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Autor: hera

Carola und Ravi Roy: Kinder mit Homöopathie behandeln

Carola und Ravi Roy: Kinder mit Homöopathie behandeln

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Es geht im Buch nicht um die allgemeine Behandlung von Kindern mit Homöopathie. Man kann dem Klappentext entnehmen, dass es vor allem um das Thema Impfen geht. Die Autoren befürworten Impfungen nicht. Und so wird man erst einmal mit Argumenten gegen das Impfen überrollt. Es werden nicht alle Aspekte gesehen. Der Leser wird auch nicht in seiner Entscheidungsfindung unterstützt, sondern in eine bestimmte Richtung gedrängt. Die Autoren geben ihre Meinung wieder, das ist ihr gutes Recht. Aber dann bleibt beim Leser eben der Eindruck nicht das ganze Bild zu betrachten.

Im Buch geht es dann auch um die homöopathische Behandlung von Impfschäden und, falls man sein Kind nicht impfen lassen hat, um die Behandlung von Kinderkrankheiten oder um die Vorbeugung gegen diese. Die Autoren haben durchweg positive Erfahrungen, mit ihrer Art zu behandeln, gemacht. Liest man die Fallbeispiele, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Selbst schulmedizinisch nicht zu heilende Krankheiten werden auskuriert. Kein Wunder, dass die Schulmedizin in diesem Buch keinen guten Stand hat. Ob man tatsächlich ein an Masern erkranktes Kind, statt es zum Arzt zu bringen, lieber selbst mit Homöopathie behandeln möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Buch, auch wenn es hier versucht wird, kann so eine Entscheidung niemanden abnehmen, auch wenn Kenntnisse zur Selbstbehandlung vermittelt werden.

Die Homöopathie als alternative Heilmethode hat ihre Berechtigung. Die vielen guten Erfahrungen von Anwendern sprechen dafür. Im Buch wird sie aber in den Stand der Wundermedizin erhoben. Auch schwerwiegende Krankheiten werden geheilt, so die Autoren. Man kann sicher einiges ausprobieren. Homöopathie hat meist keine Nebenwirkungen. Aber ein krankes Kind sollte man vielleicht doch besser zum Arzt bringen, um zumindest eine weitere Meinung einzuholen und die Homöopathie ergänzend einsetzen. Und vielleicht, wenn man sich weiter informiert und andere Quellen zu Rate zieht, ist auch die eine oder andere Impfung nicht überflüssig. Wer hier guten Gewissens eine Entscheidung treffen will, kann sich nicht nur auf das Wort der Autoren verlassen, sonder muss weiter recherchieren.

Rezension von Heike Rau

Carola und Ravi Roy
Kinder mit Homöopathie behandeln
400 Seiten, broschiert
Knaur MensSana
ISBN-10: 3426874636
ISBN-13: 978-3426874639

Tanja Heitmann: Schattenschwingen

Tanja Heitmann: Schattenschwingen

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Mila ist fasziniert von Samuel Bristol, dem Freund ihres Bruders Rafael. Jahre dauert ihre Schwärmerei nun schon an. Doch erst jetzt schenkt er ihr seine Aufmerksamkeit. Er ist anders, als der äußere Anschein es vermuten lässt. Aber das weiß Mila schon. Sam steckt allerdings in einer Krise. Er vermutet jedoch, dass Mila ihm vielleicht heraushelfen kann. Ihm wird klar, dass er auf dem Weg ist, sich zu verlieben. Die Begegnung zwischen Mila und Sam stürzt beide in ein Gefühlschaos. Sam umgibt ein Leuchten, eine glänzende Aura, die nur Mila wahrnehmen kann.

