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Autor: hera

Thad Krasnesky: Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!

Thad Krasnesky: Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!

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Immer mal wieder passiert Lara ein Malheur. Doch weil sie noch so klein ist, mag Mama nicht mit ihr schimpfen. Sie nimmt Lara auch dann in Schutz, als ihr der Orangensaft umkippt und Papas neue Hose ruiniert. Die Geschwister sind nicht mehr ganz so nachsichtig. Tom ist empört, als Lara aus Unachtsamkeit sein Bauwerk zerstört. Aber Mama ist wieder auf Laras Seite, weil die Kleine glaubhaft vermitteln kann, dass Tom sie geärgert hat.
Auch bei ihrer Schwester Susi funktioniert die Masche. Lara nimmt einfach Sachen von ihr, um ihr Puppenhaus zu erweitern. Als Susi ihr Eigentum zurückverlangt, schlichtet Mama wieder ganz in Laras Sinn. Schließlich hat Lara ihr gesagt, dass Susi ihr Spielzeug nicht mit ihr teilen will.

Doch irgendwann treibt Lara es zu weit. Als sie nimmt, was ihr gefällt und es als Piratenbeute im Garten vergraben will, hört der Spaß auf. Nicht nur, dass sie einfach Dinge, die ihr nicht gehören, genommen hat – auch die Wohnung ist bei ihrem Piratenstreifzug ziemlich schmutzig geworden. Mama ist nicht da, um die Kleine wieder in Schutz zu nehmen und Papa verlangt, dass Lara selbst wieder für Ordnung sorgt. Doch ihre Art sauberzumachen vergrößert das Chaos nur noch. Da mag selbst Mama nicht mehr für Lara einstehen, auch wenn das kleine Mädchen erst drei Jahre alt ist.

Wie alle Kinder in diesem Alter testet Lara ihre Grenzen aus. Sie ist ein pfiffiges, fantasievolles und gewitztes Kind und weiß, wie sie ihre Mutter manipulieren kann. So kommt sie mit ihren Aktionen tatsächlich eine Weile durch. Doch Grenzen müssen gesetzt werden, das sieht auch die Mutter irgendwann ein und so muss Lara lernen innerhalb dieser zu leben.

Das vorliegende Buch ist natürlich in erster Linie ein Kinderbuch. Kinder können sehen, wie es wirkt, wenn einer in der Familie sich rücksichtslos verhält und bockig, wütend und schreiend, seinen Willen durchzusetzen versucht. Die Bilder sprechen eine eigene Sprache. Besonders die Mimik der handelnden Personen spricht Bände.

Das Buch fungiert also gleichzeitig als Erziehungsratgeber. Denn es zeigt, wohin es führt, wenn Eltern ihren Kindern, auch wenn diese noch so klein sind, keine Grenzen setzen und auch unangebrachtes Verhalten mit dem jungen Alter des Kindes entschuldigen.

Davon mal abgesehen, dass das Buch einen ernsten Hintergrund hat, ist es sehr kindgerecht geschrieben und gestaltet. Kinder und Eltern kennen diese Situationen mit Sicherheit. Immer angemessen zu reagieren, ist nicht leicht. Autor und Illustrator kommen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger daher. Vielmehr vermitteln sie die Geschichte mit viel Humor in den Texten und Bildern. Natürlich wird etwas überzogen dargestellt, was passiert. Eltern und Kinder können über das Buch leicht ins Gespräch kommen. Und vielleicht hilft das, damit es zu Hause zukünftig etwas ruhiger zugeht.

Rezension von Heike Rau

Thad Krasnesky
Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!
Illustriert von David Parkins
40 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311672
ISBN-13: 978-3830311676
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Kjell Eriksson: Schwarze Lügen, rotes Blut

