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Autor: hera

R. J. Anderson: Bryony – Rebellin unter Feen

R. J. Anderson: Bryony – Rebellin unter Feen

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Obwohl es verboten ist, will Bryony nicht länger in der Eiche bleiben und endlich nach draußen gehen. Doch es zeigt sich, dass dies tatsächlich gefährlich ist. Denn in den Ästen des Baumes wird sie von einem Menschenkind entdeckt. Der königlichen Jägerin Dorna ist es zu verdanken, dass Bryony vor ihm gerettet wird. Dabei hatte Bryony gar nicht das Gefühl gehabt, in ernsthaft in Gefahr zu sein.

Von Dorna erfährt Bryony schließlich, wie dramatisch es um die Feen steht. Nur noch wenige von ihnen gibt es, alle ihrer Zauberkraft beraubt. Umso schlimmer ist, es dass in der Nähe Menschen wohnen.

Als Bryony endlich alt genug ist, einer eigenständigen Beschäftigung nachzugehen, erfüllt sich ihr Traum doch noch. Eigentlich wollte sie Sammlerin werden, doch weil die Königin zu bestimmen hat, geht Bryony in die Lehre bei Dorna und wird zur Jägerin ausgebildet. Das ist die gefährlichste Arbeit im ganzen Eichenstaat, aber man darf die Eiche verlassen.
Doch eine Krähe bedroht die Feen. Bryony braucht eine Waffe. Es ist jedoch keine aufzutreiben, außer vielleicht im Haus der Menschen. Also begibt sie allein nachts zum Haus und sieht sich um. Auch möchte sie herausfinden, warum die Feen so viel Angst vor den Menschen haben.

Bryony sieht Paul, den Jungen von damals, erst nach acht Jahren wieder. Seine Ausbildung in einem Internat muss er nach einem Unfall abbrechen. Er sitzt nun in einem Rollstuhl. Und hier, in seinem Schoß, landet Bryony nach einem Angriff der Krähe. Er nimmt die verletzte Fee mit ins Haus und baut darauf, dass sie sich erholt. Denn er hofft, sie könnte ihm einen Wunsch erfüllen. Noch ahnt er nicht, dass Bryony kaum noch magische Kräfte besitzt.

Traumhaft schön ist die Geschichte. Hauptfigur ist ein Feenkind, geboren aus einem Ei. Bryony ist das einzige Kind. Auch ältere Feen gibt es nicht mehr viele. Die Schweigekrankheit fordert ihren Tribut. Man spürt als Leser diese Hoffnungslosigkeit deutlich. Doch Bryony ist anders. Sie rebelliert. Den strengen Regeln, die eigentlich zum Schutz des Eichenvolkes gedacht sind, widersetzt sie sich. Dennoch wird sie geliebt.

Ihre erste Begegnung mit einem Menschenkind ist richtungsweisend. Obwohl Jahre vergehen, kann Bryony Paul nicht vergessen und man ahnt schon, dass die beiden eines Tages zusammenfinden werden. Nur hat Bryony, klein wie sie ist, in Pauls Hand Platz.

Und doch scheinen in den Elfen noch geheimnisvolle Kräfte zu schlummern, die zwar nicht beherrschbar sind, aber doch ab und an für eine spannende Wendung im Buch sorgen. So haben auch große Gefühle Platz in diesem Buch. Es ist sehr romantisch.

Die Geschichte wird getragen von Melancholie. Magie wohnt dem Buch selbst inne und so wird man beim Lesen direkt mit verzaubert. Die von der Autorin gezeichnete Feenwelt mit ihren Bewohner ist ausgesprochen gut vorstellbar. Bilder steigen auf, die sicher bei jedem Leser ein wenig anders geraten. Je nach Vorstellungskraft.

Dem Geschriebenen lässt sich ganz leicht folgen. Die Geschichte fließt nur so dahin. Fantasie und Ausdrucksstärke der Autorin beeindrucken und begeistern. Magie wird in die Wirklichkeit geholt und beides perfekt verbunden.
„Bryony – Rebellin unter Feen“ ist eines dieser Bücher, die man immer wieder lesen kann.