An einem Abend besuchen beide eine Strandparty. Mila verlässt die Party frühzeitig und Sam ist noch mit Rufus unterwegs. Rufus kommt erst sehr spät in der Nacht nach Hause. Er ist in keinem guten Zustand und Mila wird klar, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Was genau, kann Rufus allerdings nicht sagen. Seine Erinnerung lässt ihn im Stich. Fest steht, er war mit Sam an der Steilküste und das was passiert ist, muss mit Sams gewalttätigen Vater zusammenhängen. Mila wagt sich zur Steilküste hin. Die Stelle zeugt von einer schrecklichen Gewalttat. Sam scheint über die Klippe gestürzt zu sein. Er bleibt verschwunden.

Das Buch fesselt von Anfang an. Dass liegt daran, dass die Beziehung zwischen Mila und Sam sich auf eine faszinierende Art und Weise entwickelt. Große Gefühle kommen hier zum Schwingen, die von der Autorin ungeheuerer Intensität beschrieben werden. Man spürt die Funken fliegen.
Diese erste Teil des Buches ist von Romantik geprägt. Doch damit allein kann man kein Buch füllen und so ändert sich die Handlung im zweiten Teil gravierend. Sam, das kann man schon im Klappentext lesen, kommt zurück. Auch wenn das für den Leser keine Überraschung ist, so ist die Art und Weise wie er zurückkehrt schon erstaunlich. Man könnte ihn für einen Engel halten, hat er doch Flügel. Doch die Autorin begnügt sich damit nicht. Vielmehr ist Sam zu einer „Schattenschwinge“ geworden, mit Zugriff auf zwei Welten. Die, in der Mila lebt und die Sphäre, wo noch andere Schattenschwingen sind. Es ist sehr spannend, zu verfolgen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Man muss Fantasie haben, um sich auf die Geschichte einlassen zu können. Doch kann man es, liest sich das Buch ganz gut, auch wenn sich nicht abstreiten lässt, dass es einige Längen hat. Manches wird zu ausufernd beschrieben, auch Wiederholungen in der Wortwahl fallen immer wieder auf. Die Geschichte hat zwei Erzählstränge. Aus der Ich-Perspektive heraus erzählen Mila und Sam abwechselnd. Das nimmt manchmal die Spannung oder vielmehr das Geheimnisvolle aus der Geschichte heraus, weil man als Leser zu viel weiß.

„Schattenschwingen“ ist der Auftakt einer Trilogie. Das Buch ist in sich abgeschlossen, macht aber dennoch Lust, den zweiten Band zu lesen.

Rezension von Heike Rau

Tanja Heitmann
Schattenschwingen
448 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
cbt Verlag, München
ISBN-10: 357016067X
ISBN-13: 978-3570160671

Eva Loschky: Mit der Stimme begeistern und überzeugen

Eva Loschky: Mit der Stimme begeistern und überzeugen

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Natürlich muss ein Vortrag auch inhaltlich überzeugend sein. Letztendlich ist es aber der Vortragende mit seiner Stimme, der sein Publikum zum Zuhören animiert oder eben auch nicht. Einem langweiligen Redner, der zudem noch zu leise spricht, hört man nicht zu. Man merkt sich das Gesagte kaum, ob es nun um einen Vortrag oder auch nur um ein Telefongespräch geht.

Wer meint, in Sachen Kommunikation ein bisschen Nachhilfe zu brauchen, sollte sich die CD einmal anhören. Wobei es beim Anhören nicht bleiben wird. Eva Loschky animiert zum Mitmachen und das auf eine Art und Weise, die alle Vorbehalte vergessen lässt. Die Stimme kann man nämlich trainieren. Aber dazu muss man aktiv werden.

Zuerst wird man in Schwung gebracht. Es gilt sich zu bewege und locker zu machen. Damit der Atem besser fließt und man genug Luft zum Sprechen hat, ohne aus der Puste zu kommen.
Die Stimmübungen lösen am Anfang etwas Befremden aus. Schließlich muss man doch ganz schön laut werden. Ob das die Nachbarn stört?
Egal, man übt ja nicht alleine. Man hat nämlich dank der CD den Eindruck, nicht der einzige Schüler zu sein. Man hört die anderen. Und die haben Spaß! Außerdem wird das Training von ganz toller, lebhafter Musik begleitet, die perfekt auf die Übungen abgestimmt ist.