Kjell Eriksson: Schwarze Lügen, rotes Blut

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Wer der Ermordete ist, erfährt man im Obdachlosenasyl. Es handelt sich um Bosse Gränsberg. Außerdem hatte er einen Zettel mit einer Telefonnummer in der Tasche. Diese gehört zu Anders Brant, der nicht erreichbar ist. Kommissarin Ann Lindell kennt ihn. Sie hat in den letzten Wochen viel Zeit mit ihm verbracht. Dabei hatten sie nicht viel miteinander geredet, vielmehr die Zeit im Bett verbracht. Lindell weiß, das Brant, der als freiberuflicher tätiger Journalist arbeitet, unterwegs ist. Für ein oder zwei Wochen hatte er sich von ihr verabschiedet, ohne große Erklärungen zu machen. Auch ihr Versuch, ihn zu erreichen, scheitert. So behält sie erst einmal ihre Bekanntschaft für sich und beobachtet die Ermittlungsarbeiten ihres Kollegen Sammy Nilsson.
Sie selbst ist ebenfalls mit einem kniffligen Fall beschäftigt. Es geht um das Verschwinden des Mädchens Klara Lovisa. Wobei keiner mehr Hoffnung hat, sie noch lebend zu finden.
Während Brant unauffindbar bleibt, wird seine Wohnung durchsucht. Die Polizei versucht einen Anhaltspunkt zu finden, um die Verbindung zwischen Brant und Gränsberg zu klären. Brant wird wie ein Tatverdächtiger behandelt. Im Moment gibt es aber auch keine andere Spur. Das macht Lindell sehr zu schaffen. Zumal ein paar unschöne Dinge über Brant herauskommen.

Kommissarin Ann Lindell, alleinerziehende Mutter, ist in einer sehr schwierigen Lage. Sie hat einen komplizierten Fall zu lösen, während in ihrem Privatleben alles drunter und drüber zu gehen scheint. Offenbar hat sie sich in den Falschen verliebt. Doch so recht glauben, will sie das nicht. Ein Rädchen greift ins nächste und so wird der Krimi immer faszinierender. Die Handlung ist sehr realistisch gehalten. Das überzeugt.

Der Blick fällt natürlich zuerst auf Ann Lindell, die sehr authentisch rüberkommt. Sie ist eine Frau mit Ecken und Kanten. Aber sehr sympathisch. Man kann ihr Handeln gut nachvollziehen, auch wenn sie mit ihrem Schweigen einen Fehler begeht, der ihr bewusst ist. Während der Leser halbwegs eingeweiht wird, was Anders Brant angeht, muss sie mit ihren Zweifeln allein fertigwerden. Beruflich nachlassen darf sie deshalb natürlich mit. Und so setzt sie alles daran Klara Lovisa zu finden und ihrem Mörder zu überführen.
Ann Lindell, Anders Brant und die Ermittlungsarbeiten Sammy Nilssons – man verfolgt also drei Erzählstränge. Jeder für sich genommen sehr spannend, bilden diese eine Einheit im Buch. Man wird gut unterhalten.

Rezension von Heike Rau

Kjell Eriksson
Schwarze Lügen, rotes Blut
Ein Fall für Ann Lindell
Kriminalroman
416 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212535
ISBN-13: 978-3423212533
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Nina Blazon: Ascheherz

Nina Blazon: Ascheherz

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Bisher hatte Summer nur vom Blutmann geträumt, doch nun glaubt sie, ihn wahrhaft gesehen zu haben. Während einer Theatervorstellung saß er im Publikum und brachte sie aus dem Konzept. Nicht dass sie sein Gesicht jemals gesehen hätte, aber die Hände in den Handschuhen sind unverwechselbar.
Mit einer Lüge zieht Summer sich aus der Affäre. Aber sie weiß, um ihre Sicherheit hier in Mymara, der Stadt der Masken, ist es schlecht bestellt. Ihr Versteck ist entdeckt.

Finn aus ihrer Theater-Truppe tröstet sie und beschützt sie, ohne die Wahrheit zu kennen. Er verbringt mit ihr den Abend bei Musik am Hafen. Er kommt ihr zu nahe, droht ihre Lügen zu entlarven, was nicht sein darf. So beschließt sie Abschied zu nehmen. Fasst hätte sie Finn noch geküsst, doch eine Erinnerung kommt dazwischen.