Rezension von Heike Rau

R. J. Anderson
Bryony – Rebellin unter Feen
Aus dem Englischen von Wolfram Ströle
285 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446236589
ISBN-13: 978-3446236585
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Susanne Rauchhaus: Die Messertänzerin

Susanne Rauchhaus: Die Messertänzerin

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Mit vier Jahren wurde Divja verkauft. In einer Schule, wo Mädchen aus gutem Elternhaus zur Tana ausgebildet werden, arbeitet sie als Dienerin. Divja glaubt, mit zwölf Jahren ebenfalls ihre Ausbildung beginnen zu können. Das ist ein kindlicher Irrtum. Denn wie sie erfährt, wird sie, zur untersten Kaste gehörend, für immer eine Dienerin bleiben müssen. Ohnehin ist sie anders als die anderen Mädchen mit ihren schwarzen Haaren und der Fähigkeit Lichter zu sehen. Möglicherweise, so glaubt sie, stammt sie von den Tassari ab, auch wenn in ihren Papieren etwas anderes stehen muss. Denn die Tassari werden ausgegrenzt. Mit der Rolle der Dienerin will sich Divja dennoch nicht zufrieden geben. Heimlich beobachtet sie die jungen Frauen beim Lernen.

Als in die Schule eingebrochen und eine Dienerin ermordet wird, ändert sich das Leben. Fortan wird diese bewacht. Der junge Tarjan, der ein Sujim ist, ist nun allgegenwärtig. Er entdeckt Divjas Platz auf dem Dach, wo sie heimlich das Tanzen übt. Auch er ist hier zum Trainieren. Sie kann ihn überreden, ihr das Kämpfen und Messerwerfen beizubringen, natürlich ohne dass jemand davon erfährt. Nur Jolissa ist eingeweiht. Obwohl sie einer höheren Kaste angehört, hat sie mit Divja sofort Freundschaft geschlossen. Sobald Jolissas Heirat vermittelt ist, möchte sie Divja als Dienerin mit sich nehmen.
Doch ihren Auserwählten darf Jolissa nicht heiraten. Die Schulleiterin hat etwas anderes im Sinn. Sie erteilt Divja, mit dem Versprechen auf ein besseres Leben, einen Mordauftrag. Dass es der Mann ist, den Jolissa heiraten muss, ahnt sie nicht und auch nicht, dass dieser Mann Fürst Warkan ist.

Das Buch ist eine echte Überraschung. Divjas Geschichte begeistert von den ersten Seiten an. Man ist beeindruckt von dem Mädchen, das sich Bildung nicht verwehren lässt und heimlich von den jungen Frauen, die auf die Ehe vorbereitet werden sollen, lernt. Die Jahre vergehen. Als sie auf den geheimnisvollen Wächter Tajan trifft, ist sie längst eine ausgezeichnete Tänzerin. Ihre sehr ausdrucksstarken Tänze, geben Gefühle und Stimmungen wieder. Unglaublich perfekt vermittelt die Autorin das dem Leser.

Mit ihrer Zielstrebigkeit vermag Divja den jungen Wächter zu beeindrucken. Nicht nur, dass er ihr Lehrer wird. Er ist auch eine Quelle an Informationen für Divja. Die Grundlage für ihre Meinungsbildung lag bisher ausschließlich im begrenzten Raum der Schule. Erstmals erfährt sie, was draußen vorgeht.
Dass sich die beiden ineinander verlieben, erwartet man, auch wenn man weiß, dass es hoffnungslos ist, weil sie im Grunde nichts gemeinsam haben und so vieles zwischen ihnen steht. Doch Divja nimmt nichts mehr als gegeben hin. Vor allem will sie das Geheimnis um ihre Herkunft entschlüsseln. Das gelingt ihr, doch es führt sie auch in einen direkten Kampf hinein, bei der es um das Bestehen ihres Volkes geht.

Es ist selten, dass man sich als Leser so gut in eine Geschichte hineinversetzten kann. Das liegt nicht nur am interessanten Thema, sondern auch am ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin. Und auch an der Idee, so außergewöhnliche fantastische Elemente in die Geschichte mit einfließen zu lassen.

Rezension von Heike Rau

Susanne Rauchhaus
Die Messertänzerin
366 Seiten, gebunden
Ueberreuter Verlag
ISBN-10: 3800056038
ISBN-13: 978-3800056033
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Claire Knightley: Dark Moon

Claire Knightley: Dark Moon

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Wegen finanzieller Schwierigkeiten steht das Haus von Marks Eltern zum Verkauf. Emilia Frazetta, eine alte Frau, die überraschend jung aussieht, übernimmt die Villa. Emilia nimmt sofort viel Raum in Lydias Leben ein, die Marks Freundin ist. Als Emilia bei Nebel in Lydias altes Auto hineinfährt, gibt sie sich sehr hilfsbereit, kauft sogar einen neuen Wagen als Wiedergutmachung.
Lydias Großmutter, Roseann Kinequon, scheint Emilia zu kennen, gibt sich aber sehr bedeckt. Doch bevor Lydia mehr über Emilia herausfinden kann, stirbt diese an einer Hirnblutung. Als sie und ihre Mutter im Haus nach Unterlagen suchen, um eventuelle Verwandte ausfindig zu machen, stößt Lydia auf ein Buch mit alten Legenden, das sie mitnimmt. Unterlagen werden nicht gefunden, auch keine Hinweise auf den fremden jungen Mann, in dessen Begleitung man Emilia einmal gesehen hat. Mutter und Tochter vermuten die Unterlagen im Weinkeller, der allerdings abgeschlossen ist.