So lernt man entspannt zu sprechen und dabei auf seine Mimik und Körperhaltung zu achten. Man lernt mit Hilfe des Einatmens, den Text zu gliedern. Außerdem wird auf deutliche Aussprache geachtet.

Mit dem Hörbuch kann man sich also perfekt auf eine zu haltende Vortrag vorbereiten. Die Autorin stellt eine Strategie vor und gibt viele Tipps. Und wer unter Lampenfieber leidet, wird feststellen, dass die Übungen etwas lockerer machen und es dann leichter fällt, eine sichere Position vor dem Publikum einzunehmen. Das muss man Eva Loschkys Esprit hoch anrechnen. Sie ist eine Lehrerin die Humor hat und mit Leidenschaft ans Werk geht.

Rezension von Heike Rau

Eva Loschky
Mit der Stimme begeistern und überzeugen
Stimmtraining
1 CD, 75 min
Steinbach sprechende Bücher
ISBN-10: 3869740051
ISBN-13: 978-3869740058

Eva Schumann und Gerhard Milicka: Das Kleingewächshaus

Eva Schumann und Gerhard Milicka: Das Kleingewächshaus

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Ein Kleingewächshaus verlängert das Gartenjahr um einige Wochen. So wird der Winter für den Hobbygärtner als weniger lang empfunden. Plant man ein Gewächshaus aufzustellen, gilt es eine Reihe von Überlegungen anzustellen. Es gibt unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten. Man kann in einem Gewächshaus seine Bonsai-Sammlung unterbringen, Kakteen züchten, Wein anbauen, Kübelpflanzen überwintern oder auch einfach Gemüse anbauen.

Im Buch wird erklärt, wie man das richtige Gewächshaus aussucht und den zukünftigen Standort bestimmt. Für alle zukünftigen Gewächshausgärtner ist es natürlich wichtig zu erfahren, wie ein solches Pflanzenhaus funktioniert und damit auch, wie es ausgestattet sein sollte. Dabei werden die verschiedenen Gewächshaustypen besprochen und Punkte wie Heizung, Lüftung, Bewässerung usw. analysiert. Auch wer sein Gewächshaus selbst bauen möchte, erfährt alles Notwendige.

In weiteren Kapiteln werden verschiedene Verwendungsmöglichkeiten besprochen. So erfährt man zum Beispiel unter anderem, wie die Anzucht von Pflanzen für den Garten vonstatten geht oder wie man Gemüse anbaut. Man kann auch einen Anbauversuch mit exotischen Früchten starten oder Heil- und Gewürzkräuter anbauen. Schritt für Schritt erfährt man, wie man vorgehen muss und erhält jede Menge Ratschläge. Das ganze Gartenjahr wird betrachtet, so dass man sein Gewächshaus intensiv nutzen kann.

Mit dem Buch wird grundlegendes Wissen vermittelt. Es ist Informationsquelle und Nachschlagewerk zugleich. Wenn man das Buch vor dem Kauf eines Gewächshauses liest, wird man wohl kaum Fehler machen. Und dann bei der Nutzung ist es ein guter, solider Ratgeber, den man sicher oft zur Hand nehmen wird. Gerade auch, wenn Probleme mit der Pflege der Pflanzen auftreten. Alle Fragen, die man als Neuling hat, werden verständlich beantwortet. Die Texte sind übersichtlich gegliedert. Man kann sich bequem das Passende aussuchen.
Interessant gestaltet sind die Buchklappen. Vorn findet man 12 Tipps, damit alles gut wächst im Pflanzenhaus und hinten findet man eine Tabelle, die zeigt, welchen Vitamin- und Mineralstoffgehalt Gemüse und Salate haben.

