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Autor: hera

Monika Cremer und Lydia Malethon: Probier mal!

Monika Cremer und Lydia Malethon: Probier mal!

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Die Küche kann ein interessantes Betätigungsfeld für Kinder sein. Natürlich müssen einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, aber das lässt sich leicht bewerkstelligen. Es gibt also keinen Grund kleine Kinder aus der Küche zu verbannen. Wer hier Anregungen braucht, sich als Elternteil fragt, was machbar ist und was nicht, kann sich am vorliegenden Buch gut orientieren. Es ist ein „Spiele-Spaß-Kinderkochbuch“, also ein Beschäftigungsbuch für die Küche.

Kinder lernen verschieden Lebensmittel kennen und können auch gleich ein einfaches Rezept ausprobieren. Den Anfang macht die Gurke. Hergestellt wird daraus „Gurkenquark mit Minze“. Die Arbeitsschritte sind aufgelistet, an einen Ausrufezeichen können Eltern erkennen, wo die Kinder Hilfe oder besondere Aufmerksamkeit brauchen. Dann geht auch garantiert nichts schief. Zur Gurke gibt es auch noch eine kleine Geschichte: „Warum die Gurke sauer wurde“.

Auch der Kartoffel ist eine Doppelseite gewidmet. Aus ihr werden „Dicke Kerls“ gemacht. Das sind auf dem Blech im Ofen gebackene und gewürzte Kartoffelhälften. Man kann den „Gurkenquark“ dazu essen. Auf dieser Seite findet man auch eine schöne Beschäftigungsidee. Man kann aus Kartoffeln die beliebten Stempel basteln und mit den Kindern Geschenkpapier bedrucken.

Man muss aber nicht unbedingt den Herd anwerfen, um sich in der Küche mit Kindern betätigen zu können. Sehr spannend ist es, aus Radieschensamen kleine Keimlinge zu ziehen. Es macht Spaß, zu beobachten, wie das Wachstum voranschreitet, bis man schließlich nach ein paar Tagen ernten kann.
Natürlich wurde auch an die Leckermäulchen unter den Kinder gedacht. Wer es fruchtig mag, bereitet die „Beerenzwerge“ zu und wer Schokolade liebt, der macht „Schokoladenmuffins“.

Neben den Rezepten, Spielen und Geschichten gibt es immer ein bisschen Warenkunde zu Obst, Gemüse, Nüssen, Fleisch, Fisch, Brot, Nudeln und Milchprodukten. Es gibt beschriftete und unbeschriftete Zeichnungen von Küchenutensilien, so dass auch der Wortschatz spielerisch erweitert werden kann.
Kinder können erste Erfahrungen in der Küche sammeln, sich mit Lebensmitteln auseinandersetzen und Selbstgemachtes probieren. Das Buch ist für Kinder und Eltern gleichermaßen gedacht und das gefällt gut. Es ist kunterbunt illustriert. Das lädt natürlich zum Ausprobieren ein. Und mit dem farbenfrohen Stickerbogen, der mit zum Buch gehört, weiß garantiert jedes Kind etwas anzufangen!

Rezension von Heike Rau

Monika Cremer und Lydia Malethon
Probier mal!
Das Spiele-Spaß-Kinderkochbuch
Mit Bildern von Marlies Rieper-Bastian
ab 5 Jahren
48 Seiten, gebunden
Annette Betz Verlag
ISBN-10: 3219114423
ISBN-13: 978-3219114423

James B. Johnson: Die 50:50-Diät

James B. Johnson: Die 50:50-Diät

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Viele Diäten funktionieren nicht. Nicht selten entstehen Probleme durch einseitige Ernährung, Hunger und Verzicht. Man hält das nur einige Zeit durch. Zwar nimmt man schnell ab, nimmt aber hinterher umso mehr wieder zu. Ganz anders ist die 50:50-Diät. Einen Tag ernährt man sich wie gewohnt und am nächsten spart man und beschränkt die Kalorienzahl auf 20 Prozent. Der Autor des Buches ist Arzt, hat diese Diät entwickelt und mit Erfolg selbst ausprobiert.