Aber nicht nur die bevorstehende Beerdigung drückt auf die Stimmung. Auch die seltsamen Tiermorde machen den Bewohnern der Gegend immer mehr Angst. Völlig blutleer werden die Tiere aufgefunden. Niemand kann sich erklären, was hier passiert sein könnte.

Als sich Mark, Lydia und ihre Mutter Zutritt zum Weinkeller verschafft haben, stellt sich heraus, dass Emilia unter einigen verschiedenen Identitäten gelebt hat.
Bei der Beisetzung taucht Emilias Nachlassverwalter auf. Er kannte die Verstorbene, ist aber auch nicht bereit, etwas mehr über Emilias Vergangenheit preiszugeben. Er ist ein unsympathischer Mensch, der andere manipuliert und mit Hypnose beeinflusst. Nur bei Lydia gelingt ihm dies zu seiner Verwunderung nicht. Auch den Anwalt schein Lydias Großmutter zu kennen. Sie ist von seinem Auftauchen alarmiert.

Als Lydia sich auf dem Weg von ihrer Großmutter nach Hause verfährt, weil sie in Gedanken ist, macht sie eine Entdeckung. Emilias Auto steht hier auf einem abgelegenen Parkplatz. Lydia folgt den Weg in den Wald hinein und entdeckt ein weiteres Tieropfer. Außerdem versteckt sich hier ein Fremder. Er bittet Lydia um Hilfe. Obwohl sie wegrennen und die Polizei verständigen sollte, hilft sie ihm, da er sonst sterben würde. Er ist der geheimnisvolle Liebhaber, mit dem Emilia gesehen wurde.

Die Geschichte wird von einer alten, sehr unheimlichen Legende getragen. Lydias Mutter wollte ihre Tochter immer davor bewahren und nun stolpert diese unvorbereitet in das Abenteuer. Doch Lydia ist interessiert und ihre Neugier überträgt sich bald auch auf den Leser.
Die Geschichte ist anfangs sehr geheimnisvoll und undurchsichtig, wird dann aber immer unheimlicher. Erst nach und nach wird deutlich, was man beizeiten ahnt, dass es um Vampire geht.

Das Besondere an diesem Vampir-Roman ist, dass die Autorin sich nicht nur an die üblichen Klischees hält, sonder auch neue Aspekte einfließen lässt, was den Vampir-Mythos angeht. Auch ist ihre Hauptfigur nicht blind vor Liebe. Sie hat bereits einen festen Freund und sieht die sich später für den Fremden entwickelnden Gefühle realistisch. Es entwickelt sich eine andere Art von Romantik.
Der ruhige Anfang und der spannende Mittelteil, mit überraschenden Wendungen, werden von einem aufregenden Ende beschlossen. Außerdem liest sich das Buch ausgesprochen flüssig.
„Dark Moon“ ist der erste Teil einer Reihe, der Lust macht auf das nächste Buch.

Rezension von Heike Rau

Claire Knightley
Dark Moon
Erster Band
345 Seiten, gebunden
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 347335337X
ISBN-13: 978-3473353378
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Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Ruf der Tiefe

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek: Ruf der Tiefe

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Leon ist ein Flüssigkeitstaucher. Mit andere Jugendlichen, die ebenfalls diese Fähigkeit besitzen, lebt er auf einer Forschungsstation in der Tiefsee im Pazifischen Ozean nahe Hawaii. Seine Aufgabe ist es mit einem schlauen Krakenweibchen namens Lucy auf dem Meeresboden nach Bodenschätzen, den Manganknollen, zu suchen.

Doch irgendetwas ist mit dem Meer nicht in Ordnung. Leon gerät in eine Todeszone ohne Sauerstoff und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Es gibt mehrere dieser toten Gebiete, wie man bald feststellt. Oben herrscht Ausnahmezustand. Ein massenhaftes Tiersterben hat eingesetzt.
Bei einem Seebeben wird die Station beschädigt. Zum Glück konnte Leon kurz vorher davor warnen, weil im Lucy per Gedankenübertragung eine entsprechende Botschaft übermitteln hat.
Die beiden Touristinnen an Bord, Carima und ihre Mutter, müssen so schnell wie möglich nach oben gebracht werden. Dabei hat sich Carima gerade mit Leon angefreundet.