Rezension von Heike Rau

Eva Schumann und Gerhard Milicka
Das Kleingewächshaus
3. Auflage
352 Seiten, 156 Farbfotografien, 70 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 380015966X
ISBN-13: 978-3800159666

Friedrich Ani: Die Tat

Friedrich Ani: Die Tat

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Sonja Piers, Mutter zweier Kindern, ist erdrosselt worden. Der 15-jährige Sohn Benjamin hat die Leiche gefunden. Bei der Vernehmung ist er nicht ehrlich. Auch bei seinem Vater, der nicht mehr mit Sonja Piers zusammen lebt, haben die Ermittler ein ungutes Gefühl. Und Sonja Piers neuer Lebensgefährte Frank Steidl ist auch keine Hilfe. Das Team, bestehend aus Ludger Endres, Yvonne Papst und Max Vogel, ist beunruhigt. Es sind in diesem Fall Parallelen zu zwei anderen Mordfall erkennbar. Es muss also einen Zusammenhang geben, auch wenn dieser im Moment noch unersichtlich ist.

Das Familienumfeld wird durchleuchtet. Immer klarer wird, das die Familie von einem Gespinst aus Lügen umgeben ist. Lügen und Halbwahrheiten werden den Ermittlern aufgetischt, die trotzdem der Wahrheit immer näher kommen.
Der Tathergang wird schließlich nachgestellt. Es hat sich ein Zeuge gemeldet, der etwas beobachtet und den Mörder von hinten gesehen hat. Eine große Hilfe ist er jedoch nicht. Das Erinnerungsvermögen lässt Jacob Finke im Stich, zumal es Nacht war, als die Tat geschah. Hier schaltet sich Jonas Vogel, der Vater von Max ein. Der blinde Exkommissar will Jacob Finke dazu bringen, sich zu erinnern. Doch was er erfährt, bringt ihn in große Gefahr.

Ganz tief hinein geht es in die Probleme einer komplizierten Familie. Die Konflikte die hier toben, sind unhaltbar. Doch musste Sonja Piers deshalb sterben? Und was ist mit den anderen Ermordeten? Wo besteht die Verbindung. Diesen Fragen gehen die Ermittler nach. Doch es ist ein äußerst schwieriges Unterfangen, die Tat aufzuklären. Verdächtig ist bald das gesamte Umfeld Sonja Piers.

Als Leser ist man hautnah bei den Ermittlungsarbeiten dabei. Dabei lernt man die Ermittler, und ihre unterschiedliche Art zu arbeiten, kennen.
Es ist ein ruhiger Krimi. Nicht Action, sondern Sprache steht im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Dialogen und den Schlussfolgerungen, die aus den Vernehmungen gezogen werden. Dennoch kennt die Dramatik keine Grenzen. Sonja Piers Leben war von ihrem Unvermögen, Entscheidungen zu treffen, gekennzeichnet.

Auf besonderes Interesse stößt natürlich die Figur des blinden Exkommissars. Der frisst sich an dem Fall fest, obwohl es auch in seiner Familie gerade schwerwiegende Probleme gibt, die eigentlich ebenfalls geklärt werden müssten. Er arbeitet mit allen ihm zur Verfügung stehenden Sinnen. Ihm entgeht keine negative Stimmung, kein noch so kleines Detail. Das fasziniert. Und doch macht auch er einen Fehler, der ihn zum Verhängnis werden könnte.

Fazit: Der Krimi ist durchweg spannend bis hin zum schlüssigen Ende.

Rezension von Heike Rau

Friedrich Ani
Die Tat
192 Seiten, broschiert
dtv, Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3423211989
ISBN-13: 978-3423211987