Der Überfall wenig später zeigt ihr, wie groß die Gefahr ist, auch wenn eine rätselhafte Fremde den Angreifer in die Flucht schlägt. Während die Fremde sich aufmacht, um Hilfe für den schwer verletzten Finn zu holen, macht Summer sich aus dem Staub. Es ist alles so viel schlimmer geworden, denn währende des Überfalls hat sie das Gesicht des Blutmanns gesehen. Wieder einmal muss sie ein neues Leben beginnen. Dabei weiß sie nicht einmal, warum der Blutmann ihr folgt und sie töten will.

Allein wird sie nicht sein. Ein seltsamer Begleiter drängt sich ihr förmlich auf. Von Anfang an ist sie fasziniert von ihm und seiner geheimnisvollen Art. Anzej flieht mit ihr ins weit entfernte Nordland. Und hier erfährt Summer, wer sie wirklich ist.

Was für eine wunderbare Geschichte! Romantisch, geheimnisvoll, aber auch dunkel und unheimlich! Dennoch unbeschreiblich schön! Übertragen wird dieses Empfinden durch eine intensive und sehr ausgefeilte Sprache. Die Autorin versteht es, Momente festzuhalten, bis man Stimmungen und Schwingungen hautnah spürt. Man schlüpft als Leser in die Rolle eines geübten Beobachters, dem nichts entgeht. So wird das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis.

Die Geschichte beeindruckt. Und immer hautnah spürbar ist der Eishauch des Todes, der ja die Handlung entscheidend beeinflusst.
Beim Lesen fühlt man sich wie in einem Traum gefangen. So geht es auch zeitweise der Protagonistin. Man hat keine Mühe, mit ihr mitzufühlen, sie zu verstehen. Die Handlung wirkt märchenhaft. Man wird verzaubert von diesem Buch, das so sehr auf die Fantasie des Lesers setzt. Man kann gut folgen und glauben, was die Autorin vermittelt.

Rezension von Heike Rau

Nina Blazon
Ascheherz
544 Seiten, gebunden
cbt, München
ISBN-10: 3570160653
ISBN-13: 978-3570160657
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Charlaine Harris: Grabeshauch

Charlaine Harris: Grabeshauch

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Rich Joyce ist an Herzversagen gestorben. Seine sterblichen Überreste bestätigen dies. Von einem natürlichen Tod, wie angenommen, kann man allerdings nicht sprechen. Harper Collins sieht dank ihrer Gabe die letzen Minuten von Rich Joyces vor sich. Eine unbekannte Person hat eine Klapperschlange nach ihm geworfen und das hat ihn zu Tode erschreckt.
Was die Familie aber noch viel mehr aus der Ruhe bringt, ist das, was Harper Collins über die Todesumstände von Mariah Parish, Rich Joyces Pflegerin, offenbart. Sie ist nicht an einem Blinddarmdurchbruch gestorben, wie die Familie versichert, sondern nach der Geburt eines Babys, von dem niemand zu wissen scheint. Die Joyces glauben Harper kein Wort.

Harper und Tolliver, Harpers Stiefbruder, Manager und Freund, verlassen die Ranch der Joyces. Bleiben aber wegen Familienangelegenheiten noch in der Stadt. Der Kontakt zu ihren Schwestern bzw. Stiefschwestern Mariella und Gracie, die von Onkel Hank und Tante Jona adoptiert worden sind, soll aufrecht gehalten werden.
Lizzie Joyce und ihre Schwester sind allerdings so beunruhigt, wegen dem, was Harper über Maria Parish behauptet hat, dass beide ins Motel kommen. Sie ziehen in Erwägung, dass, wenn die Geschichte stimmt, das Baby Mariah Parishs von ihrem Großvater Rich Joyce stammen könnte. Die Frage, ob es tot ist oder lebt, ist also von größtem Interesse. Tolliver empfiehlt, die Privatdetektivin Victoria Flores zu beauftragen, um das herauszubekommen. Sie sucht schon nach Jahren nach einer Schwester bzw. Stiefschwester von Harper und Tolliver.

Für Harper und Tolliver treten immer mehr die Familienangelegenheiten in den Vordergrund. Matthew, Tollivers Vater, also Harpers Stiefvater, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und nimmt wieder Kontakt auf, obwohl dieser nicht erwünscht ist. Als Tolliver im Motelzimmer angeschossen wird, ist es allerdings Matthew, der als Erster zur Stelle ist.
Es ist nicht zu verkennen, die Lage spitzt sich zu. Irgendwem sind Harper und Tolliver zu sehr auf die Füße getreten. Es muss mit den Joyces zu tun haben, die offenbar etwas auf dem Kerbholz haben.