Das Leck kann abgedichtet werden. Dennoch wird für die Taucher ein Tauchverbot ausgesprochen. Leon übergeht dieses Verbot, da er weiß, wo die Todeszonen sind, von denen er sich fernhalten muss. Unbedingt will er herausfinden, was zu den seltsamen Vorkommnissen geführt hat. Sein eigenmächtiges Handeln wird nicht gerne gesehen. Aber Carima, mit der Leon wieder in Kontakt kommt, hilft ihm.

Spannend! Und das von der ersten Seite an. Es ist faszinierend zu lesen, was für ein interessantes Leben Leon führt. Man erlebt den Alltag auf der Forschungsstation und geht mit Leon auf Tauchgang, in Tiefen, in die bisher noch kein Taucher vorgedrungen ist. Möglich macht das die Fähigkeit mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit zu atmen. Das ist noch Zukunftsmusik, aber hier geht dieser Traum schon einmal in Erfüllung.

Im Buch gehen die Wissenschaftler bei ihrem Bestreben um Fortschritt allerdings zu weit. Leon kennt das Ausmaß der Forschungsarbeiten nicht, bekommt aber die Auswirkungen hautnah zu spüren. Gebannt verfolgt man, wie er immer weiter Geheimnisse lüftet und damit auch der Ursache für die Umweltkatastrophe auf die Spur zu versuchen kommt.
Zur Seite steht ihm die Krake Lucy. Es ist faszinierend, zu sehen, wie Mensch und Tier zusammenarbeiten. Die Vorstellung in direkten Kontakt mit einem Tier treten zu können ist fantastisch. Wobei Leon im Buch sogar die Fähigkeit gegeben wird, sich mittels Gedankenübertragung zu verständigen. Das zu beschreiben, ist den Autoren auf eine erstaunlich realistische Art gelungen.

Dass auch die Liebe im Buch nicht zu kurz kommt, ist eine schöne Zugabe. Die Annäherung zwischen Leon und Carima wird sehr glaubwürdig beschrieben. Man kann gut nachvollziehen, dass Carima so viel für Leon riskiert.
Das Besondere am Buch ist also, dass man sich wirklich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Man liest mit wachsender Begeisterung immer weiter.

Der Roman regt auch dazu an, über Umweltthemen nachzudenken. Darum dreht sich letztendlich alles im Buch. Das Buch spielt im Jahr 2018. Wer Interesse hat, kann im Anhang nachlesen, was Fiktion und was Wirklichkeit ist, aber auch was Forscher bisher erreicht haben und was zukünftig vielleicht einmal an Fortschritt realisierbar ist.

Rezension von Heike Rau

Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek
Ruf der Tiefe
416 Seiten, gebunden
Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407810822
ISBN-13: 978-3407810823
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Sandra Grimm: Mein erstes großes Fühlbuch

Sandra Grimm: Mein erstes großes Fühlbuch

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Wie fühlt sich wohl das Fell einer Katze an? Mit diesem Buch können kleine Kinder das herausfinden. Es gibt aber noch andere Tiere. Das Fell des Hundes ist ein bisschen strubbliger und das des Häschens wieder ganz weich. Die Kuh hat eine erstaunlich raue Zunge. Der Maulwurf hat ein eher glattes Fell und der Bär hat ganz wuschelweiche Ohren. Und wie fühlen sich Fische an?

Das Buch ist in seiner Aufmachung sehr ansprechend. Schon das kleine gelbe Entenküken vorn auf dem Cover mit dem streichelweichen Flügel lädt zum Berühren ein. Das Buch wird für Kinder ab 18 Monaten empfohlen.

Zu den Bildern gibt es immer einen kleinen Text in Form eines gereimten Vierzeilers mit kindgerechten Informationen zu den Tieren. Das lässt sich gut vorlesen und weckt Interesse beim Kind. Die Zeichnungen zeigen die Tiere als freundliche Kuscheltiere, oft auch als Tierkinder, in ihrem Umfeld. Ganz ohne befürchten zu müssen, dass jemand kratzt oder beißt, können Kinder die verschiedenen Tiere kennen lernen.

Die Zeichnungen sind nicht überladen und dennoch detailreich. Genau richtig für kleine Kinder. Sehr gut gefällt auch die Farbauswahl. Auf jeder Seite dominieren andere freundlich Farben. Mal Rosa, mal Orange, Hellblau oder Grün. Das Anschauen wird direkt mit dem Fühlen verbunden. Erfahrungen zu sammeln, wird für Kinder also leicht gemacht. Die verwendeten Materialien zum Streicheln sind ganz unterschiedlich in der Struktur, Weichheit und Tiefe und auch etwas festere, gröbere Materialien sind dabei.