Martine Leavitt: Keturah, Gefährtin des Todes

Martine Leavitt: Keturah, Gefährtin des Todes

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Auf der Suche nach einer neuen Geschichte folgt Keturah dem sagenumwobenen Hirsch in den Wald hinein. Bald muss sie feststellen, dass sie sich verlaufen hat. Drei Tage irrt sie umher, bis sie die Hoffnung verliert, noch nach Hause zu finden. Es bleibt ihr nichts anderes, als auf den Tod zu warten. Auf einem schwarzen Hengst kommt die dunkle Gestalt eines Mannes herangeritten, um Keturah mit sich zu nehmen. Doch das junge Mädchen ist noch nicht bereit. Sie bringt es aber auch nicht übers Herz, einen anderen zu benennen, der an ihrer Stelle sterben soll. Dabei, so erfährt Keturah, wird ihr Dorf bald von der Pest heimgesucht werden. Doch für Keturah ändert das nichts, vielmehr will sie die Bewohner warnen. Mit einer Geschichte, die ihre eigene ist, versucht sie den Tod hinzuhalten und erhält einen Tag Aufschub. Zeit, um eine Liebe zu finden, die größer ist als der Tod.

Der junge Lord John Temsland findet Keturah am Waldrand. Die Freude im Dorf ist groß, als er das Mädchen wohlbehalten zurückbringt. Besonders ihre Großmutter, bei der Keturah lebt, ist erleichtert. Ihren Freundinnen Beatrice und Greta erzählt Keturah dann von ihrem Handel mit Gevatter Tod. Später geht sie zu Sor Lily, der weisen Frau des Dorfes, und bittet um einen Liebeszauber. Sie zahlt einen hohen Preis dafür. Doch nun wird Keturah wissen, wenn sie der Liebe ihres Lebens gegenübersteht. Ist es der Schneider oder der Kantor? Ist es vielleicht sogar John Temsland? Der Liebeszauber schlägt nicht an. Und fast schon ist es wieder Nacht. Ob Keturah den Tod wohl noch einmal hinhalten kann?

Die Geschichte ist traumhaft schön, aber auch unendlich traurig. Keturah muss die Liebe ihres Lebens finden, um dem Tod zu entgehen, doch es will ihr nicht gelingen. So nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Die leicht fließende Sprache der Autorin begeistert. Sehr stimmungsvoll kommt die Geschichte daher, zerfließt in Melancholie. Man liest ein Märchen. So stimmt auch das Umfeld. Die Abgeschiedenheit des von Wald umgebenen Dorfes. Der Aberglaube, der für manches Rechtfertigung ist. Die Träume der jungen Mädchen. Und über all dem liegt immer der Tod. Er ist allgegenwärtig, wartet. Doch in dieser Geschichte hat auch er so etwas wie ein Herz und weckt eine ungekannte Sehnsucht in Keturah.

Man ahnt es bald, wer sich mit dem Tod einlässt, kann im Grunde nicht gewinnen. Doch Keturah muss es versuchen, viel zu sehr hängt sie am Leben. Viel zu sehr liebt sie ihre Mitmenschen. Sie ist nicht bereit hinzunehmen, dass anderen Leid geschieht. Dass der Preis, den sie zahlen muss, viel zu hoch ist, merkt sie zu spät. Gevatter Tod ist geschickt im Manipulieren. Man weiß, dass es keine Ende geben wird, wie man es sich wünscht. Und so wird wohl der eine oder andere das Buch am Ende mit einer Träne im Auge aus der Hand legen und noch lange über die Geschehnisse nachdenken müssen und den Tod.

Rezension von Heike Rau

Martine Leavitt
Keturah, Gefährtin des Todes
Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
237 Seiten, gebunden
ab 13 Jahren
Carl Hanser Verlag
ISBN-10: 3446234756
ISBN-13: 978-3446234758