Im Grunde ist die Geschichte um die Totenfinderin Harper Connelly sehr spannend. Die Handlung wird aber von so vielen Aspekten bestimmt, dass man Mühe hat, den Überblick zu behalten. Die Familienverhältnisse von Harper und Tolliver sind auch jetzt, wo die beiden erwachsen sind, haarsträubend und eben auch sehr unglaubwürdig geschildert. Die Hauptperson Harper Connelly könnte eine sympathische Person sein, wenn sie nicht einerseits so naiv und andererseits so altklug wirken würde. Eine Mischung, die zwar einfach unmöglich, aber eben auch faszinierend ist. Tolliver tritt brav in ihren Schatten.

Man liest also immer mal wieder mit hochgezogenen Augenbrauen. Und trotzdem mag man das Buch nicht aus der Hand legen. Auch Haarsträubendes und Deprimierendes hat manchmal eben seinen Reiz. Und hier reiht sich wirklich eine Katastrophe an die nächste. Und dies alles wird mit staubtrockenen Formulierungen und teilweise rabenschwarzen Humor vermittelt, einer tragischen Komödie gleich.

Rezension von Heike Rau

Charlaine Harris
Grabeshauch
Deutsch von Christiane Burkhardt
320 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212683
ISBN-13: 978-3423212687
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Volker Friedrich: Pflastern mit Naturstein

Volker Friedrich: Pflastern mit Naturstein

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Mit Natursteinen gepflasterte Einfahrten, Wege, Terrassen oder andere Sitzplätze am Haus und im Garten sehen besonders schön aus. Wer über handwerkliches Geschick verfügt und vielleicht schon erste Erfahrungen gesammelt hat, kann so ein Vorhaben auch selbst verwirklichen. Das vorliegende Buch ist eine gute Hilfe bei Planung und Umsetzung.

Im Buch werden viele Beispiele gezeigt, die sich so oder so ähnlich umsetzen lassen. Es gibt hierzu Zeichnungen und Fotos. Das Material in seiner Vielfalt wird im 3. Teil ausführlich vorgestellt. So erfährt man, welche Steinarten auf dem Markt erhältlich sind, woher diese ursprünglich stammen und welche Farbvarianten zur Verfügung stehen. Man erfährt außerdem, was an Werkzeugen und anderen Materialien neben den Steinen vorhanden sein muss. Auch Formeln zur Berechnung, beispielsweise des Materialbedarfes, gibt es.

Im ersten Teil geht es vor allem um Gestalterisches. Man erfährt, wie man die eigene Kreativität einbringen kann und liest, was möglich ist und wie Vorstellungen umgesetzt werden könnten.

Das Pflastern selbst wird im 2. Teil in ausführlichen bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen erklärt. Man kann das Buch für Planung und Vorbereitung der Baustelle nutzen und erfährt wie die verschiedenen Techniken des Pflasterns umgesetzt werden, wie Verlegeformen, Muster und Ornamente entstehen. Es sind relativ einfache kleinflächige Verlegearbeiten dabei, aber in der Mehrzahl eher schwierige oder großflächige, für die man ein Grundgerüst an Erfahrungen braucht. Auch wie man das Natursteinpflaster später pflegt, wird erklärt.

Natursteinpflaster zu verlegen, ist keine einfache Sache. Man muss wirklich sehr viel bedenken. Aber im Buch findet man eine gute Anleitung. Wenn man so schon viel an Haus und Garten macht, kann man auch dieses Vorhaben erfolgreich meistern. Zudem ist das Buch für Garten- und Landschaftsbauer mit Vorkenntnissen eine Bereicherung.