Man nimmt aber nicht nur ab. Auch die Gesundheit wird verbessert. Der Autor beschreibt genau, welche Erfolge hier erzielt worden sind und untermauert seine Aussagen mit Tierversuchen und Studien an Menschen. Die Forschungsergebnisse sind sehr beeindruckend. Man möchte die Begeisterung des Autors gerne teilen. Kritische Menschen werden mit den Ausführungen jedoch nicht zufrieden sein. Wer gerne Sachverhalte hinterfragt, findet im Buch nicht genügend Antworten. Die Erkenntnisse werden nur umrissen. Details werden ausgespart. Sicher interessieren sie nicht jeden, aber für die Glaubhaftigkeit der gemachten Aussagen, wären sie wichtig gewesen. Die sehr übertriebene Beschreibung von Wunderheilungen Betroffener, machen doch stutzig. Mit Hilfe der Literaturliste kann man aber schon mal einen Anfang im Weiterforschen machen.

Es spricht dennoch scheinbar nichts dagegen, die Diät auszuprobieren. Schließlich braucht man sich nur jeden zweiten Tag einzuschränken. Das müsste zu schaffen sein! Doch kann man sich auf Dauer wirklich jeden zweiten Tag mit derart eingeschränkter Kalorienzahl ernähren? Der Autor macht das vorstellbar. Anfangs, um ein Gefühl dafür zu bekommen, kann man Diätshakes oder -riegel nehmen. Später orientiert man sich an den Rezepten im Buch. Tatsächlich sind hier Frühstück, Mittagessen und Abendbrot inbegriffen. Mit kalorienarmen Suppen und Salate ist man dabei. Ein Diättag könnte so aussehen: Morgens gibt es Müsli mit Vollkorngetreideflocken und Magermilch. Mittags dann „Eierblumensuppe“ und abends „Forelle mit Zitronen und Kapern“. Das Ganze hat 657 Kalorien. Man muss darauf achten, genug zu trinken, natürlich Kalorienfreies.

An den normalen Tagen darf zunächst gegessen werden, was man will. Aber dann beginnt der Autor doch über gesunde Ernährung zu referieren. Und vielleicht kann sich der eine oder andere, nach dem erste Erfolge zu sehen sind, auch endlich darauf einlassen. Wenn man sich dann noch mehr bewegt, vielleicht sogar Sport treibt, ist die Sache perfekt.
Und an den Erfolg kann man ruhig glauben. Ist man jeden Tag wenig, wird der Stoffwechsel zurückgefahren. Isst man wieder normal, tritt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein. Bei der 50:50-Diät wird das ausgeschlossen. Sie ist zudem für lange Zeit angelegt. Sie umfasst die Änderung des gesamten Lebensstils. Und an die 20 Prozent braucht man sich nicht ewig halten. Um sein erreichtes Idealgewicht zu halten, kann man auf etwas 50 Prozent des normalen Bedarfs aufstocken. Auch wenn sich keine Wunderheilung einstellen sollte, Gewicht verliert man auf alle Fälle. Man ernährt sich besser, auch bewusster und bewegt sich mehr, wenn man sich an das Programm hält. Und schon dadurch geht es natürlich auch mit der Gesundheit aufwärts.

Rezension von Heike Rau

James B. Johnson
Donald R. Laub
Die 50:50-Diät
Dauerhaft schlank mit dem 2-Tages-Rhythmus
320 Seiten, broschiert
Knaur Taschenbuch
ISBN-10: 3426798387
ISBN-13: 978-3426798386