Tony DiTerlizzi: Kenny und der Drache

Tony DiTerlizzi: Kenny und der Drache

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Der Vater kommt ganz aufgeregt nach Hause. Kenny Kaninchen kann kaum glauben, was er zu erzählen hat. Einen Drachen will er in der Nähe der Schafweide gesehen haben. Nun will der Vater den Bauernhof verkaufen und umziehen. Zum Glück beruhigt er sich beim Löffeln der Maissuppe, den Kennys Mutter zubereitet hat, wieder ein wenig. Kenny will den Drachen natürlich auch sehen. Mithilfe eines Tierbuches, dass er aus der Buchhandlung seines Freundes, dem alten Dachs, hat, will er sich auf die Begegnung vorbereiten. Später muss der Kaninchenjunge dann feststellen, dass nichts von dem, was im Buch steht, stimmt. Der Drache ist gar kein Ungeheuer, sondern sehr gutmütig. Er interessiert sich zum Erstaunen von Kenny ebenfalls für Bücher. Diese Begeisterung für das Lesen verbindet Kenny und Grahame sofort. Nach allem, was Kenny zu Hause erzählt, wollen seine Eltern den Drachen nun auch kennen lernen. Gemeinsam wird ein Picknick veranstaltet. Auch wenn Grahame sich ein wenig tollpatschig zeigt und Kennys Vater auf den Fuß tritt, so schließen die Eltern ihn auch in sein Herz. Kenny darf sich weiter mit dem Drachen treffen.
Die Dorfbewohner sehen die Sache ein wenig anders. Sie halten Grahame für ein Ungeheuer. Sie haben Angst, dass ihre Ernte vernichtet werden könnte oder die Kinder in Gefahr sind. Der Alte Willi Waschbär hetzt die Leute auf und bald will jeder Grahame tot sehen. In seiner Not wendet sich Kenny an den Buchhändler. Doch der hört gar nicht zu. Mit Entsetzen erfährt Kenny, dass er der Drachentöter des Königs ist und nun den Auftrag hat, sich des Problems anzunehmen.

Es ist eine Geschichte, die von einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählt. Diese konnte nur entstehen, weil Kenny seinem neuen Bekannten vorurteilsfrei gegenüber getreten ist. So hat er ein Wesen kennen gelernt, dass zwar ganz anders als er selbst ist, aber die selben Interessen hat. Es ist bei den Tieren wie bei den Menschen. Frei von Vorurteilen ist nicht jedermann. Mit der Fabel wird gezeigt, wie gegensätzlich eine solche Geschichte sich entwickeln kann. Für Kinder ist das sehr spannend und natürlich auch lehrreich.
Die Geschichte eignet sich zum Vorlesen und Selberlesen gleichermaßen. Die Art des Autors zu erzählen, ist einfach hinreißend. Es ist aber auch eine Freude, die Zeichnungen zu betrachten. Jedes einzelne Bild ist einen näheren Blick wert. Die Zeichnungen sind nicht einfach nur Beiwerk, sonder beeindrucken durch ihre Feinheit. Die Figuren scheinen mit Leidenschaft skizziert und sind einmalig. Diese Werk hat das Zeug zum Lieblingsbuch.

Rezension von Heike Rau

Tony DiTerlizzi
Kenny und der Drache
Aus dem amerikanischen Englisch von Anne Brauner
144 Seiten, gebunden
ab 8 Jahren
cbj, München
ISBN-10: 3570138151
ISBN-13: 978-3570138151

Justine Lévy: Schlechte Tochter

Justine Lévy: Schlechte Tochter

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Wie soll Louise ihrer Mutter nur sagen, dass sie von Pablo ein Kind erwartet. Ihrer Mutter, die Krebs hat, die im Sterben liegt. Der ganze Stress und die doppelte Sorge um Kind und Mutter sind einfach zu viel. Darf Louise sich auf ihr Kind freuen, angesichts des Todes? Darf sie glücklich sein?
Während das Baby in ihrem Bauch wächst, entwickelt sich ihre Mutter zurück zum Kind und muss umsorgt werden, wie bald das Baby umsorgt werden muss.
Louise sagt es ihrer Mutter schließlich, doch es ist nicht klar, ob die Mutter die frohe Botschaft überhaupt noch auf nehmen kann.
Als die Mutter dann gestorben ist, kommen die Erinnerungen. Louise will keinesfalls als Mutter so unzuverlässig sein, wie ihre war. Erst durch die Krankheit sind beide sich näher gekommen. Auch deswegen fühlt Louise sich nun allein gelassen ohne den Rat der Mutter.