Die Streichelflächen sind eher klein gehalten. Es löst sich nichts. Allerdings sind diese Flächen manchmal sehr hell, sogar weiß. Diese verschmutzen dann doch schneller und sehen etwas abgegriffen aus, gerade, wenn sich die ganz Kleinen mit den Seiten beschäftigen.

Das Buch ist sehr stabil. Die Pappe ist dick und formbeständig und gut für Kinderhände zu fassen. Durch die Ringbindung geht das Umblättern leicht von der Hand. Außerdem klappen die Buchseiten so nicht von allein zu.

Rezension von Heike Rau

Sandra Grimm
Mein erstes großes Fühlbuch
Illustration von Monika Neubacher-Fesser
16 Seiten, Ringbindung
Ravensburger Buchverlag
ISBN-10: 3473324663
ISBN-13: 978-3473324668
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Jonas Winner: Davids letzer Film

Jonas Winner: Davids letzer Film

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Florian Baumgartner ist hin und her gerissen. Er soll eine Reportage über den Filmemacher David Mosbach machen. David war sein bester Freund, ist es auch jetzt noch, auch wenn die beiden länger keinen Kontakt hatten. Diese Freundschaft möchte er nicht aufs Spiel setzen. Doch der Artikel soll sehr gut bezahlt werden und Florian braucht Geld. Außerdem macht ihn sein Redakteur Richard Hölzemann neugierig. Er spricht von einem geheimen, sehr umstritten Film, den nur ein besonderes Publikum zu sehen bekommt. Er will Florian eine Einladung besorgen. Und da ist noch eine andere Sache. Mosbach ist vermisst gemeldet.

Tatsächlich bekommt Florian die Einladung. Der Film wird im Keller eines Fabrikgebäudes vorgeführt. Die brutalen, unmenschlichen Szenen machen Florian richtig fertig. Er ist geschockt. Nachdem er sich draußen ein klein wenig von dem Schock erholt hat, geht er zurück in den Keller, um die Verantwortlichen zur Rede zu stellen. Doch keine Spur zeugt mehr von dem nächtlichen Schaupiel.

Florian setzt sich mit Walter Kunert, den er und David von der Uni kannten, in Verbindung. Doch der meint, David hätte nichts mit dem Film zu tun.
Davids Freundin Thea hat anderes Filmmaterial. Sie zeigt ihm Davids ersten Film, doch auch dieser ist unerträglich.
Florian macht den Kameramann Hannes Marin ausfindig. Auch den kennt er flüchtig von früher. Reden will Marin allerdings nicht. Offensichtlich scheint er sich bedroht zu fühlen. Er will mit der Sache nicht zu tun haben. Doch unbewusst hat er Florian ein Stichwort geliefert, das ihn aufhorchen lässt. Es geht um versteckte Bilder in den Filmen.
Auch mit der Polizei kommt Florian gezwungenermaßen ins Gespräch. Polizist Riemschneider glaubt nicht, dass David in Gefahr ist, sondern vielmehr, dass Gefahr von ihm ausgeht.

Das Buch ist von Anfang an sehr faszinierend. Florian gerät in eine Geschichte mit ungewissem Ausgang. Die Recherchearbeiten betreffen ihn persönlich und so nimmt er sich, alles was geschieht, sehr zu Herzen. Er möchte seinem Freund helfen, wird aber immer mehr damit konfrontiert, dass David Wege gegangen ist, die er nicht gutheißen kann.

Man wird als Leser ungewöhnlich tief in das Geschehen hineingezogen. Das macht sicherlich einen guten Psychothriller aus. Die Beschreibungen, beispielsweise der Filmszenen, sind eingängig. Unbehagen macht sich ziemlich schnell breit. Der Autor arbeitet daran, dieses Gefühl immer weiter zu verstärken. Man gerät zum Schluss gemeinsam mit Florian in einen Strudel kaum zu verkraftender Filmszenen. Als Leser kann man sich ein bisschen Abstand bewahren. Florian dagegen wird ungebremst hineingezogen. Das ist eine spannende Erfahrung. Albträume löst das Buch dennoch nicht aus. Es sind vielmehr Momente, die direkt während des Lesens für Kurzatmigkeit sorgen, die diese ungeheure Spannung in sich tragen. Man braucht schon gute Nerven, um das Buch bis zum Ende durchzuhalten.

Rezension von Heike Rau

Jonas Winner
Davids letzer Film
352 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuchverlag
ISBN-10: 3423212608
ISBN-13: 978-3423212601
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Thad Krasnesky: Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!

Thad Krasnesky: Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!

