Heike Steffen ist Jahrgang 1968. Sie studierte Literaturübersetzung in Düsseldorf und Spanien. Für den marebuchverlag hat sie beispielsweise den Roman „Der Unmensch“ von Arabella Edge ins Deutsche übersetzt. Heike Steffen lebt in Hamburg.

    Rezension von Heike Rau

    Dean King
    Weiße Sklaven
    Die wahre Geschichte von einem Schiffbruch in der Sahara
    Übersetzt von Heike Steffen
    440 Seiten, gebunden, mit s/w-Abbildungen
    marebuchverlag, Hamburg
    ISBN: 3-936384-43-6
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