Durch und durch traurig ist die Lebensgeschichte Louises. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht geschrieben, wobei der Schwerpunkt auf ihren Gedanken liegt. Ohne Pausen fließt der Text, ungebremst und frei formuliert. So wie Gedanken nun einmal sind. Gedanken, die sich nicht verdrängen lassen, die man nie aussprechen würde. Es ist ein sehr privates Buch. Fast fühlt man sich als Leser wie ein Eindringling in eine geheime Welt, auch weil die Geschichte autobiografische Züge trägt.
Das Buch berührt zutiefst. Wie Louise möchte man fliehen und kann es nicht. Louise weiß nicht mehr, wohin sie gehört. Doch ihre Zukunft ist vorbestimmt. Sie wird ein Kind bekommen, auch wenn ihr das Schuldgefühle macht, wo doch ihre Mutter stirbt. Die ganzen unaufgearbeiteten Probleme zwischen den beiden kommt zum Tragen. Aufarbeiten muss Louise die Vergangenheit allein, auch wenn Pablo ihr zur Seite steht.
„Schlechte Tochter“ oder „Schlechte Mutter“. Das Buch könnte beide Titel tragen. Und es würde doch nicht ganz stimmen.

Rezension von Heike Rau

Justine Lévy
Schlechte Tochter
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
176 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann
ISBN-10: 388897643X
ISBN-13: 978-3888976438

Katja Kiefer: Die Waldpiraten – Das Schiff in den Bäumen

Katja Kiefer: Die Waldpiraten – Das Schiff in den Bäumen

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Es ist ein schöner Tag. Trotzdem hat Häschen Hotte Langeweile. Im Wald ist einfach nichts los. Lustlos spaziert Hotte herum, bis er eine Strickleiter an einem Baum entdeckt. Hotte ist derart neugierig, dass er sofort hinaufklettert. Oben angekommen traut er seinen Augen kaum. Er ist in einem Baumhaus, das schöner nicht sein könnte. Der Raum ist vollgestellt und unordentlich und doch auch wunderschön. Es sieht nicht so aus, als ob hier einer wohnt. Doch dann steht auch schon jemand mit hinter ihm, piekt ihn in den Rücken und brüllt „Hände hoch!“. Ein Igel behauptet, dass die Bude ihm gehört. Doch das sagt auch das Eichhörnchen, dass eben aus dem Schrank gekommen ist. Igel und Eichhörnchen streiten lautstark. Doch dann fliegt ein Vogel zum Fenster herein, der der festen Meinung ist, dass das Baumhaus sein zu Hause ist. Der Streit will gar kein Ende nehmen. Doch dann schlägt der Vogel vor, aus dem Baumhaus eine gemeinsame Bude zu machen. Da wollen natürlich alle mitmachen, auch Häschen Hotte. Die vier wollen eine richtige Bande sein und der Igel der Kapitän der Mannschaft. Aber braucht man da nicht auch ein Schiff?

Das Buch dürfte bei Kindern schon durch das schöne Cover Aufmerksamkeit erregen. Die vier Figuren, die hier abgebildet sind, und die das Geschehen bestimmen, sind wirklich lustige Gesellen. Die Geschichte ist dann auch wie erwartet, spannend und humorvoll zugleich. Die Autorin hat sich eine Menge einfallen lassen. Überraschungsmomente gibt es viele. Es ist interessant zu verfolgen, wie die vier Tierkinder sich zusammenraufen und schließlich Freunde werden. Auch das Umfeld, in der die Geschichte spielt, stimmt. Der Wald und das Baumhaus sind mit Sinn fürs Detail gezeichnet. Für Kinder gibt es sehr viel zu sehen. Allein die kleinen Käferchen zu entdecken, die den Wald bevölkern, macht viel Spaß. Und was es erst im Baumhaus alles zu entdecken gibt! Das gibt Stoff zum Träumen! Die Zeichnungen zeugen von sehr viel Fantasie.
Aber damit nicht genug. Für ausgelassene Stimmung sorgt „Das Lied von den Waldpiraten“, das einfach nachzusingen ist, wenn man Noten lesen kann. Begleitet werden kann mit der Gitarre, allerdings sind die Griffe nicht ganz einfach. Ein Brettspiel gibt es auch noch. Es ist ein Wettrennen zwischen den Mitspielern. Wer zuerst beim Piratenschiff ist, hat gewonnen. Allerdings gilt es auf dem Weg dahin einige Hindernisse zu überwinden.