Corina Bomann: Sturmsegel

Corina Bomann: Sturmsegel

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Ihrer Mutter geht es so schlecht, dass Anneke schließlich den Medikus holen muss. Helfen kann er nicht mehr. Als Annekes Mutter stirbt, wird das Mädchen von ihrer Trauer überwältigt. Ohne Familie steht Anneke nun da. Ihre Freundin Marte lädt sie zu sich ein, doch Anneke will es allein versuchen. Dann taucht zu ihrer Überraschung ein Fremder auf, der behauptet, ihr Vater zu sein. Der Kaufmann Roland Martens erzählt ihr seine Lebensgeschichte. Es gibt keinen Grund, ihm nicht zu glauben. So geht Anneke mit ihm. Sie findet herzliche Aufnahme im Haus. Nur ihr Bruder Hinrich akzeptiert Anneke nicht und macht ihr das Leben schwer. Die Kaiserlichen rücken immer näher und so kann Anneke sich zu ihrem Leidwesen kaum noch mit Marte treffen. Immer gefährlicher wird die Lage, die Anspannung unter der Bevölkerung Strahlsunds wächst. Roland Martens sieht sich gezwungen, Anneke und Hinrich aus der Stadt bringen zu lassen. Hinrich macht sich lieber auf die Suche nach seinem verschollenen Bruder und so kommt Anneke allein zur Schwester ihres Vaters nach Stockholm. Doch hier bekommt Anneke deutlich zu spüren, dass sie nicht willkommen ist. Sie flieht schließlich. Erst als Ingmar in ihr Leben tritt, wird das Leben für sie Schritt für Schritt wieder etwas leichter.

Das Buch begeistert von Anfang an. Anneke wird durchs Leben geschubst und erlebt das Leid, den der Krieg und der Tod ihrer Mutter mit sich bringen hautnah. Aber sie ist kein Mädchen, das aufgibt. Man kann sie für ihren Mut nur bewundern. Man verfolgt also mit Spannung ihre Geschichte, die sehr abenteuerlich wird. Das Buch ist als rundherum gelungen zu bezeichnen. Auch wenn Anneke natürlich im Vordergrund steht, so sind doch auch alle anderen Figuren perfekt ausgearbeitet. Das macht die Handlung sehr lebendig und gut nachvollziehbar. Liebevoll eingewobene Details sorgen für eine besondere Stimmung. Das Buch ist zwar in weiten Teilen traurig, aber dennoch Hoffnung machend.
Das Geschehen findet vor einer sehr gut beschriebenen historischer Kulisse, dem Dreißigjährigen Krieg, statt.
Wer hier noch mehr erfahren möchte, findet Hinweise im Nachwort.
Das Buch überzeugt nicht nur inhaltlich, es liest auch sehr gut. Es fügt sich so schön Satz an Satz. Da ist das Lesen wirklich ein Vergnügen!

Rezension von Heike Rau

Corina Bomann
Sturmsegel
344 Seiten, gebunden
ab 14 Jahren
Ueberreuter Verlag
ISBN-10: 3800055325
ISBN-13: 978-3800055326

Martina André: Die Teufelshure

Martina André: Die Teufelshure

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John Cameron hasst den Tod. An der Hinrichtung Henry Strattons hat er kein Interesse. Die Umstände sind allerdings schon spannend. Offiziell soll er an einem Komplott gegen das Parlament beteiligt gewesen sein. Inoffiziell heißt es, dass er die Finger nicht von Lord Chester Cuninghames Mistress lassen konnte. Während die Hinrichtung in vollem Gange ist, wartet John zurückgezogen in einem Pub ab. Ausgerechnet hier lernt er eine junge, bezaubernde Frau kennen, der die Hinrichtung scheinbar sehr zu Herzen geht. John und Madlen MacDonald haben viel gemeinsam, stammen sie doch beide aus den Highlands. Es trifft John hart, als er erkennt, dass Madlen zum schwarzen Lord gehört. Sie ist also die Teufelshure!
Dennoch begegnet John Madlen wieder. Er nimmt eine Einladung von ihr an. Es kommt wie, es kommen muss. Es gibt kein Halten mehr. Als Madlen ihn in ihre Geheimnisse einweiht, entdeckt John, dass er für sie töten würde. Aber fürs Erste beschließen die beiden, zu fliehen. Doch Cuninghame hat längst Pläne mit John und Madlen gemacht. Er steht einer geheimen Bruderschaft vor und ist bereit alles zu tun, um seine Ziele zu erreichen. Beide werden gefasst und John bekommt die Macht des Lords zu spüren, der mit dem Teufel im Bunde ist. Wegen fadenscheiniger Gründe wird John zum Tode verurteilt.