Die Erklärungen im Buch sind durch ihre Ausführlichkeit sehr gut zu verstehen. Der Autor erklärt für Laien verständlich, schaltet Fehlerquellen aus und gibt viele hilfreiche Tipps. Sehr anschaulich ist auch das Bildmaterial mit Fotos und Zeichnungen, das reichlich vorhanden ist. Vieles findet man in Übersichten zusammengefasst, so dass man sich gut orientieren kann.
Das Buch ist empfehlenswert, auch weil der Autor weit denkt. Nicht nur der Umsetzung, sondern auch der Planung des Vorhabens ist viel Platz gewidmet. Das zahlt sich später aus.

Rezension von Heike Rau

Volker Friedrich
Pflastern mit Naturstein
3. überarbeitete Auflage 2010
138 Seiten, 118 Farbfotos, 43 Zeichnungen, 18 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3800169568
ISBN-13: 978-3800169566
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Jutta Profijt: Kühlfach zu vermieten

Jutta Profijt: Kühlfach zu vermieten

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Es ist heiß in Köln. Die Menschen leiden unter der Hitzewelle. Menschen sterben.
Im Rechtsmedizinischen Institut muss man dennoch einen kühlen Kopf bewahren und seine Arbeit tun. Doch es herrscht Chaos, seit der Chef weg ist. Unten im Keller bei den Kühlfächern ist es noch viel unheimlicher, seit obendrüber die Räumlichkeiten eine Baustelle sind.
Mit Entsetzen stellt man schließlich auch noch fest, dass eine Leiche fehlt, dabei ist nicht einmal die Identität geklärt, und eine andere ist nicht in Ordnung. Da hat sich jemand auf makabere Art und Weise dran vergriffen und Haut gestohlen.
Als auch noch einer die kühlen Kellerräume nutzt, um eine Leiche samt Sarg ungefragt unterzustellen, bringt das den neu eingesetzten Chef, der nicht vom Fach ist, auf eine geniale Idee. Jetzt, wo es so viele Hitzetote gibt, könnte man freie Kühlfächer teuer vermieten. Das stößt auf wenig Gegenliebe bei den Mitarbeitern.

Es treten noch weitere „Unregelmäßigkeiten“ auf. Dr. Martin Gänsewein, der eigentlich nur seine Arbeit tun soll und sonst nichts, betätigt sich als Ermittler. Ihm assistiert ein Geist, den niemand sehen und außer ihm niemand hören kann. Pascha hat den Weg ins Licht aus unbekannten Gründen noch nicht geschafft. Weil Dr. Gänsewein sein einziger Kontakt ist, hält er sich immer gerne in seiner Nähe auf. Auch dann, wenn er nicht soll. Das macht es schwierig für Gänsewein eine normale Beziehung mit seiner Freundin zu führen. So ganz rund laufen die Ermittlungsarbeiten nicht. Pascha selbst verliebt sich Hals über Kopf. Doch nach und nach kommen die beiden einer großen und unfassbaren Sache auf die Spur.

Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam. Dr. Gänsewein in seiner nüchternen Art und Weise und Geist Pascha, der nie Ruhe halten kann, ergänzen sich perfekt. Pascha fungiert als unsichtbarer Privatdetektiv. Er hat Augen und Ohren überall und hilft Dr. Gänsewein ordentlich auf die Sprünge. Manchmal gibt er sich allerdings auch seinen Gefühlen hin und träumt von seiner neuen Liebe. Dann ist es Dr. Gänsewein der ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss.

Der Krimi ist witzig. Paschas Verhalten ist aber manchmal dann doch unangebracht, wenn man den Ernst der Lage beachtet. Schließlich geht es im Buch um einen Fall, der gar nicht lustig ist. Dadurch, dass Pascha so viel Raum eingeräumt wird, gerät die Aufklärung des Falls auch immer wieder ins Stocken. Während das Buch also über weite Strecken vor allem schön kurzweilig ist, wird der Fall erst am Ende so richtig spannend.