Rezension von Heike Rau

Katja Kiefer
Die Waldpiraten
Das Schiff in den Bäumen
32 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Georg Olms Verlag
ISBN-10: 3487088428
ISBN-13: 978-3487088426

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque: Prima Klima mit Pflanzen

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque: Prima Klima mit Pflanzen

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Zimmerpflanzen können Räume nicht nur verschönern und wohnlicher machen. Sie können auf dafür sorgen, dass die Luft in den Zimmer verbessert wird. Diese kann nämlich durch die verwendeten Farbanstriche, die Bodenbeläge oder die Möbeln und Polstermöbeln belastet sein. Das wiederum kann zu gesundheitlichen Problemen bis hin zu Allergien führen. Pflanzen können helfen, die Schadstoffbelastung in den Räumen zu vermindern.

Zunächst werden die Schadstoffe benannt, die unsere Raumluft belasten können. Es wird geklärt, woher diese stammen. Danach wird vermittelt, wie Pflanzen, die Luft reinigen und die Qualität der Raumluft verbessern können. Grundsätzliches, dass beim Aufstellen und Pflegen der Blumentöpfe zu beachten ist, wird geklärt. Je nach Raum und Raumnutzung, von Küche bis Arbeitszimmer, werden Pflanzen vorgeschlagen, die man aufstellen kann, um das Raumklima zu verbessern.

Es folgen die Pflanzenporträts. Fast 40 Pflanzen werden vorgestellt, die für eine natürliche Entgiftung der Räume sorgen sollen. Dazu zählen zum Beispiel die Birkenfeige, die Dieffenbachie, der Drachenbaum und der Efeu. Wer lieber blühende Pflanzen mag, kann es mit Flamingoblume, Azalee oder Gerbera versuchen.

Es ist einigermaßen erschreckend zu lesen, in welcher Art und Weise unsere Raumluft verunreinigt sein kann. Wenn man das so liest, wird der Blick auf das Wohnumfeld sehr viel kritischer. Man erfährt aber auch, wie man bei der nächsten Renovierung für Verbesserung sorgen kann.
In diesem Zusammenhang ist es natürlich auch ausgesprochen interessant, zu erfahren, welche Pflanzen sich als Luftreiniger bewährt haben. Es ist ganz einfach, hier die entsprechenden Topfpflanzen auszuwählen. Sie sind auch alle im Gartenmarkt zu bekommen. Es sind unter der Auswahl an Pflanzen keine Exoten, die schwer zu beschaffen wären. Man erfährt alles über die Pflege und Gesunderhaltung der Pflanzen, damit sie gut wachsen und man lange Freude an ihnen hat. Selbstverständlich gibt es auch Fotos der Pflanzen. Und durch die Listen, die zeigen, welche Pflanze für ausgewählte Bereiche empfehlenswert sind, kann man eine gezielte Auswahl treffen und damit dann auch einen Raum passend verschönern, mit großen ausladend wachsenden Grünpflanzen, aber auch mit kleinen Töpfen blühender Pflanzen. Ganz wie es gefällt.

Rezension von Heike Rau

Marc Grollimund und Isabelle Hannebicque
Prima Klima mit Pflanzen
Aus dem Französischen von Ulla Schuler
128 Seiten, 120 Farbfotografien
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN-10: 3800159910
ISBN- 13: 978-3800159918