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    Vertrauen ist gut

    Von hera | 27.März 2009

    Trotz seiner körperlichen Behinderung führt Felix ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Der fast Fünfzigjährige wohnt in einem Anbau am Haus von seinem Bruder und dessen Familie. Leider scheint die Ehe seines Bruders nicht mehr ganz so harmonisch wie früher. Immer öfter wird gestritten. Das beunruhigt Felix. Das handschriftliche Manuskript, das Felix für seinen Bruder abtippt, verstärkt die Ängste noch. Es scheint ihm, dass es sich hier nicht um Fiktion, sondern viel mehr um die Beschreibung der Wirklichkeit handelt. Wird hier gezeigt, was sich drüben im Haus abspielt? Im Buch geht es um eine Frau, die immer mehr in die Fänge einer Sekte gerät. Sie will ihren Mann dort mit hineinziehen oder, wenn ihr Plan nicht gelingt, ihn mit dem kleinen Sohn verlassen. Aber nicht nur das, was mit seiner Schwägerin womöglich passiert beunruhigt ihn. Auch sein Bruder hat sich in letzter Zeit verändert. Er wird dem Vater immer ähnlicher, entwickelt sich ebenfalls zu einem Choleriker. Felix wird an seine Kindheit erinnert. Alte Geschichten kochen wieder hoch.

    Felix macht sich das Leben schwer. Er ist ein sehr ängstlicher Mann, der überall Gespenster sieht. Diese ständige Wachsamkeit zermürbt ihn. Er schafft es nicht, die Vergangenheit ruhen zu lassen. So glaubt man als Leser zunächst, er jagt einem weiteren Hirngespinst nach, als er das Manuskript inhaltlich hinterfragt. Man wird davon angesteckt, wird hellhörig. Man sucht nach Hinweisen, die Felix’ Annahmen stützen könnte. Man ist aber hier ganz auf das, was Felix erlebt und denkt angewiesen. Eine andere Perspektive auf das Geschehen wird dem Leser verweigert. So gerät man mit hinein in den Gedankenstrudel. Die Vorstellungskraft wird derart angeregt, dass man auch schon bald die Katastrophe kommen sieht.
    Das Buch ist also gut gemacht. Man wird als Leser von einer außergewöhnlichen Geschichte gefangen genommen, die auf die Macht der Fantasie setzt. Genau wie Felix wird man in Alarmbereitschaft versetzt. Das erzeugt eine ungeheure Spannung, obwohl lange nichts wirklich Dramatisches passiert. Diese Art der Beeinflussung ist ein interessantes und überraschendes Gefühl. Sehr unheimlich!

    Rezension von Heike Rau

    Jürg Acklin
    Vertrauen ist gut
    160 Seiten, gebunden
    Nagel & Kimche
    ISBN: 978-3312003648
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