Rezension von Heike Rau

Jutta Profijt
Kühlfach zu vermieten
304 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 342321256X
ISBN-13: 978-3423212564
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Charles Sealsfield: Häuptling Tokeah und die Weiße Rose

Charles Sealsfield: Häuptling Tokeah und die Weiße Rose

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Die Oconees haben sich zurückgezogen in ein unbewohntes und unwegsames Gebiet. Doch unaufhaltsam rücken die Siedler vor.
Der junge Mann wäre wohl an seinen Verletzungen, zugefügt durch einen Alligator, gestorben. Aber Canondah und Rosa nehmen sich seiner an. Der Miko, der Häuptling der Oconees, ist mit seinen Männern zur Herbstjagd aufgebrochen. Die jungen Frauen fürchten, dass er ihre Hilfe nicht gutheißen wird, bieten dem Fremden dennoch ihre Gastfreundschaft an.
James Hodges, ein britischer Seemann behauptet, von Seeräubern überfallen worden und später geflüchtet zu sein. Den Häuptling des Salzsees, dem Rosa versprochen ist, bezeichnet der Brite als Dieb und Mörder. Das führt zu Unstimmigkeiten.
Canondah, die Tochter des Häuptlings, könnte sich vorstellen, dass er bleibt und Rosa zu sich nimmt, die ebenfalls eine Weiße ist. Auch sie genießt Gastfreundschaft, sieht sich aber auch immer wieder mit Misstrauen der Indianer konfrontiert.
Doch der Brite will nicht bleiben. Rosa liebt ihn ohnehin nicht, sie ist ihm eher freundschaftlich verbunden. Auf ihre Bitte hin zeigt ihm Canonda den Weg in die Freiheit und verhilft ihm so zur Flucht.
Als Häuptling Tokeah, der Miko der Oconoees, von der Jagd zurückkehrt, setzt er sofort mit seinen Männern dem Flüchtigen nach.

Beschrieben wird in diesem Buch die Gegenwehr der Indianer gegen die weißen Siedler, die immer mehr Raum einnehmen und die Indianer zurückdrängen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Häuptling Tokeah und seine Ziehtochter Rosa, die Weiße Rose genannt. Sie wird mit sehr viel Liebe aufgezogen, auch wenn das im Widerspruch zu den Überzeugungen der Indianer steht. Als ein Fremder in die scheinbare Idylle eindringt, ändert sich vieles. Man kommt nicht länger umhin, der Realität ins Auge zu blicken. Und so entwickelt die Geschichte immer mehr an Dramatik. Charles Sealsfield ist ein sehr genauer Beobachter. Er hat die Geschichte wortreich ausgeschmückt. Beleuchtet werden dabei beide Standpunkte. Die der Siedler und die der Indianer. Es ist ein trauriges, bedrückend wirkendes Buch. Denn umfassende, schmerzliche und ungerechte Veränderungen bringt die Zeit mit sich.

Ganz einfach zu lesen, ist das Buch nicht. An den Schreibstil muss man sich gewöhnen, obwohl der Text überarbeitet wurde. Diese Lesefassung wurde von Alex Bischoff erstellt. Zugrunde lag eine zeitgenössische Ausgabe von 1843.
Näheres zu Charles Sealsfield, seinem Leben und seiner schriftstellerischen Arbeit gibt es im Anhang.

Rezension von Heike Rau

Charles Sealsfield
Häuptling Tokeah und die Weiße Rose
381 Seiten, broschiert
Unionsverlag
ISBN-10: 3293205046
ISBN-13: 978-3293205048
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Harry Dolan: Böse Dinge geschehen

Harry Dolan: Böse Dinge geschehen

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Es ist eher als ungewöhnlich anzusehen, wenn man von seinem Chef gebeten wird, einen Spaten zu besorgen, um eine Leiche begraben zu müssen. David Loogan nimmt das erst einmal so hin. Bei dem Toten handelt es sich um einen Einbrecher, macht Tom Kristoll deutlich. Einen Dieb, der durch die Terrassentür ins Haus eingestiegen ist. Es versteht sich von selbst, dass man sich wehrt. Der Tote muss verschwinden bevor Kristolls Frau nach Hause kommt. Also wird Michael Beccanti in den Wald geschafft und vergraben.
Tom Kristoll ist Herausgeber der Krimi-Zeitschrift „Gray Streets“ und Loogan arbeitet als Lektor für ihn. Auch wenn Kristoll alles versucht, um glaubwürdig zu erscheinen, hat Loogan sofort seine Zweifel. Wäre das, was er zu hören bekommen hat, eine Geschichte für „Gray Streets“, hätte er als Lektor ein paar Änderungen vorgeschlagen.