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Immer mal wieder passiert Lara ein Malheur. Doch weil sie noch so klein ist, mag Mama nicht mit ihr schimpfen. Sie nimmt Lara auch dann in Schutz, als ihr der Orangensaft umkippt und Papas neue Hose ruiniert. Die Geschwister sind nicht mehr ganz so nachsichtig. Tom ist empört, als Lara aus Unachtsamkeit sein Bauwerk zerstört. Aber Mama ist wieder auf Laras Seite, weil die Kleine glaubhaft vermitteln kann, dass Tom sie geärgert hat.
Auch bei ihrer Schwester Susi funktioniert die Masche. Lara nimmt einfach Sachen von ihr, um ihr Puppenhaus zu erweitern. Als Susi ihr Eigentum zurückverlangt, schlichtet Mama wieder ganz in Laras Sinn. Schließlich hat Lara ihr gesagt, dass Susi ihr Spielzeug nicht mit ihr teilen will.

Doch irgendwann treibt Lara es zu weit. Als sie nimmt, was ihr gefällt und es als Piratenbeute im Garten vergraben will, hört der Spaß auf. Nicht nur, dass sie einfach Dinge, die ihr nicht gehören, genommen hat – auch die Wohnung ist bei ihrem Piratenstreifzug ziemlich schmutzig geworden. Mama ist nicht da, um die Kleine wieder in Schutz zu nehmen und Papa verlangt, dass Lara selbst wieder für Ordnung sorgt. Doch ihre Art sauberzumachen vergrößert das Chaos nur noch. Da mag selbst Mama nicht mehr für Lara einstehen, auch wenn das kleine Mädchen erst drei Jahre alt ist.

Wie alle Kinder in diesem Alter testet Lara ihre Grenzen aus. Sie ist ein pfiffiges, fantasievolles und gewitztes Kind und weiß, wie sie ihre Mutter manipulieren kann. So kommt sie mit ihren Aktionen tatsächlich eine Weile durch. Doch Grenzen müssen gesetzt werden, das sieht auch die Mutter irgendwann ein und so muss Lara lernen innerhalb dieser zu leben.

Das vorliegende Buch ist natürlich in erster Linie ein Kinderbuch. Kinder können sehen, wie es wirkt, wenn einer in der Familie sich rücksichtslos verhält und bockig, wütend und schreiend, seinen Willen durchzusetzen versucht. Die Bilder sprechen eine eigene Sprache. Besonders die Mimik der handelnden Personen spricht Bände.

Das Buch fungiert also gleichzeitig als Erziehungsratgeber. Denn es zeigt, wohin es führt, wenn Eltern ihren Kindern, auch wenn diese noch so klein sind, keine Grenzen setzen und auch unangebrachtes Verhalten mit dem jungen Alter des Kindes entschuldigen.

Davon mal abgesehen, dass das Buch einen ernsten Hintergrund hat, ist es sehr kindgerecht geschrieben und gestaltet. Kinder und Eltern kennen diese Situationen mit Sicherheit. Immer angemessen zu reagieren, ist nicht leicht. Autor und Illustrator kommen aber nicht mit erhobenem Zeigefinger daher. Vielmehr vermitteln sie die Geschichte mit viel Humor in den Texten und Bildern. Natürlich wird etwas überzogen dargestellt, was passiert. Eltern und Kinder können über das Buch leicht ins Gespräch kommen. Und vielleicht hilft das, damit es zu Hause zukünftig etwas ruhiger zugeht.

Rezension von Heike Rau

Thad Krasnesky
Ich mach, was ich will – ich bin doch noch klein!
Illustriert von David Parkins
40 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311672
ISBN-13: 978-3830311676
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Kjell Eriksson: Schwarze Lügen, rotes Blut

Kjell Eriksson: Schwarze Lügen, rotes Blut

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Wer der Ermordete ist, erfährt man im Obdachlosenasyl. Es handelt sich um Bosse Gränsberg. Außerdem hatte er einen Zettel mit einer Telefonnummer in der Tasche. Diese gehört zu Anders Brant, der nicht erreichbar ist. Kommissarin Ann Lindell kennt ihn. Sie hat in den letzten Wochen viel Zeit mit ihm verbracht. Dabei hatten sie nicht viel miteinander geredet, vielmehr die Zeit im Bett verbracht. Lindell weiß, das Brant, der als freiberuflicher tätiger Journalist arbeitet, unterwegs ist. Für ein oder zwei Wochen hatte er sich von ihr verabschiedet, ohne große Erklärungen zu machen. Auch ihr Versuch, ihn zu erreichen, scheitert. So behält sie erst einmal ihre Bekanntschaft für sich und beobachtet die Ermittlungsarbeiten ihres Kollegen Sammy Nilsson.
Sie selbst ist ebenfalls mit einem kniffligen Fall beschäftigt. Es geht um das Verschwinden des Mädchens Klara Lovisa. Wobei keiner mehr Hoffnung hat, sie noch lebend zu finden.
Während Brant unauffindbar bleibt, wird seine Wohnung durchsucht. Die Polizei versucht einen Anhaltspunkt zu finden, um die Verbindung zwischen Brant und Gränsberg zu klären. Brant wird wie ein Tatverdächtiger behandelt. Im Moment gibt es aber auch keine andere Spur. Das macht Lindell sehr zu schaffen. Zumal ein paar unschöne Dinge über Brant herauskommen.