Die Geschichte beginnt in Schottland im Jahre 1647 und ist von der Romantik zwischen den beiden Liebenden geprägt. Die Zeiten sind hart, herrscht doch Krieg. Der schwarze Lord verfolgt John und Madlen ohne Gnade. Immer wieder werden die beiden getrennt. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Das allein wäre schon spannend genug. Lord Chester Cuninghame hat jedoch ein Geheimnis. Ein mysteriöser Stoff hat ihm zur Unsterblichkeit verholfen. Sein Ziel ist es, die Weltherrschaft zu erlangen. Auch John wird Opfer seiner widerlichen Experimente, die schon so viele Menschenleben gekostet haben.
Man verfolgt den Verlauf der Geschichte mit Spannung, muss mit ansehen, wie John alles verliert.

Genau an der richtigen Stelle, lässt die Autorin neue Aspekt in die Geschichte einfließen. Ein Zeitsprung in die Gegenwart, in das Jahr 2009, sorgt für frischen Wind. Lord Chester Cuninghame hat mittlerweile ein riesiges Imperium aufgebaut. Immer noch experimentiert er im Verborgenen. Es ist erschreckend, zu sehen, wie weit er gekommen ist. Aber auch John hat sich weiterentwickelt und setzt dem schwarzen Lord einiges entgegen. Ins Spiel kommt auch eine junge Wissenschaftlerin, die mit einer neuen Droge experimentiert. Sie beeinflusst das Geschehen auf ihre Weise. John erkennt in ihr Madlen wieder. Vergangenheit und Gegenwart werden auf interessante Weise verbunden. Der Tod ist allgegenwärtig, dabei ist er es, der besiegt werden soll.
Wie man schnell bemerkt, kommen in diesem Buch unterschiedliche Genre zum Tragen. Diese Mischung sorgt für ein perfektes Leseerlebnis.
Die Charaktere, bis hin zur kleinsten Nebenrolle, sind sehr gut beschrieben.
Man hat Spaß am Lesen, wird gut unterhalten und was zum Nachdenken gibt’s auch.

Rezension von Heike Rau

Martina André
Die Teufelshure
662 Seiten, broschiert
Rütten & Loening Verlag
ISBN-10: 335200773X
ISBN-13: 978-3352007736

Matthias Sodtke: Ich mach Bubu… was machst du?

Matthias Sodtke: Ich mach Bubu… was machst du?

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Es ist noch früh am Abend und trotzdem ist Nulli müde. Er kann sich gar nicht auf das Kartenspiel mit Priesemut konzentrieren. Immerzu muss der Hase gähnen. Da hilft nichts. Nulli geht mit hängenden Ohren ins Bett.

Priesemut weiß gar nicht, was er machen soll. Alleine zu spielen, macht keinen Spaß. Dann beschließt er, sich auch ins Bett zu legen und noch ein bisschen zu lesen. Nulli schläft bereits und schnarcht vor sich hin. Priesemut legt sich neben seinen Freund und schlägt das Buch auf. Da er das Lesen gerade erst lernt, geht es kaum voran. Schon beim ersten Satz bleibt Priesemut hängen, weil seine Lage unbequem ist. Er bräuchte ein zweites Kissen, doch das hat Nulli unter dem Kopf. Priesemut begibt sich auf die andere Seite des Bettes und zieht vorsichtig daran. Da dreht Nulli sich plötzlich um. Zwar hat Priesemut jetzt das Kissen, doch Nulli liegt in der Mitte des Bettes. Weder links noch rechts ist nun genügend Platz für Priesemut.

Diese kleinen Geschichten aus dem Alltag von Nulli und Priesemut begeistern immer wieder. Hase und Frosch sind gute Freude. Doch die kleinen Probleme, die das Zusammenleben so mit sich bringen, müssen erst einmal in den Griff bekommen werden. Das Schöne ist, dass Nulli und Priesemut, bei allem Humor, den die Geschichten haben, trotzdem ernst genommen werden.
Kinder können das besonders gut nachvollziehen. Denn auch sie müssen erst lernen im Miteinander mit anderen zurechtzukommen. Im Buch geht es vor allem um gegenseitige Rücksichtnahme.
Die lustigen farbenfrohen Bilder anzusehen, ist ein ganz besonderer Spaß. Die Mimik von Hase und Frosch ist einfach unschlagbar. Da macht das Vorlesen nicht nur den Kindern Freude, sondern auch den Eltern. Als Gute-Nacht-Geschichte unbedingt zu empfehlen!