Doch bevor Loogan seinem Chef auf die Schliche kommt, begeht dieser Selbstmord, indem er sich aus dem Bürofenster im 5. Stock stürzt. Elisabeth Waishkey und Carter Shan beginnen mit den Ermittlungsarbeiten. Die Selbstmordtheorie kann nicht lange gehalten werden. Die Gerichtsmedizinerin bestätigt dies. Man hat es also mit einem Mord zu tun. David Loogan sollte sich aus der Sache heraushalten. Aber seine Neugier ist groß und so ermittelt er auf eigene Faust.

Von Anfang an macht der Krimi sehr viel Spaß. Loogan hat Erfahrungen mit Krimis. Er weiß, wie man diese plant. Das ist allerdings Theorie, denn er ist ja kein Verbrecher, sondern Autor und Lektor. Dennoch hilft ihm sein scharfer Verstand, der Wahrheit immer näher zu kommen. Echte Erfahrungen, was Kriminalfälle betrifft, hat das Ermittlerteam. Hier sind es insbesondere die Gespräche zwischen Elisabeth Waishkey und Carter Shan, die begeistern. Sachlich gehen beide an den Fall heran. Bis Elisabeth Waishkey Gefallen an Loogan entwickelt und ihre Gefühle Achterbahn fahren. Schließlich ist auch er ein Tatverdächtiger. Und er hat ein Verhältnis mit Tom Kristolls Frau! Auch wenn Loogan äußerst sympathisch ist, muss man ihm gegenüber auch als Leser misstrauisch sein, wird er doch im Buch immer mal wieder als Mann, der sich David Loogan nennt, bezeichnet. Auch er hat offensichtlich etwas zu verbergen.

Man wird immer schön neugierig gehalten. Der Spannungsbogen stimmt. Man wird in ein Verwirrspiel hineingezogen, von dem man lange nicht weiß, wer das Drehbuch geschrieben haben könnte. Der Krimi ist rätselhaft und lässt dem Leser viel Platz zum Spekulieren.

Rezension von Heike Rau

Harry Dolan
Böse Dinge geschehen
Kriminalroman
Deutsch von Martin Ruben Becker
416 Seiten, Klappenbroschur
dtv – Deutscher Taschenbuch-Verlag
ISBN-10: 3423248122
ISBN-13: 978-3423248129
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Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen

Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen

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Gerichte, die Kindheitserinnerungen wecken, kennt wohl jeder. Es sind ganz spezielle Rezepte, die von Generation zu Generation weitergetragen werden. Mit diesem Buch bewahren Sterne- und Fernsehköche, Kochbuchautoren und andere diese Rezepte. Und so mancher Leser wird vielleicht das ein oder andere lang vermisste Gericht hier wiederfinden oder zumindest eine Version davon.

So findet man im Buch schöne Rezepte zu „Matjes nach Hausfrauenart“, die „Klassische Rinderroulade“, „Ente mit Apfelfüllung und Rotkohl“, „Gefüllte Paprikaschoten“, „Wiener Schnitzel“, „Letscho“ und „Falscher Hase“.
In der Rubrik „Süße Hauptspeisen findet man „Arme Ritter“ oder Grießauflauf mit Kirschen“.
An „Nachspeisen“ werden unter anderem angeboten: „Kaiserschmarrn“ und „Holunderküchlein“.
Auch „Kuchen und Gebäck“ fehlen nicht. Man hat die Wahl zum Beispiel unter „Käsekuchen“ oder „Kalter Hund“.

Viele Lieblingsrezepte wurden von Profi- und Hobbyköchen beigesteuert. Zu diesen gibt es immer auch eine Geschichte oder Kindheitserinnerung. Dazu gehören unter anderem „Beamtenstippe mit Kartoffelbrei“ vom Food-Fotografen Cornelis Gollhardt, aber leider ohne Foto, „Bohnensuppe mit Milch“ von Kochbuchredakteurin Susanne George, „Schlosserbuben“ von Foodbloggerin Ellja und auch der „Schmand-Mandarinen-Kuchen“ von Köchin und Kuchenbäckerin Suse Owschinski.