Kommissarin Ann Lindell, alleinerziehende Mutter, ist in einer sehr schwierigen Lage. Sie hat einen komplizierten Fall zu lösen, während in ihrem Privatleben alles drunter und drüber zu gehen scheint. Offenbar hat sie sich in den Falschen verliebt. Doch so recht glauben, will sie das nicht. Ein Rädchen greift ins nächste und so wird der Krimi immer faszinierender. Die Handlung ist sehr realistisch gehalten. Das überzeugt.

Der Blick fällt natürlich zuerst auf Ann Lindell, die sehr authentisch rüberkommt. Sie ist eine Frau mit Ecken und Kanten. Aber sehr sympathisch. Man kann ihr Handeln gut nachvollziehen, auch wenn sie mit ihrem Schweigen einen Fehler begeht, der ihr bewusst ist. Während der Leser halbwegs eingeweiht wird, was Anders Brant angeht, muss sie mit ihren Zweifeln allein fertigwerden. Beruflich nachlassen darf sie deshalb natürlich mit. Und so setzt sie alles daran Klara Lovisa zu finden und ihrem Mörder zu überführen.
Ann Lindell, Anders Brant und die Ermittlungsarbeiten Sammy Nilssons – man verfolgt also drei Erzählstränge. Jeder für sich genommen sehr spannend, bilden diese eine Einheit im Buch. Man wird gut unterhalten.

Rezension von Heike Rau

Kjell Eriksson
Schwarze Lügen, rotes Blut
Ein Fall für Ann Lindell
Kriminalroman
416 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212535
ISBN-13: 978-3423212533
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Nina Blazon: Ascheherz

Nina Blazon: Ascheherz

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Bisher hatte Summer nur vom Blutmann geträumt, doch nun glaubt sie, ihn wahrhaft gesehen zu haben. Während einer Theatervorstellung saß er im Publikum und brachte sie aus dem Konzept. Nicht dass sie sein Gesicht jemals gesehen hätte, aber die Hände in den Handschuhen sind unverwechselbar.
Mit einer Lüge zieht Summer sich aus der Affäre. Aber sie weiß, um ihre Sicherheit hier in Mymara, der Stadt der Masken, ist es schlecht bestellt. Ihr Versteck ist entdeckt.

Finn aus ihrer Theater-Truppe tröstet sie und beschützt sie, ohne die Wahrheit zu kennen. Er verbringt mit ihr den Abend bei Musik am Hafen. Er kommt ihr zu nahe, droht ihre Lügen zu entlarven, was nicht sein darf. So beschließt sie Abschied zu nehmen. Fasst hätte sie Finn noch geküsst, doch eine Erinnerung kommt dazwischen.

Der Überfall wenig später zeigt ihr, wie groß die Gefahr ist, auch wenn eine rätselhafte Fremde den Angreifer in die Flucht schlägt. Während die Fremde sich aufmacht, um Hilfe für den schwer verletzten Finn zu holen, macht Summer sich aus dem Staub. Es ist alles so viel schlimmer geworden, denn währende des Überfalls hat sie das Gesicht des Blutmanns gesehen. Wieder einmal muss sie ein neues Leben beginnen. Dabei weiß sie nicht einmal, warum der Blutmann ihr folgt und sie töten will.

Allein wird sie nicht sein. Ein seltsamer Begleiter drängt sich ihr förmlich auf. Von Anfang an ist sie fasziniert von ihm und seiner geheimnisvollen Art. Anzej flieht mit ihr ins weit entfernte Nordland. Und hier erfährt Summer, wer sie wirklich ist.

Was für eine wunderbare Geschichte! Romantisch, geheimnisvoll, aber auch dunkel und unheimlich! Dennoch unbeschreiblich schön! Übertragen wird dieses Empfinden durch eine intensive und sehr ausgefeilte Sprache. Die Autorin versteht es, Momente festzuhalten, bis man Stimmungen und Schwingungen hautnah spürt. Man schlüpft als Leser in die Rolle eines geübten Beobachters, dem nichts entgeht. So wird das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis.