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke
Ich mach Bubu… was machst du?
32 Seiten, gebunden
ab 4 Jahren
Lappan Verlag
ISBN-10: 3830311559
ISBN-13: 978-3830311553

Tatjana Junker: Lagerküche

Tatjana Junker: Lagerküche

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Historische Gerichte nachzukochen, macht Spaß. Es gibt Rezepte, die werden in den Familien immer weitergegeben. Auch Kochbücher zum Thema gibt es. So ganz stilecht ist es allerdings nicht, die alten überlieferten Gerichte auf einem Gas- oder Elektroherd zuzubereiten. Es an einem Lagerfeuer zu tun, dagegen schon. „Mittelalterlich kochen auf offenem Feuer“ hält hierzu die passenden Anleitungen bereit.

Schlägt man das Buch auf, erlebt man eine Zeitreise. Man wird unmittelbar in eine mittelalterliche Lagerküche versetzt. Man erfährt, wie diese aufgebaut wird und welche Küchenausstattung man braucht und wie Lebensmittel gekühlt werden können. Besondere Aufmerksamkeit kommt der Feuerstelle zu.

Den Anfang machen schnell zubereitete Speisen für das Frühstück und für Zwischendurch. „Äpfel mit Speck“ und „Haferbrei“ sind Beispiele dafür. Eintöpfe und Suppen lassen sich in der Lagerküche auch gut zubereiten. Der Kohleintopf ist besonders empfehlenswert. Leckere Beilagen findet man in der Rubrik „Gemüse und Kräuter“. Hier findet man Rezepte zu „Lauch mit Walnüssen“ oder „Gebratene Möhren“. Sucht man etwas, das man zum Beispiel zur Suppen servieren könnte, wird man unter „Beilagen und Teigwaren“ fündig. „Der gedämpfte Kräuterpudding“ kann sich sehen lassen. Aber auch die „Gebratenen Brote“ passen gut.
„Geflügel und Fleisch“ darf natürlich nicht fehlen. Über dem offenen Feier kann man „Huhn in Bier“ oder auch „Rehkeule“ zubereiten. Unter „Fisch und Meeresfrüchte“ findet man „Omelett mit Räucherfisch“ und „Forelle in Zimtsauce“.
Einen Nachtisch gibt es auch. Das „Holunderblütenmus“ oder die „Pfannkuchenschnecken“ beruhigen jeden Süßhunger.
Zum Schluss gibt es noch ein paar „Zusätzliche Schmankerl“ wie der selbstgemachte Früchtelikör.
Im Anhang findet man ein bisschen Warenkunde. Man erfährt aber auch, woher die Rezepte stammen.

Mittelalterfans werden ihre Freude an dem Buch haben. Auch, weil es so authentisch wirkt. Diese historische Orientierung wird auch mit den Fotos ausgedrückt. Die Gerichte sind gut fotografiert. Künstlich verschönt wurde hier nichts und das gefällt. So kann man erwarten, dass die nachgekochten Speisen auch so aussehen wie auf den Bildern. Die Rezepte sind zum Teil recht einfach. Wer ein wenig Kocherfahrung hat, müsste gut klarkommen, mal davon abgesehen, dass es ein großer Unterschied ist, ob man auf dem heimischen Herd oder auf dem offenen Feuer kocht. Hier helfen die vielen Tipps der Autorin weiter. Die Rezeptanleitungen sind sehr ausführlich gehalten und spiegeln ihre Erfahrung wider.
Es ist gut vorstellbar, ein ganzes Menü zusammenzustellen. Mit der entsprechenden Planung ist es möglich Feste mit vielen Personen auszurichten, zum Beispiel eine historische Hochzeit. Auch Rollenspieler werden begeistert sein. Das Leben im Mittelalter nachzustellen, sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre. Für Familien ist es eine echte Alternative zum Grillen. Das Kochen über dem Feuer macht auch im kleinen Kreis Spaß.