Es gibt aufwändige Rezepte wie den „Christstollen“, aber auch ganz einfache wie die „Pellkartoffeln mit Schnittlauchquark“. Es ist also für jeden Anspruch etwas dabei. Schade, dass es nicht noch mehr Fotos gibt. Die, die vorhanden sind, gefallen nämlich ausgesprochen gut. Angerichtet wurden die Speisen passend auf schönem altem Geschirr.

Die Gestaltung des Kochbuches gefällt gut. Die illustrierenden Kachelmotive fügen sich harmonisch ein und lassen zusammen mit den Fotos zu den Gerichten direkt ein Gefühl von Nostalgie entstehen.
Die Rezepte sind gut sortiert und auch sehr schön übersichtlich angeordnet. Man kann den Kochanleitungen gut folgen. Insgesamt gibt es 120 Rezepte.

Rezension von Heike Rau

Lieblingsrezepte aus Kindheitstagen
120 Gericht, die wie zu Hause schmecken
160 Seiten, gebunden
Egmont VGS
ISBN-10: 3802537319
ISBN-10: 978-3802537318
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Paul Grote: Der Champagner-Fonds

Paul Grote: Der Champagner-Fonds

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Philipp Achenbach arbeitet bei France-Import in Köln als Einkäufer. Er ist zufrieden mit seinem Job. Nur Langer, sein Chef, scheint in letzter Zeit irgendwie verändert. Er erscheint häufig erst spät im Büro. Dann ist da noch die Lieferung aus Bandol, die längst überfällig ist und zu Spannungen zwischen Philipp und seinem Chef führt.
Die neue Chefsekretärin Helena Schilling sorgt für ganz andere Gefühle. Achenbach verliebt sich sofort in sie.
Auch andere private Dinge fordern Philipps Aufmerksamkeit. Sein Sohn Thomas will sein Betriebswirtschaftsstudium aufgeben und Winzer werden.

Es wird noch mehr Veränderungen in seinem Leben geben, zumal ihm nun auch sein Chef offenbart, die Firma vergrößern und damit Achenbachs Aufgabengebiet erweitern zu wollen. In einen Champagner-Fond soll investiert werden. Im Moment sind die Kurse unten. Man kann also auf deren Steigen hoffen. Philipp Achenbach ist skeptisch. Er befürchtet, dass Langer das Firmenvermögen aufs Spiel setzt.
Als Achenbach sich in die Champagne begibt, um vor Ort zu recherchieren, ist er nicht willkommen. Später bemerkt er, dass jeder seiner Schritte beobachtet wird. Einen Rückzieher macht er deswegen aber nicht. Er will wissen, was hinter seinem Rücken geschieht und baut dabei auch auf die Hilfe seines Sohnes. Doch ehe die beiden sich versehen, sind sie in einen Krimi verstrickt und müssen um ihr Leben fürchten.

Der Roman entwickelt sich nur sehr langsam zum Krimi. Man schaut zunächst auf die Hauptperson Philipp Achenbach samt Umfeld. Dann aber, nach und nach, wird die Handlung spannender und man liest mit wachsender Begeisterung. Philipp ist kein Draufgänger, sieht sich aber bald mit Situationen konfrontiert, die er lieber meiden würde. Aber aufzugeben kommt für ihn auch nicht infrage. Schließlich lässt er sich nicht gerne hinters Licht führen. Er will wissen, was Sache ist. Seine Kompetenz als Weinkenner hilft ihm hier nur begrenzt weiter, denn er bekommt es mit Menschen zu tun, die, des Geldes wegen, keine Skrupel kennen.

Rückblicken bleibt zu sagen, dass die Handlung sehr schön ausgefeilt wirkt. Die Hauptperson ist als Charakter gut ausgebaut. Man kann nachvollziehen, was Achenbach bewegt und wie die Motivation für seine Handlungsweise entsteht. So sieht man nicht mit Tunnelblick auf die immer offenbarer werdenden Verbrechen, auch Land und Leute, das Geschäft mit dem Champagner an sich und die Finanzmarktsituation werden beleuchtet.

Rezension von Heike Rau

Paul Grote
Der Champagner-Fonds
400 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212373
ISBN-13: 978-3423212373
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