Die Geschichte beeindruckt. Und immer hautnah spürbar ist der Eishauch des Todes, der ja die Handlung entscheidend beeinflusst.
Beim Lesen fühlt man sich wie in einem Traum gefangen. So geht es auch zeitweise der Protagonistin. Man hat keine Mühe, mit ihr mitzufühlen, sie zu verstehen. Die Handlung wirkt märchenhaft. Man wird verzaubert von diesem Buch, das so sehr auf die Fantasie des Lesers setzt. Man kann gut folgen und glauben, was die Autorin vermittelt.

Rezension von Heike Rau

Nina Blazon
Ascheherz
544 Seiten, gebunden
cbt, München
ISBN-10: 3570160653
ISBN-13: 978-3570160657
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Charlaine Harris: Grabeshauch

Charlaine Harris: Grabeshauch

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Rich Joyce ist an Herzversagen gestorben. Seine sterblichen Überreste bestätigen dies. Von einem natürlichen Tod, wie angenommen, kann man allerdings nicht sprechen. Harper Collins sieht dank ihrer Gabe die letzen Minuten von Rich Joyces vor sich. Eine unbekannte Person hat eine Klapperschlange nach ihm geworfen und das hat ihn zu Tode erschreckt.
Was die Familie aber noch viel mehr aus der Ruhe bringt, ist das, was Harper Collins über die Todesumstände von Mariah Parish, Rich Joyces Pflegerin, offenbart. Sie ist nicht an einem Blinddarmdurchbruch gestorben, wie die Familie versichert, sondern nach der Geburt eines Babys, von dem niemand zu wissen scheint. Die Joyces glauben Harper kein Wort.

Harper und Tolliver, Harpers Stiefbruder, Manager und Freund, verlassen die Ranch der Joyces. Bleiben aber wegen Familienangelegenheiten noch in der Stadt. Der Kontakt zu ihren Schwestern bzw. Stiefschwestern Mariella und Gracie, die von Onkel Hank und Tante Jona adoptiert worden sind, soll aufrecht gehalten werden.
Lizzie Joyce und ihre Schwester sind allerdings so beunruhigt, wegen dem, was Harper über Maria Parish behauptet hat, dass beide ins Motel kommen. Sie ziehen in Erwägung, dass, wenn die Geschichte stimmt, das Baby Mariah Parishs von ihrem Großvater Rich Joyce stammen könnte. Die Frage, ob es tot ist oder lebt, ist also von größtem Interesse. Tolliver empfiehlt, die Privatdetektivin Victoria Flores zu beauftragen, um das herauszubekommen. Sie sucht schon nach Jahren nach einer Schwester bzw. Stiefschwester von Harper und Tolliver.

Für Harper und Tolliver treten immer mehr die Familienangelegenheiten in den Vordergrund. Matthew, Tollivers Vater, also Harpers Stiefvater, ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden und nimmt wieder Kontakt auf, obwohl dieser nicht erwünscht ist. Als Tolliver im Motelzimmer angeschossen wird, ist es allerdings Matthew, der als Erster zur Stelle ist.
Es ist nicht zu verkennen, die Lage spitzt sich zu. Irgendwem sind Harper und Tolliver zu sehr auf die Füße getreten. Es muss mit den Joyces zu tun haben, die offenbar etwas auf dem Kerbholz haben.

Im Grunde ist die Geschichte um die Totenfinderin Harper Connelly sehr spannend. Die Handlung wird aber von so vielen Aspekten bestimmt, dass man Mühe hat, den Überblick zu behalten. Die Familienverhältnisse von Harper und Tolliver sind auch jetzt, wo die beiden erwachsen sind, haarsträubend und eben auch sehr unglaubwürdig geschildert. Die Hauptperson Harper Connelly könnte eine sympathische Person sein, wenn sie nicht einerseits so naiv und andererseits so altklug wirken würde. Eine Mischung, die zwar einfach unmöglich, aber eben auch faszinierend ist. Tolliver tritt brav in ihren Schatten.

Man liest also immer mal wieder mit hochgezogenen Augenbrauen. Und trotzdem mag man das Buch nicht aus der Hand legen. Auch Haarsträubendes und Deprimierendes hat manchmal eben seinen Reiz. Und hier reiht sich wirklich eine Katastrophe an die nächste. Und dies alles wird mit staubtrockenen Formulierungen und teilweise rabenschwarzen Humor vermittelt, einer tragischen Komödie gleich.

Rezension von Heike Rau

Charlaine Harris
Grabeshauch
Deutsch von Christiane Burkhardt
320 Seiten, broschiert
dtv – Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423212683
ISBN-13: 978-3423212687
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