Rezension von Heike Rau

Tatjana Junker
Lagerküche
Mittelalterlich kochen auf dem offenem Feuer
123 Seiten, gebunden
Neumann-Neudamm Verlag
ISBN-10: 3788813016
ISBN-13: 978-3788813017

Michelle Lovric: Melodie der Meerjungfrauen

Michelle Lovric: Melodie der Meerjungfrauen

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Die elfjährige Teodora ist zusammen mit ihren Adoptiveltern nach Venedig gekommen. Die Reise hat einen ernsten Hintergrund. Venedig ist in Gefahr und so sind viele Wissenschaftler zur Rettung angereist.
In einer venezianischen Buchhandlung geschieht Teodora ein Missgeschick. Beim Stöbern in den Büchern fällt ihr eines aus der oberen Regalreihe auf den Kopf. Zunächst scheint es, als sei Teodora nichts passiert. Sie bekommt sogar zum Trost das seltsame Buch geschenkt. Doch bald geht es ihr gar nicht mehr gut und sie muss sogar ins Krankenhaus. Obwohl sie sich besser schonen sollte, liest sie im Buch. Es erscheint Teodora, als sei es für sie persönlich geschrieben worden. Sie wird in ein Geheimnis eingeweiht.
Dann passiert in der Nacht etwas, dass sie sich nicht erklären kann. Sie hat keine Ahnung, wie sie auf den Friedhof gekommen ist. Für ihre Eltern gilt Teodora als vermisst. Sie können ihre Tochter weder sehen noch hören.
Das seltsame Buch, das zu ihrem Begleiter geworden ist, hat sie „zwischen-die-Welten“ der Stadt gebracht. Doch Teodora fürchtet, gestorben zu sein. Von einer Meerjungfrau erfährt sie, dass sie eine Prophezeiung zu erfüllen hat. Damit beginnt für Teodora ein Abenteuer, dass schrecklicher nicht sein könnte und dass sie wohl nie vergessen wird.

Es ist, als würde man mit dem Buch in einen märchenhaften Traum eintauchen. Doch bald wird daraus ein Albtraum, wie er schlimmer nicht sein könnte. In der Geschichte steckt ein historischer Kern. Was Dichtung und was historisch überliefert, kann man im Anhang nachlesen. Das Thema ist allerdings ganz und gar nicht für Kinder geeignet. Lebende Tote und andere Schreckgestalten bestimmen das Geschehen. Die Schlacht zwischen Gut und Böse um Venedig könnte grausamer nicht sein. Es gibt zu viele Szenen, die Entsetzen hervorrufen.
Ein Gefühl für die Hauptperson Teodora zu entwickeln, fällt schwer, weil man keine Chance hat, sie richtig kennen zu lernen.
Die Geschichte ist im negativen Sinne fantasievoll und knallbunt. Die Autorin hält sich kein bisschen zurück. Es ist keine Vergnügen, diese zu lesen. Auch wenn das Zauberbuch wie ein roter Faden fungiert, ist es schwer, den Überblick zu behalten.
Man muss ein gewisses Alter haben, um dieses Buch verkraften zu können.

Rezension von Heike Rau

Michelle Lovric
Melodie der Meerjungfrauen
Aus dem Englischen von Barbara Abedi
510 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3785568703
ISBN-13: 978-3785568705

Christian Jürgens: Menüs für alle Sinne

Christian Jürgens: Menüs für alle Sinne

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Um ein Menü vom Sternekoch genießen zu können, muss man nicht unbedingt auswärts essen. Christian Jürgens zeigt, wie man zu Hause seine Gäste kulinarisch verwöhnen kann. 22 Menüs stehen zur Auswahl. Für jeden Anlass ist etwas zu finden. Feiertage wie Weihnachten oder Ostern stehen sicherlich im Vordergrund. Vorgeschlagen werden aber zum Beispiel auch ein „Menü für Verliebte“, ein „Spargelmenü“ und ein „Afterwork-Menü“.

Damit man seinen Lehrmeister besser kennen lernen kann, wird Christian Jürgens erst einmal ausführlich vorgestellt. Seine Art zu kochen gefällt sofort. Seine allgemeinen Ratschläge zur Menüplanung kann man gut annehmen. Wer noch nicht ganz so viel Erfahrung in der Küche hat, kann mit dem „Easy-Menü“ beginnen. Auch wenn es recht einfach nachzuvollziehen ist, ist es dennoch raffiniert. Die Gäste dürfen staunen über die Vorspeise „Schrimps in Knoblauchöl“, den Hauptgang mit „Pochierter Rinderlende“ und das Dessert „Kaffeemousse“.

Das Besondere am Buch ist, dass es vor dem Rezept immer eine Seite mit Tipps gibt. Hier kann man sehen, was man schon einen Tag vorher vorbereiten kann, was man als Einstimmung auf das Menü anbieten könnte oder wie das Menü nach Geschmack abgewandelt werden kann.
Die Rezeptanleitungen sind sehr ausführlich gehalten und trotzdem übersichtlich gestaltet. Zu jedem Rezept gibt Christian Jürgens persönlich Hilfestellung. So erfährt man zum Beispiel auch immer, wie man perfekt anrichtet. Oftmals erlangen so einfache Speisen eine neue, faszinierende Optik. Man sieht es an den Fotos, die eine tolle Wirkung haben.

Im Schwierigkeitsgrad und vom Aufwand her sind die Rezepte sehr unterschiedlich. Man kann aber immer auch nach eigenen Vorstellungen Menüpunkte auswählen. Die Zeit, die man zum Kochen einplanen muss, ist angegeben. Angelegt sind die Rezepte für 4 Personen. Man kann hier natürlich erweitern.
Das Kochbuch ist sehr inspirierend, gerade auch für Hobbyköche, die sich daran wagen wollen, Gäste zu bewirten. Die Menüauswahl gefällt gut. Man findet hier Besonderes, das nur bei bestimmten Anlässen serviert werden sollte, aber auch bekannte, einfache Gerichte, die in neuer, sehr viel fantasievollerer Aufmachung daherkommen und deshalb beeindrucken.
Mit dem Buch hat man einfach Spaß am Kochen!

Rezension von Heike Rau

Christian Jürgens
Menüs für alle Sinne
160 Seiten, gebunden
Südwest Verlag
ISBN-10: 351708557X
ISBN-13: 978-3517085579

Franz Rettenböck: Bollmann schreibt

Franz Rettenböck: Bollmann schreibt

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Ein vorlauter Rabe ist es, der das Leben von Herrn Kowalski ändert. Mit dem einen unverschämten Wort, das der Vogel sagt, bringt er dessen Lebenskonzept ins Wanken. Kowalski bastelt sich eine Depression und steigt damit auf ärztlichen Rat in den vorzeitigen Ruhestand ein. Doch die Hände in den Schoß legen, will der ehemalige Finanzbeamte nicht. Er beschließt, sich schriftstellerisch zu betätigen. Von seinen Fähigkeiten in dieser Hinsicht ist er überzeugt. Also beginnt er, sich in der Szene herumzutreiben, beteiligt sich an Literaturforen und Lesungen. So langweilig wie sein ehemaliger Kollege Dinglechner will er aber nicht werden. Und trotzdem wird Dinglechner bald darauf literarisch verwurstet. Aus ihm wird Kowalskis Figur Claus Bollmann. Dieser soll auch Schriftsteller werden wollen. Bollmann erfindet die Figur des Roman Schreiber und dieser hat ebenfalls schriftstellerische Ambitionen.

Hatten wir das nicht schon mal? Geht es jetzt immer so weiter? Schreibt ein Autor über einen Autor, der über einen Autor schreibt? So einfach ist es dann doch nicht. Denn nicht jedem liegt die schriftstellerische Arbeit. Bollmann tut sich schwer, auch nur einen vernünftigen Satz zu Papier zu bringen. Trotzdem lässt Kowalski Bollmann leben. Er ist ihm zu ähnlich. Autobiografisches wird immer mehr eingebracht. Man hat als Leser den Eindruck, beide Männer verschmelzen miteinander. Kowalski betrachte sein Leben neu. Geht zurück in der Zeit, sucht nach Stoff. Er hält sich an die Geschichten, die das Leben schreibt und drückt sie Bollmann auf. Doch der hat bald die Nase voll davon, sich sein Leben vorschreiben zu lassen. Er beginnt eigene Wege zu gehen und treibt damit Kowalski in den Wahnsinn.

Wen wundert es, das die Geschichte beginnt, in ihren Grundfesten zu wanken? Immer mehr verstrickt sich Kowalski in seine Ideen. Er beißt sich so fest, das bald nicht einmal mehr seine Frau hier mitziehen will. Aber Kowalski weiß, Bollmanns Leben hängt von ihm ab. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen immer mehr. Es ist interessant für den Leser, diesen Prozess zu beobachten.
Schreiben kann süchtig machen, ob man nun gut ist oder nicht. Als Hobbyschriftsteller kann man die Warnungen kaum übergehen. Das Schreiben kann das Leben verändern. Wer sich berufen fühlt, sollte sich also wappnen. Und das Buch lesen! Dieser schräge Blick auf den Hobby-Literaturbetrieb ist sehr amüsant.

Rezension von Heike Rau

Franz Rettenböck
Bollmann schreibt
214 Seiten, gebunden
Skalding Verlag
ISBN-10: 3940695033
ISBN-13: 978-3940695031

Ruediger Dahlke: Mein Programm für mehr Gesundheit

Ruediger Dahlke: Mein Programm für mehr Gesundheit

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„Mein Programm für mehr Gesundheit“ ist ein ganzheitlicher Gesundheitsratgeber mit spirituellem Anklang, der die drei Bereiche Bewegung, Ernährung und Entspannung umfasst. Diese gehören für den Autor einfach zusammen, sind doch alle drei Grundlage für ein vitales Leben.
Wer das Gefühl hat, dass es so nicht weitergehen kann, weil sich erste gesundheitliche Probleme bemerkbar machen, der Stress tagtäglicher Begleiter ist, es mit der Kondition nicht zum Besten steht und der Schlaf längst nicht mehr erholsam ist, ist mit dem Buch gut beraten.

Ruediger Dahlke stellt seine Ansichten hinsichtlich einer gesunden Lebensweise sehr überzeugt dar. Leider werden einige Themen nur angerissen oder sind zu kurzgefasst, so dass viele Aussagen im Raum stehen und Fragen unbeantwortet bleiben. Das liegt auch daran, dass viele dieser Aussagen provozierend sind. Man erhält viel Stoff zum Nachdenken und weiterforschen.

Der Autor plädiert für eine überwiegend vegetarische Vollwerternährung. Die gesundheitlichen Vorzüge werden erklärt. Dass noch Werbung für Nahrungsergänzungsmittel gemacht wird, verwundert allerdings. Bei der Bewegung ist es Lauftraining, das im Vordergrund steht. Aber natürlich werden auch andere Sportarten näher beleuchtet, so dass jeder die für sich passende heraussuchen kann. Um Entspannung zu finden, kann man die geführten Meditationen auf der beiliegenden CD hören und unter anderen Entspannungstechniken wählen. Auch der Umgang mit Stress im Alltag wird thematisiert.

Drei derart umfassende Themen kann man in einem Buch mit 255 Seiten natürlich nur anreißen. Man sieht, wohin der Weg zu einer besseren Gesundheit gehen kann. Ruediger Dahlke hat aber eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, in denen die Themen ausführlich behandelt werden. Man findet also immer wieder Hinweise darauf. Das vorliegende Buch kann also nur ein Anfang sein.

Rezension von Heike Rau

Ruediger Dahlke
Mein Programm für mehr Gesundheit
Bewegung – Ernährung – Entspannung
256 Seiten, gebunden
mit Meditationen auf CD
Südwest Verlag
ISBN-10: 3517085545
ISBN-13: 978-3517085548